Pensionskassen

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«Bei Jobwechsel nach Pensionskasse fragen»
 

Vorsorge-Spezialist Werner C. Hug äussert sich im cash-Interview zum Zustand der Pensionskassen und wie diese die Negativzinsen meistern. Bei der «Altersreform 2020» wendet er sich gegen Geschenke für Neurentner.

Interview: Pascal Züger

cash: Herr Hug, im dritten Quartal 2015 hat sich gemäss Pensionskassen-Monitor von Swisscanto die Finanzierungssituation der Schweizer Pensionskassen verschlechtert, der Deckungsgrad ist im Schnitt gesunken. Machen Sie sich Sorgen um den Zustand der Pensionskassen?

Werner C. Hug: Mit 109 Prozent Deckungsgrad im Durchschnitt geht es der überwältigenden Mehrheit der Kassen gut. Die meisten melden erfreulich hohe Schwankungsreserven. Sie federn damit die Börsenflaute der letzten Monate ab. Ich mache mir deshalb keine Sorgen um den Zustand der Kassen in Vollkapitalisierung. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Deckungsgrad alleine keine verlässliche Aussage über den Zustand der Pensionskassen erlaubt.

Was sollte denn zusätzlich berücksichtigt werden?

Entscheidend sind neben dieser Grösse die Struktur der Kasse, sprich die Anzahl der aktiv Versicherten und Rentner, und der technische Zinssatz. Dahinter steckt der Umwandlungssatz. Hinzu kommen die Zukunftsaussichten der Firma. Es kommt somit stets auf die einzelne Kasse an.

Trotzdem sollen derzeit 6 Prozent der privatrechtlichen und 36 Prozent der öffentlich-rechtlichen Kassen unterdeckt sein. Das heisst, diese Pensionskassen haben weniger Kapital zur Verfügung als sie voraussichtlich benötigen.

Wenn privatrechtliche Kassen eine Deckung von wenig unter 100 Prozent aufweisen, dann müssen die Organe in diesen Kassen wachsamer sein. Sie haben eine Sorgfaltspflicht. Bezogen auf den eindimensionalen Richtwert 'Deckungsgrad' bedeutet dies, dass für eine zukunftsfähige Kasse wegen der fehlenden Schwankungsreserven mindestens Kapitalien im Umfange von 10 bis 15 Prozent fehlen. Der Stiftungsrat ist deshalb gefordert.

Ist die Situation anders für öffentlich-rechtliche Kassen?

Von öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung sind 23 Prozent im Bereich zwischen 95 und 100 Prozent, 11 Prozent weisen Deckungsgrade zwischen 90 und 95 Prozent aus und 2 Prozent liegen darunter. Hier sind neben dem obersten Organ auch die Verantwortlichen in der Exekutive und Legislative gefordert. Für sie gelten dieselben Regeln wie für die privaten Pensionskassen.

Welche Regeln sind das?

Vertiefte Analysen und die Einleitung von Sanierungsmassnahmen werden notwendig, wenn der Deckungsgrad unter 95 Prozent fällt. Wenn die Kasse nur noch unter 90 Prozent gedeckt ist, kommt es zwangsweise zu schärferen Massnahmen von Gesetzes wegen.

Auffallend ist, dass die Unterdeckung bei öffentlich-rechtlichen Kassen bedeutend höher ist als bei privaten-rechtlichen.

Es muss unterschieden werden zwischen öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung und jenen mit Teilkapitalisierung. 60 Prozent der teilkapitalisierten Kassen mit Staatsgarantie haben einen Deckungsgrad von unter 80 Prozent. Diese Kassen müssen innert der nächsten 40 Jahre eine Volldeckung erreichen. Liegt der Deckungsgrad deutlich unter 80 Prozent und garantieren sie eine bestimmte Leistung, dann sind diese Kassenorgane besonders gefordert. Sie müssen die zu hohen Leistungsversprechen reduzieren, ins Beitragsprimat wechseln, höhere Beiträge erheben und der Arbeitgeber sollte eine Einmaleinlage leisten.

Wann wirkt sich eine Unterdeckung negativ auf die Versicherten aus?

Liegt der Deckungsgrad in privatrechtlichen Kassen unter 90 Prozent, müssen Massnahmen im Rahmen eines Konzeptes zur Erreichung einer 100-prozentigen Deckung innerhalb von 5 bis 10 Jahren ergriffen werden. In diesem Fall können Sanierungsbeiträge à fonds perdu von den Versicherten eingefordert werden. Mit diesen höheren Einzahlungen in die Pensionskasse wächst ihr Altersguthaben nicht. Möglich sind auch Minderverzinsung und sogar Leistungskürzungen, was sich unmittelbar negativ auf die künftige Rente auswirkt. Bei einem Stellenwechsel ist es deshalb angezeigt, auch zu fragen, wie es um die Pensionskasse der Firma steht.

Wie gehen die Pensionskassen mit den im Januar eingeführten Negativzinsen um?

Statistisch wissen wir nicht, welche Kassen in welchem Umfang unter den Negativzinsen leiden. Aus Gesprächen kann festgestellt werden, dass in vielen Fällen die Kassen ihre Liquidität, falls nötig, auf mehrere Banken verteilen. Mit tieferen Kontobeständen können in der Regel Negativzinsen verhindert werden. Sollte dieser Zustand länger anhalten, dann dürften allerdings echte Probleme entstehen, die Kosten verursachen. Pensionskassen sollten deshalb von Negativzinsen ausgenommen werden.

Die tiefen Zinsen nagen an der Rendite. Wie lange können Pensionskassen das Negativzinsumfeld noch ertragen, bevor ihre Existenz gefährdet ist?

