Was ist mit der SNB los???????

SNB N 

Valor: 131926 / Symbol: SNBN
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  • 17.10.2018 17:30:02
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SNB gibt erneut Milliarden für stabilen Franken aus
20.02.2017 15:08

Zürich (awp/sda/reu) - Die Schweizerische Notenbank (SNB) hat den Franken erneut mit milliardenschweren Devisenkäufen gedrückt. Das geht aus den am Montag veröffentlichten Sichteinlagen von Bund und Banken bei der SNB hervor: Sie legten in der vergangenen Woche um 4,5 Mrd CHF zu. Die Statistik gilt als Richtschnur für den Umfang der SNB-Interventionen.

Die Zentralbank stemmt sich mit den Eingriffen gegen einen zu starken Höhenflug der Schweizer Währung, die bei Investoren als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten gilt. Am Montag kostete ein Euro 1,0645 CHF. Je stärker der Franken ist, desto mehr leidet die Exportindustrie der Schweiz.

Bereits in der Woche davor waren die Einlagen um knapp vier Milliarden Franken gestiegen. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Zuwachs auf rund 15 Mrd CHF - allerdings ist aufgrund saisonaler Effekte im Bargeldumlauf nicht das gesamte Plus auf Eingriffe der SNB am Devisenmarkt zurückzuführen.

Experten begründeten den Anstieg der Interventionen unter anderem mit der Schwäche des Euro. Die Gemeinschaftswährung sei wegen der politischen Unsicherheiten durch die bevorstehenden Wahlen in Frankreich und dem Hochkochen der Griechenland-Krise unter Druck, erklärten Analysten der Regionalbank Valiant.

Der Franken gewinne im Gegenzug seit mehreren Wochen an Wert, hiess von Analysten der Grossbank Credit Suisse. Das sei auch auf die jüngst guten Wirtschaftsdaten aus der Schweiz zurückzuführen. Man sehe im Anstieg der Sichtguthaben, dass die SNB noch nicht so weit sei, dass sie einen viel stärkeren Franken tolerieren werde - sondern, dass sie im Moment versuche, den Franken zu stabilisieren.

Die Notenbank selbst wollte sich nicht zu dem Anstieg der Einlagen äussern.

mk

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SNB erzielt 2016 definitiven Gewinn von 24,5 Mrd CHF
06.03.2017 07:51

Bern (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 gemäss definitiven Zahlen einen Gewinn von 24,5 Mrd CHF erzielt. Der Gewinn auf den Fremdwährungspositionen betrug 19,4 Mrd CHF, auf dem Goldbestand resultierte ein Bewertungsgewinn von 3,9 Mrd CHF, und der Gewinn auf den Frankenpositionen erreichte 1,6 Mrd CHF. Die SNB hatte Anfang Jahr bereits einen Gewinn von gut 24 Mrd CHF angekündigt.

Bei den Fremdwährungsgewinnen entfielen 8,3 Mrd CHF auf Zinserträge und 3,0 Mrd CHF auf Dividendenerträge. Die Kursgewinne auf den Zinspapieren und -instrumenten betrugen derweil 1,1 Mrd CHF, wie die SNB am Montag mitteilte. Die Beteiligungspapiere und -instrumente hätten vom günstigen Börsenumfeld profitiert und trugen 8,6 Mrd CHF zum Erfolg bei. Die wechselkursbedingten Verluste beliefen sich auf insgesamt 1,7 Mrd CHF.

Der Bewertungsgewinn beim Gold basiert auf einem unveränderten Goldbestand von 1'040 Tonnen bzw. einem um 11% höheren Goldpreis. Der Gewinn auf den Frankenpositionen ist laut Mitteilung zu einem Grossteil (1,5 Mrd) auf die von der SNB erhobenen Negativzinsen auf Giroguthaben zurückzuführen.

Die SNB legte die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven für das abgelaufene Geschäftsjahr auf 4,6 Mrd CHF fest. Nach Berücksichtigung der Ausschüttungsreserve von 1,9 Mrd resultiere ein Bilanzgewinn von 21,7 Mrd, heisst es. Dies ermögliche eine Dividendenzahlung von 15 CHF pro Aktie (insgesamt 1,5 Mio, gesetzlich maximaler Betrag) sowie eine Gewinnausschüttung an Bund und Kantone von 1 Mrd CHF.

Bund und Kantonen steht zudem eine Zusatzausschüttung von maximal 1 Mrd zu, wenn die Ausschüttungsreserve nach Gewinnverwendung den Betrag von 20 Mrd CHF übersteigt. Der Bilanzgewinn 2016 ermögliche somit eine Zusatzausschüttung von 0,7 Mrd CHF, so die SNB weiter. Nach diesen Auszahlungen werde die Ausschüttungsreserve damit 20 Mrd betragen.

uh/rw

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SNB hat 2016 Devisen in Höhe von 67,1 Mrd CHF erworben
23.03.2017 08:08

Zürich (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat auch im vergangenen Jahr stark an den Devisenmärkten interveniert, um den Franken zu schwächen. 2016 tätigte sie insgesamt 67,1 Mrd CHF an Devisenkäufen, wie dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht zu entnehmen ist.

Das sind knapp ein Viertel weniger als die 2015 getätigten Devisenkäufe von 86,1 Mrd. Damals war der "weitaus grösste" Teil der Devisenkäufe auf den Januar - also den Monat der Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurses - gefallen.

Die Währungsreserven der SNB erhöhten sich laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr 2016 um insgesamt 89 Mrd auf 692 Mrd CHF per Ende 2016, womit die Deviseninterventionen den grössten Teil des Anstiegs verursachten. Die Devisenreserven lagen per Ende Jahr bei 647 Mrd CHF (Ende 2015: 561 Mrd). Sie bestehen aus den Devisenanlagen abzüglich der damit verbundenen Verbindlichkeiten in Fremdwährungen.

