Gold

Gold 1 Uz 

Valor: 274702 / Symbol: XAU
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MarcusFabian
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Dr.Zock hat am 25.06.2013 - 06:45 folgendes geschrieben:

Gemäss CNN Interview vom 21. Juni mit Marc Farber, halten die Förderer / Minenbesitzer die geringsten Shortpositionen seit Jahren.

Es macht aus Sicht der Minen auch keinen Sinn, Gold auf Termin zu verkaufen, wenn der Preis unterhalb der Förderkosten liegt.

Förderkosten:
Newcrest: $1250
Goldcorp: $1350, $1400, $1500 (je nach Mine)
Newmont: $1400
Barrick: $1500
Quelle

 

Elias
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MarcusFabian hat am 25.06.2013 - 09:33 folgendes geschrieben:

Dr.Zock hat am 25.06.2013 - 06:45 folgendes geschrieben:

Gemäss CNN Interview vom 21. Juni mit Marc Farber, halten die Förderer / Minenbesitzer die geringsten Shortpositionen seit Jahren.

Es macht aus Sicht der Minen auch keinen Sinn, Gold auf Termin zu verkaufen, wenn der Preis unterhalb der Förderkosten liegt.

Nach dem Motto: wenn schon unter den Förderkosten, dann kommt es nicht mehr darauf an, wie tief der Preis noch fällt.

Der Witz am Termingeschäft ist doch, dass man noch eine Prämie erhält.

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sime
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Ich poste hier einmal ein Beitrag aus einem anderen Forum, weil ich gerne die Meinung eines Experten hören möchte. Die Kernfrage lautet also, ob sich in den letzten 10 bis 15 Jahre der Förderpreis des Goldes vervielfacht hat oder die Minenbesitzer hier nicht auch mit Preisabsprachen einwirken? Denn die Frage sei erlaubt, ob die Goldförderung in den Neunzigern soviel günstiger war als heute, dass die Minenbesitzer mit einem Goldpreis von 300 $ leben konnten? Meines Wissens wird der Goldpreis ja unter fünf ausgewählten Banken  zweimal täglich festgesetzt und erfolgt in Absprache mit Minenbesitzer und Goldhändler. Warum sollten Minenbesitzer hier also nicht auch ein Preiskartell stellen? Danke zum Voraus. Also hier der Text:

Golden Minerals stoppt Förderung wegen zu geringer Preise!!!

Genau das war zu erwarten und wird auch noch andere Minen treffen. Und das beweist eindeutig, dass der Gold- und Silberpreis unterhalb der Förderkosten einiger Minen liegt. Wie viele betroffen sind, wissen wir, wenn die Minen geschlossen werden… (…)

Jeder, der darüber nicht weiter nachdenkt wird dem zustimmen, richtig?

Jetzt schauen wir mal genauer hin!

Wir schauen auf den Drei-Jahres-Chart
http://www.ariva.de/gold-kurs/chart?boerse_id=36&t=3years&volume=1&size=XL

Wir stellen fest:
Gold ist wieder auf dem Niveau von September 2011 angelangt, wurde damals Gold gefördert? Ja!

Es geht weiter:

Wir schauen auf den Gesamt-Chart (der eigentlich kein Gesamtchart ist ;-) ):
http://www.ariva.de/gold-kurs/chart?size=XL&t=all&volume=1&boerse_id=36

Wir schauen etwas über die Mitte von 2009 hinaus (Goldpreis 1.000 US$), wurde Gold gefördert? Ja!

Wir schauen mal Mitte 2007 => Gold bei 650 US$!

Die Arbeitskosten sind in den letzten sechs Jahren eher gefallen als gestiegen. Wenn gestiegen, dann unerheblich! Dafür wurden Maschinen weiterentwickelt (und eher billiger als teurer), Suchmethoden verfeinert usw. Man bedenke weiterhin, dass nahezu sämtliche technischen Produkte trotz extremer Weiterentwicklung massiv im Preis gefallen sind.

Selbst wenn wir nach 2001 zurückgehen (Goldpreis unter 300 US$) gelten die oben angestellten Überlegungen fast unverändert! Oder gibt es hier jemanden, dessen Gehalt sich seit 2001 vervierfacht hat? :-)

Und ja, auch damals wurde Gold gefördert!

Man bedenke auch, dass z. B. “Spaziergänger” im australischen Outback dann und wann mal über ein 30-Kilo-Nugget stolpern und die Wühlratten die das hauptberuflich machen, sind bestimmt nicht besser bezahlt, als ein LKW-Fahrer hier – eher noch sehr viel schlechter. Die technische Ausrüstung ist nach ein paar Monaten erfolgreicher Arbeit vollständig bezahlt, dann rollt der Rubel.

Übrigens: Der Lateiner verkauft zumindest Barrengold zu den augenblicklichen Preisen, welche Schlussfolgerungen sind daraus zu ziehen?

Elias
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Morgan Stanley senkt die Gold-Prognosen

Morgan Stanley hat die Prognosen für den Goldpreis verringert und sich damit entsprechenden Schritten von Goldman Sachs und der UBS angeschlossen.

