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Deutsche-Bank-Chef kündigt

Deutsche-Bank-Chef kündigt harte Einschnitte an

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing kündigt einen massiven Umbau des seit Jahren darbenden Investmentbankings an.

23.05.2019 10:30

"Wir sind zu harten Einschnitten bereit", sagte Sewing auf der Generalversammlung der grössten deutschen Bank am Donnerstag in Frankfurt. "Wir werden die Transformation beschleunigen - indem wir unsere Bank konsequent auf die profitablen und wachsenden Bereiche ausrichten, die für unsere Kunden relevant sind. Dafür stehe ich. Darauf können sie sich verlassen", rief er Tausenden Aktionären in der Frankfurter Festhalle zu. Konkret wurde der 49-Jährige, der die Bank seit gut einem Jahr führt, allerdings nicht.

Die Investmentbank des Konzerns hat sich in den vergangenen Jahren vom Prestigeobjekt zum Sorgenkind entwickelt. Vor allem in den USA, wo frühere Deutsche-Bank-Chefs mit den grossen Wall-Street-Häusern konkurrieren wollten, ist das Institut inzwischen weit abgeschlagen. Sewing hat bereits im vergangenen Jahr, kurz nachdem er auf dem Chefsessel in den Frankfurter Doppeltürmen Platz nahm, im Aktienhandel oder bei Dienstleistungen für Hedgefonds den Rotstift angesetzt. Vielen wichtigen Aktionären reicht das aber nicht, weil die Eträge erodieren und der Bereich kaum Gewinne erwirtschaftet.

Viel vor hat Sewing unter anderem mit der sogenannten Transaktionsbank, die Dienstleistungen im Zahlungsverkehr vor allem für Unternehmen anbietet, und der zum Konzern gehörenden Fondstochter DWS. "Es muss unser Ziel sein, hier einen der zehn grössten Vermögensverwalter der Welt zu formen." Dies sei erreichbar, "wenn wir organisch weiter wachsen und gleichzeitig offen sind für andere strategische Optionen, wenn sie sich uns bieten. Die Akquisitionswährung dafür haben wir mit dem Börsengang geschaffen." Die DWS verhandelt mit der UBS über eine mögliche Zusammenlegung mit deren Fondsparte. Auch andere grosse Vermögensverwalter sind an der DWS interessiert.

(Reuters)

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Aktionäre rechnen mit

Aktionäre rechnen mit Deutscher Bank ab

Die Aktionäre der Deutschen Bank haben auf der Generalversammlung kein gutes Haar an der Strategie des deutschen Geldhauses gelassen.

24.05.2019 06:06

Die Aktie im freien Fall, beim Gewinn meilenweit hinter der Konkurrenz und im öffentlichen Ansehen ganz tief unten. Abermals wurde eine schnelle Kursänderung gefordert. Andreas Thomae von der zur Sparkassengruppe gehörenden Fondsgesellschaft Deka sprach etwa von einem "Horrorfilm mit Überlänge". Auch Alexandra Annecke von Union Investment, dem Fondshaus der Volks- und Raiffeisenbanken, machte wie viele andere Anteilseigner ihrem Ärger Luft: "Es ist traurig und schockierend, was aus der Deutschen Bank geworden ist. Das einstige Vorzeigeinstitut ist nur noch ein Koloss auf tönernen Füssen."

Die im deutschen Aktienindex Dax notierte Aktie musste am Donnerstag einen neuen Tiefschlag verkraften. Während der seit einem Jahr amtierende Konzernchef Christian Sewing und der schon länger in der Kritik stehende Verwaltungsratsschef Paul Achleitner bei den Anteilseignern um Vertrauen warben, fiel das Papier wie ein Stein um bis zu vier Prozent auf ein Rekordtief von 6,35 Euro. Die gesamte Deutsche Bank ist an der Börse inzwischen weniger als 14 Milliarden Euro wert.

Die Aktionäre erteilten Achleitner und Sewing dennoch die Entlastung, auch ein Antrag auf Abberufung Achleitners scheiterte. Die Bank, die im kommenden März 150 Jahre alt wird, kommt auch unter Sewing nicht aus der Krise. Auf seiner zweiten Generalversammlung als Konzernlenker kündigte der 49-Jährige abermals einen Umbau der darbenden Investmentbank an. "Wir sind zu harten Einschnitten bereit", rief er den enttäuschten Aktionären zu, rund 4000 hatten sich auf den Weg in die Festhalle gemacht.

"Wir werden die Transformation beschleunigen - indem wir unsere Bank konsequent auf die profitablen und wachsenden Bereiche ausrichten, die für unsere Kunden relevant sind. Dafür stehe ich. Darauf können Sie sich verlassen." Konkret wurde Sewing allerdings nicht.

Investmentbanking das Sorgenkind

Die Investmentbank des Konzerns war vor der Finanzkrise eine Gewinnmaschine, hat sich in den vergangenen Jahren aber zum Sorgenkind entwickelt. Vor allem in den USA, wo frühere Deutsche-Bank-Chefs mit den grossen Wall-Street-Häusern auf Augenhöhe konkurrieren wollten, ist das Institut inzwischen abgeschlagen. Sewing hat vergangenes Jahr im Aktienhandel oder bei Dienstleistungen für Hedgefonds den Rotstift angesetzt. Vielen wichtigen Aktionären reicht das aber nicht, weil die Erträge weiter erodieren, ohne dass ein Ende des Abwärtstrends in Sicht wäre.

Besonders viel Kritik musste - wie schon in den Vorjahren - Achleitner einstecken. Seit der Österreicher vor sieben Jahren als Chefkontrolleur antrat, ist der Aktienkurs um mehr als 70 Prozent in die Knie gegangen. Einen Rückzug oder Rücktritt schloss der 62-Jährige trotzdem aus: Er habe nicht vor, Investoren und Kunden des Instituts im Stich zu lassen, sagte er. "An einem Denkmal liegt mir nichts, am Wohl der Deutschen Bank aber schon."

Dafür bekam er von den Aktionären keinen Applaus, Buh-Rufe blieben allerdings auch aus. Selbstkritisch räumte er ein: "Natürlich habe ich Fehler gemacht in den letzten sieben Jahren." An den globalen Ambitionen der Investmentbank will der frühere Deutschland-Chef der US-Bank Goldman Sachs festhalten. Achleitners Vertrag läuft noch drei Jahre.

Der 62-Jährige erhielt schliesslich 71,6 Prozent der abgegebenen Stimmen zur Entlastung, wie Achleitner selbst als Leiter der Hauptversammlung bekanntgab. Zuvor hatte es Zweifel gegeben, ob der Österreicher entlastet wird. Konzernchef Sewing wurde mit 75,2 Prozent entlastet. Üblich sind Quoten von mehr als 90 Prozent.

(SDA)

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Insider: Deutsche Bank

Insider: Deutsche Bank reduziert US-Aktienhandelsgeschäft auf Minimum

Die angeschlagene Deutsche Bank will in den USA nur noch wenige ausgewählte Kunden im Aktienhandelsgeschäft betreuen.

18.06.2019 06:17

Die Deutsche Bank will Insidern zufolge ihr Aktienhandelsgeschäft in den USA auf das Allernotwendigste reduzieren. Es sollten dort nur noch Geschäfts- und hochvermögende Kunden bedient werden, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei auch über einen kompletten Rückzug aus dem amerikanischen Aktienhandelsgeschäft beraten worden. Man habe jedoch eine Option bevorzugt, die die Beibehaltung einer Präsenz in dem Markt vorsehe.

Es sei noch nicht klar, wie viele der rund 9000 US-Mitarbeiter von dem Vorhaben betroffen seien, verlautete weiter aus den Kreisen. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefällt worden. Die Pläne sollten bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen im Juli vorgestellt werden. Die Deutsche Bank teilte in einer E-Mail mit, dass das Geldhaus an Massnahmen arbeite, um ihren Umbau zu beschleunigen und ihre nachhaltige Profitabilität zu verbessern.

Vorstandschef Christian Sewing hatte auf der Hauptversammlung im Mai gesagt, dass der Konzernumbau beschleunigt werden soll. Das Geldhaus werde zu gegebener Zeit darüber informieren. Sewing hatte vor den Aktionären "harte Einschnitte" angekündigt. Die Investmentbank müsse mehr auf ihre Stärken ausgerichtet werden, hatte der 49-Jährige erklärt und Einschnitte im Aktienhandel und im Handel mit Staatsanleihen angedeutet. 

(Reuters/cash)

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Zitterpartie überstanden:

Zitterpartie überstanden: Deutsche Bank meistert US-Stresstest (AF)

(Ausführliche Fassung) - Endlich mal gute Nachrichten für die Deutsche Bank : Das Geldhaus hat den zweiten Teil des jährlichen US-Stresstests für grosse Finanzkonzerne mit ihrer Tochter DB USA bestanden. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) habe keine Einwände gegen die Kapitalpläne des Unternehmens, teilte sie am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Auch alle anderen zur Teilnahme verpflichteten Institute erhielten von den Aufsehern grünes Licht. Für die Deutsche Bank ist es aber ein besonderer Erfolg - in den vergangenen Jahren war sie mit ihrem US-Geschäft dreimal bei der Prüfung durchgefallen. Anleger feierten im nachbörslichen Handel bereits, der Aktienkurs der Frankfurter legte deutlich zu.

27.06.2019 23:14

Den ersten Teil der jährlichen Belastungsprobe, bei der die Fed die Kapitalausstattung anhand simulierter Krisenszenarien testet, hatte die Deutsche Bank in der Vorwoche bereits ohne Probleme bewältigt. Beim zweiten Teil, bei dem es vor allem um interne Kontrollen und Risikomanagement geht, galt dies jedoch als ungewiss. In diesen Bereichen hatte die Deutsche Bank lange Zeit Schwächen, so dass es keine Überraschung gewesen wäre, wenn die Fed etwas bemängelt hätte. Entsprechend gross dürfte die Erleichterung in Frankfurt sein.

Im vergangenen Jahr hatten die Finanzaufseher der Deutschen Bank noch "erhebliche Schwächen" attestiert und die Kapitalplanung durchkreuzt. In der Fed-Bewertung war damals die Rede von "weit verbreiteten und wesentlichen Unzulänglichkeiten". Für die Banken ist das Urteil der Aufseher vor allem wichtig, weil davon für US-Institute geplante Dividenden und Aktienrückkäufe abhängen und für Töchter ausländischer Geldhäuser Gewinnausschüttungen an ihre Konzernmütter. Für die Deutsche Bank ist der Stresstest zudem aus Imagegründen bedeutsam.

Nach zahlreichen Verfahren und Ermittlungen wegen angeblicher Regelverstösse gleichen die USA für das Frankfurter Institut eigentlich schon seit der Finanzkrise einer riesigen juristischen Baustelle. In den vergangenen Jahren zahlte die Deutsche Bank hier Milliarden Dollar an Strafen und erhielt im Rahmen von Vergleichen mit US-Behörden diverse Auflagen. Trotz des positiven Fed-Zeugnisses scheint das Geldhaus auch noch nicht aus dem Schneider. Jüngst erst berichtete die "New York Times" über neue Ermittlungen der US-Justiz wegen des Verdachts möglicher Verstösse gegen Anti-Geldwäschegesetze.

