Ukraine

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Bei schweren Gefechten sterben mehrere ukrainische Soldaten

Die Lage im Osten der Ukraine spitzt sich weiter zu. Es werden mehrere Gefechte zwischen Soldaten und Separatisten gemeldet. In drei Tagen soll gewählt werden.

 

In der Ostukraine sind bei mehreren Gefechten zwischen Regierungstruppen und prorussischen Kräften insgesamt mindestens neun Soldaten getötet und 19 weitere Mitglieder der Sicherheitskräfte verletzt worden. Dies gibt das ukrainische Verteidigungsministerium bekannt. «Nach ersten Informationen wurden bei Kämpfen nahe der Stadt Wolnowaha acht Soldaten getötet und 17 verletzt», sagte ein Ministeriumssprecher. Bei einem weiteren Angriff in der Region Lugansk sei ein Soldat getötet worden und es habe zwei Verletzte gegeben.

Prorussische Kämpfer hatten nahe Wolnowaha südlich von Donezk einen Kontrollposten angegriffen. Der gut informierte Militärexperte Dmitri Tymtschuk hat über die Kämpfe berichtet.

Rund 90 Kilometer nordwestlich der Gebietshauptstadt Lugansk kam es nach Angaben der prorussischen Separatisten bei der Stadt Lissitschansk zu schweren Gefechten mit der Nationalgarde.

Wahl fällt teilweise aus

Ob es auch Tote unter den prorussischen Kämpfern gibt, war unklar. Die prowestliche ukrainische Regierung geht in der Region mit einem «Anti-Terror-Einsatz» gegen Separatisten vor. Kiew hat die Kontrolle über Teile der Gebiete Donezk und Lugansk verloren und bereits eingeräumt, dass die Präsidentenwahl am Sonntag dort nicht stattfinden kann.

In der selbst ernannten «Volksrepublik Lugansk» riefen die Machthaber das Kriegsrecht aus. Dies gelte, bis die prowestliche Führung ihre Truppen aus der Region an der russischen Grenze abziehe, kündigte ein Sprecher an. Donezk und Lugansk hatten sich am 11. Mai in nicht anerkannten Referenden vom Rest des Landes losgesagt. (ldc/sda/AP)

Quelle: tagesanzeiger.ch

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POLITIK/Poroschenko siegt ersten Ergebnissen zufolge bei Ukraine-Wahl

26.05.2014 07:52



KIEW (awp international) - Bei der Präsidentenwahl in der Ukraine hat der Milliardär Petro Poroschenko auch ersten Auszählungsergebnissen zufolge in der ersten Runde gewonnen. Er kam demnach auf 54,09 Prozent der Stimmen, wie die zentrale Wahlkommission am Montag in Kiew nach Auswertung von 40 Prozent der Wahlzettel mitteilte. Die Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko landete weit abgeschlagen bei 13,13 Prozent der Stimmen. Es gibt deshalb keine Stichwahl.

Zuvor hatte sich der frühere Wirtschafts- und Aussenminister Poroschenko auf Grundlage von Prognosen zum Sieger erklärt. Prognosen zufolge gewann auch Poroschenkos Gefolgsmann, der Ex-Boxprofi Vitali Klitschko, bei der Bürgermeisterwahl in Kiew.

Klitschko hatte zwei vorherige Wahlen in der Hauptstadt verloren. Es ist sein bisher grösster politischer Erfolg. Der Sportler hatte zugunsten von Poroschenko seine Kandidatur bei der Präsidentenwahl zurückgezogen.

Nach ersten amtlichen Angaben lag die Wahlbeteiligung in der Ukraine am Sonntag bei 60,27 Prozent. Im proeuropäischen Westen des Landes lag sie bei deutlich über 70 Prozent, im russischsprachigen Osten bei unter 50 Prozent.

Poroschenko hatte angekündigt, seine erste Reise in die krisengeschüttelte Ostukraine zu unternehmen, um in der Millionenstadt Donezk Gespräche zu führen. In den Regionen Lugansk und Donezk kämpfen proukrainische Einheiten bei einer staatlichen "Anti-Terror-Operation" gegen militante prorussische Separatisten. Dabei starben bisher mehr als 100 Menschen./ast/mau/DP/stb

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UKRAINE-KRISE: Schüsse in Donezk - Kampfflugzeuge kreisen über Stadt

28.05.2014 13:43



DONEZK (awp international) - In der ostukrainischen Stadt Donezk sind erneut Schüsse gefallen. Über der Stadt kreisten Kampfflugzeuge, wie örtliche Internetportale am Mittwoch berichteten. Die Lage war angespannt. Bürgermeister Alexander Lukjantschenko empfahl den Einwohnern der Millionenstadt, aus Sicherheitsgründen zu Hause zu bleiben sowie Fenster und Balkone zu meiden. Die prowestliche Führung geht in der Region mit einer "Anti-Terror-Operation" gegen prorussische Kräfte vor, die weitgehend die Industriemetropole kontrollieren.

Die Separatisten behaupteten, sie hätten den Flughafen zurückerobert. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. In der Nähe des Flughafens hätten Sicherheitskräfte einen mit Waffen beladenen Bus gestoppt, sagte Militärsprecher Wladislaw Selesnjow. Dabei seien mehrere Panzerfäuste sichergestellt worden.

Der Militärexperte Dmitri Tymtschuk betonte, dass in den Reihen der Aufständischen mehrere Ausländer kämpften. So seien unter den Getöteten Serben sowie Russen aus der Konfliktregion Nordkaukasus, etwa aus dem früheren Kriegsgebiet Tschetschenien, identifiziert worden. Russland und die Separatisten wiederum behaupten, dass in den Reihen der Regierungstruppen US-Söldner kämpfen./ast/bvi/DP/fbr

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Bullish
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Zyndicate hat am 28.05.2014 - 15:18 folgendes geschrieben:

Der Militärexperte Dmitri Tymtschuk betonte,

Tymtschuk wird täglich hier übersetzt: http://maidantranslations.com/

 

 

dass in den Reihen der Aufständischen mehrere Ausländer kämpften. So seien unter den Getöteten Serben sowie Russen aus der Konfliktregion Nordkaukasus, etwa aus dem früheren Kriegsgebiet Tschetschenien, identifiziert worden.

Hier über die getöteten Russen, die nach Rostov transportiert werden: http://america.aljazeera.com/articles/2014/5/30/pro-russian-rebelsinukra...

Bilder vom Handy eines der Tschetschenen (Mitglied der Special Forces in Tschtschenien - siehe Bildergallerie): http://inforesist.org/fact-chechen-commandos-of-russian-mia-are-fighting...

Der Typ ist auch hier zu sehen:

Der gleiche Typ etwas gruselig nach dem Kampf am Flughafen von Donezk: http://inforesist.org/43-corpses-of-kadyrovits-have-been-buried-in-chech... (!! Tote zu sehen)

Hier Vice News mit dem Kampf am Flughafen: http://www.youtube.com/watch?v=XtdVVFhjdqA

Hier kommen die Kämpfer des "Battailon Vostok" an und werden gefeiert, da leben sie noch und sind unverletzt: http://www.youtube.com/watch?v=2ceDd-q86_k#t=469

Vorgängig eine kurze Rede, über "wird sind es leid, Sklaven zu sein". Der Witz ist, dass der Maidan gerade dieses Ziel verfolgte, nämlich die korrupte Elite zu bekämpfen, die massgeblich aus Donezk kam (Achmetow, Janukowitsch, Donezk-Clan). Die Leute sind völlig verrückt, glauben der russischen Propaganda, die täglich sendet, die Nato, USA, EU, etc. greife den Donbass an und wolle alle Leute töten.

 

Russland und die Separatisten wiederum behaupten, dass in den Reihen der Regierungstruppen US-Söldner kämpfen

Die Russen hat man gesehen, sogar die führenden Leute sind aus Russland, z.B. Strelkov ( http://en.wikipedia.org/wiki/Igor_Girkin ), Borodai ( http://en.wikipedia.org/wiki/Alexander_Borodai ), etc.

 

Die US-Truppen hat man bisher nicht gesehen und es ist auch von technisch sehr gut ausgerüsteten Mitarbeitern einer polnischen Sicherheitsfirma die Rede (ex Strelkov), die in der Nähe des "Mount Karachun" Objektschutz betreibe, aber noch in Kampfhandlungen involviert sei.

