Gold

Gold 1 Uz 

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MarcusFabian
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Gold

waspch wrote:

Wie hoch denkt Ihr ist die Chance, dass das Geld dieses Jahrundert nochmals ganz entwertet wird ?

100% !

MarcusFabian
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Gold

Innuendo wrote:

Was passiert eigentlich mit dem Goldpreis, wenn es zu einer Deflation kommt?

Dann geht der Goldpreis durch die Decke, denn Gold ist ja Geld.

Gold steigt auch in einer Hyperinflation.

Die einzige Situation in der Gold nicht steigt ist, wenn die Wirtschaft floriert, die Schulden niedrig und die realen Zinsen so im Bereich von 2.5% bis 10% sind.

MarcusFabian
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Gold

Innuendo wrote:

Sollte oder kann man jetzt noch Gold zukaufen oder eher abwarten auf tiefere Kurse?

Im Moment kaufen. Gold ist in Franken immer noch sehr billig, obschon es in den letzten 3 Tagen um Fr. 2000/kg gestiegen ist.

Grundsätzlich gilt: Du darfst Gold bedenkenlos kaufen, solange ...

* Gold unter $2250/$ notiert ($2250 entspricht inflationsbereinigt dem Gold-Hoch von 1981 von damaligen $831).

* Die Geldmengen von $, €, Fr. etc. stetig ausgeweitet werden.

Hierzu ein Tip am Rande: Wenn die FED wieder Geld druckt, kannst Du davon ausgehen, dass EZB, BoE, BoJ, SNB bald folgen werden. Z.B würde ich sofort Gold kaufen, wenn QE3 angekündigt wird.

* Die Schulden in den PIIGSUSA steigen.

* Die Zinsen (Treasury Bond Yields) künstlich niedrig gehalten werden.

* Die Leitzinsen unterhalb von 4% sind

* Die reale Rendite (= Zinsen von 1 jährigen Staatsanleihen minus Teuerung) unter 2.5% liegt.

---

Entsprechend solltest Du vorsichtig werden, wenn diese Faktoren nicht mehr gegeben sind.

Wenn z.B. in den USA enorme Sparanstrengungen unternommen werden, die Geldmenge abnimmt und die Zinsen in den zweistelligen Bereich schiessen, wird es Zeit, sehr vorsichtig zu werden!

F: Wird Gold in eine Blase laufen?

A: Ja, wird es garantiert. Und das bedeutet Preissteigerungen von 100% pro Monat bis die Blase platzt. Ich weiss nicht wie es Dir geht. Aber da will ich dabei sein.

F: Ist Gold schon in einer Blase?

A: Nein, noch nicht. Vergleichen wir mal Gold mit der Nasdaq-Blase (zeitversetzt):

In diesem Chart steht Gold bei 400%. bis 1000% haben wir noch eine Steigerung von Faktor 2.5 vor uns.

Der Chart ist 2 Jahre alt und im Jahr 2009 stand Gold bei $1000.

Somit ergibt sich 2.5 * 1000 = $2500, was in etwa dem oben erwähnten inflationsbereinigten Hoch von 1981 entspricht.

Der Vergleich Nasdaq<->Gold hinkt allerdings gewaltig, denn Nasdaq-Firmen können jederzeit gegründet, Aktien gesplittet und beliebig neu produziert werden.

Bei Gold ist das nicht möglich. Gold ist physisch begrenzt. Insofern sind $2250 oder $2500 absolute Minimalziele.

Dieses Minimalziel gilt für den Fall, dass alles normal weiterläuft, unser Finanzsystem nicht kollabiert und Euro und Dollar die Krise in der jetzigen Form überstehen.

Sollte es jedoch zu einem Währungskollaps kommen, geht Gold durch die Decke. Dann macht es auch keinen Sinn mehr, es in Dollar, Euro oder Franken bewerten zu wollen. Wieso auch, wenn es diese Währungen dann nicht mehr gibt bzw. wenn sie wertlos sind?