Die grossen US-Banken kündigten nach den Stresstest-Ergebnissen umgehend umfangreiche Akteinrückkäufe und deutliche Dividendenerhöhungen an, was die Aktienkurse im nachbörslichen Handel bei den meisten Instituten mit Anstiegen quittierten. Die 2009 eingeführten Gesundheitschecks der Fed sollen die Krisenfestigkeit der grössten Finanzkonzerne prüfen. Nach den schlechten Erfahrungen in der jüngsten grossen Finanzkrise soll so sichergestellt werden, dass die Kreditvergabe bei einem Finanzmarkt-Crash nicht abrupt ins Stocken gerät und Banken nicht wieder mit Steuergeld gerettet werden müssen. Die Methodik der Tests wurde in den vergangenen Jahren allerdings deutlich verändert./hbr/DP/he

(AWP)

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Deutsche Bank könnte bis zu

Deutsche Bank könnte bis zu 20'000 Stellen streichen

Die Deutsche Bank will Kreisen zufolge mehr als ein Fünftel ihrer Stellen streichen.

01.07.2019 07:50

Das sind aktuell mehr als 20 000 Stellen, die wegfallen würden. Die Bank unter Führung von Vorstandschef Christian Sewing könnte diesen Schritt mit dem neuesten Umstrukturierungsplan womöglich schon in dieser Woche verkünden, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag mit Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Am Wochenende hatte bereits das "Wall Street Journal" darüber berichtet.

Die offizielle Ankündigung dürfte spätestens am 8. Juli erfolgen, hiess es weiter. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht, auch die Zahl der eventuell betroffenen Mitarbeiter stehe noch nicht endgültig fest.

Die Deutsche Bank arbeite an Schritten zur Beschleunigung der Transformation, um die Profitabilität nachhaltig zu verbessern, erklärte eine Sprecherin per E-Mail auf Anfrage von Bloomberg. "Stakeholder" würden bei Bedarf darüber informiert. Auf der Hauptversammlung Ende Mai hatte Sewing weitere Kürzungen angekündigt: "Wir sind zu harten Einschnitten bereit. Wir werden die Transformation beschleunigen." Im Fokus steht dabei vor allem das zuletzt verlustreiche Kapitalmarktgeschäft.

(AWP)

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Verwirrung um möglichen neuen

Verwirrung um möglichen neuen Deutsche-Bank-Finanzvorstand

(neu: FAZ zu Privatkundenvorstand Strauss im vierten Absatz) - Alexander Ilgen wird Kreisen zufolge nicht neuer Finanzchef der Deutschen Bank . Dieser werde nicht den derzeitigen Amtsinhaber James von Moltke ersetzen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Ilgen ist jetzt Finanzvorstand für den Bereich Privat- und Firmenkunden.

04.07.2019 18:14

Damit widersprach die Agentur einem zuvor veröffentlichten entsprechenden Bericht des "Focus". Bei der ausserordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats am Sonntag sollen diesem Bericht zufolge insgesamt mindestens drei Mitglieder des neunköpfigen Vorstandes abgelöst werden.

Neben von Moltke sollen laut der Zeitschrift auch der für das Investmentbanking zuständige Garth Ritchie und die für Regulierung zuständige Sylvie Matherat abgelöst werden. Die Aufgaben von Ritchie solle vorerst Vorstandschef Christian Sewing übernehmen. Als Nachfolgerin für Matherat stehe Karin Dohm bereit, bislang Leiterin des Bereichs Aufsichtsfragen.

Der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zufolge werden Finanzvorstand und Asien-Vorstand Werner Steinmüller ihre Posten behalten. Gehen müsste möglicherweise Privatkundenvorstand Frank Strauss, hiess es auf der Internetseite der Zeitung am Donnerstag weiter. Hintergrund seien in den vergangenen Wochen vermehrt aufgetretene persönliche Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit den gescheiterten Fusionsverhandlungen mit der Commerzbank. Gehen dürften der Zeitung zufolge auch Investmentbanking-Vorstand Garth Ritchie, dessen Aufgaben wahrscheinlich Bankchef Christian Sewing zusätzlich übernehme, und Complicance-Vorstand Sylvie Matherat.

Im vor dem Hintergrund der geschlossenen US-Börsen sehr ruhigen Handel in Frankfurt bewegten die verschiedenen Meldungen den Akteinkurs der Deutschen Bank nicht nennenswert./jsl/fba/he/jsl/he

(AWP)

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Deutsche Bank will 18'000

Deutsche Bank will 18'000 Stellen abbauen

Die Deutsche Bank verabschiedet sich von ihren einstigen Ambitionen im globalen Investmentbanking und setzt zum Kahlschlag an.

07.07.2019 22:02

Bis 2022 will die Bank weltweit 18'000 Jobs und damit jede fünfte Stellen streichen. "Heute haben wir die umfassendste Transformation der Deutschen Bank seit Jahrzehnten vorgestellt", sagte Konzernchef Christian Sewing am Sonntag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats. "Wir packen all das an, was notwendig ist, um das volle Potenzial unserer Bank zu entfalten: unser Geschäftsmodell, unsere Kosten, unser Kapital und unser Führungsteam."

Seit Wochen war klar, dass die Deutsche Bank nach der abgeblasenen Fusion mit der Commerzbank angesichts mauer Gewinne ihre Strategie noch einmal überdenkt und auch vor tiefen Einschnitten nicht zurückscheut. Nun steht der Fahrplan: Die Kosten sollen bis Ende 2022 um sechs Milliarden Euro auf dann 17 Milliarden fallen.

Dazu streicht Sewing insbesondere im Investmentbanking, das bei den Frankfurtern schon lange keine Gewinnmaschine mehr ist: Aus dem weltweiten Aktienhandel will sich die Deutsche Bank komplett zurückziehen. Und auch der Anleihehandel, lange Zeit das Aushängeschild der Deutschen Bank, muss abspecken. Damit ist Sewing, seit etwas mehr als einem Jahr im Amt, radikaler als alle seine Vorgänger, die tiefe Einschnitte im Kapitalmarktgeschäft stets scheuten - teils auch in der Hoffnung, die Sparte werde sich irgendwann schon wieder erholen.

Für die Aktionäre bedeutet der neuerliche Umbau der Deutschen Bank einmal mehr Verzicht: Für 2019 und 2020 soll es keine Dividende geben, zumindest dieses Jahr erwartet die Deutsche Bank wegen der Umbaukosten einen Verlust - das vierte Verlustjahr binnen fünf Jahren. Immerhin sollen die Anleger nicht erneut um frisches Geld gebeten werden. "Der Verzicht auf eine Kapitalerhöhung ist grundsätzlich positiv, belastet aber auf Jahre die Ertragskraft der Bank", sagte Alexandra Annecke von Union Investment, dem Fondshaus der Volks- und Raiffeisenbanken. "Die Aktionäre brauchen weiter einen langen Atem." Nach Einschätzung von Michael Hünseler vom Vermögensverwalter Assenagon sind die Pläne der Bank auf Kante genäht. "Die Fehlertoleranz des Plans, gemessen am Kapitalbedarf, ist gering."

Wenn Sewing erfolgreich ist, soll die Bank 2022 deutlich profitabler sein und eine Rendite von acht Prozent abwerfen - im internationalen Vergleich immer noch wenig, aber ein Vielfaches der im vergangenen Jahr erreichten 0,5 Prozent.

Aus der Traum

Die Ansprüche der Deutschen Bank waren einst enorm: Mit dem Kauf der britischen Bank Morgan Grenfell vor rund 30 Jahren und einige Jahre später mit der Übernahme der New Yorker Investmentbank Bankers Trust hatte das Institut versucht, mit den Wall-Street-Giganten mitzuhalten. Doch zuletzt war die Deutsche Bank immer weiter hinter JP Morgan, Goldman Sachs und Co zurückgefallen. Statt Milliardengewinne abzuliefern, brockten die Investmentbanker dem Geldhaus immer wieder teure Strafen und Negativ-Schlagzeilen ein. Zuletzt fuhr die Sparte sogar in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen einen Verlust ein.

Die Gewerkschaften stellten sich hinter den Umbau, auch wenn er viele Jobs kostet. Insidern zufolge fielen die Beschlüsse im Aufsichtsrat einstimmig. "Das deutliche Verkleinern des Investmentbankings ist eine radikale Neuausrichtung der Deutschen Bank", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske, der im Kontrollgremium sitzt. Es gehe darum, das Institut langfristig zu stabilisieren. Ähnlich äußerte sich Stephan Szukalski, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft dbv: "Ich glaube, dass die beschlossenen Maßnahmen in die richtige Richtung gehen. Es könnte ein echter Neuanfang für die Deutsche Bank sein."

Allerdings dürfte der Arbeitsplatzabbau auch an Deutschland nicht spurlos vorbeigehen, die Postbank-Integration läuft ohnehin bereits auf Hochtouren. Details, wie sich die Stellenstreichungen genau verteilen, ließ die Deutsche Bank zunächst noch offen.

Zurück zu den Wurzeln?

Sewing will die Bank, die 1870 gegründet wurde, um deutsche Unternehmen ins Ausland zu begleiten, wieder zurück zu ihren Wurzeln führen. Das deutsche Geschäft mit Firmenkunden und die Transaktionsbank, die für viele nationale und internationale Unternehmen Dienstleistungen wie etwa den Zahlungsverkehr anbietet, sollen zu einer Unternehmensbank gebündelt werden. Auch viele kleine und mittlere Unternehmen, die bisher von der Privatkundenbank bedient wurden, sollen künftig dort angebunden sein.

Was von der Investmentbank übrig bleibt, soll sich ebenfalls hauptsächlich auf Dienstleistungen für Unternehmen konzentrieren. So sollen in der Investmentbank Bereiche wie Kredit- und Devisenprodukte ausgebaut werden. Was nicht mehr benötigt wird, landet in einer internen "Bad Bank". Sie soll Bilanzrisiken (RWA) in Höhe von 74 Milliarden Euro - ein Fünftel der gesamten Bilanzrisiken der Bank - möglichst wertschonend abbauen. Ihre letzte interne "Bad Bank" hatte die Deutsche Bank Ende 2016 nach knapp vier Jahren geschlossen, anfangs hatte sie ein Volumen von 128 Milliarden Euro.

Bis Ende 2022 rechnet der Vorstand mit Belastungen von insgesamt 7,4 Milliarden Euro durch den Umbau - allein drei Milliarden wurden im zweiten Quartal verbucht. Deshalb fuhr das Geldhaus im zweiten Quartal einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro nach Steuern ein. Die vollständige Bilanz soll am 24. Juli veröffentlicht werden.

