Investoren wurden in den vergangenen Jahren mit Kursgewinnen ihrer Aktien oftmals nicht verwöhnt. Umso willkommener waren deshalb Dividenden, die Unternehmen ihren Aktionären ausschütteten. Dies lässt sich beim Schweizer Aktienmarkt eindrücklich zeigen. Der Swiss Market Index (SMI), der grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz, hat in den vergangenen zehn Jahren 1.5% gewonnen. Berücksichtigt man jedoch die Dividendenzahlungen der im Index vertretenen Unternehmen, so ergibt sich ein anderes Bild. Der SMI mit Dividenden Korrektur (SMIC) weist in derselben Periode eine Performance von 32.0% auf. Über drei Jahre betragen die Werte 12.3% für den SMI und 24.0% für den SMIC. Es ist offensichtlich, dass Dividenden für die Gesamtrendite von Aktien mitentscheidend sind. Und dies ist keine Schweizer Besonderheit. So hat der Weltaktienindex (MSCI World in US-Dollar) seit Ende 1969 jährlich 9.3% zugelegt. Rund ein Drittel dieser Performance geht auf das Konto der Dividenden.
Tiefe Zinsen, attraktive Dividenden
Dividendenausschüttungen erscheinen auch angesichts rekordtiefer Zinsen als interessant. So rentieren zehnjährige eidgenössische Anleihen noch rund 0.6%. Dagegen heben sich bekannte Schweizer Blue Chips wie Swisscom mit einer Dividendenrendite von 5.8% deutlich ab. Auch die beiden Pharmaunternehmen Roche und Novartis weisen eine Dividendenrendite von je über 4.0% auf. Dividendenrenditen in dieser Höhe ziehen das Interesse breiter Anlegerkreise auf sich. Entsprechend finden Dividendenstrategien Zuspruch, die gezielt in Aktien von Unternehmen investieren, die sich durch eine aktionärsfreundliche und langfristig ausgerichtete Dividendenpolitik auszeichnen. Solche Unternehmen werden Dividendenperlen genannt.
So einfach das Konzept der Dividendenstrategie klingt, so anspruchsvoll ist die Umsetzung. Denn es reicht nicht aus, einfach in eine Anzahl Aktien zu investieren, die derzeit aktuell die höchsten Dividendenrenditen aufweisen. Denn die Dividendenrendite als Ergebnis von historischer oder erwarteter Dividende geteilt durch den Aktienkurs kann durch einen stark gefallenen Aktienkurs hoch erscheinen. Daraus zu schliessen, der Titel wäre eine gute Investition, wäre falsch. Im Gegenteil: der Kurs der Aktie ist normalerweise gefallen, weil das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt oder sich seine Zukunftsperspektiven eingetrübt haben und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Dividende in der erwarteten Höhe oder überhaupt ausgeschüttet wird. Die Herausforderung bei der Dividendenstrategie lautet deshalb: Wie lassen sich echte Dividendenperlen ausfindig machen und vermeintliche meiden?
Die Antwort: Es braucht dafür einen Anlageprozess, der Unternehmen auf Herz und Nieren prüft und darauf ausgerichtet ist, das zukünftige Dividenden-Potenzial eines Unternehmens und damit seine Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Gesundheit zu bewerten. Ein solcher Prozess berücksichtigt bei der Analyse beispielsweise die stabile oder positive Prognose für die Dividendenrendite, die Bilanz- und Gewinnqualität oder die Stabilität der Dividendenzahlungen in der Vergangenheit.
Solider Anlageprozess ist entscheidend
Das systematische Eruieren von Qualitätstiteln ist unseres Erachtens der richtige Ansatz bei der Implementierung von Dividendenstrategien. Dabei kommt ein aktives Management zum Tragen, das systematisch danach strebt, echte von falschen Dividendenperlen zu unterscheiden. Privatanleger setzen eine Dividendenstrategie häufig um, indem sie sich einige Titel von Substanzwerten - oft aus Sektoren wie Nahrungsmittel, Energie, Pharma oder Telecom - ins Portfolio legen. So viel Charme es hat in einige wenige Titel zu investieren, die man zu kennen glaubt, so ist doch davon abzuraten. Falls sich nur einer dieser Titel nicht gut entwickelt, ist der negative Einfluss doch oft beträchtlich. Es empfiehlt sich deshalb, auf eine gut diversifizierte Anlagelösung – etwa in Form eines Fonds – zu setzen, bei der ein professionelles Portfoliomanagement in 20 bis 100 unterschiedliche Titel investiert, diese Aktien permanent überwacht, sie bei Bedarf durch neue Aktien ersetzt und damit das Risiko erheblich minimiert.
Der Zeitpunkt, um in dividendenstarke Aktien zu investieren, scheint für Investoren mit entsprechendem Risikoprofil günstig zu sein. Zahlreiche Substanzwerte weisen sehr grosse Barreserven auf, was ihre Dividendenfähigkeit auch in den kommenden Jahren als verhältnismässig sicher erscheinen lässt. Dies ist im Umfeld tiefer Zinsen in Europa wie auch in der Schweiz besonders interessant. Qualitätsorientierte Dividendenstrategien eignen sich derzeit für Anleger, die sich einen Einkommensstrom erschliessen wollen, aber mit einem Aktienrisiko und den damit verbundenen Kursschwankungen leben können.
Sämtliche Fonds von UBS finden Sie auf www.ubs.com/fundsgate
Von echten und falschen Dividendenperlen
Dividenden werden oft unterschätzt, sind jedoch ein entscheidender Treiber der Aktienperformance. Angesichts tiefer Zinsen und unsicherer Märkte erscheinen Anlagestrategien attraktiv, die auf dividendenstarke Titel setzen.

