Am Schweizer Aktienmarkt geht es am Mittwoch erneut aufwärts. Der SMI übersprang dabei kurz nach Handelsbeginn die 8'000-Punkte-Marke, wo der Schweizer Leitindex zuletzt Anfang Februar notiert hatte. Er setzt somit die Erholung vom Vortag fort. Als Grund für die Avancen gilt neuer Optimismus unter den Investoren, was schon am Vorabend in den USA und in der Nacht in Asien zu steigenden Kursen an den dortigen Börsen geführt hat.

Händler erklären sich den neuen Optimismus mit den erfreulichen US-Konjunkturdaten und der Hoffnung auf weitere Massnahmen der Notenbanken in China und Europa. Ein Indiz für die bessere Stimmung ist auch der Schweizer Volatilitätsindex, der als "Angstbarometer" der Investoren gilt und der sich derzeit zurückgebildet. Von einer Trendwende will am Markt gleichwohl noch niemand sprechen. Dafür seien die Kursrückschläge der vergangenen Wochen noch zu präsent und die weltwirtschaftlichen Risiken zu gross. Bei den einzelnen Unternehmen richtet sich das Augenmerk aktuell auf Kühne+Nagel, nachdem der Logistikkonzern Resultate vorgelegt hat.

SMI steigt über 8000 Punkte

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,51% höher bei 8'002,94 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,52% auf 1'220,39 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,51% auf 8'416,88 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren 23 im Plus, sechs im Minus und SGS unverändert.

Die Aktien von Kühne+Nagel (-2,0%) sind nach anfänglichen Gewinnen ins Minus gerutscht und sind nun klar grösste Verlierer unter den Blue Chips. Die Erwartungen seien zwar erfüllt worden, und auch der Margenausblick sei keine grosse Überraschung, meinen Analysten. Allerdings hatten sich manche bei der Dividende etwas mehr erhofft. Nachdem der Titel seit Jahresbeginn besser als der Gesamtmarkt abgeschnitten hat, dürften zudem einige Anleger ihre Gewinne einstreichen.

Zu den wenigen Verlierern zählen ausserdem Julius Bär (-0,6%) und Sika (-0,5%) sowie die defensiven Galenica und Nestlé (je -0,3%) sowie Aryzta (-0,1%).

Die Gewinner sind allerdings klar in der Überzahl. Die deutlichsten Avancen verzeichnen Transocean (+3,9%). Der Titel war am Vortag der einzige Verlierer im SMI/SLI gewesen. In New York, wo der Haupthandel für die Valoren des Ölservice-Unternehmens stattfindet, hatten die Aktien dann aber mit einem satten Plus von 4,9% geschlossen.

Dahinter stehen Swiss Life (+2,2%) deutlich im Plus. Die Papiere des Lebensversicherer waren am Vortag mit einem Gewinn von 5,3% klarer Spitzenreiter unter den Blue Chips gewesen. Der am Dienstag präsentierte Jahresgewinn war deutlich über den Erwartungen der Analysten ausgefallen.

Bankentitel gesucht

Abgesehen davon legen die Bankentitel von CS (+2,1%) sowie UBS (+1,0%) überdurchschnittlich zu. Und auch die schwergewichtigen Roche (+1,0) ziehen den Gesamtmarkt nach oben. Die Tochtergesellschaft Chugai hat in Japan eine Indikationserweiterung für das Medikament Xeloda gegen Magenkrebs beantragt. Novartis legen derweil um 0,6% zu.

Schindler (+0,4%) ziehen in etwa mit dem Durchschnitt an. Der Stellenabbau beim Lift- und Rolltreppenhersteller ist für Investoren keine grosse Überraschung. Das Unternehmen hatte am Vorabend den Abbau von 120 Stellen am Hauptsitz in Ebikon bekannt gegeben. Schindler legt den Fokus immer mehr auf Asien, wo das Geschäft mit Aufzügen und Rolltreppen unter anderem wegen der in die Höhe schiessenden Grossstädte boomt.

Nur knapp im Gewinnerfeld können sich Clariant (+0,2%) halten. Moody's senkte den Ausblick für das Rating des Spezialchemie-Konzerns auf "negativ" von zuvor "stabil". Als Grund wurden mangelnde Fortschritte beim Schuldenabbau im Zuge der Akquisition von Süd-Chemie im Jahre 2011 genannt.

Viel los ist am breiten Markt. So kommen die Jahresergebnisse von Adval Tech (+0,3%) und Bobst (+0,1%) besser an als jene von Bossard (-0,5%). Der DKSH-Konzern (+0,5%) kündigte an, dass der langjährige CEO Jörg Wolle im nächsten Jahr seinen Posten räumen und das Verwaltungsratspräsidium übernehmen wird. Logitech (+0,6%) bestätigte derweil im Vorfeld eines Investorentags die Ziele für das Gesamtjahr 2015/16. Mit Applaus bedacht wird eine Meilensteinzahlung bei Evolva (+3,5%).

(AWP)