Die eine Milliarde Euro teure Übernahme wurde am Montag abgeschlossen. Sal. Oppenheim konzentriert sich künftig komplett auf die Vermögensverwaltung für reiche Kunden und institutionelle Anleger. Die noch verbliebenen Investmentbank-Aktivitäten sollen im Laufe des Jahres eingestellt werden.

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg schrieb Sal. Oppenheim in der Finanzkrise Verluste, vor allem wegen der Lasten aus der Beteiligung an dem insolventen Arcandor-Konzern. Dies trieb die lange in Köln ansässige Bank Kreisen zufolge auch im vergangenen Jahr nochmals tief in die roten Zahlen. Die rund 40 Altgesellschafter waren finanziell nicht mehr in der Lage, die Löcher des Instituts zu stopfen.

Die Deutsche Bank rechnet nach Worten ihres Finanzchefs Stefan Krause mit einem Kapitalbedarf von mehr drei Milliarden Euro für die Oppenheim-Übernahme. Dies zeigt das Ausmass der Löcher bei dem Neuerwerb. Hierfür brauche die Deutsche Bank aber keine Kapitalerhöhung, hatte Krause in einem Interview betont.

Geschäfte in der Schweiz gehen weiter

Die Deutsche Bank wird mit der Übernahme zum grössten Vermögensverwalter für reiche Privatkunden in der Euro-Zone. «In den kommenden Wochen wird die strategische Neuausrichtung von Sal. Oppenheim weiter vorangetrieben», erklärte die Deutsche Bank. Zur Disposition steht Kreisen zufolge auch der Sitz in Luxemburg. Zudem sollen Risiken weiter abgebaut werden. 

Sal. Oppenheim Schweiz wird als eigenständige Bank mit Konzentration auf die integrierte Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden innerhalb der Deutschen Bank Gruppe weitergeführt.

«Durch die internationale Expertise der Deutschen Bank ergeben sich für unsere Kunden, sofern sie dies wünschen, zusätzliche Chancen und Perspektiven», wird Christian Camenzind, CEO von Sal. Oppenheim Schweiz, in einer Mitteilung zitiert.

VR-Präsident von Sal. Oppenheim und Sal. Oppenheim Schweiz wird Pierre de Weck, der im erweiterten Management der Deutschen Bank das Geschäft mit reichen Privatkunden betreut.

(Reuters)