Dass cash-Guru Fredi Herbert im Börsen-Talk kein Blatt vor den Mund genommen und die Devisenpolitik der Schweizerische Nationalbank (SNB) scharf kritisiert hat, hat bei cash-Lesern grosses Echo hervorgerufen. In der Mehrheit sind sich die Kommentatoren einig: Die SNB muss zumindest die Einführung von Negativzinsen für ausländische Frankeninvestitionen prüfen und kommunizieren.

"Spekulanten und Händler müssen verunsichert werden", schreibt Alessandro Meier. Dass die SNB "nicht mal die Kommunikationswaffe eingesetzt" hat, sondern viel zu früh mit Euro-Käufen die Währung stützen wollte, wird von diesem Leser besonders kritisiert. "Diese Herren scheinen wenig Ahnung von Marktpsychologie zu haben." Höchst grenzwertig sei die Ankündigung gewesen, dass die SNB quasi unbeschränkt Euro kaufen könne, schreibt Hans Meier. Selten habe er eine schlechter gemanagte Intervention gesehen.  

Auch der jüngste Auftritt des SNB-Direktoriums liess Cleverness vermissen, wie Walter Laubscher kritisiert. "Die Selbstherrlichkeit der SNB macht Angst." Wiederholt rede das Direktorium den Franken immer höher, so Laubscher.

Kritik an Kommunikationspolitk von allen Seiten

Die Kritik an der Kommunikationspolitik der SNB ist nicht neu. Schon der frühere KOF-Leiter Bernd Schips mahnte die SNB im Dezember, sie solle doch vermehrt vor den Risiken einer Spekulation auf einen stärker werdenden Franken warnen. Denn der Franken könne im Prinzip keine Reservewährung sein. Die SNB solle zu einer "Open mouth"-Policy wechseln und beispielsweise auch die Rolle der Schweizer Grossbanken bei den Devisenspekulationen thematisieren.

"Nur schon die Ankündigung von Negativzinsen würde den Franken beträchtlich schwächen", ist cash-Leser Paul Bütikofer überzeugt. Andere würden weiter gehen und mit den Negativzinsen ernst machen. "Es bleibt nichts anderes übrig , als wieder Negativzinsen oder eine Steuer beim Kauf von Franken einzuführen", schreibt Helen Hasler.

Vom zweiten Rezept gegen die weitere Frankenaufwertung, der Koppelung der Schweizer Währung an den Euro, wie es jetzt wieder von der SP gefordert wird, halten die cash-Leser dagegen nicht viel. Dabei hatte die Nationalbank anno 1978 bereits einmal zu dieser Massnahme gegriffen und den Franken an die D-Mark gekoppelt. Negativzinsen auf ausländischen Frankenguthaben sowie ein Verbot an die Banken, ausländische Gelder in Schweizer Werten anzulegen, hatte in den Jahren zuvor auf die Aufwertung des Frankens keine nachhaltige Wirkung gezeigt.