Deflation oder Inflation?

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MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

CrashGuru wrote:

China-Kredite an Afrika, z.B. Der Berg wird verschoben. Könnte sogar hilfreich sein?

Nix Kredite!

Kaufen! Und das schon seit langem:

http://www.cash.ch/node/2931#comment-192255

Bullish
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

Ja, es kommt darauf an, wo die Ts gekauft werden. Werden sie im Markt gekauft, ist es ein Tausch, ein Nullsummenspiel.

Das ist die eine Seite der Madaille: Wer kauf die Treasuries und mit welchem Geld.

Bei Ausgabe der Treasuries können, soweit ich weiss, nur die Primary Dealers kaufen. Normalerweise kaufen diese Banken, wenn sie ihre Dollars verzinst haben wollen und in ihren Augen die Ts die besten Anlagen sind.

MarcusFabian wrote:

Die andere Seite ist, was machen die Verkäufer mit dem Geld. Kaufen die damit Euros? Aktien? Rohstoffe?

Renovieren sie ihre eigene Infrastruktur (Indien) oder kaufen sie in Afrika ganze Länder und deren Minen auf (China)?

Ja, das ist die Frage. Ts verkaufen, heisst ja erstmals USD nachfragen. USD hält man aber nicht unverzinst, wenn man auch Ts halten könnte.

Dasselbe ist ja meine Frage in Bezug auf die EUR-Käufe der SNB - wer hält die CHF und was wird damit gemacht? Ein ganzes Land aufgekauft?

MarcusFabian wrote:

Ich gehe von folgendem aus:

Wenn China beginnt, Treasuries abzustossen, werden Indien, Japan, Korea etc. folgen und dasselbe tun, solange man für Dollars noch was kaufen kann.

Es sind die USA, die keine High-Tech Produkte exportieren wollen.

MarcusFabian wrote:

Entsprechend dürfte es dann keine Käufer von Treasuries mehr geben. Mit Ausnahme der FED natürlich, die den ganzen Haufen dann monetarisieren muss.

Und monetarisieren muss sie! Anderenfalls gehen die Renditen durch die Decke.

Die USA könnten auch die Steuern etwas erhöhen, nach OECD Statistik liegt die Steuerquote tiefer als in der Schweiz oder Deutschland:

http://de.wikipedia.org/wiki/Steuerquote#Steuerquote_im_internationalen_...

Elias
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Deflation oder Inflation?

Passt vielleicht im Sinne der Geldmenge hier rein:

Quote:

Konsumkredite wachsen stark

Sprunghaft zugelegt hat die Migros Bank bei den Konsumkrediten, bei denen sie im letzten Jahr in die Offensive gegangen war. Dank ihrer tiefen Zinsen, die rund halb so hoch sind wie bei der Konkurrenz, konnte das Institut das Volumen der Privatkredite um 40 Prozent auf 805 Mio. Fr. erhöhen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/migros_bank_steigert_ge...

Das ist schlecht.

Für Konsum würde ich keine Schulden machen. Gerade in Zeiten wie diesen, wo es tendenziell billiger wird, spart man doppelt und bekommt dann, wenn man das Geld beisammen hat, das neuere Modell billiger.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Bullish wrote:

Bei Ausgabe der Treasuries können, soweit ich weiss, nur die Primary Dealers kaufen.

Das stimmt. Wird aber ausgehebelt:

Trs für 1 Mrd. werden ausgegeben.

Fed gibt GS einen Kredit über die Milliarde zu 0.1% und GS kauft die Trs und kassiert 3.2% Zins.

Deshalb haben die Banken ja so schöne Gewinne gemacht letztes Jahr Wink

Aber unter dem Strich kommt es auf dasselbe heraus, ob die FED direkt die Trs kauft oder GS dazwischen schaltet.

Bullish wrote:

Ts verkaufen, heisst ja erstmals USD nachfragen.

Das Gegenteil ist der Fall: Wer Trs verkauft, bekommt dafür Dollars.

Und dann stellt sich die Frage, was er damit anfängt.

CrashGuru
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

CrashGuru wrote:

China-Kredite an Afrika, z.B. Der Berg wird verschoben. Könnte sogar hilfreich sein?

Nix Kredite!

Kaufen! Und das schon seit langem:

http://www.cash.ch/node/2931#comment-192255

Schon auch Kredite (allerdings liest man das schon seit 2006!):

http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/China-wird-wel...

http://www.ftd.de/politik/international/:sicherung-wirtschaftlicher-mach...

http://www.ftd.de/politik/international/:china-verspricht-afrika-milliar...

Bullish
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Stimmt. Das sieht man am besten bei QE1 und QE2: QE1 ging ausschliesslich an die Banken. Da ist nicht viel passiert ausser dass die Anleihen- und Aktienpreise gestiegen sind.

Allerdings sind diese Geldmengen eine potenzielle Gefahr, denn wenn die Banken der Meinung sind, mit Wiederaufnahme der Kreditvergabe sei mehr Geld als mit Staatsanleihen zu verdienen, dann werden diese Schleusen geöffnet.

QE2 geht an den Staat und somit fliesst dieses Geld praktisch 1:1 in den Wirtschaftskreislauf.