Die Kosten für den Umbau will die Bank aus eigener Kraft stemmen. Die Kapitalpolster dürften aber abschmelzen - die Bank setzt sich künftig eine harte Kernkapitalquote (CET 1) von mindestens 12,5 Prozent zum Ziel, nachdem bislang mindestens 13 Prozent angestrebt wurden.

Auch der Vorstand wird umgekrempelt. Mit Privatkunden-Chef Frank Strauß, Regulierungsvorständin Sylvie Matherat und Investmentbanking-Chef Garth Ritchie verlassen gleich drei Vorstände das Führungsgremium zum 31. Juli. An ihrer Stelle ziehen der Vertrauensmann des Großaktionärs Katar, Stefan Simon, der ehemalige SAP-Vorstand Bernd Leukert und Christiana Riley, die bisher Finanzchefin der Unternehmens- und Investmentbank war, in den Vorstand ein.

(Reuters)

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US-Justiz ermittelt auch

US-Justiz ermittelt auch gegen Deutsche Bank

Im Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB ermitteln US-Behörden laut einem Zeitungsbericht auch gegen die Deutsche Bank.

11.07.2019 06:49

Das US-Justizministerium prüfe, ob der Finanzkonzern bei seiner Arbeit für den Fonds gegen Korruptions- und Geldwäschegesetze verstossen habe, schrieb das "Wall Street Journal" am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf Insider. Bislang steht vor allem die US-Bank Goldman Sachs wegen ihrer Rolle bei der Affäre unter Druck.

"Die Deutsche Bank hat bei allen Anfragen von Regulierungs- und Justizbehörden in Verbindung mit 1MDB vollumfänglich kooperiert", erklärte ein Unternehmenssprecher in New York. Das Justizministerium habe in Unterlagen zu dem Fall befunden, dass 1MDB "erhebliche Falschdarstellungen" gegenüber der Deutschen Bank gemacht habe. Dies decke sich mit den eigenen Erkenntnissen. Das Justizministerium wollte eine Anfrage zu dem Bericht nicht kommentieren.

Der 1MDB-Fonds, aus dem Geld verschwunden und an malaysische Regierungsmitglieder zurückgeflossen sein soll, war 2009 zur Wirtschaftsförderung des Landes eingerichtet worden. Wegen Betrugs- und Geldwäscheverdachts laufen jedoch schon länger weltweite Ermittlungen unter Leitung des US-Justizministeriums. Im Zentrum des Skandals stand bislang vor allem Goldman Sachs, Malaysia forderte bereits Milliardenbussgelder und Gefängnisstrafen für Ex-Mitarbeiter.

Laut "Wall Street Journal" half die Deutsche Bank 1MDB unter anderem 2014 - als es bereits erste Bedenken gegenüber dem Fonds gab -, eine Finanzierung über 1,2 Milliarden Dollar zu besorgen. Zudem soll eine Mitarbeiterin, die zunächst bei Goldman mit 1MDB arbeitete, später auch bei der Deutschen Bank mit dem Fonds zu tun gehabt haben. Sie verliess die Bank angeblich 2018, nachdem diese von Nachrichten zwischen ihr und dem Hauptbeschuldigten in der 1MDB-Affäre erfahren hatte.

(AWP)

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Deutsche-Bank-Chef:

Deutsche-Bank-Chef: Substanzieller Stellenabbau auch in Deutschland

Beim geplanten Konzernumbau der Deutschen Bank sollen auch in Deutschland in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze gestrichen werden. "Natürlich wird auch in Deutschland eine substanzielle Zahl an Stellen wegfallen", sagte Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing dem "Handelsblatt" (Freitag). "Dabei ist allerdings wichtig zu wissen, dass der schon zuvor geplante Abbau im Zuge der Integration der Postbank bereits in der Gesamtzahl enthalten ist."

11.07.2019 19:06

Im Zuge der Postbank-Integration sollen nach Informationen des "Handelsblatts" aus Finanzkreisen rund 6000 Stellen wegfallen. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte dazu, diese Zahl sei nicht korrekt. Wie die Deutsche Bank am Sonntag mitgeteilt hatte, will sie bis zum Ende des Jahres 2022 weltweit rund 18 000 von zuletzt rund 91 000 Vollzeitstellen streichen. Eine Zahl für Deutschland nannte das Kreditinstitut nicht.

Nach dem Scheitern eines Zusammenschlusses mit der Commerzbank will Sewing die Deutsche Bank erst einmal alleine voranbringen: "Es bringt nichts, jetzt über einen dritten oder vierten Fusionsanlauf mit der Commerzbank zu sprechen. Wir haben uns für diesen Alleingang entschlossen, jetzt lassen Sie uns bitte erst mal machen", sagte er. "Wenn es dann zu einer Konsolidierung kommen sollte, fände ich europäische Zusammenschlüsse logischer als nationale. Aber das ist Zukunftsmusik."/brd/DP/men

(AWP)

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Deutsche Bank gibt

Deutsche Bank gibt Aktienresearch nicht auf

Die verbliebenen Mitarbeiter der Deutschen Bank möchten ihre Kunden wissen lassen, dass sie noch da sind.

14.07.2019 18:30

Nach einer Flut von Schlagzeilen in den letzten paar Tagen, in denen der Abbau von 18.000 Arbeitsplätzen und die Schliessung des Aktienbereichs angekündigt wurden, könnten sich die Kunden gefragt haben, wie die Geschäfte abgewickelt werden und von wem.

Jim Reid, weltweiter Leiter fundamentale Kreditstrategie, lieferte in seiner Morgennotiz am Dienstag - die einige Stunden später als gewöhnlich kam - eine Antwort. “Wie Sie sicher alle erfahren haben, hat die Deutsche Bank eine grundlegende Umgestaltung ihres Geschäfts angekündigt”, schrieb der Londoner Analyst. “Wir wollten nur sicherstellen, dass alle wissen, dass DB Research im Unternehmen weiter im Vordergrund stehen wird.”

Die Deutsche Bank wird Aktienresearch und Vermarktung der Analysen in der so genannten Company Research and Advisory Group zusammenfassen, “um die kontinuierliche Vernetzung mit institutionellen Kunden zu stärken”, so Reid.

Stellenreduktion trifft auch Analysten

Nicht alle Analysten entkamen dem Stellenabbau. Die Kürzungen betrafen fast alle in Asien ansässigen Aktienanalysten sowie den grössten Teil des Sales- und Trading-Teams. In einer Mitteilung an Kunden in Australien schrieb die Deutsche Bank am Montag, dass sie das lokale Research sowie gewisse Sales- und Handelsdienstleistungen einstellen werde.

Grundsätzlich entschied sich die Deutsche Bank für die Fortführung des Aktienresearch, um die Beratung von Unternehmen bei Emissionen zu unterstützen, sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing am Montag in London gegenüber Analysten. Die Bank wolle dies insbesondere in Kernbranchen und ausgewählten Branchen beibehalten, sagte der Deutsche-Bank-Chef. Er wollte nicht sagen, wie viele Personen im Research der Bank arbeiten.

Die Bank wird weiterhin “qualitativ hochwertiges, unabhängiges” Research zu Wirtschaft, Festverzinslichen und speziellen Themen veröffentlichen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank auf Anfrage von Bloomberg. Die Bank habe sich auch verpflichtet, eine Research-Abdeckung für Unternehmen in Schlüsselsektoren in Europa und den USA zu liefern, fügte er an.

(Bloomberg)

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Umbau reisst Deutsche Bank

Umbau reisst Deutsche Bank tiefer in die Verlustzone als gedacht

Der Radikalumbau mit der Streichung von 18'000 Jobs hat die Deutsche Bank im zweiten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerissen als vorausgesagt.

Aktualisiert um 08:11

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal in wichtigen Geschäftsbereichen teils deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Vor allem im Handel, aber auch in der Transaktionsbank verdiente das Institut weniger. Zuwächse verzeichnete das Geldhaus im Geschäft mit vermögenden Kunden.

Insgesamt stand wegen Milliardenkosten für den Konzernumbau nach Steuern ein Verlust von 3,15 Milliarden Euro zu Buche, wie das die Deutsche Bank am Mittwoch mitteilte. Das ist etwas mehr, als die Bank mit der Bekanntgabe ihrer neuen Strategie Anfang Juli bereits in Aussicht gestellt hatte.

"Wir haben bereits wichtige Schritte unternommen, um unsere Strategie umzusetzen und die Deutsche Bank zu transformieren", sagte Vorstandschef Christian Sewing. "Das schlägt sich auch in unseren Ergebnissen nieder." Ohne die Belastungen für den Umbau, für den die Bank insgesamt mehr als sieben Milliarden Euro veranschlagt hat, wäre das Geldhaus profitabel gewesen.

Die Erträge in der Unternehmens- und Investmentbank brachen um 18 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro ein. Vor Steuern fiel hier ein Verlust von 907 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 475 Millionen vor Jahresfrist. Im Aktienhandel, der im Zuge der Neuausrichtung aufgegeben werden soll, brachen die Erträge sogar um 32 Prozent auf 369 Millionen Euro ein. Aber auch im Beratungs- und Emissionsgeschäft, auf das die Deutsche Bank auch in Zukunft setzt, gingen die Erträge um knapp ein Drittel zurück.

Die Vermögensverwalter-Tochter DWS machte im zweiten Quartal dagegen Boden gut. Der bereinigte Gewinn vor Steuern stieg um 21 Prozent auf 185 Millionen Euro. Dabei half aber auch ein strenger Sparkurs.

Zur Neuausrichtung gehört auch der Abbau von weltweit 18.000 Jobs. Ein Fünftel der gesamten Bilanzrisiken werden in einer internen "Bad Bank" gebündelt.

(Reuters/AWP)

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Deutsche Bank verschont Fixed

Deutsche Bank verschont Fixed-Income-Händler

Die Fixed-Income-Händler der Deutschen Bank wurden bislang von dem radikalen Stellenabbauprogramm des Finanzkonzerns verschont. Doch irgendwann wird sich das wohl ändern.

28.07.2019 07:50

Der jüngste Plan von Vorstandschef Christian Sewing wird unterrichteten Kreisen zufolge letztlich dazu führen, dass es sowohl bei Front-Office- als auch bei Back-Office-Stellen mit Bezug zum Kauf und Verkauf von zinsbezogenen Wertpapieren Einschnitte geben wird. Der Zeitpunkt und die genauen Zahlen seien noch nicht festgelegt, sagten die mit dem Vorgang vertraute Person, die aufgrund der vertraulichen Natur der Sache nicht genannt werden wollte.

Das angeschlagene Geldhaus kündigte Anfang des Monats eine tiefgreifende Umstrukturierung an, die einen Rückzug aus dem Aktienhandel und begrenzte Einschnitte im Zinshandel beinhaltete. Die Bank plant, bis Ende 2022 rund 18.000 Arbeitsplätze abzubauen. Kurz nach der Ankündigung versicherte der Leiter des Fixed-Income-Handelsbereichs der Deutschen Bank, Ram Nayak, seinen Mitarbeitern, dass sie ihre Jobs in seinem Bereich behalten werden, wie Bloomberg damals aus unterrichteten Kreisen erfahren hatte.

