Gefahr droht den Aktienbörsen vor allem vom Ölmarkt. Der Preis für die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee stieg zwar in den vergangenen Wochen auf zuletzt rund 34 Dollar je Barrel (159 Liter). Grund waren Spekulationen auf geringere Fördermengen. Diese Hoffnungen könnten sich jedoch schnell als trügerisch erweisen, warnt Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht. Ausserdem würden das US-Energieministerium und die Internationale Energieagentur am Dienstag voraussichtlich ihre Nachfrageprognosen senken.

Dies dürfte Experten zufolge die Spekulationen auf eine Abkühlung der Weltwirtschaft verschärfen. Bislang sei man davon ausgegangen, dass sich die US-Konjunktur in einem Aufschwung befinde, wenngleich in einem schwachen, heisst es am Markt. Nun mache sich die Angst breit, dass die US-Wirtschaft bereits schrumpfe.

Hinweise auf die Verfassung der weltgrössten Volkswirtschaft bieten in der neuen Woche die Detailshandelsumsätze und das von der Universität von Michigan ermittelte Barometer für die Stimmung der Verbraucher. Denn der private Konsum gilt als Hauptstütze der US-Konjunktur.

China-Börsen bleiben geschlossen

Aus China sind zunächst keine neuen Hiobsbotschaften zu erwarten. Die Börsen in Shanghai und Shenzhen bleiben wegen der Feiern zum chinesischen Neujahr die gesamte Woche geschlossen. Die Hoffnung der Anleger richtet sich einmal mehr auf die Notenbanken.

Investoren warten gespannt auf die halbjährliche Anhörung der US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Kongress am Mittwoch und Donnerstag. Sie hoffen auf Signale, dass die Fed sich in der aktuell schwierigen Gemengelage mit weiteren Zinserhöhungen zurückhält. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im März sehen sie bei gerade einmal acht Prozent. Selbst für Februar 2017 liegt die Quote derzeit bei lediglich 31 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Einschätzung von Marktexperten ihre Geldpolitik weiter lockern.

Weitere Zahlen am Schweizer Markt

Am Schweizer Markt, der in der vergangenen Woche erneut gefallen ist - der SMI fiel innerhalb von fünf Tagen um 4 Prozent unter die 8000-Punkte-Marke - kommen nächste Woche weitere Unternehmenszahlen. Am Montag kommt das Asien-Handelshaus DKSH und am Dienstag der SMI-Star Actelion. Am Donnerstag legt die Zurich Insurance Group die Bilanz vor, ebenso Temenos und die Bank Vontobel. Am Freitag folgt der Lifthersteller Schindler sowie die (nicht börsenkotierte) Zürcher Kantonalbank. Am Dienstag wird das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco die Arbeitsmarktzahlen für den Januar veröffentlichen.

Auch an der Wall Street stehen weitere Quartalsberichte an. Anleger schauen mit Spannung darauf, wie sich der Trend zu gesünderer Nahrung auf die Geschäfte der Süssgetränkekonzerne Coca-Cola (Dienstag) und PepsiCo (Donnerstag) auswirkt.

(Reuters)