Die Kassenverantwortlichen haben die Krisen 2008 und 2011 überstanden. Sie werden auch kommende Einbrüche an den Finanzmärkten bewältigen. Allerdings drückt der Umwandlungssatz von 6,8 Prozent im Obligatorium auf die bestehenden Verpflichtungen. In reinen BVG-Kassen kann die Existenz gefährdet sein.

Ist der aktuelle obligatorische Umwandlungssatz von 6,8 Prozent zu hoch?

Dieser Umwandlungssatz verlangt eine Sollrendite von mindestens 3,5 Prozent. Wird er nicht bald und rasch gesenkt, dann sind auch zunehmend umhüllende Kassen gefährdet, welche Obligatorium und Überobligatorium einschliessen. Deshalb weichen die Kassen heute auf risikoreichere Anlagen wie Aktien oder alternative Anlagen aus. Bestehen Schwankungsreserven im Umfange von 15 und mehr Prozenten, kann das Niedrigzinsumfeld während einer beschränkten Zeit umfahren werden.

Die Anlagerenditen sind derzeit, auf das Jahr 2015 betrachtet, im Schnitt negativ. Zu einem grossen Teil sollen Einbussen bei den weltweiten Aktien daran schuld sein. Gehen Pensionskassen zu hohe Risiken ein, um eine akzeptable Rendite zu erwirtschaften?

Angesichts des Niedrigzinsumfeldes bleibt den Kassen nichts anderes übrig, als in Aktien zu investieren. Deshalb haben sie die letzten wenigen guten Jahre dazu genutzt, ihre Schwankungsreserven zu äufnen. Liegen diese über 15 Prozent, dann können sie auch die kommenden Einbrüche überstehen. Danach muss es aber wieder aufwärts gehen.

Das umfassende Reformprojekt Altersvorsorge 2020 soll die Rentenfinanzierung längerfristig sichern und sieht Anpassungen in der 1. und 2. Säule vor. Geht die Vorlage weit genug oder ist es eine Kompromisslösung, die schlussendlich keine Probleme löst?

Bundesrat und Ständerat haben entschieden, den Zeithorizont zur Sicherung der AHV auf das Jahr 2030 zu beschränken. Mit dem 'Geschenk' von 70 Franken für Neurentner und der Erhöhung der Ehepaarrenten, finanziert über 0,3 Prozent höhere AHV-Beiträge, wird die Finanzierungslücke ab 2030 allerdings deutlich zunehmen. Die Belastung der Arbeit und die Erhöhung der Mehrwertsteuer um insgesamt 1 Prozent reichen somit nicht aus.

Was braucht es Ihrer Meinung nach denn zusätzlich?

Meines Erachtens sollte der Nationalrat auf dieses Geschenk verzichten und dafür die AHV mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1,5 Prozent bis über 2030 hinaus sichern. Will man dem Volk darüber hinaus ein Zückerchen verabreichen, wäre es sozialgerechter, anstatt Geschenke mit der Giesskanne zu verteilen besser die Renten der kleinen Lohnbezüger über die Ergänzungsleistungen zu verbessern. Dazu braucht es aber weitere finanzielle Mittel für Bund und Kantone.

Ein Punkt der Altersvorsorge 2020 ist die Reduktion des obligatorischen Umwandlungssatzes von aktuell 6,8 Prozent auf 6,0 Prozent. Eine Senkung auf 6,4 Prozent wurde 2010 vom Volk aber mit 72,7 Prozent der Stimmen wuchtig abgelehnt. Hätte eine solche Vorlage überhaupt eine Chance, vom Volk angenommen zu werden?

Die Rentenhöhe mit einem Umwandlungssatz von 6,8 Prozent wird gemäss den Entscheiden des Ständerates im Obligatorium während 15 Jahren garantiert. Diese Renten werden über Beiträge von allen Kassen an den Sicherheitsfonds alimentiert und finanziell gesichert. Die Versicherten in den gut finanzierten Kassen unterstützen damit die kleinen Einkommen. Diese Solidarität muss und kann dem Bürger erklärt werden. Will der Gesetzgeber darüber hinaus – aus Angst vor einer Ablehnung in einer Volksabstimmung – Geschenke verteilen, müssen diese auch finanziert werden. Dabei sollte 1. und 2. Säule nicht miteinander vermischt werden.

CASH

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Unterdeckung der Pensionskassen sinkt weiter

Die finanzielle Lage der Pensionskassen hat sich verbessert.

Die Unterdeckung der Vorsorgeeinrichtungen nahm im Jahr 2014 weiter ab, um 14,4% auf 28,6 Mrd CHF. Das Gesamtvermögen belief sich auf 779,8 Mrd CHF, gute 8% mehr als im Vorjahr.

Ende 2014 zählten die Vorsorgeeinrichtungen insgesamt rund 4 Millionen aktive Versicherte, 2% mehr als im Vorjahr, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Rund eine Million Pensionierte bezogen eine Rente, 2,6% mehr als im Vorjahr.

Im Jahr 2014 wurden fast 21,1 Mrd CHF Altersrenten ausbezahlt, 4,8% mehr als im Vorjahr. Die Kapitalleistungen bei Pensionierung stiegen um 3,1% auf 6 Mrd CHF an. Im Jahr 2013 hatten sie erstmals bei 5,9 Mrd CHF stagniert.

Das Nettoergebnis aus Vermögensanlage ist 2014 um 25,2% auf 52,1 Mrd CHF gestiegen. 2013 nahm das Nettoergebnis wegen der wirtschaftlichen Lage leicht ab. 66,6 Mrd CHF flossen in die Wertschwankungsreserven. Das entspricht einer Zunahme von 43,4%.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 1860 Vorsorgeeinrichtungen mit reglementarischen Leistungen und aktiven Versicherten, im Vorjahr waren es noch 1957 gewesen. Seit zehn Jahren nimmt die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen stetig ab.