Die Deutsche Bank hat die Verteilung des Stellenabbaus nach Gebieten oder Bereichen nicht aufgeschlüsselt und lediglich gesagt, dass alle Regionen betroffen seien. Die Bank erklärte, seit Ankündigung der Umstrukturierung seien mehr als 900 Mitarbeiter - hauptsächlich im Aktienhandel - darüber informiert worden, dass ihre Beschäftigung enden wird.

(Bloomberg)

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Deutsche Bank dämpft

Deutsche Bank dämpft Ertragshoffnungen

Die Deutsche Bank rechnet wegen der Niedrigzinsen und der abflauenden Konjunktur mit Gegenwind beim angestrebten Ertragswachstum.

10.09.2019 06:16

Dies sagte der Finanzchef des deutschen Geldinstituts, James von Moltke, bei einer Investorenkonferenz am Montag in New York. Bis zum Jahr 2022 stelle die Deutsche Bank einen Ertrag zwischen 24 und 25 Milliarden Euro in Aussicht. Damit ist das Geldhaus etwas vorsichtiger als noch im Juli.

Damals hatte die Bank ihre neue Strategie vorgestellt und bis 2022 einen Ertrag von rund 25 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im Jahr 2018 hatte die Deutsche Bank auf vergleichbarer Basis einen Ertrag von knapp 23 Milliarden Euro erzielt. Seit Juli habe sich das Umfeld allerdings eingetrübt und die Lage der Weltwirtschaft sei fragiler geworden, hiess es nun. Daher plane die Bank derzeit mit einem Ertrag zwischen 24 und 25 Milliarden Euro.

"Wir denken, das bleibt erreichbar. Aber wir bekommen offensichtlich Gegenwind durch die niedrigen Zinsen", sagte von Moltke. Viele Experten bezweifeln schon seit der Vorstellung der Strategie, dass die Bank ihr Ertragsziel erreichen kann, obwohl sie gleichzeitig Kosten senken und die Risiken reduzieren will.

Die vorsichtigeren Aussagen des Finanzchefs könnten den Aktienkurs weiter belasten. Dieser hatte sich in den vergangenen Tagen kräftig erholt - seit dem Rekordtief von 5,777 Euro Mitte August ging es um rund 27 Prozent nach oben. Trotz der jüngsten Erholung kosten die Papier fast ein Viertel weniger als noch vor einem Jahr.

(SDA)

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Umbau brockt Deutscher Bank

Umbau brockt Deutscher Bank erneut Verlust ein - Aktie sinkt

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Quartal wegen ihres Konzernumbaus erneut einen Verlust eingefahren.

Aktualisiert um 07:44

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Quartal wegen ihres Konzernumbaus erneut einen Verlust eingefahren. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 832 Millionen Euro, wie das größte deutsche Geldhaus am Mittwoch mitteilte. Im zweiten Quartal hatte das Institut noch einen Verlust nach Steuern von 3,15 Milliarden Euro erzielt. "Die Transformation ist in vollem Gang, mit spürbaren Fortschritten auf der Kostenseite und beim Risikoabbau", sagte CEO Christian Sewing. Die Aktien gaben im vorbörslichen Handel um drei Prozent nach.

Die Gesamterträge der Bank gingen im Sommerquartal um 15 Prozent zurück auf 5,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig legten die Kosten um vier Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zu. In allen vier Kerngeschäftfeldern verdiente das Institut weniger als im Vorjahreszeitraum. Nur in der Unternehmerbank, die das Firmenkundengeschäft sowie die Zahlungsverkehrsdienstleistungen beinhaltet, legten die Erträge zu. Zu schaffen machten der Deutschen Bank im vergangenen Quartal auch Rückgänge im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren. Dagegen nahm sie im Emissions- und Beratungsgeschäft mehr ein.

Die Deutsche Bank steckt derzeit mitten im größten Konzernumbau ihrer Geschichte. Weltweit fallen 18.000 Stellen weg, der verlustbringende Aktienhandel wird dichtgemacht, der Anleihehandel - das einstige Aushängeschild der Bank - wird zurechtgestutzt. Außerdem lagerte das Institut rund ein Fünftel der Bilanzrisiken in eine Art interne "Bad Bank" aus. Die darin enthaltenen Papiere sollen über die Jahre abgebaut werden, um dringend benötigtes Eigenkapital freizuschaufeln.

Die erst im Juli herausgegebenen Mittelfristziele wackeln. "Zum jetzigen Zeitpunkt bleiben unsere Ertragsbestrebungen sowie die Ziele für die Eigenkapitalrendite nach Steuern für das Jahr 2022 unverändert", hieß es im Zwischenbericht der Bank. Den sinkenden Erträgen durch das eingetrübte Zinsumfeld wolle das Institut unter anderem mit höheren Gebühren gegensteuern. 

(Reuters)

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Deutsche Bank wegen Danske

Deutsche Bank wegen Danske offenbar im Visier der US-Ermittler

Der Deutschen Bank droht erneut Ärger in den USA.

02.12.2019 07:00

Das Geldhaus ist Insidern zufolge wegen seiner Verwicklungen in den Geldwäscheskandal bei der Danske Bank ins Visier der US-Ermittler geraten. Die Justizbehörde untersuche die Rolle der Frankfurter bei den verdächtigen Transaktionen des größten dänischen Finanzinstituts, sagten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Unter anderem gehe es darum, ob die Deutsche Bank der Danske Bank geholfen habe, Zahlungen in die USA zu leiten, fügte eine Person hinzu. Dies könnte zu hohen Strafen führen.

Die US-Ermittler baten den Insidern zufolge um Amtshilfe ihrer deutschen Kollegen, die schon länger die Verbindungen der Deutschen Bank mit der Danske Bank unter die Lupe nehmen. Auch die Staatsanwaltschaft in Estland arbeitete mit den Amerikanern zusammen. Die Deutsche Bank war jahrelang als Korrespondenzbank für Danske tätig. Über deren Filiale in Estland wurden von 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen im Volumen von 200 Milliarden Euro abgewickelt. Es ist der weltweit größte Geldwäsche-Skandal überhaupt. 2015 beendete die Deutsche Bank ihre Beziehungen zu dem dänischen Geldhaus.

Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte, in den vergangenen Jahren seien die internen Geldwäsche-Kontrollen verbessert worden. Mit den Behörden stehe das Institut in einem guten und konstruktiven Dialog. Ein Sprecher der Danske Bank sagte, das Institut kooperiere weiterhin mit den ermittelnden Behörden in Estland, Dänemark, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Die US-Justizbehörde und die Staatsanwaltschaft Frankfurt lehnten einen Kommentar ab.

Die Frankfurter zahlten in anderen Geldwäsche-Verfahren an Behörden in den USA und Großbritannien bereits Strafen von rund 700 Milliarden Dollar.

Mitarbeiter hatten Bedenken geäussert

Bereits im vergangenen Jahr forderten die US-Ermittler von der Deutschen Bank Informationen über ihre Kooperation mit der Danske Bank an. Zu diesem Zeitpunkt sei der Vorstand davon ausgegangen, dass die Staatsanwälte nur die Dänen im Visier hätten und die Deutsche Bank selbst kein Ziel sei, sagte einer der Insider. In den vergangenen Monaten sei die Führungsriege aber darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die Untersuchungen der US-Behörde auf die Deutsche Bank ausgeweitet worden sei.

Frühere und derzeitige Mitarbeiter der Deutschen Bank in den USA hätten in der Vergangenheit bei Transaktionen, die auch mit Danske gemacht worden seien, Bedenken gegenüber Vorgesetzten geäußert, seien aber ignoriert worden, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen. In Frankfurt sei unter anderem Ex-Deutsche-Bank-Vorständin Sylvie Matherat befragt worden, fügte ein anderer Insider hinzu. Matherat, die die Deutsche Bank im Sommer verlassen hatte, lehnte einen Kommentar ab. Die Deutsche Bank erklärte, Matherat sei als Zeugin befragt worden. 

(Reuters)

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Die Deutsche Bank und ihre

Die Deutsche Bank und ihre lange Suche nach sich selbst

Die Deutsche Bank muss zu ihrem 150. Geburtstag im kommenden Jahr beweisen, dass sie mit dem grössten Umbau der Firmengeschichte wieder festen Boden unter den Füssen bekommt.

29.12.2019 11:15

Das Frankfurter Geldhaus, das einmal zu den grössten Banken der Welt gehörte, soll wieder nachhaltig profitabel werden. Doch das klassische Bankgeschäft mit Privat- und Firmenkunden läuft schleppend und das Investmentbanking birgt Risiken. Immer wieder hat die Bank in ihrer Geschichte die richtige Balance gesucht zwischen Privatkundengeschäft und Investmentbanking. Es folgt ein Überblick über die wichtigsten Weichenstellungen - und welche davon wieder rückgängig gemacht wurden:

Die Anfänge: 1870 bis 1886

Gründung der Deutschen Bank in Berlin durch den Privatbankier Adelbert Delbrück und den Politiker Ludwig Bamberger. Erster Vorstandssprecher ist Georg von Siemens. Im Gründungsstatut wird die Bedeutung des Auslandsgeschäfts unterstrichen: "Der Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art, insbesondere Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen europäischen Ländern und überseeischen Märkten."

Weiteres Standbein ist von Beginn an das Einlagengeschäft. Bis 1873 eröffnet die Bank Filialen in Bremen, Hamburg, Yokohama, Schanghai und London. London ist schon damals die wichtigste Auslandsniederlassung. Die Filiale in Frankfurt am Main, heute der Hauptsitz, öffnet erst 1886.

Erste Konsolidierung: 1929 BIS 1932

Die Deutsche Bank schliesst sich 1929 mit der Konkurrentin Disconto-Gesellschaft zusammen. Acht Jahre lang firmiert das fusionierte Geldhaus unter dem Doppelnamen Deutsche Bank und Disconto­-Gesellschaft, danach wieder unter Deutsche Bank.

Wiederaufbau und Neuorientierung: 1947 BIS 1957

Nach Kriegsende wird die Deutsche Bank in den westlichen Besatzungszonen in zehn Regionalinstitute aufgespalten. Erst nach Gründung der Bundesrepublik werden die Einzelteile wieder zusammengesetzt. 1957 entsteht die Deutsche Bank AG mit Sitz in Frankfurt.

Expansion und Internationalisierung: 1959 BIS 1999

Einstieg ins Privatkundengeschäft auf breiter Basis mit der Einführung von Kleinkrediten. Es entstehen die ersten Filialen im europäischen Ausland (Italien, Spanien).

1979 beginnt mit der Eröffnung einer Filiale in New York die Präsenz der Deutschen Bank in den USA unter eigenem Namen.

1989 markiert die Übernahme der britischen Investmentbank Morgan Grenfell den Startschuss der Expansion im internationalen Kapitalmarktgeschäft.

