Dazu hat die Römer Staatsanwaltschaft bei Untersuchungsrichter Aldo Morgigni einen Aufschub von sieben bis zehn Tagen beantragt, um die umfangreichen Vorschläge von Fastweb und Konkurrentin Telecom Italia Sparkle zu prüfen, wie italienische Medien am Freitag berichteten. Morgigni hatte Fastweb und Sparkle eine Frist bis am Vortag eingeräumt, um neue Vorschläge auf den Tisch zu legen.

Darin schlug Fastweb vor, einen Sonderverwalter zu ernennen, der sich in den nächsten neun Monaten um die operative Führung und die Kontrolle der Sparte Wholesale kümmern soll. Die Sparte verkauft Telekomdienstleistungen an alternative Anbieter und steht im Zentrum der Geldwäscherei- und Steuerbetrugsermittlungen.

Fiktive Käufe

Der Fastweb-Verwaltungsrat will somit vermeiden, dass Morgigni den Antrag der Staatsanwälte auf Zwangsverwaltung für Fastweb annimmt. Es ist nicht bekannt, wann Morgigni entscheidet, ob er den Antrag der Staatsanwaltschaft für einen Aufschub annimmt oder Fastweb und Sparkle gleich unter Zwangsverwaltung stellt.

Fastweb und die Telecom Italia-Tochter Sparkle stehen im Zentrum von Ermittlungen wegen Mehrwertsteuerbetrugs und Geldwäscherei. Dabei sollen zwischen 2003 und 2006 mit fiktiven Käufen und Verkäufen von internationalen Telekom-Dienstleistungen knapp 2 Milliarden Euro in Rechnung gestellt worden sein. Damit sei der Fiskus um 365 Millionen Euro betrogen worden.

(sda)