Türkei

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Lira unverändert nach Rating

Lira unverändert nach Rating-Herabstufung der Türkei

Die türkische Lira hat sich von der Rating-Herabstufung des Landes unbeeindruckt gezeigt. Mit 5,97 Lira kostete ein Dollar am Montag ungefähr so viel wie am Freitag, als die Ratingagenturen Moody's und S&P die Kreditwürdigkeit der Türkei noch tiefer in die Ramschzone herabgestuft hatten.

20.08.2018 07:58

Für Aktienanleger bietet sich keine Chance, auf die Herabstufung zu reagieren, denn die Börsen in dem Land am Bosporus bleiben wegen des islamischen Opferfestes die ganze Woche geschlossen. Die türkische Lira hat seit Jahresbeginn rund 40 Prozent zum Dollar verloren.

S&P begründete ihre Entscheidung mit der extremen Volatilität der türkischen Währung. Für das kommende Jahr sagte die Agentur eine Rezession voraus. Das Rating wurde von "BB-" auf "B+" gesenkt, der Ausblick blieb stabil.

Moody's erklärte, die staatlichen Institutionen der Türkei würden geschwächt, wodurch die Vorhersagbarkeit der türkischen Politik schwieriger werde. Das Rating wurde auf "Ba2" auf "Ba3" herabgesetzt, der Ausblick auf negativ geändert. Ein schlechteres Rating zieht üblicherweise steigende Kosten für die Verschuldung nach sich.

(AWP)

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Weshalb der türkische

Weshalb der türkische Schuldenberg zum Problem wird

Türkische Grossunternehmen, Banken und der Staat haben Fremdwährungsanleihen im Volumen von mindestens 16 Milliarden Dollar begeben. Sie werden nächstes Jahr zur Rückzahlung fällig. Das ist ein Problem.

20.08.2018 03:30

Der bis Ende des nächsten Jahres fällige Betrag setzt sich hauptsächlich aus Anleihen (Obligationen) zusammen, die von türkischen Finanzinstituten emittiert wurden. Dazu gehören herkömmliche Anleihen und islamische Sukuk-Anleihen mit einem Wert von mindestens 100 Millionen Dollar zum Zeitpunkt der Emission. Das zeigen Daten, die Bloomberg zusammengestellt hat.

Investoren beobachten genau, ob die türkischen Banken und andere Unternehmen Zugang zu den ausländischen Finanzmitteln behalten, die sie benötigen, um die Wirtschaftsaktivität angesichts des Einbruchs der Landeswährung am Laufen zu halten.

"Bisher hat sich eine Währungskrise nicht in eine Schuldenkrise verwandelt", schreiben Stuart Culverhouse und Hasnain Malik, Analysten bei Exotix Partners, in einem Bericht. Die niedrige Staatsverschuldung des Landes, mit 28 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, "könnte etwas Trost bieten, und das Land hat Munition in Form von offiziellen Rücklagen in Höhe von 98 Milliarden Dollar", schreiben sie.

Wird die Währungskrise zur Schuldenkrise?

Angesichts der Tatsache, dass sich die Türkei auf Aussenfinanzierung verlässt, könnte sich eine Währungskrise in eine Schuldenkrise verwandeln, schreiben sie, insbesondere für jene Unternehmen, die stark fremdfinanziert sind und besonders empfindlich auf Devisenbewegungen reagieren.

Coca-Cola Icecek ist als Erste dran, mit einer vorrangigen unbesicherten Anleihe über 500 Millionen Dollar, die am 1. Oktober fällig wird. Das Unternehmen refinanzierte die Papiere im vergangenen September, um die Laufzeit zu günstigeren Konditionen als bisher bis 2024 zu verlängern, und verfügt nun über "mehr als ausreichende Hartwährungs-Barmittel", um ihre Verpflichtungen erfüllen zu können, wie CCI am Dienstag mitteilte.

Fitch Ratings bestätigte die Bonitätsnote des Unternehmen in dieser Woche mit "BBB-" und einem negativen Ausblick, wies aber darauf hin, dass alle Aktivitäten von CCI in Schwellenländern basiert sind.