Innuendo
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Gold

Danke Marcus, das ist verständlich erklärt. Ich schätze das sehr.

Gruss

I.

PnF market student
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Gold in oz/$

hier ein Goldchart mit Support/möglichen Retracement-Levels...(man beachte zudem das Gap bei ca. 1680)

http://tinyurl.com/3ojolpp

könnte noch etwas weiter korrigieren!?

(der Goldpreis unterliegt vielen Einflussfaktoren, somit ist auch, wie meistens, das Unerwartete möglich, d.h. an verschiedene Szenarien denken...

z.B. weitere Margin-Erhöhungen, Rating-Agenturen, Finanz- und Schuldenkrise rückt vorübergehnd etwas in den Hintergrund oder das Gegenteil und und...Einige sehen in diesem Monat (ev. diese Woche??) ein Zeitfenster für ein Low, abwarten und beobachten)

RP
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Gold

MarcusFabian wrote:

Innuendo wrote:
Was passiert eigentlich mit dem Goldpreis, wenn es zu einer Deflation kommt?

Dann geht der Goldpreis durch die Decke, denn Gold ist ja Geld.

Gold steigt auch in einer Hyperinflation.

Die einzige Situation in der Gold nicht steigt ist, wenn die Wirtschaft floriert, die Schulden niedrig und die realen Zinsen so im Bereich von 2.5% bis 10% sind.

Das versteh ich nicht ganz und wäre so eigentlich nicht einverstanden. Wenn es zu einer erneuten Rezession kommt, welche noch verstärkt wird dadurch, dass die Staaten diesesmal nicht mittels Konjunkturprogrammen und Gelddruckerei eingreifen, sehe ich sinkende Preise über alle Güter, inklusive Gold. Dies aber bei massiven wirtschaflichen Problemen. Daher wäre ich der Meinung, die Staaten würden lieber den inflationären Weg einschlagen. Aber ob das jetzt, wo die Schuldenkrise ein Thema ist, auch "erlaubt" wird? Oder schluckt man die bittere Pille und lässt einer allfälligen Krise ihren freien Lauf?

Allerdings hat dies Japan meiner Meinung nach schon erlebt und auch da hat Gold vs. Yen dann zugelegt, obwohl Japan sich seit 10 Jahren in einer deflationären Entwicklung befindt - allerdings nicht gekoppelt mit einer Rezession.

marcello
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Gold Chart Analyse vom 13.08.2011

Gruss an die Goldbugs Wink

AMADEUS
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Gold

RP Das versteh ich nicht ganz und wäre so eigentlich nicht einverstanden. Wenn es zu einer erneuten Rezession kommt, welche noch verstärkt wird dadurch, dass die Staaten diesesmal nicht mittels Konjunkturprogrammen undDas versteh ich nicht ganz und wäre so eigentlich nicht einverstanden. Wenn es zu einer erneuten Rezession kommt, welche noch verstärkt wird dadurch, dass die Staaten diesesmal nicht mittels Konjunkturprogrammen und Gelddruckerei eingreifen,

Da bin ich mir zu 98% sicher das es ein QE3 gibt,obwohl es nie ein QE1 und QE2 hätte geben sollen,es bleibt nur noch zu hoffen das die Demokraten und Republikaner sich entlich mal in sachen sparen einig weden zb. Massive kürzung der Militärausgaben und das die reichen viel mehr Steuern zahlen usw,ES IST 2 MIN VOR ZWÖLF,aber sie Blokieren alles, vorallem die Republikaner weil sie dan Obama die schuld wegen der Rezesion dan von 2012 geben können,natürlich mit der absicht das Obama nicht mehr gewählt wird. Dan gibts wahrscheindlich ein QE4 5 6 um um alles Irgendwie noch über Bord zu halten.

Oder seht ihr das anderers?? Gelddruckerei eingreifen,

Qu4ke
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GOLD wie einsteigen?

