Langfristiger Ausblick auf die Märkte

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buran
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Weder die Chinesen - noch die Amerikaner werden längerfristig das Geschehen nachhaltig beeinflussen.

Das ganze funktioniert exakt nach einem PID-Regler

P = Gibt die Bandbreite vor

I = Wie schnell soll ein Ereignis eintreten

D = Was unternehme ich, wenn das am Schwingen ist?

Dafür gibt es verschiedene Modelle:

- Die für den Praktiker - damit man im "Felde" erfolgreich ist

- Man nimmt math. Modelle und rnechet das mit "Hirnschmalz"

durch.

Das worst case trifft ein:

--> G-7 Treffen --> P-Anteil wird bestimmt.

--> I-Anteil: Entscheidung der einzelnen Notenbanken

--> D-Anteil: Nicht mehr erfassbar --> Das sind die postings

in diesem Forum: Call / Putt -- Gold, Silber, Index, Fonds etc.?

Erkenntnis: P-Anteil wird publiziert

I-Anteil müssen wir aus den Publikationen erarbeiten

D-Anteil: ?

Wir können uns bis zum Erbrechen und dann noch zwei Stunden darüber auslassen. Trotz Immo Wertberichtigung in den USA, trotz Teuerung global bei den Lebensmittel, trotz Rohstoffverknappung.... solange die "Welt" miteinander spricht ist nur - und nur das P-Band wichtig.

Ist das nicht mehr möglich, dann nützen alle Ihre Intuitionen, Wünsche, Call, Put´s, Gold, Silber.

Was lernen wir? Ist nach dem G-7 Treffen die Welt zusammengebrochen?

MarcusFabian
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Psytrance24 wrote:

Ich glaub Heli Ben will jetzt mit den Milliarden die er jeden Tag druckt die Aktien durch Käufe dieses "Ungeldes" stützen 8)

wäre dies de facto möglich?

Ja, selbstverständlich. Und das wurde teilweise ganz unverschleiert gemacht.

Besonders Ende 2002 im ganzen Jahr 2003. Hier wurde jeweils der Dow gezielt gepusht. Man konnte damals fast die Uhr danach stellen, dass 21:30 MEZ noch Blocks von 2000 Kontrakten gekauft wurden. Ähnliches konnte beobachtet werden, wenn der Dow auf eine bestimmte kritische Chartmarke absackte.

1 Dow Future hebelt den DOW mit Leverage 10. Kostet der Dow also 10'000, entspricht ein Kontrakt $100'000.

Entsprechend hebeln 2000 Kontrakte dann $200 Mio. Eine Summe, die das Einzelgeschäft selbst einer Grossbank wohl übersteigen dürfte.

Weiterhin wurden gezielt Aktien von Dow-Werten gekauft (Procter & Gamble und Caterpillar), die schwach sind aber Dow unverhältnismässig stark gewichtet waren. Sprich: Mit minimalem Finanzaufwand wurde die höchstmögliche Wirkung auf den Dow ausgeübt.

Beobachter in anderen Börsenforen, die dieses Treiben immer 1-zu-1 verfolgten schrieben dann häufig: "Alan kauft wieder Pampers".

Es gibt ganz offiziell das PPT (Plunge Protection Team), das die Aufgabe hat, auf Geheiss der FED die Märkte zu stabilisieren indem entsprechend Index-Futures gekauft werden.

MarcusFabian
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buran wrote:

solange die "Welt" miteinander spricht ist nur - und nur das P-Band wichtig.

Ist das nicht mehr möglich, dann nützen alle Ihre Intuitionen, Wünsche, Call, Put´s, Gold, Silber.

Du unterstellst, dass die globalen Finanzmärkte auch weiterhin durch die Notenbanken gelenkt werden können. Das ist und war bisher auch immer richtig. Aber das muss nicht zwingend so bleiben.

Wenn Opel von den Autohäusern in den USA keine Dollars sondern Euro verlangt und andere Firmen weltweit diesem Beispiel folgen, können FED und die EZB machen was sie wollen. Es wird nichts nützen.

Und das bisher probate Mittel der FED, neue Dollars zu drucken, wird in diesem Fall sogar kontraproduktiv sein.

Der weiter oben von weico verlingte Artikel des Telecgraph bringt's sehr gut auf den Punkt: Wir dürfen nicht nur auf FED und die Aktienmärkte achten. Auslöser einer allfälligen Krise dürfte der Bond-Markt sein:

Ich fasse den erwähnten Artikel mal kurz zusammen:

Wenn die Chinesen ihre US-T-Bonds massiv verkaufen, dann sinken die Preise für T-Bonds und entsprechend gehen die Renditen rauf. Klar?

Ich erklär' das mal kurz: Ein T-Bond, der bei der Ausgabe $100 kostet, hat bei der Ausgabe einen Coupon, der pro Jahr $4.5 abwirft. Das sind bei der Ausgabe entsprechend 4.5% Rendite.

Wenn der T-Bond auf $90 sinkt, bleibt die Coupon-Grösse konstant. Das sind dann $4.50 bei einem Investment von $90, also 5% Rendite.

Sinken die Bonds auf $80 steigt entsprechend die Rendite auf 5.6%

Das alleine ist noch kein Beinbruch. Aber diese Entwicklung der "Zinsen am Langen Ende" löst bei den Bond-Anlegern folgende Überlegung aus:

US T-Bonds sind die sichersten Bonds der Welt, an denen sich alle anderen Bonds messen lassen müssen. Wenn ich auf T-Bonds also eine Rendite von 5.6% erhalte, müssen gute Privatfirmen mit AAA Rating mindestens 5.8-6% Zinsen liefern und schwächere Firmen entsprechend vielleicht 6.5 oder 7%, damit die Risikoprämie stimmt.

Die Zinsen am langen Ende (der T-Bonds) bestimmen also implizit die Zinsen für Hypotheken, Unternehmensanleihen und Kreditkarten.

Bisher wurden die Zinsen am langen Ende von den Zinsen am kurzen Ende (nämlich der FED-Rate bestimmt). Die Banken konnten sich bei der FED oder anderen Banken günstig Kredite holen und kauften dafür die etwas höher verzinsten T-Bonds. Die Differenz war Gewinn. Die Differenz zwischen beiden liegt in der Regel so bei 1% bis 1.5%.

Bisher war es immer so: Sinkt die FED-Rate, verteuern sich die Bonds, deren Rendite sinkt und zwar so lange, bis die Differenz wieder 1.5% ausmacht.

Wenn dieser Mechan unterbrochen wird und sich die T-Bonds von der FED-Rate abkoppelt, ist die Kacke am dampfen. Dann hat das zur Folge, dass die Zinsen für alle US-Schuldner steigen.

Das ist auch logisch, denn wenn wir Banken und Bonds und FED ausklammern bedeutet das nichts anderes als: "Ein schlechter Schuldner muss mehr Zins bezahlen, damit er von uns Kredit bekommt". Dieses Konzept kennen wir alle. Bananenrepubliken müssen für Kredite sehr hohe Schuldzinsen hinnehmen.