Die am Montag veröffentlichten Zahlen sind provisorisch, sie basieren auf der Hochrechnung von 549 Fragebogen. Die definitiven Ergebnisse publiziert das BFS Anfang 2015.

(AWP)

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BVG-Versicherte sollen Risiko für riskante Anlagen selbst tragen
04.11.2015 12:40

Bern (awp/sda) - In der beruflichen Vorsorge sollen Versicherte, welche die Anlagestrategie für ihr Vorsorgeguthaben selbst wählen, künftig auch das Risiko dafür tragen. Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats (SGK) hat sich für eine entsprechende Gesetzesrevision ausgesprochen.

Der Entscheid der SGK fiel einstimmig, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Der Nationalrat hatte der Gesetzesrevision in der Herbstsession bereits zugestimmt.

Betroffen sind ausschliesslich Personen mit einem Jahreslohn von über 126'900 CHF und Vorsorgeeinrichtungen, die nur im überobligatorischen Teil tätig sind. Diese können ihre Versicherten zwischen unterschiedlichen Anlagestrategien wählen lassen.

Bei einem Austritt müssen sie den Versicherten heute aber den gesetzlich garantierten Mindestbetrag mitgeben. Hat die Anlagestrategie zu Verlusten geführt, kommen die Vorsorgeeinrichtung und die verbleibenden Versicherten dafür auf.

Künftig soll nun jene Person das Risiko tragen, welche die Anlagestrategie gewählt hat. Die Versicherten sollen in jedem Fall den effektiven Wert des Vorsorgeguthabens zum Zeitpunkt des Austritts erhalten - auch wenn ein Verlust resultiert.

Damit die Versicherten trotzdem einen gewissen Schutz haben, soll den Vorsorgeeinrichtungen vorgeschrieben werden, mindestens eine Strategie mit risikoarmen Anlagen anzubieten. Was als "risikoarm" gilt, soll der Bundesrat auf Verordnungsebene definieren. Die Vorsorgeeinrichtungen müssen die Versicherten ferner umfassend über die Risiken und Kosten ihrer Wahl informieren.

mk

(AWP)

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Schweizer Pensionskassen erzielen im Oktober eine Anlagerendite von +2,59%
17.11.2015 12:15

Zürich (awp) - Die Schweizer Pensionskassen haben im Monat Oktober nach dem schwachen dritten Quartal von der sehr guten Entwicklung an den globalen Aktienmärkten profitiert und so die Jahresperformance in den positiven Bereich zurückgebracht. Das PK-Barometer der UBS hat im Oktober eine für die Schweiz durchschnittliche Performance von 2,59% errechnet. Dies sei nach Februar (+2,62%) die zweitbeste Monatsentwicklung im laufenden Jahr, teilt die UBS am Dienstag mit.

Selbst die schwächsten Einrichtungen hätten im Oktober eine positive Rendite erzielt, wobei die Streuung der Ergebnisse bei den einzelnen Kassen grösser ausgefallen sei als noch im Vormonat. Derweil ist die Jahresperformance dank dem starken Oktober zurück in den positiven Bereich geklettert und liegt nach zehn Monaten bei 1,11%. Am besten schneiden in dieser Betrachtung grosse Pensionskassen mit verwalteten Vermögen von über 1 Mrd CHF ab. Sie weisen ein Rendite seit Jahresbeginn von 1,46% aus. Bei Kassen mit Vermögen von 300 Mio bis 1 Mrd CHF liegt dieser Wert bei 1,13% und bei kleineren Kassen (300 Mio und weniger) bei 0,87%.

mk/tp

(AWP)

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Zahl der aktiven BVG-Versicherten steigt 2014 über die Marke von 4 Mio
18.01.2016 11:00

Neuenburg (awp/sda) - Die Berufliche Vorsorge (BVG) hat im Jahr 2014 erstmals über vier Millionen aktiv Versicherte gezählt. Zudem bezogen 696'176 Pensionierte eine Rente - insgesamt 20,8 Mrd CHF. 36'363 Rentnerinnen und Rentner liessen sich das Kapital oder Teile davon auszahlen - insgesamt 6,1 Mrd. Dies geht aus den definitiven Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) für das Pensionskassenjahr 2014 hervor, welche am Montag publiziert wurden. Die Anzahl der Vorsorgeeinrichtungen sank auf 1'866 Einrichtungen. 2013 waren es noch 1'957 Einrichtungen.

Das Nettoergebnis aus Vermögensanlage stieg auf 51,4 Mrd CHF, was einem Plus von 23,5% entspricht. Die definitiven Zahlen liegen damit unter den im November publizierten provisorischen Statistiken. Dennoch widerspiegeln sie "die gute wirtschaftliche Lage des abgeschlossenen Erhebungsjahres 2014", schreibt das BFS. So flossen 18 Mrd in die Wertschwankungsreserven - 50% mehr als im Vorjahr. Diese dienen dazu, Ausfälle auszugleichen, damit solche sich nicht zu sehr auf das Jahresergebnis der Pensionskassen auswirken.

Die Wertschwankungsreserven wuchsen gemäss BFS auf 66 Mrd CHF (+42,1%) an. Die Unterdeckung wurde um 13% auf noch 29 Mrd gesenkt. Die öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen weisen eine Unterdeckung von 27,9 Mrd aus, was einem Minus von 13% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bei den privatrechtlichen Pensionskassen betrug die Unterdeckung im Jahr 2014 total 1,2 Mrd, minus 29%.

mk

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Pensionskassen 2015 nur knapp positiv

Die Schweizer Pensionskassen haben im Dezember unter der schwachen Entwicklung an den Finanzmärkten gelitten und auf den Kapitalanlagen eine klar im Minus liegende Rendite hinnehmen müssen.

