Die Aktie von Straumann verliert am Mittwoch nach Handelseröffnung an der Schweizer Börse 7 Prozent. Damit hat die Aktie in den letzten 12 Monaten über ein Drittel an Wert verloren.
"Der Ausblick entäuscht am meisten", schreiben Analysten der Zürcher Kantonalbank in einem Anlagekommentar. In etwas fernerer Zukunft und unter der Annahme, dass das allgemeine Wirtschaftsumfeld über mehrere Jahre volatil bleiben werde, dürfte sich das Marktwachstum im hohen einstelligen Bereich bewegen.
Straumann ist zuversichtlich, in Lokalwährungen auch künftig schneller als der Gesamtmarkt wachsen zu können. Das Unternehmen werde zudem weiterhin seine Effizienz optimieren und erwartet daher 2012 vorbehaltlich unvorhersehbarer Ereignisse Brutto- und EBIT-Margen mindestens im Rahmen des Vorjahres.
Tsunami-Katastrophe belastet Gewinn
2011 sank der Umsatz Straumanns um 6,0% auf 693,6 Mio CHF. In Lokalwährungen (LW) hätte derweil ein Zuwachs von 4,1% resultiert, wie das Unternehmen in einer Mitteilung am Mittwoch mitteilte. Der Betriebsgewinn sank um rund die Hälfte auf 79,9 Mio CHF. Vor Sondereffekten hätte derweil ein EBIT von 120,1 Mio resultiert, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 27% oder in LW von 4,5% entsprochen hätte.
Die EBIT-Marge betrug 11,5%, unter Herausnahme der Sonderkosten kommt die Marge auf 17,3% zu liegen. Damit liegt die Marge am unteren Ende der eigenen Prognose von 17 bis 19%. Die schwierige Währungssituation, die gestiegenen Verkäufe im niedermargigen CADCAM-Geschäft und die Sonderkosten im Zusammenhang mit der Tsunami-Katastrophe in Japan hätten den EBIT klar belastet. Der Reingewinn verringerte sich ebenfalls um knapp die Hälfte auf 71,0 Mio.
Erwartungen verfehlt
Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 3,75 CHF vor. 1,55 CHF der Gesamtdividende sollen dabei aus Kapitaleinlagereserven, also Steuerfrei, bezahlt werden.
Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Straumann die Erwartungen vor allem beim EBIT der Auguren verfehlt. Von AWP befragte Analysten haben im Durchschnitt einen Umsatz von 695,4 Mio, einen EBIT von 88,6 (Vor Sonderkosten 125,4) Mio und einen Reingewinn von 73,4 Mio CHF erwartet.
Alle Regionen verzeichneten im Jahresverlauf ein positives Wachstum, wobei Nordamerika der Hauptwachstumstreiber war. Hier konnte das Unternehmen einen Zuwachs von 10,2% in LW verzeichnen, wobei das Plus im vierten Quartal gar 12% betragen hatte. Das Geschäft hat von Bone Level-Implantaten sowie Roxolid profitiert. Auch die Verkäufe von Scannern, vor allem von iTero-Geräten, habe zusätzliche Impulse geliefert.
Ebenfalls sehr starkes Wachstum verzeichnete der "Rest der Welt" mit den wichtigsten Märkten Brasilien, Mexiko und dem Nahen Osten. Hier wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 26% in LW respektive um 11% im vierten Quartal. Etwas weniger stark fiel das Wachstum in Asien/Pazifik aus. Hier erzielte Straumann einen Zuwachs von 5,5% in LW sowohl im Jahresvergleich als auch im vierten Quartal. Dabei hätten vor allem China und weitere Distributorenmärkte starkes Wachstum gezeigt. Japan habe ein solides Wachstum ausgewiesen, während Korea nicht an die aussergewöhnlichen Zahlen des Vorjahres anknüpfen konnte.
In Europa weitere Herausforderungen
In Europa konnte über das Jahr ein minimaler Zuwachs von 0,2% in LW erzielt werden. Im letzten Quartal reduzierte sich der Umsatz in LW jedoch um 3%. Während Deutschland als der grösste Markt solide Resultate verzeichnet habe, entwickelten sich Italien und die Iberische Halbinsel rückläufig. Auch in Schweden habe sich das Implantategeschäft rückläufig entwickelt, während in Frankreich und Osteuropa gutes Wachstum erzielt worden war.
Die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit in Folge der Schuldenkrise belaste in vielen Ländern nach wie vor die Konsumentenstimmung, was sich auf die Märkte niederschlage, heisst es weiter. Dabei rechnet Straumann vor allem in Europa mit weiteren Herausforderungen. In den USA und den Schwellenländern seien die geschäftlichen Perspektiven indes etwas freundlicher. Kumuliert erwartet das Unternehmen 2012 auf globaler Basis ein Marktwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
(AWP)