Abgesehen davon, dass die USA keine Bananen produzieren und keine Republik sind, ist der Vergleich mittlerweile treffend :twisted:

Das FED hat in dieser Situation exakt zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren:

1. Es druckt Geld und vergibt billige Kredite an Banken und Hedge-Fonds. Die kriegen das Geld von der FED dann zu 2% und kaufen dafür T-Bonds mit 6% Rendite. Das nennt sich Carry-Trade und wenn's klappt, steigen dadurch die Bond-Preise wieder, was die Zinsen senkt.

2. Es druckt Geld und kauft damit selber T-Bonds. Das ist natürlich krank (mit selbst gedrucktem Geld die eigenen Schulden aufzukaufen) und wenn das public wird, dürfte das Vertrauen in das US-Finanzsystem über Nacht schwinden.

In beiden Fällen wird - aber das kennen wir ja schon - der Wert des Dollars weiter sinken.

Natürlich ist das eine Situation, die sich niemand herbeisehnt. Aber es ist ein durchaus plausibles Szenario. Mit zunehmender Dollarschwäche werden die Dollar-Besitzer immer nervöser. Jeder ist bestrebt, möglichst klammheimlich seine Dollars gegen nachhaltigeres einzutauschen. "When panic, panic first!".

Denn jeder weiss auch, dass der, der zuletzt seine Dollars in Panik verkauft, nichts mehr dafür bekommen wird.

Und ja, man kann sich dagegen absichern. Indem man nämlich in Sachwerte investiert, die nicht beliebig inflationiert werden können. Rohstoffe bieten sich an, obschon Gold oder Diamanten leichter zu lagern und zu transportieren sind.

weico
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MarcusFabian
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Kopie einer Kopie und ohne Quellenangabe:

Ich habs aus dem Hofi-Forum und dort wurde es im Swissquote Forum gefunden. Falls jemand das nachfolgende wunderschöne Posting im SQ-Forum findet, bitte Quelle posten, damit der Autor den gebührenden Respekt bekommt:

--

Was Du da "gerne haettest"

das haben eben die Amis bereits. Im Ueberfluss sogar.

So enorm viel Ueberfluss, dass es inzwischen Ueberdruss ist.

Die Schere zwischen Verschuldung (und Schuldendienst) und eigener wirtschaftlicher Leistungskraft hat sich so enorm weit geoeffnet, dass das nun anscheinend durch nichts und niemanden mehr zu finanzieren ist. Die Sache laeuft aus dem Ruder, Ablaeufe werden zunehmend unkontrollierbar. Der Jargon aendert sich: Aus einem "Immobilienproblem" ist ein "Kreditproblem" geworden. Der Buerger wird darauf konditioniert nach Pflaesterchenverteilung (Fressmaerkli-Aktion, Ambac-Kosmetik) positiv, sprich "kaufwuetig" zu reagieren.

Schoen zu beobachten: Seit der letzten Zinssenkung sind Hypozinsen aber auch andere Kreditzinsen z.T. happig angestiegen. Die Verwendung von Bush’s angerissenem "Hilfspaket" ueber 168 Mia Dollar ist ja nur vage definiert: ein ganz kleines Stuecklein davon erhaelt das Volk, der weitaus groesste Teil soll aber fuer "wirtschaftsfoerdernde Massnahmen" verwendet werden. Und darunter versteht Bush nun ja erklaertermassen jedes Mittel als zulaessig, somit auch die Manipulation des Aktienmarktes. "In terms of any stimulus package, we're considering all options".

"Den Amerikanern soll gezeigt werden, dass die Flagge noch ueber der Wall Street weht", so aeusserte sich im Jahr 2000 Robin Aspinall.

Verpflichtete Investmentbanken (bei diesem Drecksgeschaeft nachgewiesenermassen dabei Goldman Sachs) kaufen konzertiert massiv Futures was anderen Banken und Brokern logischerweise nicht verborgen bleibt - sie ziehen mit. "Als ob Gott selbst interveniert haette" titelte die NY Post am 5.4.2000 verwundert, nachdem tags zuvor ein Verlust von 5% im Dow und von 15% im Nasdaq in windeseile an den gruenen Strich manipuliert wurde.

Flankierende Massnahmen wie optimistische "Einschaetzungen" bekannter Analysten ein gezieltes Geruecht zur rechten Zeit bezwecken, dem leichtglaeubigen Buerger in den Folgetagen soviel wie moeglich in deren Depots zu druecken. Die enormen Risiken einer solchen Aktion sollen raschmoeglichst und so effizient wie moeglich abgewaelzt und in Millionen von Depots verteilt werden. Sollte das Schema naemlich einmal nicht mehr funktionieren - und das zeichnet sich ja ab - so wuesste ich nicht, was bzw. wer einen Totalcrash noch aufhalten koennte. Um ihre Buchverluste auf einer allenfalls misslungenen Hausse-Spekulation in Grenzen zu halten, muessten sie die Richtung aendern und damit selbstredend den Crash den sie nicht wollten potenzieren.

Die Bereitschaft aus dem Ausland solche Kapriolen mitzutragen sinkt sichtlich.

Gut sichtbar bei Fannie Mae und Freddie Mac. Diese beiden allein tragen ueber 70% der Risiken im US-Immomarkt. Sie versorgen das Volk grosszuegigst mit Liquiditaet und gaukeln dem Volk vor, es sei reicher als es in Tat und Wahrheit ist. Sie refinanzieren sich zu Regierungskonditionen und die Ausgabe von Anleihen. Anleihen in astronomischer Hoehe wurden mit ihrem Siegel "Government Sponsored Enterprises" ins Ausland verkauft. Nun, da vieles aus dem Ruder laeuft, beginnen auch diese beiden zu wanken. Merril Lynch hat die beiden gestern zum Verkauf empfohlen und das Ausland wird sich darauf besinnen (muessen), dass diese beiden eben nur "Government Sponsored" sind, eine explizite Staatsgarantie aber nie gegeben wurde. Somit nicht nur "sell", wie ML meint, sondern "strong sell" wie ich meine.

Die Maer von den USA als "Wirtschaftsmotor der Welt" stammt aus dem letzten Jahrtausend.

Heute waere treffender "USA, die Karbonbremse der Weltwirtschaft". Wollten Formel-1-Konstrukteure lernen, wie man einen F1-Boliden in einer halben Sekunde von 300 auf Null bremst, so koennten sie bei Bernanke in den Unterricht.Gerade aktuell dokumentiert er doch ueberdeutlich, dass es ihnen nicht mal mehr recht gelingen will, ihren Hauptexportschlager "Inflation" zu verkaufen.

In Zeiten des kalten Krieges sprach man von Gefahren eines "nuklearen Winters" der sich ueber die Erde legen koennte.

Heute tippt dieses Land unverhohlen mit dem Knopf, mit dem ein "finanzieller Winter" ueber die Erde gelegt werden kann. Dabei muessten sie eigentlich aus gemachten Erfahrungen (z.B. letzten 1. August, ebenfalls in der letzten halben Stunde) erkennen, dass ihre Dowmanipulationen zunehmend wirkungslos werden. Wir koennen somit auch die Illusion des "innovativen Amerika" ganz getrost beerdigen. Nach all den Jahren spielt die Musik nicht mehr. Neue Ideen waeren gefragt, doch das uebersteigt den Intellekt eines Hamburger-niesenden Fatzkes wie Bush.

