Die Basler Pharmaunternehmen kommen an Donnerstag in einer Studie von Barclays Capital zur europäischen Pharmaindustrie überraschend schlecht weg. Anlässlich der Studie nehmen die zuvor für Lehman Brothers tätigen Pharmaanalysten die Erstabdeckung der Namenaktien von Novartis mit «Underweight» und einem Kursziel von 48 Franken auf.

Dem Unternehmen drohe aufgrund von Patentabläufen bei Diovan, Femara, Zometa und Glivec ein Ertragseinbruch. Novartis könne die Kosten aber nicht rechtzeitig und umfassend genug senken um den Einfluss dieser Patentabläufe auffangen zu können. Die Gewinnschätzungen von Barclays Capital für das Jahr 2014 liegen deshalb um rund 15 Prozent unter den Konsensschätzungen des Marktes.

Auch die Genussscheine von Roche kommen in der Studie alles andere als gut davon. Die Analysten empfehlen die Papiere mit «Underweight» und einem Kursziel von 148 Franken ebenfalls zum Verkauf. Der Markt orientiere sich beim Basler Pharmakonzern zu sehr an der zurückliegenden Geschäftsentwicklung. Diese sei nicht zwingend für den zukünftigen Geschäftsverlauf aussagekräftig. Nach den enttäuschenden Studienergebnissen für die adjuvante Anwendung des Krebsmedikaments Avastin sei Roche vom Wachstumspfad abgekommen.

Die Meinung von Barclays Capital unterscheidet sich damit deutlich von jener anderer angelsächsischer Bankinstitute, die den Papieren der beiden grossen Basler Pharmaunternehmen gegenüber jenen der britischen Konkurrenz den Vorzug geben.

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Ein eher ungewohntes Bild bietet sich den zuletzt verwöhnten Aktionären von Nestlé. Die Papiere des Westschweizer Nahrungsmittelkonzerns weisen von Gewinnmitnahmen nach unten gerissen Kursverluste auf. Händlern zufolge bestätigten die Firmenverantwortlichen von Novartis am Vorabend anlässlich einer Analystenkonferenz, die sich noch im Besitz von Nestlé befindliche Alcon-Beteiligung zum erstmöglichen Zeitpunkt übernehmen zu wollen. Damit scheinen sich die seit Wochen kursierenden Spekulationen eines Restverkaufs im Januar zu bewahrheiten.

Branchenkennern zufolge könnte der vollständige Verkauf der US-Medizinaltechniktochter Alcon bei Nestlé die Unterbewertung des Bereichs Nahrungsmittel/Getränke aufdecken. Die Kernaktivitäten der Westschweizer weisen derzeit einen Bewertungsabschlag von 15 bis 20 Prozent gegenüber den anderen europäischen Mitbewerbern auf.

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Die Namenaktien von Swiss Re stehen am frühen Donnerstagnachmittag im Zentrum von Käufen aus dem Ausland. Hinter dem vorwiegend angelsächsischen Interesse dürfte eine Unternehmensstudie aus dem Hause Citigroup stehen. Darin reduziert der zuständige Analyst seine Gewinnschätzungen für 2010 nach der jüngsten Quartalsergebnispräsentation zwar. Seine neuen Annahmen liegen aber immer noch um 43 Prozent über den Konsensschätzungen. Der Markt verkenne sowohl die Ertragsentwicklung im Kerngeschäft als auch die Möglichkeit einer Höherbewertung bei den Investments. Die Citigroup rät deshalb weiterhin zum Kauf der Swiss-Re-Aktien. Dies neu mit einem Kursziel von 60 (53) Franken.