Der frühere US-Politiker und Goldman-Sachs-Manager führt die Institution, die für 187 Länder arbeitet, seit Mitte 2007 an. Mögliche Kandidaten für seine Nachfolge sind US-Außenministerin Hillary Clinton und der frühere Wirtschaftsberater der US-Regierung, Larry Summers.
Die Spitze der Weltbank wird nach ungeschriebenen Gesetzen von einem US-Bürger besetzt, der IWF von einem Europäer. Allerdings drängen Schwellenländer - zuletzt bei der Vergabe des IWF-Chefsessels - auf eine Besetzung der Spitzenposten. Staaten wie Brasilien und China dürften sich daher nun erneut zu Wort melden. Brasiliens Finanzminister Guido Mantega betonte am Mittwoch bereits, die Nationalität sollte keine Rolle bei der Auswahl des nächsten Präsidenten spielen. Zugleich räumte er ein, es sei wahrscheinlich, dass erneut ein Amerikaner den Posten einnehmen werde.
Oxfam-Beraterin Elizabeth Stuart betonte, dass die Art und Weise, wie der Präsident ernannt werde, geändert werden müsse. "Die Bank agiert nur in Entwicklungsländern, deswegen würde es jedem Kandidaten, der nicht von einer Mehrheit dieser Länder unterstützt wird, an Legitimität fehlen." Die US-Regierung wollte sich am Mittwoch nicht zu der Nachfolge äußern.
Zurück in die Politik?
Der Republikaner Zoellick könnte nach Einschätzung von Experten ins Weiße Haus wechseln, sollte sich ein Parteifreund bei der US-Wahl Ende 2012 im Rennen gegen Präsident Barack Obama durchsetzen. Zoellick hatte als Weltbank-Präsident seinen Fokus auf die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise gelegt und in dem Zusammenhang vor sozialen Unruhen in den ärmsten Ländern gewarnt. Erst jüngst hatte er die Bundesregierung aufgefordert, die Führung bei der Lösung der Schuldenprobleme in der Euro-Zone zu übernehmen.
Kernaufgabe der Weltbank ist die Förderung ärmerer Länder. Direkt ist die Institution zwar nicht für die Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise verantwortlich. Allerdings sieht sie eine zentrale Aufgabe darin, mit Finanzhilfen in ärmeren Ländern die Folgen der Krise abzufedern. Diese leiden unter der Haushaltsmisere in den großen Volkswirtschaften - etwa durch ausbleibende Geldzuflüsse aus Ländern, die in das Visier der Finanzmärkte geraten sind.
Die UN-Sonderorganisation unterhält mehr als 100 Länderbüros und hilft mit rund 1800 Projekten - von der Vergabe von Mikrokrediten in Bosnien und Herzegowina über Wiederaufbauprogramme nach Erdbeben bis hin zur Förderung von Schulbildung in Bangladesch.
(Reuters)