 

Es würden auch ständig israelische Staatsbürger aus dem Gebiet Slawiansk evakuiert, wobei auch hier private Sicherheitsfirmen zu einsatz kämen. Sogar Mitglieder des "Rechten Sektors" holen Israelis raus. Viele Ukrainer haben eine israelische Staatsbürgerschaft, z.B. auch Dnepropetrowsk Gouverneur Kolomoisky.

 

Mittlerweise sind über ein halbes Dutzend verschiedene Gruppen im Donbass aktiv:

pro-Ukr:

- Armee

- Nationalgarde

- Truppen des Innenministeriums

- Battalion "Donbass" (wird nun in die Nationalgarde integriert) (vorher privat organisiert)

- Battalion "Azow" (privat organisiert, soll Lyashko nahestehen)

pro-Ru:

hier ist es schwieriger zu sagen, wie diese verschiedenen Gruppen heissen, doch es gibt verschiedene Gruppen, z.B. wurde gestern das HQ der Separatisten in Donezk durch Mitglieder des "Battalion Vostok" gesäubert und die meisten Barrikaden wurden weggeräumt (sollen durch professionelle Barrikaden ersetzt werden). Es ist nicht sicher, ob man beim Battalion Vostok überhaupt noch von pro-Ru sprechen kann oder ob man die nur noch "Ru" nennen sollte, da die meisten Mitglieder Russen (Kaukasus und Moskau) sind. Auch unklar ist, ob es sich um dieses Battalion handelt, das vorübergehend aufgelöst galt: http://en.wikipedia.org/wiki/Special_Battalion_Vostok

 

Wie lange Putin und Kadyrov ihre Lügen noch aufrechterhalten können, hängt wohl davon ab, wie viele Idioten der russischen Propaganda blind glauben. Wer es in Russland glaubt, den kann ich aufgrund der eingeschränkten Informationsmöglichkeiten noch verstehen, wer es im Westen glaubt, dem kann niemand mehr helfen ...

 

Unklar für mich persönlich ist, wieso diese russischen Einheiten von Putin geleugnet werden, denn es ist so offensichtlich, wer sie sind. Ist Putin vielleicht gar nicht am Drücker, oder fühlt er sich so sicher, nachdem er folgenlos Speznas auf der Krim einsetzte, die einigen im Westen gar nicht auffielen?

 

Übrigens, bei den Wahlen haben die rechten Parteien in die Röhre geguckt, der "Rechte Sektor" mit Jarosch kam auf knapp 0.7% und die Swoboda mit Tyahnybok auf 1.16%: http://en.wikipedia.org/wiki/2014_Ukrainian_presidential_election#Results

Soviel zur russischen Propaganda, die die Ukraine als Ultra-rechten Staat darzustellen versuchte. Russlands Channel One konnte es übrigens nicht lassen, Jarosch mit 37.13% an die Spitze zu setzen, um später von einem Fehler auf der ukr. Wahlwebseite zu sprechen:

 

Eher als mit Nazis dürfte in der Ukraine wohl bald mit Militärberatern aus Israel zu rechnen sein. Also weder Nato noch Nazis: http://gordonua.com/news/politics/Rabinovich-Na-Donbasse-nuzhno-primenit...

 

Zur Korruption in der Ukraine - die USA haben den Ukrainern zwar keine Waffen, dafür ready-to-eat meals und Schutzwesten geliefert. An der Front ist sehr wenig davon angekommen, jetzt wurde ein Teil der meals im Internet als zum Verkauf angeboten entdeckt: http://news.liga.net/news/incident/1942810-amerikanskie_sukhpayki_dlya_b... Drinks

weico
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Ob der Schoggi-Oligarch dem Land etwas bringt...?

 

 

 

...von Merkel und der EU sollte Er jedenfalls nicht zuviel Hilfe erwarten.Die haben seit den Europawahlen nun genug eigene,interne Probleme ..  :oops::angel:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-05/poroschenko-sicherheitsbuendnis

 

 

 

weico

aprecio
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weico hat am 31.05.2014 - 10:09 folgendes geschrieben:

Ob der Schoggi-Oligarch dem Land etwas bringt...?

 

 

 

 

...von Merkel und der EU sollte Er jedenfalls nicht zuviel Hilfe erwarten.Die haben seit den Europawahlen nun genug eigene,interne Probleme ..  smileysmiley

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-05/poroschenko-sicherheitsbuendnis

 

 

 

weico

in den sommermonaten wird schock'o'lade ziemlich weich.

so bleiben die zähne heil.

MarcusFabian
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weico ist in den letzten Tagen konkret-krass auf dem Karrikatur-Tripp Biggrin

Aber mach weiter so, ich find's amüsant. Good

weico
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MarcusFabian hat am 31.05.2014 - 12:28 folgendes geschrieben:

weico ist in den letzten Tagen konkret-krass auf dem Karrikatur-Tripp smiley

Aber mach weiter so, ich find's amüsant. smiley

..Karikaturen sagen manchmal eben mehr aus (und treffender) ... als viel Geschreibsel.

 

weico

 

MarcusFabian
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Seh' ich auch so:

"Ein Tritt in den Hintern sagt mehr als tausend Worte."

oder war's "Ein Bild sagt mehr ..." ? Biggrin

 

Bullish
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weico hat am 31.05.2014 - 13:02 folgendes geschrieben:

MarcusFabian hat am 31.05.2014 - 12:28 folgendes geschrieben:

weico ist in den letzten Tagen konkret-krass auf dem Karrikatur-Tripp smiley

Aber mach weiter so, ich find's amüsant. smiley

..Karikaturen sagen manchmal eben mehr aus (und treffender) ... als viel Geschreibsel.

 

weico

 

Die Karrikatur liegt falsch. Poroschenko hat bisher immer in allen 3 Teams gespielt.

Guter Artikel, zwar viel Geschreibsel:

http://www.eurozine.com/articles/2014-05-15-leshchenko-en.html
 

Ukraine's puppet masters

A typology of oligarchs

Geht auf die wichtigsten Akteure ein.

Bullish
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Ein interessante Betrachtung liefert dieser Blogger, der die Biografien einiger führender Separatisten und ihren Verbindungsleute in Russland betrachtet. Das ist insbesondere interessant, weil einige dieser Leute 1993 versucht hatten, Boris Jelzin zu stürzen und im Gefängnis sassen.

Der Autor kommt zum Schluss, dass im Donbass Kämpfer aus der russischen Armee und den Geheimdiensten aktiv sind, die NICHT unter Putins Kontrolle stehen und die mit ihren Aktionen Putin steuern und in die Enge treiben - oder dies zumindest versuchen.

http://cgrozev.wordpress.com/2014/05/31/putins-pickle/

The Ukrainian secession crisis brought about a sharp boost in Putin’s popularity at home: his latest approval ratings are at a soaring 83% and keep climbing.
...

First, the war on Ukraine was not engineered by Putin. While he is a clear beneficiary, he is not in the driver’s seat of the invasion – and he feels visibly uncomfortable with this sinecure position. What is worse, the people who are in the driver’s seat are not Putin’s natural allies – and their symbiotic relation is unlikely to last beyond a few months.

...

In 2010, Girkin wrote to a friend:

 

“Everyone I talk to…swears allegiance to Putin [...] In Russia, today, it seems there is nothing to be done. There is no conflict, no catalyst, everything is strictly under control [...] Maybe a Transnistria option for Ukraine can be such a catalyst.

 

In any case, I have many friends -veterans from Transnistria and the Chechen wars – who are willing to sacrifice anything and will show up at a moment’s notice”

Die These wird im Artikel oben aufgebaut, man versteht den Artikel wahrscheinlich ohne Hintergrundwissen, dennoch wird er verständlicher, wenn man mehr über die handelnden Personen erfährt:

http://cgrozev.wordpress.com/2014/05/20/the-orthodox-crusaders-part-1/

http://cgrozev.wordpress.com/2014/05/24/the-orthodox-crusaders-part-ii/

http://cgrozev.wordpress.com/2014/05/26/the-orthodox-crusaders-part-iii-...

Soviel ich weiss, widerspiegeln keine der bekannteren Medien, auch nicht ukr oder ru, diese These, obwohl die handelnden Figuren auch dort vorkommen, allen voran, der brüchtigte Mastermind hinter der Krimannexion und militärische Führer der Separatisten rund um Slawiansk, Girkin aka Strelkov aka Strelok.