Für 2013 gehen die Analysten Peter Richardson and Joel Crane nun von 1409 Dollar aus, nachdem es zuvor noch 1487 Dollar gewesen waren. Im kommenden Jahr rechnen sie mit 1313 Dollar. Hier prognostizierten sie zuvor 1563 Dollar. Für 2015 nahmen sie die Prognose von 1450 auf 1300 Dollar zurück. Zudem senkten sie ihre Ziele für Gold und Silber bis 2018. Hintergrund ist die Erwartung, dass die Notenbank ihre geldpolitischen Anreize wegen der Erholung der US-Wirtschaft vermindern könnte.

“Angesichts nachlassender Nachfrage nach sicheren Anlagen wegen der Stärke des Dollar und steigender US-Anleiherenditen sind die Marktbedingungen für Gold und Silber deutlich schlechter geworden”, schrieben die Analysten in einer Studie.

Rückgang der Nachfrage

Die Bestände von börsengehandelten Produkten sind am Montag auf 2.094,647 Tonnen gefallen und erreichten damit den niedrigsten Stand seit Juni 2010, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Damit beläuft sich der Rückgang auf 20 Prozent in diesem Jahr, nachdem es zuvor in jedem Jahr seit der Erstnotiz dieser Produkte 2003 zu einem Anstieg gekommen war.

“Diese historische und grundlegende Veränderung bei einem der wesentlichen Treiber des Gold-Bullenmarktes unterstreicht den starken Rückgang bei der Nachfrage nach der Anlageklasse”, schrieben Richardson und Crane.

Goldman Sachs geht davon aus, dass die Bestände um eine Mio. Unzen im Monat fallen werden. Sie nahmen daher ihr Ziel für das Jahresende von 1435 auf 1300 Dollar zurück und senkten die Prognose für 2014 von 1270 auf 1050 Dollar. Die Anleger rechneten mit einer früheren Verringerung der Anleihekäufe durch die US Notenbank als die Volkswirte der Geldhäuser, schrieben die Analysten Damien Courvalin und Jeffrey Currie in einer Studie vom 23. Juni.

http://www.cash.ch/news/top_news/morgan_stanley_senkt_die_goldprognosen-...

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Innuendo
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Vielleicht hat es auch mit der vorhandenen Menge an Gold in einer Tonne geförderten Gerölls zu tun. Hab mal gelesen, der Anteil Gold sei in den letzten Jahren gesunken, d.h. die Förderung wird teurer, weil der Goldgehalt kontinuierlich abnimmt. Das ist so ähnlich wie bei der Ölförderung.

MarcusFabian
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Ich bin auch misstrauisch, was die angeblich so stark gestiegenen Förderkosten betrifft.
Ohne das gewichten zu wollen: Man liest folgende Argumente:

* Man muss immer tiefer graben, um noch Gold zu finden.
* Die Energiekosten haben sich in manchen Ländern verdoppelt.
* Die meisten Staaten/Gewerkschaften haben bessere Arbeitsbedingungen für die Minenarbeiter durchgesetzt: Höhere Sicherheitsstandards, höhere Löhne, vor allem aber bessere Kühlung in den Minenschächten.

 

Hans
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@Elias

lauter Schwachsinn und Eigeninteressen die in diesen Berichten von GS&Co präsentiert werden, da lohnt es sich nicht mal ne Argumentation dagegen zu posten ... lauter Glaskugel Schätzungen, sind wohl nur Amis die darauf abfahren....

Gruss Hans

martinidrink
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Ich wette, dass in kürze die Chinesen die USA fallen lässt. Dann werden wir sehen wo der Dollar und der Gold preis steht.  GS und JMP werden ein blaues wunder erleben sobald physisches Gold sowie Silber verlangt wird und das in Tonnen .... Ungedecktes Geld war nie gut und wird es auch nicht in Zukunft sein. Alternative bitteschön?!

Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

sime
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Danke Innuendo und MF für Eure Antworten. Angenommen, ich wär Kartoffelbauer und die Reis- und Getreideernte wäre dieses Jahr miserabel ausgefallen, aus welchen Gründen auch immer. Nun würde die Nachfrage nach Kartoffeln dementsprechend in die Höhe schiessen. Natürlich würde ich mein Preis dementsprechend anheben. Im nächsten Jahr sind alle Ernten wieder normal ausgefallen, dann würde ich auch widerwillig den Preis wieder senken, da mir keine Wahl bleibt, doch jammern wie wenig Ertrag ich nun habe, verglichen zum Vorjahr, würde ich trotzdem. Der Mensch gewöhnt sich schnell an gute Zeiten.

Ramon Lull
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Ein Beitrag aus einem anderen Forum, welcher Gold und Silber etwas in Perspektive rückt:

"US debt and unfunded liabilities are rising at $8.525 trillion a year, rising from $141.5 trillion to $175.6 trillion in just 4 years (http://www.usdebtclock.org/).  The unfunded liabilities of Medicare and Social Security are politically impossible to cut.  So these massive deficits are real even though everyone has been ignoring them.    

$8.525 trillion a year works out to a daily deficit of $23.3 billion.  All the silver bullion available in the world today is about 800 million ounces and is worth about $15.2 billion.  So every 15 hours and 40 minutes, the US deficit is large enough to buy all the silver bullion in the world.

All the available gold bullion in the world is about 2000 million ounces or worth about $2.5 trillion dollars.  That is the US deficit in just 107 days.

