Langfristiger Ausblick auf die Märkte

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Khan
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

höhres alter , mehr menschen die vollgestopft werden müssen oder nicht ?? ergo --> Zukunft auch in Agro investieren ?? richtig ??

sArge
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Saubere Arbeit da oben - war sehr interessant zu lesen - danke!

Denkt Ihr nicht dass Energie die zentrale Rolle spielt?

Gesundheit zB:

Die Diagnose von Krankheitsbildern wird mit immer weiteren technischen Hilfmittel erarbeitet. Stichwort Kernspintomographie. Ich denke die bildgebenden Verfahren im medizinischen Bereich haben sowieso Zukunft da a la "Star Trek" der Körper "durchleuchtet" und die verschiedenen Komponenten analysiert werden können meist ohne schädliche Nebeneffekte (wie Röntgenstrahlen oder, heute noch, radioaktive Isotope).

Auch das Operieren muss doch revolutioniert werden. Bei all diesen Infektionen weil wir in unserer sterilen Gesellschaft so anfällig geworden sind - ich bin nicht vom Fach aber ist nicht irgendwann Mal Ende mit der Wirkungskraft von Antibiotika? Also müssen Eingriffe anders getätigt werden: Nanotechnologie kommt zum Einsatz - wie oben in der Abhandlung schon steht. Böse Zellen werden durch abertausende kleine Roboter gesucht und zerstört.

Was steht dahinter? Energie in elektrischer Form als Träger.

Fortbewegung:

Es werden andauernd neue Elektromotoren entwickelt, weil die Autos damit betrieben werden wollen. Irgendwann ist es soweit dass man das "Sky Cab" von dem schon Jahre die Rede ist, nicht mit Kerosen sonder mit Elektrizität betrieben werden wird. Ich denke nicht das Öl im Einsatzgebiet der Fortbewegung eine grosse Zukunft hat - eher in den anderen Endprodukten als Sprit die wir daraus machen. Ich persönlich glaube dass elektrischer Strom, neben einem kleinen Segment von Alternativprodukten bestehend aus zB. Bio Gas immer noch die Zukunft ist.

Wir müssen aufhören mit mechanischen Verschleissen - die Monorail zB. ist ein Vorstoss in dieser Richtung. Mechanische Verschleisse bedeuten Wartung und Rohstoffverbrauch ohne Ende. Das ist etwas war dem Fortschritt im Wege steht. Was ist die Lösung um die meisten mechanischen Verschleisse total zu beseitigen?

Kraftfelder. Energie ... wieder Strom. In Zukunft wird es vielleicht heissen "Hey mein Hovercraft hat 10GeV" statt "Hey mein explosionstechnologie Auto hat 300PS".

Und nun die Atomkraftwerke heute haben ein Problem (neben dem Restrisiko) - diese abgefackelten Brennstäbe. Das ist das einzigste Element da drin das hier noch unsauber ist. In die Sonne katapultieren wenns für die Erde zu unsauber ist. Die paar abgeschirmten Strahlen erachte ich persönlich als kleineres Problem als das Abholzen von Regenwäldern damit wir als Alternative zum Heizöl Holz verbrennen - und wenns Schnitzel sind, man könnte auch Papier draus machen, oder?

Ich könnte das noch weiter spinnen - mag sein dass ich etwas einfach gestrickt bin aber ich persönlich bin der Meinung der nächste grosse Durchbruch MUSS im Bereich der der Energietransformation stattfinden - denn egal was wir machen - wir brauchen mehr Strom - viel mehr, sehr viel mehr wenn wir an Kraftfelder denken. Und wollen Öl sparen für handfeste Produkte mit denen man etwas nützliches Anfangen kann.

Und was ist da der momentan grosse und einzig realistische Hoffnungsträger?

Nichts desto trotz weiss ich jetzt immer noch nicht was ich mit meinem (noch verbliebenen) Geld genau machen soll Lol

Ach ja, Noch ein Nachtrag: Aerodynamik, Hydrodynamik - alles fast kein Thema mehr mit Kraftfeldern: Ein Energiefeld ums "Auto" oder Schiff in Tropfenform wäre ein Ansatz. Dann hätten wir auch keine Steinschläge mehr in unseren Frontscheiben (vielleicht dann in den Häusern wegen Abprallern aber warum nicht gleich ein Kraftfeld um ....... )

Manchmal gehts sehr gut - meistens jedoch in die Hose ...

Und zur Auflockerung schau ich mir jetzt eines von sArge's videos auf sArge.ch an!

alchimist
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Zukunft

Super und gute Abhandlung aber eine Komponente fehlt. Das wichtigste Element im Moment ist das in die Märkte gepumpte Geld. Dies wird nächste grosse Epoche, wie wird sich dies auswirken. Alle denken immer zuerst an die Inflation aber Inflation gibt es nur wenn die Preise steigen also das Geld in den Umlauf kommt. Es wird aber immer mehr gehortet! Vielleicht bis leute merken, es hat zuviel davon auf der Erde?

Zukunft ist was schönes, denn wir kennen sie nicht.

HiX
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

interessant, dass sich gerade bill gates so sehr fuers thema health interessiert.

zudem buttert er dort auch maechtig kohle rein, d.h. irgendwann sollte mal was davon spuerbar werden.

http://www.youtube.com/watch?v=2is_gvYXSOk ab minute 13

das mit kontradieff koennte auch vorbei sein, aus dem einfachen grund, weil sich in den letzten 10 jahren der informationsfluss so dramatisch geandert hat.

persoenlich denke ich, dass die industrialisierung/bildung in afrika zusammen mit den neuen health technologien in den naechsten 10 jahren viele maerkte oeffnen wird.

