Enron, Hypo Real Estate, Lehmann Brothers - bei der Veröffentlichung der Geschäftsberichte taten die veranwortlichen Manager vor der Pleite vor zwei Jahren so, als ob alles in bester Ordnung wäre.
In Zukunft soll es laut einem Artikel von «Spiegel Online» möglich sein, geschönte Unternehmenszahlen der Firmenchefs zu entlarven: Zwei Wirtschaftsprofessoren der US-Eliteuniversität Stanford haben anhand von 30`000 Mitschriften Telefonkonferenzen von Unternehmen in den Jahren 2003 bis 2007 ausgewertet und bestimmte Codes aufgespürt, mit denen die Manager der Lüge überführt werden können.
Irreführende Redefloskeln
Die beiden Wirtschaftsprofessoren haben herausgefunden, dass die Konzernverantwortlichen gerne das Wort «wir» statt «ich» verwenden, wenn sie unwahre Aussagen zum Verlauf des Unternehmens machen. Plattitüden wie «Jeder von uns weiss», ist der US-Studie zufolge auch ein Zeichen, dass die folgenden Aussagen mit Vorsicht zu geniessen sind.
Ein weiteres Indiz für unwahre Äusserungen ist es, wenn Manager bei der Präsentation ihrer Zahlen besonders viele Wörter verwenden, die stark mit Emotionen arbeiten. Als Beispiel nannte die Studie die Vorlage der Zahlen der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008, die wenige Monate vor dem Kollaps rund 14-mal das Wort «grossartig» und 24-mal das Wort «stark» verwendeten.
Daraus entwickelten die beiden Wirschaftsprofessoren sprachliche Modelle, mit denen der Wahrheitsgehalt einer Aussage bei einer Präsentation überprüft werden kann.