 

Übrigens, etwas Geschichtunterricht. Die Ereignisse vom Maidan, Todesschützen, die nie gefunden wurden und auf beide Parteien feuerten, gab es schon mal, 1993 in Moskau:

Doku von RT
https://www.youtube.com/watch?v=CnkCu7N-J0M

In October 1993, Russia was on the brink of civil war. Deputies from the Supreme Soviet of Russia -- the main legislative body in the country - were on one side and President Boris Yeltsin and his supporters on the other. In decree 1400, the president proclaimed that the Supreme Soviet of the Russian Federation and its deputies were to discontinue their legislative, administrative and executive functions. The deputies responded with a decree removing Yeltsin from the Presidency. This resulted in two days of street fighting, hundreds dead and injured.

Einige der Akteure, die derzeit wieder mit den Ereignissen im Donbass in Verbindung stehen, waren auch 1993 in Moskau aktiv, als Jelzin gestürzt werden sollte.

sime
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@ Bullish

Mal eine Frage, Du kennst Dich doch gut aus in der Ukraine. Ist es generell so, dass der Osten, also Donbass und Oblaten eher die reiche Region ist und die Westukraine, also auch Kiew, die ärmere Region? Du hast auch mal gezeigt, dass die Geldflüsse in den Osten fliessen, auch was den Lastenausgleich betrifft. Die Ukraine wird nun seit Jahrzehnten von Oligarchen und Leuten aus dem reichen, russisch orientierten Osten regiert, welche nicht zuletzt vor allem die Ostukraine förderten und den Westen mehr oder weniger sich selber überliessen. Die neuerliche Wahl hat ja auch wieder einen reichen Oligarchen aus dem Osten an die Spitze gehievt, obschon die Revolution im Westen stattfand. Poroschenko zeigt sich aber als EU-Orientierter und vor allem anti-separatistisch. Wird sich das plötzlich ändern, indem er sich dann plötzlich Putin annähert? Hat der Westen der Ukraine keine demographische Mehrheit für einen Mann aus der Westukraine? Ich frage mich auch, wie es kommt, dass Kiew die Hauptstadt der Ukraine ist, obschon das wirtschaftliche Zentrum eigentlich im Osten liegt, na gut, wenn es nach dem ginge, wäre wohl Zürich die Hauptstadt und nicht Bern, aber frage mich, was es für einen Grund gab und dass heute die Politik in Kiew gemacht wird, während die Musik eigentlich im Osten spielt. Wenn die Ungleichheit eines Staates zu gross wird und nicht durch Militärgewalt aufrecht halten lässt und nicht einmal eine gemeinsame Sprache weiterhilft, dann wird es doch früher oder später so kommen wie es dem Balkan in den 90er erging. Wie siehst Du die Entwicklung dieses Landes?

Zyndicate
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UKRAINE-KRISE/Neues Blutvergiessen in der Ostukraine

02.06.2014 12:37



KIEW/MOSKAU (awp international) - Bei massiven Gefechten von prorussischen Separatisten und Regierungseinheiten in der Ostukraine ist es zu neuem Blutvergiessen gekommen. Bei einem Angriff auf die Zentrale der Grenztruppen in Lugansk seien mindestens sieben Soldaten verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden am Montag mit. Auf der Gegenseite seien fünf Aufständische getötet und acht verletzt worden.

Mehrere hundert Aktivisten hätten den Stützpunkt mit Granatwerfern und automatischen Waffen attackiert, sagte der Militärexperte Dmitri Tymtschuk. Die Offensive sei mit Unterstützung eines Suchoi-Kampfjets zurückgeschlagen worden. Aus der Separatisten-Hochburg Slawjansk gab es Berichte über fünf verletzte Aufständische bei Schusswechseln.

Angesichts der neuen Gewalt kündigte der russische Aussenminister Sergej Lawrow einen Resolutionsentwurf zur Ukraine-Krise im Weltsicherheitsrat an. "Darin werden unter anderem Forderungen nach einem sofortigen Ende der Gewalt und einem Beginn von Verhandlungen enthalten sein", sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge.

Russland sei "tief beunruhigt", dass bei der "Anti-Terror-Operation" der ukrainischen Führung Unbeteiligte getötet würden. "In unserem Entwurf schlagen wir einen Fluchtkorridor vor, damit Zivilisten die Kampfzone verlassen können", sagte Russlands Chefdiplomat.

Inmitten des Konflikts mit der Ukraine kündigte ein Armeesprecher in Moskau neue Militärübungen an. Dabei sollten unter anderem Raketen vom Typ Iskander getestet werden, sagte er. Das Manöver soll bis Donnerstag im westlichen Militärbezirk laufen. Russland hatte zuletzt nach massiver Kritik aus dem Westen Truppen von der ukrainischen Grenze abgezogen, die dort an einer Übung teilgenommen hatten.

Von den beiden OSZE-Teams, die in der krisengeschüttelten Ostukraine verschleppt worden sind, gab es zunächst weiter keine Nachricht. Zuletzt hatten die Separatisten mitgeteilt, die Beobachter stünden unter "Spionageverdacht". Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bemüht sich um eine Freilassung.

Während der Kämpfe bei Lugansk hätten auch die Separatisten Verluste erlitten, sagte Militärexperte Tymtschuk in Kiew. "Die Gefechte dauerten vier Stunden, wir rechnen mit einer neuen Angriffswelle", meinte er. Örtlichen Medien zufolge wurden auch mehrere Häuser am Rand von Lugansk beschädigt. Zahlreiche Bewohner hätten die Stadt fluchtartig verlassen, hiess es. Lugansk hat etwa 430 000 Einwohner.

Bei Slawjansk beschossen Regierungseinheiten die Stellungen der Aktivisten mit Artillerie. Ausserhalb der Stadt hätten Soldaten einen Angriff prorussischer Kräfte auf eine Strassensperre abgewehrt, sagte Militärsprecher Wladislaw Selesnjow. Es habe keine Opfer gegeben./wo/DP/fbr

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Elias
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Nordkaukasier im Kampf gegen Kiew

Russische Söldner und das «Bataillon Wostok»

Die Berichte über russische Kämpfer in der Ostukraine reissen nicht ab. Doch wer hinter den Einheiten steht, ist ungeklärt. Nicht nur Moskau könnte ein Interesse an ihrem Einsatz haben.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/nordkaukasier...

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Bullish
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sime hat am 01.06.2014 - 22:55 folgendes geschrieben:

@ Bullish

Mal eine Frage, Du kennst Dich doch gut aus in der Ukraine.

Ich kenne - ein wenig - vor allem den Osten, eigentlich nur den Donbass, resp. die Region um Mariupol, im Oblast Donezk, die aber wegen ihrer Meerlage am Asowschen Meer von den Einheimischen nicht immer zum Donbass gezählt wird sonder als "asowisch". Das hat was, denn dank dem Hafen ist Mariupol ein wenig mit Odessa zu vergleichen und Mariupol hat zwei der grössten Stahlfabriken überhaupt. Damit will ich nur darauf hinweisen, dass ich wohl nicht jene Leute kenne, die nur ein paar Kilometer weiter nördlich rund um Donezk, Slawiansk, Gorlovka, etc. arbeitslos Kohle in illegalen Minen abbauen. Das nur am Rande - in Kiew war ich nur ein paar mal als Tourist mit Ostukrainern, die dort eine eine Zweitwohnung haben.

 

Ist es generell so, dass der Osten, also Donbass und Oblaten eher die reiche Region ist und die Westukraine, also auch Kiew, die ärmere Region?

Ich habe in Mariupol von den Einheimischen gehört, dass der Donbass am reichsten sei, wegen der alten Sowjet-Schwerindustrie und dem Kohleabbau. In Mariupol halten sie sich dazu noch für besonders gut, weil sie eben die 2 Stahlfabriken und den Hafen haben. Stimmt wohl schon. Die glauben alle, sie finanzierten die Ukraine, von den extremen Subventionen wusste (weiss) dort niemand (den ich kenne).

Kiew gilt nicht als westlich, sondern als zentral. Häufig spricht man von 5 Regionen (und vielleicht sollte man die Ukraine nach diesen 5 resp 4 - je nach Krim - Regionen föderalisieren):

 

Du hast auch mal gezeigt, dass die Geldflüsse in den Osten fliessen, auch was den Lastenausgleich betrifft.