Psytrance24
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MarcusFabian wrote:

Die Inflation (= Ausweitung der Geldmenge) liegt derzeit bei 17.9% beim Dollar. Vielleicht 12-15% in Euro und Yen und über 18% beim Schweizer Franken. Um etwa diesen Prozentsatz werden unsere Vermögen (und Schulden) pro Jahr schleichend entwertet. Wir merken das nur nicht, weil diese Inflation noch nicht voll auf die Konsumentenpreise durchgeschlagen hat. Aber wenn das so weiter geht, dann frage ich mich, was meine Pensionskassengelder in 20 Jahren noch Wert sind. Was werde ich mir kaufen können? Kriegt man für eine Million dann noch ein noch eine Villa mit Pool oder nur noch zwei Espressi im Gfeller am Bärenplatz?

Auch jetzt erst auf diesen tollen Thread gestossen.

Aber eine Frage, woher hast du diese Daten, dass der CHF sich jedes Jahr um über 15% ausbreitet?! Ist für mich schlicht unglaublich. Die Inflation ist ja nur 1-2% und was ist dann mit den restlichen 13%???

Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.

A. Schopenhauer



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Murphy
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Eine Geldmengenerhöhung muss nicht eine Inflation verursachen, denn:

oder anders:

Geldmenge x Umlaufsgeschwindikeit = BIP x Preisniveau (Inflation)

Freundliche Grüsse

Die Börse ist ein Haifischbecken, und ich bin der weisse Hai darin!

http://market-trade.blogspot.com

revinco
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Psytrance24 wrote:

Aber eine Frage, woher hast du diese Daten, dass der CHF sich jedes Jahr um über 15% ausbreitet?! Ist für mich schlicht unglaublich. Die Inflation ist ja nur 1-2% und was ist dann mit den restlichen 13%???

Eventuell meinst Du die Kerninflation, ein volkswirtschaftliches Konzept zur Messung der Inflation, das die Preisänderungen bestimmter Güter nicht berücksichtigt. Die Kerninflationsrate schließt die Preise für Lebensmittel und den Energiesektor aus der Berechnung aus, da diese in stärkerem Maße Schwankungen unterworfen sind, deren Ursachen nicht innerhalb der betrachteten Volkswirtschaft zu finden sind.

Ebenso ist die amtliche Teuerung (Landesindex der Konsumentenpreise) nicht mit der Teuerung nach Kaufhäufigkeiten zu wechseln. Seit Mitte 2006 beträgt die jährliche amtliche Teuerung (PMI) etwa 0,7 Prozent. Die Teuerung nach Kaufhäufigkeit ist dagegen mehr als doppelt so hoch. Ein Grund dafür dürften Güter und Dienstleistungen sein, die die Schweiz importiert.

Ich könnte mich irren, ist aber meine einzige Vermutung momentan.

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

MarcusFabian
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Psytrance24 wrote:

Aber eine Frage, woher hast du diese Daten, dass der CHF sich jedes Jahr um über 15% ausbreitet?! Ist für mich schlicht unglaublich. Die Inflation ist ja nur 1-2% und was ist dann mit den restlichen 13%???

Die Geldmenge wird regelmässig von den Nationalbanken (FED, EZB, SNB) veröffentlicht. Die ist also kein Geheimnis.

Wie Murphy schon schrieb, muss Inflation nicht zwingend Preissteigerung bedeuten. Es kommt darauf an, ob das zusätzlich gedruckte Geld über die Angebots- oder die Nachfrageseite in den Markt strömt.

Nachfrageseite bedeutet, dass die Konsumenten mehr Geld haben. Entsprechend werden dann mehr Güter und Dienstleistungen nachgefragt und somit steigen die Preise. Das ist die klassische Inflation, die wir so oft mit Preissteigerung gleichsetzen (Die meisten Menschen glauben, Inflation sei gleich Preissteigerung!)

Wenn das zusätzliche Kapital über die Angebotsseite fliesst, wirkt es nicht preistreibend. Beispielsweise wird das neue Geld in eine DotCom-Firma investiert, die nichts als Luft produziert und eine Milliarde Franken später pleite geht. Das aus der dünnen Luft erzeugte Geld hat sich in Luft aufgelöst.

Oder das Geld fliesst zur UBS, die damit ihre Subprimes abschreibt. Auch das beeinflusst die Brotpreise in der Migros nicht.

Weiterhin ist auch richtig, was Revinco geschrieben hat: Die offizielle Teuerung von 1-2% pro Jahr ist ein dummer Witz, den man wohl kaum ernst nehmen kann:

Welches sind die grössten Ausgabenposten in Deinem Leben? Wohl Miete, Versicherungen, Krankenkasse, Steuern, AHV, Energie, Lebensmittel.

Zumindest Krankenkasse, Energie und Lebensmittel sind in den letzten Jahren zweistellig gestiegen. Und die Kernrate, die genau diese wichtigen Kostenposten Energie und Lebensmittel herausdividiert, ist so lächerlich un-aussagekräftig, dass sie ohnehin niemand ernst nimmt.

Frage irgend jemanden, ob er der Meinung sei, er könne sich mit seinem Lohn jetzt noch soviel leisten wie vor einem Jahr und Du wirst von 90% der Menschen ein Lamento hören. Frage Deine Frau, wie sie die Entwicklung der Lebensmittelpreis spürt. etc ...

Es gibt aber einen dritten Kanal, wohin das neue Geld nebst Nachfrage und Angebot noch fliessen kann: Ins Ausland! Wenn ausländische Staaten vermehrt Schweizer Franken als Währungsreserve horten, weil sie ihm eine bessere Überlebenschance als dem Dollar zubilligen, dann wirkt sich dieses Geld nicht auf die Teuerung bei uns aus, solange das Geld in den ausländischen Tresoren lagert. Erst wenn sich diese Länder entscheiden sollten, das Geld auszugeben wird es bei uns über die Nachfrageseite zu Teuerung führen.