Mit dem schwachen Jahresausklang lag die Performance im Gesamtjahr 2015 so tief wie seit den Kursverlusten aus dem Krisenjahr 2011 nicht mehr, wie die UBS am Montag basierend auf ihren Berechnungen zum PK-Barometer schreibt. Immerhin resultierte am Jahresende noch ein kleines Plus.

Das Jahr 2015 endete für die Finanzmärkte, wie es begonnen hatte, nämlich mit Kursverlusten. Belastet von den Sorgen rund um China haben die bei den von der UBS betrachteten Pensionskassen angelegten Vorsorgegelder im Durchschnitt 1,31% an Wert verloren. Nach Grösse der Pensionskassen aufgeteilt war das Minus der grossen Kassen mit Vermögen ab 1 Mrd CHF (Durchschnittsrendite: -1,26%) am kleinsten, gefolgt von der Performance der Vorsorgewerke in der Grössenordnung 300 Mio bis 1 Mrd (-1,28%), während die kleinen Kassen mit Vermögen unter 300 Mio ein Minus von 1,35% ausweisen.

Kleine Rendite im Jahr 2015

Im Gesamtjahr 2015 errechnet die UBS im PK-Barometer eine Durchschnittsrendite von 0,70%. Hier hatten grosse Kassen mit einem Plus von 1,03% klar die Nase vorn. Die mittleren Kassen erreichten ein Jahresplus von 0,76% und die kleinen lediglich ein solches von 0,44%.

Eine Vielzahl an Faktoren hätten den Schweizer Pensionskassen im 2015 das erfolgreiche Anlegen schwer gemacht, so die UBS weiter. So habe die andauernde Krise der Schwellenländer die Rohstoffpreise weiter purzeln lassen und die Aktienkurse weltweit belastet. Hinzu komme die Frankenstärke, die nicht nur den heimischen Aktienmarkt in Mitleidenschaft zog, sondern auch ungesicherte Fremdwährungs-Anlagen im Wert fallen liess. Der sehr gute Performance-Wert aus dem Jahr 2014 von +7,44% wurde deutlich verfehlt.

Die langfristige Betrachtung lässt sich allerdings nach wie vor sehen. Seit Januar 2010 erzielten die Pensionskassen im Durchschnitt eine annualisierte Performance von 3,85%. Hier profitierten die grossen Kassen von einem Plus von 4,2%, die kleinen Vorsorgewerke erreichten immerhin 3,7%.

(AWP)

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Pensionskassen erreichen 2015 im Durchschnitt eine Anlageperformance von 0,7%
16.02.2016 12:35

Zürich (awp) - Die Schweizer Pensionskassen blicken auf ein durchwachsenes Anlagejahr 2015 zurück. Die Performance der Pensionskassen betrug, gemessen an der vom Beratungsunternehmen Towers Watson errechneten Medianrendite, lediglich 0,7%, wie der Pensionskassenverbands ASIP in der Mitteilung vom Dienstag schreibt. Dabei wurde die leicht negative Rendite des ersten Halbjahres (-0,1%) durch das Plus der zweiten Jahreshälfte (+0,8%) mehr als kompensiert.

Die im vergangenen erzielte Rendite liegt trotzdem klar unterhalb des vom Bundesrat für 2015 auf 1,75% festgelegten Mindestzinses. Diesen müssen die Pensionskassen ihren Versicherten gutschreiben. Auf das neue Jahr hin hat die Politik die Mindestverzinsung auf 1,25% gesenkt.

Die durchschnittliche Rendite liege unterhalb der notwendigen Sollrenditen, welche die Kassen benötigten, um ihre langfristigen Verpflichtungen zu erfüllen, warnt der Verband. Allerdings hätten die Pensionskassen in den Jahren 2012 bis 2014 gute Erträge und gemäss ASIP-Performancevergleich Renditen zwischen 6,1 und 8,1% erreicht. In diesen guten Jahren habe man einen Teil der Wertschwankungsreserven wieder aufgebaut.

GUT RENTIERENDE IMMOBILIEN

Gut abgeschnitten haben 2015 die Immobilienanlagen. Die weiterhin stetige Nachfrage nach Immobilien habe in den Kategorien "Immobilien Schweiz indirekt" sowie "Immobilien Schweiz direkt" zu Medianrenditen von 5,1% respektive 5,3% geführt. Die "Immobilien Ausland" schnitten in der zweiten Jahreshälfte gar mit +9,4% ab und erreichten eine Jahresperformance von +3,0%.

Ebenfalls zulegen konnten die "Aktien Asien Pazifik" (+3,8%). Auf der Gegenseite stehen die Rohstoffe, deren Rendite in der Jahresbilanz mit -24% geführt werden. In den letzten 5 Jahren hätten die Rohstoffe kumuliert rund 45% ihres Wertes eingebüsst, so die Mitteilung.

In der Gewichtung beanspruchten Schweizer Aktien im ASIP-Universum in der zweiten Jahreshälfte im Median rund 10% der Vermögensanlagen und ausländische Aktien rund 20%. Obligationen sind im Median mit 37% vertreten. Im ASIP-Performancevergleich wird ein Gesamtvermögen von rund 231 Mrd CHF von 60 Pensionskassen und über 1'100 Portfolios erfasst.

MARKTUMFELD BLEIBT HERAUSFORDERND

Die extrem tiefen und sogar negativen Zinsen machen den Pensionskassen weiter zu schaffen. In diesem Umfeld sei es schwierig, die notwendigen Renditen für die Erfüllung der mittel- bis langfristigen Leistungsversprechen zu erzielen, heisst es. Viele Kassen prüften nun angesichts negativer Obligationenrenditen, die Immobilien- und Aktienquote zu erhöhen oder auch vermehrt in alternative Anlagen (z.B. Infrastrukturanlagen) zu investieren.