1999 schluckt die Deutsche Bank die New Yorker Investmentbank Bankers Trust. Das soll die Tür für einen breiteren Einstieg in den US-Markt öffnen.

Auf dem Heimatmarkt wird das Geschäft mit Privatkunden in die "Deutsche Bank 24" (DB 24) ausgegliedert. Sie geht mit 17.500 Mitarbeitern, 6,8 Millionen Kunden und einer Bilanzsumme von 43 Milliarden Euro an den Start und soll das Filialgeschäft mit dem Online-Banking verzahnen. Die Deutsche Bank liebäugelt damit, die Gesellschaft ganz oder teilweise über die Börse zu verkaufen. Die Deutsche Bank selbst will sich auf das gehobene Privatkundengeschäft und die Vermögensverwaltung sowie das Firmenkundengeschäft und Investmentbanking fokussieren.

In die Welt - und wieder zurück: Jahrtausendwende bis heute

2000: Der Plan, mit der Dresdner Bank zu fusionieren, um die Kräfte im Investmentbanking zu bündeln, scheitert wegen Meinungsverschiedenheiten über die künftige Machtaufteilung.

2002: Die DB 24 wird beerdigt. Viele fühlten sich als Kunden zweiter Klasse aussortiert. Die Bank hat das Einlagengeschäft als wichtige Refinanzierungsquelle wieder entdeckt und will ihm eine prominente Rolle geben. Im Herbst geht die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG an den Start, darin geht die DB 24 auf. Parallel dazu läuft der Ausbau der Vermögensverwaltung.

2006: Das Privatkundengeschäft wird durch die Übernahme der Berliner Bank und der Norisbank gestärkt.

2007: Start des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank in China. Der Anteil an der chinesischen Hua Xia Bank wird nach und nach auf knapp 20 Prozent erhöht.

2010: Übernahme der Postbank und der kriselnden Privatbank Sal. Oppenheim. Die Postbank wird auf das Massengeschäft mit Kleinsparern und kleineren Firmen ausgerichtet und soll technisch in das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank integriert werden. Das Kölner Institut Sal. Oppenheim wird Teil der Vermögensverwaltung und verfolgt kurz darauf einen radikalen Sanierungs- und Sparkurs.

2011: Die Bank stellt Teile ihrer Vermögensverwaltung zum Verkauf. Die lukrative Publikumsfondsgesellschaft DWS ist davon ausgenommen.

2012: Die Bank erklärt, die Vermögensverwaltung bleibe doch zentraler Bestandteil des Konzerns. Ihre Einzelteile sollen zu einer Einheit (Deutsche Asset and Wealth Management) werden und Synergien mit dem Investmentbanking heben. Im Privatkundengeschäft werden die Norisbank-Filialen in die Postbank eingegliedert. Die Norisbank soll fortan eine reine Online-Bank sein.

April 2015: Die Deutsche Bank muss schrumpfen und beschliesst die Abspaltung der Postbank. Sie soll vorzugsweise an die Börse gebracht werden. Aber auch ein Verkauf an einen Rivalen ist nicht ausgeschlossen. Am Ende will sich die Deutsche Bank komplett von ihr trennen. Eine alternativ geprüfte Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts wird verworfen.

Oktober 2015: Die Deutsche Bank gibt im Rahmen ihrer "Strategie 2020" bekannt, ihren Anteil an Hua Xia zu verkaufen und tütet den Deal zum Jahresende ein. Die Konzernsparten werden wieder neu zugeschnitten: Das Investmentbanking und die Vermögensverwaltung werden jeweils zerlegt. Das verbleibende Privatkundengeschäft mit den "blauen Filialen" soll zurückgebaut werden. Insgesamt bekommt das Investmentbanking im Konzern damit wieder stärkeres Gewicht, es soll aber kapitalschonender betrieben werden.

Postbank als Ladenhüter

Sommer 2016: Die Postbank erweist sich als Ladenhüter. Einige wenige Interessenten hätten so niedrige Bewertungen avisiert, dass die Deutsche Bank noch einmal Milliarden abschreiben müsste, würde sie darauf eingehen, berichten Insider. Es sickert erstmals durch, dass deshalb auch wieder über eine Re-Integration der Bonner Tochter in den Konzern nachgedacht wird. Ausserdem wird bekannt, dass Deutsche Bank und Commerzbank inoffiziell über einen Zusammenschluss gesprochen haben. Insider sprechen von einem "Sommerflirt". Beide Geldhäuser müssten zunächst jeder für sich aufräumen.

März 2017: Die Deutsche Bank bestätigt die Re-Integration der Postbank, die Vermögensverwaltung soll an die Börse gebracht werden. Das Handels- und Beratungsgeschäft wird wieder in eine gemeinsame Investmentbank zusammengelegt.

März 2018: Die Deutsche Bank bringt einen Minderheitsanteil an ihrem Vermögensverwalter DWS an die Börse. Das spült 1,3 Milliarden Euro in die klammen Kassen des Geldhauses - deutlich weniger als ursprünglich erhofft.

April/Mai 2018: Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt verordnet der neue Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing dem Konzern eine Schrumpfkur. Angesichts wegbrechender Erträge und des Verlusts von Marktanteilen wird das Investmentbanking zusammengestrichen, unter anderem bei Dienstleistungen für Hedgefonds und im Handel mit Aktien und Anleihen. 65 Prozent der Erträge sollen künftig aus den stabileren Geschäftsbereichen kommen, zu denen die Bank die Privat- und Firmenkundenbank, den Vermögensverwalter DWS und die Transaktionsbank zählt.

Gescheiterte Fusionsgespräche 

17. März 2019: Die Deutsche Bank und die Commerzbank kündigen offizielle Fusionsgespräche an. Sewing schreibt an die Mitarbeiter, man müsse die sich bietenden Gelegenheiten prüfen. Obwohl die Deutsche Bank durch einen Zusammenschluss mit der Konkurrentin ihr Privat- und Firmenkundengeschäft stärken würde, bleibe es ihr Ziel, "eine globale Bank mit einem starken Kapitalmarktgeschäft zu sein."

25. April 2019: Die Deutsche Bank und die Commerzbank geben das Ende ihrer Fusionsgespräche bekannt. Wichtige Investoren fordern von Deutschlands grösstem Geldhaus einen baldigen Plan B.

23. Mai 2019: Auf der Hauptversammlung lassen die Aktionäre kaum ein gutes Haar an der Strategie des Geldhauses. Sewing kündigt "harte Einschnitte" an.

07. Juli 2019: Die Bank stellt ihre Umbaupläne vor: Weltweit fallen 18.000 Jobs weg. Das deutsche Geschäft mit Firmenkunden und die Transaktionsbank, die für nationale und internationale Unternehmen Dienstleistungen wie Zahlungsverkehr anbietet, werden zu einer Unternehmensbank gebündelt. Aus dem Aktienhandel zieht sich die Bank komplett zurück, im Anleihehandel soll es weitere Einschnitte geben.

09. September 2019: Finanzchef James von Moltke stellt nur wenige Wochen nach Verkündung der neuen Strategie die Ziele für das Ertragswachstum in Frage.

10. Dezember 2019: Beim Investorentag senkt das Institut die Renditeziele für einzelne Sparten. Schwächen werden vor allem im Privatkundengeschäft deutlich. Auch das Firmenkundengeschäft tritt auf der Stelle. Lediglich für das Investmentbanking hebt Sewing die Ertrags- und Renditeziele wieder an.

(Reuters)

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Deutsche Bank senkt

Deutsche Bank senkt Investmentbank-Boni

Die Deutsche Bank reduziert unterrichteten Kreisen zufolge den Bonuspool in ihrer Investmentbank um rund 30 Prozent. Das Finanzhaus hat schon 2019 eine tiefgreifende Umstrukturierung in Angriff genommen.

20.01.2020 08:02

Bei der Zahl handle es sich um einen Durchschnittswert für den Bereich, in dem das Fixed-Income-Handelsgeschäft angesiedelt ist, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. Es werde allerdings Anpassungen für individuelle Leistungen und Abteilungen geben. Insgesamt sinke die variable Vergütung bei der Bank um etwa 20 Prozent, hieß es weiter.

Vorstandschef Christian Sewing steckt in einer Zwickmühle: Er muss sein oft wiederholtes Versprechen einlösen, die um Restrukturierungsausgaben bereinigten Kosten auf unter 21,5 Milliarden Euro zu senken, während er gleichzeitig Top-Talente bei der angeschlagenen Investmentbank halten und die Aufsichtsbehörden beschwichtigen muss. Das Spannunghsfeld zwischen Kostenreduzierung und Wachstum hat sich noch weiter verschärft, nachdem er an einem Investorentag im Dezember angekündigt hatte, den Fixed-Income-Handelsbereich in den Mittelpunkt der Expansionspläne zu stellen.

Die Bank strebe eine höhere Differenz zwischen den variablen Vergütungen für Leistungsträger und für Mitarbeiter mit einer schlechteren Performance an, sagten zwei informierte Personen. Der verkleinerte Bonuspool spiegle aber auch den geringeren Personalbestand im Rahmen der Umstrukturierungspläne wider. Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Turnaround-Plan

Im vergangenen Jahr vergab die Bank variable Vergütungen in Höhe von 1,95 Milliarden Euro. Mit einer Reduzierung des Bonuspools um insgesamt ein Fünftel würde Sewing also rund 400 Millionen Euro einsparen.

Nach dem Abbruch der Gespräche mit der Commerzbank im April letzten Jahres hatte Sewing für Deutschlands größten Kreditgeber einen Turnaround-Plan vorgestellt, in dessen Rahmen die globalen Aktivitäten radikal verkleinert und neu gestaltet werden. Die Bank baut 18'000 Stellen ab, setzt ihre Dividende aus, reduziert das Risiko in der Investmentbank und zieht sich aus Sales und Trading von Aktien zurück.

Bloomberg hatte im Dezember berichtet, dass die Deutsche Bank eine Kürzung des Bonuspools um rund 20 Prozent erwägt. Die Bank will ihre Ergebnisse für das vierte Quartal am 30. Januar vorlegen. Die Höhe des Bonuspools wird in der Regel im Jahresbericht veröffentlicht, der für den 20. März auf der Agenda steht.

(Bloomberg)

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Ex-SPD-Chef Gabriel als

Ex-SPD-Chef Gabriel als Aufsichtsrat der Deutschen Bank nominiert

(Ausführliche Fassung) - Der ehemalige SPD-Chef und Ex-Vize-Kanzler Sigmar Gabriel soll Aufsichtsrat der Deutschen Bank werden. Die Bank hat nach eigenen Angaben am Freitag einen Antrag zur Bestellung des 60-Jährigen beim Amtsgericht Frankfurt eingereicht. Bei der Hauptversammlung am 20. Mai soll sich Gabriel dann den Aktionären zur Wahl stellen.