Ich überlege mir schon seit längerem in Gold einzusteigen, da ich jedoch ein unerfahrener Anleger bin, ist mir nicht ganz klar wie ich das anstellen sollte. Kann mir jemand einen interessanten Gold-Call-Warrant nennen oder wäre es sicherer sich einfach "ein paar" Gramm Gold ins Debot zu legen? Ich kenne das bisher nur so, dass ich auf der Bank Gold kaufe & anschliessend effektiv in den Händen halte xD Herzlichen Dank fûr eure Tpps für einen unerfahrenen & jungen (zukünftigen) Goldanleger SmileWink

MarcusFabian
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Gold

AMADEUS wrote:

Wenn es zu einer erneuten Rezession kommt, welche noch verstärkt wird dadurch, dass die Staaten diesesmal nicht mittels Konjunkturprogrammen und Gelddruckerei eingreifen,

Die Staaten haben nie Konjunkturprogramme aufgelegt. Die Staatsschulden wurden rein (oder mindestens zu 95%) zum Wohle und Profit der Banken ausgegeben.

Ansonsten vergleichen wir mal 2009 mit heute: Der Wirtschaft geht es immer noch schlecht, die Arbeitslosigkeit ist sogar gestiegen, die Zahl der Zwangsversteigerungen und der Amerikaner auf Lebensmittelmarken ebenso.

Was sich die USA mit 2 Billionen neuer Schulden erkauft haben, waren stabil hohe Preise der Aktien- und Anleihenmärkte. Damit ist aber keinem einzigen Arbeiter auch nur im geringsten gedient. Der Arbeiter braucht nämlich in erster Linie einen Job, der genug einbringt, um ein anständiges Leben in Würde und Sicherheit zu finanzieren.

Gelddruckerei schadet der Mainstreet sogar, weil dadurch die Währung geschwächt wird und entsprechend die Preise steigen.

AMADEUS wrote:

Da bin ich mir zu 98% sicher das es ein QE3 gibt,obwohl es nie ein QE1 und QE2 hätte geben sollen,

Das sehe ich auch so. Es wird vielleicht anders heissen aber eine andere Chance als sich aus den Schulden zu drucken haben die Amis ja nicht mehr.

Das sagte ja auch Alan Greenspan zum Thema Downgrade:

http://www.youtube.com/watch?v=iCWw8tQW15g&feature=related

"Die USA können jegliche Schulden immer bezahlen, denn wir können jederzeit Geld drucken."

MarcusFabian
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Re: GOLD wie einsteigen?

Qu4ke wrote:

Ich kenne das bisher nur so, dass ich auf der Bank Gold kaufe & anschliessend effektiv in den Händen halte

Und genau das ist auch der einzig richtige Weg, um Gold zu akkumulieren.

Kein Depot, kein Papiergold und schon gar keine Warrants.

Warrants höchstens, um kurzfristig auf short und long zu spielen. Im Falle einer grösseren Finanzkrise sind Warrants ganz schnell wertlos.

Qu4ke
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Re: GOLD wie einsteigen?

MarcusFabian wrote:

Qu4ke wrote:
Ich kenne das bisher nur so, dass ich auf der Bank Gold kaufe & anschliessend effektiv in den Händen halte

Und genau das ist auch der einzig richtige Weg, um Gold zu akkumulieren.

Kein Depot, kein Papiergold und schon gar keine Warrants.

Warrants höchstens, um kurzfristig auf short und long zu spielen. Im Falle einer grösseren Finanzkrise sind Warrants ganz schnell wertlos.

Vielen Dank für Deine Auskunft Smile Ja dann habe ich das ja scheinbar bereits bis anhin korrekt gemacht, wenn auch auf sehr tiefem Niveau.