What we have looked at is just the US deficit.  The world deficit is 2 to 3 times larger - so, conservatively, every 8 hours you can buy all the silver bullion in the world and every 50 days, you can buy all the gold bullion in the world.

The Fed is printing at $85 billion a month and Japan is printing $75 billion a month for a total printing rate of $1.92 trillion a year.   That $1.92 trillion can buy all the silver bullion in the world 126 times over and buy 77% of the world's gold bullion.

It is insane that in a world awash in deficits and trillions in printing, gold and silver are being hammered.  This insanity cannot last too much longer. But it can last longer than you can stay solvent."

 

MarcusFabian
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sime hat am 25.06.2013 - 23:28 folgendes geschrieben:

Angenommen, ich wär Kartoffelbauer und die Reis- und Getreideernte wäre dieses Jahr miserabel ausgefallen, aus welchen Gründen auch immer. Nun würde die Nachfrage nach Kartoffeln dementsprechend in die Höhe schiessen. Natürlich würde ich mein Preis dementsprechend anheben.

Ich habe jahrelang den Kopf geschüttelt ob der dummen Commercials, die bei hohen Preisen vermehrt shorten während die cleveren Long-Speculators das genaue Gegenteil tun. Aber aus Sicht des Produzenten tun die Comms genau das richtige.

Beispiel: Du bist Metzger und verkaufst Bratwürste für Fr. 2.- pro Stück.

Nun steigt der Preis für Bratwürste auf Fr. 3.-. Du wirst nun vermehrt Bratwürste produzieren. Sprich: Du gehst vermehrt short in Bratwürsten.

Steigt der Bratwurst-Preis gar auf Fr. 4.- wirst Du Überstunden und Sonderschichten fahren und Du wirst auch versuchen, Bratwurst-Aufträge mit Lieferung nächster Woche oder nächstem Monat an Land zu ziehen und Dir dabei einen Preis von 4.- zu sichern.
Dass die Möglichkeit besteht, dass die Preise auf 5.- gehen interessiert Dich nicht einmal so heftig, denn Du hast ja Kosten von unter 2.- und somit machst Du immer einen interessanten Gewinn.

Der Large-Speculator (z.B. die Migros) interessiert sich nicht so heftig für die Preisschwankungen. Ihm ist es in erster Linie wichtig, dass er kalkulierbare Einkaufspreise hat.

Würden die Bratwurstpreise zu tief fallen, z.B. auf 1.50, könntest Du sogar auf die Idee verfallen, Bratwürste an Lager zu legen (also nicht zu verkaufen und auf bessere Preise zu warten) oder Bratwürste bei der Konkurrenz einzukaufen.

Also eine an sich perverse Situation, denn als Metzger bist Du ja per Definition immer Short in Bratwürsten. Du verkaufst sie, Du kaufst sie nicht.

An den Warenterminmärkten sind die Commercials, die Produzenten, naturgemäss jene, die den inneren Wert einer Ware und seinen Preisverlauf am besten abschätzen können. Der Metzger versteht von Bratwürsten sogar noch mehr als der Large-Spec., die Migros.

An der Short-Position der Commercials (also dem Bratwurst-Angebot der Metzger) lässt sich deshalb recht gut abschätzen, wo Spitzen bzw. Tiefs der Preiskurve zu finden sind.

Wenn sie überdurchschnittlich viele Bratwürste anbieten, kann man annehmen, der Preis sei im Moment zu hoch und wird bald korrigieren.
Bieten sie hingegen weniger Bratwürste an, ist der Preis zu niedrig und dürfte demnächst steigen.

Mit diesem Wissen im Rucksack betrachten wir die Angebote auf dem Papiergold-Markt (COMEX):

Die rosa Kurve ist der Goldpreis, die blaue Kurve ist das Angebot an Gold. Also die Short-Positionen der Commercials.

So haben beispielsweise im Anstieg 2009 die Commercials ihr Angebot stark ausgeweitet und gingen extrem short.
Dasselbe nochmals vor dem bisherigen ATH 2011 und nochmals 2012.

Die niedrigsten Shortpositionen finden wir 2008 und auch heute wieder (grün eingekreist).

2008 erfolgte - wie wir wissen - nach diesem Tiefstand der Shortpositionen eine enorme Goldhausse, die den Preis von $750 auf $1900 katapultiert hat.

Und heute?

 

 

Dr.Zock
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Bärenmarkt

@MF

Soweit so gut. Klingt einleuchtend, und wie immer bei Dir, mit Fakten untermauert.

Nur, wer sagt Dir dass wir uns nicht in einem jahrelangen Bärenmarkt bewegen, und mit einer darauffolgenden, jahrelangen (z.B. 10 Jahre oder gar länger) Seitwärtsphase rechnen müssen?

Gruss und vielen Dank für Dein geschätztes Engagement hier in diesem Forum

Zocki

Es ist leichter, einer Begierde ganz zu entsagen, als in ihr maßzuhalten. ( Friedrich Nietzsche )

MarcusFabian
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Dr.Zock hat am 26.06.2013 - 10:01 folgendes geschrieben:


Nur, wer sagt Dir dass wir uns nicht in einem jahrelangen Bärenmarkt bewegen, und mit einer darauffolgenden, jahrelangen (z.B. 10 Jahre oder gar länger) Seitwärtsphase rechnen müssen?