Ich glaubte immer, was mir die Leute erzählten, nämlich, dass der Osten das Land quasi finanziere. Die Subventionen zeigen aber was anderes. Ich habe aber die Vermutung, dass gerade weil der Donezk-Clan in Kiew an der Macht war, diese Subventionen in die eigene Tasche gewirtschaftet wurden und zwar finanziert durch Staatsschulden. Damit würden die Subventionen nicht die wirkliche Wirtschaftkraft zeigen sondern wären einfach ein kriminelles Schema. Denn aus dem Donbass wird sehr viel exportiert. Von diesen 6 grössten ukr. Stahlproduzenten liegen 5 (2 Mariupol, 1 Dnepropetrovsk, 1 Yenakiyeve, 1 Zaporizhia) in der "östlichen" Region http://en.wikipedia.org/wiki/Category:Steel_companies_of_Ukraine und mehrere werden von Rinat Achmetow kontrolliert.

 

Die Ukraine wird nun seit Jahrzehnten von Oligarchen und Leuten aus dem reichen, russisch orientierten Osten regiert, welche nicht zuletzt vor allem die Ostukraine förderten und den Westen mehr oder weniger sich selber überliessen.

Der Donbass wirkt auf mich extrem sowjetisch (ich war aber nie in der Sowjetunion, damit mag mein Eindruck täuschen) hingegen weniger russisch. Bis zu den Unruhen haben sich eigentlich alle Leute, die ich kenne, je nach Situation als "Russen" oder "Ukrainer" bezeichnet. Die Bezeichnung Ukrainer erschien mir immer als bewusstes herausstreichen der Staatsbürgerschaft. (Siehst Du auch bei einigen "Russen" in der Schweiz, die eigentlich ukr. Staatbürger sind)

Ich kenne den Westen der Ukraine überhaupt nicht, war auch niemals dort, habe nur gehört, dort lebten "Zigeuner", "Rumänen", "Bandera-Anhänger", etc. Von den Ostukrainern, von denen ich das so hörte, kennt aber auch kaum jemand die Westukraine. Jemand, der mal einige Zeit in Luov (Lemberg) lebte, sagte, dass es nie Probleme gegeben habe, weil er dort nur russisch gesprochen hätte.

Aber es scheint schon so, die Leute am Drücker waren vor allem Leute aus dem Osten, weil in der Sowjetunion diese Regionen industriell und militärisch wichtig waren, und sich Rote Direktoren und die Mafia sich alles unter den Nagel gerissen haben.

 

Die neuerliche Wahl hat ja auch wieder einen reichen Oligarchen aus dem Osten an die Spitze gehievt, obschon die Revolution im Westen stattfand. Poroschenko zeigt sich aber als EU-Orientierter und vor allem anti-separatistisch. Wird sich das plötzlich ändern, indem er sich dann plötzlich Putin annähert?

Schwer zu sagen, aber Poroschenko war schon bei fast jeder Partei und Regierung irgendwie dabei. Nicht zuletzt war sein Streit innerhalb der Yuschtschenko Regierung mit Timoschenko ein wichtiger Grund für deren Scheitern.

 

Hat der Westen der Ukraine keine demographische Mehrheit für einen Mann aus der Westukraine?

Der Westen hat vor allem kein Mann mit genügend Geld. Deshalb konnte sich Timoschenko so einfach als Ukrainische-Ikone verkaufen, obschon es heisst, sie hätte erst kurz vor 40 richtig Ukrainisch gelernt.

 

Ich frage mich auch, wie es kommt, dass Kiew die Hauptstadt der Ukraine ist, obschon das wirtschaftliche Zentrum eigentlich im Osten liegt, na gut, wenn es nach dem ginge, wäre wohl Zürich die Hauptstadt und nicht Bern, aber frage mich, was es für einen Grund gab und dass heute die Politik in Kiew gemacht wird, während die Musik eigentlich im Osten spielt.

Die Musik spielt nicht wirklich im Osten. Meine Bekannten sprechen von den ostukrainischen Städten als "Sklavenstädte", wo die Arbeiter unter miesen und härtesten Bedingungen zu Tiefstlöhnen in veralteten Sowjet-Fabriken malochen müssen. Die "Herren" pendeln dann zwischen Donbass und Kiew.

Dazu kommt die historische Bedeutung von Kiew, während Donezk eine eher junge, eigentlich BRITISCHE Stadt ist (ein Waliser hat sie als Stahlproduktionsstätte aufgebaut, bis seine Erben von den Bolschewisten vertrieben wurden).

 

Wenn die Ungleichheit eines Staates zu gross wird und nicht durch Militärgewalt aufrecht halten lässt und nicht einmal eine gemeinsame Sprache weiterhilft, dann wird es doch früher oder später so kommen wie es dem Balkan in den 90er erging. Wie siehst Du die Entwicklung dieses Landes?

Unheimlich schwierig zu sagen. Die Trennung in Ost- und Westukraine wurde sehr stark von den Medien des Donezk-Clans gepflegt, eigentlich darauf aufbauend, dass die sowjetische Geschichtsschreibung dem national-ukrainischen Geist sehr feindlich gegenüberstand, da es dort bis lange nach dem 2. WK anti-sowjetische Partisanen gab.

Ich persönlich nahm die Leute in der Ostukraine als ausgesprochen apolitisch wahr, die sich bewusst sind, dass sie von allen Politikern betrogen werden. Vom Maidan erwarteten die meisten nur Probleme, weil sie wissen, dass sie Mafialand sind, wo eine Art Omerta wie in Sizilien herrscht, wo niemand öffentlich etwas riskieren will.

Ich halte die "Separatisten" für eine krasse Minderheit, bestehend aus einem Mix von Mafiasöldnern und russischen Nationalisten, die aber auf einige hundertausend Sowjetnostalgiker und Unzufriendene bauen, die sie zu mobilisieren versuchen. Das ist aber eine subjektive Einschätzung aufgrund der eigenen Bekanntschaften. Ich kenne einige sehr gut, die pro-Ru sind, aber natürlich nicht als Aktivisten oder gar als Kämpfer teilnehmen. Ich glaube sowieso, dass die meisten weder für pro-Ru noch für pro-Ukr Krieg führen wollen. Die möchten ein ruhiges Leben, deshalb haben sie sich auch vor Jahren der Mafiaherrschaft ergeben.

Ich kenne den Balkan schlecht, aber von Kollegen weiss ich schon, dass die sich als "Serbe", "Kroate", etc. verstanden. Das nehme ich im Donbass nicht so wahr, aber vielleicht kenne ich einfach die falschen Leute.

Wie's weitergeht? Ich weiss es nicht, das hängt wirklich davon ab, wer denn wirklich die Spieler sind. Ich glaube im Grunde 4 Interessengruppen zu erkennen:

- Putin

- russ. Nationalisten, die Putin beeinflussen oder gar stürzen wollen

- Donezk-Clan rund um Janukowitsch, die international in Ungnade gefallen sind

- Achmetow, der zwar auch zum Donezk-Clan gehört, aber noch nicht in Ungnade gefallen ist

Es ist denkbar, dass diese Gruppen je nach Situation mitteinander kooperieren.

Achmetow zum Beispiel, spielt aber auch immer auf der Seite Kiews mit, im Grunde wird er von allen Seiten umworben und obwohl ich in den Medien lese, dass Achmetow von den pro-Ru kritisiert wird, sind seine Assets relativ unberührt, jedenfalls höre ich aus Mariupol, dass seine Banken und Bankautomaten funktionieren, während die Banken von Kolomoisky niedergebrannt werden.

Schau Dir mal diesen Witz an, die Leute marschieren zu Achmetow's Residenz, aber während die Rebellen keine Angst haben, auf ukrainische Helikopter zu schiessen, scheinen sie Achmetow's Residenz eher von den protestierenden Leuten zu schützen als diese einzunehmen zu wollen: http://www.youtube.com/watch?v=2ceDd-q86_k#t=670

Diese Residenz von Achmetow ist ein früheres "Hotel Lux", der frühere Hauptsitz der "Luxowskaja gruppirowka". Mafia.

Sehr gute Background-Info hierzu: http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:oiYA3K41AsoJ:forum....

Man kann also nichts glauben, was man aus der Ukraine hört. Russland und andere ex-UdSSR Staaten sind wohl ähnlich hässlich.

Zum Thema übrigen sehr interessant "Andi Gross" bei Schawinski im Radio: http://www.radio1.ch/de/podcasts/podcast-doppelpunkt.html

 

 

 

Bullish
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2 Beispiele für die Propaganda in sozialen Medien.

