Dominierendes Thema ist die Grossbank Credit Suisse, die nach einem durchwachsenen ersten Quartal ihren Sparkurs verschärft und noch mehr Stellen abbaut.

Die Vorgaben von der Wall Street sind eher als neutral einzustufen. Der Dow Jones Industrial schloss in etwa auf dem Niveau, als in Europa der Handel ausgeläutet wurde. Auch die Bewegungen an den Börsen in Südostasien hielten sich in Grenzen. Es sei nun zu erwarten, dass sich die Anleger in der Karwoche nun nach und nach aus dem Markt zurückziehen, hiess es. Von dem her sei mit einem relativ ruhigen Handel zu rechnen. Im Tagesverlauf werden am Nachmittag noch Konjunkturdaten aus den USA erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis 09.30 Uhr 0,85% auf 7'919,89 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, zieht um 0,74% auf 1'328,89 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,71% auf 8'404,40 Punkte an. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren 27 fester und nur drei im Minus.

Stellenabbau bei der CS

Nicht zur Ruhe kommt die Grossbank Credit Suisse. Im Gegenteil: Sie will in diesem Jahr 6'000 Arbeitsplätze abbauen, das sind 2'000 mehr als bisher geplant. Denn die Kosten sollen weiter sinken: Bis 2018 sollen mindestens 4,3 Mrd CHF eingespart werden, bislang war von 3,5 Mrd die Rede. Darüber hinaus will sie das Investment Banking stärker redimensionieren. An der Börse hielt die Euphorie nicht lange an - nach einem deutlichen Kurssprung zu Handelsbeginn liegen die CS-Papiere aktuell mit plus 0,9% im Markt.

Die Massnahmen der Credit Suisse kommen gerade zur rechten Zeit, meinen Analysten. Und das Geschäftsmodell des Investment Bankings werde mit der heutigen Ankündigung dem der UBS deutlich ähnlicher. Deren Papiere notieren 0,3% tiefer - offenbar finden hier Umtäusche statt. Julius Bär gewinnen 0,7%.

Bei den Versicherern fallen Bâloise mit einem deutlichen Abschlag um 1,5% auf. Die Papiere setzen damit ihren Abwärtskurs vom Vortag nach der Zahlenvorlage fort. Die Anleger nehmen es der Bâloise übel, dass die Dividende nicht erhöht wurde. Zuletzt hat JPMorgan sein Anlagevotum für die Valoren gesenkt. Die Branchenkollegen Swiss Life (+0,1%), Swiss Re (+0,8%) und Zurich (+0,4%) liegen besser im Rennen.

Verschiedene Zykliker werden zur Wochenmitte gekauft, wie etwa LafargeHolcim (+2,4%), Lonza (+1,4%), Givaudan (+1,5%) oder Sika (+1,2%). Für den Zementkonzern hat Exane BNP sein Kursziel zwar leicht gesenkt, das Rating "Neutral" aber bestätigt. Sika hatte einen Auftritt bei einer Investorenkonferenz von Kepler; das Management hat dem Vernehmen nach relativ zuversichtliche Signale ausgesandt.

Zu den grössten Verlierern hatten am Vortag unter dem Eindruck der Ereignisse in Brüssel die Aktien des Reise-Detailhändlers Dufry gezählt, die sich heute um 0,5% erholen. An der Kepler-Konferenz strich der Dufry-Finanzchef hervor, dass man im Flughafen Brüssel kein Exposure habe. Eine nachlassende Reisetätigkeit würde auch die Aktien von Richemont (+0,9%) und Swatch (+0,8%) treffen, die sich ebenfalls von den gestrigen Abgaben erholen.

Schwergewichte fest

Sehr fest zeigen sich zudem die schwergewichtigen Novartis (+1,0%), Roche (+0,9%) und Nestlé (+1,1%); auch sie zeigen eine Gegenbewegung zum Vortag.

Der grösste Teil des Newsflows entfiel aber wieder einmal mehr auf den breiten Markt. Mit Zahlen aufgewartet haben die Cham Paper Group (-1,6%), Crealogix (+0,6%), Cosmo (-1,4%), Metall Zug (+0,3%) und Warteck Invest (ungehandelt):

Zudem musste Lifewatch die bereits präsentierten Jahresergebnisse für 2015 nach unten korrigieren. Da die Sonderbelastung aber bereits seit Montag bekannt war und die Guidance für das laufende Jahr bestätigt wurde, steigen die Aktien des Telemedizin-Anbieters um 2,7%.

Die Valoren des Flughafens Zürich (+0,5%) zeigen sich weiter unbeeindruckt von den Geschehnissen in Brüssel.

(AWP)