Im nächsten Jahr gibt es eine starke Konzentration fällig werdender Anleihen von türkischen Emittenten, wie Daten von Bloomberg zeigen. Die Bank Türkiye Garanti Bankasi hat drei Anleihen mit einem Volumen von 1,4 Milliarden Dollar im Umlauf, die zwischen Februar und Oktober fällig werden. Von der türkischen Regierung wird ein Sukuk über 1,25 Milliarden Dollar im Oktober fällig. Darüber hinaus laufen drei auf Dollar und Euro lautende Anleihen mit nominal 4,4 Milliarden Dollar zwischen März und November aus.

(Bloomberg)

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Türkei wirft USA gezielten

Türkei wirft USA gezielten Wirtschaftskrieg gegen Türkei vor

Die Regierung in Ankara hat den USA vorgeworfen, einen gezielten Wirtschaftskrieg gegen die Türkei zu führen. Dies bewiesen die jüngsten Aussagen des Nationalen Sicherheitsberaters der USA, erklärte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch in einer schriftlichen Stellungnahme an die Nachrichtenagentur Reuters.

23.08.2018 06:41

Zudem hätten die USA gezeigt, dass sie mit ihren Sanktionen und wirtschaftlichen Strafmassnahmen einen weltweiten Handelskrieg anzetteln wollten. Die jüngste US-Politik stehe im Widerspruch zu den Prinzipien und Werten des Sicherheitsbündnisses Nato. Der Erdogan-Sprecher verbat sich zudem eine Einmischung der USA in die Abläufe der türkischen Justiz im Fall des inhaftierten US-Pastors Andrew Brunson.

Der Nationale Sicherheitsberater und enge Vertraute von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hatte Reuters zuvor gesagt, die Türkei habe mit der Festnahme von Brunson einen "schweren Fehler" begangen. Der Pastor müsse ohne Bedingungen und sofort freigelassen werden. Trump hat unter Hinweis auf den Fall Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Beide Staaten sind Mitglied der Nato.

(AWP)

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Türkische Notenbank begrenzt

Türkische Notenbank begrenzt Bankenliquidität

Die Notenbank der Türkei hat den Zugriff der heimischen Banken auf liquide Mittel wieder etwas begrenzt. Wie die Währungshüter am Mittwoch mitteilten, gilt erneut eine Höchstgrenze an Übernachtliquidität, auf die die Geschäftsbanken am Interbanken- und Geldmarkt zugreifen können. Sie liegt jedoch doppelt so hoch wie die ursprüngliche Grenze. Diese hatte die Notenbank am 13. August aufgehoben, um den Banken in der Lira-Krise mit Liquidität unter die Arme zu greifen.

29.08.2018 10:27

Mit ihrem aktuellen Schritt nimmt die Zentralbank also einen Teil ihrer Mitte August ergriffenen Krisenmassnahmen wieder zurück. Sie geht dabei vorsichtig vor, indem sie den Banken ein recht hohes Liquiditätslimit einräumt. Auf Zinsanhebungen, die Volkswirte zur Bekämpfung der Lira-Krise als notwendig erachten, deutet nach wie vor wenig hin. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist strikt dagegen./bgf/jkr/fba

(AWP)

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Türkei muss bis Mitte 2019

Türkei muss bis Mitte 2019 über 150 Milliarden Euro zurückzahlen

In der Türkei werden nach Analystenschätzungen bis Mitte nächsten Jahres umgerechnet rund 153 Milliarden Euro an Auslandsschulden fällig. Das entspricht fast einem Viertel der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes.

29.08.2018 14:55

Wie die Analysten der US-Investmentbank J.P. Morgan am Mittwoch in einer Studie ausführen, entfällt der Grossteil der Summe auf den Privatsektor - insbesondere auf Banken. Nur umgerechnet 3,7 Milliarden Euro seien Schulden von öffentlichen Stellen.