Fazit:

Dollar abstossen. US-Aktien abstossen. Fonds, strukturierte Produkte (was da auf welchen Umwegen reinbeschissen wird geht auf keine Kuhhaut) abstossen. Wer Ware liefert, soll Barzahlung verlangen. Wer Ware kaufen will: Es gibt besseren Wein, als kalifornischen ... Smile

weico
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Herrn Bernanke rechnet jetzt schon selber damit,dass ein paar Banken die Krise nicht überstehen und "eingehen" werden... :shock: :roll:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,538469,00.html

Wenn's wirklich dazu kommt (und dies ist ziemlich sicher.. :oops: ),dann geht's aber am Aktienmarkt panikartig sehr schnell und heftig RUNTER... :twisted:

P.S: ..und bei Edelmetallen und Rohstoffen natürlich sehr heftig RAUF.. Lol 8)

weico

Simona
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MarcusFabian wrote:

Kopie einer Kopie und ohne Quellenangabe:

Ich habs aus dem Hofi-Forum und dort wurde es im Swissquote Forum gefunden. Falls jemand das nachfolgende wunderschöne Posting im SQ-Forum findet, bitte Quelle posten, damit der Autor den gebührenden Respekt bekommt:

--

Was Du da "gerne haettest"

das haben eben die Amis bereits. Im Ueberfluss sogar.

So enorm viel Ueberfluss, dass es inzwischen Ueberdruss ist.

Die Schere zwischen Verschuldung (und Schuldendienst) und eigener wirtschaftlicher Leistungskraft hat sich so enorm weit geoeffnet, dass das nun anscheinend durch nichts und niemanden mehr zu finanzieren ist. Die Sache laeuft aus dem Ruder, Ablaeufe werden zunehmend unkontrollierbar. Der Jargon aendert sich: Aus einem "Immobilienproblem" ist ein "Kreditproblem" geworden. Der Buerger wird darauf konditioniert nach Pflaesterchenverteilung (Fressmaerkli-Aktion, Ambac-Kosmetik) positiv, sprich "kaufwuetig" zu reagieren.

Schoen zu beobachten: Seit der letzten Zinssenkung sind Hypozinsen aber auch andere Kreditzinsen z.T. happig angestiegen. Die Verwendung von Bush’s angerissenem "Hilfspaket" ueber 168 Mia Dollar ist ja nur vage definiert: ein ganz kleines Stuecklein davon erhaelt das Volk, der weitaus groesste Teil soll aber fuer "wirtschaftsfoerdernde Massnahmen" verwendet werden. Und darunter versteht Bush nun ja erklaertermassen jedes Mittel als zulaessig, somit auch die Manipulation des Aktienmarktes. "In terms of any stimulus package, we're considering all options".

"Den Amerikanern soll gezeigt werden, dass die Flagge noch ueber der Wall Street weht", so aeusserte sich im Jahr 2000 Robin Aspinall.

Verpflichtete Investmentbanken (bei diesem Drecksgeschaeft nachgewiesenermassen dabei Goldman Sachs) kaufen konzertiert massiv Futures was anderen Banken und Brokern logischerweise nicht verborgen bleibt - sie ziehen mit. "Als ob Gott selbst interveniert haette" titelte die NY Post am 5.4.2000 verwundert, nachdem tags zuvor ein Verlust von 5% im Dow und von 15% im Nasdaq in windeseile an den gruenen Strich manipuliert wurde.

Flankierende Massnahmen wie optimistische "Einschaetzungen" bekannter Analysten ein gezieltes Geruecht zur rechten Zeit bezwecken, dem leichtglaeubigen Buerger in den Folgetagen soviel wie moeglich in deren Depots zu druecken. Die enormen Risiken einer solchen Aktion sollen raschmoeglichst und so effizient wie moeglich abgewaelzt und in Millionen von Depots verteilt werden. Sollte das Schema naemlich einmal nicht mehr funktionieren - und das zeichnet sich ja ab - so wuesste ich nicht, was bzw. wer einen Totalcrash noch aufhalten koennte. Um ihre Buchverluste auf einer allenfalls misslungenen Hausse-Spekulation in Grenzen zu halten, muessten sie die Richtung aendern und damit selbstredend den Crash den sie nicht wollten potenzieren.

Die Bereitschaft aus dem Ausland solche Kapriolen mitzutragen sinkt sichtlich.

Gut sichtbar bei Fannie Mae und Freddie Mac. Diese beiden allein tragen ueber 70% der Risiken im US-Immomarkt. Sie versorgen das Volk grosszuegigst mit Liquiditaet und gaukeln dem Volk vor, es sei reicher als es in Tat und Wahrheit ist. Sie refinanzieren sich zu Regierungskonditionen und die Ausgabe von Anleihen. Anleihen in astronomischer Hoehe wurden mit ihrem Siegel "Government Sponsored Enterprises" ins Ausland verkauft. Nun, da vieles aus dem Ruder laeuft, beginnen auch diese beiden zu wanken. Merril Lynch hat die beiden gestern zum Verkauf empfohlen und das Ausland wird sich darauf besinnen (muessen), dass diese beiden eben nur "Government Sponsored" sind, eine explizite Staatsgarantie aber nie gegeben wurde. Somit nicht nur "sell", wie ML meint, sondern "strong sell" wie ich meine.

Die Maer von den USA als "Wirtschaftsmotor der Welt" stammt aus dem letzten Jahrtausend.

Heute waere treffender "USA, die Karbonbremse der Weltwirtschaft". Wollten Formel-1-Konstrukteure lernen, wie man einen F1-Boliden in einer halben Sekunde von 300 auf Null bremst, so koennten sie bei Bernanke in den Unterricht.Gerade aktuell dokumentiert er doch ueberdeutlich, dass es ihnen nicht mal mehr recht gelingen will, ihren Hauptexportschlager "Inflation" zu verkaufen.

In Zeiten des kalten Krieges sprach man von Gefahren eines "nuklearen Winters" der sich ueber die Erde legen koennte.

Heute tippt dieses Land unverhohlen mit dem Knopf, mit dem ein "finanzieller Winter" ueber die Erde gelegt werden kann. Dabei muessten sie eigentlich aus gemachten Erfahrungen (z.B. letzten 1. August, ebenfalls in der letzten halben Stunde) erkennen, dass ihre Dowmanipulationen zunehmend wirkungslos werden. Wir koennen somit auch die Illusion des "innovativen Amerika" ganz getrost beerdigen. Nach all den Jahren spielt die Musik nicht mehr. Neue Ideen waeren gefragt, doch das uebersteigt den Intellekt eines Hamburger-niesenden Fatzkes wie Bush.

Fazit:

Dollar abstossen. US-Aktien abstossen. Fonds, strukturierte Produkte (was da auf welchen Umwegen reinbeschissen wird geht auf keine Kuhhaut) abstossen. Wer Ware liefert, soll Barzahlung verlangen. Wer Ware kaufen will: Es gibt besseren Wein, als kalifornischen ... Smile

Wink

Wurde mit Interesse und dem gebührenden Respekt an den Autor(?) gelesen. Nur, ob man alle Döller abstossen sollte - die Dinger kann man ev. noch brauchen für Ferien etc. (muss ja nicht in USA sein).