Korrekt, ausser dass Bernanke es gerade anders herum sieht:

Quote:

Q1 = "it's much more akin to printing money than it is to borrowing"

Q2 = "one myth that's out there, is, that what we're doing is printing money. we are not printing money!"

http://www.thedailyshow.com/watch/tue-december-7-2010/the-big-bank-theory

Wieso ist das so?

Q1: FED kaufte temporär Schrott an, der einzig im Bankensystem "Giralgeld" erzeugt hatte und jetzt temporär in ZB-Geld verwandelt wurde

Q2: FED kaufte Gov-Bonds und da Gov und FED zusammen der öffentliche Sektor sind, war das Geld schon einmal im Umlauf ( http://econviz.com/balance-sheet-visualizer.html - mal selber das Budget ausbalancieren)

Bei Q2 kommt $X durch Staatsausgaben direkt in Umlauf (wird einfach in den PC getippt), danach kann $X mit der Ausgabe von Gov-Bonds wieder abgeschöpft werden, welche dann vom FED wieder monetisiert werden.

Die USA finanzieren ihr Defizit nicht mit Bonds sondern durch einen demokratisch begründeten Entscheid im FED.

So scheint das zu laufen, wenn man den US-Profs glaube (Galbraith, Mosler, etc - google MMT, modern monetary theory)

Das läuft in den USA also völlig anders als in der EU.

Aber Vorsicht, ich würde nicht mein Leben verwetten, dass das tatsächlich so läuft, ich verfolge nur das, was Profs argumentieren. Man müsste selber die Gesetze lesen und sich nicht auf Deutungen verlassen, dann würde alles klar.

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

In diesem Satz steckt meiner Meinung nach ein Überlegungsfehler:

Bullish wrote:

Bei Q2 kommt $X durch Staatsausgaben direkt in Umlauf (wird einfach in den PC getippt), danach kann $X mit der Ausgabe von Gov-Bonds wieder abgeschöpft werden, welche dann vom FED wieder monetisiert werden.

Kurz: "Staatsausgaben werden durch Gov-Bonds (Treasuries) wieder abgeschöpft".

Wenn es innerhalb der USA genügend Geld/Interesse an Ts gäbe, dann müsste die Fed gar nicht erst monetarisieren. Dann könnte die Regierung nämlich ihre Schulden direkt am Markt platzieren.

Die Monetarisierung durch die FED ist ja nur nötig, weil dem Angebot an Ts zu wenig Kaufinteressenten gegenüberstehen. Im Normalfall müsste das bedeuten, dass entsprechend die Preise für die Ts sinken, die Renditen, Zinsen also steigen, bis sich ein Marktpreis gefunden hat.

Das würde z.B. bedeuten, die US-Regierung kriegt nur neue Kredite, wenn sie 7% Zins dafür zahlt.

Da dieses Zinsniveau aber die Wirtschaft abwürgen und dem angeschlagenen Immobilienmarkt den Rest geben würde, springt die Fed ein und kauft die Ts mit Punpenkohle auf.

Hier wird also Geld aus dünner Luft kreiert und fliesst via Ts zum Staat, wird ausgegeben und fliesst in den Warenkreislauf. Da ist also nix mit Abschöpfen.

MarcusFabian
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Inflation in Europa, Deflation in den USA?

Quote:

Wie bei fast keinem anderen Thema gehen die Meinungen über die Preisentwicklung auseinander: Während die eine Fraktion überzeugt ist, dass in den kommenden Jahren eine massive Geldentwertung droht, gehen andere davon aus, dass eine Zeit mit sinkenden Preisen ansteht und sich die Welt auf eine Deflation zubewegt. Die Befürworter der Inflationsthese sehen sich durch die steigende Staatsverschuldung und die sehr expansive Geldpolitik in den Industrieländern in ihrer Ansicht bestärkt: Mittelfristig, so das Argument, können die Notenbanken die überschüssige Liquidität nicht abschöpfen, und den Staaten bleibe gar nichts anderes übrig, als ihre Schulden über eine höhere Inflation zu reduzieren.

Auf der anderen Seite stehen Jene, die befürchten dass eine Kombination aus unterausgelasteten Kapazitäten, angespannten Arbeitsmärkten und staatlichen Sparprogrammen im schlimmsten Fall direkt in die Deflation führt. Vor allem in den USA ist die Furcht vor einem dauerhaften Preisrückgang scheinbar stärker ausgeprägt als vor steigenden Verbraucherpreisen. So hatte die Fed im November beschlossen, vor dem Hintergrund der niedrigen Inflation und des angespannten Arbeitsmarktes in den USA weitere Staatsanleihen im Umfang von 600 Milliarden US-Dollar aufzukaufen. Wir erwarten jedoch weder, dass die USA in eine Deflation rutschen werden, noch rechnen wir mit einer überbordenden Inflation in Europa oder den USA.

weiter ...

http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=15279

CrashGuru
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Re: Inflation in Europa, Deflation in den USA?

MarcusFabian wrote:

weiter ...

http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=15279

Interessanter Satz in diesem Artikel:

Alles in allem haben wir unsere Inflationsprognose für das Jahr 2011 etwas erhöht. Für die Länder der EU erwarten wir eine Inflationsrate von durchschnittlich 2,2%, in den USA rechnen wir mit einer mittleren Teuerungsrate von 2,1%.