"Der Finanzierungsbedarf in den nächsten Monaten ist gross und der Zugang zu den Märkten ist problematisch geworden", warnen die Experten. Umgerechnet rund 27 Milliarden Euro müssen nach Berechnungen von J.P. Morgan bereits bis zum Ende dieses Jahres zurückgezahlt werden. Bei Verbindlichkeiten von etwa 93 Milliarden Euro, die bis Juli 2019 beglichen werden müssten, bestehe ein Finanzierungsrisiko.

Seit Wochen steht die türkische Währung unter Druck. Seit Januar büsste die Lira zum Dollar fast 40 Prozent an Wert. Um die Liquidität der heimischen Banken zu sichern, hat die türkische Notenbank Mitte August die Geldschleusen geöffnet und den Instituten eine ausreichende Liquiditätsversorgung zugesichert.

Hinter dem Lira-Verfall steht unter anderem ein Streit zwischen den Regierungen in Ankara und Washington wegen der Inhaftierung eines US-Pastors in der Türkei. Zudem sehen Investoren zunehmend die Unabhängigkeit der türkischen Notenbank in Gefahr.

(Reuters)

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Lira-Krise: Österreichische

Lira-Krise: Österreichische Notenbank bietet Türkei Expertise an

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) bietet der türkischen Notenbank in der aktuellen Währungskrise ihre Hilfe an. "Es ist sicherlich keine einfache Situation, aber sie ist nicht unlösbar", sagte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny am Freitag am Rande des Forum Alpbach. "Bei Bedarf sind wir bereit, unsere Expertise einzubringen."

31.08.2018 07:43

Die OeNB habe bei der "Vienna Initiative" mitgeholfen, "eine schwierige Situation" im Bankensektor in Osteuropa zu entschärfen. Ein ähnliches Vorgehen kann sich Nowotny auch für die Türkei vorstellen. Die "Vienna Initiative" sei ein "interessantes Modell", weil auch die Gläubigerbanken ins Boot geholt wurden.

Die Initiative schaffte es in der Wirtschaftskrise 2009 und danach, die Finanzstabilität Mittel- und Osteuropas aufrecht zu erhalten. Vor allem multinationale Bankgruppen hatten zugesichert, ihr Engagement in der Region beizubehalten und ihre Töchterbanken unter Mithilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU zu rekapitalisieren./cri/pro/APA/bgf

(AWP)

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Anleger fordern Erdogan

Anleger fordern Erdogan-Kurswechsel in Wirtschaftspolitik

Eine ausufernde Inflation und eine Landeswährung im freien Fall: Die Türkei schlittert Experten zufolge in eine Wirtschaftskrise.

12.09.2018 15:43

Die Schlüsselfigur im Kampf dagegen ist Präsident Recep Tayyip Erdogan, der das Investorenvertrauen bislang allerdings nicht zurückgewinnen konnte. Anleger sehen nur in einem radikalen Kurswechsel Erdogans eine Chance, die Krise noch zu stoppen. Vor allem die vom Präsidenten immer wieder kritisierte türkische Notenbank müsse geldpolitisch endlich in die Offensive gehen.

Unicredit-Ökonom Erik Nielsen sagt, Erdogan müsse als erstes den Streit um einen in der Türkei inhaftierten US-Pastor beenden. Der seit dem Sommer über weitreichende Vollmachten verfügende Erdogan scheint im Clinch mit US-Präsident Donald Trump bislang aber hart bleiben zu wollen. So wirft Erdogan Trump vor, einen Wirtschaftskrieg gegen sein Land zu führen. Er hat seine Landsleute aufgerufen, US-Produkte wie Coca-Cola und Apple zu boykottieren. Den Lira-Absturz will Erdogan stoppen, indem Türken Dollar in Lira tauschen sollen. Die Exportunternehmen verpflichtete er, 80 Prozent ihrer Deviseneinnahmen im Ausland in Lira umzuwandeln. Das könnte Exporteure, die etwa Rohstoffe im Ausland einkaufen oder Kredite in fremden Währungen abzahlen müssen, stark belasten.