Schlussendlich bedeutet Ausweitung der Geldmenge eine Ausweitung von Schulden, denn das neu gedruckte Geld fliesst immer in Form von Krediten ins Geldsystem. Mehr Schluden bedeutet auch mehr Aufwand, um die Zinsen zu erwirtschaften. Eine Ausweitung der Geldmenge um 15% können wir uns nur leisten, wenn auch die Wirtschaft um 15% steigt. Aber davon sind wir weit entfernt.

Aber jetzt drehe ich mich im Kreis, denn das Thema Kreditausweitung und Schulden hatten wir Anfangs dieses Threads schon mal ausführlich:

Hier: http://board.cash.ch/bb/viewtopic.php?p=45321#45321

Murphy
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Es gibt verschiedene Arten von Inflation:

- Der monetaristische Ansatz = diese mit der Fischergleichung, dass eine Ausweitung der Geldemenge zu einem Ansteig des Preisniveaus führen kann!

- Nachfrageinflation = Die Nachfrage ist viel grösser als das Angebot, der Preis steigt!

- Angebotsinflation/Kostendruckinflation = entsteht bei den Produktionsfaktoren, z.B. Lohn-Preis-Spirale

- Importierte Inflation

Von der Angebotsseite z.B. teure Rohstoffimporte

Von der Nachfrageseite --> Auslandsnachfrage steigt

Zur Berechnung gibt es auch verschiedene Arten wie diese beiden:

In der Schweiz haben wir den LIK (Landesindex der Konsumentenpreise), der aus einem repräsentativen Warenkorb aus 12 Bedarfgruppen besteht, die unterschiedlich gewichtet sind. Er überzeichnet leicht die Inflation

In den USA wird die Inflationsrate hedonische brechnet, d.h. Qualitätssteigerung werden berücksichtig. Somit wird sie tiefer ausgewiesen.

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Psytrance24
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

MarcusFabian wrote:

Die Geldmenge wird regelmässig von den Nationalbanken (FED, EZB, SNB) veröffentlicht. Die ist also kein Geheimnis.

Wie Murphy schon schrieb, muss Inflation nicht zwingend Preissteigerung bedeuten. Es kommt darauf an, ob das zusätzlich gedruckte Geld über die Angebots- oder die Nachfrageseite in den Markt strömt.

Nachfrageseite bedeutet, dass die Konsumenten mehr Geld haben. Entsprechend werden dann mehr Güter und Dienstleistungen nachgefragt und somit steigen die Preise. Das ist die klassische Inflation, die wir so oft mit Preissteigerung gleichsetzen (Die meisten Menschen glauben, Inflation sei gleich Preissteigerung!)

genauso ist es!

Quote:

Wenn das zusätzliche Kapital über die Angebotsseite fliesst, wirkt es nicht preistreibend. Beispielsweise wird das neue Geld in eine DotCom-Firma investiert, die nichts als Luft produziert und eine Milliarde Franken später pleite geht. Das aus der dünnen Luft erzeugte Geld hat sich in Luft aufgelöst.

Oder das Geld fliesst zur UBS, die damit ihre Subprimes abschreibt. Auch das beeinflusst die Brotpreise in der Migros nicht.

d.h u.a ,dass ein Grossteil des frisch gedruckten Geldes in die UBS fliesst mit einem lächerlichen Schuldzinssatz von 3.5% (? meinte ich irgendwo so gelesen zu haben) ... ja clever nicht? Lol

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weico
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Murphy wrote:

In den USA wird die Inflationsrate hedonische brechnet, d.h. Qualitätssteigerung werden berücksichtig. Somit wird sie tiefer ausgewiesen.

..und genau mit solchen "Berechnungen" reiten sie sich die USA in die Sch..sse.! :oops:

Nennt sich auch "Wohlstand durch Buchhaltung".. Lol

weico

MarcusFabian
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Re: Vergangenheit und Zukunft

weico wrote:

... da das globale und wirtschafliche Umfeld und die Möglichkeiten der Finanz-und Staatenbünde "regulierend" auf die Krise und Ihrer Auswüchse einzuwirken, viel grösser ist als zu Kondratieff's Zeiten.

Das ist ein sehr schönes Statement.

Was dagegen, wenn ich es auseinandernehme? :twisted:

Wenn wir mal reinzoomen, geht es um die Rally ab 2003:

Versuch' Dich mal in meine Lage zu versetzen, als ich obenstehende Cycle-Pro Analyse 2001 zum ersten mal sah. (Denk' Dir also die 2003+-Rally weg).

Der Fall liegt auf der Hand: Wir haben im Aufwärtstrend das Köpfchen an der oberen Begrenzung angeschlagen und jetzt ist für die nächsten 10+ Jahre ein Abwärtstrend zu erwarten.

Nun, es kam anders und ja, die Rally seit 2003 ist den Interventionen des FED zu verdanken. Wie erwähnt konnten dank enormer Liquiditätsproduktion die Konsumenten davon überzeugt werden, sich in epischen Ausmassen zu verschulden und weiter zu konsumieren. Die Rezession 2001 fand nicht statt.

Es stellt sich unter dem Strich die Frage, ob die Situation jetzt besser ist als im Jahr 2000. Ok, die Aktien sind etwa auf demselben Niveau aber die Schuldenlast - ein Ungleichgewicht - ist bedeutend höher als damals.

Frage: Ist das positiv?

Greenspan konnte das Platzen einer Blase (DotCom-Blase) neutralisieren, indem er eine neue Blase (Immobilien) geschaffen hat.

Doch wird es weitere Blasen geben, die man in den nächsten Jahren als Ersatz für die platzende Immobilienblase heranziehen könnte?

Ich sehe keine; dem FED gehen langsam die Blasen aus.

Ich meine, dass es sich nachträglich als Fehler erweisen wird, dass das FED in die Konjunktur gepfuscht und auf biegen und brechen die Rezession 2001 abgewürgt hat. Denn die Ungleichgewichte sind nicht bereinigt. Im Gegenteil, sie sind stärker geworden.