Die Interventionen dürften die letzten Wochen weitergegangen sein, wie etwa die Entwicklung der Giroguthaben der Banken bei der SNB anzeigt. Diese standen zuletzt mit 557,2 Mrd gut 28 Mrd höher als Ende 2016. Die Statistik gilt als Richtschnur für den Umfang der SNB-Interventionen.

uh/dm

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SNB wehrt sich gegen Kritik der Marktverzerrung
23.03.2017 18:30

Zürich (awp/sda) - Mit den steigenden Devisenreserven gerät auch die Anlagepolitik der Nationalbank in den Fokus. Kritiker befürchten Marktverzerrungen. Mit einem Einblick in ihren Handelsalltag hält die SNB nun dagegen. Den Schweizer Franken halten die Währungshüter für nach wie vor deutlich überbewertet.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Anteil Aktien an den Devisenreserven seit 2005 schrittweise auf 20% erhöht. Aktuell entspricht der Aktienanteil einem Wert von über 130 Mrd CHF. Um den Anteil trotz des wachsenden Devisenbergs konstant zu halten, muss die Nationalbank laufend Aktien hinzukaufen. Auch Kursveränderungen und Anpassungen in Aktienindizes zwingen die Währungshüter dazu Titel zu kaufen oder wieder abzustossen.

Mit ihren Transaktionen will die SNB die Aktienkurse aber möglichst wenig beeinflussen. Es sollen keine Signale ausgesendet werden, die von den anderen Marktakteuren möglicherweise falsch interpretiert werden könnten.

"Bei der Geldpolitik geht es darum, mit einem dosierten Einsatz von Mitteln am Markt einen möglichst grossen Effekt zu erzielen. Bei der Anlagepolitik lautet die Devise hingegen, den Markt möglichst nicht zu bewegen, auch wenn grosse Volumen investiert werden", sagte dazu am Donnerstag das stellvertretende SNB-Direktoriumsmitglied Dewet Moser, anlässlich eines Geldmarkt-Apéros in Zürich.

STÜCKELUNG IN EINZELTRANSAKTIONEN

Dieses Ziel erreicht die SNB durch den Einsatz von Algorithmen, die sicherstellen sollen, dass die Ausführungen marktschonend über die Bühne gehen. "Jede Kauforder in einer Einzelaktie wird so, abhängig vom Nominalwert, der Anzahl Stücke und des Aktienkurses, nochmals in mehrere hundert Transaktionen portioniert, die im Tagesverlauf ausgelöst werden", erklärte Moser.

Bei der SNB entfallen rund 10% des Devisenbestands auf amerikanische Titel, Ende 2016 lag deren Wert bei 58,6 Mrd USD. Doch selbst in jenem Quartal des vergangenes Jahres, in dem die Schweizer Währungshüter am aktivsten waren, betrug der Anteil der SNB-Transaktionen am täglichen Handelsvolumen durchschnittlich weniger als 0,15%.

"Die SNB gehört also absolut betrachtet zu den weltweit grössten institutionellen Anlegern, ist aber selbst bei aus unserer Sicht gewichtigen Umschichtungen immer noch ein relativ kleiner Fisch im grossen Ozean des US-Aktienmarktes", sagte Moser.

AKTIVITÄT BEI OHNEHIN HOHEN UMSÄTZEN

Zusätzlich versucht die Nationalbank ihren Markteinfluss zu reduzieren, indem sie vor allem dann aktiv ist, wenn die Umsätze ohnehin hoch sind.

Als besonders liquid gilt der Markt am späteren Nachmittag, nämlich dann, wenn sich die europäische und die amerikanische Handelssession überschneiden. In einem solchen Umfeld bewegt laut Moser eine einzelne Transaktion den Preis weniger als in einem illiquideren Markt.

FRANKEN ÜBERBEWERTET

Moser wie auch SNB-Direktoriumsmitglied Andréa Maechler, betonten in ihrem jeweiligen Vortrag, dass der Franken nach wie vor deutlich überbewertet sei. Maechler bekräftigte ferner die erst gerade letzte Woche abgegebenen Prognosen der SNB. Demnach rechnen die Währungshüter für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von rund 1,5%. Zudem rechne die SNB für das laufende Jahr mit einer Inflationsrate von 0,3% und für 2018 von 0,4%.

ra

(AWP)

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Devisenreserven der SNB per

Devisenreserven der SNB per Ende Juli um 20,6 Mrd auf 714,3 Mrd gestiegen

07.08.2017 09:30

Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im Juli 2017 deutlich gestiegen. Per Ende des Berichtsmonats lag der Wert bei 714,3 Mrd CHF, dies nach leicht aufwärts revidierten 693,7 Mrd CHF per End...

Der Gesamtbestand der Reserven (exkl. Gold) erreichte Ende des Berichtsmonats 719,9 Mrd nach 699,2 Mrd CHF im Vormonat. Die Daten sind gemäss dem sogenannten Standard zur Verbreitung von Wirtschafts- und Finanzdaten (Special Data Dissemination Standard, SDDS) des Internationalen Währungsfonds (IWF) erstellt und wurden am Montag von der SNB veröffentlicht.

Von Februar bis April waren die Devisenreserven sehr deutlich angestiegen (insgesamt um knapp 53 Mrd CHF), im Mai und Juni hatte sich dann wieder ein leichter Rückgang ergeben.

Ob und in welchem Ausmass die SNB im Berichtsmonat am Devisenmarkt interveniert hat, ist aus den Zahlen nicht genau herauszulesen. Der Hauptgrund für die Veränderung der Devisenreserven dürfte aber die Entwicklung der wichtigsten ausländischen Währungen zum Franken gewesen sein.

So schwächste sich bekanntlich die hiesige Währung zum Franken deutlich ab: das Währungspaar EUR/CHF notierte Ende Juli bei 1,1440 nach 1,0952 ein Monat davor. Bei einem Euro-Anteil von 40% an den Devisenreserven dürften somit rund 12 Mrd bzw. 60% des Anstiegs im Juli auf diese Bewegung zurückzuführen sein. Auch zum US-Dollar (Devisenanteil per Ende Juni 35%) büsste der Franken etwas an Wert ein.