PS: Wo ist denn das Hofi-Forum? Merci und

Gruss,

Simona

Psytrance24
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Aus Wikipedia: Bubble Economy, Japan nach 1990

    Das bekannteste Beispiel für eine Bubble Economy ist der japanische Aktien- und Immobilenmarkt der zweiten Hälfte der 1980er Jahre.

    Im Plaza-Abkommen 1985 vereinbarten die G5 (USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich) eine Abwertung des US-Dollar gegenüber den Währungen der anderen vier Länder. Insbesondere der Yen machte gegenüber dem Dollar innerhalb von zwei Jahren eine kontrollierte Wertsteigerung um 100%, der durch Spekulationen weiter angeheizt wurde. Internationale Investoren und die Japaner selbst kauften alles, was seinen Wert in Yen hatte, zum einen Yen selbst, aber auch japanische Aktien und Immobilien, um von der Wertsteigerung des Yen zu profitieren. Durch die Nachfrage wurden Börse und Immobilienmarkt weiter angeheizt, und eine Spirale nach oben begann.

    Im Louvre-Abkommen sollte nun gegengesteuert und der Dollar wieder aufgewertet werden, aber die Spirale in Japan drehte sich weiter. Auf dem Höhepunkt der Blase war der Park des Kaiserpalastes im Zentrum von Tokio nach Schätzungen genauso viel Wert wie alles Land in Kalifornien zusammen und fast 2/3 des gesamten Weltimmobilienwertes war in der Tokyoter City konzentriert.

    Strenge japanische Auflagen, die gegenseitige Unterstützung in der Wirtschaft und der schiere Preis der Unternehmen verhinderten dabei, dass ein japanisches Unternehmen übernommen wurde. Die japanischen Unternehmen selbst profitierten von dem (im Vergleich zur USA) gestiegenen Wert ihrer Aktien und Grundstücke und gingen in den USA auf Einkaufs- und Übernahmetour. Dass der gestiegene Wert des Yen auch die Arbeitskosten in Japan relativ zum Rest der Welt erhöhte, glichen die japanischen Unternehmen dadurch aus, dass sie Produktion weiter ins Ausland verlagerten, insbesondere nach Südostasien.

    Die Situation wurde riskant, als japanische Banken begannen, durch die überbewerteten Immobilien gegenfinanzierte Kredite auszugeben. Im Jahr 1990 platzte die Blase. Der Wert der Immobilien sank innerhalb kurzer Zeit auf ein Viertel zurück und der Aktienmarkt implodierte. Die Banken blieben auf ihren Krediten sitzen. Mehrere große japanische Banken und Lebensversicherer mussten Konkurs anmelden, andere konnten von der Regierung gerettet werden. Da viele der Verantwortlichen in den betreffenden Unternehmen Selbstmord begingen, wurden die Insolvenzverfahren zusätzlich verkompliziert.

    Mehrere Jahre konnte sich die japanische Wirtschaft nicht davon erholen, diese Zeit wird in Japan auch als das "Verlorene Jahrzehnt" bezeichnet. Diese Zeit war geprägt von Deflation und Nullwachstum (siehe auch Kakaku Hakai). Nur langsam konnte der Bankensektor saniert werden, und die Staatsverschuldung stieg durch immer wieder verpuffende Konjunkturprogramme auf über 150% des BIP. Das lange erfolgreiche japanische Prinzip, viele Bereiche der Sozialversicherung durch die lebenslange Unternehmenszugehörigkeit zu ersetzen, wurde durch die zahlreichen Insolvenzen und Krisen in seinen Grundfesten erschüttert. Andererseits herrschte während des "Verlorenen Jahrzehnts" ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von mehr als einem Prozent, weshalb der Begriff unter Umständen irreführend ist.

    Auf die wirtschaftliche Krise folgte auch die politische Krise. In der heißen Phase der Bubble Economy ließen sich viele Politiker wohlwollend am Geldüberfluß der Wirtschaft beteiligen, die Korruption grassierte. Im Jahr 1993 war die gesamte LDP-Führung in Skandale verwickelt. Sie verlor die Unterhauswahlen und stellte zum ersten Mal seit den 1950er Jahren nicht die Mehrheit im Kabinett.

Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.

A. Schopenhauer



Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

Dr. Rubel
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Hallo MF

Den Thread habe ich mir nochmals zu Gemüte geführt. Habe aber ein paar konkrete Frage zu den Zinskurven (USD,EUR,JPY):

1. Sehen die Zinskurven (USD,EUR,JPY) im Moment noch "gesund" aus ? Meine damit die Steilheit (kurzes Ende tief, langes Ende höher)

2. Konntest du feststellen, dass die Zinskurven seit Dez07 zunehmend flacher wurden (EUR/JPY) ? oder wurden sie sogar steiler (USD) ?

3. Rechnest du bereits im 2008 mit inversen Zinskurven in den Hauptwährungen? (Ja, ich weiss du kannst nicht hellsehen, aber was flüstert dir dein Magengefühl ?) --> selber rechne ich bauchmässig erst im 2009 damit, da im EURO m.E. mehrere Zinssenkungsschritte in kurzer Folge noch anstehen, welches auch Auswirkungen auf die Zinsen im USD, JPY haben wird.

marabu
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Das erinnert mich ein bisschen an Dante's Inferno :idea:

http://www.gold-prices.biz/a-bet-against-the-banks/

MarcusFabian
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Simona wrote:

PS: Wo ist denn das Hofi-Forum? Merci und

http://www.hall-of-finance.de/

Nugget
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Rohstoffe in USDIc

weico wrote:

JIM ROGERS in "Euro am Sonntag":

http://www.finanzen.net/eurams/eurams_aktuell.asp?pkBerichtNr=156785

weico

Ich benötige hier noch kurz Nachhilfestunde: J.Rogers empfiehlt den Kauf von Rohstoffen. Allerdings sind seine Rohstoff-ETF's und auch Gold in US-Dollar notiert. Gleichzeitig empfiehlt er den Ausstieg aus dem Dollar. Wenn ich Rohstoffe wieder mal verkaufen möchte, bin ich ja darauf angewiesen, dass der Wertanstieg der Rohstoffe höher sein muss als die Abwertung des USD. Daran glaubt offenbar J. Rogers, sehe ich das richtig? Das wäre für mich auch nicht unplausibel, ist aber auch nicht unbedingt so risikolos, oder?

P.S. Ich bin immer etwas vorsichtig bei - teilweise doch etwas pauschalen - Äusserungen von Leuten, die selbst einen eigenen Geschäftsbereich (hier im Rohstoffinvestment) aufgebaut haben und dementsprechend Ihre Empfehlungen abgeben (da kann ich genausogut einem Banker vertrauen). Was nicht heisst, dass ich Rohstoffinvestments nicht grundsätzlich sinnvoll finde, im Gegenteil.

