Im Schweizer Leitindex Swiss Market Performance gehören die Banken zu den schlechtesten Aktien: Julius Bär verloren seit Jahresbeginn 32 Prozent, UBS büssten 33 Prozent ein und die Credit Suisse erlitt einen Kurssturz von fast 40 Prozent. Damit bewegen sie sich unweit von mehrjährigen Tiefstständen.
Betrachtet man allerdings die Bankentitel im europäischen Kontext, sieht die Lage deutlich anders aus: Mit Ausnahme der Credit Suisse schnitten die Schweizer Banken sogar leicht überdurchschnittlich ab. Der Bloomberg-Banken-Index sackte seit Januar 34 Prozent ab. Das Schlusslicht, der Banco Comercial Português, stürzte fast 64 Prozent ab. Nur wenig besser performte die schlechteste Bank Deutschlands: Die Commerzbank büsste in fast neun Monaten 62 Prozent ein.
Hedgefonds drückten Kurse zusätzlich
Der Grund für diese Kursstürze sind bekannt: Die Euro-Krise, die gehaltenen Anleihen aus den krisengefährdeten PIIGS-Staaten sowie das allgemein gesunkene Vertrauen in Finanzinstitute haben die Kurse abbröckeln lassen.
Zusätzlichen Druck auf die Kurse von europäischen Banken übten Hedgefonds aus. Um Euro-Positionen zu hedgen, wurden Leerverkäufe in Bankentitel aus der Eurozone getätigt.Das heisst, dass in den aktuellen Preisen schon viel Negatives eingepreist ist. Sollte sich die Lage um den Euro in der nächsten Zeit entschärften, ist eine massive Erholungsbewegung zu erwarten.
CDS als Ausfall-Indikator
Allerdings sollten Anleger nicht blind gefallene Bankenaktien kaufen. Als zusätzlicher Indikator für den Zustand einer Bank kann die Kreditausfallversicherung CDS (Credit Default Swap) herbeigezogen werden. Je mehr für einen CDS bezahlt werden muss, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein sogenanntes Kreditereignis (wie Zahlungsunfähigkeit, Insolvenz oder Nichtzahlung.
Die höchsten Preise für Kreditausfallversicherungen werden derzeit für die Banken Unicredit, Société Générale, Royal Bank of Scotland oder die spanische BBVA bezahlt (siehe Tabelle). Viel besser stehen hingegen die UBS, Credit Suisse, die Deutsche Bank oder BNP Paribas da. Allerdings ist die Gefahr, dass auch die gut positionierten Banken von einem etwaigen Konkursfall Griechenlands noch weiter in die Tiefe gerissen werden, erheblich.
Die 10 besten Banken 2011 (Januar - September)
| Bank | Performance |
| Banco Intercontinental Español, Madrid | -7,6% |
| Banco Sabadell, Sabadell (Spanien) | -11,8% |
| Banca Popolare di Sondrio | -12,3% |
| ICAP, London | -12,7% |
| Banca Carige, Genua | -12,7% |
| Banco Popular Español, Madrid | -13,3% |
| Mediobanca, Mailand | -15,2% |
| Caixabanca, Barcelona | -15,4% |
| Pohjola Bank, Helsinki | -15,7% |
| HSBC, London | -20,6% |
Quelle: Bloomberg, 21. September 2011
Die 10 schlechtesten Banken 2011 (Januar - September)
| Bank | Performance |
| Banco Comercial Português, Lissabon |
-63,5% |
| Commerzbank, Frankfurt am Main | -61,5% |
| UBI Banca, Bergamo | -58,6% |
| Société Générale, Paris | -56,9% |
| Unicredit, Mailand | -54,2% |
| Banco Popolare SC, Verona | -50,9% |
| Crédit Agricole, Paris | -50,2% |
| Danske Bank, Kopenhagen | -49,9% |
| National Bank of Greece, Athen | -48,9% |
| BNP Paribas, Paris | -47,9% |
CDS von Banken
| Bank | Aktuell | Ende 2010 |
| Unicredit | 480 | 192 |
| Société Générale | 380 | 159 |
| Royal Bank of Scotland | 375 | 212 |
| BBVA | 330 | 268 |
| Santander | 320 | 250 |
| BNP Parisbas | 280 | 112 |
| Deutsche Bank | 200 | 103 |
| UBS | 200 | 100 |
| Credit Suisse | 200 | 100 |
| HSBC | 135 | 85 |

