Schweizerische Nationalbank

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otti
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Schweizerische Nationalbank

Von den meisten Marktteilnehmern (offenbar inkl. der SNB selbst) ist die SNBN seit einiger Zeit im Höhenflug und hat heute die 2000 CHF Grenze unter relativ hohen Umsätzen durchbrochen.

Es sieht ganz danach aus, dass hier jemand gross einsteigt. Fragt sich nur warum? Ich habe darauf bisher keine Antwort. Die Mehrheit der Aktien liegen beim Staat. Der Streubesitz beträgt nur rund 26% und die Stimmrechte sind beschränkt. Haben wir hier etwas übersehen?

Da das Papier doch ziemlich Markteng ist (theoretisch 26000 Titel im Freefloat) fragt sich schon wieviel die Käufer dafür noch bezahlen möchten und was die SNB gegebenenfalls gegen einen weiteren Kursanstieg tun könnte, wenn sie denn wöllte.

he3
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SNB-Aktie über 3000 Franken - die Erklärung

Zum Höhenflug der Aktie der Schweizerischen Nationalbank gibt es nun eine Erklärung, wie der cash Insider heute schreibt: 

https://www.cash.ch/insider/mysterioeser-kaeufer-geheimnis-um-hoehenflug...

otti
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otti hat am 07.10.2016 18:13

otti hat am 07.10.2016 18:13 geschrieben:

Von den meisten Marktteilnehmern (offenbar inkl. der SNB selbst) ist die SNBN seit einiger Zeit im Höhenflug und hat heute die 2000 CHF Grenze unter relativ hohen Umsätzen durchbrochen.

Es sieht ganz danach aus, dass hier jemand gross einsteigt. Fragt sich nur warum? Ich habe darauf bisher keine Antwort. Die Mehrheit der Aktien liegen beim Staat. Der Streubesitz beträgt nur rund 26% und die Stimmrechte sind beschränkt. Haben wir hier etwas übersehen?

Da das Papier doch ziemlich Markteng ist (theoretisch 26000 Titel im Freefloat) fragt sich schon wieviel die Käufer dafür noch bezahlen möchten und was die SNB gegebenenfalls gegen einen weiteren Kursanstieg tun könnte, wenn sie denn wöllte.

Von den meisten Marktteilnehmern weiterhin unbeachtet hat die SNB Aktie heute mit 3500 chf ein neues Allzeithoch markiert.

Meine Vermutung, dass hier eine oder mehrere Adressen eingestiegen sind und am Markt weiterhin zukaufen, hat sich bereits bestätigt. 

Die SNB selbst sieht die Aktie als ewige Anleihe. Bei einer angenommenen Verzinsung von 0.5% wäre eine realistische Bewertung um 3000 chf. Würde man einen Zinssatz von 0.2% unterstellen, wäre die Bewertung bereits um 7500 chf. 

Offenbar haben grosse Investoren die frühere Fehlbewertung der SNB Aktie erkannt und kaufen weiter.  Ich freue mich über meine paar Stücke und gebe nichts aus der Hand. 

otti
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Wieso interessiert sich

Wieso interessiert sich eigentlich keiner für die Aktien der SNB?

Ist doch sehr spannend was da zur Zeit abläuft.

otth
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Ich interessiere mich auch

Ich interessiere mich auch neu für diese Aktie und finde es mehr als erstaunlich, was hier abgeht.

Deine Erklärung mit dem 0,2% Zins, was eine Bewertung von 7500 ergibt, verstehe ich nicht, kannst du das bitte nochmals erklären? Und bedeutet das, dass die Aktie bis zu diesem Preis "unterbewertet" ist, man also durchaus auf dem heutigen, historisch sehr hohen Niveau noch einsteigen kann?

Danke und schönes Wochenende

otti
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Guten Morgen otth,

Guten Morgen otth,

 

die meisten Schweizer dürften  den Anstieg der SNB Aktie noch garnicht wahrgenommen haben. Obwohl es ja in einigen schweizer Tageszeitungen bereits zu deutlich niedrigeren Kursen thematisiert wurde.

Vielleicht liegt es daran, dass viele auf ihren Papieren einfach eingeschlafen sind und sie auch mehr als Liebhabertitel denn als Spekulations/Anlagevehikel sehen.

Die SNB schreibt ja selbst zur Bewertung ihrer Aktien, dass man sie als ewige Anleihen sehen sollte. Sie sagt, dass man bei diesem Bewertungsmodell auf einen Wert zwischen 3000 Fr und 5000 Fr käme. 