Weil die Gründe, die in den letzten 12 Jahren den Goldpreis angetrieben (bzw. den Wert von Papierwährungen geschwächt) haben, nach wie vor gelten. Und nicht nur das, sie verstärken sich laufend: Namentlich Gelddruckerei und negative Realzinsen.

Gold ist nicht in einer Blase. Lies mal das Posting von Ramon Lull weiter oben. Die Blase, in der wir uns befinden und die ständig weiter aufgebläht ist, ist die Anleihenblase (aka. Schuldenblase oder Gelddruckerei). Und wenn die dereinst platzt, willst Du Gold physisch in Deinem Besitz haben!

Innuendo
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Mit Gold geht es zu Ende. RIP Gold.

Dr.Zock
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Blase

Danke MF, klingt erneut richtig, und ist es vermutlich ja auch ! Zumindest ist auch mir die aufgeblähte Anleihenblase nicht unbekannt.

Ja, ich habe physisches Gold und Silber. Soweit ist dies ja bekannt. Wie schaut es denn aus wenn diese Blase platzt ? Ein Goldverbot etc. ist doch denkbar. Den Politikern ist ja alles zuzutrauen.

Gruss

Zocki

Es ist leichter, einer Begierde ganz zu entsagen, als in ihr maßzuhalten. ( Friedrich Nietzsche )

Zyndicate
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Goldpreis weiter auf Talfahrt - Stärkster Einbruch seit 1920 (AF)

26.06.2013 10:54



LONDON (awp international) - Der Goldpreis ist auf den tiefsten Stand seit knapp drei Jahren abgerutscht. Die Aussicht auf ein Abflauen der Geldschwemme in den USA habe den Preis für Gold abermals stark unter Verkaufsdruck gesetzt, hiess es von Händlern. Am Vormittag rutschte der Goldpreis 3,35 Prozent oder 42,73 US-Dollar auf 1.234,01 US-Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit September 2010. Laut Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg verlor der Goldpreis im laufenden Quartal bereits etwa 22 Prozent und zeigte damit den stärksten Einbruch seit 1920.

"Es gibt derzeit zwei Sargnägel für den Goldpreis: Die Aussicht auf ein Auslaufen der ultralockeren Geldpolitik in den USA und die Kursgewinne beim US-Dollar, so beschreibt David Lennox, Analyst beim australischen Finanzdienstleister Fat Prophets, die aktuelle Lage. Die US-Notenbank hatte in der vergangenen Woche angekündigt, bei einer weiterhin guten Konjunkturentwicklung noch im laufenden Jahr mit dem Ausstieg aus dem milliardenschweren Anleihekaufprogramm zu beginnen. Dies hatte zu massiven Kursbewegungen an den Finanzmärkten geführt und auch den Goldpreis stark belastet.

GUTE US-KONJUNKTURDATEN HABEN DEN PREISRUTSCH AUSGELÖST

Auslöser für den aktuellen Kursrutsch beim Goldpreis waren überraschend guten US-Konjunkturdaten, die die Spekulation auf ein Ende der Geldschwemme der Fed bestärkt haben. In der grössten Volkswirtschaft der Welt setzt der Immobilienmarkt - Auslöser der schweren Finanzkrise 2008 - seine Erholung in grossen Schritten fort. Daneben sind die Verbraucher in den USA gegenwärtig so zuversichtlich wie lange nicht mehr, die Unternehmen investieren wieder kräftig.

Verstärkt wird der Verkaufsdruck beim Gold auch durch die US-Investmentbank Goldman Sachs, die zu Beginn der Woche die Preisprognose kräftig nach unten schraubte. Am Ende des laufenden Jahres erwartet Goldman Sachs den Goldpreis nur noch bei 1.300 Dollar. Zuvor war die Bank noch von 1.435 Dollar ausgegangen. Noch schwärzer sieht die Preisprognose für 2014 aus: Hier senkte Goldman Sachs die Erwartung von 1.270 Dollar auf nur noch 1.050 Dollar. Zum Vergleich: Vor knapp zwei Jahren hatte der Goldpreis ein Rekordhoch bei 1.920 Dollar erreicht./

 

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

MarcusFabian
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Dr.Zock hat am 26.06.2013 - 10:50 folgendes geschrieben:

Wie schaut es denn aus wenn diese Blase platzt ? Ein Goldverbot etc. ist doch denkbar. Den Politikern ist ja alles zuzutrauen.

Ein Goldverbot ist heutzutage gar nicht nötig. Der Goldpreis wird ja vom Papierhandel bestimmt. Es genügt also - wie wir derzeit beobachten können - den Goldpreis über den Papierpreis zu drücken und die Anleger trennen sich freiwillig von ihrem Gold Wink

siehe auch ab hier

Elias
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Hans hat am 25.06.2013 - 21:48 folgendes geschrieben:

@Elias

lauter Schwachsinn und Eigeninteressen die in diesen Berichten von GS&Co präsentiert werden, da lohnt es sich nicht mal ne Argumentation dagegen zu posten ... lauter Glaskugel Schätzungen, sind wohl nur Amis die darauf abfahren....

