Der Fonds, seinen Managern zufolge der erste seiner Art, strebt eine jährliche Rendite von bis zu 17 Prozent an, indem er auf steigende Preise für alte und seltene Single Malt Whiskys setzt. Die Manager kaufen Whiskys, um sie später mit Gewinn zu verkaufen; sie hoffen auf Wertsteigerungen in den verbleibenden Jahren der siebenjährigen Laufzeit des Fonds.

Die Gewinne werden an die Investoren ausgeschüttet. 37 Personen sind an dem Fonds beteiligt. Zur Sammlung des Fonds’ gehört eine Einzelflasche eines 60 Jahre alten Malt-Whiskys der Brennerei Macallan in Schottland, die mit 200'000 Dollar bewertet ist. "Im schlimmsten Fall, wenn wir einen Teil des Whiskys nicht verkaufen können, dann werden wir 37 eine verdammt gute Party feiern", sagt Investor Ted Hodgkinson, ein Geschäftsmann aus Hongkong.

Der Verkauf eines Teils der Sammlung hat bereits begonnen, und die Erlöse werden für die erste Dividendenausschüttung verwendet. "Wir hoffen, wir können die Dividende in den nächsten drei Monaten verkünden; wir streben fünf bis zehn Prozent an", sagt Platinum CEO Rickesh Kishnani  "Unsere Zielrendite für die Investoren ist netto 15 Prozent bis 17 Prozent pro Jahr."

Bislang hat der Fonds neun Mio. Dollar seines Zielkapitals von zehn Mio. Dollar eingeworben. Rund sechs Mio. Dollar hat er für über 7000 Flaschen ausgegeben. Die Bewertung der Sammlung wird alle sechs Monate von einem unabhängigen Gutachter durchgeführt. 

Mindesteinlage beträgt 250'000 Dollar - mit Ausnahmen

Die letzte Bewertung fand am 1. Januar statt, als gut 4,4 Mio. Dollar für 7861 Flaschen investiert worden waren, weitere 1,5 Mio. Dollar wurden seitdem ausgegeben. Die Sammlung wurde mit über 5,6 Mio. Dollar bewertet, ein Wertzuwachs von rund 26 Prozent. Investmentchef David Robertson, ehemaliger Brennmeister bei Macallan, ist für die Käufe verantwortlich. Bislang kamen alle Flaschen von Privatsammlern. Die Manager kaufen nicht auf Auktionen. 

"Wir kaufen keine aktuellen Flaschen, wir sehen darin kein Wertpotenzial. Wir konzentrieren uns lieber auf alte und seltene Malt-Whiskys", erklärt Robertson.

Der Fonds ist auf den Cayman Islands registriert und wird von SinoPac Solutions and Services verwaltet. Die Investoren zahlen eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent, ein weiteres Prozent für Lager- und sonstige Kosten und eine Performancegebühr von 20 Prozent auf die Verkaufsgewinne. 

Die meisten der Investoren leben in Hongkong, einige in Singapur, Taiwan und den USA. Die Mindesteinlage beträgt 250'000 Dollar, doch in einigen Fällen verzichtete der Fonds auf diese Anforderung. Hodgkinson hatte eine Reihe von konventionellen Investments getätigt, bevor er sich im September 2014 an dem Fonds beteiligte.

Zwischen 13'000 und 15'000 Flaschen gekauft

"Es war ein Diversifizierungselement, um von Aktien und so wegzukommen. Das andere Argument war, dass es hier viel weniger Volatilität gibt als am Aktienmarkt", sagt er. "Wir haben hier praktisch ein Investment über sieben Jahre mit Dividendenzahlungen über wahrscheinlich fünf Jahre hinweg und einem Ausstieg am Ende. Für mich bietet das viel mehr Sicherheit als am Aktienmarkt. Wenn es ausgleichend wirkt, dann nimmt es hoffentlich einige Schwankungen aus dem gesamten Investmentportfolio."

Kishnani hofft, dieses Jahr die Kapitaleinwerbung abzuschließen, indem er neue Investoren gewinnt und zusätzliche Mittel von bestehenden hereinholt. Auch die Einkäufe sollen bis Jahresende abgeschlossen sein; er erwartet, dass der Fonds bis dahin zwischen 13'000 und 15'000 Flaschen gekauft hat.

Das älteste Stück in der Sammlung ist eine Flasche Highland Park aus Schottland, die 1902 gebrannt wurde und mit mehr als 7000 Dollar je Flasche bewertet wird. Desweiteren gibt es einen Glenfiddich, der 1937 destilliert wurde und 64 Jahre im Fass reifte, bevor er in die Flasche gefüllt wurde - dieser wird auf 85'000 Dollar je Flasche geschätzt. 90 Prozent der Flaschen stammen aus Schottland, der Rest aus Japan. 

Die Preise für Single Malt Whiskys bei Auktionen sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Ein Index von Rare Whisky 101, einem Unternehmen, das Daten für Sammler und Investoren liefert, beobachtet die Preise für die tausend Flaschen mit der besten Entwicklung. Demnach haben sich die Preise seit 2008 mehr als verdreifacht. Ein knappes Angebot und eine steigende Nachfrage aus Asien, vor allem aus Taiwan, haben zum Preisanstieg beigetragen. 

Dennoch können Whiskyinvestoren nicht sicher sein, dass sie ihr Geld auch zurückbekommen — Rare Whisky 101 veröffentlicht auch einen Negativindex für Flaschen, die an Wert verloren haben. 

(Bloomberg)