Die Maximaldividende ist bekanntlich auf 6% des Nennwerts der Aktie begrenzt. Das ergibt die berühmten 15 Fr. Ausschüttung pro Jahr, die bisher nur einmal (2013) ausgefallen sind, weil da die SNB diesen riesigen Verlust eingefahren hatte.

30 jährige schweizer Bundesobligationen rentieren meines Wissens nach bereits negativ. Wenn man eine Verzinsung von 0.2% unterstellen würde, käme man bei 15 Fr Ausschüttung folglich auf 7500 Fr. 

Von dem her war der Titel logischerweise bei Kursen um 1000Fr deutlichst unterbewertet.  Lustig fand ich, dass die SNB selbst sich garnicht mehr  gross um diese Titel gekümmert hatte und offenbar selbst vom Kursanstieg überrascht wurde.

 

Die Leute, die bei dem Kursanstieg nicht dabei waren, argumentieren, dass es sich um eine künstliche Blase handeln würde und die irgendwann in sich zusammenfallen würde. Denn weitergehende Rechte als diese 15 sfr zu erhalten, hat der Kleinaktionär nicht. DIe Stimmrechte sind auf max.100 pro Person begrenzt. An der Substanz, die pro Titel mehrere hunderttausend Fr betragen würde, ist er nicht beteiligt. Im Falle einer unwahrscheinlichen Liquidation der SNB gäbe es nur den Nennwert zurück. Ausserdem hat ein deutscher Börsenbrief (Bernecker, versprüht keine grosse Seriosität) diese Titel entdeckt und empfohlen. Das führte nun dazu, dass auch an deutschen Börsen Umsätze in SNB Titeln zu beobachten sind. Vor nicht allzulanger Zeit waren diese Titel überhaupt nicht in D kotiert.

 

Ich vermute, dass hier kaum noch Liquidität am Markt vorhanden ist. Werde meine Stücke behalten und an schwachen Tagen sogar Zukäufe erwägen. 

Der Grund ist einfach: mir geht es nicht um die Bewertung als ewige Anleihe. Ich sehe einfach,dass die SNB nicht dauerhaft wegen  Kurskapriolen ihrer Aktien in den Zeitungen stehen möchte. Daher vermute ich, dass irgendwann hier eine grosszügige abfindung an den Streubesitz kommen könnte. Bei der BIZ war es damals auch so. Da gab es dann ein Abfindungsangebot, das 300 Prozent des letzten Börsenkurses betrug. 

 

Die Aufkäufer haben Zeit und Geld, ob da eine Aushungertaktik funktioniert weiss ich nicht. Die SNB könnte bis zu einem gewissen Mass mit der Verzinsungsgeschichte argumentieren weshalb es für den schweizer Steuerzahler attraktiv sei,  aus dem Volksvermögen diese Abfindung zu bezahlen.

Ob und wann dieses Szenario eintritt, weiss ich nicht. 

 

otti
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Guten Morgen otth,

Guten Morgen otth,

 

die meisten Schweizer dürften  den Anstieg der SNB Aktie noch garnicht wahrgenommen haben. Obwohl es ja in einigen schweizer Tageszeitungen bereits zu deutlich niedrigeren Kursen thematisiert wurde.

Vielleicht liegt es daran, dass viele auf ihren Papieren einfach eingeschlafen sind und sie auch mehr als Liebhabertitel denn als Spekulations/Anlagevehikel sehen.

Die SNB schreibt ja selbst zur Bewertung ihrer Aktien, dass man sie als ewige Anleihen sehen sollte. Sie sagt, dass man bei diesem Bewertungsmodell auf einen Wert zwischen 3000 Fr und 5000 Fr käme. 

Die Maximaldividende ist bekanntlich auf 6% des Nennwerts der Aktie begrenzt. Das ergibt die berühmten 15 Fr. Ausschüttung pro Jahr, die bisher nur einmal (2013) ausgefallen sind, weil da die SNB diesen riesigen Verlust eingefahren hatte.

30 jährige schweizer Bundesobligationen rentieren meines Wissens nach bereits negativ. Wenn man eine Verzinsung von 0.2% unterstellen würde, käme man bei 15 Fr Ausschüttung folglich auf 7500 Fr. 

Von dem her war der Titel logischerweise bei Kursen um 1000Fr deutlichst unterbewertet.  Lustig fand ich, dass die SNB selbst sich garnicht mehr  gross um diese Titel gekümmert hatte und offenbar selbst vom Kursanstieg überrascht wurde.

