Seit gut drei Monaten wird wieder eine Fantastic-Aktie an der Frankfurter Börse gehandelt. Fantastic? Dieser Name lässt den geneigten Investor an frühere Zeiten erinnern: Um die Jahrtausendwende wurde die gleichnamige Zuger Software-Firma am Neuen Markt in Frankfurt auf eine Börsenkapitalisierung von 10 Milliarden Franken hochgejubelt. 

Die Erfolgsgeschichte dauerte jedoch nur kurz. Nach dem Platzen der Internet-Blase scheiterte auch das Unternehmen von Peter Ohnemus. Zurück blieben Anleger, die mit Fantastic viel Geld verloren hatten, sowie ein Börsenmantel, der zum Verkauf stand. 

Genau diesen krallte sich die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Corporate Equity Partners, um möglichst schnell an die Börse gehen zu können. Domiliziert ist die Firma in einem Zuger Briefkasten, Büros sucht man vergebens, und auch das Management bereibt das Geschäft nicht vollamtlich. Und bereits unter dem alten Namen sorgte die Firma unter der Leitung des Deutschen Oliver Krautscheid für keine grossen Würfe. Erst diesen Frühling zeigte Corporate Equity Partners ein erstes Lebenszeichen: Sie ging eine Beteiligung am unbekannten französischen Mode- und Accessoire-Hersteller Sicara ein. 

Während Jahren praktisch inaktiv

Zuvor war die Firma während Jahren praktisch inaktiv geblieben, die Verwaltungsräte kassierten dennoch ansehliche Honorare, die zudem von Jahr zu Jahr erhöht wurden – und gleichzeitig sackte der Aktienkurs ins Bodenlose ab. Alleine 2011 fiel der Aktienkurs um 70 Prozent, seit 2008 beträgt der Verlust gar 99 Prozent.  

Diese rekordnegative Performance rief Anfang 2012 einmal mehr den Deutschen Schutzverband für Wertpapierbesitzer (DSW) auf den Plan. In der jährlich erscheinenden Rangliste "der grössten Kapitalvernichter Deutschlands" belegte Corporate Equity Partners wie in den letzten beiden Jahren einen Spitzenplatz. 

Nur wenige Monate später ergriff die Firma die Flucht nach vorne. An der ordentlichen Generalversammlung beschloss die Hauptaktionärin Global Derivative Trading aus Deutschland, die alleine fast 85 Prozent aller Aktien hält, die Umfirmierung in The Fantastic Company. Dieser Entscheid wurde lediglich per Pflichtmeldung an die Börse bekanntgegeben. Auf der Homepage von Corporate Equity Partners sucht man indes einen solchen Hinweis vergebens.

Aktie setzt Kurssturz fort

Pikant: Noch im April hatte ein Firmenvertreter in einem längeren Hintergrundgespräch mit cash festgehalten, dass beim damaligen Kauf des Börsenmantels bewusst auf die Übernahme der Bezeichnung Fantastic verzichtet wurde. Der Name sei in Anlegerkreisen negativ behaftet, so die Erklärung. 

Gerne hätte cash von Verwaltungsratspräsident Krautscheid erfahren, was das Unternehmen nun doch zur Rückkehr zum ehemaligen Firmennamen bewegt hat. Trotz zweimaliger schriftlicher Anfrage erhielt cash von Krautscheid, der auf dem Videokanal Youtube von unzufriedenen Aktionären in einem kurzen Filmchen angefeindet wird, keine Antwort. 

In der Zwischenzeit setzt die Aktie ihren Kurssturz fort – wie damals vor acht Jahren. Alleine seit Juni hat der Titel weitere zwei Drittel seines Werts verloren und kostet nun noch gerade 1,4 Cents.