Hatte mir auch noch kurz dieses Zertifikat "angelacht": CBLGC4; aber dann ins wohl der beschriebene Weg der langfristig sicherere Weg Smile

Bin gespannt auf eine neue & interessante kommende Börsenwoche - es bleibt spannend & für mich sehr unvoraussehbar (fûr wen schon nicht ;))

Ramschpapierhaendler
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@Qu4ke:

Du solltest dir einfach überlegen, ob du Gold bei deiner Hausbank mit direkter Geldabbuchung ab deinem Konto kaufen willst oder ob du lieber anonym am Schalter einer anderen Bank oder bei einem Online-Händler (z.B. www.proaurum.ch) kaufen möchtest und dann per EZS bezahlst. Mir ist anonym lieber, falls es mal eine Sondersteuer auf Goldbesitz o.ä. geben sollte.

Qu4ke
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Ramschpapierhaendler wrote:

@Qu4ke:

Du solltest dir einfach überlegen, ob du Gold bei deiner Hausbank mit direkter Geldabbuchung ab deinem Konto kaufen willst oder ob du lieber anonym am Schalter einer anderen Bank oder bei einem Online-Händler (z.B. www.proaurum.ch) kaufen möchtest und dann per EZS bezahlst. Mir ist anonym lieber, falls es mal eine Sondersteuer auf Goldbesitz o.ä. geben sollte.

Besten Dank für Deinen Tipp & den Link. Anonym bevorzuge ich in diesem Fall ebenfalls, mann weiss ja wirklich nie was da noch so alles auf uns zukommt - je nach der weiteren Entwicklung :?

Bullish
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Ramschpapierhaendler wrote:

... Mir ist anonym lieber, falls es mal eine Sondersteuer auf Goldbesitz o.ä. geben sollte.

Aha, vor ein paar Monaten gross für Steuererhöhungen geworben, weil einen das gar nicht betrifft, da man sowieso alles hinterzieht! :evil:

Ramschpapierhaendler
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Bullish wrote:

...vor ein paar Monaten gross für Steuererhöhungen geworben...

??? Wohl eine leichte Übertreibung deinerseits...

PS: ich bezahle bis anhin meine Steuer auf Gold korrekt, deklariere es einfach nicht explizit als Gold.

Bullish
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Ramschpapierhaendler wrote:

Bullish wrote:
...vor ein paar Monaten gross für Steuererhöhungen geworben...

??? Wohl eine leichte Übertreibung deinerseits...

PS: ich bezahle bis anhin meine Steuer auf Gold korrekt, deklariere es einfach nicht explizit als Gold.

... um dann die Steuer zu optimieren!?

... Steuergerechtigkeitsinitiative?

MarcusFabian
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Bullish wrote:

... um dann die Steuer zu optimieren!?

... Steuergerechtigkeitsinitiative?

Na dann erinnere ich mal an dieses Super-Posting, das Du verlinkt hast:

Quote:

Finanziell gesehen kann es nie falsch sein, sich unabhängig von diesem System zu machen. Keine Kredite, kein immobiles Kapital (ALLES was man nicht mal eben schnell wegtragen kann), keine Sichteinlagen (für den Staat sichtbares Vermögen) was besteuert oder beschlagnahmt werden kann. Laufende Kosten drücken, billiges Auto fahren zb. (damit dem Staat sowenig Geld wie möglich zukommt). Alles vermeiden was dem Staat über Steuern Einnahmen bringt, dafür alles Abgreifen was es zu holen gibt.

Klingt assozial? Ist es auch! Genau wie diese Politik und diese Regierung. Fazit: Geldhahn abdrehen, der Misswirtschaft den Rücken zukehren. Wenn der ehrliche und fleissige in dem System der Dumme ist, dann ist es Zeit unehrlich und faul zu werden. Wenn Deutschland keine Exportüberschüsse mehr hat, gibt's auch nichts mehr zu verschenken. Es wird Zeit einen Gang zurückzuschalten. So ist das System, und so wird es auch kommen.

http://www.goldseiten-forum.de/index.php?page=Thread&postID=720467#post720467

Innuendo
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Man liest auch heute wieder von Eurobonds, die kommen könnten. Irgendwie gab es für mich, schwer von Begriff wie ich bin, noch keine befriedigende Erklärung dazu, warum Gold dann immer noch steigen sollte?