Also, in Europa gibt es Inflation, in den USA Teuerung Lol :roll: :oops: :idea: :?:

HILFE :!: KÖNNEN SICH NICHT ENDLICH ALLE MAL EINIGEN?

Bullish
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Re: Inflation in Europa, Deflation in den USA?

CrashGuru wrote:

HILFE :!: KÖNNEN SICH NICHT ENDLICH ALLE MAL EINIGEN?

Richtig beobachtet. Das ist alles Phantomgeschreibsl. Zugrunde liegt immer die Quantitätsgleichung:

Geldmenge * Umlaufsgeschwindigkeit = Transaktionen * Preisniveau

Ist aber mMn Unsinn.

Was ist den "Kapitalismus"?

Ist es:

Quote:

http://www.anarchismus.de/witze/witze/kuehe.htm

KAPITALISMUS Du hast zwei Kühe. Du verkaufst eine, kaufst für das Geld einen Stier und beginnst eine Zucht.

Oder funktioniert Kapitalismus eher so:

Du hast zwei Kühe. Du verpfändest beide, kaufst für das Geld einen Stier und eine weitere Kuh und beginnst eine Zucht mit 3 Kühen und einem Stier.

Das erste Beispiel wird eine Zucht mit 1 Kuh und 1 Stier; ist simple Tauschtheorie und endet in der Logik der Quantitätsgleichung.

Mein zweites Beispiel ist mMn Kaptialismus, also eine Geldwirtschaft.

Wenn Du den Unterschied verstehst, wirst Du verstehen, dass alle Staaten mit einer funktionieren Geldwirtschaft viel wettbewerbsfähiger sind. In einer globalisierten Wirtschaft wird ein Produzent, der gezwungen ist, unter der ersten Bedingung zu produzieren (1 Kuh, 1 Stier), keine Chance gegen einen Produzenten mit der zweiten Bedingung (3 Kühe, 1 Stier) haben. D.h. Staaten, in denen wegen fehlender Rechtsordung Kredit- und Geldwirtschaft nicht möglich ist (Kredite werden NUR gegen ausreichende Pfänder vergeben), werden von Investoren und Unternehmern zwangsweise gemieden. Diese Staaten werden verarmen.

Was hat das nun mit sog. Infla/Defla zu tun?

Im zweiten Beispiel hat der Produzent riesige Vorteile, aber einen gewaltigen Nachteil: Er muss UNBEDINGT den Kredit bedienen, sonst verliert er alles! Er muss diesen Kredit mit GELD bedienen, nicht mit seinen Produkten, seien es auch Kühen, Kälber, Stiere oder Milch! Das GELD holt er sich auf dem Markt mit dem Verkauf seiner Produkte - deshalb wird GELD in unserem System auch nicht einfach seinen "Wert" verlieren, es wird von allen benötigt, die sich "auf GELD lautend" verschuldet haben.

Bullish
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

In diesem Satz steckt meiner Meinung nach ein Überlegungsfehler:

Bullish wrote:

Bei Q2 kommt $X durch Staatsausgaben direkt in Umlauf (wird einfach in den PC getippt), danach kann $X mit der Ausgabe von Gov-Bonds wieder abgeschöpft werden, welche dann vom FED wieder monetisiert werden.

Kurz: "Staatsausgaben werden durch Gov-Bonds (Treasuries) wieder abgeschöpft".

Wenn es innerhalb der USA genügend Geld/Interesse an Ts gäbe, dann müsste die Fed gar nicht erst monetarisieren.

Richtig. Es muss also noch einen anderen Grund geben. Mit den Ts werden aber offenbar nicht die Ausgaben finanziert. Für die braucht es - wenn die vom Kongress erlaubte Defizitgrenze nicht erreicht ist - nur eine Buchung. Ist die -grenze erreicht, dann muss der Sec. of T. wieder vor dem Kongress antraben, wie vor einigen Tagen geschehen. Läuft aber demokratisch. Dieses Geld, das hier geschaffen wird, wirkt sich aber auf alle Fälle relativ schwächend auf den Aussenwert des USD aus (Das ist ja, was Deine Analysen haupsächlich begründet). Dieses Geld entsteht nicht, indem Eigentum verpfändet wird, wie dies für mich verständlich im Bankensystem der Fall ist.

Es gibt 2 völlige verschiedene Mechanismen, einer ist das FIAT Geld, das Staatspapiergeld, das einigentlich ein reines Chartalgeld ist und lediglich durch die staatliche Eingriffsmacht garantiert ist. Der andere Mechanismus ist die Geldschöpfung im privaten Sektor, der auf Hinterlegung von Eigentum als Sicherheit basiert. So scheint es in den USA zu laufen, aber wie schon geschrieben, nicht in der EU. ... soweit ich dies jedenfalls verstehe.

MarcusFabian wrote:

Dann könnte die Regierung nämlich ihre Schulden direkt am Markt platzieren.

Wie erklärt, das muss sie gar nicht. Allerdings können die Banken, die USD auf den Konten gutgeschrieben erhalten, diese USD zu einem garantierten Zins anlegen, wenn sie Bonds kaufen. Läuft die Wirtschaft gut, werden sie dies erst tun, wenn die Rendite auf den Bonds ausreichend ist.