„Letztlich bringt es nichts, den Regen vorherzusagen oder zu erklären, woher der Regen kommt. Besser ist es, sich eine Arche zu bauen.“ (Warren Buffet)

weico
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Re: Rohstoffe in USDIc

Nugget wrote:

Ich benötige hier noch kurz Nachhilfestunde: J.Rogers empfiehlt den Kauf von Rohstoffen. Allerdings sind seine Rohstoff-ETF's und auch Gold in US-Dollar notiert. Gleichzeitig empfiehlt er den Ausstieg aus dem Dollar. Wenn ich Rohstoffe wieder mal verkaufen möchte, bin ich ja darauf angewiesen, dass der Wertanstieg der Rohstoffe höher sein muss als die Abwertung des USD. Daran glaubt offenbar J. Rogers, sehe ich das richtig? Das wäre für mich auch nicht unplausibel, ist aber auch nicht unbedingt so risikolos, oder?

P.S. Ich bin immer etwas vorsichtig bei - teilweise doch etwas pauschalen - Äusserungen von Leuten, die selbst einen eigenen Geschäftsbereich (hier im Rohstoffinvestment) aufgebaut haben und dementsprechend Ihre Empfehlungen abgeben (da kann ich genausogut einem Banker vertrauen). Was nicht heisst, dass ich Rohstoffinvestments nicht grundsätzlich sinnvoll finde, im Gegenteil.

Roger glaubt zwar an einen Höhenflug der Rohstoffeund und an einen deutlichen Zerfall des Dollars. Lol

Bei jedem Interview erwähnt er ja ausdrücklich,dass man RAUS aus dem Dollar sollte und Er in Yen,Renminbi und SFr.investiert (und Bernanke ein Ar.....ch ist.. :oops: )

Den "Rogers"-Index gibt's ja mittlerweile in ganz verschiedenen Währungen .

Habe schon seit längerer Zeit selber den UBS-"Rogers"-Index in SFr. (Valoren-Nr. 2384321) und bei Gold gibt's ja ebenfalls div.Produkte, die nicht in Dollars sind.

P.S: Mehr über den Rogers-Index (Performance,Zusammensetztung usw.) gibt's hier:

http://www.rogersrawmaterials.com/comparativeperform.asp

weico

Nugget
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Re: Rohstoffe in USDIc

weico wrote:

Roger glaubt zwar an einen Höhenflug der Rohstoffeund und an einen deutlichen Zerfall des Dollars. Lol

Bei jedem Interview erwähnt er ja ausdrücklich,dass man RAUS aus dem Dollar sollte und Er in Yen,Renminbi und SFr.investiert (und Bernanke ein Ar.....ch ist.. :oops: )

Den "Rogers"-Index gibt's ja mittlerweile in ganz verschiedenen Währungen .

Habe schon seit längerer Zeit selber den UBS-"Rogers"-Index in SFr. (Valoren-Nr. 2384321) und bei Gold gibt's ja ebenfalls div.Produkte, die nicht in Dollars sind.

P.S: Mehr über den Rogers-Index (Performance,Zusammensetztung usw.) gibt's hier:

http://www.rogersrawmaterials.com/comparativeperform.asp

weico

Danke für den Link. Sorry, vielleicht schon off-Topic, trotzdem kurz eine Nachfrage: Bin bereits in Gold investiert (physisch) und interessiere mich für einen reinen Agrarindex. Gibt's da auch einen, der in CHF oder Euro notiert. Den ETF an der SWX kenne ich bereits (Valor: 2617070) ist aber eben in USD. Steige aber noch nicht ein, Weizenpreis erscheint momentan ziemlich gebläht, kurz vor dem Platzen...

Danke.

„Letztlich bringt es nichts, den Regen vorherzusagen oder zu erklären, woher der Regen kommt. Besser ist es, sich eine Arche zu bauen.“ (Warren Buffet)

Nugget
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Rohstoffblase?

MarcusFabian wrote:

Nachdem Internet-Phantasien und Immobilien als zukünftige Blase nicht mehr in Frage kommen, stellt sich die Frage, was als nächstes für frisches Geld sorgen könnte. Ich sehe da keine Möglichkeit. Irgendwie gehen den Amis langsam die Blasen aus Wink

Eine Variante wäre eine neue, supergeile Technologie. Z.B. kalte Fusion, die in den USA entwickelt und produziert wird und die die ganze Welt den Amis aus den Händen reisst.

Apropos Blase: Wer nach der Internetaktien- und Immobilienblase eine neue Blase sucht...Wie wär's mit einer Rohstoffblase? Der aktuelle Weizenpreis könnte mal ein erster Vorgeschmack sein.. :shock:

(siehe Preisentwicklung unter www.onvista.de > Rohstoffe.

Irgendwo muss das Geld ja hin, oder? :?

„Letztlich bringt es nichts, den Regen vorherzusagen oder zu erklären, woher der Regen kommt. Besser ist es, sich eine Arche zu bauen.“ (Warren Buffet)

MarcusFabian
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Re: Rohstoffe in USDIc

Nugget wrote:

Wenn ich Rohstoffe wieder mal verkaufen möchte, bin ich ja darauf angewiesen, dass der Wertanstieg der Rohstoffe höher sein muss als die Abwertung des USD. Daran glaubt offenbar J. Rogers, sehe ich das richtig?

Ja, das ist richtig und Du kannst Dich zu 100% darauf verlassen, dass die Rohstoffe stärker steigen als der Dollar verfallen wird.

Gold ist ja in den letzten 3 Jahren ja auch in Euro und Franken gestiegen. Andere Rohstoffe ebenfalls.

Rohstoffe werden in jeder Währung gekauft. Auch, wenn der Marktpreis in Dollar notiert wird. Es gilt der entsprechende Wechselkurs und - that's it.

Ich habe leider keinen länger zurückreichenden Chart von Gold in Franken. Aber man siehr gut, dass Gold bis August 2007 nur in Dollar gestiegen ist, unter dem Strich also der Goldpreis nur die Entwertung des Dollars aufhob.

Seit August 07 allerdings steigt Gold in allen Währungen (ausser Rand).

MarcusFabian
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Re: Rohstoffblase?

Nugget wrote:

Wie wär's mit einer Rohstoffblase?

Der Einwand ist absolut korrekt.

Allerdings glaube ich in der Rohstoffblase noch etwas Aufwärtspotential entdecken zu können Wink

sArge
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

@MF: Anlagehorizont? Halbes Jahr?

Manchmal gehts sehr gut - meistens jedoch in die Hose ...

Und zur Auflockerung schau ich mir jetzt eines von sArge's videos auf sArge.ch an!

MarcusFabian
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

sArge wrote:

@MF: Anlagehorizont? Halbes Jahr?

Nö, lies mal Thread-Titel Blum 3

Anlagehorizont um 5 Jahre.

sArge
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Lol geile Siech ... in 5 Jahren bin ich mir auch ziemlich sicher dass Gold und co. ein "sicheres" Investment sind ... leider halten Warrants nicht so lange.

Manchmal gehts sehr gut - meistens jedoch in die Hose ...

Und zur Auflockerung schau ich mir jetzt eines von sArge's videos auf sArge.ch an!

revinco
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China fürchtet Überhitzung der Wirtschaft

Quote:

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hat in Peking die diesjährige Plenartagung des Volkskongresses eröffnet. In seinem Rechenschaftsbericht vor den knapp 3000 Delegierten in der Grossen Halle des Volkes sprach sich der Regierungschef für ein gebremstes Wirtschaftswachstum von nur noch acht Prozent aus.

