Fast 9 Prozent ist Nestlé in den ersten neun Monaten organisch gewachsen (siehe unten). Keine Spur von Krise? Es sei schwer zu sagen, ob das Resultat ohne die aktuelle Krise besser ausgefallen wäre, sagt CEO Paul Bulcke im Interview mit cash. «Wir passen uns einfach der realen Situation an.»
Genau damit tut sich Nestlé im Geschäft mit Wasser schwer. Von Januar bis September sank dieser Umsatz um 1 Prozent. Der ganze Markt in Westeuropa und den USA gehe zurück, begründet Bulcke. In den Wachstumsmärkten legen die Nestlé-Wasser zwar über 20 Prozent zu, doch ist dieser Anteil am Gesamtumsatz gering. Übers ganze Jahr werden beim Wasser weder Umsatz noch Gewinn steigen.
Weshalb die Flaute? «Wasser in Flaschen ist in einigen Ländern zum Symbol für Unnachhaltigkeit geworden», sagt John J. Harris, Chef von Nestlé Waters. Dieses Image will er korrigieren, mit TV-Spots in den USA, die Wasser als gesund und hilfreich im Kampf gegen Fettleibigkeit darstellen. Und mit Spots in Asien: Wasser als Energiespender, so die Botschaft.
Als Reaktion auf die Kritik an den Flaschen hat Nestlé seit 2002 das Verpackungsgewicht um 22 Prozent reduziert. Künftig will Harris das Recycling fördern. Und: «Wir prüfen biologisch abbaubare Verpackungen.»
Bei allen Problemen: Nestlé dominiert den weltweiten Wassermarkt nach wie vor. Der Marktanteil ist mit 19,2 Prozent höher als jener der Nummern 2 und 3 (Coca- Cola und Danone) zusammen. Von den zehn stärksten Marken gehören fünf zu Nestlé.
(Andreas Kohli)
Nestlé ist auf Kurs
Die Investoren hatten am Donnerstag ihre wahre Freude an Nestlé: Die Aktie legte um 3,4 Prozent zu. Der SMI dagegen verlor 0,5 Prozent. Nestlé hat den Umsatz in den ersten neun Monaten 2008 um 3,4 Prozent auf rekordhohe 81,4 Milliarden Franken gesteigert. Organisch wuchs Nestlé 8,9 Prozent, zusammengesetzt aus 3,4 Prozent realem internen Wachstum und 5,5 Prozent Preiserhöhungen. Am stärksten legt Nestlé in Asien, Ozeanien und Afrika zu mit 13,2 Prozent organischem Wachstum. Dahinter folgen Nord- und Südamerika (plus 10,7 Prozent) und Europa (plus 6 Prozent). Für 2008 rechnet CEO Paul Bulcke insgesamt mit 8 Prozent Wachstum.