MarcusFabian wrote:

Die Monetarisierung durch die FED ist ja nur nötig, weil dem Angebot an Ts zu wenig Kaufinteressenten gegenüberstehen.

Nein, das glaube ich nicht. Es gibt nicht zu wenig Interessenten, es gibt zu wenig Liquidität. Wieso werden denn plötzlich Zinsen auf den Einlagen der Geschäftsbanken bei der ZB bezahlt? Es wird doch versucht, die systemrelevanten Banken, die bei "normaler" Rechnungslegung immer noch insolvent wären, mit "merkwürdigen" Mitteln zu refinanzieren.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich den dahinterliegenden Trick nicht richtig verstehe, aber es muss so etwas sein.

MarcusFabian wrote:

Im Normalfall müsste das bedeuten, dass entsprechend die Preise für die Ts sinken, die Renditen, Zinsen also steigen, bis sich ein Marktpreis gefunden hat.

Das würde z.B. bedeuten, die US-Regierung kriegt nur neue Kredite, wenn sie 7% Zins dafür zahlt.

Was geschähe, wenn jetzt Ts zu 7% ausgegeben würden? Würden sie auf 1 Jahr laufen und auf 100 lauten, dann würde doch gleich über 105 geboten, wenn ähnlich, sich im Markt befindende Ts mit sagen wir 1% rendieren würden. Dies, weil die neu ausgegebenen Ts viel eine kleinere Menge sind, als die sich im Markt befindenden.

MarcusFabian wrote:

Da dieses Zinsniveau aber die Wirtschaft abwürgen und dem angeschlagenen Immobilienmarkt den Rest geben würde, springt die Fed ein und kauft die Ts mit Punpenkohle auf.

Ja, die Ts würden noch attraktiver. Der Abschreibungsbedarf im privaten Sektor ist so gewaltig, dass da niemand investieren möchte. Niemand weiss, wie das als Sicherheit zu stellende Eigentum zu bewerten ist, resp es gibt gar kein unbesichertes Eigentum mehr.

MarcusFabian wrote:

Hier wird also Geld aus dünner Luft kreiert und fliesst via Ts zum Staat, wird ausgegeben und fliesst in den Warenkreislauf. Da ist also nix mit Abschöpfen.

Nein, das Geld wird durch Kongressbeschluss dem Sec. of Treasury als Treasury Deposit bei der FED bewilligt. Das Geld wird als Staatsausgabe ausgegeben und kommt so auf die Bankkonten der Staatsangestellten oder derer, die Aufträge vom Staat erhalten. Das erzeugt Kundeneinlagen bei den Geschäftsbanken. Gibt es im privaten Sektor keine sicheren Schuldner mehr, liegt das Geld auf der Bank brach und die Bank müsste dem Einleger noch einen Zins zahlen. Deshalb wollen diese Banken so schnell wie möglich Ts kaufen und einen Zins erhalten. Somit ist das Geld sofort wieder aus dem sog. "Kreislauf".

Wie gesagt, ich bin nicht sicher, ob es so funktioniert. Versuch es auch einmal von dieser Seite zu sehen. Vergiss vorerst den Aussenwert des USD. Sieh Dir Theorien von Prof Galbraith an. Liess etwas von Prof. Mosler und zu MMT.

Was mMn das Problem mit Galbraith aber auch Mosler ist, ist dass sie überhaupt nicht berücksichtigen, wie der "deflationäre" Druck im privaten Sektor entsteht (oder vielleicht habe ich diese Stellen noch nicht gelesen). Für die erhält der USD seinen Wert durch den Abgabenzwang, also ähnlich wie bei Paul C. Martin, nur, dass es bei denen nicht im GO enden muss.

CrashGuru
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Re: Inflation in Europa, Deflation in den USA?

Bullish wrote:

Oder funktioniert Kapitalismus eher so:

Du hast zwei Kühe. Du verpfändest beide, kaufst für das Geld einen Stier und eine weitere Kuh und beginnst eine Zucht mit 3 Kühen und einem Stier.

Das erste Beispiel wird eine Zucht mit 1 Kuh und 1 Stier; ist simple Tauschtheorie und endet in der Logik der Quantitätsgleichung.

Mein zweites Beispiel ist mMn Kaptialismus, also eine Geldwirtschaft.

Bullish wrote:

Was hat das nun mit sog. Infla/Defla zu tun?

Im zweiten Beispiel hat der Produzent riesige Vorteile, aber einen gewaltigen Nachteil: Er muss UNBEDINGT den Kredit bedienen, sonst verliert er....

Einverstanden. Allerdings:

A) Bei der Tauschsituation ist der erfolglose Züchter der Verlierer, der erfolgreiche der Gewinner. Also funktioniert der Fortschritt auch in diesem System. Einfach langsamer. Aber eventuell daher auch nachhaltiger ?!

B) Beim heute vorherrschenden System sehe ich vor allem, die Situation, dass sich alles in einer schnelleren Abfolge bewegt. Die Konkurrenz der Staaten durch die unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind die Bremse oder das Gaspedal.

