Der Kälteeinbruch in Europa und den USA liess den Bedarf an Heizöl und damit die lange gebeutelten Ölpreise steigen. Dieser Trend wiederum sorgte für gute Stimmung am Aktienmarkt.

Auch die Aussicht auf zusätzliche Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) erfreute die New Yorker Anleger. EZB-Chef Mario Draghi unterstrich am Weltwirtschaftsforum in Davos seine Bereitschaft, im Kampf gegen die aus seiner Sicht viel zu niedrige Inflation nicht nachzulassen. Bereits am Donnerstag hatte er die Tür für eine weitere Lockerung der Geldpolitik im März weit aufgestossen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 16'136 und einem Tief von 15'921 Punkten. Er schloss mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 16'093 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um 2 Prozent auf 1906 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 2,7 Prozent auf 4591 Punkte vor. Auf Wochensicht erzielte der Dow ein Plus 0,7, der S&P von 1,4 und die Nasdaq von 2,3 Prozent.

In den vergangenen Wochen hatte der rasante Preisverfall beim Öl den Börsen weltweit einen deutlichen Dämpfer versetzt. Bereits am Donnerstag gingen die Ölpreise aber auf Erholungskurs, der sich im Zuge der jüngsten Kältewelle auch am Freitag fortsetzte. Der Preis für die richtungsweisende Nordsee-Sorte Brent stieg um 9,7 Prozent auf 32,10 Dollar je Barrel, US-Rohöl um 8,8 Prozent auf 32,13 Dollar.

American Express auf Tiefgang

Am Aktienmarkt stachen American-Express-Titel hervor. Das Papier verlor über 12 Prozent an Wert, nachdem der Kreditkartenanbieter einen Gewinneinbruch bekanntgegeben hatte. Die Anteilsscheine von General Electric büssten gut 1 Prozent ein. Die Folgen der bis vor kurzem noch ungebremsten Talfahrt der Ölpreise machen dem Siemens-Rivalen zu schaffen. Dagegen legten die Anteilsscheine von Energieriesen wie Exxon oder Chevron jeweils rund 3 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,2 Milliarden Aktien den Besitzer. 2806 Werte legten zu, 329 gaben nach und 52 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,2 Milliarden Aktien 2308 Titel im Plus, 527 im Minus und 132 unverändert.

Durch den Aufwärtstrend an den Aktien- und Ölmärkten verloren viele Anleger das Interesse an den als besonders sicher geltenden US-Staatsanleihen. So büssten die zehnjährigen Bonds 11/32 auf 101-22/32 ein. Sie rentierten mit 2,0572 Prozent. Die 30-jährigen Papiere verloren 20/32 auf 103-14/32 und hatten eine Rendite von 2,8276 Prozent.

(Reuters)