Wenn sie steigende Goldkurse prophezeit hätten, wäre der Beitrag professionell & richtig gewesen. Jeder Beitrag, der nicht die eigenen Erwartungen entspricht, muss schlecht sein.

Heute -3.5%. Wir kommen den Schätzungen näher.

 

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Benjamin Franklin

Hutch
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Nur die Wurst hat zwei

@MF: Vielen Dank für das Wurst Gleichnis. Es ist sehr anschaulich. ich bin gespannt...

Bei 1900.-- Nicht raus obwohls in der Bild vom Titel prangte.

Bei 1700.-- Nicht raus, war ja noch im Plus und es wird sicher drehen.

Bei 1500.-- Nicht raus, ist halt ne Korrektur

Bei 1400.-- Nicht raus, war zu bequem, hin und her macht Taschen leer

Bei 1250.-- Nicht raus, war bereits unter Wasser.

Shit!

Ich vertraue nicht den Politiker.

Ich Misstraue dem Gelddrucken und bin von kommenden Problemen überzeugt.

Was mache ich sonst mit dem Geld?

Ich brauch das Geld nicht in Geldform. (Momentan)

Ich denke die Gold positiven Theorien sind stringent und richtig , nur der Zeitpunkt ist nicht zu bestimmen. So hoffe ich , ich bleibe solvent bis diese wahr werden. Gut möglich , dass wir noch mal einen Cycle fahren.

Diese Cycles taktisch zu spielen sind für mich schwierig. Gratulation, denen die Putten und die Delle mitnehmen. Gratuliere, jenen, die auf dem Tief kaufen werden.

Ich glaube an Produktionskosten und liebe das Bratwurst Beispiel.

Ich glaube isch lösche einige Links im Browser Smile

Meine nächsten Käufe werden Ringe und Ketten in Thaigold sein. Die sehen schön aus und die Freundin freuts so sehr, dass ich mich auch sehr freuen kann. Hätt ich von Beginn weg machen sollen. (Schmuck wird natürlich in meinem Save gelagert )

Glück Auf

Hutch

 

 

 

 

 

Elias
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MarcusFabian hat am 26.06.2013 - 09:42 folgendes geschrieben:

Also eine an sich perverse Situation, denn als Metzger bist Du ja per Definition immer Short in Bratwürsten. Du verkaufst sie, Du kaufst sie nicht.

Jetzt bist du solange an der Börse dabei und verstehst es immer noch nicht.

Short ist dann, wenn man etwas verkauft, was man nicht hat. Der Metzger hat Würste und er verkauft sie. Er ist immer long.

Ausnahme: man bestellt und bezahlt Bratwürste im Voraus z.B. für eine Chilbi, geliefert werden sie in 30 Tagen. Das wäre dann ein Termingeschäft. Unter Umständen weiss der Metzger zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie hoch der Gewinn ist, weil noch nicht alle Zutaten gekauft hat.

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Jonas.L
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Hallo zusammen

Wär wohl mal wieder ein guter Zeitpunkt sich physisches Gold zuzulegen richtig? Wann rechnet ihr grob mit einem Anstieg des Preises?

Grüsse

Hutch
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Elias hat am 27.06.2013 - 08:13 folgendes geschrieben:

MarcusFabian hat am 26.06.2013 - 09:42 folgendes geschrieben:

Also eine an sich perverse Situation, denn als Metzger bist Du ja per Definition immer Short in Bratwürsten. Du verkaufst sie, Du kaufst sie nicht.

Jetzt bist du solange an der Börse dabei und verstehst es immer noch nicht.

Short ist dann, wenn man etwas verkauft, was man nicht hat. Der Metzger hat Würste und er verkauft sie. Er ist immer long.

Ausnahme: man bestellt und bezahlt Bratwürste im Voraus z.B. für eine Chilbi, geliefert werden sie in 30 Tagen. Das wäre dann ein Termingeschäft. Unter Umständen weiss der Metzger zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie hoch der Gewinn ist, weil noch nicht alle Zutaten gekauft hat.

Wenn ich ne Put Option kaufe, also das Recht eine Ware zu einem Bestimmten Preis zu Verkaufen, fühl ich mich recht short.

Wenn ich ne Bestellung entgegennehme habe ich das Recht eine Ware zu einem bestimmten Preis zu Verkaufen.

Diese Metzger, diese Zocker.

 

 

MarcusFabian
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Elias hat am 27.06.2013 - 08:13 folgendes geschrieben:


Short ist dann, wenn man etwas verkauft, was man nicht hat. Der Metzger hat Würste und er verkauft sie. Er ist immer long.

Ausnahme: man bestellt und bezahlt Bratwürste im Voraus z.B. für eine Chilbi, geliefert werden sie in 30 Tagen. Das wäre dann ein Termingeschäft. Unter Umständen weiss der Metzger zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie hoch der Gewinn ist, weil noch nicht alle Zutaten gekauft hat.

Wir sprechen vom Future-Markt und da gilt immer das, was Du als "Ausnahme" bezeichnest: Lieferung und Zahlung auf Termin.
Also Lieferversprechen des Produzenten (Short) und Zahlungsversprechen des Käufers (Long).