Da wir aber sehen können (wenn wir wollen), dass sich hier etwas abspielt wie im Zauberlehrling, sollten wir alles daran setzen, Bremsen in dem System einzubauen. Was bisher erfolgreich durch die Finanzlobby verhindert wird...... wir brauchen sozusagen jemand der sagt "....Besen, Besen, sei's gewesen" :!: :idea: Leider scheint der noch nicht geboren zu sein. :cry:

Bullish
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Re: Inflation in Europa, Deflation in den USA?

CrashGuru wrote:

A) Bei der Tauschsituation ist der erfolglose Züchter der Verlierer, der erfolgreiche der Gewinner. Also funktioniert der Fortschritt auch in diesem System. Einfach langsamer. Aber eventuell daher auch nachhaltiger ?!

Es wird wahrscheinlich keinen Gewinner und Verlierer geben. Die Tauschsituation kann nicht zu einem Wirtschaftssystem werden, höchstens als ergänzendes Subsystem existieren.

http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=22578

Fortschritt wird es wahrscheinlich nicht geben, wie es die meiste Zeit in der Menscheit kaum Fortschritt gab.

CrashGuru wrote:

B) Beim heute vorherrschenden System sehe ich vor allem, die Situation, dass sich alles in einer schnelleren Abfolge bewegt. Die Konkurrenz der Staaten durch die unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind die Bremse oder das Gaspedal.

Es gibt nur sehr wenige Staaten, in denen ein solches System herrscht. Die meisten Staaten sind Trittbrettfahrer, wie zB die Chinesen oder Russen. Die einen "tauschen" ihre Rohstoffe, die anderen ihre Arbeitskräfte in unser System.

CrashGuru wrote:

Da wir aber sehen können (wenn wir wollen), dass sich hier etwas abspielt wie im Zauberlehrling, sollten wir alles daran setzen, Bremsen in dem System einzubauen. Was bisher erfolgreich durch die Finanzlobby verhindert wird...... wir brauchen sozusagen jemand der sagt "....Besen, Besen, sei's gewesen" :!: :idea: Leider scheint der noch nicht geboren zu sein. :cry:

Die Bremse gibt es: den Bankrott. Die USA ziehen es als einzige - zwar nicht ganz konsequent, aber immerhin - durch: http://www.fdic.gov/bank/individual/failed/banklist.html

"Too big to fail" ist das Problem und es ist sehr schwierig, dieses zu lösen. Für eine Bank ist es sogar rational, "too big to fail" zu werden. Es geht nur über Regeln, am besten über international geltende. Man ist daran, etwas zu machen, allerdings fände ich es gut, wenn auch die breite Bevölkerung mehr davon hören würde.

CrashGuru
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Re: Inflation in Europa, Deflation in den USA?

Bullish wrote:

Für eine Bank ist es sogar rational, "too big to fail" zu werden.

Hoffen wir, dass die nicht so clever waren, das tatsächlich im Vorfeld gemerkt und als "Versicherung" angestrebt zu haben...... :roll:

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Bullish wrote:

Wieso werden denn plötzlich Zinsen auf den Einlagen der Geschäftsbanken bei der ZB bezahlt? Es wird doch versucht, die systemrelevanten Banken, die bei "normaler" Rechnungslegung immer noch insolvent wären, mit "merkwürdigen" Mitteln zu refinanzieren.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich den dahinterliegenden Trick nicht richtig verstehe, aber es muss so etwas sein.

Der Trick ist einfach: Die FED druckt Geld, gibt dies an die Banken zu 0.1% Zins und diese wiederum legen es bei der FED zu 3.25% Zins an.

Bei ein paar Milliarden kommen da ganz schöne Zinsgewinne zusammen.

Teilweise werden diese FED-Gelder auch in Aktien oder Anleihen platziert.

Bullish wrote:

Was geschähe, wenn jetzt Ts zu 7% ausgegeben würden? Würden sie auf 1 Jahr laufen und auf 100 lauten, dann würde doch gleich über 105 geboten, wenn ähnlich, sich im Markt befindende Ts mit sagen wir 1% rendieren würden.

Meine Überlegung war eine andere: Wenn asiatische Gläubiger sehen, dass der Dollar gegenüber ihrer Landeswährung z.B. pro Jahr um 5% verliert, dann werden sie 7% Zins auf den Ts verlangen oder ihr Geld wo anders platzieren.

Entsprechend würden bestehende Ts im Preis sinken, bis auch deren Rendite entsprechend ihrer Laufzeit um 7% pendelt.

In der Folge würden sich auch alle anderen Kredite im Zinsniveau nach diesen 7% für Ts ausrichten. Also Unternehmensbonds, Aktiendividenden, Hypotheken, Kreditkartenschulden etc.

Bullish wrote:

Ja, die Ts würden noch attraktiver.

Nein, nicht wenn der Dollar an Wert verliert. Ts werden ja in Dollar bemessen.

Selbst für Amerikaner könnte es interessanter sein, in den BRIC Staaten zu investieren. Nicht wegen der höheren Renditen sondern wegen des Werterhaltes der Kaufkraft.