Einen klareren Hinweis, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert hat, geben die Giroguthaben der Banken bei der Nationalbank. Gemäss diesen Zahlen intervenierte sie im Juli am Devisenmarkt kaum.

uh/rw

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Elias
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SNB-Ökonom widerspricht ökonomischem Mainstream

Forschung

Die gängige These zur Wirkung von Staatsschulden auf das Wachstum lautet: Höhere Verbindlichkeiten bremsen das Bruttoinlandprodukt. Ein Ökonom der Nationalbank legt nun eine bemerkenswerte Studie vor.

Die gängige These zur Wirkung der Schulden eines Staates auf das wirtschaftliche Wachstum lautet: Eine höhere Staatsverschuldung wirkt sich bremsend auf das langfristige Wirtschaftswachstum aus. Ein Arbeitspapier eines Ökonoms der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zeigt jedoch, dass auch das Gegenteil zutreffen kann.

Mathieu Grobéty hat sich mit seiner Arbeit einer in der Politik sehr häufig zitierten These der ökonomischen Theorie angenommen. Demnach können nur sparsame Staaten wirtschaftlich erfolgreich sein. Insbesondere eine hohe Staatsverschuldung gilt es gemäss den Verfechtern einer Austeritätspolitik unbedingt zu vermeiden.

Mehr Wachstum in Ländern mit hoher Staatsverschuldung

Der SNB-Ökonom kommt aufgrund eines Vergleichs von Staatsverschuldung und Wachstumszahlen von Industriebranchen in 39 Schwellen- und Industrieländern teilweise zu einem gegenteiligen Schluss. So weist Grobéty nach, dass Industrien mit hohem Liquiditätsbedarf – das ist vor allem die Maschinen- und die Textilindustrie – schneller wachsen in Ländern mit höherer Staatsverschuldung.

Die beiden Top-Ökonomen Ken Rogoff und Carmen Reinhart hatten in mehreren Studien den Zusammenhang von Staatsschulden und Wirtschaftswachstum untersucht. Im Jahr 2010 kamen sie zum Schluss, dass bei sehr hohen Verbindlichkeiten das Bruttoinlandprodukt deutlich schwächer zunimmt. Als kritische Marke veranschlagten sie einen Schuldenwert von 90 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Grosse Sparanstrengungen in Europa

Sparbefürworter in Europa wie der langjährige deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble verwendeten daraufhin die Studienergebnisse der Ökonomen als argumentative Grundlage, um einschneidende Reformen in Südländern wie Griechenland, Portugal und Spanien durchzusetzen.

Der von Grobéty beschriebene positive Effekt ergibt sich gemäss dem SNB-Ökonom jedoch nur, wenn sich der Staat bei inländischen Gläubigern verschuldet. Eine höhere Verschuldung im Ausland dagegen wirkt sich gemäss der Studie kaum auf das Wachstum aus. Der Autor errechnete dabei, dass eine Erhöhung der inländischen Staatsverschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung um 10 Prozentpunkte das Wachstum der Industrie um einen Viertel erhöht.

Positiven Effekte vrschwinden bei zu hohen Schulden

Als eine mögliche Erklärung für diesen Effekt verweist der Autor auf andere Forschungsarbeiten. So zeigten verschiedene Studien, dass eine zusätzliche Aufnahme von Kapital durch den Staat es auch Haushalten und Unternehmen erleichtert, selbst Kredit aufzunehmen. Auch diese Resultate stehen im Widerspruch zur gängigen Annahme, dass der Staat als Konkurrent der Haushalte und Unternehmen am Kapitalmarkt auftritt.

Die Studie von Grobéty zeigt freilich auch, dass ausufernde Schulden keineswegs positiv sind. So hat auch der SNB-Ökonom einen Schwelle gefunden, ab der die positiven Effekte der Staatsverschuldung verschwinden. Diese Schwelle gibt die Studie mit 43 Prozent der inländischen Staatsverschuldung an. Oberhalb dieser Schwelle reduzierten sich die positiven Effekte deutlich.

(sda/moh)

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

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Nationalbank: Fast 33

Nationalbank: Fast 33 Milliarden Franken Gewinn in einem Quartal

Die Schweizerische Nationalbank hat im dritten Quartal 2017 dank einer deutlichen Abwertung des Franken und einer guten Entwicklung an den Märkten einen Rekordgewinn erzielt.

Aktualisiert um 08:02

Von Juli bis September stand unter dem Strich ein Überschuss von 32,5 Milliarden Franken. In den ersten beiden Quartalen 2017 hatte die SNB kleinen Gewinn von 1,2 Milliarden Franken erzielt. Für die ersten neun Monate verbuchte die SNB somit einen Gewinn von insgesamt 33,7 Milliarden Franken. 

Die Ergebnisentwicklung der Notenbank hängt massgeblich von der Entwicklung ihres 761 Milliarden Franken schweren Devisenportfolios ab, das sie im Zuge jahrelanger Interventionen aufgebaut hat. Ziel war es, den Franken mit Käufen von anderen Währungen wie Euro oder Dollar gezielt zu schwächen, um damit die exportorientierte Schweizer Wirtschaft zu stützen.

Doch Ende Juli und Anfang August hat sich der Franken deutlich abgeschwächt. Damit war das Devisenportfolio bei der Umrechnung in Franken mehr wert, was zu dem Gewinnsprung beitrug.

(Reuters)

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Elias
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Devisenreserven sinken im November um 3,7 Mrd CHF

Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im November um 3,7 Mrd CHF gesunken.

Per Ende des Berichtsmonats lag der Wert bei 738,17 Mrd CHF, nachdem es Ende Oktober noch 741,96 Mrd CHF gewesen waren.