Dies sei notwendig angesichts galoppierender Nahrungsmittelpreise und anderer Anzeichen für eine Überhitzung der Wirtschaft. Die gleiche Zielvorgabe war allerdings auch 2007 schon mit 11,4 Prozent klar überschritten worden.

Der Anstieg der Verbraucherpreise müsse in diesem Jahr mit 4,8 Prozent in Schach gehalten werden, forderte Wen Jiabao angesichts von wachsendem Unmut in der Bevölkerung. Angesichts der heimischen und weltweiten Konjunkturrisiken müsse China eine «kluge Finanzpolitik und knappe Geldpolitik verfolgen», sagte der Regierungschef.

Ministerium für Umwelt eingerichtet

Im Mittelpunkt der zweiwöchigen Tagung stehen die Beförderung führender Nachwuchspolitiker in wichtige Positionen sowie die Zusammenlegung von Ministerien. Ihre Zahl soll von 28 auf 21 verringert werden. Die nationale Umweltschutzbehörde (SEPA) wird zum Ministerium aufgewertet, um ihr mehr politische Macht zu geben.

In seiner Rede mahnte Wen Jiabao auch grössere Anstrengungen zur Einsparung von Energie und Verringerung von Schadstoffen an. Auf ihrer Sitzung werden die Delegierten den Haushalt und die am Vortag verkündete, erneut starke Erhöhung der Militärausgaben um 17,6 Prozent billigen.

(sda/halp)

Die Teuerung in China ist ein drängendes Problem. Bei einer Inflation von 7.1% übersteigt die Rate bei weitem die normale Inflationsrate von rund 3%. Dazu gehen immer mehr Leute auf die Strasse um für steigende Gerechtigkeit zu demonstrieren, denn die steigenden Lebensunterhaltskosten wie Lebensmittel stellen ein grosses Problem dar. Der Kluft zwischen arm und reich wird dementsprechend auch immer grösser. Auch die Olympischen Spiele in 6 Monaten würden meiner Meinung nach ein allfälliges Platzen der Wirtschaft nicht verhindern. Damit würde einer weltweite Rezession nichts mehr im Weg stehen.

Was denkt ihr wird die Inflation in China für Konsequenzen mit sich bringen?

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

ecoego.
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A Jim Cramer Classic

Falls verpasst - er schmeisst Uncle Ben durch die Gegend sowie seine nicht so langfristigen market sentiments http://tinyurl.com/yvvsry

bye

Pers Meinung, e & o moeglich

revinco
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Inflation in China steigt bedenklich

von Jochen Steffens

Meine Herren, die Nerven der Anleger werden aber zurzeit aufs Äußerste strapaziert. Gestern gab es ein Gerücht, dass Bear Stearns in finanzielle Schieflage geraten sei. Das brachte besonders die Finanzwerte unter Druck. Bear Stearns kommentierte die Gerüchte mit den Worten, dass diese absolut lächerlich seien.

Trotzdem, noch scheinen die Marktteilnehmer empfindlich auf solche Gerüchte zu reagieren. Wenn wir einmal alle technischen, fundamentalen und sonstigen Gesichtspunkte außen vor lassen, wird diese Kreditmarktkrise genau dann vorbei sein, wenn der Markt auf solche Nachrichten nur noch „gelangweilt“ reagiert. Aktuell ist es aber offenbar noch nicht soweit. Hintergrund des Gerüchts war wahrscheinlich, dass die Ratingagentur Moody’s am Montag eine Vielzahl von Hypothekenpapieren der Investmentbank abgestuft hatte.

Inflation in China zieht bedrohlich an

Auch aus China kommen keine guten Nachrichten. So ist dort die Inflation im Februar stärker als erwartet um 8,7 % angestiegen. Das ist mal eben der höchste Anstieg seit 11 Jahren! Darunter fallen besonders die Preissteigerungen bei den Lebensmitteln auf, die sich um satte 23 % verteuerten. Das zu dem Thema Agrarrohstoffe. Viele Chinesen wird dieser Preisanstieg hart treffen.

Die Inflation in China nimmt meines Erachtens bedrohliche Ausmaße an. Ich hatte schon im Sommer letzten Jahres vor Investitionen in China gewarnt – zu Recht, wie sich nun herausgestellt hat. Auch weiterhin wäre ich höchst vorsichtig. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Bank of China die Zinsen weiter anheben - anheben müssen. Dabei ist mehr als fraglich, ob nicht weitere Zinserhöhungen, eine weitere Aufwertung des Yuans und der immer weiter steigende Ölpreis doch das Potenzial haben, die chinesische Wirtschaft massiv zu beeinträchtigen. Und zwar in einem Maße, welches die überzogenen Erwartungen, die immer noch in den Aktienkurse stecken, nicht mehr rechtfertigen.

Inflation in den USA?

Inflation bleibt das Thema – ganz besonders, da der Ölpreis weiter ansteigt. Geht man von der Annahme aus, dass die jeweiligen Aufwärtsbewegungen häufig eine gleiche Spanne haben (was durchaus häufig zutrifft), dann haben wir im Ölpreis ein Kursziel von 111-115 Dollar. In diesem Bereich sollte die Luft zumindest erst einmal eng werden. Aber auch hier gilt, gegen einen derart starken Trend zu traden, ist wenig anzuraten.

Ich bin bei meinen Szenarien immer davon ausgegangen, dass der Ölpreis zumindest konstant bleibt. Hintergrund dieser Annahme war, dass sich eine schwächere US-Wirtschaft belastend auf die Weltwirtschaft auswirken wird und damit natürlich auch auf die Nachfrage nach Öl.

Deflation erfolgreich bekämpft?

Für mich bestand somit bis zu den massiven Zinssenkungen der Fed im Januar ein erhöhtes Deflationsszenario. Nun, Deflation bekämpft man mit niedrigen Zinsen. Die Fed hat schnell und massiv reagiert. Manche Analysten haben sich gefragt, ob die Fed mit diesen Zinsschritten nicht übertrieben habe. Wir werden leider nie erfahren, ob sie in Wahrheit tatsächlich eine sich gerade im Ansatz entwickelnde Deflation möglichst schnell bekämpfen wollte – denn falls sie das vorhatte, ist ihr das gelungen. Der Dollar wertet ab, der Ölpreis und andere Rohstoffe haben ihren Aufwärtstrend nach den Zinssenkungen fortgesetzt.

Aber was kommt jetzt?

Gehen wir einmal weiter davon aus, dass die Fed eine drohende Deflation bekämpfen wollte (ich weiß, ich bin einer der sehr wenigen, die diese These vertreten). Sie sollte in diesem Fall die Zinsen noch weiter senken, und zwar genau bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Wirtschaft in den USA wieder anspringt und damit die Binnen-Inflation zurückkehrt (wir erleben ja momentan nur eine über die Rohstoffpreise importierte Inflation in den USA). Erst dann wird sie die Zinsen langsam anheben. Und wenn die Fed scheinbar „viel zu zögerlich“ die Zinsen anhebt, wäre das ein eindeutiges Indiz dafür, dass sie eigentlich eine Deflation bekämpft hat.