 

1.) pro-Ru will den "Rechten Sektor" als Nazis darstellen:

Fake: http://pasteboard.co/xLvluv0.png

Original ist viel älter: http://pasteboard.co/xLL2UI8.png

 

2.) pro-Ukr will "Donezk Republik" als Nazis darstellen:

Fake: http://pasteboard.co/xJfB4e2.png

Original zeigt russ. Nazis, aber ohne "Donezker Republik" Banner: http://pasteboard.co/xLyUMm7.png

 

Finden kann man die Fakes relativ einfach, nämlich dank der Google Bildersuche, die einen mit einem Einzelbild andere ähnliche Bilder suchen lässt und man dann meist die Originalbilder findet: http://www.google.com/imghp

 

Es gibt auch "Schauspieler", die immer wieder in verschiedesten Medien als Interviewpartner erscheinen, am berühmtesten ist dieser Frau hier: http://ukraineatwar.blogspot.nl/2014/05/famous-russian-actress-appeared-...

Zyndicate
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Bewegung in der Ukraine-Krise (Zus)

05.06.2014 21:43



BRÜSSEL/PARIS (awp international) - Nach Monaten der Konfrontation in der Ukraine-Krise gewinnt der Dialog mit Russland wieder die Oberhand. Vom Gipfel der führenden westlichen Industrienationen (G7) in Brüssel kamen hoffnungsvolle Signale der Entspannung. Der britische Premier David Cameron traf anschliessend als erster führender westlicher Politiker in der Ukraine-Krise mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammen. Nach der Begegnung am Donnerstagabend in Paris wurde der Kremlchef von Frankreichs Präsident François Hollande erwartet.

Bei einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Putin am Freitag im französischen Deauville soll nach russischen Angaben sogar ein Plan auf dem Tisch liegen, um die schwerste Sicherheitskrise in Europa nach Ende des Kalten Krieges zu entschärfen. Sollte die diplomatische Initiative scheitern, drohen die führenden westlichen Industriestaaten (G7) schärfere Wirtschaftssanktionen an.

Die Begegnungen mit Putin finden nach dem G7-Gipfel rund um die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie statt.

Selbst US-Präsident Barack Obama, der Putin während seiner Europa-Reise immer wieder hart angegangen war, schloss - wie zuvor auch Putin - ein Gespräch nicht aus. "Sollten wir die Gelegenheit zum Reden haben, werde ich ihm dieselbe Botschaft wiederholen, die ich ihm während der Krise gesagt habe. Wir werden sehen, was Putin in den nächsten zwei, drei, vier Wochen macht", sagte Obama. Bleibe Putin auf seinem Kurs, müsse er mit weiteren Strafmassnahmen rechnen.

Mit den schärferen Sanktionen in der Hinterhand wird auch die Bundeskanzlerin am Freitagmorgen Putin in Deauville treffen. Der Ort liegt etwa 40 Kilometer abseits der eigentlichen Feierlichkeiten. Die Kanzlerin lobte die Linie der G7. ""Über alle die Punkte gab es eine grosse Einigkeit zwischen den G7", sagte sie. "Und deshalb glauben wir, dass wir diesen Kurs auch in den nächsten Wochen weiter machen werden."

Es gehe darum, Putin deutlich zu machen, dass die G7 Lösungen über Gespräche wollten, sagte sie. Sanktionen werde es nur geben, sollten Verhandlungen scheitern.

Auch über den Streit über russische Gaspreise wollen Merkel und Putin demnach reden. Die Ukraine steht bei Russland mit Milliarden in für nicht bezahltes Gas der Kreide.

Aussenminister Frank-Walter Steinmeier reist nach Angaben aus Moskau erstmals seit der Eskalation der Ukraine-Krise wieder nach Russland. Der SPD-Politiker berate am Dienstag (10. Juni) in St. Petersburg mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow sowie dem polnischen Aussenminister Radoslaw Sikorski über die Lage in der Ukraine, hiess es.

Beim Treffen mit Putin in Paris habe Cameron "einige sehr klare und sehr deutliche Botschaften" übermittelt, sagte eine Sprecherin der Downing Street in London. Das Gespräch habe eine Stunde gedauert. Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax gab es zwischen den beiden Staatsmännern keinen Händedruck zu Beginn des Treffens.

In der Nacht zum Donnerstag hatte sich die G7-Gipfelrunde auf die Erklärung zur Ukraine verständigt. Damit wurde vor den einzelnen Treffen mit Putin auch der Verhandlungsspielraum abgesteckt. "Wir sind bereit, die gezielten Sanktionen zu verstärken und zusätzliche bedeutsame restriktive Massnahmen zu verhängen, um den Preis, den Russland zu zahlen hat, in die Höhe zu treiben, wenn die Ereignisse dies erfordern", heisst es in dem Dokument.

Die G7 hat vier Forderungen an Russland: Zusammenarbeit mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, Stopp des Zustroms von Separatisten und Waffen in die Ostukraine, Garantien für die Gasversorgung, vollständiger Abzug der Truppen von der ukrainischen Grenze.

Russland nannte die Erklärung zynisch. "Die sogenannten Sieben lassen sich über "gemässigte Handlungen" der ukrainischen Armee gegen das eigene Volk aus: Das ist an Zynismus kaum zu überbieten", sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedew und erinnerte an Luftangriffe auf prorussische Separatisten.

Nach dem G7-Treffen in Brüssel empfing Kanzlerin Merkel am Abend in Berlin den gewählten ukrainischen Präsidenten Poroschenko. Bei dem Treffen im Kanzleramt sagte Merkel, die Ukraine befinde sich nach wie vor in einer sehr schwierigen Lage. Deshalb wolle Deutschland "sehr hilfreich" sein.

Russland hatte sich völkerrechtswidrig die zur Ukraine gehörende Schwarzmeerhalbinsel am 21. März einverleibt. Daraufhin hatten die Europäische Union und die USA Strafmassnahmen gegen Russland verhängt. Auch den geplante G8-Gipfel im russischen Sotschi sagten die G7-Staats- und Regierungschefs ab, verlegten das Treffen nach Brüssel und schlossen Putin aus ihren Reihen aus.

Erstmals seit 16 Jahren kamen die G7 ohne Russland zu einem Gipfel zusammen. Das Treffen richtete die Europäische Union aus.

Zur G7-Runde gehören die Regierungschefs der USA, Kanadas, Japans, Frankreichs, Italiens, Grossbritanniens und Deutschlands. Gastgeber waren EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionschef José Manuel Barroso.

Andere Themen fielen hinter der Ukraine-Krise zurück:

- Die Staats- und Regierungschef verurteilten die Brutalität des Regimes von Präsident Baschar al-Assad scharf. Die Wiederwahl Assads wird als "Scheinwahl" bezeichnet.

- Die G7 arbeitet an Wachstumsstrategien, um für mehr Investitionen und Arbeitsplätze zu sorgen. Diee Pläne sollen beim Gipfel der grössten Industrie- und Schwellenländer - Gruppe der 20/G20 - im November im australischen Brisbane vorgelegt werden.

Lob für die entwicklungspolitischen Schritte des Gipfels kam von der Organisation ONE: "Angesichts der besonderen Situation und thematischen Ausrichtung in diesem Jahr, ist es sehr erfreulich, dass entwicklungspolitische Themen überhaupt Eingang gefunden haben." Es sei besonders wichtig, dass der Gipfel in Deutschland nächstes Jahr ein voller Erfolg im Kampf gegen Armut auf der Welt werde.

Der nächste Gipfel ist im Juni 2015 auf Schloss Elmau in Oberbayern geplant. Ob als G7 oder G8, ist offen./rom/DP/he

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wuerfel
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und die AMI-Söldner?

Im Westen spricht niemand von den Ami-Söldner die schon seit einiger Zeit ganz aktiv provozieren.

http://german.ruvr.ru/news/2014_06_06/Pentagon-schickt-Militarberater-in...

http://german.ruvr.ru/2014_06_06/Kiew-setzt-im-Kampf-gegen-Volkswehr-in-...

 

Auch das CIA und FBI das ukrainische Militär beraten und steuern wird kaum erwähnt!

 

Obama unterstützt den Staatsterror im Osten der Ukraine

http://www.wsws.org/de/articles/2014/06/06/ukra-j06.html

 

US-Außenamt gegen Ermittlung etwaiger Kriegsverbrechen in der Ukraine

http://article.wn.com/view/2014/06/06/USAu_enamt_gegen_Ermittlung_etwaig...

Was haben die Amis da zu befürchten?? Waren ihre Blackwaters (heute Academi) die Kriegsverbrecher und Mörder?

