Volatilität ist ein Risikomass und zeigt die Schwankungsintensität des Preises eines Basiswertes innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Je höher die Volatilität, umso stärker schlägt der Kurs nach unten oder oben aus. Das hat zur Folge, dass eine Investitionen in ein Basisobjekt zwar riskanter, aber auch sehr rentabel ausfallen kann.

Unterschieden werden historische und implizite Volatilität. Die historische Volatilität beschreibt selbstredend die Schwankungsbreite beispielsweise einer Aktie in der Vergangenheit. Der Investor erkennt daran, wie riskant eine Anlage war. Daraus lassen sich zwar interessante Rückschlüssen über den Kursverlauf und die Volatilität eines Wertpapiers ziehen. Es ist jedoch keine Garantie für die aktuelle oder zukünftige Entwicklung.

Für die zukünftige Entwicklung zieht der Anleger besser die implizite Volatilität zu Rate. Diese Masszahl gibt die erwarteten Preis- oder Kursschwankungen des Basiswertes an. Als Berechnungsgrundlage dient der aktuelle Marktpreis und nicht nur die historischen Daten. Die implizite Volatilität wird verwendet, um beispielsweise Optionen zu bewerten.

Hoher Wert: Unruhige und unsichere Märkte

Doch nicht nur bei Wertpapieren kann die Volatilität bestimmt werden. Ein Volatilitätsindex misst die implizite Volatilität eines bestimmten Börsenindexes – beispielsweise dem VIX, auch "Angstbarometer" genannt. Der VIX erfasst die vom Markt erwartete Schwankungsintensität des S&P 500: Er misst die Preise, welche die Kapitalanleger bereit sind für absichernde Put-Optionen auf diesen US-Index an der Chicago Board Options Exchange (CBOE) zu zahlen.

Ein hoher VIX-Wert weist auf einen unruhigen und unsicheren Markt hin, niedrige Werte lassen dagegen eine Entwicklung ohne grössere Kursschwankungen erwarten. Insofern dient der VIX als Masszahl für die "Angst" der Anleger. In der Vergangenheit war zu beobachten, dass die Volatilität besonders bei nachgebenden Aktienkursen stark anstieg. Hingegen ging mit steigenden Aktienkursen fast immer ein Rückgang der Volatilität einher. Statistiker sprechen daher auch von einer negativen Korrelation zwischen VIX und S&P 500.

Sinkt also der der VIX, während die Aktienkurse klettern, so liefert dies eine Bestätigung des Aufwärtstrends an den Börsen. Steigt dagegen der VIX, so ist dies ein Warnzeichen: In der Vergangenheit deuteten sich so häufig frühzeitig fallende Aktienkurse an.

Es existiert auch ein Volatilitätsindex auf dem Swiss Market Index (SMI) – der VSMI. Der Index verfolgt das Ziel, reine Volatilität handelbar zu machen. Dabei handelt es sich um den Versuch ein Portfolio nachzubilden, das nicht auf Preisschwankungen, sondern nur auf Veränderungen der Volatilität reagiert.