Es wird der Punkt kommen, wo alle FED-Massnahmen einfach nicht mehr greifen und die Märkte allen Bemühungen des FED zum trotz korrigieren. Diesmal dann allerdings unkontrolliert und heftig. Denn wenn das FED erstmals die Kontrolle verloren hat, brechen alle Schleusen auf.

Übrigens ist es nicht ganz neu, eine drohende Krise mit der Gelddruckmaschine bereinigen zu wollen. In der Geschichte hat das noch nie geklappt.

weico
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Re: Vergangenheit und Zukunft

MarcusFabian wrote:

Ich meine, dass es sich nachträglich als Fehler erweisen wird, dass das FED in die Konjunktur gepfuscht und auf biegen und brechen die Rezession 2001 abgewürgt hat. Denn die Ungleichgewichte sind nicht bereinigt. Im Gegenteil, sie sind stärker geworden.

Es wird der Punkt kommen, wo alle FED-Massnahmen einfach nicht mehr greifen und die Märkte allen Bemühungen des FED zum trotz korrigieren. Diesmal dann allerdings unkontrolliert und heftig. Denn wenn das FED erstmals die Kontrolle verloren hat, brechen alle Schleusen auf.

Übrigens ist es nicht ganz neu, eine drohende Krise mit der Gelddruckmaschine bereinigen zu wollen. In der Geschichte hat das noch nie geklappt.

Richtig ! Bin ebenfalls dieser Meinung,dass die FED das Problem mit den Zinssenkungen nur "verzögert" und viel schlimmer macht.

Mit "regulieren eingreifen", dachte Ich auch eher an massive staatliche Eingriffe in dieser Art:

MarcusFabian wrote:

Fiktion, aber vielleicht gar nicht so weit hergeholt:

26. Juni 2008 - Währungsreform in den USA

Zum offiziellen Kurs von 280 Dollar wird ab sofort der Amero als offizielle Währung der USA, Kanadas und Mexikos eingeführt. Die Unze Gold wird auf 56 Amero gesetzt, was einen leichten, aber nach Ansicht der Experten letztmaligen Kursgewinn bedeutet. Amerikanische Staatsanleihen werden nur zu einem Viertel dieses Kurses auf Amero umgestellt (1120 Dollar = 1 Amero). Obwohl China von einem unfreundlichen Akt spricht, ist die Volksrepublik bereit, die Handelsbeziehungen zu den USA fortzusetzen.

Da Datum halte Ich zwar einwenig verfrüht,aber der Rest könnte sehr gut zutreffen. Lol

Falls wirklich alles aus dem Ruder laufen sollte (Goldpreis/Währung), wird der Staat sicherlich einen Schlussstrich unter das Ganze ziehen und das "Spiel" wieder von neuem beginnen.. :oops:

weico

Jiannis
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Re: Vergangenheit und Zukunft

MarcusFabian wrote:

Fiktion, aber vielleicht gar nicht so weit hergeholt:

26. Juni 2008 - Währungsreform in den USA

Zum offiziellen Kurs von 280 Dollar wird ab sofort der Amero als offizielle Währung der USA, Kanadas und Mexikos eingeführt. Die Unze Gold wird auf 56 Amero gesetzt, was einen leichten, aber nach Ansicht der Experten letztmaligen Kursgewinn bedeutet. Amerikanische Staatsanleihen werden nur zu einem Viertel dieses Kurses auf Amero umgestellt (1120 Dollar = 1 Amero). Obwohl China von einem unfreundlichen Akt spricht, ist die Volksrepublik bereit, die Handelsbeziehungen zu den USA fortzusetzen.

56 Ameros für 1 Unze Gold, dass würde heisen 15680$$$$$$

Wooooowwwww!

Biggrin

...wir sind in Kondratieff Winter. Länder gehen bankrott, (Papier)-Währungen werden wertlos, Schulden müssen abgebaut werden....

MarcusFabian
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Re: Vergangenheit und Zukunft

Jiannis wrote:

56 Ameros für 1 Unze Gold, dass würde heisen 15680$$$$$$

Wooooowwwww!

Biggrin

Ja, aber das reicht nicht.

Wenn man zur Zeiten des Goldstandards (1970) Die Dollarmenge durch das in den USA verfügbare Gold (rd. 32'000 Tonnen) dividiert hat, kam man auf $35/oz.

Jetzt kommen auf jede Unze Gold etwa $200'000

Das heisst, wenn man mit einem Preis von $15680 einen Neustart wagt, dann müssen über 90% der alten Dollars vernichtet werden.

Natürlich mit Konsequenzen für alle Anleger, die z.B. ihren Spargroschen, Pensionskasse, Rentenfonds ... in Dollar angelegt haben und nun 90% ihrer Einlagen verlieren.

Aber ein Verlust von 75% - scheint doch realistisch, wenn es zu einer Neuauflage des Finanzsystems kommt.

weico
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Nur sollte man schauen,dass man sein Gold losbringt, bevor ein neues Goldverbot und eine Währungsreform eingeführt wird...! Wink

Alles schon mal dagewesen..:

http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/artikel.php?storyid=4128

P.S: ..also nicht zu Gierig werden und frühzeitig "umschichten".. Lol 8)

weico

Dr. Rubel
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

@ MarcusFabian

Bin den Thread einmal durchgegangen und bin beeindruckt über den Umfang und die Gedankenansätze. Habe nicht alles sofort verstanden oder nachvollziehen können und werde den Thread nochmals lesen bevor ich meine gedanklichen Ergüsse auf die Leser des Threads loslasse ...

MarcusFabian
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

weico wrote:

Nur sollte man schauen,dass man sein Gold losbringt, bevor ein neues Goldverbot und eine Währungsreform eingeführt wird...! Wink

Ist bekannt. Allerdings war nur US-Bürgern der Goldbesitzt verboten, der Rest der Welt durfte Gold halten. Die Amis haben entsprechend halt Goldminen-Aktien gekauft. Das war legal.