 

Unsere Medien sind reine Propagandablätter der Amis geworden, schon seit längerem!

weico
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Vereidigung des neuen Präsidenten: Poroschenko sichert Ostukraine mehr Rechte zu

 

"Die Krim war, ist und bleibt immer ukrainisch": Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat bei seiner Vereidigung den Anspruch seines Landes auf die von Russland annektierte Halbinsel bekräftigt.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-praesident-poroschenko-leg...

 

Träumer.... Biggrin

 

weico

Bullish
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wuerfel hat am 07.06.2014 - 00:16 folgendes geschrieben:

Im Westen spricht niemand von den Ami-Söldner die schon seit einiger Zeit ganz aktiv provozieren.

http://german.ruvr.ru/news/2014_06_06/Pentagon-schickt-Militarberater-in...

http://german.ruvr.ru/2014_06_06/Kiew-setzt-im-Kampf-gegen-Volkswehr-in-...

 

Auch das CIA und FBI das ukrainische Militär beraten und steuern wird kaum erwähnt!

 

Obama unterstützt den Staatsterror im Osten der Ukraine

http://www.wsws.org/de/articles/2014/06/06/ukra-j06.html

 

US-Außenamt gegen Ermittlung etwaiger Kriegsverbrechen in der Ukraine

http://article.wn.com/view/2014/06/06/USAu_enamt_gegen_Ermittlung_etwaig...

Was haben die Amis da zu befürchten?? Waren ihre Blackwaters (heute Academi) die Kriegsverbrecher und Mörder?

 

Unsere Medien sind reine Propagandablätter der Amis geworden, schon seit längerem!

Von diesen ominösen US-Söldnern wurde nur noch nie einer gefunden, im Gegensatz zu den russischen Söldnern/GRU/FSB/Freiwilligen (was sie genau sind, weiss man nicht in jedem Fall genau), die in Särgen zurück über die russische Grenze geschickt worden sind.

 

Die US-Söldner Geschichte wurde von der "Bild Am Sonntag" in DE lanciert, aber nur als Gerücht, welches sie vom DE-Geheimdienst habe, welcher es von einem US-Dienst habe. Also äusserst vage und zwar ausgerechnet am 11. Mai, als der Bild-Reporter "Ronzheimer" in Slawjansk von den Separatisten gejagt wurde, darüber gab es viele Tweets von vor Ort, die Ronzheimer warnten, z.B.:

https://twitter.com/pugaciauskas/status/465472660739481600

Angestiftet wurden die Separatisten vom russischen "Journalisten" Dmitri Steschin auch darüber viele Tweets, z.B.:

https://twitter.com/AndrijUKR/status/467603793593778176

Ich vermute, die "Bild Am Sonntag" hat über das Gerücht berichtet, um ihren Reporter vor Ort zu schützen, der einen Beweis für "Karussell-Wählen" erbrachte.

 

Was aber nicht bedeutet, dass es keine Söldnerunternehmen gibt, die tätig sind. "Academi" wäre ein Skandal, denn die arbeiten als Contractor für die US-Regierung, womit sie nur mit Genehmigung dieser für andere Kunden aktiv werden darf. Eher möglich wäre "Greystone", welche weder für die US-Regierung arbeiten noch ein US-Unternehmen sind.

 

Sowieso verfügt jeder bessere Millionär in der Ukraine über einen privaten Sicherheitsdienst - "Söldner".

 

 

Ein Überblick über die derzeit wichtigsten Kampfgruppen auf beiden Seiten, die meisten hatte ich bereits oben irgendwo aufgezählt:

http://www.welt.de/politik/ausland/article128845741/Machtkampf-unter-den...

sime
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Bullish hat am 05.06.2014 - 01:18 folgendes geschrieben:


Unheimlich schwierig zu sagen. Die Trennung in Ost- und Westukraine wurde sehr stark von den Medien des Donezk-Clans gepflegt, eigentlich darauf aufbauend, dass die sowjetische Geschichtsschreibung dem national-ukrainischen Geist sehr feindlich gegenüberstand, da es dort bis lange nach dem 2. WK anti-sowjetische Partisanen gab.

Ich persönlich nahm die Leute in der Ostukraine als ausgesprochen apolitisch wahr, die sich bewusst sind, dass sie von allen Politikern betrogen werden. Vom Maidan erwarteten die meisten nur Probleme, weil sie wissen, dass sie Mafialand sind, wo eine Art Omerta wie in Sizilien herrscht, wo niemand öffentlich etwas riskieren will.

Ich halte die "Separatisten" für eine krasse Minderheit, bestehend aus einem Mix von Mafiasöldnern und russischen Nationalisten, die aber auf einige hundertausend Sowjetnostalgiker und Unzufriendene bauen, die sie zu mobilisieren versuchen. Das ist aber eine subjektive Einschätzung aufgrund der eigenen Bekanntschaften. Ich kenne einige sehr gut, die pro-Ru sind, aber natürlich nicht als Aktivisten oder gar als Kämpfer teilnehmen. Ich glaube sowieso, dass die meisten weder für pro-Ru noch für pro-Ukr Krieg führen wollen. Die möchten ein ruhiges Leben, deshalb haben sie sich auch vor Jahren der Mafiaherrschaft ergeben.

Ich kenne den Balkan schlecht, aber von Kollegen weiss ich schon, dass die sich als "Serbe", "Kroate", etc. verstanden. Das nehme ich im Donbass nicht so wahr, aber vielleicht kenne ich einfach die falschen Leute.

Wie's weitergeht? Ich weiss es nicht, das hängt wirklich davon ab, wer denn wirklich die Spieler sind. Ich glaube im Grunde 4 Interessengruppen zu erkennen:

- Putin

- russ. Nationalisten, die Putin beeinflussen oder gar stürzen wollen

- Donezk-Clan rund um Janukowitsch, die international in Ungnade gefallen sind

- Achmetow, der zwar auch zum Donezk-Clan gehört, aber noch nicht in Ungnade gefallen ist

Es ist denkbar, dass diese Gruppen je nach Situation mitteinander kooperieren.

Achmetow zum Beispiel, spielt aber auch immer auf der Seite Kiews mit, im Grunde wird er von allen Seiten umworben und obwohl ich in den Medien lese, dass Achmetow von den pro-Ru kritisiert wird, sind seine Assets relativ unberührt, jedenfalls höre ich aus Mariupol, dass seine Banken und Bankautomaten funktionieren, während die Banken von Kolomoisky niedergebrannt werden.

Schau Dir mal diesen Witz an, die Leute marschieren zu Achmetow's Residenz, aber während die Rebellen keine Angst haben, auf ukrainische Helikopter zu schiessen, scheinen sie Achmetow's Residenz eher von den protestierenden Leuten zu schützen als diese einzunehmen zu wollen: http://www.youtube.com/watch?v=2ceDd-q86_k#t=670

Diese Residenz von Achmetow ist ein früheres "Hotel Lux", der frühere Hauptsitz der "Luxowskaja gruppirowka". Mafia.

Sehr gute Background-Info hierzu: http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:oiYA3K41AsoJ:forum....

Man kann also nichts glauben, was man aus der Ukraine hört. Russland und andere ex-UdSSR Staaten sind wohl ähnlich hässlich.

Zum Thema übrigen sehr interessant "Andi Gross" bei Schawinski im Radio: http://www.radio1.ch/de/podcasts/podcast-doppelpunkt.html

 

 

 

 

Danke für Deine Antwort, war sehr informativ und hilfreich. Man hat das Gefühl, dass man aus der Ukraine nicht schlau werden kann, es ist ja auch ein sehr junger Staat und zwei Grossmächte spielen über verschiedene Akteure Schach und die Ukraine samt Volk ist nur das benötigte Brett. Was mich aber insgesamt sehr nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass der sehr junge und fragile Nationalstolz der Ukraine auf diesen Stephan Bandera zurückgeht, der nur dank den Nazis im WK II das damals den Sowjets gehörige Land als Nationalstaat ausrufen konnte, nachdem die Nazis die Sowjets aus der Ukraine vertrieben haben. Das erklärt natürlich zweierlei, nämlich dass die Nazis diesen Bandera als Helfer einsetzten, um nicht in einen Partisanenkrieg zu geraten, obschon Holdomor den ukrainischen Hass auf die Sowjets von alleine erklären und rechtfertigen, und zum anderen, warum der Maidan mitunter vom rechten Sektor und der Swoboda mitgeprägt wurde. Als Aussenstehender kaum zu beurteilen, jedoch kann ich fast nur zweierlei mutmassen. Die ukrainische Unabhängigkeit und die pro-westliche Bewegung fusst auf zwei verschiedenen Säulen. Die eine Säule ist der Hass auf alles Russische, da die Verbrechen der Sowjets am ukrainischen Volk noch zu präsent sind. Die andere ist diese nationalistische, an Faschismus grenzende Ideologie, da die Nazis, obschon sie Bandera schlussendlich ermordeten und so zum Märtyrer stilisierten, schlussendlich die Ukrainer vom Sowjetregime befreiten. Dazwischen bleibt kaum Spielraum und vor allem fehlt die Historie, der Rest wird ausgefüllt von korrupten Oligarchen. So können Grossmächte die EU und Russland mit einfachsten Mitteln imperialistische Ziele verfolgen, zumal ein Grossteil der Bevölkerung nicht nur gespalten, sondern auch bettelarm gehalten wird. Unter diesen Voraussetzungen, ist jedem Redner von Demokratie und Selbstbestimmung schon im Ansatz zu misstrauen, erst Recht, wenn er vom Ausland kommt. Die Frage also lautet: Was hält die Ukraine im Inneren zusammen? Richtiger wäre: Was grenzt die Ukraine von Aussen her ab?