Bullish wrote:

Das Geld wird als Staatsausgabe ausgegeben und kommt so auf die Bankkonten der Staatsangestellten oder derer, die Aufträge vom Staat erhalten. Das erzeugt Kundeneinlagen bei den Geschäftsbanken. Gibt es im privaten Sektor keine sicheren Schuldner mehr, liegt das Geld auf der Bank brach und die Bank müsste dem Einleger noch einen Zins zahlen. Deshalb wollen diese Banken so schnell wie möglich Ts kaufen und einen Zins erhalten. Somit ist das Geld sofort wieder aus dem sog. "Kreislauf".

Wobei der grösste Teil des Geldes durch die Staatangestellten ausgegeben wird. Für den täglichen Konsum etc.

Höchstens das, was als Sparquote übrig bleibt fliesst via Banken wieder zurück in Ts. Bei $100 dürften das in etwa $1.5 sein - maximal.

MarcusFabian
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Re: Inflation in Europa, Deflation in den USA?

CrashGuru wrote:

A) Bei der Tauschsituation ist der erfolglose Züchter der Verlierer, der erfolgreiche der Gewinner. Also funktioniert der Fortschritt auch in diesem System. Einfach langsamer. Aber eventuell daher auch nachhaltiger ?!

A priori hat das mal nichts mit Kapitalismus zu tun sondern mit Produktivität.

Es ist schlussendlich die Natur, die einen Mehrwert schafft, indem sie es einer Kuh und einem Stier ermöglicht, ein Kalb zu produzieren.

Und wenn wir jetzt voraussetzen, dass für den Bauern der Ertrag in Form des Kalbes höher ist als der Aufwand, den er für Futter und Pflege der Tiere aufgewendet hat, dann schafft er Wirtschaftswachstum.

Dies notabene im Gegensatz zum Banker, der einen Call auf das Kalb verkauft oder dem Beamten, der beim Bauern Steuern eintreibt oder dem Polizisten, der für Sicherheit sorgt. Die braucht es teilweise auch. Aber der eigentliche Mehrwert wird nur vom Bauern bzw. der Natur geschaffen.

Johnny P
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Deflation oder Inflation?

Interessanter Chart:

Die Umlaufgeschwindigkeit verlangsamt sich mit ansteigender Geldmenge und hebt dadurch den Effekt quasi auf.

Die US Banken haben momentan 93% Reserveliquidität voer der Krise waren 5%bereits hoch. Trotzdem sinken die vergebenen Kredite in den USA immer noch...wenn auch nur sanft.

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„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Johnny P wrote:

Die Umlaufgeschwindigkeit verlangsamt sich mit ansteigender Geldmenge und hebt dadurch den Effekt quasi auf.

Jetzt muss ich mal blöd fragen: Wie misst man die Umlaufgeschwindigkeit?

in_God_we_trust
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Deflation oder Inflation?

v = s / t

Die Umlaufgeschwindigkeit erhöht sich, wenn man möglichst viel Geld in eine Rakete packt und für lange Zeit in einer Umlaufbahn um die Erde kreisen lässt! Smile

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

MarcusFabian
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in_God_we_trust wrote:

v = s / t

Ich habe gefragt, wie man sie misst, nicht wie man sie berechnet.

Mal abgesehen davon, dass Deine Berechnung (Quantitätsgleichung) falsch ist.

Johnny P
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Johnny P wrote:

Die US Banken haben momentan 93% Reserveliquidität voer der Krise waren 5%bereits hoch. Trotzdem sinken die vergebenen Kredite in den USA immer noch...wenn auch nur sanft.

Das musst Du dir auf der Zunge zergehen lassen Ramschi. Stell dir mal das ausmass vor (Billionen Wink ) Daher habe ich keinen Zweifel an den Deflationären tendenzen. Aber klar, wenn das Geld vom "Parkplatz" seinen Weg in den Umlauf findet haben wir ein (inflationäres) Problem!

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

MarcusFabian
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Johnny P wrote:

Aber klar, wenn das Geld vom "Parkplatz" seinen Weg in den Umlauf findet haben wir ein (inflationäres) Problem!

Exakt. Dann versucht nämlich jeder, sein Geld noch loszuwerden und in Sachwerte zu investieren, bevor es an Wert verliert. Dann steigt kurzfristig die Umlaufgeschwindigkeit ins Extreme.

Das nennt man dann auch Hyperinflation Wink

Johnny P
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Deflation oder Inflation?

Aber das sollte eigentlich nicht passieren. Ich sage nciht das es unmöglich ist, aber die FED hat die zügel in der Hand. Sie kann dem Markt (den Banken) sofort die liquidität entziehen. Die Hyperinflation ist ja nciht plötzlich da. Zuerst muss eine expansive Kreditvergabe erfolgen und im moment ist das Gegenteil der Fall. Aber sobald die Geldvergabe bei den Banken zu locker wird muss das FED die zügel anziehen und das wird sie auch tun, denn auch wenn Du sie gern als blöd darstellst, sind sie es wahrscheinlich (hoffentlich) nicht.

Mehr sorgen als die ganze Inflationsgeschichte macht mir jedoch die ganzen Blasen die mittlerweile schon alle Investmentbereiche erfasst haban. Cacao, Zucker, Edelmetalle etc...Aktien, Währungen (CHF,JPY) und natürlcih Bonds. Irgenwann wird der nächste Bärenmarkt kommen müssen.

