Laut dem amerikanischen Arbeitsmarktbericht wurden im Januar 243'000 neue Stellen ausserhalb der Landwirtschaft geschaffen, so viele wie seit neun Monten nicht mehr. Gleichzeitig fiel die Arbeitslosigkeit auf 8,3 Prozent und damit den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Ökonomen hatten lediglich mit 150'000 neuen Stellen gerechnet. Händlern zufolge deuten die Zahlen darauf hin, dass die weltgrösste Volkswirtschaft Fahrt aufnimmt.
SMI klettert über 6100 Zähler
Der SMI kletterte im Sog der US-Daten und notierte zum Handelsschluss um 1,5 Prozent fester bei 6150 Zählern. Vor Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten um 14.30 Uhr hatte sich der Leitindex unter 6100 Punkten bewegt. Der breite SPI war um 1,4 Prozent höher bei 5580 Zählern.
Im Mittelpunkt des Interesses standen die Aktien aus dem Banksektor. Im Steuerstreit mit der Schweiz haben die USA die Gangart nochmals verschärft klagen die Bank Wegelin wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung an. Es ist das erste Mal, dass eine Bank aus Übersee wegen Steuerhinterziehungen von US-Bürgern verklagt wird. Die amerikanische Regierung hat in diesem Zusammenhang auch bei der UBS 16 Millionen Dollar beschlagnahmt. Da Wegelin ausserhalb der Schweiz keine Filialen betrieb, nutzte sie die Dienste anderer Institute. UBS und Credit Suisse sowie zehn ausländische Institute müssen sich ausserdem auf eine Untersuchung der Schweizer Wettbewerbskommission wegen möglicher Kartellabsprachen zur Manipulation der Referenzzinssätze LIBOR und TIBOR gefasst machen.
UBS und CS legen zu
UBS und Credit Suisse steckten die Negativ-Faktoren allerdings weg und nahmen sich ein Beispiel an den europaweit festen Bankenwerten. Nach einem schwachen Start notierten UBS 3,5 Prozent höher und CS gewannen 2,7 Prozent. Einem Händler zufolge richten sich die Blicke der Anleger bereits auf in der kommenden Woche anstehenden Jahresabschlüsse. Diese dürften im Gegensatz zu den am Vortag vorgelegten enttäuschenden Zahlen der Deutschen Bank erfreulich ausfallen. Das Ergebnis der Deutschen Bank war stark von Sonderfaktoren beeinflusst, hiess es. Zudem sei das Frankfurter Geldhaus wesentlich stärker in Griechenland engagiert. Julius Bär hinkten mit einem Minus von 0,1 Prozent dem Sektor hinterher. Der Vermögensverwalter veröffentlicht das Jahresergebnis am Montag - Analysten rechnen mit einem stabilen Gewinn.
Auch Titel aus dem Versicherungssektor legten zu: Zurich Financial notierten 2,2 Prozent höher und Swiss Re legten 1,5 Prozent zu.
Unter den Defensiven rückten Roche 2,6 Prozent vor und machten die Verluste der vergangenen Tage damit teilweise weg. Novartis und Nestlé stiegen um je 0,7 Prozent.
Bei den Nebenwerten kletterten die Aktien von Autoneum, der frühere Fahrzeugteile-Sparte von Rieter, um 1,2 Prozent. Das Unternehmen wies für das abgelaufene Geschäftsjahr aufgrund des starken Frankens zwar einen kaum veränderten Umsatz von 1,72 Milliarden Franken aus. In Lokalwährungen resultierte allerdings ein Erlösplus von 15 Prozent - deutlich mehr als das Wachstum in der globalen Autoindustrie.
Die Aktien der Bankensoftware-Firma Temenos schnellten nach Bekanntwerden von Fusionsgesprächen mit dem britischen Konkurrenten Misys 15,7 Prozent hoch. "Die Gespräche dauern an, aber es gibt keine Gewissheit, dass das Geschäft wirklich zustande kommt oder wie die Konditionen sein werden", erklärte Misys.
(Reuters)

