Kommt hinzu, dass sich auch die Ölnotierungen nach den zuletzt starken Abgaben wieder etwas zu stabilisieren scheinen. Die wieder etwas freundlichere Stimmung an den Börsen weltweit gibt besonders Finanztiteln und Zyklikern starken Auftrieb.

Laut offiziellen Zahlen ist die chinesische Volkswirtschaft im vergangenen Jahr um 6,9% gewachsen. Damit sei das Wachstum zwar so gering wie seit 25 Jahren nicht mehr, doch die grosse Enttäuschung sei ausgeblieben, hiess es in einem Händlerkommentar. Böse Überraschungen oder gar die gefürchtete harte Landung sei ausgeblieben, meint auch ein Ökonom. Diese Nachrichten zur chinesischen Konjunktur beflügelten zunächst Aktienmärkte in Asien, ehe auch die europäischen Börsen zulegten. Nun warten die Anleger darauf, wie die Wall Street nach dem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende eröffnen werden.

SMI mit kräftigem Plus

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 12.05 Uhr 1,88% auf 8'251,20 Punkte und nähert sich damit dem im frühen Geschäft erreichten Tageshoch (8'270). Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 2,01% auf 1'236,37 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,84% auf 8'502,49 Punkte. Von den SMI/SLI-Titeln notieren alle im Plus.

Die Spitze bei den Schweizer Blue Chips haben Julius Bär (+4,7%) übernommen. Die Aktien werden von einer Kaufempfehlung aus dem Hause Berenberg getragen. Bei Berenberg hat ein neuer Analyst die Abdeckung von Julius Bär übernommen und dieser erhöhte im Rahmen einer Studie zu den Schweizer Privatbanken die Anlageempfehlung für den Vermögensverwalter auf "Buy". Die Bank würde die Konkurrenz fast in allen Messgrössen übertreffen, lautet sein Fazit.

Ungleich stark legen derweil die Grossbanken zu: Während UBS um 2,3% in die Höhe klettern, halten sich die Avancen der Credit Suisse mit 1,7% vergleichsweise im Rahmen. Weitere Impulse könnten die Quartalszahlen der US-Konkurrenten Morgan Stanley und Bank of America am frühen Nachmittag bereithalten.

Bei den Zyklikern sind die Chemiewerte von Clariant (+3,6%) weit oben in der SMI/SLI-Tabelle anzutreffen. Der Konzern hat einen Auftrag in China erhalten. Dieser beinhaltet die Erstellung einer Dehydrierungsanlage für Propan- und Butangas. Zum Auftragsvolumen wurden allerdings keine Angaben gemacht.

Daneben werden auch Titel wie jene von ABB (+3,3%), Givaudan (+3,2%) oder SGS (+3,0%) stark nachgefragt. Der Warenprüfkonzern SGS wird am (morgigen) Mittwoch traditionell die Berichtssaison der Schweizer Blue Chips eröffnen. Die stark von chinesischer Kundschaft abhängigen Luxusgüterhersteller Swatch (+3,2%) und Richemont (+1,9%) können sich, wie viele andere Titel auch, stark von den zuletzt erlittenen Kursverlusten erholen.

Dagegen haben die Anleger bei Galenica (+1,9%) die zunächst sehr starken Kursgewinne von 4% und mehr bis am Mittag eingegrenzt. Die im Gesundheitssektor tätige Gruppe wird am Donnerstag die Umsatzzahlen für das Jahr 2015 präsentieren und dabei voraussichtlich ein starkes Wachstum aufzeigen.

Syngenta (+0,3%) haben sich in die Gewinnzone vorgearbeitet, verbleiben aber am Schluss der Blue Chips-Tabelle. Konkrete News liegen zum Titel zwar nicht vor. Zuletzt hatten aber einmal mehr Übernahmegerüchte für einen volatilen Kursverlauf gesorgt.

Leclanché mit Kurssprung

Am breiten Markt schiessen Leclanché um knapp 15% in die Höhe. Der Westschweizer Batteriehersteller hat einen Auftrag aus Kanada für die Lieferung von Energiespeichern erhalten. Auch die Aktien des Biotech-Unternehmens Evolva (+12%) fallen auf. Das Unternehmen sieht sich mit dem kalorienfreien Stevia-Süssstoff "EverSweet" weiter im Plan. Am Vortag waren die Titel allerdings bei hohem Volumen um 18% eingebrochen.

Komax gewinnen 7,1% nach Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr. Die Herstellerin von Kabelverarbeitungsmaschinen hat mit Umsatz und Auftragseingang die Markterwartungen übertroffen. Die Aktien hatten bereits am Vortag um fast 5% angezogen. Bei den wenigen Verlierern büssen Aevis (-7,0%) prozentual am stärksten ein.

(AWP)