Der Gesamtbestand der Reserven (exkl. Gold) erreichte Ende November 743,53 Mrd nach 747,49 Mrd CHF im Vormonat, wie die SNB am Donnerstag auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Daten sind gemäss dem sogenannten Standard zur Verbreitung von Wirtschafts- und Finanzdaten (Special Data Dissemination Standard, SDDS) des Internationalen Währungsfonds (IWF) erstellt.

Ob und allenfalls wie stark die SNB im November am Devisenmarkt interveniert hat, ist aus den Zahlen nicht genau herauszulesen. Oft ist die Entwicklung der wichtigsten ausländischen Währungen zum Franken ein Hauptgrund für die Veränderungen.

So hat der Euro im November laut SNB-Statistik auf rund 1,1678 CHF aufgewertet, im Vergleich zu 1,1607 CHF Ende Oktober. Der US-Dollar hat sich im gleichen Zeitraum auf 0,9869 CHF von zuvor 0,9978 CHF verbilligt.

mk

Zürich (awp)

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SNB erwartet 2017 Gewinn von

SNB erwartet 2017 Gewinn von 54 Mrd CHF - Ausschüttung von 2 Mrd an Bund/Kantone

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat gemäss provisorischen Berechnungen im Geschäftsjahr 2017 einen Gewinn von rund 54 Mrd CHF erzielt. Der Löwenanteil davon entfiel mit 49 Mrd auf den Gewinn auf Fremdwährungspositionen. Auf dem Goldbestand resultierte derweil ein Bewertungsgewinn von 3 Mrd, der Erfolg auf den Frankenpositionen belief sich auf 2 Mrd CHF.

09.01.2018 07:42

Die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven wird rund 5,0 Mrd CHF betragen, wie die SNB am Dienstag mitteilte. Nach Berücksichtigung der vorhandenen Ausschüttungsreserve von 20,0 Mrd resultiert ein Bilanzgewinn von rund 69 Mrd CHF. Dies ermögliche eine Dividendenzahlung von 15 CHF pro Aktie, was dem im Gesetz festgesetzten maximalen Betrag entspricht, sowie eine Gewinnausschüttung an Bund und Kantone von 1 Mrd CHF.

Bund und Kantonen steht zudem eine Zusatzausschüttung von 1 Mrd CHF zu, da die Ausschüttungsreserve nach Gewinnverwendung den Betrag von 20 Mrd übersteigt. Der auszuschüttende Betrag von insgesamt 2 Mrd CHF geht zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone. Nach diesen Auszahlungen wird die Ausschüttungsreserve laut den SNB-Angaben rund 67 Mrd CHF betragen.

Der hohe Gewinn für das abgelaufene Jahr kommt nicht ganz überraschend. Für die 9-Mte-Periode hatte die Nationalbank bereits einen Gewinn von 33,7 Mrd CHF ausgewiesen, zudem legten die Aktienmärkte weiter zu und der Franken verlor weiter an Terrain gegenüber dem Euro. Die Analysten der UBS hatten im Vorfeld einen Jahresgewinn von rund 50 Mrd geschätzt. 2016 hatte die SNB bereits einen Gewinn von 24,5 Mrd CHF erzielt, im Jahr davor hatte dagegen wegen der Frankenstärke ein Verlust von 23,3 Mrd CHF resultiert.

Der ausführliche Bericht zum Jahresabschluss mit den definitiven Zahlen wird am 5. März, der Geschäftsbericht am 22. März 2018 publiziert.

uh/ys

(AWP)

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SNB schreibt 55 Milliarden

SNB schreibt 55 Milliarden Franken Gewinn - Wiedmer tritt zurück

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) schreibt dank milliardenschwerer Bewertungsgewinne auf ihr umfangreiches Devisenportfolio einen Milliardengewinn.

05.03.2018 07:59

Die Notenbank schreibt für 2017 einen Gewinn von 54,37 Milliarden Franken. Dazu haben auch die Negativzinsen von minus 0,75 Prozent beigetragen, die die SNB ab einem gewissen Freibetrag von den Banken erhebt. Sie spülten der Zentralbank nach Angaben von Montag 2,02 Milliarden Franken in die Kasse nach 1,52 Milliarden im Jahr 2016. Mit den Strafzinsen will die SNB den Franken möglichst unattraktiv für Anleger machen und so einen wirtschaftsschädlichen Höhenflug der Währung verhindern.

Der Abschluss entspricht den vorläufigen Zahlen, die die SNB Anfang Januar vorgelegt hatte. Die Aktionäre sollen wie angekündigt eine unveränderte Dividende von 15 Franken je Aktie erhalten. Bund und Kantone bekommen neben einer Gewinnausschüttung von einer Milliarde Franken eine Zusatzausschüttung von ebenfalls einer Milliarde Franken. Bereits 2016 hatte die Notenbank einen Gewinn von 24,48 Milliarden Franken eingefahren.

Die SNB gab auch bekannt, dass Thomas Wiedmer per Ende Juni 2018 zurücktritt. Er habe beschlossen, nach der reglementarischen Karenzfrist eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Wiedmer, Stellvertretendes Mitglied des SNB-Direktoriums, war 18 Jahre im Dienste der Notenbank.

Wiedmer trat 2000 in die Nationalbank ein. Er fungiere seitdem als Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums im II. Departement. Er ist damit für Finanzstabilität, Bargeld, Rechnungswesen, Controlling, Risikomanagement, Operationelle Risiken und Sicherheit zuständig.

(Reuters/AWP)

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Crocc
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SNB Gewinne in die AHV

Die SNB kauft u.a. Devisen auf, um den teuren Frankenkurs zu drücken. Bei Abschwächung des Frankens verkauft sie. Diese Gewinne bezahlen wir alle mit höheren Preisen auf Importen und Dienstleistungen, aber auch auf Aktien aus dem Ausland. Daher gehört dieses abgeschöfte Geld allen Einwohnern. Bisher profitierten nur der Bund und die Kantone. MINDESTENS DIE HAELFTE SOLLTE IN DIE AHV EINBEZAHLT WERDEN, BEVOR MAN DIE KONSUMENTEN MIT MEHR MWSt. ERNEUT BELASTET.

