Nach einem durchwachsenen Jahr 2015 setzt der Edelschokoladenhersteller Lindt&Sprüngli seine Hoffnungen auf den US-Markt. Dort werde sich die Konsumentenstimmung aufhellen, sagte Firmenchef Ernst Tanner diese Woche in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Kundschaft dürfte wieder mehr Geld für hochwertige Naschereien ausgeben. Davon will auch der für seine Lindor-Kugeln und Goldhasen bekannte Konzern profitieren, der mit der Übernahme des Schokoladeproduzenten Russell Stover 2014 zum drittgrössten US-Schokoladeanbieter aufgestiegen war. "Es gibt viele positive Zeichen für das laufende Jahr", sagte Tanner.

Nordamerika bleibe der wichtigste Wachstumsmarkt für das Unternehmen. Im laufenden Jahr wolle Lindt&Sprüngli den Umsatz aus eigener Kraft zwischen sechs und acht Prozent steigern - nach einem Plus von 7,1 Prozent im Vorjahr. Der weltweite Schokoladenmarkt dürfte nach Tanners Einschätzung nur zwei Prozent wachsen.

2015 verbuchte das Unternehmen auch dank der Russell-Stover-Übernahme ein Umsatzplus von 7,9 Prozent auf 3,65 Milliarden Franken. Analysten hatten jedoch etwas mehr erwartet, die Partizipationsscheine und Namensaktien der Firma gaben an der Börse jeweils mehr als vier Prozent nach.

Durch den starken Franken sind die im Ausland erwirtschafteten Erträge bei der Umrechnung in die Konzernwährung weniger wert. Zudem bremste die milde Witterung im Herbst und Winter den Schokoladehunger der genussfreudigen Kundschaft. "Es war das schwierigste Jahr, das ich je erlebt habe", sagte Tanner. 

(Reuters)