Höhere Zinsen, strengere Haushaltsdisziplin

"Erdogan muss die logischen Grundlagen einer wirtschaftlichen Politik anerkennen, inklusive deutlich höherer Zinsen und strenger Haushaltsdisziplin", fordert Ökonom Nielsen. Das sei vor allem wichtig, wenn das Land seinen Finanzbedarf nur mit Hilfe des Internationalen Währungsfonds bewältigen könne. Aber ein solches Zugehen auf den IWF lehnt der türkische Präsident ab. "Wann Erdogan seine wirtschaftspolitische Haltung ändern wird, ist nicht absehbar, er könnte versuchen abzuwarten bis die lokalen türkischen Wahlen gelaufen sind, was im März kommenden Jahres sein könnte", so Nielsen. Doch der Druck sei angesichts der hohen Schuldenlast immens, schlimmstenfalls drohten Anfang 2019 Zahlungsausfälle und in Folge eine schwerwiegende Wirtschaftskrise. "Ich nehme an und hoffe, dass es Leute um Erdogan herum gibt, die ihm das erklären können und werden."

Auch der türkische Finanzminister Berat Albayrak konnte die Zweifel bislang nicht zerstreuen. Zwar bekannte sich der Schwiegersohn Erdogans vor Investoren in einer vielbeachteten Telefonkonferenz zu einer strengen Haushaltsdisziplin. Auch werde es nicht zu Kapitalverkehrskontrollen kommen. Doch die Skepsis bleibt. "Er hat die richtigen Sachen gesagt, aber es ist eine Sache darüber zu reden und eine andere, es auch umzusetzen", sagt Analyst Sailesh Lad von der Investmentgesellschaft des französischen Versicherers Axa. "Er sprach von einem Plan, um die Dinge anzugehen, aber wir brauchen Details dazu."

Lasche Zentralbankreaktion könnte Krise verschärfen

Investoren sind uneins, ob die Lira ihren Boden bereits gefunden hat oder ob der Absturz nach rund 40 Prozent seit Jahresbeginn weitergehen wird. Eine zentrale Rolle spielt dabei die türkische Zentralbank, die am Donnerstag erneut tagt. "Weitere massive Verluste der Lira sind nahezu unvermeidlich, wenn die Zentralbank nicht auf einen restriktiveren Kurs einschwenkt", sagt Jan Bopp vom Schweizer Bankhaus Sarasin. "Aber das wird nur passieren, wenn Erdogan begreift, dass die Finanzmärkte ihm keine andere Wahl lassen."

Erdogan bezeichnet sich selbst gerne als Gegner von Zinsen, sieht in einer Anhebung einen Wachstumskiller. Investoren sorgen sich deshalb um die Unabhängigkeit der Notenbank und hoffen auf ein klares Zeichen. Im Juli hatten die Zentralbanker die Zinsen nicht angetastet. "Ohne eine angemessene Reaktion - also eine Zinserhöhung um 300 bis 400 Basispunkte - wird die Lira weiter abwerten und sich das Risiko der Einführung von Kapitalverkehrskontrollen erhöhen", so Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Aktuell liegt der Schlüsselsatz bei 17,75 Prozent.

Auch die Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs hoffen auf einen grossen Schritt. "Bislang sind wir enttäuscht, was das Ausmass der Zinsschritte angeht und wir stellen uns darauf ein, wenig beeindruckt zu werden", sagt Marie Cardoen von Goldman Sachs Asset Management. Und fügt mit Blick auf eine Zinserhöhung hinzu: "Je höher, desto besser für Investoren und Wirtschaft."

Am Schicksal der Lira hängen auch andere aufstrebende Schwellenländer wie Brasilien, Argentinien, Indien oder Südafrika. Denn ihre Währungen sind ebenfalls unter Druck geraten, da sich einige Investoren generell aus der Anlageklasse verabschieden. Wegen der Straffung der US-Geldpolitik fliesst weniger ausländisches Kapital in die aufstrebenden Volkswirtschaften. "Es ist die übliche Schwellenländer-Geschichte, bei der die Leute aufwachen, eine schlechte Nachricht in einem Land hören und einfach alles verkaufen", sagt Bart Turtelboom, Chef der Investmentfirma APQ Global. Bleibt Erdogan also stur, könnte die Krise noch viel grösser werden.