Damals konnte man mit Gold ohnehin kein Geld verdienen, denn Gold und Dollar waren ja fixiert. Also hätte es ohnehin nix gebracht, physisches Gold zu besitzen.

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass es in der Schweiz jemals ein Goldverbot geben sollte. Und auch wenn. Dann verkauft man das Zeugs halt im Ausland.

joswig
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Ein super Thread! Danke für deine Ausführungen, MarcusFabian.

Was bezeichnet denn im ersten Diagramm mit den Zyklen die y-Achse?

Also langfristige Charts, die bis ins 19. Jh zurückreichen würde ich ehrlich nicht als Entscheidungshilfe benutzen, zumal die Widerstandslinie dann im wesentlichen durch höchstens drei Punkte in der Vergangenheit definiert wird. Seit damals hat sich in der Wirtschaft und der Welt doch etwas verändert, sodass ein Vergleich willkürlich erscheint.

Dr. Rubel
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Als Neuling sich im Thread durchzulesen artet fast in Arbeit aus ...

Ich habe mir ein paar Themen herausgepickt, die mich angesprochen haben. Ich hoffe ihr haltet beim Lesen durch !

- Kondratieff Zyklus 4 (meine persönliche Gedanken)

- Stichwort Basisinnovationen

- Inflation (Mini-Inflation, Hyperinflation)

Kondratieff

Die Zyklen waren für mich neu. Jedoch der 4. Zyklus empfinde ich als sehr interessant. Was meine ich nun mit interessant ?

Spring: 1949-1966 --> neue Ära nach dem Krieg mit einem riesigen Boom

Summer: 1966-1981 --> Hippie Ära (Männer verlieren die Macht als Rudelsführer in der Familie und Politik, salopp ausgedrückt ;-). !Veränderung der gesellschaftlichen Werte!

(damals war meine Basisschulzeit. Erinnere mich sehr ungerne daran, da kleine Machos wie ich abgestraft wurden von einer Horde von feministischen Lehrerinnen. Jaaa ich bin heute noch traumatisiert ;-). Die Nachwirkungen der Hippie Ära sind heute nicht nur bei mir, sondern noch ausgeprägt in den westlichen Staaten zu verspüren (Umgang der Menschen, Wertvorstellungen, in den Gesetzen, wir lösen Probleme durch reden, wir sind nett miteinander). Wer wie ich in östlichen Ländern gearbeitet hat, hat vermutlich auch festgestellt, dass die westliche Kultur/Gesellschaft belächelt wird, wenn nicht gleich als sehr schwach taxiert wird. Jedoch auch Bewunderung für die sozialen Errungenschaften und die schönen Produkte die wir herstellen mit hoher Qualität.

Autmn: 1982-2000 --> Personalcomputer, Kommunikation, aufstieg des Fernsehers zum Medium No. 1 (plus kleiner Crash im 1987 der heute in den Charts fast nicht mehr sichtbar ist). 1989 Mauerfall! Für mich persönlich der Startschuss für die Globalisierung der Wirtschaft.

Winter: 2000-2020 --> von 2000 bis heute waren für mich persönlich die folgenden Ereignisse am wichtigsten

1. Einführung des EURO im 2000 (potential zur neuen Weltwährung)

2. Die Wahl Putin im 2000

3. Der sich verstärkende Einfluss der BRICs auf die Weltwirtschaft. Nicht zu vergessen Arabische ÖL-Länder wie Dubai, Katar etc.

Meine Prognose für 2009-2020- Die BRICs + Oelländer werden die bisher geltenden Geschäftsregeln und Handels- und Markstandards zu ihren Gunsten verändern. Wenn nötig auch mit Druck oder sogar Erpressung. Da der Respekt der östlichen Welt vor der westlichen Welt (besonders Westeuropa) schmilzt wie Schnee bei Fönwind. Ein Russe hat mir mal gesagt, dass für ihn Europa aussieht wie ein Altersheim wo sich 80jährige streiten und dabei den anderen Ländern noch sagen will was diese zu tun, zu denken und was für wichtig zu gelten hat (Diskutiert mal mit Russen über Pelzkleidung, Luftverschmutzung, Ausländerpolitik, Verkehrsregeln etc. Wink

- Bin kein Prophet, wenn ich schreibe, dass China mit Amerika die Welt beherrschen werden. Der grosse Verlierer dieses Zykluses wird nicht wie viele vermuten Amerika, sondern Westeuropa! sein. Dies aufgrund der besseren Demographie und des prognostizierten Bevölkerungswachstums von Amerika.

Basisinnovationen (Dampfmaschine,Eisenbahn,Strom,Stahl,Chemie,Massenproduktion,Automobil,Informatik/IT)

Wenn ich die Basisinnovationen näher anschaue, dann stelle ich fest, dass sich diese Gruppieren lassen.

1. Bei den Basisinnovationen handelte es sich (fast) immer um Physik (insbesondere Licht und Geschwindigkeit), bzw. Erfindung und Fertigungstechnik:

- Bei Dampfmaschine, Eisenbahn, Auto, Massenproduktion, --> Der Hauptnutzen ist der Geschwindigkeitsvorteil. Komfort/Statussymbol erachte ich als weniger wichtig.

- Strom --> Licht = Verlängerung des Tages, zeitlich längere Produktionszeiten möglich, Strassen in der Nacht beleuchtet, Services können 24h angeboten werden. Für mich ist es weniger wichtig, dass mit Strom auch geheizt oder damit Motoren angetrieben werden können, da es lediglich andere Energieträger substituiert.