Klar, die Probleme sind dann noch nicht gelöst und wahrscheinlich wird sich die Lage vorübergehend beruhigen und auch der Goldpreis sollte dann etwas nach unten korrigieren. Aber irgend wie sind die Probleme ja noch nicht vom Tisch und so wird es wieder nach unten gehen, bzw. der Goldpreis rauf? Ist es das?

MarcusFabian
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Es wird auch keine befriedigende (im Sinne von abschliessend) Erklärung geben.

Was sind Eurobonds? Im Wesentlichen ein Lastenausgleich. Also dass Deutschland Schulden im Namen und zu Gunsten Griechenlands macht.

EUROpa wird also stabilisiert. Das geht zu Gunsten der schwächeren Länder und zu Ungunsten der starken Länder Deutschland, Österreich, Niederlande und Finnland.

Griechenland passt unter den Euro-Rettungsschirm. Keine Frage. Portugal auch noch. Italien aber nicht mehr, Spanien auch nicht und Frankreich schon gar nicht.

Wir haben also in bezug auf Gold mehrere sich widersprechende Faktoren, die ineinander greifen:

Der Eurobond selbst dürfte den Euro stabilisieren, denn Europa macht nun klar, dass es geschlossen und solidarisch auftritt, um den Euro zu verteidigen. Ob das sinnvoll ist oder nicht, bleibt dahingestellt aber Euro müsste als Ergebnis dieser Aktion im Wert steigen. Also gegen Gold, Dollar, Franken.

Demgegenüber stehen rund 50% der Deutschen, die den Euro nicht mehr wollen und stinksauer sind, dass auf Kosten der deutschen Steuerzahler zwar Banken aus ihren Fehlspekulationen ausgelöst werden, andererseits aber kein Geld vorhanden ist, um Kindergärten, Schulen, Strassen und Wasserleitungen zu sanieren.

Wenn sich der Unmut der Deutschen in ähnlicher Form wie jüngst in GB äussert und zu sozialen Spannungen führt, kann der oben erwähnte Stabilisierungs-Effekt bald aufgehoben werden.

Weiter: Wir haben grosse Unsicherheit, wie die Eurozone mit der Schuldenproblematik umgeht. Einerseits ist der Rettungsschirm nichts anderes als die europäische Variante des amerikanischen Quantitative Easing. Also das verschieben der Lösung der Schuldenproblematik durch den Aufbau neuer Schulden. Andererseits beschreitet Europa den Weg der Austerität, der Sparmassnahmen und hat sogar die Leitzinsen erhöht. Das passt nicht zusammen. Das ist ein Widerspruch, wie er grösser kaum sein könnte.

Die Amerikaner sind diesbezüglich sehr viel ehrlicher. Sie drucken Geld und versuchen nicht einmal ansatzweise zu sparen. Nicht umsonst hat Greenspan vor wenigen Tagen auch im Interview bestätigt, dass sich die USA jederzeit aus ihren Schulden drucken können und auch werden.

Daraus ergibt sich, dass das Vertrauen in die europäischen Führer weiter sinken wird, solange sie wie aufgeschreckte Hühner gackernd in alle Richtungen rennen und dabei ständig die Richtung wechseln.

Gold ist aber eine Spekulation gegen Regierungen. Also hier wieder ein Punkt für steigende Goldpreise in Euro.

Fazit: Es ist durchaus möglich, dass Gold in Euro kurzfristig sinkt, wenn die Eurobonds vom Markt als positiv und stabilisierend betrachtet werden. Aber mittel- bis langfristig zählt nur die Euro-Geldmenge. Und so lange die ausgeweitet wird, wird der Euro gegen Gold immer schwächer werden.

Für die Schweiz leitet sich daraus ab: Sinkt der Euro gegen Gold und die SNB verteidigt den Euro-Wechselkurs, so muss sich zwangsläufig auch der Franken gegen Gold abschwächen.