Elias
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Crocc hat am 06.03.2018 19:02

Crocc hat am 06.03.2018 19:02 geschrieben:

Die SNB kauft u.a. Devisen auf, um den teuren Frankenkurs zu drücken. Bei Abschwächung des Frankens verkauft sie. Diese Gewinne bezahlen wir alle mit höheren Preisen auf Importen und Dienstleistungen, aber auch auf Aktien aus dem Ausland. Daher gehört dieses abgeschöfte Geld allen Einwohnern. Bisher profitierten nur der Bund und die Kantone. MINDESTENS DIE HAELFTE SOLLTE IN DIE AHV EINBEZAHLT WERDEN, BEVOR MAN DIE KONSUMENTEN MIT MEHR MWSt. ERNEUT BELASTET.

 

Die Schweiz exportiert mehr, als sie importiert.

Daraus entsteht eine Handelsüberschuss zu Gunsten der schweiz.

Je tiefer der Franken, desto besser läuft der Export. Desto besser ist z.B. die Auftragslage oder die Beschäftigung = weniger Arbeitslose

 

Es kommt auch noch auf die Branche an. Für Firmen, die nur importieren ist ein tiefer Franken ein Nachteil, für den Tourismus ist es ein Vorteil.

Und dann kommt es auch noch auf dei Fremdährung an. Euro, Dollar, Pfund, Yen, Renminbi, etc

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SNB hat erneut weniger

SNB hat erneut weniger Devisen gekauft

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr weniger stark am Devisenmarkt eingegriffen, um gegen die Frankenstärke zu kämpfen. Sie kaufte Fremdwährungen in der Höhe von 48,2 Milliarden Franken. Das sind 18,9 Milliarden Franken weniger als noch 2016.

22.03.2018 09:57

Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den die SNB am Donnerstag veröffentlichte. Bereits 2016 kaufte die SNB fast 20 Milliarden Franken weniger Devisen als noch 2015, als sich diese auf hohe 86,1 Milliarden Franken summiert hatten. In diesem Jahr hatte die SNB den Euro-Mindestkurs aufgehoben. Zum Vergleich: 2014 kaufte die SNB Devisen für 25,8 Milliarden Franken.

Insgesamt wuchs der Berg der gesamten Währungsreserven der SNB 2017 auf 791 Milliarden Franken an. Nebst den Käufen trug dazu auch der Erfolg auf den Anlagen bei. Dank den steigenden Börsenkursen und Wechselkursgewinnen infolge der Abschwächung des Frankens erzielte die SNB 7,2 Prozent Rendite auf den Währungsreserven. Insgesamt erhöhten sich die Devisenanlagen um 94 Milliarden Franken.

Mit den Fremdwährungskäufen sowie mit Negativzinsen stemmen sich die Währungshüter gegen die Aufwertung des Frankens. Devisenkäufe dürften dabei vor allem in der ersten Jahreshälfte zum Einsatz gekommen sein. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Frankreich liess die politische Unsicherheit Anleger wieder vermehrt zum Franken greifen, was diesen erstarken liess.

Macron sorgte für Entspannung

Nach dem Sieg des europafreundlichen Emmanuel Macron entspannte sich die Lage aber etwas für die Währungshüter. Denn der Franken schwächte sich ab Juli gegenüber dem Euro wieder ab. Derzeit kostet ein Euro 1,17 Franken - das sind rund 10 Rappen mehr als noch vor einem Jahr. Dazu trug auch der wirtschaftliche Aufschwung in der Eurozone kräftig bei.

Die Entwicklung sei aber auch in der zweiten Jahreshälfte fragil geblieben, schreibt die SNB. Sie bezeichnet den Franken als "insgesamt hoch bewertet".

Massgeblich für die Bewertung des Frankens ist nicht nur der Kurs zum Euro, sondern auch zu anderen wichtigen Währungen wie dem Dollar. Das Mass für den Wert des Frankens gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner ist der sogenannte handelsgewichtete Aussenwert. Er errechnet sich als Durchschnitt der bilateralen Wechselkurse in einem Währungskorb.

Der handelsgewichtete nominale Aussenwert des Franken sei im zweiten Halbjahr um rund 5 Prozent gesunken, schreibt die SNB in ihrem Geschäftsbericht, den sie am Donnerstag veröffentlichte. Der handelsgewichtete Aussenwert des Frankens gibt dessen Wert gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner an.

Der handelsgewichtete reale Aussenwert habe sogar noch etwas stärker abgenommen. Beim realen Aussenwert werden auch die Preisniveaus in den jeweiligen Ländern berücksichtigt. Im Dezember sei dieser reale Aussenwert wieder ungefähr auf dem gleichen Stand wie vor der Aufhebung des Mindestkurses gegenüber dem Euro im Januar 2015 gelegen, hält die SNB fest. Grund dafür: Die Teuerung in der Schweiz war geringer als im Ausland.

Real stärker Abschwächung des Frankens

Das heisst: Auch wenn beispielsweise der Euro weiterhin weniger als 1,20 Franken kostet, kann mit einem Franken weniger im Ausland gekauft werden als noch vor der Aufhebung des Mindestkurses. Denn das Preisniveau in der Eurozone stärker gestiegen als das in der Schweiz und hat sich damit etwas angenähert. Der Franken hat sich damit real stärker abgeschwächt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Der starke Franken belastet etwa die Exportindustrie, den Tourismus und den Detailhandel. Dies, weil die Konkurrenten aus dem Ausland bei einem starken Franken günstiger sind. Umgekehrt profitieren Konsumenten von einer grösseren Kaufkraft im Ausland.