(Reuters)

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Türkische Regierung will hohe

Türkische Regierung will hohe Inflation senken

Der türkische Finanzminister Berat Albayrak hat in einem einem Wirtschaftsprogramm ehrgeizige Ziele zur Bekämpfung der hohen Inflation gesetzt.

20.09.2018 13:15

Man wolle die Teuerung - die derzeit bei rund 18 Prozent liegt - bis 2021 schrittweise auf 6 Prozent senken, kündigte Albayrak am Donnerstag in Ankara an. Allerdings nannte er keine konkreten Massnahmen, wie er dieses Ziel erreichen wolle. Die türkische Lira hatte zuletzt auch im Verhältnis zu anderen Währungen stark an Wert verloren. Ein Programm gegen die Inflation werde bald vorgestellt.

Wie aus der Präsentation Albayraks hervorging, senkte die Türkei zudem ihre Wachstumsziele für 2019. Während das Land für das laufende Jahr noch von einem Wirtschaftswachstum von 3,8 Prozent ausgeht, wird 2019 nur noch mit einem Plus von 2,3 Prozent gerechnet. Die Lira gab nach der Bekanntgabe dieser Prognose erneut leicht nach.

Starke Zinserhöhung

Die Türkei steckt seit Monaten in einer Währungskrise. In der vergangenen Woche hatte die Zentralbank den Leitzins überraschend stark um 6,25 Punkte auf 24 Prozent angehoben. Höhere Zinsen sollen etwa die weitere Zunahme der Geldmenge in der Inflation begrenzen und die Währung stützen, indem Investitionen im Land aus Sicht ausländischer Anleger wieder attraktiver werden.

Der Lira-Kurs erholte sich jedoch nur zwischenzeitlich. Die Zentralbank hatte sich mit der Zinserhöhung zudem gegen die Linie von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gestellt, der niedrige Zinsen fordert. Albayrak betonte am Donnerstag erneut, dass die Notenbank unabhängig sei. In einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" schrieb er zudem, dass er die Währungskrise als überwunden betrachte und sich eine Ausweitung der Zollunion mit Europa wünsche.

Erst im Juni hatten die EU-Staaten beschlossen, wegen der politischen Situation in der Türkei vorerst keine Verhandlungen über den Ausbau der Zollunion aufzunehmen. Am Freitag trifft sich Albayrak mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in Berlin.

(AWP)

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Anleger schicken türkische Lira wieder auf Talfahrt

Die türkische Währung verliert nach der Vorstellung des neuen Wirtschaftsprogramms erneut deutlich an Wert.

Aus Enttäuschung über das mit Spannung erwartete neue Wirtschaftsprogramm der Türkei haben sich Anleger von der Lira getrennt. Die türkische Währung verlor am Freitag an Wert, der Dollar verteuerte sich im Gegenzug um fast zwei Prozent auf 6,2857 Lira.

Devisen-Analyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank führte den erneuten Kursrückgang darauf zurück, dass in der Rede von Finanzminister Berat Albayrak am Donnerstag Details gefehlt hätten. Zweifelhaft sei auch, ob die Zentralbank dazu fähig sei, mit weiteren Zinssteigerungen auf eine höhere Inflation zu reagieren.

Positiv sei zu werten, dass Albayrak Handlungsbedarf erkannt habe, fügte der Analyst hinzu. Ausserdem habe er die Wachstumsprognosen für die Wirtschaft zurückgenommen und treffe Finanzplanungen nicht länger auf «unsinnigen Annahmen».

Geringeres Wachstum veranschlagt

Albayrak rechnet nun mit einem Wirtschaftswachstum von 3,8 Prozent in diesem Jahr und von 2,3 Prozent im kommenden Jahr. Bisher war jeweils ein Plus von 5,5 Prozent veranschlagt worden. Der Schwiegersohn von Staatschef Recep Tayyip Erdogan kündigte an, notwendige Massnahmen ergreifen zu wollen, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden.

(reuters/gku)

 

https://www.handelszeitung.ch/invest/anleger-schicken-turkische-lira-wie...

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

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