Elias
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MarcusFabian hat am 27.06.2013 - 12:43 folgendes geschrieben:

Elias hat am 27.06.2013 - 08:13 folgendes geschrieben:

Short ist dann, wenn man etwas verkauft, was man nicht hat. Der Metzger hat Würste und er verkauft sie. Er ist immer long.

Ausnahme: man bestellt und bezahlt Bratwürste im Voraus z.B. für eine Chilbi, geliefert werden sie in 30 Tagen. Das wäre dann ein Termingeschäft. Unter Umständen weiss der Metzger zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie hoch der Gewinn ist, weil noch nicht alle Zutaten gekauft hat.

Wir sprechen vom Future-Markt und da gilt immer das, was Du als "Ausnahme" bezeichnest: Lieferung und Zahlung auf Termin.
Also Lieferversprechen des Produzenten (Short) und Zahlungsversprechen des Käufers (Long).

Ach so. Ich wusste nicht, dass beim Metzger das Termingeschäft der Standard und der Direktverkauf die Ausnahme ist.

Da muss einem aber auch erst mal gesagt werden.

 

Übrigens: Der Käufer (Long) macht kein Zahlungsversprechen. Er zahlt sofort (die Prämie) und kann in der zwischenzeit das Anrecht weiterverkaufen. Der Stillhalter (Short) macht entweder ein Lieferversprechen (Short-Call)  oder Kaufversprechen (Short-Put)

 

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Preisrutsch bei Gold und Silber hält an

Die Hiobsbotschaften für Investoren von Gold und Silber reissen nicht ab. Am späten Mittwochnachmittag notierte der Preis für eine Unze Gold bei rund 1235 $, was einem Minus gegenüber dem Vortag von 3,3% entspricht. Noch grösser waren die Einbussen bei Silber, das um 4,6% auf $ 18.75/Unze fiel. Zum Londoner Mittagsfixing notierten beide noch tiefer und markierten jeweils den niedrigsten Stand seit August 2010. Seit Anfang April haben Gold und Silber auf dieser Basis 22% bzw. 35% verloren. Falls sich die Rückgänge an den letzten Handelstagen des Monats nicht relativieren sollten, würde dies für beide die grössten Quartalsverluste seit Jahrzehnten bedeuten.

Als Hauptgrund für den erneuten Einbruch wurden von Marktbeobachtern weiterhin die zuletzt robusten Wirtschaftsdaten aus den USA genannt. Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine baldige Drosselung der expansiven Geldpolitik der US-Notenbank, wie sie deren Chef Ben Bernanke kürzlich in Aussicht gestellt hat. Die soliden Konjunkturdaten haben auch zu einem Erstarken des Dollars geführt, was ebenso auf die Edelmetallpreise drückt.

Zudem haben jüngst verschiedene Analytiker ihre Prognosen für die Edelmetallpreise nach unten korrigiert. Vor allem die Anhänger von Gold scheinen zu einer Minderheit zu werden. Sie klammern sich an die Überzeugung, dass die derzeitigen Krisen nicht ohne weitere Verwerfungen wie eine hohe Inflation gelöst werden können und dass Gold oft stark an Wert verloren hat, bevor es neue Gipfel erreichte.

http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/boersen_und_maerkte/preisrutsch-be...

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Benjamin Franklin

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MarcusFabian hat am 26.06.2013 - 09:42 folgendes geschrieben:


Die rosa Kurve ist der Goldpreis, die blaue Kurve ist das Angebot an Gold. Also die Short-Positionen der Commercials.

So haben beispielsweise im Anstieg 2009 die Commercials ihr Angebot stark ausgeweitet und gingen extrem short.
Dasselbe nochmals vor dem bisherigen ATH 2011 und nochmals 2012.

Die niedrigsten Shortpositionen finden wir 2008 und auch heute wieder (grün eingekreist).

2008 erfolgte - wie wir wissen - nach diesem Tiefstand der Shortpositionen eine enorme Goldhausse, die den Preis von $750 auf $1900 katapultiert hat.

Und heute?

 

 

 

Danke für Dein anschauliches Beispiel.

Der Graph ist wirklich sehr interessant. Wenn man sich mal die Ereignisse wach ruft, wo der blaue Graph extreme Ausschläge macht und sich dann überlegt, wo er heute ist, nämlich auf dem gleichen Stand als die Finzanzkrise im November 2008 ausbrach und im März 2009 als die Börse die Tiefstände markierte, S&P 500 ging genau auf 666 Punkte. Genau diese Ereignisse scheinen den Futuremarkt des Goldes enorm bewegt zu haben und genau wie damals waren die offenen Kontrakte auf einem Tief. Jetzt ist der Goldpreis fast im freien Fall und dennoch sind die Kontrakte auf einem Rekordtief. Natürlich ergibt es auch Sinn, dass die Commercials das Angebot jetzt nicht erweitern, weil das noch grössere Kurseinbrüche auslösen kann. Der Goldpreis muss seine Korrektur wohl erst einmal abschliessen, ehe die Kontrakte wieder zunehmen. Wenn man sich jetzt aber vor Augen führt, dass der Terminmarkt ein höheres Volumen hatte in der Zeit vor der Finanzkrise 2008 und vor dem grossen Continuation Run des Goldpreises, dann stimmt mich nachdenklich, was passieren wird, wenn sich der Goldpreis vielleicht bei 1000$ / oz eingependelt hat? Wir sind in einer Zeit, wo fast jeder nur darauf wartet, dass etwas Grösseres passiert an den Märkten und die Notenbanken haben ihr Vertrauen eigentlich bereits jetzt schon verloren, um ehrlich zu sein. Jeder weiss, dass wenn der Stimulus aufhört, sich die Realzinsen dramatisch erhöhen und der angebliche Aufschwung jäh sich in Luft auflöst. Stehen wir also wieder dort, wo wir Ende 2008 waren, nur noch viel schlimmer?