2. Bei Chemie handelt es sich halt um Chemie. Aber für mich ist auch Chemie wie Physik (man verzeihe mir das)

3. Stahl fällt ein wenig aus der Reihe. Da müsste auch Beton erwähnt sein. Aber das ist ein Detail. Schlussendlich ist für mich Stahl und Beton wie Chemie. Da Chemie für mich wie Physik ist, ist es also wiederum ... Physik (man verzeihe mir wieder)

5. Als letzte Basisinnovation wurde Informatik/IT genannt. Ist für mich ebenfalls Chemie und Physik (neue Legierungen, Miniaturisierung etc.) + Fertigungstechnik

Alle hatten etwas gemeinsam:

Es war der Nutzen der Basisinnovation. Meine Behauptung: Der Hauptnutzen war die erzielte Effizienzsteigerung!

Beim schreiben dieses Artikels bin ich für mich auf die folgende Formel gekommen:

Standardisierungerhöhung x Geschwindigkeit = Effizienzsteigerung (gibts diese Formel schon? oder kann ich sie patentieren lassen ;-)?

- Der Bau der ersten Lokomotiven in Serie war nur möglich, da man nur 1 oder 2 grössen von Schrauben verwendete --> Standardisierung

- Eisenbahn und Auto bringen einem schneller von A nach B --> Geschwindigkeit

- Aufgrund der Basisinnovation Chemie und Stahl gibts den Stahlbeton --> Einfach zu transportieren, schnell "zubereitbar bei Bedarf" schnellere Baugeschwindigkeit + Standardisierung

Konklusion: Nur eine Erfindung, neue Dienstleistung oder neue Fertigungstechnik die Effizienzgewinne ermöglicht (für einzelne Personen oder Firmen) hat das Potential als zukünftige Basisinnovation.

Anmerkung: Der obige Text entbehrt jeder fundierten wissenschaftlichen Grundlage, sondern stellen nur meine persönlichen Gedanken dar. Hoffentlich habe ich euch mit meinen Ausführungen nicht allzu zu sehr gelangweilt.

--------------------------------------- konez ----------------------------------

Inflation

Zuerst ein paar Fragen:

- Wann hatten wir in der Schweiz

die letzte Inflation ?

die letzte Hyperinflation ?

die letzte Deflation ?

die letzte Stagflation ?

Ich lese in den Medien immer wieder diese Begriffe und die Befürchtung, dass es zu diesen xxx-flationen kommen kann. Nur kenne ich diese nur aus den Büchern.

MarcusFabian
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

joswig wrote:

Was bezeichnet denn im ersten Diagramm mit den Zyklen die y-Achse?

Eigentlich gar nichts. Na ja, vielleicht allgemein die Bösenkurse, Konjunktur, BIP ... was auch immer.

Die Grafik will ja auch nur zeigen, dass es auf- und abwärts geht. Aber es wäre falsch, den Massstab an die Grafik anlegen zu wollen, um das Korrekturziel für den Dow oder SMI zu bestimmen Wink

MarcusFabian
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Schönes Posting Wink

Dr. Rubel wrote:

- Wann hatten wir in der Schweiz

die letzte Inflation ?

die letzte Hyperinflation ?

die letzte Deflation ?

die letzte Stagflation ?

Inflation: Um die Ölkrise also ab 1973 bis etwa 1979

Hyperinflation (= monatliche Teuerung um 50% und mehr) hatten wir nie. In Deutschland 1923. Nun ja, die Schweiz gehörte früher mal zum weströmischen Reich. Insofern durften wir vermutlich auch an der Hyperinflaiton 276 bis 334 teilnehmen Wink

Deflation: In der Depression ab 1930-1935

Stagflation: 1969-1973

Nugget
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Der 5. Kondatieff-Zyklus - Wann beginnt er, wann endet er?

Ja, dieser Herr Kondratieff...Ist ja sehr interessant, diese Zyklen - finde ich auch durchaus nachvollziehbar. Was mich nur etwas irritiert, ist, dass diese Kondratieff-Wellen je nach "Interpretator" etwas anders dargestellt werden. Da gibt es Prof. Dr. Max Otte, bei dem beginnt der Zyklus 1990. Bei Prof. Dr. Wittmann beginnt er 1983. Bei Marcus Fabian's Darstellung beginnt er 1950 (oder sehe ich das falsch?). Die bisherigen Zyklen dauerten mehr als 40 Jahre - die Anstiege - also Frühling/Sommer dauerten 24 - 28 Jahre (nach J.P. Warren. The 50-Year Boom Bust Cycle, Goldaming. Surrey (GB) 1982). Das würde heissen, wenn wir mal von 24 Jahren Aufstieg ausgehen, dass wir nach Otte und Wittmann etwa im Spätsommer / Herbst wären. Die Frage ist nun, ob es wirklich nur 24 Jahre sind bis der Aufstieg zu Ende ist. Da hat sich in der Welt inzwischen so viel geändert (Anstieg Dienstleistungssektor, Schwellenländer Asiens, Freihandel etc.), dass man durchaus auch an eine Verlängerung glauben kann...

„Letztlich bringt es nichts, den Regen vorherzusagen oder zu erklären, woher der Regen kommt. Besser ist es, sich eine Arche zu bauen.“ (Warren Buffet)

MarcusFabian
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Über Prof. Dr. Wittmann habe ich nichts gefunden und Otte rechnet mit dem grossen Verfall spätestens ab 2010, hat sich aber später korrigiert auf Spätsommer 2008.

Wann bei ihm allerdings welcher Zyklus angefangen hat, weiss ich auch nicht.

Aber bleiben wir mal bei den langfristigen Zyklen. Es gibt verschiedene Zyklen, die sich gegenseitig sicherlich beeinflussen und die sich wie zwei Sinuswellen überlagern.

Da gibt es den Zinszyklus. Wir hatten historisch niedrige Zinsen in den Jahren 1954 und 2005 und sehr hohe Zinsen im Jahr 1982.

Es ist also richtig, wenn wir einen Zinszyklus von 1954 bis 2005 definieren.