Dank dem Aufschwung der Weltwirtschaft und dem abgeschwächten Franken sind die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft wieder rosiger: Die Konjunkturexperten des Bundes rechnen damit, dass die Schweizer Wirtschaft in diesem Jahr um 2,4 Prozent wächst, nach 1,0 Prozent 2017.

(SDA)

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Hans
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SNB-Gremium das ist doch

SNB-Gremium das ist doch schwach betr. Strategie, häufen Fremdwährungsreserven von 791 Milliarden !!! an und kommen davon wohl gar nicht mehr runter weil sonst der Franken gleich wieder abrauscht.

Das hat doch gar nix gebracht, der € würde auch ohne dies auf dem aktuellen Niveau stehen, aufgrund der Konjunktur im Euroraum, das u.a. den € Währungskäufen der SNB zuzuschreiben ist eine Anmassung der SNB und deren Protagonisten!!

Gruss Hans

Crocc
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Schwacher Einfluss der SNB

Der Schweizerfranken ist so stark, weil unsere Wirtschaft (gezwungenermassen9 gut arbeitet und Exportüberschüsse produziert. Die SNB hat wenig Chance den Frankenwert tief zu halten. Der grosse Fehler war die Aufgabe der 1.20 CHF Limite, denn mit diesen enormen Devisenaufkäufen wäre der konsequent durchzusetzen. Das alles dank unserer SVP, die mit Heimatverbunden und Folklore unbedingt einen Inselstaat in der EU erhalten will. Fazit: Hochlohn und überteuerte Preise bleiben. Wir übernehmen bilateral alle Gesetze und Verordnungen ohne Mitsprache. An die EU zahlen wir vielleicht weniger, aber Landwirtschaft, Hotellierie, etc. müssen immer mehr subventioniert werden, um zu überleben. Einziger Lichtblick, die Zinsen und Teuerung bleiben über Jahre tief, d.h. die Sparer zahlen die Zeche.

Hans
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SNB und Facebook

Gruss Hans

Hans
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Reservewährungen - Euro up

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stones
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Aktienkurs der SNB

Hat jemand eine Begründung, warum der Aktienkurs der SNB in diesem Jahr schon über 100% zugelegt hat? Alleine heute hat der Kurs zeitweise 10% zugelegt.

An der "grosszügigen" Dividende kann es ja wohl nicht liegen.

 

oblomov
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Nicht nur Begründung des Kurses

Mich würde auch interessieren, warum niemand über den Kursanstieg spricht.

Grüsse Oblomov

Zyndicate
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SNB-Präsident: Vollgeld

SNB-Präsident: Vollgeld-Initiative stellt ein gefährlicher Cocktail dar

Die Vollgeld-Initiative erschwert die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und schadet der Schweizer Volkswirtschaft. Das sagte SNB-Präsident Thomas Jordan an einer Veranstaltung des Schweizer Forschungs- und Bildungsinstitut Swiss Finance Insitute (SFI) am Mittwoch in Zürich.

16.05.2018 20:40

Die Vollgeldinitiative hat gemäss den Initianten zum Ziel, das Finanzsystem der Schweiz sicherer und stabiler zu machen. Thomas Jordan, Präsident des Direktoriums der SNB, zeigt sich jedoch überzeugt, dass die Initiative das Gegenteil bewirken würde. "Diese Initiative stellt ein gefährlicher Cocktail dar, der der Schweiz schaden würde", sagte er.

Konkret würde mit der Initiative die Kreditvergabe ineffizent und die Geldpolitik der Nationalbank erschwert und verpolitisiert. Wenn die SNB die Versorgung mit Krediten gewährleisten müsse, wie das die Initative verlange, müsse die Nationalbank entscheiden ob und in welche Sektoren Kredite fliessen sollen, sagte Jordan. "Dafür hat die SNB aber nicht die nötigen Kenntnisse." Zudem werde die Nationalbank unter Druck der Interessengruppen kommen.

Höhere Inflation

Ebenfalls als problematisch bezeichnete der SNB-Präsident die mit der Initiative neu geschaffene Aufgabe der SNB, dem Staat direkt und schuldenfrei Geld zur Verfügung zu stellen. Das behindere nämlich die Fähigkeit der Nationalbank die Geldmenge zu steuern. "Wie kann man Geld, das man verschenkt hat, zurückforderdern? Das geht nicht", sagte Jordan dazu. Ein Nebeneffekt davon werde eine höhere Inflation sein. Zudem werde die Nationalbank verpolitisiert, womit auch die Unabhängigkeit der SNB gefährdet wäre.

"Vollgeld würde dazu führen, dass wir weniger auf Störungen reagieren können", fasste Jordan die Auswirkungen der Initiative auf die Geldpolitik zusammen. Er warf dabei den Initianten der Iniative vor, eine "sehr falsche" Vorstellung über das Funktionieren der Finanzwirtschaft zu haben.

So widersprach Jordan vehement der Darstellung der Befürworter, dass Geschäftsbanken Geld aus dem Nichts schaffen könnten. "Wenn sie das tun könnten, würden sie sich nicht nur ein neues Bankgebäude, sondern drei neue leisten", sagte er auf einen Einwurf aus dem Publikum.

Einschränkung der Devisenkäufe

Er wiederholte auch die Aussage, dass die Nationalbank mit der Annahme der Initiative keine Devisenkäufe mehr tätigen könnte. "Devisenkäufe wären in dieser Art wie heute nicht mehr möglich", sagte er. Die Initianten widersprechen dieser Interpretation des Initiativtextes. Sie prüfen sogar juristische Schritte gegen die Aussage des SNB-Präsidenten.

Gemäss den Initianten soll die Vollgeldinitiative das Finanzsystem der Schweiz sicherer machen. Die Initiative will dazu die Geldschöpfung beim Staat zentralisieren. Heute ist ein Grossteil des sich im Umlauf befindenden Geldes von den Geschäftsbanken mittels Kreditvergabe geschaffen worden. Das birgt Risiken in einem Krisenfall. Um diese zu minimieren, schlägt die Initiative vor, heutiges Buchgeld auf Zahlungskonten in Vollgeld umzuwandeln.