 

 

Elias
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Gold fällt unter 1200 Dollar - und kein Ende ist in Sicht

Der Goldpreis setzt seinen Sinkflug ungebremst fort. Am Donnerstagabend fielen die Notierungen für eine Feinunze erstmals seit August 2010 unter die Marke von 1200 Dollar. Für eine Gegenbewegung spricht derzeit wenig.

Im Tief kostete Gold knapp 1.198 Dollar und damit so wenig wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Allein seit Jahresbeginn hat Gold etwa dreissig Prozent an Wert verloren. Gemäss Charttechnik, die bei Edelmetallen eine ganz besondere Beachtung findet, könnte der Absturz noch andauern. Erst bei 1155 Dollar verläuft die nächste Unterstützung. An dieser Stelle verläuft das sogenannte Fibonacci-Retracement bei 61,8 Prozent der Rally seit dem Oktober 2008. 

Für den Sinkflug gibt es mehrere Gründe: Zum einen kehren immer mehr professionelle Anleger dem Edelmetall den Rücken zu. Daneben sorgt die Aussicht auf eine geringere Geldschwemme aus den USA für massiven Druck. Seit die US-Notenbank Fed vor gut einer Woche eine weniger expansive Geldpolitik in Aussicht gestellt hatte, hat der amerikanische Dollar spürbar zugelegt. Das verteuert Gold für Anleger ausserhalb des Dollarraums und belastet die Nachfrage. Hinzu kommt, dass weniger Zentralbankgeld das Risiko einer künftig hohen Geldentwertung mindert. Gold gilt traditionell als Inflationsschutz.

Alleine in den letzten Tagen haben mit Goldman Sachs, Credit Suisse, Standard Bank, Morgan Stanley, HSBC und BNP Paribas gleich sechs Banken ihre Prognosen für das gelbe Edelmetall erneut gesenkt. 

Keine positiven Zeichen aus Indien und China

Aus Indien, einem der weltweit grössten Absatzmärkte für Gold, kommen derzeit keine Hoffnungschimmer. Das bevölkerungsreichste Land der Welt versucht derzeit, die Goldkäufe zu bremsen. So wurden die Importzölle seit Jahresbeginn gleich zweimal erhöht und Juweliere wude zu Vorauszahlungen gezwungen. 

In China, einem anderen grossen Nachfrager von Gold, stottert der Wirtschaftsmotor weiterhin. Zudem könnte sich die Entwicklung mit der drohenden Kreditklemme sogar noch verschärfen. Auch die jüngsten Aussagen der chinesischen Notenbank zu den Liquiditätsrisiken im Interbankenmarkt üben keine beruhigende Wirkung aus, wie den weiterhin fallenden Börsenkursen in Shanghai zu entnehmen ist. 

Gegen eine baldige Erholung der Goldnotierungen sprechen auch die anhaltenden Verkäufe von börsengehandelten Indexfonds. Die ETF-Gesamtbestände sind im laufenden Jahr von 80 Millionen Unzen auf 68 Millionen Unzen gefallen. Der SPDR Gold Trust, weltweit der grösste physisch unterlegte Gold-ETF, hat im Juni sein Volumen auf den niedrigsten Stand seit März 2010 zurückgefahren.

http://www.cash.ch/news/top_news/gold_faellt_unter_1200_dollar_und_kein_...

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Wer heute Gold kauft, der kauft weil er kein vertrauen mehr in das Papiergeld hat. Der Preis spielt keine Rolle, denn Gold ist ein Versicherungsschutz gegenüber den Wertzerfall des Papiergeldes.  Fazit: Man schaut nicht jeden Tag auf den Preis, da Gold viel mehr mit der Kaufkraft in Verbindung steht (Inflationsschutz)

Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

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Steuern sparen mit Gold.

Der Wertzerfall des Goldes ist ein guter Versicherungsschutz gegen die Vermögenssteuer.

Die SNB tut alles, um der Franken zu schwächen und es gelingt ihr nicht.

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MarcusFabian
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sime hat am 27.06.2013 - 16:29 folgendes geschrieben:

Stehen wir also wieder dort, wo wir Ende 2008 waren, nur noch viel schlimmer?

 

 

Genau so sehe ich das. Die Problematik um die "too big to fail" Banken wurden nicht angegangen. Banken betreiben das Casino genau so weiter wie 2008. Die Volumen der CDS sind nur kurzzeitig gefallen und heute wieder auf dem Niveau von damals. Und natürlich zahlen sich die Banker weiterhin satte Boni.