Innuendo
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Sehr gut erklärt, danke. Danke auch, dass du dir die Zeit dazu genommen hast.

MarcusFabian
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Ufff ! Wink

Speki
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MarcusFabian wrote:

Ufff ! Wink

Auch ein riesiges Dankeschön von mir als stiller Leser.

Ich bin überwältigt von Deinen Beiträgen und der unendlichen Geduld sowie Deinem riesigen Engagement.

Gruss Speki

Dem Geld darf man nicht nachlaufen - man muss ihm entgegengehen.(Henry Ford)

rainii
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Danke MF für die super Analyse zu Eurobonds und Europa allgemein!

Täusch ich mich oder zeichnet sich so langsam ab, dass es für die Amis gar nicht so schlecht zu läuft und sie (die FED, etc.) eigentlich genau wissen was sie tun?

Amis haben nen riesigen Schuldenberg und drucken Dollars wie blöd, die Konsequenz sehen wir langsam aber sicher, Der Dölli wertet ab und ab. Ergo, der exorbitante Schuldenberg (an welchem in grossem Teil vorallem andere Staaten die Gläubiger sind) wird reell kleiner und kleiner.

Klar ein weiterer Nebeneffekt, die Teuerung in den USA steigt, das Volk murrt über die Benzinpreise, aber nach wie vor und auch in nächster Zukunft wird diese wohl in verkraftbarem Masse sein? (Wird sie das?)

Und wenn der Dollar in einiger Zeit dann gar keinen Wert mehr hat und die Importe fast nicht mehr bezahlbar sind, dann werden sie einfach verstärkt auf die einheimischen Ressourcen zurückgreifen und brachliegende Rohstoffe wieder verstärkt abbauen oder was nicht zu hoffen ist, wieder mit Panzern in anderen souveränen Staaten einfahren.

Die Schulden im Ausland haben sich zu diesem Zeitpunkt um 70-90% entwertet und sind für die USA kein Problem mehr, im Gegensatz zu all den anderen Gläubigerstaaten die auf hunderten von Milliarden Klopapier sitzen, welche keinen Gegenwert mehr darstellen.

Die USA oder die ganze Welt werden dann eine neue Währung einführen und die USA lachen sich schief dabei, weil sie Ihr Leben auf Pump den produzierenden Staaten mit gedrucktem Klopapier bezahlen konnten? Was spricht gegen dieses Szenario?

Für Europa wird es wohl viel viel schwieriger diese Krise zu meistern, die Probleme, Abhängigkeiten, Machtgefüge, etc. sind einfach nicht unter einen (Euro)Hut zu kriegen.

Die anderen Staaten, allen voran China, wird sich die Dollarabwertung doch nicht ewig gefallen lassen? Oder können sie gar nicht anders? Gut China hat den Renminbi ja auch an den Dollar gekoppelt, was den USA ja wiederum auch nicht passt...

Gibt es eigentlich eine Übersicht über die gesamten Dollarguthaben von China? Wenn ja, gab es da bisher keine Verschiebungen im grösseren Stil von China her? Rückzug aus US Staatsanleihen, oder Devisentausch in andere Währungen etc? Wohl eher nicht, denn davon hätte man wohl gehört oder?

Da kommt mir gerade in den Sinn, letzte Woche oder so gab es doch ein Statement von China, bezüglich Schweizer Franken bezüglich Reverenzwährung oder sowas...

ist etwas lange geworden...

Die Grundsatzfrage ist schlicht: läuft es nicht wie geschmiert für die USA? Müssen sich die anderen Staaten die extreme Dollarabwertung gefallen lassen oder sieht man bereits grössere offizielle Verschiebungen z.B. von China?

MarcusFabian
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rainii wrote:

Amis haben nen riesigen Schuldenberg und drucken Dollars wie blöd, die Konsequenz sehen wir langsam aber sicher, Der Dölli wertet ab und ab. Ergo, der exorbitante Schuldenberg (an welchem in grossem Teil vorallem andere Staaten die Gläubiger sind) wird reell kleiner und kleiner.