Die Entwicklung des Arbeitsmarkts spricht für Deflation

Übrigens ein sehr deutlicher Hinweis auf eine verdeckte „Deflation“ ist der US-Arbeitsmarkt. Normalerweise ist der Arbeitsmarkt ein nachlaufender Indikator. Erst verschlechtern sich die wirtschaftlichen Aussichten, dann werden Arbeitnehmer entlassen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich im Moment viele Analysten (einschließlich mir selbst) fragen, warum der Arbeitsmarkt „jetzt schon“ so deutlich schwächelt.

Eine der typischen Folgen einer Deflation ist eine hohe Arbeitslosigkeit. Diese entsteht, weil die Unternehmen keine höheren Preise im Markt durchsetzen können, da die Nachfrage zu niedrig ist. Aus diesem Grund müssen sie Kosten sparen. Einer der teuersten Faktoren der produzierenden Prozesse heutzutage ist die menschliche Arbeitskraft.

Also, wenn der Arbeitsmarkt derart stark einbricht, könnte auch das ein Hinweis darauf sein, dass wir uns in den USA bereits in einem verdeckt deflationärem Umfeld befinden, besser gesagt "befanden". So passt nämlich wieder alles.

Stagflation durch zu hohe Energiepreise?

Wobei hier natürlich auch der Faktor hineingehört, dass die Unternehmen die höheren Energie- und Rohstoffpreise nicht auf die Verbraucher abwälzen können, weil wir eben kein reales Inflationsszenario in den USA haben, sondern eigentlich nur eine importierte Inflation. Die Löhne steigen also nicht im gleichen Maße wie die Kosten durch die höheren Energie- und Rohstoffpreise. So sinkt die Nachfrage, und das ist der eigentliche Knackpunkt.

Dieses Phänomen wurde während der Ölkrisen in den 70ern als „Stagflation“ (Stagnierendes Wirtschaftswachstum bei hoher Inflation) bezeichnet. Nur damals hatten die Notenbanken einen entscheidenden Fehler gemacht: Sie hatten die Zinsen angehoben, um die Inflation zu bekämpfen. Die Unternehmen konnten die Preise nicht an die Verbraucher weitergeben, da die Verbraucher selbst mit höheren Kosten für Heizung, Strom und Benzin zu kämpfen hatten. Die Nachfrage sank.

Durch die steigenden Zinsen konnten die Unternehmen aber auch nicht mehr genug Geld für notwendige Investitionen aufnehmen oder sich refinanzieren. Sie gerieten also direkt von zwei Seiten unter Druck. Und genau das führte schlussendlich zu der Stagnation des Wirtschaftswachstums in dieser Zeit.

So entstand damals das, was zuvor in den volkswirtschaftlichen Theorien kaum jemand für möglich gehalten hatte: "Stagflation".

Die Fed hat nun aber die Zinsen massiv gesenkt. Ob es also wirklich zu der sehr seltenen Stagflation kommt, ist mehr als fraglich. Die Grundvoraussetzungen sind anders. Wenn doch, sollte diese Phase nur kurz anhalten. Die EZB braucht übrigens die Zinsen nicht zu senken, da der enorme Anstieg des Euros den Druck der Rohstoffpreise auf die Wirtschaft abschwächt. Das ist wohl der Grund, warum die EZB noch gelassen bleibt, auch wenn sie offiziell betont, dass der Euro zu hoch steht.

Momentaner Marktsituation

Aktuell sieht es so aus, als wolle der Markt ein Reversal starten. Es wäre wirklich im allerletzten Moment! Wenn sich die Indizes heute, spätestens morgen nicht fangen, müssen wir mit diesem Abwärtsrutsch rechnen.

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

Dr. Rubel
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Inflation

@MF

Zuerst meine Gedanken bevor ich meine Frage stelle:

- Der Dollar ist auf den all-time lows (EUR auf den all-time highs)

- Das Oel ist auf dem all-time high

- Die Geldmengenausweitung in USA sollte enorm sein

- Ein Teil der Rohstoffe und precious metals befindet sich historisch auf sehr hohen Niveaus

Obengenanntes müsste doch jetzt zur Folge haben

- Die USA exportiert wie wild aufgrund Kostenvorteilen, mit Produkten die hauptsächlich in den USA hergestellt wurden (tiefer USD) --> Inflationstreibend

- Die in die USA importiert Konsumgüter, Luxusgüter, Halbfabrikate etc. stammen zu einem hohen Anteil aus dem EURO Raum. --> Importierte Inflation, höhere Herstell/Bezugskosten werden an den Endverbraucherpreisen weitergegeben werden

- Hoher Oelpreis --> Importierte Inflation

- Irgendwann muss die erhöhte Geldmenge wieder abgeschöpft werden --> Hohe Zinsen

1. Frage

Kann es nun sein, dass die USA in eine Inflation schlittert, wir aber gleichzeitig in Europa in eine Rezession ? und die BRICs weiter ihrem Wachstumsboom fröhnen ? (Anmerkung: dies wäre doch der absolute Dolchstoss für den USD)

2. Frage

Wie lange dauert es ungefähr, bis die offiziellen Kennzahlen in den USA eine Inflation anzeigen ? 6 Mte. oder 1 Jahr ?

Dr. Rubel
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

@Revinco

Ich habe dein Resümee gelesen. Dabei sind ein paar Dinge, die ich ein wenig anderst sehe, bzw. deine Nennungen sprechen für eine Inflation:

Inflation in China zieht bedrohlich an

Die Löhne werden in China steigen (müssen). Herstellungskosten werden höher --> bedeutet höhere Einfuhrkosten vor allem für die USA. Europa profitiert vom hohen EURO.

(wir erleben ja momentan nur eine über die Rohstoffpreise importierte Inflation in den USA).

Sehe ich absolut nicht so. Sämtliche in die USA importierten Güter aus Europa und BRIC werden teuerer und verursachen damit Teuerung.

Übrigens ein sehr deutlicher Hinweis auf eine verdeckte „Deflation“ ist der US-Arbeitsmarkt

--> Nein, höhere Arbeitslosenzahlen können durch mangelnde Wettwerbsfähigkeit, Verlagerung von Produktionsstätten, Fortschritte in der Automatisierung, aber auch kurzfristige Handlungen von Unternehmen sein, um durch Entlassungen die Fixkosten eine zeitlang zu drücken.

Die Definition von Deflation: Unter Deflation versteht man den volkswirtschaftlichen Zustand eines allgemeinen und anhaltenden Rückgangs des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen. Erfahrungsgemäß geht eine Deflation mit einer Verringerung der umlaufenden Geldmenge und/oder der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes einher (link: http://de.wikipedia.org/wiki/Deflation )

Stagflation durch zu hohe Energiepreise?

Halte ich für möglich ... aber durch sämtliche importierten Güter aufgrund des schwachen Dollars

Momentaner Marktsituation 12.03.2008

Sehe ich aus so !