Aber zuvor feiern wir noch etwas mit den Bubbleboys

http://www.youtube.com/watch?v=Q3peAYJSJSg

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

Denne
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Deflation oder Inflation?

Johnny P wrote:

Mehr sorgen als die ganze Inflationsgeschichte macht mir jedoch die ganzen Blasen die mittlerweile schon alle Investmentbereiche erfasst haban. Cacao, Zucker, Edelmetalle etc...Aktien, Währungen (CHF,JPY) und natürlcih Bonds.

Das ist Inflation aka Teuerung.

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Also, Johnny, damit bin ich gar nicht einverstanden:

Johnny P wrote:

... die FED hat die zügel in der Hand. Sie kann dem Markt (den Banken) sofort die liquidität entziehen.

Dass die FED die Zügel in der Hand hat, bestreite ich, denn:

1. Das gedruckte Geld aus TARP und QE liegt bei den Banken. Es ist nun deren Entscheidung, ob sie es weiter bei der FED als Reserve deponieren oder als Hypothek, Unternehmenskredit, Konsumkredit in den Wirtschaftskreislauf bringen.

2. Die FED kann die Zinsen anheben und OMO einschränken. Aber mit beiden Massnahmen würde es Jahre dauern, die 13.6 Billionen Dollar abzuziehen, die jetzt zusätzlich seit 2009 rumschwirren. Und dann käme es unweigerlich zur Deflation.

3. Über die Dollars in Händen der Chinesen, Inder etc. entscheiden jene, nicht die FED. Wenn z.B. die Chinesen beschliessen würden, ihre Treasuries zu verkaufen, ist ein Bond-Crash wohl unvermeidlich.

Johnny P wrote:

Die Hyperinflation ist ja nciht plötzlich da. Zuerst muss eine expansive Kreditvergabe erfolgen und im moment ist das Gegenteil der Fall.

Die expansive Kreditvergabe der FED haben wir ja schon. Was fehlt ist die Kreditvergabe der Banken an die Wirtschaft.

Wir wissen aus der Geschichte, dass Monetarisierung von Staatsschulden (aka "Gelddruckerei") noch nie funktioniert hat und immer zu einer Währungsreform geführt hat. Ich sehe keinen Grund, warum es diesmal anders sein sollte.

Hyperinflationen wachsen sehr sehr schnell. 5 Trillionen Prozent Jahresteuerung in Yugoslavien Mitte der 90er dürfte dabei wohl der Rekord gewesen sein.

Und Währungsreformen kommen immer plötzlich, denn man darf sie aus naheliegenden Gründen nicht vorher ankündigen.

Johnny P wrote:

Aber sobald die Geldvergabe bei den Banken zu locker wird muss das FED die zügel anziehen und das wird sie auch tun, denn auch wenn Du sie gern als blöd darstellst, sind sie es wahrscheinlich (hoffentlich) nicht.

Wir können uns vielleicht darauf einigen, festzuhalten, dass die FED in den 90er Jahren und ab 2002 blöd war und mit ihrer lockeren Geldpolitik erst die Dot-Com-Blase und dann die Immo-Blase aufgepumpt hat.

Was die FED jetzt tut ist Schadensbegrenzung und ein Spiel auf Zeit. Ich gebe zu, dass sie in der jetzigen Situation kaum eine andere Möglichkeit hat. Austerität liesse sich in den USA ja kaum durchsetzen.

Johnny P wrote:

Mehr sorgen als die ganze Inflationsgeschichte macht mir jedoch die ganzen Blasen die mittlerweile schon alle Investmentbereiche erfasst haban. Cacao, Zucker, Edelmetalle etc...Aktien, Währungen (CHF,JPY) und natürlcih Bonds. Irgenwann wird der nächste Bärenmarkt kommen müssen.

Das siehts Du meiner Meinung nach falsch:

Es gibt nicht eine Blase in Cacao, Zucker ... etc. sondern es gibt eine negative Blase beim Dollar.

Hättest Du einen Zucker-Chart in Simbabwe-Dollar angeschaut, wärst Du vor 2 Jahren zum Schluss gekommen, dass Zucker zu teuer ist und eine Blase bildet. War er aber nicht. Nur die unterliegenden Simbabwe-Dollar sind blasenmässig abgeschmiert.

Die aktuellen starken Preisanstiege für Rohstoffe in Dollar sind gar keine Preisanstiege sondern nur ein sichtbares Zeichen der Dollar-Entwertung.

Ein "Platzen" dieser Negativ-Blase würde implizieren, dass der Dollar auf einmal gegenüber Rohstoffen crash-artig steigt. Darauf würde ich aber keineswegs spekulieren!

Machen wir ein kleines Gedankenexperiment, denn auch Elias steht auf dem Standpunkt, dass eine Hyperinflation nur durch extreme Ausweitung der Geldmenge möglich ist und diese erst noch in den Wirtschaftskreislauf gelangen muss:

Nehmen wir an, die Schweizer Regierung veröffentlicht ein Statement, wonach per 1. Juni 2011 eine Währungsreform ansteht und der aktuelle Franken mit Faktor 100:1 durch neue Goldfranken ersetzt werden soll.

Dabei werden - wie üblich bei Währungsreformen - Löhne, Preise und Mieten 1:1 übernommen.