Der letzte Teilsatz ist ein Trugschluss, denn durch das Gelddrucken steigt ja die Summe der Schulden und somit vergrössert sich der Schuldenberg, auch wenn der einzelne Dollar einen geringeren Wert hat.

rainii wrote:

Und wenn der Dollar in einiger Zeit dann gar keinen Wert mehr hat und die Importe fast nicht mehr bezahlbar sind, dann werden sie einfach verstärkt auf die einheimischen Ressourcen zurückgreifen und brachliegende Rohstoffe wieder verstärkt abbauen oder was nicht zu hoffen ist, wieder mit Panzern in anderen souveränen Staaten einfahren.

Hierin liegt das Problem: Die Amis könnten durchaus mit dem auskommen, was ihnen das eigene Land bietet. Selbst mit dem Öl. Aber dazu müssten sie etwas sparsamer werden, weniger Energie verbrauchen und nachhaltiger arbeiten. Sie müssen also auf alle Fälle den jetzigen Lebensstandard ändern. Nicht unbedingt verschlechtern aber ressourcenschonender haushalten.

rainii wrote:

Die USA oder die ganze Welt werden dann eine neue Währung einführen und die USA lachen sich schief dabei, weil sie Ihr Leben auf Pump den produzierenden Staaten mit gedrucktem Klopapier bezahlen konnten? Was spricht gegen dieses Szenario?

Es ist realistisch. Man druckt Klopapier, kauft dafür Sachwerte und dann wird das Klopapier für wertlos erklärt und die Gläubiger sitzen auf einem Haufen wertlosen Geldes.

rainii wrote:

Für Europa wird es wohl viel viel schwieriger diese Krise zu meistern, die Probleme, Abhängigkeiten, Machtgefüge, etc. sind einfach nicht unter einen (Euro)Hut zu kriegen.

Ja und Nein. Wenn die USA eine Währungsreform durchführen und somit alle Schulden vernichten, verlieren sie Vertrauen und die Vormachtstellung auf dieser Welt. Sie sind dann auch nicht mehr kreditwürdig. Sie wären dann wirklich gezwungen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Industrie beispielsweise, die jetzt in China steht, müsste in den USA wieder aufgebaut werden.

rainii wrote:

Die anderen Staaten, allen voran China, wird sich die Dollarabwertung doch nicht ewig gefallen lassen? Oder können sie gar nicht anders?

China hat das Problem, dass es zuerst ein eigenes Finanzsystem aufbauen muss, das jetzt noch in den Kinderschuhen steckt. Und als nächstes den Binnenmarkt. Dann produzieren Chinesen für Chinesen und nicht mehr für die USA. Dann können sie die USA als Exportmarkt vergessen.

rainii wrote:

Gibt es eigentlich eine Übersicht über die gesamten Dollarguthaben von China?

$2.5-3 Billionen

rainii wrote:

Wenn ja, gab es da bisher keine Verschiebungen im grösseren Stil von China her? Rückzug aus US Staatsanleihen, oder Devisentausch in andere Währungen etc?

China baut US Staatsanleihen ab. Allerdings ausserordentlich langsam und schonend und investiert seit einem Jahr sehr stark in Europa. Unter anderem haben die Chinesen auch Griechische Staatsanleihen gekauft.

rainii wrote:

Die Grundsatzfrage ist schlicht: läuft es nicht wie geschmiert für die USA?

Es liegt im Ermessen jeden Staates, ob er US Schulden kaufen oder verkaufen will. Derzeit ist jeder gezwungen Dollar zu halten, um damit Erdöl kaufen zu können. Sobald das Petrodollar-Monopol gefallen ist, wird der Dollar auch hier seine Monopolstellung verlieren.

Das Problem ist halt, dass es im Moment keine ernsthafte Konkurrenz zum Dollar gibt, die ihm die Stellung als Weltleitwährung streitig machen könnte.

