THYSSENKRUPP

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Thyssenkrupp erhält

Thyssenkrupp erhält Grossauftrag für Düngemittelkomplex in Äqypten

Der Industriekonzern Thyssenkrupp kann sich über einen Grossauftrag im Anlagenbau-Geschäft freuen. Der ägyptische Chemie- und Düngemittelhersteller NCIC habe einen Auftrag für einen Düngemittelkomplex unterzeichnet, wie der Dax -Konzern am Montag in Essen mitteilte.

18.03.2019 08:35

Das Projekt werde in einem Konsortium mit dem ägyptischen Unternehmen Petrojet umgesetzt. Der Auftragswert für Thyssenkrupp liege im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Aktien der Essener legten am Montag im vorbörslichen Handel um etwas mehr als 1 Prozent zu.

/mis/tav

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Thyssenkrupp und Tata machen

Thyssenkrupp und Tata machen EU-Behörde Zugeständnisse für Stahlfusion

(Ausführliche Fassung) - Thyssenkrupp und Tata Steel haben bei der Europäischen Wettbewerbsbehörde Zugeständnisse für ihre europäische Stahlfusion gemacht. Das Verfahren soll bis zum 5. Juni beendet werden, bisher war von Mitte Mai die Rede.

02.04.2019 12:24

Thyssenkrupp und Tata hätten ein umfassendes Paket eingereicht, um die Freigabe für den Zusammenschluss der europäischen Stahlgeschäfte zu erlangen, bestätigte Thyssenkrupp. "Unsere Vorschläge decken aus unserer Sicht alle von der Kommission vorgetragenen Bedenken ab", erklärte Vorstandsvorsitzender Guido Kerkhoff. Das Angebot sei "weitreichend und ein substantielles Entgegenkommen". Gleichzeitig nannte der Manager die Zugeständnisse für die Joint Venture-Partner akzeptabel und kein Risiko für die industrielle Logik des Gemeinschaftsunternehmens.

Die europäische Behörde hatte wegen Wettbewerbsbedenken im vergangenen Oktober ein vertieftes Prüfungsverfahren eingeleitet. Mit dem geplanten Stahlgemeinschaftsunternehmen steigen Thyssenkrupp und Tata zur Nummer 2 in der Branche hinter ArcelorMittal auf.

Informierten Kreisen zufolge haben Thyssenkrupp und Tata Steel mehrere Anlagen zum Verkauf angeboten und haben dabei vor allem strategische Käufer im Sinn. Auf der Verkaufsliste sollen stehen: Zwei Anlagen für feuerverzinkten Bandstahl für die Autoindustrie in Spanien und Belgien sowie zwei Anlagen für Verpackungsstahl in Belgien und Grossbritannien mit entsprechenden nachgelagerten Aktivitäten. Beim Thema Elektrobänder, das die EU-Kommission ursprünglich ebenfalls adressiert hatte, hat die Behörde ihre Bedenken dem Vernehmen nach aufgegeben. Elektrobänder sind spezieller Stahl für den Elektromaschinenbau.

Bei den abzugebenden Geschäften soll es sich um einen Umsatzanteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich des zukünftigen Gemeinschaftsunternehmens handeln. Die Abgabe von Hochöfen lehnten die Parteien demzufolge ab. Wie aus den Kreisen weiter zu hören war, sehen die beiden Unternehmen wenig Spielraum für weitere Zugeständnisse, sollten diese der Wettbewerbskommission nicht ausreichen./nas/stk/fba

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Arbeitnehmer dringen bei

Arbeitnehmer dringen bei Thyssenkrupp auf Klarheit

Nach dem radikalen Strategiewechsel bei Thyssenkrupp dringt die IG Metall auf rasche Klarheit für die Beschäftigten. "Ich erwarte ein neues Zukunftskonzept für den Stahlbereich", sagte Stahl-Gesamtbetriebsratschef Tekin Nasikkol der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Montag). Er betonte: "Betriebsbedingte Kündigungen hat es bei uns noch nie gegeben und darf es auch in Zukunft nicht geben."

13.05.2019 07:36

Auch der Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler, verlangte von Vorstandschef Guido Kerkhoff rasche und verbindliche Planungen. "Die Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt. Es gibt aber noch keinen Restrukturierungsplan", sagte Giesler der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). "Der Vorstand muss diesen jetzt schnell liefern und sagen, wie er sich das vorstellt. In den nächsten Monaten brauchen wir Klarheit für alle Bereiche."