Auch hätten einzelne Kassen dank der Aufteilung der Liquidität auf verschiedene Banken entweder noch keine, oder nur geringfügige Negativzinsen bezahlen müssen. Dagegen seien die Kosten für die Absicherung von Fremdwährungsrisiken nach der Einführung der Negativzinsen für Schweizer Investoren durchs Band markant angestiegen.

Trotz der schwierigeren Phase, die wohl auf die Pensionskassen noch zukomme, sei die Leistungsfähigkeit und die langfristige Sicherheit der beruflichen Vorsorge nicht gefährdet, verspricht der Verband. Neben Anpassungen auf der Verpflichtungsseite - wie sie im Moment im Rahmen des Projekts "Altersvorsorge 2020" diskutierte werden - seien auch Massnahmen zur Effizienz des dritten Beitragszahlers (die Anlageperformance) notwendig. Basis dafür bilde eine die Risikofähigkeit und -bereitschaft berücksichtigende Anlagestrategie.

mk/ra

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Schweizer Pensionskassen erzielen im Februar eine Anlagerendite von -0,65%
14.03.2016 12:41

Zürich (awp) - Die Schweizer Pensionskassen haben im Februar wie auch in den beiden Monaten zuvor eine negative Anlagerendite verzeichnet. Nach einer Achterbahnfahrt der Finanzmärkte schlossen sie im Berichtsmonat mit einem Minus von 0,65% ab. Seit Jahresbeginn beträgt die Performance damit -1,68%.

Führe man sich allerdings die herben Verluste an den Aktienmärkten von 7% bis 9% vor Augen, zeigen sich die Pensionskassen-Portfolios vergleichsweise stabil, so wie die UBS am Montag basierend auf ihren Berechnungen zum Pensionskassen-Barometer schreibt.

Hier zeige sich deutlich der Vorteil der Diversifikation. Vor allem hochklassige Anleihen hätten in dem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld gut abgeschnitten. Aber auch alternative Anlagen wie Immobilien hätten einen positiven Beitrag geliefert. Hedge Funds verloren leicht, hielten sich mit einer Performance von -1,2% seit Jahresanfang aber ebenfalls deutlich besser als Aktien.

Die Bandbreite zwischen bester und schwächster Performance sei im Februar weiter angestiegen, heisst es weiter. Während die beste Pensionskasse gar eine leicht positive Performance von knapp 0,4% verzeichnete, lag die schwächste bei -2,8%. Das sei ein "sehr deutlicher" Abstand, der das schwierige Marktumfeld widerspiegle, so die UBS.

cp/ra

(AWP)

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Pensionskassen leiden im Q1 weiter unter tiefen Zinsen und Anlagerenditen
13.04.2016 11:27

Zürich (awp) - Die Schweizer Pensionskassen haben einen schwierigen Start in das neue Jahr 2016 erwischt. So seien die Diskontierungssätze im ersten Quartal um rund 40 Basispunkte zurückgefallen, während die Anlagerenditen meist negativ waren, schreibt das Beratungsunternehmen Willis Towers Watson in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht "Swiss Pension Finance Watch".

Den Berechnungen des von Willis Towers Watson erstellten Pensionsplanindex zufolge sank der Deckungsgrad der Schweizer Pensionskassen, der die Pensionsvermögen mit den Verpflichtungen ins Verhältnis setzt, in den Monaten Januar bis März um deutliche 5,9 Prozentpunkte auf 88,9%. Dabei stellt der vierteljährlich veröffentlichte Wert die Entwicklung des Ausfinanzierungsgrads dar, anstatt den sonst typischen Deckungsgrad, stellt das Unternehmen klar.

Peter Zanella, Head of Retirement Solutions bei Willis Towers Watson, schreibt von beunruhigenden Nachrichten für die Unternehmen. "Die Diskontierungssätze bewegen sich heute auf einem historisch tiefen Niveau, sodass jedes weitere Quartal vorher noch nie dagewesene Herausforderungen bringt." Die Unternehmen sollten nun überlegen, wie sie mit neuen und innovativen Ansätzen die negativen Auswirkungen der ungünstigen Marktlage auf ihre Bilanz abschwächen können.

mk/ys

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Wertvolle Tipps zur beruflichen Vorsorge

Die Vorsorge der zweiten Säule betrifft alle, trotzdem wissen viele nur wenig darüber bescheid. Im Talk nennt cash-Pensionscoach Gabor Gaspar wichtige Punkte, der sich alle Vorsorgewilligen bewusst sein müssen.

Von Pascal Züger

Das Thema berufliche Vorsorge ist für viele wie ein Buch mit sieben Siegeln. Deshalb wird es häufig verdrängt, bis man irgendwann damit konfrontiert wird - sei es durch Arbeitslosigkeit, Vorbezug wegen Wohneigentumskauf, Scheidung, Todesfall oder Pensionierung. Dabei wäre ein gewisses Grundwissen hilfreich, um Fehler zu umgehen und beim Leistungsbezug das Optimum herauszuholen.

Gabor Gaspar berät Kunden in Vorsorgefragen und kennt die Details der Vorsorge- und Finanzplanung genau. Nachfolgend einige Tipps, die man bei der beruflichen Vorsorge beachten sollte:

Pensionskassen-Einkauf

Falls Deckungslücken in der Vorsorge bestehen, sind Einkäufe in die Pensionskasse (PK) möglich. Damit erhöht man die künftige Rente und spart Steuern. Lücken entstehen, wenn man im Ausland gearbeitet oder wenn sich der Lohn erhöht hat. Wie viel Geld man maximal in die zweite Säule einzahlen kann, sieht man auf dem Vorsorgeausweis, der bei der Pensionskasse angefordert werden kann.