 

Die Leute, die bei dem Kursanstieg nicht dabei waren, argumentieren, dass es sich um eine künstliche Blase handeln würde und die irgendwann in sich zusammenfallen würde. Denn weitergehende Rechte als diese 15 sfr zu erhalten, hat der Kleinaktionär nicht. DIe Stimmrechte sind auf max.100 pro Person begrenzt. An der Substanz, die pro Titel mehrere hunderttausend Fr betragen würde, ist er nicht beteiligt. Im Falle einer unwahrscheinlichen Liquidation der SNB gäbe es nur den Nennwert zurück. Ausserdem hat ein deutscher Börsenbrief (Bernecker, versprüht keine grosse Seriosität) diese Titel entdeckt und empfohlen. Das führte nun dazu, dass auch an deutschen Börsen Umsätze in SNB Titeln zu beobachten sind. Vor nicht allzulanger Zeit waren diese Titel überhaupt nicht in D kotiert.

 

Ich vermute, dass hier kaum noch Liquidität am Markt vorhanden ist. Werde meine Stücke behalten und an schwachen Tagen sogar Zukäufe erwägen. 

Der Grund ist einfach: mir geht es nicht um die Bewertung als ewige Anleihe. Ich sehe einfach,dass die SNB nicht dauerhaft wegen  Kurskapriolen ihrer Aktien in den Zeitungen stehen möchte. Daher vermute ich, dass irgendwann hier eine grosszügige abfindung an den Streubesitz kommen könnte. Bei der BIZ war es damals auch so. Da gab es dann ein Abfindungsangebot, das 300 Prozent des letzten Börsenkurses betrug. 

 

Die Aufkäufer haben Zeit und Geld, ob da eine Aushungertaktik funktioniert weiss ich nicht. Die SNB könnte bis zu einem gewissen Mass mit der Verzinsungsgeschichte argumentieren weshalb es für den schweizer Steuerzahler attraktiv sei,  aus dem Volksvermögen diese Abfindung zu bezahlen.

Ob und wann dieses Szenario eintritt, weiss ich nicht. 

 

gertrud
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Sehr gut zusammengefasst,

Sehr gut zusammengefasst, otti!

Ich komme zum Schluss, dass es weder

- kurzfristig (Spekulation Bernecker et. al.)
- mittelfristig (möglicher Rückkauf)
- langfristig ("ewiges" Binden von Kapital zu <0.5%)

ein überzeugendes Argument gibt, SNB Aktien zu kaufen. Am ehesten noch das kurzfristige für Spekulanten.
Aber ich denke, es gibt es für alle drei Zeithorizonte bessere Alternativen.

otti
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Danke für die Blumen!

Danke für die Blumen!

Es gibt allerdings folgendes zu bedenken:

Wenn man mal die Börsenwerte der weltweit kotierten Notenbanken miteinander vergleicht, ist die SNB günstig bewertet:

SNB: 380 Mio chf - Schweiz: 8.4 Mio Bevölkerung

Banque Nationale de Belgique: 1.160 Mio EUR - Belgien: 11 Mio Bevölkerung

National Bank of Greece: 3.230 Mio EUR- Griechenland: 11 Mio Bevölkerung

Bank of Japan: 39 Mrd YEN - ca. 300 Mio EUR

Wenn man die BoJ aufgrund der Verlustposition sowie Abhängigkeit der Regierung mal aussen vor lässt, dann vergleichen sich die Notenbanken von 3 Ländern, die in etwa gleiche Bevölkerungszahl haben. Der Vorteil der SNB ist, dass sie nicht Teil des Eurosystems ist und einen besseren Anlagemix hält (Oblis, Gold, Aktien...)

 

Ausserdem könnten die Aktionäre sagen, dass nach nunmehr 96 Jahren eine Erhöhung der Dividende angemessen wäre. Bei 2,5% Inflation würde sich rund eine Verzehnfachung auf 150 chf ergeben. Durchsetzen können die Kleinaktionäre das natürlich nicht. Das müsste die SNB schon von sich aus vorschlagen. Würde sie aber nicht tun, denn warum sollte man die Aktie für Aussenstehende attraktiver machen. 

Da macht ein grosszügiges Abfindungsangebot mehr Sinn. Man könnte beispielsweise den Streubesitz abfinden und danach die Dividende erhöhen.