Thyssenkrupp will - nach dem Aus für die Fusion der Stahlsparte mit dem indischen Konkurrenten Tata und den Plan für eine Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen für Werkstoffe und für Industriegüter - in den kommenden drei Jahren 6000 Stellen streichen, davon 4000 in Deutschland. Personalvorstand Oliver Burkhard hatte am Wochenende auf Twitter geschrieben: "Betriebsbedingte Kündigungen wollen wir vermeiden, sind aber in Ausnahmen (ultima ratio) möglich".

Der Gesamtbetriebsratschef der Stahlsparte sagte: "Wir hatten im Falle des Joint Ventures mit dem Tarifvertrag Zukunft eine langfristige Absicherung für Arbeitsplätze und Standorte. Jetzt haben wir diese Sicherheiten nicht mehr."

Die Entwicklung bei Thyssenkrupp alarmiert auch die katholische Kirche. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck wies am Sonntagabend auf die Sorgen vieler Beschäftigter hin und sagte: "Umso wichtiger ist die gestern erzielte Übereinkunft im Unternehmen, betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden." Er vertraue darauf, dass sich die Sozialpartnerschaft von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite bei Thyssenkrupp erneut bewähren werde und die notwendigen Anpassungen möglichst sozialverträglich gestaltet würden. Ziel müsse es sein, das für Essen und das Ruhrgebiet so wichtige Unternehmen langfristig und verlässlich zu stärken und weiterzuentwickeln.

Nach Ansicht von Anlegervertretern wird es für Thyssenkrupp nun noch schwerer. "Man kann am neuen Ausmass des Stellenabbaus ermessen, wie wichtig der indische Konkurrent Tata als Fusionspartner gewesen ist", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer, der Deutschen Presse-Agentur. "Man hat drei Jahre rumgebastelt an der Stahlfusion. Das sind jetzt verlorene Jahre", betonte er. Auch in die abgeblasene Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen für Werkstoffe und für Industriegüter sei Managementkapazität und Zeit investiert worden. Der Nutzen sei bisher aber nicht sichtbar gewesen.

Den neuen Vorstandsplan, die profitable Aufzugssparte an die Börse zu bringen, sieht Hechtfischer eher als Notlösung. "Thyssenkrupp braucht das Geld, aber auch die Dividende. Die allerbeste Lösung scheint das nicht zu sein", meinte er. Die Gewinnausschüttung des "Prunkstücks" Aufzugssparte müsste man sich künftig mit anderen Aktionären teilen.

Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff hält derweil neben dem Aufzugsgeschäft weitere Verkäufe und Partnerschaften für möglich. "Wenn wir sehen, dass sich die Geschäfte in Partnerschaften oder anderen Strukturen besser entwickeln können, dann werden wir uns dem öffnen", sagte er dem "Handelsblatt". Man sei etwa im Bereich Autoteile für neue Lösungen offen: "Hier sind wir nicht so gross und müssen in einigen Bereichen Restrukturierungen vornehmen. Wenn wir hier künftig eine Partnerschaft eingehen, dann müssen wir nicht unbedingt die Mehrheit halten."/sck/kf/hff/vd/fbb/DP/jha

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Thyssenkrupp schreibt rote

Thyssenkrupp schreibt rote Zahlen

Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp bekommt die konjunkturelle Abkühlung zu spüren und hat ein schwaches zweites Quartal verzeichnet. Eine schwächere Nachfrage im Komponentengeschäft und in der Stahlsparte sowie steigende Verluste im Anlagenbau liessen das operative Ergebnis in den Monaten Januar bis März sinken, wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte. Unter dem Strich stand ein Verlust - auch wegen höherer Rückstellungen für eine erwartete Kartellstrafe im Stahlbereich.

14.05.2019 07:08

Das bereinigte Ergebnis sank um knapp 30 Prozent auf 353 Millionen Euro. Unter den Thyssenkrupp-Geschäften erreichte die Werftensparte nach einem leichten Verlust im Vorjahresquartal eine schwarze Null. Die Aufzugsparte verzeichnete einen leichten Ergebnisrückgang. Im Anlagenbau weitete sich der Verlust jedoch aus - hier wirkten sich niedrigere Margen bei Projekten negativ aus. Deutliche Rückgänge verzeichnete das Komponentengeschäft, dass unter der konjunkturellen Eintrübung litt, sowie die Stahlsparte, die unter anderem eine geringere Nachfrage aus der Automobilindustrie verzeichnete.