Ob sich Einkäufe lohnen, hängt von der Pensionskasse ab. "In den meisten Fällen fliessen Einkäufe in das Überobligatorium, da das Obligatorium bereits aufgefüllt ist", sagt cash-Pensionscoach Gabor Gaspar im cash-Talk. Und für Versicherte sind die Leistungen im überobligatorischen Bereich - das heisst für Lohnbestandteile, welche 84'600 Franken pro Jahr übersteigen - meist tiefer. Zum einen beträgt dort die jährliche Verzinsung weniger als der gesetzliche Mindestzins von 1,25 Prozent, welcher nur für den obligatorischen Bereich gilt. Zum anderen fällt auch der Umwandlungssatz unter die 6,8 Prozent des Obligatoriums, was nichts anderes als eine geringere Rente bedeutet.

Zur Steueroptimierung lohnt es sich, die Einkäufe auf mehrere Jahre zu verteilen, anstatt einen einmaligen Grossbetrag zu überweisen. Ausserdem "ist ein Einkauf aus steuertechnischer Sicht umso spannender, je näher bei der Pension man ist", so Gaspar. Wer aber einen Einkauf tätigt und das Kapital später wieder rausnehmen möchte, müsse die Dreijahres-Sperrfrist beachten. "Sonst gibt man den Steuervorteil wieder zurück."

Deckungsgrad der Pensionskasse

Vor der freiwilligen Einzahlung in die PK sollte man sich über den Zustand der Pensionskasse des Arbeitgebers informieren. Denn bei maroden Kassen mit einem tiefen Deckungsgrad - sie also nicht alle zukünftigen Verpflichtungen erfüllen können - sind Sanierungsmassnahmen notwendig, die auch die Versicherten in Form von Minderverzinsungen oder gar Leistungskürzungen zu spüren bekommen könnten.

"Grundsätzlich geht es den Schweizer Pensionskassen gut", sagt Gaspar dazu. In den letzten Jahren hätten Pensionskassen wieder Kapital aufbauen können, nachdem einige als Folge der Finanzkrise ab 2007 stark unter Druck kamen. Als Schattenseite davon seien Mehrrenditen aber hauptsächlich in die Reserven der Pensionskassen geflossen – um den Deckungsgrad wieder zu erhöhen - und nicht direkt den Versicherten zugute gekommen.

Rente oder Kapital?

Die zweite Säule stellt bei den meisten Schweizern den grössten Vermögensposten dar. Umso wichtiger der Entscheid, ob das angesammelte Vorsorgegeld als Kapital direkt bezogen, oder monatlich als Rente ausbezahlt werden soll. Welche Form gewählt wird, hängt gemäss den Erfahrungen von Gaspar stark von der Entwicklung an den Aktienmärkten ab: "Geht die Börse runter, wird tendenziell weniger Kapital rausgenommen, geht sie umgekehrt hoch, nimmt man eher raus", so der Pensionsexperte.

Gaspar selbst rät zu einer Zwitterform, in der ein Teil als Kapital und ein Teil als Rente ausbezahlt wird. Er verfolgt dabei folgende Grundregel: Zwei Drittel bis drei Viertel des Bedarfs sollte über eine Rente abgedeckt werden, den Rest kann man als Kapital beziehen, um eine grössere Flexibilität zu haben.

CASH

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Crocc
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Pensionskasse: Rente oder Kapitalbezug ?

1. Der wirtschaftliche Aspekt:
Der Umwandlungssatz für die Rentenberechnung wird weiter abgesenkt werden, da wir durchschnittlich länger leben. Die Rente wird auch stärker besteuert als eine Kapitalauszahlung. Da scheint ein einmaliger Kapitalbezug vorteilhafter. Dabei muss man bedenken, dass man dieses Geld selbst gewinnbringend anlegen muss. Der Kapitalverzehr ist meistens verlustreicher.
2. Persönliche Gründe:
Wer krank ist und mit keinem langen Leben rechnen kann, wird mit Verteil das Kapital beziehen, allerdings sollte er/sie die Wittwen- und ev. Waisen-Rente im Vergleich einbeziehen.
Es gibt Leute, die können mit viel Geld nicht umgehen und geben es mit vollen Händen aus; dann unbedingt Rente beziehen.
3. Persönliche Rentenberechnung:
Damit man sorglos leben kann, sollte das Grundeinkommen nach der Pensionierung gesichert sein. Es besteht aus AHV, Renditen aus privatem Vermögen (Zinsen, Dividenden, Mietzinseinnahmen, Leibrente, etc.) und jetzt zur Ergänzung eine PK-Rente. Dazu ermittelt man seinen eigenen Finanzbedarf (tägliche Lebenskosten, Versicherungen, Fahrzeugkosten, Krankenkasse, Steuern, Reise- und Vergnügungskosten, etc.). Dazu würde ich 10-20 % zuschlagen zur Abdeckung von Unvorhersehbarem und künftiger Inflation. Somit lässt sich der fehlende Geldbedarf aus der Pensionskasse errechnen. Was dann vom PK-Kapital übrig bleibt, kann man als Teilkapital beziehen, sofern man es gut anlegen kann.
Ich hoffe, dass es einigen weiterhilft.

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Pensionskassen rechnen mit weiterer Senkung der Verzinsung und Renditeeinbussen
18.05.2016 10:30

Zürich (awp) - Schweizer Pensionskassen haben in den ersten vier Monaten des Jahres 2016 kaum eine Rendite erzielt. Die Gefahr einer Unterdeckung bleibt im aktuellen Tiefzinsumfeld akut. Eine Mehrheit der Pensionskassen will das Anlagerisiko erhöhen während weitere Senkungen der Verzinsung sowie des Umwandlungssatzes unvermeidlich scheinen.