Der Euro wäre eigentlich der geeignetste Kandidat und wird deshalb aus dem anglosächsischen Raum massiv attackiert. Das reicht von Medienberichten über Terminmärkte bis zu den Ratingagenturen mit ihren Downgrades.

Was wir als Spitze des Eisberges sehen ist ein Machtkampf zweier Währungsräume um die Hegemonie in der Zukunft.

waspch
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MarcusFabian wrote:

...Sobald das Petrodollar-Monopol gefallen ist, wird der Dollar auch hier seine Monopolstellung verlieren.

Das Problem ist halt, dass es im Moment keine ernsthafte Konkurrenz zum Dollar gibt, die ihm die Stellung als Weltleitwährung streitig machen könnte.

Der Euro wäre eigentlich der geeignetste Kandidat und wird deshalb aus dem anglosächsischen Raum massiv attackiert.

Genau !

Die Amis versuchen mit aller Macht die Eurozone auseinanderzureissen, damit sie nicht an Einfluss verlieren (Militärmacht / Währung).

Da alle grossen Ratingagenturen in den USA stattioniert sind, ist das wie in einem Fussballspiel bei welchem man den Schiedsrichter gekauft hat. Sehr fair !

Ich finde es zwingend notwendig, dass in Europa Ratingagenturen ebenbürtige aufgebaut werden.

5G Sucks !

Bullish
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Gehört zwar nicht direkt zu Gold, aber jeder, der Gold hat, sollte sich immer wieder die Leistungsbilanzsituation vor Augen führen.

Es gibt 2 Hauptproblemfelder:

- Euroraum ist nach aussen ausgeglichen, weist aber intern einen extremen Überschuss Deutschlands aus. Deshalb kann ein Lastenausgleich den Euro stabilisieren. Die Frage ist nur, ob die Lastenträger dies auch so sehen werden.

- Pazifikraum weist ein riesen Defizit der USA und riesige Überschüsse bei den Asiaten aus. Dabei haben die Asiaten ihre Währungen nach unten manipuliert. Die USA liessen dies geschehen, damit v.a. China sich entwickeln kann. Nun ist die chinesische Entwicklung soweit fortgeschritten, dass die USA dies nicht weiter hinnehmen wollen. Dabei hat die USA 2 Mittel: Handelshemmnisse und Dollarabwertung.

MarcusFabian
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Bullish wrote:

Dabei haben die Asiaten ihre Währungen nach unten manipuliert. Die USA liessen dies geschehen, damit v.a. China sich entwickeln kann.

Remimbi-Anbindung aus Goodwill der Amis?

Doch wohl eher auf Druck der Amis, denn die Chinesen haben seinerzeit mit der Anbindung die Asienkrise beendet.

Mal angenommen, die Chinesen würden den Remimbi floaten lassen, was dazu führen würde, dass er unmittelbar 40-50% gegenüber dem Dollar aufwertet.

Welchen Vorteil sollten die Amis haben, wenn dann ihre T-Shirts, Fernsehgeräte und Handys 50% teurer werden?

Bäri
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Bäri wrote:

Annahme, der Euro (momentan bei ca. 1.04) wird von der SNB auf 1.2 gepuscht (was für den Export immer noch sehr niedrig ist), also 15% plus bei gleichbleibendem Goldpreis in Euro/Dollar würde bedeuten, dass er in CHF von derzeit 42000.- auf über 48000.- steigen müsste

Wir kommen der Sache langsam näher 

Goldpreis in CHF 44500.- , der Euro 1.14

Arkham
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Gold

Wird es beim Goldpreis nochmals eine Korrektur geben?

Habe noch nicht sehr viel Ahnung, aber was ich bis jetzt beobachten konnte ist, dass wenn etwas so rasant steigt danach eine korrektur kommt.

Kann mir nicht vorstellen das der Euro jetzt einfach auf 1.20 geht und danach dort von alleine bleibt ohne weiteres eingreiffen.

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