24.01.2020 11:52

Gabriel soll im Kontrollgremium des Dax -Konzerns Jürg Zeltner ersetzen. Zeltner hatte den Posten Ende vergangenen Jahres kurz nach seiner Berufung geräumt, nachdem die Aufsicht Vorbehalte gegen die Bestellung des Ex-UBS -Managers geäussert hatte.

"Wir freuen uns sehr, mit Sigmar Gabriel einen überzeugten Europäer und Transatlantiker für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewinnen zu können", liess Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner mitteilen. "Als ehemaliger Umwelt-, Wirtschafts- und Aussenminister wird Sigmar Gabriel mit seinem grossen Erfahrungsschatz einen besonderen Beitrag leisten und unsere Kompetenz im Aufsichtsrat ergänzen."

Gabriel sagte laut der Mitteilung: "Mit einer nun klaren Strategie und ihrem starken Führungsteam hat die Deutsche Bank als eine der wichtigsten Finanzinstitutionen in Europa die Chance und die Verantwortung, die Zukunft der deutschen und europäischen Wirtschaft mit zu gestalten. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten."

Gabriel gehörte dem Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in verschiedenen Funktionen neun Jahre lang an. Von Dezember 2013 bis März 2018 war er Vizekanzler, die SPD führte der gebürtige Niedersachse in den Jahren 2009 bis 2017. Sein Bundestagsmandat hatte Gabriel im November vergangenen Jahres abgegeben. Seit seinem Rückzug aus der Bundesregierung ist Gabriel in verschiedenen internationalen Gremien und Organisationen aktiv. Seit Juni 2019 ist er unter anderem in ehrenamtlicher Funktion Vorsitzender der Atlantik-Brücke.

Mit rechtlichen Problemen muss Gabriel bei einem Wechsel in die Wirtschaft nicht rechnen: Das Bundesministergesetz sieht lediglich vor, dass Mitglieder der Bundesregierung "innerhalb der ersten 18 Monate nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt eine Erwerbstätigkeit oder sonstige Beschäftigung ausserhalb des öffentlichen Dienstes" anzeigen müssen.

Gabriel ist nicht der erste hochrangige Ex-Politiker, der nach seiner politischen Tätigkeit in die Wirtschaft wechselt. Sein Parteigenosse Gerhard Schröder übernahm nach seinem Abschied aus dem Kanzleramt 2005 unter anderem den Aufsichtsrats-Vorsitz bei der vom russischen Konzern Gazprom dominierten Ostsee-Pipeline-Betreiber Nord Stream AG. Die frühere CDU-Politikerin Hildegard Müller führt inzwischen den Verband der Automobilindustrie (VDA). Auch frühere Spitzenpolitiker von Grünen und FDP sind in die Wirtschaft und zu Lobbyistenvertretungen gewechselt./ben/DP/fba

(AWP)

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Deutsche-Bank-Chef Sewing

Deutsche-Bank-Chef Sewing will 2020 Fokus auf Wachstum verschieben

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gibt sich nach einem weiteren Verlustjahr kämpferisch und blickt optimistisch nach vorne. Der Radikalumbau verlaufe in manchen Bereichen sogar besser als geplant. "Wir kommen schneller voran als erwartet", schrieb er in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an die Mitarbeiter. Trotz der hohen Aufwendungen für den Umbau sei es der Bank gelungen, die Kapitalposition zu festigen.

30.01.2020 07:42

Dies sei darauf zurückzuführen, dass der Abbau von Altlasten und Risiken schneller vorangeht als gedacht. "Aufgrund des starken Kapitalpolsters von 13,6 Prozent sind wir sehr zuversichtlich, den Umbau mit unseren Mitteln stemmen und nun wieder wachsen zu können", erklärte Sewing.

Nachdem zuletzt vor allem der Start des Umbaus die Bank beschäftigte, verschiebe sich der Fokus jetzt in Richtung Wachstum. "Wir wollen unsere Marktposition nicht mehr nur verteidigen. Wir wollen sie wieder ausbauen." Gleichzeitig müssten aber die Kosten weiter runter und die Risiken in der Bilanz weiter sinken.

"Bis die Transformation abgeschlossen ist, wird noch einiges an Arbeit nötig sein. Aber wenn wir weiter so konsequent, diszipliniert und engagiert voranschreiten wie in den vergangenen sechs Monaten, dann blicke ich sehr zuversichtlich auf 2020 - und darüber hinaus", heisst es in dem Brief.

/zb/jha/

(AWP)

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Umbau brockt Deutscher Bank 5

Umbau brockt Deutscher Bank 5,7 Milliarden Euro Verlust ein

Der grösste Konzernumbau in der Firmengeschichte hat bei der Deutschen Bank im vergangenen Jahr ein tiefes Loch in die Bilanz gerissen.

30.01.2020 07:36

Nach Steuern schrieb das Institut einen Verlust von 5,3 Milliarden Euro, wie sie am Donnerstag mitteilte. Unter dem Strich - also nach Abzug von Zinszahlungen für Nachranganleihen - stand sogar ein Minus von 5,7 Milliarden Euro. Es ist der fünfte Jahresverlust in Folge. Seit 2015 verlor das grösste deutsche Geldhaus damit insgesamt 15 Milliarden Euro. Von 2010 bis 2014 hatte es noch zusammen gerechnet neun Milliarden Euro verdient.

"Wir haben einen hohen Verlust für 2019 bekanntgegeben – und trotzdem erleben Sie mich zufrieden und positiv gestimmt", schrieb Vorstandschef Christian Sewing in einem Brief an die rund 87.600 Mitarbeiter. 70 Prozent der erwarteten Umbaukosten von gut sieben Milliarden Euro seien bereits verarbeitet. Die Bank könne den Umbau mit den vorhandenen Mitteln stemmen und nun wieder wachsen. "Unsere neue Strategie greift", erklärte der 49-Jährige. In der Kernbank habe sich das Geschäft im vergangenen Jahr stabilisiert.

Allerdings gingen die Erträge im vierten Quartal konzernweit um vier Prozent auf 5,35 Milliarden Euro zurück. Einbussen musste die Unternehmensbank und das Privatkundengeschäft hinnehmen, dagegen legten die Erträge in der Vermögensverwaltung, die im Wesentlichen aus der Fondstochter DWS besteht, sowie im Investmentbanking zu. Besonders gut lief im Schlussquartal der Anleihehandel.

Finanzkonzern durchläuft Rosskur

Die Erträge stiegen hier um fast ein Drittel auf 1,2 Milliarden Euro. Bei US-Rivalen wie JP Morgan und Goldman Sachs lief das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren im Schlussquartal noch besser. Das lag aber auch daran, dass das vierte Quartal 2018 branchenweit besonders schwach ausgefallen war.

Um wieder in die Spur zu kommen, hat Sewing der Bank im vergangenen Sommer eine Rosskur auferlegt. Der Anleihehandel, einst das Aushängeschild des Instituts, muss kräftig abspecken, der Aktienhandel wird komplett dicht gemacht. Weltweit fallen wegen des Umbaus 18.000 Stellen weg.

Analysten sind skeptisch, ob Sewing der Umbau gelingt. "Es ist nicht zu erkennen, dass der Strategieschwenk ein Wendepunkt für die Bank ist", schrieb Barclays-Analyst Amit Goel in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Aktienkommentar. "Die Bank wird Schwierigkeiten haben, ihre Ertragsziele zu erreichen." 

(Reuters)

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Deutsche Bank stärkt

Deutsche Bank stärkt Kernkapital - 1,25 Milliarden Dollar platziert

Die Deutsche Bank hat die Stärkung ihrer Finanzbasis erfolgreich abgeschlossen. Es sei zusätzliches Kernkapital (AT1) im Volumen von 1,25 Milliarden US-Dollar platziert worden, teilte das Institut am späten Dienstagabend in Frankfurt mit. Angepeilt hatte die Bank mindestens 1 Milliarde. Der anfängliche Zinssatz liegt bei sechs Prozent pro Jahr.

11.02.2020 22:41

Die Transaktion sei ein weiterer Schritt, die Einhaltung der regulatorischen Kapitalanforderungen sicherzustellen, indem ein Niveau von AT1-Instrumenten in Höhe von 1,5 Prozent oder mehr der risikogewichteten Aktiva auf vollständig umgesetzter Basis beibehalten werde, hatte es am Vortag bei der Ankündigung der Aktion geheissen. Sie unterstütze die Bank ausserdem auf dem Weg zur Erfüllung einer Verschuldungsquote von 4,5 Prozent im Jahr 2020./he

(AWP)

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Coronavirus: Der perfekte

Coronavirus: Der perfekte Sturm für deutsche Banken

Noch vor wenigen Wochen freute sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing über bessere Geschäfte. Doch mittlerweile dürften bei dem Boss von Deutschlands grösstem Geldhaus alle Alarmglocken schrillen.

02.03.2020 06:37

Die sich ausbreitende Coronavirus-Krise braut sich zum perfekten Sturm für die Banken zusammen. An den Börsen geht es weltweit seit Tagen bergab, immer mehr Firmen warnen vor Einbußen und Volkswirte sagen eine Rezession voraus. Für die Deutsche Bank käme eine Wirtschaftskrise zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Ihr Fundament ist nach vielen Milliarden Euro Verlusten schwach und die Erholung fußt darauf, dass es im Geschäft mit Firmenkunden und an den Kapitalmärkten aufwärts geht. Auch die Commerzbank mit ihrem riesigen Kreditportfolio würde eine Konjunkturschwäche ins Mark treffen.

"Sowohl für die Deutsche Bank als auch für die Commerzbank wäre eine Wirtschaftskrise eine große Herausforderung, da beide Banken schon heute nur eine niedrige Profitabilität aufweisen", sagt Analyst Philipp Häßler vom Broker Pareto Securities. Komme es tatsächlich zu einer Rezession, würden die Kreditausfälle deutlich zulegen und die Risikovorsorgen in den Bilanzen könnten auf Größenordnungen wie zu Zeiten der Finanzkrise steigen. Auch das Kapitalmarktgeschäft könne wieder unter die Räder kommen.

Der Handel mit Anleihen und Aktien befand sich gerade erst auf dem Weg der Besserung. Zudem hatten Unternehmen wieder mehr Schuldscheine herausgegeben und Börsengänge geplant. Inzwischen drehen viele Banker Däumchen. "Ich bin im Büro, aber ich verbringe mehr Zeit damit, Sport im Fernsehen zu schauen als zu arbeiten", sagt ein Investmentbanker, der bei einer großen europäischen Bank für Fusionen und Übernahmen zuständig ist.

Die Deutsche Bank würde eine Talfahrt im Investmentbanking hart treffen. Sewing sieht die Sparte als einen wichtigen Wachstumstreiber. Bis 2022 sollen die Erträge um zwei Prozent jährlich zulegen und Schwächen im Privatkundengeschäft und der Vermögensverwaltung ausgleichen. Die Märkte in Asien, wo das Coronavirus seinen Ursprung hat, sollen dabei eine wesentliche Rolle spielen.