Laut Berechnungen des Beratungsunternehmens Complementa haben die Pensionskassen von Januar bis April eine Rendite von lediglich 0,1% erzielt. Im Vorjahr waren es noch 1,1% und in den vorangegangenen drei Jahren im Durchschnitt 6,9%. Diese Zahlen wiederspiegeln gemäss Complementa die Herausforderungen des Tiefzinsumfeldes, mit welchem die 2. Säule in besonderem Masse konfrontiert ist, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Ebenfalls rückläufig entwickle sich aufgrund der sinkenden Renditen der durchschnittliche Deckungsgrad: Er ging von 105,6% Ende 2014 auf 103,4% Ende 2015 zurück. Bis Ende April 2016 sank der Deckungsgrad laut Complementa um weitere 0,8 Prozentpunkte auf 102,6%. Damit schwinde der Puffer zur Unterdeckung, was zuletzt zwischen 2008 und 2012 während und nach der Finanzkrise der Fall war.

Gemäss dem 22. Pensionskassen Risiko Check-up von Complementa liegen die Herausforderungen in den Finanzierungskosten der 2. Säule. Das Renditeziel von rund 2,7% werde im aktuellen Umfeld "nur schwer mit Anlageerträgen zu erwirtschaften sein". Complementa geht auf der Basis des Anlagemixes der 2. Säule bei anhaltend tiefem Zinsniveau von einem langfristigen Renditepotential von rund 2,3% aus.

Dies habe zur Folge das Kassenverantwortliche gezwungen seien die Verzinsungen der Arbeitnehmer zu reduzieren. Dadurch werde sich die Umverteilungsproblematik von "jung" zu "alt" und das gesamthaft tiefere Rentenniveau junger Generationen verschärfen. In Verbindung mit demografischen Faktoren und einem Einbruch des Vermögensertrags fordert das auf Investment Controlling und Reporting spezialisierte Beratungsunternehmen ein Eingreifen der Politik. Diskussionsbedarf sieht Complementa beim gesetzlichen Mindestumwandlungssatz sowie bei der Erhöhung der Beitragssätze und des Rentenalters.

sta/mk

(AWP)

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Schweizer Pensionskassen haben Neurenten weiter gekürzt
24.05.2016 12:43

Zürich (awp/sda) - Die Schweizer Pensionskassen haben im letzten Jahr auf ihren Anlagen nur noch eine Rendite von knapp über 1% erwirtschaftet. Das schlechte Anlageergebnis drückt auch auf die Neurenten. Sie wurden auf dieses Jahr erneut gesenkt.

Gemäss der Umfrage der zur Zürcher Kantonalbank gehörenden Fondsgesellschaft Swisscanto haben die Schweizer Pensionskassen den Umwandlungssatz für Männer im Durchschnitt von 6,25% im letzten Jahr auf noch 6,13% in diesem Jahr gesenkt. Damit ist dieser Satz, der die Höhe der Jahresrente im Verhältnis zum angesparten Kapital angibt, seit 2002 genau um ein Prozent gesunken.

Grund für diese weitere Absenkung sind neben der steigenden Lebenserwartung die tieferen Anlagerenditen im letzten Jahr. Im Durchschnitt erreichten die 467 befragten Kassen 2015 noch eine Rendite von 1,13%.

Den Versicherten, die noch im Erwerbsleben stehen, wurden jedoch im Mittel 2,03% gutgeschrieben. Die Kapitalien der Rentner wurden sogar mit 2,8% verzinst. Die Umverteilung von Aktiven zu den Pensionierten hat sich damit weiter erhöht. Im Vorjahr betrug die Differenz der Verzinsungen zwischen Aktiven- und Rentnerkapitalien noch 0,61%. 2015 ist diese gemäss Swisscanto-Studie auf 0,77% angestiegen.

SCHRUMPFENDE RESERVEN

Die Differenz zwischen Anlagerendite und Verzinsung der Guthaben haben die Pensionskassen aus ihren Reserven finanziert. Sie sind entsprechend im letzten Jahr geschrumpft. So ist der Deckungsgrad bei den privatrechtlichen Kassen von 113,6% auf 110,4% zurückgegangen. Öffentlich-rechtliche Kassen hatten Ende letztes Jahr im Verhältnis zum benötigen Kapital noch 92,0% tatsächliches Guthaben nach 97,9% im Vorjahr.

Für die zum 16. mal durchgeführte Pensionskassenstudie hat Swisscanto die Daten von 467 Pensionskassen zusammengetragen. Sie repräsentieren mit ihrem Anlagevolumen von 581 Mrd CHF und ihren 3,4 Millionen Versicherten rund 80% des privaten Schweizer Pensionskassenmarktes.

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Schweizer Pensionskassenindex

Schweizer Pensionskassenindex mit grossen Verlusten im vierten Quartal

Die Schweizer Pensionskassen haben im vierten Quartal 2018 gemäss den Berechnungen der Credit Suisse herbe Verluste eingefahren. Der Hauptanteil der negativen Entwicklung im Schlussquartal ist der Baisse an den Aktienmärkten zuzuschreiben.

16.01.2019 13:10

Insgesamt verlor der CS-Pensionskassenindex im Berichtsquartal 6,07 Punkte oder 3,50 Prozent und lag per Ende 2018 bei 166,96 Punkten, wie die Grossbank am Mittwoch mitteilte. Vor allem die Monate Oktober (-1,35%) und Dezember (-2,15%) seien für das negative Quartalsergebnis verantwortlich, während der November 2018 mit -0,04 Prozent beinahe neutral war.

Mit Blick auf die Anlageklassen hätten Schweizer Aktien im Berichtsquartal eine negative Rendite von 1,41 Prozent erzielt. Damit hielten sich die hiesigen Titel etwas besser als die ausländischen Aktien, die eine Rendite von -2,23 Prozent zeigten, so die Studie. Einen leicht positiven Einfluss hatten dagegen die Obligationen (+0,19%) sowie die Immobilien (+0,11%). Alternative Anlagen erzielten derweil nur ein leichtes Minus (-0,1%).