Kondratieff spricht vom Wirtschaftszyklus. Der muss aber nicht zwingend mit dem Zinszyklus übereinstimmen, obschon die Zinsen ja die Wirtschaft mit beeinflussen. Definieren wir also einen Wirtschaftszyklus und nehmen den Dow Jones als Massstab (suchen also jeweils die niedrigsten und höchsten Punkte von 50 Jahren, kommen wir zum Kondratieff.

Zinszyklus

Ich glaube, ich weiss, was Dich verwirrt: Die Länge des Zyklus (Frühling - Sommer - Herbst - Winter) von 70 Jahren im Vergleich zur Dauer von Bullen- und Bärenmärkten. Stimmts?

Nun, ein Zyklus enthält jeweils zwei Bullen- und Bärenmärkte:

Frühling (ab 1949) war Bullenmarkt. Wirtschaft wächst bei niedrigen Zinsen. Anfangs sind alle noch schuldenfrei und somit können Investitionen getätigt werden. Schulden werden nun aufgebaut

Sommer (ab 1967) war Bärenmarkt. Stark steigende Zinsen und Teuerung über 10%. Schulden werden bereits zum Problem.

Herbst (ab 1981) wieder Bullenmarkt. Zinsen und Teuerung fallen. Schulden werden weiter aufgebaut. Wirtschaftswachstum vermehrt auf Pump.

Winter (2008/2010?.. ) Bärenmarkt. Es gibt zuviel von allem: Geld, Schulden, Produktionskapazitäten, Arbeitskräfte. Das muss nun abgebaut und reduziert werden. Also Deflation der Geldmenge und der Schulden, Abbau von Arbeitsplätzen, Schliessen von Fabriken ... kurz: Rezession.

Am Ende stehen wir dann wieder schuldenfrei da. Evtl. kommt es beim Schulden-Vernichten auch zu einer Finanzkrise mit anschliessender Währungsreform.

Schulden-Vernichtung heisst Schulden-Verzicht. Das heisst, dass Obligationen (auch Staats-Oblis) vielleicht nur noch zu 10% oder 20% bedient werden. Entsprechend ent-reicherung der Gläubiger. Privaten, Pensionskassen, Banken, Versicherungen und Staaten.

Nugget
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

MarcusFabian wrote:

und Otte rechnet mit dem grossen Verfall spätestens ab 2010, hat sich aber später korrigiert auf Spätsommer 2008.

Ich glaube, ich weiss, was Dich verwirrt: Die Länge des Zyklus (Frühling - Sommer - Herbst - Winter) von 70 Jahren im Vergleich zur Dauer von Bullen- und Bärenmärkten. Stimmts?

Nun, ein Zyklus enthält jeweils zwei Bullen- und Bärenmärkte:

Frühling (ab 1949) war Bullenmarkt.

Sommer (ab 1967) war Bärenmarkt.

Herbst (ab 1981)

Winter (2008/2010?.. ) Bärenmarkt. .

Ok, wir sind uns grundsätzlich einig, dass es Zyklen gibt. Die Frage ist nun, wann ist der Aufstieg zu Ende, bzw. wann kommt der Winter Angel und wie sichert man sich als Anleger in einer solchen Depression ab (B).

zu A:

Woher hast Du die Angabe, dass Max Otte den Verfall auf Spätsommer 2008 sieht? Wenn man ihn heute fragt, wie sich das Ganze nun weiter entwickelt und ob nun die von ihm erwartete Krise (oder Crash) kurz bevorsteht, bleibt er ziemlich cool:

Hier Auszug aus dem Chatprotokoll vom 22.1.08 (also 1 Tag nach dem Mini-Crash) siehe www.privatinvestor.de

"Guten Abend Herr Prof. Otte,

die Börsen brechen ja richtig zusammen. Kann es sich hier nicht schon um den Beginn des richtigen Crashs handeln? Wäre es nicht besser, noch zuzuwarten und später noch billiger einzukaufen?

Max Otte:

Tja, wenn ich das wüsste. Ich halte es mit Buffett: Wenn ich Qualität zu niedrigen Preisen sehe, kaufe ich. Keine Ahnung, ob die Preise morgen noch niedriger sind".

ODER:

"Wie beurteilen Sie die augenblickliche Situation? Sollte man stark abgefallene Werte bereits jetzt kaufen beziehungsweise nachkaufen oder wird es noch weiter nach unten gehen?

Max Otte:

Wenn Sie Liquidität haben, würde ich etwas davon einsetzen. Und wo die Börse morgen steht, weiß ich nun wirklich nicht. Ich weiß nur, wann ich Qualitätsunternehmen billig kaufen kann."

ODER:

Guten Abend, Herr Prof. Otte, wie sehen Sie mittel- + langfristig die jetzige Situation, vor allem angesichts des baldigen Endes der Bush-Ära beziehungsweise der Neuwahl eines Präsidenten? Kann man überhaupt noch wagen, zu investieren? MfG CTeich

Max Otte:

Man MUSS investieren. Immer. Wenn Sie nichts tun, tun Sie auch etwas. Also: Investieren ja, aber mit klarem Kopf.

ODER:

Sind es nicht die Computerprogramme der institutionellen Anleger, welche die Krise verstärken und müssen die so handeln?