Wie beim Münz- und Notengeld, das ein Kunde in einem Banktresor lagert, wäre dieses Geld von der Nationalbank garantiertes Zahlungsmittel und würde im Konkursfall einer Bank unangetastet bleiben. Zudem könnten Geschäftsbanken nur noch Kredite gewähren, wenn ihnen Kunden, Investoren, andere Banken oder die SNB das dafür nötige Kapital zur Verfügung stellen.

Damit würden laut den Initianten Banken normalen Unternehmen und Privatpersonen gleichgestellt, welche für die Ausgabe von Darlehen die finanziellen Mittel bereits besitzen oder beschaffen müssen. Ein weiteres Element der Vollgeldinitiative ist, dass die Nationalbank dem Staat schuldfrei Geld zur Verfügung stellt.

lie/mk

(AWP)

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Zyndicate
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SNB noch immer unter Draghis

SNB noch immer unter Draghis Bann

Mario Draghi ist immer noch eine starke Kraft, wenn es um die Schweizer Geldpolitik geht.

24.06.2018 19:34

Die Ankündigung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, dass die Zinsen im Euroraum für mindestens ein weiteres Jahr nicht steigen werden, hat Veränderungen der Wetten auf die Schweizerische Nationalbank ausgelöst und einige Marktteilnehmer überdenken ihre relativ falkenhaften Ansichten zur geldpolitischen Straffung in der Schweiz.

Es ist der jüngste Dominoeffekt von EZB-Maßnahmen mehr als drei Jahre nach Beginn der quantitativen Lockerung im Euroraum. Diese hatte seinerzeit die SNB veranlasst, die Zinsen auf ein Rekordtief zu senken und die kontroverse Entscheidung zu treffen, den Mindestkurs fallen zu lassen.

Nachdem sich die Zentralbanken weltweit von den Maßnahmen der Krisenzeit entfernen, ist spekuliert worden, dass SNB-Präsident Thomas Jordan die Gelegenheit nutzen würde, die Zinsen vor der EZB zu erhöhen. Aber angesichts der jüngsten dovishen Haltung von Draghi sowie den globalen Risiken, die den Franken ankurbeln könnten, werden die Schweizer Geldpolitiker wohl keine Eile haben, die Negativ-Zinsen abzuschaffen. Diese hatten sie eingeführt, um Geldströme in sichere Häfen abzuwenden.

"Die SNB wird vor der EZB nichts unternehmen, solange die Unsicherheiten in Europa bestehen und es keinen Inflationsdruck in der Schweiz gibt", sagte Janwillem Acket, Chefökonom bei Julius Bär in Zürich. "Warum sollten sie ein Modell ändern, das so erfolgreich war und mehr Risiko einführen?"

Unterstützt durch eine Konjunkturerholung im Euroraum haben die rekordtiefen Zinsen der SNB sowie ihre Interventionsbereitschaft dazu beigetragen, den Franken zu schwächen. Die Währung ist in diesem Jahr kurzzeitig bis den symbolischen Wert von 1,20 pro Euro gesunken, ein Niveau, das viele als fairen Wert betrachten.

Bei der Inflation hat Jordan keinen Grund zur Eile

Aber die Rahmenbedingungen ändern sich rasch. Sie haben bereits einen Warnschuss erhalten, als der Franken im vergangenen Monat angesichts der Aussicht auf eine euroskeptische Regierung in Italien eine Rally hinlegte.

Am Dienstag hat das SECO gewarnt, dass bei einer Verschlechterung der Situation in Rom der Schweizer Franken "unter deutlichen Aufwertungsdruck" geraten könnte, was Folgen für das Wachstum haben könnte. Der Franken liegt derzeit bei rund 1,15 pro Euro.

Bei der Inflation hat Jordan keinen Grund zur Eile. Das Mandat der Nationalbank lautet, die Teuerung unter 2 Prozent zu halten. Das SECO hat seine Inflationsprognose für 2018 auf 1 Prozent erhöht, von einer Erwartung von 0,6 Prozent im März. Für das nächste Jahr wird jedoch eine Verlangsamung auf 0,8 Prozent gesehen.

Sowohl UBS als auch Pictet hatten eine Straffung der SNB bis Ende dieses Jahres prognostiziert. Jedoch hat die EZB-Entscheidung zu den Zinsen dazu geführt, dass einige Ökonomen vorsichtiger werden. Die Chance einer Schweizer Zinserhöhung im Jahr 2018 sei dramatisch zurückgegangen, sagte Nadia Gharbi, Volkswirtin bei Pictet. "Die SNB, die eine eher konservative Notenbank ist, wird wahrscheinlich vorsichtig sein und abwarten."

Indes erwartet die Credit Suisse nach wie vor einen Schritt der SNB. Selbst wenn kein unmittelbarer Inflationsdruck bestehe, gebe es keinen Grund, warum sie nicht im ersten Quartal 2019 erhöhen können, unter der Voraussetzung, dass der Franken nicht erheblich aufwertet, sagt Ökonom Maxime Botteron. Der Franken sei nicht so überbewertet und die Konjunktur laufe gut, fügt er hinzu.

(Bloomberg)

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SNB mit 5,1 Milliarden

SNB mit 5,1 Milliarden Franken Gewinn in der ersten Jahreshälfte

(Ausführliche Fassung) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in der ersten Jahreshälfte einen Gewinn von 5,1 Milliarden Franken geschrieben. Im Vorjahreshalbjahr waren es noch 1,2 Milliarden Franken. Die SNB profitierte von der Abwertung des Frankens gegenüber dem US-Dollar sowie dem robusten US-Aktienmarkt.

31.07.2018 07:59

Der Gewinn auf den Fremdwährungspositionen betrug 5,2 Milliarden Franken, wie die Nationalbank am Dienstag mitteilte. Davon spülten Zinserträge der Nationalbank 4,9 Milliarden Franken in die Kasse, Dividenden 2,0 Milliarden. Beim Kurserfolg konnten vor allem Beteiligungspapiere wie Aktien zulegen, während Zinspapiere wie Obligationen Bewertungsverluste erlitten.

