Um auf Nummer sicher zu gehen, hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) den offiziellen Ausgabetermin von Ende 2012 auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Nationalbank will den neuen Emmissionstag erst bekanntgeben, sobald der erste Notenwert ausgabebereit ist.
Die SNB begründet die neuerliche Verzögerung mit "unvorhersehbaren Problemen bei neuen Zulieferelementen", wie SNB-Sprecher Walter Meier auf Anfrage von cash mitteilte. Bereits 2011 hatte die SNB den Ausgabetermin verschieben müssen, weil Sicherheitsmerkmale weiterentwickelt und verbessert werden mussten. Offenbar hat dies zu neuerlichen Problemen geführt. "Es werden nun bei den Sicherheitsmerkmalen Verfahren angewendet, die zum Teil noch nicht sehr erprobt sind", so Meier weiter.
Verzögerung hatte sich bereits im Dezember angekündigt
Das bestätigt auch Orell-Fuessli-Gruppe, die mit dem Druck der neuen Banknoten beauftragt worden war. "Wir sind mit unseren Unterlieferanten daran, das Verfahren zu optimieren. Es handelt sich quasi um ein Feintuning", sagte CEO Michel Kunz.
Orell Füssli hatte bereits im Dezember mit einer Gewinnwarnung eine Produktionsverzögerung der neuen Banknoten publik gemacht. Ursprünglich hätte der Druck im vierten Quartal 2011 beginnen sollen, um Ende Februar 2012 die Produktion abschliessen zu können.
Neudruck der alten Banknoten
Dennoch hat der Entscheid, den Druck zu verschieben, für Orell Füssli keine finanziellen Auswirkungen. "Die SNB hat uns beauftragt, als Ersatz die heutigen Banknoten zu drucken, damit der Nachschub gewährleistet bleibt", sagt Kunz. Auch die SNB bestätigt, dass die einwandfreie Versorgung der Wirtschaft mit Banknoten jederzeit gewährleistet sei. Ursprünglich wollte die SNB auf einen Neudruck der existierenden Serie verzichten, die 1995 in Umlauf gesetzt worden war.
Derzeit sind über 325 Millionen Banknoten im Wert von 47 Milliarden Franken im Umlauf. Die am meisten benützte Banknote ist die 100-Franken-Note (84 Millionen Stück), gefolgt von der 20-Franken-Note (72 Millionen) und 10-Franken-Note (66 Millionen).
Künftig kleinere Banknoten
Es ist vorgesehen, zunächst die 50-Franken-Note der neuen Serie in Umlauf zu bringen, gefolgt von der 20-Franken-Note. Die weitere Abfolge ist noch nicht geklärt. Die SNB wird zu einem späteren Zeitpunkt darüber entscheiden.
Die Farbgebung und Staffelung wird von der heutigen Serie übernommen, allerdings fällt die Grösse etwas kleiner aus. Auf die Darstellung lebender oder historischer Personen wird künftig verzichtet, da solche Motive den Währungshütern als zu wenig zeitgemäss erscheinen.
Gedruckt wird übrigens nicht der Vorschlag des Wettbewerbssiegers von 2005, sondern der Entwurf der zweitplatzierten Graphikerin Manuela Pfrunder. Ihr Konzept hatte in einer zweiten Begutachtungsrunde nach Ansicht der SNB sich als besonders geeignet für die Realisierung erwiesen, auch im Hinblick auf die Sicherheitsmerkmale.