Noch im Januar hatte Sewing gesagt, die Bank habe das Schlimmste überstanden und sei in diesem Jahr wieder in der Lage, vor Steuern einen Gewinn zu erwirtschaften. Jedoch war da noch nicht absehbar, dass die neuartige Lungenkrankheit weltweit solche Schockwellen durch die Märkte schickt. Der Dax brach innerhalb von einer Woche um zwölf Prozent ein, die Aktien von Commerzbank und Deutsche Bank verloren jeweils rund 20 Prozent.

Notenbanken könnten Zinsen noch weiter senken

Deutsche-Bank-Finanzchef James von Moltke räumte zuletzt ein, kein Mensch könne absehen, wie gefährlich das Virus sei und welche Schäden an den Börsen und in der Wirtschaft dadurch entstünden. Seit Wochen steht in China, dem Wirtschaftsmotor der Welt, das wirtschaftliche und soziale Leben weitgehend still. Produktionen und Lieferketten sind unterbrochen, wichtige Messen werden abgesagt.

Vor allem die exportorientierte deutsche Wirtschaft könnte empfindlich getroffen werden. "Es besteht das Risiko, dass hoch verschuldete Unternehmen ihre Schulden nicht mehr bedienen können, da ihnen die Umsätze wegbrechen", sagt Ökonom Edgar Walk von der Privatbank Metzler. Auch die Volkswirte der Deutschen Bank gehen von einer Rezession in Deutschland aus.

Experten gehen davon aus, dass die Notenbanken auf eine Konjunktureintrübung mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik reagieren. "Noch niedrigere Zinsen wären Gift für das Bankensystem", sagt Professor Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim. Die Institute ächzen schon seit Jahren unter den Niedrigzinsen und haben Schwierigkeiten, auskömmliche Erträge zu erwirtschaften.

Einen Teil der niedrigeren Zinsen konnten die Banken durch die Ausweitung des Kreditvolumens auffangen. Wenn nun auch noch die Kreditnachfrage nachlässt, wird es noch schwieriger, auf einen grünen Zweig zu kommen. Massive Sparprogramme und der Abbau tausender Jobs sind die Folge. Zuletzt sah es noch so aus, als ob sich die Lage bessern würde. Die Zinsen an den Märkten stiegen, die Aktien der Banken hatten sich von ihren Tiefs im Sommer 2019 deutlich erholt.

Gespenst Kapitalerhöhung geht wieder um

 

Eine große Sorge von Investoren ist, dass die Institute bald die Aktionäre um frisches Kapital anbetteln müssen. "Die große Frage wird sein, ob die Banken es ohne zusätzliches Kapital durch eine schwere Wirtschaftskrise schaffen", sagt Häßler. Auch Burghof macht deutlich: "Was als Eigenkapitalpuffer aufgebaut wurde, ist in einer Krise schnell verbraucht." Die Deutsche Bank besorgte sich in den vergangenen Jahren rund 30 Milliarden Euro frisches Kapital. Die Commerzbank wurde während der Finanzkrise 2008 mit Steuergeldern gestützt, der Bund ist mit 15,6 Prozent noch immer der größte Aktionär.

Zugutehalten kann man den Instituten jedoch, dass sie seit der letzten Krise ihre Bilanzen aufgeräumt haben, wie Michael Hünseler, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Assenagon sagt. "Die Banken sind viel risikoärmer als vor der Finanzkrise. Die Liquidität und die Kapitalquoten sind ausreichend, um einen Anstieg der Risikokosten aufzufangen." Allerdings hänge alles davon ab, wie lange die Unsicherheit durch Corona bestehe. "Eine länger anhaltende Krise würde die Banken vor größere Herausforderungen stellen."

(Reuters)

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Ex-Deutsche-Bank-Chef Kopper:

Ex-Deutsche-Bank-Chef Kopper: Kontrollen nicht immer robust genug

Die Deutsche Bank hätte nach Ansicht ihres früheren Chefs Hilmar Kopper auf Exzesse im Kapitalmarktgeschäft entschiedener reagieren müssen.

06.03.2020 06:45

"Wir waren nicht robust genug in unseren Kontrollen", sagte Kopper anlässlich seines bevorstehenden 85. Geburtstags (13.3.) der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "Wenn solche Dinge passieren, braucht es mehr Hire and Fire: Wenn sie viel zahlen, müssen sie wenn nötig auch feuern."

In der Finanzkrise 2007/2008 entpuppte sich die einstige Gewinnmaschine Investmentbanking als teures Risiko. Boni-Exzesse und Milliardenstrafen brachten ein ganzes Geschäftsfeld in Misskredit. Zum Investmentbanking zählen der Handel mit Wertpapieren und Devisen sowie die Betreuung von Firmenübernahmen, Fusionen und Börsengängen.

Dass unter seiner Ägide dieses Geschäftsfeld bei der Deutschen Bank ausgebaut wurde, hält Kopper nach wie vor für richtig. "Wir brauchten das unbedingt, Investmentbanking war für uns ein Lebenselixier", sagte der Jubilar. "Wir hatten in Deutschland im Geschäft mit grossen Firmen gar keine Chance mehr, ohne das Investmentbanking zu beherrschen. Die gingen alle zu den Amerikanern." Kopper hatte die Führung der Bank nach dem RAF-Attentat auf Alfred Herrhausen am 30. November 1989 übernommen und führte den Konzern bis Mai 1997.

Nach seiner Ansicht müssen Banken Spitzenleute auch mit Boni halten: "Ich habe nie in meinem Leben Bonus bekommen. Trotzdem habe ich ihn eingeführt bei der Deutschen Bank. Wer die Besten haben will, der muss bezahlen - sonst ist das wie bei Fussballspielern: Dann laufen die für jemand anderen", betonte Kopper.

Es braucht grössere Banken

Der amtierende Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing will Deutschlands grösstes Geldhaus nach einer Verlustserie mit einer radikalen Neuausrichtung zurück in die Erfolgsspur führen. Das Investmentbanking wird kräftig gestutzt. Die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern soll bis Ende 2022 um rund 18'000 auf 74'000 schrumpfen.

Der laufende Umbau gefalle ihm "ausserordentlich", lobte Kopper. "Ein solcher Umbau ist immer schmerzhaft - und das muss schnell gehen. Sie müssen relativ hart vorgehen. Und das macht Sewing - und ich weiss, es fällt ihm nicht leicht, er ist nämlich nicht so ein Typ. Aber er weiss genau, was jetzt nötig ist."

Letztlich brauche es grössere Banken. "Wahrscheinlich müssen sich in Europa doch mal zwei nationale Marktführer zusammenschliessen, um eine wirklich europäische Grossbank zu formen", sagte Kopper. "Allerdings sehe ich grenzüberschreitende Zusammenschlüsse in Europa in den nächsten Jahren nicht." Allerdings werde auch das nicht reichen, um zur US-Konkurrenz aufzuschliessen: "Die amerikanischen Banken sind nicht mehr einzuholen, mit ihrer starken Stellung im riesigen US-Markt sind sie zur Zeit nicht zu schlagen", sagte der früherer Deutsche-Bank-Chef.

(AWP)

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Finanzaufsicht: Corona

Finanzaufsicht: Corona-Epidemie ist kein systemisches Risiko für Finanzbranche

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin macht sich wegen der Corona-Krise keine Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems.

16.03.2020 13:14

"Aktuell stellt Corona eine erhebliche Belastung, für die Finanzbranche aber kein systemisches Risiko dar", sagte BaFin-Chef Felix Hufeld in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Banken und Aufseher müssten aber wachsam bleiben und es müsse herausgefunden werden, in welchem Sektor ein Anstieg der Kreditausfälle drohe.

Jedoch seien durch die am Freitag angekündigten Stützungsmaßnahmen der Bundesregierung flächendeckende Kreditausfälle und Firmenpleiten deutlich weniger wahrscheinlich geworden.

Auch die Aussichten für die Versicherungsbranche sieht Hufeld nicht als bedenklich an. "Selbst wenn beispielsweise ein Großereignis wie die Olympischen Spiele in Tokio abgesagt werden müsste, wäre das zwar ein großer Schaden, aber noch kein ernsthaftes Solvenzrisiko." 

(Reuters)

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Deutsche Bank schrumpft

Deutsche Bank schrumpft Bonustopf - Gut gerüstet für Abschwung

(Ausführliche Fassung) - Die Deutsche Bank sieht sich dank ihres Konzernumbaus für einen wirtschaftlichen Abschwung in Folge der Corona-Krise besser gerüstet. Allerdings sei es derzeit "noch nicht möglich, sämtliche Folgen für die Gesamtwirtschaft abzuschätzen", erklärte Vorstandschef Christian Sewing am Freitag. Im Geschäftsbericht heisst es, ein anhaltender Abschwung könnte die Bank "in erheblicher Weise" negativ beeinträchtigen.

20.03.2020 11:54

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die Deutsche-Bank-Aktie setzte ihren Erholungskurs nach dem Rekordtief vom Montag vor dem Wochenende fort. Am späten Vormittag lag sie mit 7,48 Prozent im Plus bei 5,88 Euro und gehörte damit zu den stärkeren Titeln im Dax, der nach den Verlusten der jüngsten Zeit ebenfalls zulegte. Seit dem Jahreswechsel hat die Deutsche-Bank-Aktie inzwischen noch rund 15 Prozent eingebüsst. Am Montag war ihr Kurs zwischenzeitlich auf ein Rekordtief von 4,449 Euro gefallen.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzernumbau tiefe Löcher in die Bilanz des grössten deutschen Geldhauses gerissen. Unter dem Strich standen rund 5,7 Milliarden Euro als Minus. Trotz des fünften Verlustjahres in Folge zahlt die Bank weiterhin Boni - wenn auch deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Solche Zahlungen sorgen immer wieder für Kritik - daher will die Bank ihr Vergütungssystem überarbeiten.

Die variable Vergütung für die Mitarbeiter für 2019 schrumpft im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Fünftel (22 Prozent) von 1,9 Milliarden Euro auf 1,5 Milliarden Euro. Zum Teil erklärt sich dies mit dem Abbau von Stellen. Ende vergangenen Jahres zählte der Konzern 87 597 (Vorjahr: 91 737) Vollzeitkräfte. 583 (643) Mitarbeiter kassieren mehr als eine Million Euro Gesamtvergütung - einer davon kommt dem Geschäftsbericht zufolge auf mehr als 13 Millionen Euro.

Die Gesamtvergütung für den Vorstand, der im Jahresschnitt aus acht Managern bestand, beläuft sich für 2019 auf rund 36 Millionen Euro. Das ist ein Drittel (35 Prozent) weniger als im Vorjahr. Die damals zehn Vorstände hatten 55,7 Millionen Euro kassiert. Ein Grossteil wird mit Zeitverzug, abhängig vom Unternehmenserfolg ausgezahlt.