Der Nettoverlust belief sich auf 99 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 240 Millionen Euro im Vorjahr. Negativ wirkten sich dabei auch die Erhöhung der Rückstellung für eine erwartete Kartellstrafe im Stahlgeschäft auf etwas mehr als 100 Millionen Euro aus. Der Umsatz nahm leicht um 2 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro zu, der Auftragseingang um 1 Prozent auf rund 10,4 Milliarden Euro. Die Stahlsparte wird dabei für das zweite Quartal weiterhin als "nicht fortgeführtes Geschäft bilanziert - trotz des geplatzten Zusammenschlusses mit dem europäischen Geschäft von Tata Steel. Der Bereich soll zum dritten Quartal wieder eingegliedert werden. Dann würden auch die derzeit ausgesetzten planmässigen Abschreibungen auf die Sparte wieder auf der Konzernebene wirksam, erläuterte Thyssenkrupp. Diese würden sowohl das Ergebnis im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres als auch den Vorjahreszeitraum nachträglich belasten.

Thyssenkrupp hatte am Freitag für einen Paukenschlag gesorgt und sowohl die geplante Stahlfusion mit Tata Steel als auch die vorgesehene Aufteilung des Konzerns abgesagt. So sah das Dax -Unternehmen keine Chance mehr, von der EU-Kommission die nötige Genehmigung für die Stahlfusion zu erhalten. Dabei hatte Konzernchef Guido Kerkhoff bereits auf ein schwaches erstes Halbjahr hingewiesen und eingeräumt, dass die aktuelle Entwicklung unter den Erwartungen läge. Vor allem die Ergebnissituation in der Stahlsparte nannte er "sehr schlecht".

Mit der Absage der Stahlfusion, der schlechten Ergebnisentwicklung sowie dem schwachen Aktienkurs sah Kerkhoff dann auch keine Chance mehr für seine Aufspaltungspläne und vollführte eine 180-Grad-Wende bei der Strategie. Diese sieht nun den Börsengang des Aufzuggeschäfts vor. Die Zentrale soll verschlankt werden, Kosten gesenkt und die übrigen Geschäfte mehr Freiraum erhalten. Für die Komponentensparte und den Anlagenbau sucht Kerkhoff Partner, dabei signalisierte er bereits, dort nicht unbedingt die Mehrheit behalten zu müssen. Zudem sollen 6000 Stellen gestrichen werden, davon wie geplant 2000 in der Stahlsparte. Zwei Drittel des Abbaus entfallen dabei auf Deutschland.

Die Jahresprognose hat der Konzern im Zuge dessen bereits gesenkt. Durch die Wiedereingliederung des Stahlgeschäfts fallen die ausserordentlichen Erträge weg, mit denen Thyssenkrupp bereits gerechnet hat. Dazu kommt die erwartete Kartellstrafe. Inklusive des Stahls erwartet das Unternehmen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr einen Rückgang des bereinigten operativen Ergebnisses (Ebit) von vergleichbar 1,4 Milliarden auf 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro sowie unter dem Strich einen Verlust. Hier war Thyssenkrupp zuvor von einer deutlichen Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen, als ein Gewinn von 60 Millionen Euro erzielt worden war./nas/he

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Thyssenkrupp-Stahlchef Goss

Thyssenkrupp-Stahlchef Goss vor der Ablösung

Bei Thyssenkrupp steht nach dem Aus der Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata der langjährige Chef der Stahlsparte, Andreas Goss, vor der Ablösung. Derzeit würden mit Goss "Gespräche zur Auflösung seines Vertrags geführt", teilte Thyssenkrupp am Montag mit. Die Gespräche seien noch nicht beendet. Zuvor hatte die "WAZ" (Dienstagausgabe) über die bevorstehende Trennung von Goss berichtet.

27.05.2019 17:33

Goss ist seit 2014 Chef der Stahlsparte von Thyssenkrupp. Er sollte das Gemeinschaftsunternehmen mit Tata führen. "Da das Joint Venture mit Tata Steel nicht zustande kommen kann, geht es nun darum, Thyssenkrupp Steel Europe zukunftsfähig aufzustellen", erklärte Thyssenkrupp weiter. Die Gespräche mit Goss stünden in diesem Zusammenhang. Ergebnisse stünden unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien.