Aufwertung des Dollars

Besonders dank der US-Valuta lief es für die SNB rund. Der Dollar hat von Januar bis Juni dem Franken gegenüber um 1,8 Prozent zugelegt. In der Vorjahresperiode war es noch umgekehrt gewesen: Damals hatte der Dollar 5,9 Prozent verloren.

Der Euro dagegen wertete sich in den letzten sechs Monaten zum Franken wieder ab, und zwar um 1,2 Prozent. Noch 2010 hätte damit das Jahresergebnis der SNB anders ausgesehen. Damals hielt die Nationalbank rund zwei Drittel ihrer Guthaben in Euro. Heute aber sind die amerikanische und die europäische Währung zu fast gleichen Teilen im SNB-Portfolio vertreten.

Auf den Frankenpositionen erzielte die SNB einen Gewinn von 1,0 Milliarden Franken. Grund dafür waren vor allem die erhobenen Negativzinsen. Auf dem Goldbestand resultierte im Halbjahr 2018 dagegen ein Bewertungsverlust von 0,9 Milliarden Franken.

Starkes zweites Quartal

Die SNB wies wie üblich darauf hin, dass ihr Ergebnis von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig ist. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.

So hatte im ersten Quartal ein Verlust auf den Fremdwährungspositionen noch für einen Fehlbetrag von 6,8 Millionen Franken gesorgt. Dank einem Gewinn von knapp 12 Millionen Franken im zweiten Quartal reichte es im Halbjahr dennoch zu einem Überschuss. Experten hatten wegen der Marktentwicklung mit einem Gewinn in dieser Höhe gerechnet.

Das Ergebnis der SNB ist jeweils eine Folge ihrer Geldpolitik. Um den Franken nicht zu stark werden zu lassen, hat die Nationalbank neben der Einführung der Negativzinsen vor allem ihre Euro- und Dollarbestände in den vergangenen Jahren stark erhöht und damit Anleihen und Aktien gekauft. Per Ende Juni beliefen sich die Devisenanlagen auf 783,8 Milliarden Franken.

Keine Rückschlüsse auf Ausschüttung

Entscheidend für die Ausschüttung an Bund und Kantone wird nun der restliche Jahresverlauf sein. Laut der Gewinnausschüttungsvereinbarung erhalten Bund und Kantone jeweils maximal 2 Milliarden pro Jahr. Voraussetzung ist, dass die Ausschüttungsreserve mindestens 20 Milliarden Franken beträgt.

Für das letzte Jahr erhielt die öffentliche Hand die maximal möglichen 2 Milliarden Franken. Die Nationalbank hatte 2017 einen Rekordgewinn von 54,4 Milliarden Franken eingefahren. Das ermöglichte ihr auch, die Ausschüttungsreserve kräftig aufzustocken. Derzeit hat sie 67 Milliarden Franken auf der hohen Kante.

tt/cf

(AWP)

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«Die SNB scheint einen

«Die SNB scheint einen anhaltend starken Franken zu erwarten»

Die Schweizerische Nationalbank hält an ihrem geldpolitischen Kurs wie erwartet fest. So interpretieren Ökonomen den Entscheid und die Erläuterungen der SNB.

Aktualisiert um 13:05

Die Schweizer Währungshüter setzen zur Schwächung des aus ihrer Sicht noch immer hoch bewerteten Frankens weiterhin auf Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen, wie sie am Donnerstag bekannt gabven. Die Notenbank beließ das Zielband für den Referenzzins Dreimonats-Libor am Donnerstag bei minus 1,25 bis minus 0,25 Prozent. Banken müssen für ihre Sichtguthaben bei der SNB weiterhin einen Strafzins von 0,75 Prozent bezahlen. Ökonomen kommentieren die geldpolitische Lagebeurteilung der SNB wie folgt:

RICHARD MOOSER, AXA INVESTMENT MANAGERS

"Erwartungsgemäß hat die SNB ihre Geldpolitik unverändert belassen. Etwas überraschend werte ich hingegen die deutlich tieferen Inflationsprognosen, speziell für 2020, welche um 0,4 Prozent gesenkt wurden und ein Anzeichen sein könnten, dass die SNB einen anhaltend starken Franken und/oder eine wirtschaftliche Abschwächung zu erwarten scheint. Ein Zinsschritt wird bei unverändert starker Heimwährung kaum vor der EZB, sprich Herbst 2019, erfolgen."

MAXIME BOTTERON, CREDIT SUISSE

"Damit deutet sie an, dass sie kaum erwägt, ihren Leitzins in den kommenden drei Jahren anzuheben" (Bis 2021 beliess die SNB ihre Inflationsprognose unverändert oder revidierte sie nach unten.)

THOMAS GITZEL, VP BANK

"Trotz den zuletzt starken Wachstumsraten der eidgenössischen Volkswirtschaft ist die geldpolitische Lagebeurteilung von Zurückhaltung geprägt. Eine Zinserhöhung bleibt damit Zukunftsmusik. Für eine straffere Geldpolitik bedarf es aber auch höherer Inflationsraten. Die Kerninflationsrate, also die Teuerungsentwicklung ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise, bleibt auf einem sehr tiefen Niveau. Gerade hierbei müsste es zunächst merklich nach oben gehen, ehe die SNB handelt."

"Im Pressetext steht der Schweizer Franken klar im Mittelpunkt. Die Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen wird gleich zu Beginn zweimal erwähnt. Es scheint so, als ob die SNB mit Blick auf die jüngsten Aufwertungen des Franken nervös wäre. Die Währung wird als «hoch bewertet» bezeichnet. Es scheint so, dass die Hürde für Eingriffe am Währungsmarkt nicht allzu hoch liegt."

(cash/Reuters)

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