Dass der erste Staatsbesuch des neuen deutschen Staatsoberhaupts ausgerechnet in die Schweiz führt, hat nicht in erster Linie mit dem Stellenwert zu tun, den die Eidgenossenschaft in Deutschland einnimmt. Vielmehr war der Besuch bereits mit Wulffs Vorgänger Horst Köhler vereinbart gewesen - und Wulff übernahm den Termin.

In einem Sonderzug fahren die Gäste aus Deutschland am Mittwoch mit Bundespräsidentin Doris Leuthard nach Bern, wo Wulff mit militärischen Ehren empfangen wird. Anschliessend stehen ein gemeinsames Gespräch und ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern auf dem Programm, wie der Internetseite des deutschen Staatsoberhaupts zu entnehmen ist.

Am zweiten Tag führt die Reise zunächst nach Lausanne, wo Wulff die Eidg. Technische Hochschule (EPFL) besuchen wird. In der Universität Zürich nimmt er später an einer Podiumsdiskussion teil.

Enge Beziehungen - ungelöste Probleme

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz. In den Grenzregionen des Oberrheins und des Bodensees gehört eine intensive Zusammenarbeit zum Alltag, und die über 250'000 Deutschen in der Schweiz sind hinter den Italienern mittlerweile zur zweitgrössten Ausländergruppe angewachsen.

Entsprechend pflegt die Schweiz die bilateralen Beziehungen auf Regierungsebene: In ihrem Präsidialjahr hat sich Leuthard bereits zweimal mit Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen. Zudem hatte Aussenministerin Micheline Calmy-Rey im Dezember ihren Amtskollegen Guido Westerwelle zu Arbeitsgesprächen empfangen.

Dass nun auch der Bundespräsident nach Bern kommt, freut die Schweiz: «Wir deuten das als ein positives Zeichen des Interesses und der Absicht, an höchster deutscher Stelle die Beziehungen mit der Schweiz zu pflegen», sagte der Schweizer Botschafter in Berlin, Tim Guldimann.

(SDA)