Sprich: Jeder, der Geldvermögen hat, wird 99% Kaufkraft verlieren. Hingegen überstehen Sachwerte die Zeit vom 31. Mai zum 2. Juni eins-zu-eins.

Einzige Chance, sein Vermögen zu retten, besteht darin, es bis zum 31. Mai noch auszugeben, in Sachwerte, Aktien, Immobilien anzulegen, um es zu retten.

Was würde passieren?

Johnny P
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Deflation oder Inflation?

die ewig gleiche Leier...ich gebs auf.

Deine Argumenten waren schon die gleichen als Öl bei 140$ war...

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Konrad Adenauer

Elias
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Machen wir ein kleines Gedankenexperiment, denn auch Elias steht auf dem Standpunkt, dass eine Hyperinflation nur durch extreme Ausweitung der Geldmenge möglich ist und diese erst noch in den Wirtschaftskreislauf gelangen muss:

Hallo Märchentante

Du hast damit angefangen, dass per Definition Inflation "sich aufblähen" der Geldmenge bedeutet. Bei dir fliessen ja noch immer die Waren von A nach B, bis die Preise gleich sind. Oder hab ich da was übersehen?

MarcusFabian wrote:

Einzige Chance, sein Vermögen zu retten, besteht darin, es bis zum 31. Mai noch auszugeben, in Sachwerte, Aktien, Immobilien anzulegen, um es zu retten.

Was würde passieren?

Es könnte eine (Hyper-)Teuerung geben, falls alle sich auf das gleich Produkt stürzen. Es wird aber nichts passieren, da man heute beliebige Möglichkeiten hat (Fremdwährungen, Rohstoffe) sein Geld zu tauschen. Zudem sind schon über 50% in Sachwerten und somit geschützt.

MarcusFabian wrote:

Verfasst am: 17.03.2010 - 19:57

die Frage, wird nur sein, wann ist es soweit?

Wie erwähnt: Irgend wann zw. 2010 und 2012.

Wobei ich persönlich eher 2013 sehe. Die 2012 sind irgendwie esoterisch vorbelastet: Maya-Kalender etc.

Aber ist das soooooo wichtig? Wir reden ja nicht von kurzfristigen Spekulationen auf Gold, Dollar, SMI sondern davon, ob und wie wir unsere Lebensersparnisse sichern können.

Das heisst, für jeden unter 60 (also Laufzeit von 5 Jahren bis zur Rente) spielt es kauf eine Rolle, ob die Währungsreform 2010, 2011, 2012 oder 2013 kommt, oder?

http://www.cash.ch/forum/viewtopic.php?p=297588&highlight=2011+2012+2013...

Fehlprognose reiht sich an Fehlprognose.

Der Franken ist knüppelhart.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

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ECONOMIA

Spiel über Inflation und Geldpolitik:

www.ecb.europa.eu/ecb/educational/economia

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

scaphilo
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Deflation oder Inflation?

Elias wrote:

MarcusFabian wrote:

Verfasst am: 17.03.2010 - 19:57

die Frage, wird nur sein, wann ist es soweit?

Wie erwähnt: Irgend wann zw. 2010 und 2012.

Wobei ich persönlich eher 2013 sehe. Die 2012 sind irgendwie esoterisch vorbelastet: Maya-Kalender etc.

Aber ist das soooooo wichtig? Wir reden ja nicht von kurzfristigen Spekulationen auf Gold, Dollar, SMI sondern davon, ob und wie wir unsere Lebensersparnisse sichern können.

Das heisst, für jeden unter 60 (also Laufzeit von 5 Jahren bis zur Rente) spielt es kauf eine Rolle, ob die Währungsreform 2010, 2011, 2012 oder 2013 kommt, oder?

http://www.cash.ch/forum/viewtopic.php?p=297588&highlight=2011+2012+2013...

Fehlprognose reiht sich an Fehlprognose.

Der Franken ist knüppelhart.

Fehlprognose wo? Mach doch n highlight wenn du eine siehst.

Elias
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Deflation oder Inflation?

scaphilo wrote:

Elias wrote:
MarcusFabian wrote:
Verfasst am: 17.03.2010 - 19:57

die Frage, wird nur sein, wann ist es soweit?

Wie erwähnt: Irgend wann zw. 2010 und 2012.

Wobei ich persönlich eher 2013 sehe. Die 2012 sind irgendwie esoterisch vorbelastet: Maya-Kalender etc.

Aber ist das soooooo wichtig? Wir reden ja nicht von kurzfristigen Spekulationen auf Gold, Dollar, SMI sondern davon, ob und wie wir unsere Lebensersparnisse sichern können.

Das heisst, für jeden unter 60 (also Laufzeit von 5 Jahren bis zur Rente) spielt es kauf eine Rolle, ob die Währungsreform 2010, 2011, 2012 oder 2013 kommt, oder?

http://www.cash.ch/forum/viewtopic.php?p=297588&highlight=2011+2012+2013...

Fehlprognose reiht sich an Fehlprognose.

Der Franken ist knüppelhart.

Fehlprognose wo? Mach doch n highlight wenn du eine siehst.

Was meine frühere Aussage bestätigt, dass es Forumsteilnehmer gibt, die den Mist abkaufen.

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