Der Versicherungskonzern Zurich Financial Services hat 2011 trotz hoher Schadenzahlungen für die verheerenden Naturkatastrophen unter dem Strich mehr verdient. Der Nettogewinn von Zurich betrug 3,77 Milliarden Dollar. Im Vorjahr betrug der Gewinn 3,43 Milliarden Dollar. Analysten hatten für 2011 im Schnitt allerdings mit einem Reingewinn von etwa 4 Milliarden Dollar gerechnet.

Den Aktionären wird eine unveränderte Dividende von 17 Franken pro Aktie ausbezahlt. "Das Ergebnis überzeugt nicht ganz", sagte ein Börsenhändler. "Die Aktien hatten einen guten Lauf und für weitere Kursgewinne reicht auch die Dividende nicht", sagte ein Händler zu Reuters.

Die Aktie von Zurich verliert am Donnerstag an der SIX 2 Prozent. Zuvor hatte sie seit August um etwa einen Drittel zugelegt und zählte damit zu den besten Performern im Swiss Market IndexMonaten.

Rückstufung der Aktie

"Die Aktienbewertung ist mittlerweile angestiegen und mit dem Abgang der hohen Dividende im April 2012 wird der Aktienkurs wie letztes Jahr voraussichtlich wieder eine Verschnaufpause einlegen", schreibt die Zürcher Kantonalbank in einer Notiz. Die Analysten nehmen ihre Einstufung auf "Marktgewichten" zurück.

"Unsere Politik ist, eine attraktive Dividende zu zahlen. Wir werden diese Politik auch in Zukunft nicht ändern", versicherte Konzernchef Martin Senn am Donnerstag. Eine Prognose gab Zurich wie üblich nicht, sieht sich in einem als schwierig eingestuften Umfeld aber gut positioniert. Wachsen will der Konzern in erster Linie organisch. Sollte sich Gelegenheit für einen Zukauf ergeben, würde dies geprüft, erklärte Senn.

Europas drittgrößter Versicherer bewies im Vorjahr ein glückliches Händchen mit Absicherungsgeschäften, Anteilsverkäufe spülten Geld herein und anders als 2010 fielen keine Abschreibungen und Vergleichskosten an. So konnte eine außergewöhnlich hohe Schadenlast mehr als wettgemacht werden: Die Zahlungen für die Erdbeben in Japan und Neuseeland, die Überschwemmungen in Thailand und andere schwere Naturkatastrophen summierten sich auf eine Milliarde Dollar.

Beobachtung der Peripherieländer in der Eurozone

"Das ist zweimal höher als letztes Jahr und dreimal so hoch wie der Durchschnitt der letzten zehn Jahre", sagte Senn. Die Sachversicherung, die rund zwei Drittel des Geschäfts ausmacht, arbeitete deswegen weniger rentabel: Der Schadenkostensatz stieg um 0,9 Prozent auf 98,8 Prozent. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind die Schäden und Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Die Prämieneinnahmen stiegen leicht auf 47,75 Milliarden Dollar. Dabei kam Zurich auch die Schwäche der Konzernwährung Dollar zugute - dadurch erhöhen sich Einnahmen aus anderen Währungsräumen.

Zurich beobachtet nach eigenen Angaben genau, wie sich die Anlagen in Staatsanleihen von Peripherieländern der Eurozone entwickeln. Pläne, diese Papiere gezielt abzubauen, gebe es aber nicht, sagte Senn. Der Konzern hält 10,9 Milliarden Dollar seiner insgesamt 194 Milliarden Dollar Anlagen in Anleihen hoch verschuldeter Euro-Staaten.

Europas größter Versicherer Allianz will seinen Jahresabschluss am 23. Februar veröffentlichen. Der deutsche Konzern hat seinen Aktionären einen operativen Gewinn von 7,5 bis 8,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt nach 8,2 Milliarden 2010.