Max Otte:

Das kann sein. „Letztlich bringt es nichts, den Regen vorherzusagen oder zu erklären, woher der Regen kommt. Besser ist es, sich eine Arche zu bauen.“ (Warren Buffett, zitiert nach unserem Mitglied Georg Melion)

Ich spreche nicht von den Bären- oder Bullenzyklen sondern nur von den "Kondratieff-Zyklen". Mich irritiert, dass die Wellen nach J.P.Warren und Wittmann anders verlaufen und eben nicht 70 Jahre sondern gut 40 Jahre dauern. So kommt es, dass bei Deiner Grafik der Höhepunkt anfang 80er Jahre ist, bei der Darstellung nach Warren und Wittmann entspricht diese Zeit jedoch eher dem Tiefpunkt. D.h. der 5. Kondratieff hat in den USA 1983 erst begonnen (d.h. Abstieg "Winter" von 1967 - 1983). Die 5. Welle wird mit dem Aufkommen der Mikroelektronik (IT-Revolution) begründet. Der Bank Credit Analyst meinte im Jahre 2005, dass sich die IT-Revolution noch in einem frühen Stadium befindet und sieht weiterhin positive Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung - vorderhand bis 2015 - aber lassen wir das und kommen zu Punkt B.

zu B:

Wieder zurück zu Otte: Ich habe lange nicht verstanden, wie jemand den Crash erwartet und trotzdem frisch und fröhlich in Aktien investiert. Für mich interessant ist doch die Aussage, dass jeder Anleger eine Arche bauen soll. Und da geht es in erster Linie um eine breite Diversifizierung. Alles in Obligationen und Bargeld zu halten kann je nach Krisenszenario auch sehr riskant sein (Bsp. Inflation). Aktien stellen immerhin einen realen Wert dar, d.h. eine Beteiligung an einer Firma, die ja seriös ausgewählt werden sollte. Gold und Immobilien sind wiederum andere Anlagekategorien. Alles in allem ist es ja das Ziel verschiedene, untereinander wenig korrelierende Anlagen zu haben.

Ich meine auch, dass es sinnvoll ist, überhall etwas zu halten - über die Anteile kann man sich streiten und hängt sicher auch von der persönlichen Situation ab (habe Immobilien und seit Frühling 2007 auch Gold). Aber nun gleich alle Aktien zu verkaufen, halte ich für falsch, doch eine Umschichtung in mehr krisensichere Werte (Nahrungsmittel, Pharma, Energie etc.) dürfte sicher sinnvoll sein.

„Letztlich bringt es nichts, den Regen vorherzusagen oder zu erklären, woher der Regen kommt. Besser ist es, sich eine Arche zu bauen.“ (Warren Buffet)

weico
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Schön erklärt,mit vielen Charts, finde Ich den Kondratieff mit dieser Flash-Presentation:

http://tinyurl.com/34zjmh

ebenfalls lesenswert:

http://tinyurl.com/26eq67

P.S: und die Auswirkungen eines Kondratieff-Winter's sind hier zu lesen (langer Artikel...):

http://tinyurl.com/25hjqg

weico

Nugget
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Vielen Dank für die Links, Weico. Nun weiss man wenigstens aus welcher "Küche" diese Interpretation der Kondatieff-Wellen kommt. Urheber scheint ein gewisser Ian Gordon zu sein, Vize Präsident der Bolder Investment Partners in Kanada und Investment Advisor. Ian Gordon ist Historiker und hat offenbar keinen wissenschaftlich-volkswirtschaftlichen Hintergrund.

Auf der Website der Bolder Investment Partner ist zu lesen:

"Will your investment portfolio be able to withstand the frigid Kondratieff Winter? Secure your assets through a complementary portfolio review. For more information please contact myself (institutional/corporate/accounts over $250K) or one of my associates (for all others) "

Nun, es ist jedem selbst überlassen, wie unabhängig er diese Institution beurteilt... :? (es geht da glaub ich um Metallinvestments)

Zugegeben, auch Prof. Max Otte erscheint mir mit seinem Börsenbrief nicht ganz unabhängig (ob er diese Einnahmequelle aufgrund seiner Reputation nötig hat, sei mal dahingestellt). Prof. W. Wittmann dürfte sicher am ehesten unabhängig sein, auch wenn er Ansichten vertritt, die sicher nicht dem Mainstream entsprechen.

Spielt ja keine Rolle. Für mich erscheint eine Person jedoch glaubhafter, wenn er in Demut zugibt, die zukünftige Entwicklung nicht zu kennen, was nicht heisst, dass man viele heutige Missstände und deren mögliche Folgen nicht aufzeigen soll.

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Coris
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Hallo MarcusFabien, dieser Thread ist eine grosse Bereicherung!

Im zweiten Posting hast du den DOW langfristig (seit seinem Beginn) inflationsbereinigt dargestellt.

Nun ist es ja so, dass der DOW heute ganz anders zusammengesetzt ist wie früher. Nur die besten Aktien können sich in einem Index halten.

Mich würde extrem interessieren, ob es Datenerhebungen gibt, die zeigen, ob in der Tat alle Aktien zusammen in diesem Zeitraum gestiegen sind, also einberechnet alle Pleiten und Pannen.

«Prognosen sind besonders schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.» - Karl Valentin

MarcusFabian
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Coris wrote:

Nun ist es ja so, dass der DOW heute ganz anders zusammengesetzt ist wie früher. Nur die besten Aktien können sich in einem Index halten.

Gut beobachtet. Als der Dow 1956 wieder (inflationsbereinigt) auf dem Niveau von 1929 angelangt war, war seine Zusammensetzung tatsächlich ganz anders. Schliesslich haben einige Dow-Firmen die Rezession gar nicht überlebt.

Aber wenn man sich den breiteren S&P-500 anschauen würde (gab's den damals überhaupt schon?) hätte sich der vermutlich ähnlich wie der Dow entwickelt.

Coris
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Den S&P gibt's erst seit Ende der Fünfziger Jahre, man kann ihn noch ein paar Jahre zurückrechnen, aber wahrscheinlich nur ein Jahrzehnt zuverlässig.

Was ich eben noch nie gesehen habe sind "Indices aller Aktien" sozusagen die unbereinigte Performance eines Börsenplatzes. Wenn ich sehe, was beim SMI in letzter Zeit alles gegangen ist, habe ich schon beim Zurückschauen der Kurve in die Vergangenheit Bedenken. Geschweige denn in der Extrapolation in die Zukunft.

Aber so eine schön steigende Kurve über Jahrzehnte (ausser grad 60/70er Jahre) macht halt schon famosen Eindruck. Da kann so mancher Berater seine Kunden beruhigen und zum Kauf der Papiere bewegen.

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