Neal Shear verlässt die UBS nach nur einem Jahr als Leiter des weltweiten Wertpapiergeschäftes bei der Investment Bank. Den Abgang vermeldet die Nachrichtenagentur Bloomberg, UBS-Sprecher Dominik von Arx bestätigte ihn.
Shear selber gab keinen Grund für seine Entscheidung an. "Ich spiele gerade Golf", sagte der 56-jährige Amerikaner, als er auf seinem Handy erreicht wurde. Dann hängte er auf. Der Grund für Shears abrupten Abgang wird im Memo, aus dem Bloomberg zitiert, nicht genannt.
UBS-CEO Oswald Grübel hat in den letzten Monaten mehrfach gesagt, dass er mit der Performance der Investment Bank nicht zufrieden ist. Dass sogar die Credit Suisse mittlerweile mehr Marktanteile im Aktiengeschäft hat als die UBS, ärgert Grübel. Die UBS war bis 2008 Marktführerin im Bereich Aktien, Derivate und Prime Brokerage, danach gingen Marktanteile verloren.
Der Geschäftsbereich ist für Grübel ein Ärgernis
Die Investment Bank müsste ihren Gewinnbeitrag am Gesamtergebnis verdreifachen, damit Grübel sein mittelfristiges Ziel eines Vorsteuergewinns von 15 Milliarden Franken erreicht.
Die UBS Securities Einheit hat 2010 ihre Erträge auf 142 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr zwar verdoppeln können. Mit einem Marktanteil von 6,8 Prozent liegt die grösste Schweizer Bank aber hinter Citigroup, JP Morgan, Goldman Sachs, Bank of America, Morgan Stanley sowie Deutsche Bank und eben der CS zurück.
Shear wurde abgesägt
Anfang März hatte die UBS ihr Senior-Management in der Investment Bank reorganisiert und Co-Chefs für den Aktien- und Bondhandel eingesetzt. Shears Rolle in dem neuen Organigramm war seitdem nicht mehr klar gewesen.
Die UBS musste 2009 und 2010, nachdem ihre Investment Bank durch den Beinahe-Zusammenbruch des Instituts völlig ausgeblutet war, hunderte neue Händler einstellen, um Marktanteile zurückzuholen. Das ist bislang nicht zu Grübels Zufriedenheit gelungen und hat die Kostenbasis deutlich erhöht.
Shears Position wurde Anfang 2010 neu geschaffen. Er war zuvor bei Apollo angestellt, einem Private-Equity-Unternehmen. Zuvor war Shear einer der bestbezahlten Banker bei Morgan Stanley gewesen, zusammen mit Jerker Johansson, dem Vorgänger des jetzigen UBS-Investment-Bank-Chefs Carsten Kengeter.
Shear leitete bei Morgan Stanley den Rohstoffhandel, wurde aber im November 2007 abgesetzt. Kurz darauf meldete die Bank einen Handelsverlust von 7,8 Milliarden Dollar.
(HY)