Nur, wenn der Rutsch nicht im März stattfindet, dann kommt er später dieses Jahr. Die Inflation/Teuerung in den USA wird kommen .... meine Hypothese

Yankee
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FED

Schaut euch dies mal an...

http://video.google.de/videoplay?docid=-5352246495880531634

kennt ihr sicherlich scho, stimmts?

gruss

Gold ist kitschig, Platin glänzt nicht genug, aber Silber, es strahlt und ist elegant, kühl und sportlich...

revinco
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Yankee wrote:

Schaut euch dies mal an...

http://video.google.de/videoplay?docid=-5352246495880531634

kennt ihr sicherlich scho, stimmts?

gruss

Naja das mit dem Amero hatte ich hier schon mal gehört.... und ich dachte der Name wäre erfunden :roll::

http://en.wikipedia.org/wiki/Amero

Aber das Video kommt mir eher vor wie ein Sektenfilm.... wenigstens muss ich meine Steuererklärung nicht mehr ausfüllen Smile Nimmt mich wunder was andere zu diesem 45min. Film berichten. Auf jeden Fall amusant und schauenswert.

@ Dr. Rubel

Ja, die importierten Güter in den USA werden teuerer, aber momentan sind es die Rohstoffe welche die Inflation vorantreiben.

Und die Deflation entsteht, weil die Unternehmen keine höheren Preise im Markt durchsetzen können, da die Nachfrage zu niedrig ist.

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

MarcusFabian
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Re: Inflation

Dr. Rubel wrote:

- Ein Teil der Rohstoffe und precious metals befindet sich historisch auf sehr hohen Niveaus

Wirklich ?

ansonsten bin ich mit Deinen Prämissen einverstanden.

Quote:

1. Frage

Kann es nun sein, dass die USA in eine Inflation schlittert, wir aber gleichzeitig in Europa in eine Rezession ? und die BRICs weiter ihrem Wachstumsboom fröhnen ? (Anmerkung: dies wäre doch der absolute Dolchstoss für den USD)

Für die USA sehe ich eine Reflation. Das gab's bisher noch nie. Reflation ist eine Kombination aus Inflation und Rezession.

Eigentlich müsste sich beides ausschliessen, denn:

Rezession führt dazu, dass weniger konsumiert wird, also müssten die Preise sinken, was deflationär und nicht inflationär wirkt.

Die Inflation (hier im Sinne von Preissteigerung) kommt daher, dass international das Vertrauen in die Fähigkeit der Amerikaner ihre Schulden zu bezahlen, abnimmt. Das Ausland wird also immer zurückhaltender, den USA neue Kredite zu gewähren. Es wird dafür höhere Zinsen verlangen. Zinsen, die zumindest so hoch sind, dass sie den Wertverlust des Dollars ausgleichen.

Aus amerikanischer Sicht werden Importe entsprechend - in Dollars gerechnet - immer teurer. Das führt zwangsläufig zu einer Doppelbelastung des Konsumenten: Einerseits müsste er sparen, kann aber nicht, weil er mehr Geld für Energie und Rohstoffe ausgeben muss. Ausserdem ist er hoch verschuldet und die Zinsen auf seinen Schulden steigen.

Das klingt grundsätzlich mal nach Horrorszenario aber das Ergebnis muss nicht unbedingt schlecht sein.

Zum Beispiel könnten sich die USA durchaus selbst ausreichend mit eigenem Erdöl versorgen, wenn sie sparsame europäische oder japanische statt der benzinfressenden amerikanischen Autos fahren würden. Der Amerikaner verbraucht doppelt soviel Energie wie der Europäer ohne, dass seine Lebensqualität soviel höher wäre. Alleine das Zurückschrauben des Energieverbrauchs auf europäisches Niveau würde schon mal den ganzen Erdölimport überflüssig machen.

Quote:

2. Frage

Wie lange dauert es ungefähr, bis die offiziellen Kennzahlen in den USA eine Inflation anzeigen ? 6 Mte. oder 1 Jahr ?

Dazu müsste ich erst mal wissen, was Du unter Inflation verstehst.

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Inflation" bedeutet "Ausweitung" (to inflate) der Geldmenge.

In diesem Sinn liegt die Inflation derzeit bei etwas über 16%:

Allerdings ist diese Zahl nicht sakrosankt und schon gar nicht offiziell, denn das FED veröffentlicht die Geldmenge M3 seit Anfang 2006 nicht mehr.

Deshalb auch der Übergang von rot nach blau in der M3-Kurve.

Wenn Du mit Inflation die Teuerung meinst, gibt es auch zwei unterschiedliche Ansichten:

1980 wurden in den USA die Berechnungsmethoden für die Teuerung (CPI) geändert. Die untere Kurve (rot) zeigt die neue offizielle Teuerung, die obere jene nach den Berechnungsmethoden bis 1980. Demnach liegt die Teuerung derzeit bei 4% oder 12% je nachdem, welcher Berechnungsmethode Du Glauben schenkst.

Die alte - nach dem 2. Weltkrieg eingeführte und auch heute ausserhalb der USA gültige Messung der Inflation erfolgt über einen fixen Warenkorb, der in etwa den Verbrauch eines Durchschnittsmenschen abdeckt. Wenn Steaks im Preis von 20 auf 24 steigen, entspricht das einer Preissteigerung von 20% und die werden dann entsprechend der Gewichtung von Steaks im Warenkorb in die Berechnung der Teuerung einfliessen.

1980 waren die so ermittelten Teuerungsraten für Alan Greenspan zu hoch. Er argumentierte: Wenn Steaks im Preis steigen, dann werden die Leute halt mehr Hamburgerfleisch kaufen, das billiger ist und unter dem Strich gleich viel ausgeben wie vorher.

Entsprechend werden Divisionsfaktoren (sog. Deflatoren) bestimmt, die den Warenkorb jedes Jahr etwas herunterrechnen.

Aber auch das war Greenspan noch zu viel. Also erfand er das Core-CPI also die Kernteuerung. Hier werden Kosten für Energie und Lebensmittel herausgerechnet.

Damit ergeben sich zwar sehr schön niedrige Teuerungsraten. Aber in der Realität ist das ein Witz und gilt nur für Menschen, die weder essen noch trinken oder Auto fahren.

Das Core-CPI ist für das offizielle Amerika die wichtigste Kennzahl, denn nach ihr werden Lohnanpassungen sowie Anpassungen von zinsabhängigen Bonds durchgeführt. Der Staat hat also alles Interesse der Welt, die Kernrate so niedrig wie möglich zu halten. Notfalls werden halt die Deflatoren heraufgesetzt und das mathematische Modell liefert wieder zufriedenstellende Zahlen.

Interessant übrigens: Wenn das neu gedruckte Geld beim Konsumenten ankommt, müsste es ausgegeben werden und somit zu Teuerung führen. Aus diesem Grund bezeichnen die meisten Menschen die Teuerung auch als Inflation, was streng genommen falsch ist.

Wir haben eine Inflation von 16% aber eine Teuerung von nur 4%/12%. Sprich, das Geld landet nur zum Teil im Konsum.

Trade_Around_Th...
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Wieder mal ein toller Bericht von dir.

Danke.

So ist das Leben - mal verliert man,

mal gewinnen die Anderen.

weico
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Re: Inflation

MarcusFabian wrote:

Dr. Rubel wrote:

- Ein Teil der Rohstoffe und precious metals befindet sich historisch auf sehr hohen Niveaus

Wirklich ?

.

Da wir aber nicht in einer inflationsbereinigten Welt leben,sollte man sich auch diesen Chart zu Gemüte führen. Wink

weico

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