Unterschiede zu 2008:

* Grossbanken wissen, dass sie bei Fehlspekulationen für ihre Verluste nicht haften müssen, weil notfalls der Staat einspringt. Das unternehmerische Risiko ist weggefallen. Entsprechend können sie frei durchatmen und riskante Geschäfte eingehen.

* Im Gegensatz zu 2008 sitzen nun auch die Staaten mit im Boot. Schulden und Verpflichtungen haben sich verdoppelt bis vervierfacht.

Man hat 4 Jahre lang jedes Problem mit neuen Schulden, neuem Geld zugeschüttet und da das bisher scheinbar funktioniert hat, glauben die meisten Menschen, dass die Probleme nun gelöst seien, dass Geld drucken in beliebiger Menge auf ewige Zeiten gefahrlos möglich ist und die Schulden entsprechend eben so gefahrlos in beliebige Höhe schnellen dürfen.

Kaum jemand erkennt die Blase, die sich seither aufgebläht hat. Wie auch? Nicht einmal die Fed selbst scheint die Blase zu erkennen. Was allerdings nicht überrascht, denn die Fed hat selbst Ende 2007 die Immobilienblase nicht erkannt. Zu einer Zeit, als die Immobilienpreise bereits am Bröckeln waren (die Fed-Minutes, die Sitzungsprotokolle der Fed wurden ja veröffentlicht).

Wenn also schon eine Fed, (die ja die weltweit besten Spezialisten beschäftigt, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als die aktuelle Situation zu beurteilen) die Immobilienblase 2007 nicht erkannt hat und jetzt die Anleihenblase nicht erkennt, wieso soll dann die Mehrheit der Anleger sie erkennen, wenn man ihnen doch täglich vorbetet, dass alles in Butter ist?

Die Fed wird QE3 nicht aussetzen. Zumindest nicht für mehr als einige Monate bzw. nicht, ohne QE3 durch QE4 zu ersetzen. Die Schuldensituation der USA von derzeit 340% BSP (Staat, Gemeinden, Bundesstaaten, Unternehmen) lässt steigende Zinsen schlicht nicht zu. Ich weiss, dass der Markt im Moment auf das Gegenteil spekuliert aber das ist schlicht Mumpitz!

Der Markt spielt weiterhin auf eine Erholung der Wirtschaft (wann schon nicht!), die es aber nicht geben wird, so lange die Konsumenten verschuldet sind und lieber Schulden abbauen als neue aufzubauen. Vom Konsumenten hängt bekanntlich 70% der US-Wirtschaft ab. Und so lange die Beschäftigungsquote in den USA sinkt (nicht die Arbeitslosenquote sondern die Beschäftigungsquote!) wird sich daran auch nichts ändern.

Wir werden ab Juli 2013 ein Wirtschaftswachstum der USA sehen, das um 3% nach oben schnellt. Das ist allerdings nicht der Wirtschaft zu verdanken sondern der Statistik, denn ab 1.7.13 wird in den USA die Berechnung für das BSP geändert.
Entsprechend werden sich auch alle Indikatoren, die vom BSP abhängig sind - statistisch gesehen - verbessern. Z.B. Schulden in % des BSP.

Ich gehe davon aus, dass der Grossteil der Anleger über diese Anpassung der BSP-Berechnung nichts weiss und die neuen Zahlen mit entsprechender Euphorie feiern wird. So lange diese Euphorie besteht, kann Gold durchaus noch weiter fallen. So richtig nachhaltig wird Gold erst wieder steigen, wenn die Euphorie durch Realitätssinn ersetzt wird und die Schuldenproblematik wieder in den Vordergrund rückt.

Das könnte z.B. im September der Fall sein, wenn die USA ihr derzeitiges Debt-Ceiling wieder erreichen und ein Treppchen nach oben verschieben müssen.

Die schlechte Nachricht für Goldbesitzer (die Gold in Papierwährung bewerten) lautet also, dass die Chancen gut stehen, dass Gold im Juli und evtl. August noch weiter im Preis sinkt und sich somit die Stimmung auf dem Goldmarkt weiter verschlechtert.

Die gute Nachricht ist, dass seit April sehr viele Papiergold-Spekulanten aus ihren Positionen getrieben wurden (die ganzen ETF's) und dass Gold physisch in starke Hände von Zentralbanken und physisch orientierten Anlegern fliesst, die weniger auf den aktuellen Preis in Papiergeld sondern mehr auf die langfristige Entwicklung achten.

Also beispielsweise Asiaten, die traditionell in Gold sparen. Russen, Südamerikaner, die im Gegensatz zu uns schon kollabierende Währungssysteme hautnah miterlebt haben. Aber auch eine Minderheit von Amerikanern und Europäern, die die oben beschriebene Problematik um die Schuldenblase (oder Anleihenblase, ist ja dasselbe) verstanden haben und dem aktuellen Rosa-Brille-Friede-Freude-Eierkuchen misstrauisch gegenüber stehen.
Das heisst, dass der Papiergold-Handel, der derzeit 100 mal so hoch ist wie der physische Handel, etwas an Gewicht und Einfluss verlieren wird. Perfekt wäre natürlich eine Situation, wo ausschliesslich der physische Handel den Preis bestimmt. So wie bei Schweinebäuchen oder Bratwürsten. Aber so weit sind wir noch nicht.

 

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