Die annualisierte Rendite des Schweizer Pensionskassen Index der CS beträgt per Ende 2018 2,73 Prozent (Basis 1.1.2000). Demgegenüber steht eine annualisierte BVG-Mindestverzinsung von 2,19 Prozent.

Die Berechnung des CS-Pensionskassen Index basiert auf den erzielten Renditen von schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen (vor Abzug der Verwaltungskosten), deren Vermögenswerte bei der Credit Suisse im Rahmen eines Global Custody verwahrt werden. Die Vermögensverwaltung bzw. Beratung hingegen erfolgt durch die Pensionskassen selber oder durch Dritte. Auf die Performance der jeweiligen Vorsorgeeinrichtungen hat die Credit Suisse in der Rolle als Global Custodian keinen Einfluss.

an/uh

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Mit Negativzinsen die

Mit Negativzinsen die Pensionskassen aufpeppen? Das meinen die cash-Leser

Die Forderung, mithilfe der SNB-Negativzinsen die zweite Säule zu sanieren, stösst in einer cash-Online-Umfrage auf offene Ohren. Die Leser schlagen auch eine alternative Verwendung der Gelder vor.

06.02.2019 12:26

Von Pascal Züger

Rund 2 Milliarden Franken nimmt die Schweizerische Nationalbank (SNB) pro Jahr durch die seit Anfang 2015 erhobenen Negativzinsen ein. Das Geld könnte in die Pensionskassen transferiert werden und somit die zukünftigen Rentenniveaus der Schweizer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhöhen. Diesen Vorschlag bringt eine Links-Rechts-Allianz, die von SP-Ständerat und Ex-Gewerkschaftsführer Paul Rechsteiner sowie dem SVP-Ständerat Alex Kuprecht angeführt wird, aufs Tapet.

Und damit scheinen die Politiker wohl ganz gezielt einen Nerv getroffen haben: Die Kommentarspalten zu diesem Thema sind voll - und in einer am Montag gestarteten Online-Umfrage von cash.ch haben seither beinahe 4000 Personen teilgenommen.

Hier das Resultat der Umfrage:

Mit den Negativzins-Einnahmen der SNB die Pensionskassen sanieren?

04.02.2019 12:42

Politiker von links und rechts wollen, dass die SNB mithilft, die Altersvorsorge zu sanieren. Konkret sollen durch die Negativzinsen generierte Einnahmen der Schweizerischen Nationalbank von rund 2 Milliarden Franken pro Jahr in die Pensionskassen fliessen. Unterstützen Sie diese Idee?

Ja.

70% (2737 Stimmen)

Nein.

30% (1153 Stimmen)

Gesamtstimmen: 3890

Deutliche 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden unterstützen die Idee, durch Negativzinsen generierte Einnahmen der SNB in die Pensionskassen fliessen zu lassen. Nur 30 Prozent lehnen diese Forderung ab.

"Es wird höchste Zeit, dass das so gemacht und verordnet wird", schreibt dazu cash-Leser und Befürworter Otto Zingg. Ins gleich Horn stösst "Peterer", für den es unverständlich ist, dass Pensionskassen überhaupt Negativzinsen bezahlen müssen. Eine Rückerstattung sei daher mehr als gerechtfertigt. Und Kurt Doll unterstützt die Idee unter einer gewissen Bedingung: "Die Idee ist gut, vorausgesetzt, das Geld wird in den obligatorischen Teil der Kasse einbezahlt und nicht in den überobligatorischen."

In den obligatorischen Teil der zweiten Säule bezahlen Arbeitnehmende mit einem Jahreslohn von mindestens 21'150 Franken bis zu einem Maximum von 84'600 Franken ein. Für diesen Bereich ist der Mindestumwandlungssatz - er legt die Höhe der Altersrente fest - derzeit noch immer bei 6,8 Prozent. Im überobligatorischen Bereich (bei Lohnbestandteilen über 84'600 Franken) liegt dieser deutlich tiefer.

Leser schlagen eine andere Verwendung vor

Aber auch die Gegnerschaft meldet sich zu Wort: "Bei einem Ja bringen wir die Negativzinsen nie mehr weg", fürchtet Leser Paul Villiger. Für Marius Zimmermann kommt eine solche Lösung "gar nicht in Frage". Die SNB solle sich um die Geldpolitik kümmern und benötige dazu alle möglichen Mittel. Um hingegen die Altersvorsorge zu sanieren, brauche es eine Erhöhung des Rentenalters und eine flexiblere Anlagepolitik für die Pensionskassen, die einen höheren Aktienanteil erlaubten.

Leser Ulrich Zimmermann, der die Einzahlung in tausende von Pensionskassen als nicht ökonomisch empfindet, bringt auch die Option einer Einzahlung an die AHV, anstatt in die zweite Säule, ins Spiel: Nur Pensionskassen-Versicherte würden mit dieser Lösung von den SNB-Überschüssen profitieren. Bei der AHV hingegen sei das Geld besser verwaltet und würde auch alle Pensionierten erreichen. Auch einige andere Leser unterstützen in der Kommentarspalte diese Idee.

Die Idee, die Negativzins-Einnahmen der Vorsorge zugute kommen zu lassen, stösst also auf breite Zustimmung. Aber wie geht es nun weiter? Gemäss Paul Rechtsteiner liegt der Ball bei der Nationalbank und beim Finanzdepartement. Diese könnten in kurzer Zeit eine unbürokratische Lösung aushandeln, sagt er zur "Sonntagszeitung". Bisher blieben offizielle Stellungnahmen sowohl von der SNB, als auch vom Finanzdepartement zu diesem Thema aus. Und wahrscheinlich versandet diese doch recht populistische Polit-Idee auch bald wieder.

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