Konzernchef Christian Sewing hatte bereits bei der Bilanzvorlage Ende Januar angekündigt, dass der Vorstand für das Jahr 2019 auf Teile der erfolgsabhängigen Vergütung verzichten wird. Der Bonustopf für den Vorstand fiel nun mit rund 13,3 Millionen Euro etwa halb so gross aus wie ein Jahr zuvor (rund 26 Mio Euro).

Sewings Gesamtvergütung für 2019 summiert sich auf gut 5,0 Millionen Euro - nach 7,0 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Fast genauso viel (4,9 Mio Euro) kassiert der ehemalige Investmentbankchef und Konzernvize Garth Ritchie, der die Bank zum 31. Juli verlassen hatte.

In turbulenten Zeiten verstärkt die Bank ihren Aufsichtsrat mit einem weiteren prominenten Vertreter: Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer soll in das Kontrollgremium einziehen. Der 60-Jährige werden den Aktionären bei der Hauptversammlung am 20. Mai zur Wahl vorschlagen. Im Januar hatte die Deutsche Bank bereits Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel für ihren Aufsichtsrat nominiert. Gabriel wurde im März gerichtlich für den Posten bestellt und wird sich bei dem Aktionärstreffen im Mai ebenfalls zur Wahl stellen./ben/DP/stw/stk

(AWP)

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Deutsche Bank schliesst

Deutsche Bank schliesst vorübergehend 200 Filialen für Kundenverkehr

Die Deutsche Bank schliesst als Sicherheitsmassnahme in Zeiten der Corona-Pandemie vorübergehend über 200 Filialen in Deutschland für den Kundenverkehr. Von diesem Dienstag (24.3.) an werde das bundesweite Filialnetz bis auf Weiteres von mehr als 500 auf rund 290 verkleinert, teilte Deutschlands grösstes Geldhaus am Montag in Frankfurt mit. Ziel sei, dennoch für Kunden im ganzen Bundesgebiet gut erreichbar zu sein.

23.03.2020 11:28

Bei Schliessung eines Standortes werden dessen Dienstleistungen von den nächstgelegenen Deutsche-Bank-Filialen oder vom mobilen Vertrieb übernommen. Die Selbstbedienungs-Bereiche der vorübergehend für den Kundenverkehr geschlossenen Filialen bleiben zugänglich und werden - sofern ein Geldautomat vorhanden ist - weiterhin mit Bargeld versorgt. Auch andere Banken und Sparkassen haben ihre Filialnetze als Reaktion auf die Coronavirus-Ausbreitung vorübergehend ausgedünnt.

Die Deutsche Bank versicherte, die Versorgung mit Bargeld sei sichergestellt. Kunden können die Geldautomaten der sogenannten Cash Group (Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank , Hypovereinsbank) wie gewohnt nutzen. Zudem erhielten Kunden im gesamten Bundesgebiet Bargeld in vielen Supermärkten und bei Shell -Tankstellen./ben/DP/jha

(AWP)

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Deutsche Bank macht Pause in

Deutsche Bank macht Pause in USA bei Stellenabbau wegen Coronavirus

Wegen der Coronavirus-Krise setzt die Deutsche Bank nach Angaben eines Sprechers in den USA geplante Stellenstreichungen aus.

27.03.2020 06:38

Das Institut habe sich entschieden, vorerst keine neuen Gespräche mit Angestellten über individuelle Umstrukturierungsmassnahmen aufzunehmen. Dies erklärte der Sprecher des Kreditinstituts am Donnerstag (Ortszeit) in einer E-Mail. "Die Unterbrechung dauert so lange, bis in der Welt um uns herum eine Rückkehr zu mehr Stabilität zu erkennen ist", hiess es. Laufende Gespräche würden aber fortgesetzt und durch Fluktuation frei werdende Posten weitgehend nicht neu besetzt. Auch die US-Banken Morgan Stanley und Citigroup setzen Kündigungen aus. Über die Entscheidung bei der Deutschen Bank hatte zuerst Bloomberg berichtet.

Zuvor hatte die Deutsche Bank in Frankfurt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, wegen der Virus-Krise erstmals Kurzarbeit in Erwägung zu ziehen. Aktuell gibt es laut der Deutschen Bank keine Kurzarbeit innerhalb des grössten deutschen Instituts, auf der operativen Ebene werde aber ein solches Szenario vorbereitet.

(AWP)

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Trump-Konzern bittet um Zahlungsaufschub

Trump-Konzern bittet Deutsche Bank um Kreditzahlungsaufschub

Das Familienunternehmen von US-Präsident Donald Trump befindet sich in informellen Gesprächen mit der Deutschen Bank über einen Aufschub bei einigen Kreditzahlungen.

Dies sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Die globale Coronavirus-Pandemie hat Kreditnehmer und Kreditgeber gezwungen, Möglichkeiten zur Begleichung von Schulden zu erörtern angesichts des aktuell enormen Drucks auf die Unternehmensergebnisse. Die Gespräche wurden zuvor von der New York Times berichtet.

Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte eine Stellungnahme ab. Eine Sprecherin der Trump Organization antwortete nicht unmittelbar auf eine Bitte um Stellungnahme.

Die Beziehungen zwischen Deutschlands grösster Bank und Trump werden überprüft, seit der ehemalige Immobilienmagnat vor vier Jahren zum führenden Kandidat für die US-Präsidentschaft wurde.

Die Führung der Deutschen Bank war Ende 2016 so besorgt über die möglichen Image-Auswirkungen, sollte die Trump-Organisation Kredite in Höhe von rund 340 Millionen Dollar nicht bedienen, dass sie eine Verlängerung der Rückzahlungstermine bis nach dem Ende einer möglichen zweiten Amtszeit im Jahr 2025 diskutierte, berichtete Bloomberg. Sie entschied sich letztendlich gegen die Idee und beschloss lediglich, keine neuen Geschäfte mit Trump während seiner Amtszeit abzuschliessen.

Die Trump Organization hat auch mit Palm Beach County in Florida über Leasingzahlungen für einen Golfplatz gesprochen, den das Unternehmen betreibt, sagte die New York Times in dem Bericht und berief sich auf nicht genannte, mit der Angelegenheit vertraute Personen.

(Bloomberg)

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Deutsche Bank überrascht zum

Deutsche Bank überrascht zum Jahresauftakt positiv

(Ausführliche Fassung) - Die Deutsche Bank ist viel besser als von Experten erwartet ins Jahr gestartet. In den ersten drei Monaten habe die Bank ein Ergebnis vor Steuern von 206 Millionen Euro sowie einen Gewinn von 66 Millionen Euro erzielt, teilte die Bank am späten Sonntagabend in Frankfurt mit. Damit ging der Gewinn im Vergleich zum ersten Quartal zwar zurück, fiel aber deutlich besser aus, als die vom Unternehmen befragten Analysten erwartet hatten. Diese hatten wegen der Folgen der Corona-Krise mit einem Verlust gerechnet.

27.04.2020 07:00

Überrascht haben vor allem die hohen Erträge, die mit 6,4 Milliarden Euro sogar etwas höher ausfielen als vor einem Jahr. Die Bank machte keine Angaben dazu, wie sich die Erträge zusammensetzen. Details zu den ersten Zahlen will die Bank am Mittwoch nennen. Mögliche Treiber für die positive Ertragsentwicklung könnte aber eine hohe Nachfrage bei der Kreditvergabe oder anderen Finanzierungsformen von Unternehmen infolge der Corona-Krise gewesen sein.

Probleme bereitet die Corona-Pandemie allerdings bei der Vorsorge für mögliche Kreditausfälle. Die Bank musste deshalb die Risikovorsorge in den ersten drei Monaten auf rund eine halbe Milliarde Euro erhöhen - vor einem Jahr hatte der Wert noch 140 Millionen Euro betragen. Auch bei den Zielen für den Kapitalpuffer und die Verschuldungsquote sorgen die Folgen der Corona-Krise für Schwierigkeiten - diese sollen aber nur vorübergehend sein.

"Angesichts der Chancen für zusätzliches Geschäft, erhöhter Nachfrage von Kunden und des derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds überprüft die Deutsche Bank ihre Ziele für die harte Kernkapitalquote und die Verschuldungsquote in diesem Jahr", hiess es in der Mitteilung der Bank. Der Vorstand habe daher beschlossen, dass die Kapitalquote vorübergehend den Zielwert unterschreiten darf, um Kunden und die Wirtschaft insgesamt in der aktuellen Krisensituation zu unterstützen."

Die Bank betonte, dass die Kapitalausstattung nach wie vor gut sei und deutlich über den Anforderungen der Regulierer liegt. Dies soll auch weiter so bleiben. "Da die genannten Kapitaleffekte als vorübergehend angesehen werden, arbeitet die Bank für das Jahr 2022 weiterhin auf das Ziel einer harten Kernkapitalquote von 12,5 Prozent und einer Leverage Ratio (Verschuldungsquote) von 5 Prozent hin."

Die Bank bekräftigte zudem ihre übrigen Finanzziele. "Dazu gehört, die bereinigten Kosten ohne Umbaubelastungen und die erstattungsfähigen Kosten im Zusammenhang mit dem Hedgefondsgeschäft, das an BNP Paribas übertragen wird, 2020 auf 19,5 Milliarden Euro zu senken", hiess es weiter. In den ersten drei Monaten des Jahres 2020 haben die zinsunabhängigen Aufwendungen bei 5,6 (Vorjahr: 5,9) Milliarden Euro gelegen - darin sei der Beitrag zum Einheitlichen Abwicklungsfonds der Aufseher von rund 500 Millionen Euro enthalten./zb/stk

(AWP)

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Deutsche-Bank-Tochter DWS

Deutsche-Bank-Tochter DWS rechnet wegen Corona-Turbulenzen mit Ertragsrückgang

Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS rechnet wegen des Corona-Crashs mit einem schwächeren Geschäft im laufenden Jahr. Es sei wegen der grossen Ungewissheit über die Dauer und den Verlauf der Corona-Pandemie fast unmöglich, eine Aussage über den Verlauf des Jahres zu treffen. "Als Folge des Marktabschwungs erwarten wir jedoch, dass die bereinigten Erträge und Kosten unter den Zahlen für 2019 liegen werden", teilte das im SDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mit. Der Fondsanbieter bekräftigte das Ziel, die Kosten um 150 Millionen Euro zu drücken - und wenn nötig noch mehr.

29.04.2020 07:44

"Das Management der DWS ist entschlossen und in der Lage, weiteres Einsparpotenzial zu finden und umzusetzen, sollte es die Ertragssituation im weiteren Verlauf des Jahres erforderlich machen", hiess es. "Wir behalten unser mittelfristiges Ziel bei, unsere bereinigte Aufwand-Ertrags-Relation bis 2021 auf unter 65 Prozent zu senken." Voraussetzung sei dazu aber, dass sich die Märkte im zweiten Halbjahr 2020 wieder erholen. Angesichts der Auswirkungen der Pandemie auf die Erträge erwarten wir in den kommenden Quartalen jedoch einen vorübergehenden Anstieg dieser Kennzahl./zb/jha/

(AWP)

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