"Wenn man die Situation der italienischen Banken rational bewertet, gibt es keinen Grund, eine Krise in diesem Bereich zu fürchten", sagte Generaldirektor Salvatore Rossi der Deutschen Presse-Agentur. Die Aktienkurse vieler Institute waren seit Jahresbeginn extrem eingebrochen, die Krisenbank Monte dei Paschi die Siena hatte zwischenzeitlich sogar 40 Prozent verloren.

Daraufhin waren Befürchtungen laut geworden, die Probleme könnten eine neue Krise auslösen. Rossi gab zu, der Druck auf die Banken, die schon 2014 beim Stresstest schlecht abgeschnitten hatten, sei "sehr stark", jedoch auch durch internationale Faktoren ausgelöst worden. Die Turbulenzen basierten lediglich auf unbegründeten Ängsten und "Marktgerüchten". "Die italienischen Banken sind im Grossen und Ganzen solide und in der Lage, die Wirtschaft zu finanzieren", sagte er.

Sorgen machen Bankexperten vor allem die faulen Kredite in Höhe von 200 Milliarden Euro, unter denen Italiens Banken ächzen. Das Land verhandelt bereits seit längerem mit der EU-Kommission über eine Bad Bank als mögliche Lösung. "Die faulen Kredite sind das Erbe von vielen Jahren der Rezession, in der nach und nach viele Unternehmen in die Krise geraten sind und sich viele Familien bei den Banken verschuldet haben", meinte Rossi. "Dieses Erbe wird abgearbeitet und hilft der Erholung der Wirtschaft, die schon im Gange ist."

Diese schreitet allerdings im Vergleich zu anderen Euroländern nur langsam voran, 2015 lag das Wachstum bei gerade einmal 0,8 Prozent. Mit 134,6 Prozent der Wirtschaftsleistung hat Italien zudem die zweithöchste Staatsverschuldung in der EU. Regierungschef Matteo Renzi streitet darüber hinaus immer wieder mit der EU-Kommission über den Sparkurs des Landes und will das Haushaltsdefizit wieder anheben.

(AWP)