Elias
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Panzer bei Donezk

Das vom neuen ukrainischen Präsidenten Poroschenko angestrebte Ziel, rasch Frieden zu schaffen in der Ostukraine, ist weit weg. Russland fordert zwar die Einstellung der Militäraktionen seitens Kiews, scheint den Konflikt aber weiter zu schüren.

 

http://www.nzz.ch/international/wenig-aussicht-auf-frieden-1.18321591

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Bullish
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Live von der umstellten russischen Botschaft in Kiew, nachdem in der Nacht zuvor die Militärmaschine mit ca. 50 Soldaten abgeschossen worden ist:

http://www.ustream.tv/channel/vichekyiv (edit: nicht mehr interessant)

Die Protestierenden wollen mit der Botschaft Verhandlungen führen, dies unter den Augen von einigen ausgewählten Medienvertreter.

Meiner Meinung nach ist das ein schwaches Zeichen für die ukrainische Regierung, die es wohl nicht wagte, die russische Botschaft mit Gewalt zu beschützen, die nun aber nach meinem Verständnis aus dem Live-Stream auch nicht an den Verhandlungen präsent ist.

Live-Stream stockt leider immer, deshalb ist nicht klar, was genau passiert.

Ein paar Bilder:

 

Mehr info auf Twitter: https://twitter.com/search?q=russia%20embassy&src=corr

Bullish
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sime hat am 11.06.2014 - 22:32 folgendes geschrieben:

Die andere ist diese nationalistische, an Faschismus grenzende Ideologie, da die Nazis, obschon sie Bandera schlussendlich ermordeten und so zum Märtyrer stilisierten, schlussendlich die Ukrainer vom Sowjetregime befreiten.

Nationalismus, Patriotismus und Faschismus muss man trennen. Ich weiss nicht, ob Bandera ein Faschist war. Er war ja die meiste Zeit im KZ, seine Anhänger kämpften gegen Nazis, Sowjets, Polen, etc. und waren primär Nationalisten, die für Unabhängigkeit kämpften. Der grösste Teil der Ukrainer kämpfte aber in der Roten Armee für die Sowjets und sie trugen millionenfache Verluste. Vielen in der Westukraine erscheinen logischerweise die nationalistischen Kämpfer als nationale Helden, andere verehren die Millionen, die in der Roten Armee gekämpft haben. Ein Widerspruch, wenn man seine Nation auch historische Helden gründen will.

Auch die alten Eidgenossen haben ja vor allem gegen Kämpfer aus der heutigen Ost-, Nord- und Westschweiz gekämpft.

Dazwischen bleibt kaum Spielraum und vor allem fehlt die Historie, der Rest wird ausgefüllt von korrupten Oligarchen.

Nicht die Oligarchen sind korrupt, sondern hunderttausende von Beamten, Armee, Polizei, Geheimdienst, Gesundheitswesen, Politiker, etc. - aber das oligarchische System befördert es. Ein Oligarch ist nicht einfach ein Milliardär, sondern ein Milliardär, der direkt ganze Abteilungen im Apparat kontrolliert.

Der Staat als solcher existiert gar nicht und ein Regierungswechsel kann das auch nicht einfach so ändern, schon gar nicht, wenn die neuen Regierungsmitglieder auch aus jenem System entspringen.

In Russland ist das auch nicht anders, ausser dass Putin wie ein Pate der Paten erscheint und so für etwas Stabilität zu sorgen scheint (ich rechne allerdings, dass Russland auseinander fliegt).

So können Grossmächte die EU und Russland mit einfachsten Mitteln imperialistische Ziele verfolgen, zumal ein Grossteil der Bevölkerung nicht nur gespalten, sondern auch bettelarm gehalten wird.

Weder EU noch Russland sind eigentlich Grossmächte, weil beide gravierende Probleme haben.

Die EU wird von den starken Nationalstaaten dominiert, sprich von Deutschland, und Russland ist ein ebenso mafiöses Gebilde wie die Ukraine, ausser, dass es sich auf Einnahmen aus den Rohstoffexporten stützen kann und über Atomwaffen verfügt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die EU in der Ukraine "imperialistische Ziele" verfolgt. Es sollte ein Assoziationsabkommen unterzeichnet werden, ebenso wie z.B. mit Syrien. Das ist meist im Interesse des EU-Partners und weniger im Interesse der EU, weshalb die EU im Gegenzug gewisse institutionelle Mindeststandards verlangt.

Unter diesen Voraussetzungen, ist jedem Redner von Demokratie und Selbstbestimmung schon im Ansatz zu misstrauen, erst Recht, wenn er vom Ausland kommt.

In Russland und der Ukraine wird von jenen, die den Zerfall der UdSSR miterlebt haben, Demokratie und Marktwirtschaft so wahrgenommen: in der Marktwirtschaft kann man alles kaufen und die Volks- und Parlamentsmeinung wird affirmativ eingeholt, um Entscheidungen zu "legitimieren".

Westliche Haie haben den ukr. und russ. Oligarchen geholfen, die Assets einzusammeln ,ohne dass irgend ein institutioneller Rahmen dafür gesorgt hätte, dass der Übergang für die gesamte Bevölkerung gelingt. Der Grund liegt wohl darin, dass im Westen zu dieser Zeit eine extreme marktradikale Ideologie geherrscht hat, die glaubte, alles funktioniere ohne institutionellen (staatlichen) Rahmen am besten.

Diese mafiösen Systeme beschränken sich daher nicht auf den Osten, die wichtigsten Ausläufer reichen tief in den Westen.

Überleg mal, um die Jahrhundertwende ermittelte Carla Del Ponte gegen die russische Mafia und lieferte kistenweise Dokumente, die den damaligen sehr, sehr mächtigen Oligarchen Beresowski wahrscheinlich sehr lange hinter Gitter gebracht hätte, doch der russische Apparat zog es vor, Beresowski nicht vor Gericht zu bringen. Der russ. Staatsanwalt, der die Zusammenarbeit versuchte, wurde sofort abgesetzt und auch Del Ponte wurde an den internationalen Strafgerichtshof "befördert". Ex 1999: http://www.themoscowtimes.com/news/article/swiss-freeze-berezovsky-bank-...

 

Die Frage also lautet: Was hält die Ukraine im Inneren zusammen? Richtiger wäre: Was grenzt die Ukraine von Aussen her ab?

Was hält sie zusammen? Zunehmend der neue Hass gegen Putin, der sich auch im Osten unter vielen russischsprachigen auszubreiten beginnt: http://www.youtube.com/results?search_query=putin+huilo

Der Osten ist hinsichtlich dieser Frage aber gespalten. Die Spaltung geht durch Familien und Freundschaften, sie ist nicht sprachlich, kulturell oder ethnisch bedingt.

 

 

Zyndicate
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Russland dreht den Gashahn zu
 

Eskalation im Gasstreit: Russland hat seine Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt.

Das teilte der Chef des ukrainischen Energieversorgers Naftogaz, Andrej Kobolew, am Montag auf einer Regierungssitzung in Kiew mit. Russland hatte zuvor angekündigt, der Ukraine Gas nur noch gegen Vorkasse zu liefern, weil die frühere Sowjetrepublik ihre Rechnungen nicht bezahlt.

Moskau warnte die Europäische Union vor möglichen Engpässen. Es könne Probleme geben, wenn die Ukraine für den Transit bestimmtes Gas für den Eigengebrauch abzweige, erklärte der russische Staatskonzern Gazprom . Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russische Gaslieferungen in die EU. Deutschland deckt mehr als ein Drittel seines Gasbedarfs aus Russland.

Deutsche Versorgung nicht gefährdet

Die deutsche Gasversorgung ist nach Angaben der Bundesregierung derzeit trotzdem nicht gefährdet. Das versicherte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Berlin. Die 51 deutschen Gasspeicher sind aktuell zu fast 75 Prozent gefüllt. Das dürfte nach Einschätzung von Experten für mehrere Monate reichen.

Die russische Ankündigung kam nicht überraschend. In der Nacht zum Montag waren mehrstündige Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew unter Vermittlung von EU-Energiekommissar Günther Oettinger ohne Ergebnis beendet worden. Die Konfliktseiten konnten sich nicht auf einen Preis für Gaslieferungen einigen. Am Montag um 8.00 Uhr MESZ lief eine neue Frist Moskaus zur Begleichung der ukrainischen Schulden aus, die Gazprom inzwischen auf 4,458 Milliarden US-Dollar (3,290 Milliarden Euro) beziffert.

Moskau verhandlungsbereit

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew versicherte der Agentur Interfax zufolge, dass Moskau zu weiteren Verhandlungen bereit sei. Zunächst aber müsse Kiew seine Schulden bezahlen. Russland hatte mehrfach betont, dass die zuletzt angebotenen Konditionen zur Gaslieferung "äusserst vorteilhaft" für die Ukraine gewesen seien. Oettinger kündigte in Wien an, er werde nach einer Sondierungsphase erneut zu trilateralen Gesprächen einladen.

Die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew seien keineswegs endgültig gescheitert, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin. "Da sollte man die Hoffnung noch nicht begraben." Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) liess erklären, EU-Energiekommissar Oettinger habe die "vollste Unterstützung" der Bundesregierung, um eine Verhandlungslösung zu finden.

Wichtiges Transitland

Die Hälfte der russischen Gasexporte nach Europa wird über Leitungen (Pipelines) durch die Ukraine abgewickelt. 2013 kamen über 38 Prozent der deutschen Gasimporte aus Russland. EU-weit liegt der Anteil bei 30 Prozent; die Baltenstaaten, Finnland, Slowakei und Bulgarien kommen auf bis zu 100 Prozent.

AWP

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Bullish
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Gas für die Ukraine per "Reverse-Flow" aus der Slowakei funktioniert wohl gerade nicht mehr. Kurz nach dem Lieferstopp von Gazprom fliegt die Pipeline in der Region Poltava in die Luft incl 200m Flamme:

https://www.youtube.com/watch?v=oAVJ3udesF8

Ca vor 2 Stunden, das Ereignis ist noch nicht bestätigt oder ich sah diese noch nicht.

weico
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Bullish hat am 17.06.2014 - 16:21 folgendes geschrieben:

Gas für die Ukraine per "Reverse-Flow" aus der Slowakei funktioniert wohl gerade nicht mehr. Kurz nach dem Lieferstopp von Gazprom fliegt die Pipeline in der Region Poltava in die Luft incl 200m Flamme:

https://www.youtube.com/watch?v=oAVJ3udesF8

Ca vor 2 Stunden, das Ereignis ist noch nicht bestätigt oder ich sah diese noch nicht.

Zufälle gibt's ... :roll:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-explosion-an-gas-pipeline-...

 

weico

Bullish
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weico hat am 17.06.2014 - 18:05 folgendes geschrieben:

Bullish hat am 17.06.2014 - 16:21 folgendes geschrieben:

Gas für die Ukraine per "Reverse-Flow" aus der Slowakei funktioniert wohl gerade nicht mehr. Kurz nach dem Lieferstopp von Gazprom fliegt die Pipeline in der Region Poltava in die Luft incl 200m Flamme:

https://www.youtube.com/watch?v=oAVJ3udesF8

Ca vor 2 Stunden, das Ereignis ist noch nicht bestätigt oder ich sah diese noch nicht.

Zufälle gibt's ... smiley

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-explosion-an-gas-pipeline-...

 

weico

Die Pipeline soll aber nicht mehr von Ost nach West betrieben werden, sondern von West nach Ost. Geht nun nicht mehr so einfach, alles östlich von Poltava ist betroffen, zufällig betrifft dies nun ausgerechnet den Donbass... http://en.wikipedia.org/wiki/Poltava

Den Gasfluss nach Europa stört dieser Vorfall nicht.

 

Hier die top 40 Lügen der russischen Medien:

http://www.examiner.com/list/russia-s-top-20-lies-about-ukraine
http://www.examiner.com/list/russia-s-top-40-lies-about-ukraine

Jene, die immer davon sprechen, dass unsere Medien im Ukraine Konflikt nur Propaganda betreiben, sollen doch bitte mal wenigstens die top 10 Lügen aus NZZ, Tagi, Blick, SRF betreffend der Ukraine präsentieren oder sollten eingestehen, dass unsere Medien relativ objektiv berichten.

 

 

Bullish
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Gibt man den Kriegsgefangenen/Geiseln eins auf die Nase, dann hört man jene Antwort, die man hören möchte. LifeNews.ru ist oft vor Ort, wenn Blut fliesst:

https://www.youtube.com/watch?v=efMosh4xCow

Da kann die NZZ lernen, wie man "die Wahrheit" rausfindet!

Warnung: der Link oben verstösst mMn gegen jegliche journalistische Ethik.

Zyndicate
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Ukraine-Krise: Poroschenko stellt Friedensplan vor - Russischer Truppenaufbau

20.06.2014 06:36



KIEW/MOSKAU (awp international) - Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko will am Freitag seinen Friedensplan für die umkämpfte Ostukraine vorstellen. Der Plan soll eine einseitige Feuerpause und eine Amnestie für Separatisten enthalten. Die moskautreuen Aufständischen lehnen einen Waffenstillstand ab. Russland sieht zudem eine Feuerpause als "nicht weitreichend genug". In der Ostukraine lieferten sich unterdessen Regierungseinheiten erneut blutige Gefechte mit Aufständischen.

Am späten Donnerstagabend erörterten Poroschenko und der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Telefonat erneut die Pläne für die Waffenruhe. Putin habe dabei noch einmal auf einem Ende der Gewalt bestanden, damit die Krise gelöst werden könne, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Poroschenko habe sich für eine Freilassung von "Geiseln" in den Konflikt ausgesprochen, teilte die Präsidialverwaltung in Kiew mit.

Sowohl die prorussischen Separatisten, die für eine Unabhängigkeit von Kiew kämpfen, als auch die Regierungstruppen halten jeweils Gefangene. Daneben haben die Separatisten seit drei Wochen zwei Beobachterteams der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in ihrer Gewalt.

Trotz der direkten Gespräche der beiden Präsidenten sorgte Russland mit einem neuen Truppenaufmarsch im Grenzgebiet zum Nachbarland für neue Spannungen. "Ich kann bestätigen, dass wir eine neue russische Militärpräsenz sehen, mindestens mehrere Tausend zusätzlicher russischer Soldaten in der Nähe der Grenzen der Ukraine", sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in London. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe den Aufmarsch bei einer nichtöffentlichen Anhörung der Staatsduma in Moskau bestätigt, berichtete die Moskauer Tageszeitung "RBK daily". Das Militär habe sich zu einem Aufmarsch entschlossen, da die Gefechte in der Ukraine nicht abklingen würden.

Der britische Premierminister David Cameron bezeichnete das Verhalten Russlands bezüglich der Ukraine als "illegale Aggression". Moskau setze die Kooperation mit der Nato in der Zukunft aufs Spiel. Rasmussen bedauerte den Truppenaufmarsch. "Wenn sie dort eingesetzt würden, um die Grenze zu schliessen und den Strom von Waffen und Kämpfern (in die Ukraine) zu stoppen, dann wäre das ein positiver Schritt", sagte Rasmussen. "Aber das ist nicht das, was wir sehen."

Die OSZE teilte mit, erstmals wieder Kontakt zu ihren seit rund drei Wochen in der Ostukraine verschleppten Beobachtern zu haben. "Sie sind okay und nicht verletzt", sagte der Sprecher der OSZE-Mission in Kiew, Michael Bociurkiw, der Nachrichtenagentur dpa. Unter den vermutlich von prorussischen Separatisten festgehaltenen Beobachtern soll auch eine Deutsche sein./wo/eb/mau/dm/DP/zb

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