Thyssenkrupp hatte die Stahlfusion mit Tata nach Gegenwind aus der EU-Kommission gestoppt. Zugleich blies Konzernchef Guido Kerkhoff die geplante Aufspaltung des Konzern in zwei eigenständige Aktiengesellschaften ab. Entgegen den ursprünglichen Plänen bleibt der Stahl ein Kernbereich des Konzerns./hff/DP/he

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Totgesagte leben länger:

Totgesagte leben länger: Thyssens Puls schlägt noch aus Stahl

Eigentlich wollte Thyssenkrupp das Stahlgeschäft auslagern. Nach dem Scheitern eines Joint Ventures spielt die Sparte wieder eine grössere Rolle. Doch der Druck nimmt wegen schwacher Nachfrage und hoher Kosten zu.

14.07.2019 15:12

Vom Abstellgleis zurück ins Zentrum des Geschehens: Nach dem Aus für das Joint Venture mit Tata Steel wird die vom Vorstand zuletzt ungeliebte Stahlsparte bei Thyssenkrupp wieder eine größere Rolle spielen. "Die anderen Bereiche haben, mit Ausnahme der Aufzüge, nicht so eine Marktposition", erläutert Michael Muders, Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft Union Investment, in einem am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Interview.

Wegen der Überkapazitäten in der Branche hält Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff zwar weiter eine Konsolidierung der europäischen Stahlbranche für sinnvoll, größere Zusammenschlüsse haben aber wegen des Widerstands der EU-Wettbewerbshüter kaum Aussicht auf Erfolg. Thyssen müsse die Stahlsparte auf Vordermann bringen, betont Muders. Union zählt zu den 20 größten Aktionären des Konzerns.

"In den anderen Geschäftsbereichen sollte man Partnerschaften suchen oder Verkäufe tätigen", erklärt Muders, der bei Union für die milliardenschweren deutschen Aktienfonds zuständig ist. Thyssenkrupp stellt neben Stahl und Aufzügen auch Anlagen, Autoteile und U-Boote her. "In Deutschland ist eine Fusion im Stahlbereich wohl aus Kartellgründen kaum möglich." Damit wäre Salzgitter aus dem Rennen. Das gleiche gilt wohl für die europäischen Rivalen ArcelorMittal und Voestalpine.

"Es wird wohl im Stahl kurzfristig ein Restrukturierungsprogramm geben", sagt Muders. Vorstandschef Kerkhoff hat dies bereits anklingen lassen: "Ohne das Joint Venture werden wir nun aus eigener Kraft auf die vielfältigen Herausforderungen im Stahlmarkt reagieren müssen, um das Geschäft zukunftssicher aufzustellen." Das - wie im Falle des Joint Ventures - 2000 der 27.000 Jobs in der Stahlsparte wegfallen, ist bereits klar. Stahlbetriebsratschef Tekin Nasikkol hat eine klare Zukunftsstrategie gefordert: "Wir sind jetzt Kerngeschäft. In das muss investiert werden. Reine Restrukturierungspläne und harte Sparprogramme lehnen wir ab."

"Auf Exzellenz trimmen"

Zu den besten Zeiten fuhr Thyssenkrupp mit dem Werkstoffgeschäft Milliardengewinne ein. Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 war die Sparte mit einem operativen Gewinn von 687 Millionen Euro neben den inzwischen vor einem Börsengang stehenden Aufzügen der größte Gewinnbringer. "Stahl ist zwar ein zyklisches Geschäft. Wenn der Zyklus aber richtig ausschlägt, war das auch immer ein schöner Ergebnisbringer", betont der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer.

Ein weiterer Top-20-Investor, der namentlich nicht genannt werden will, schließt für das Stahlgeschäft eine Lösung mit Salzgitter nicht völlig aus, aber in kleinerer Dimension. "Da ein Zusammenschluss wegen der Kartellhürden schwer vorstellbar ist, könnte man auch Einzelteile zusammenlegen." Interesse an Teilen von Thyssenkrupp Steel Europe wird auch dem russischen Severstal-Konzern nachgesagt, derzeit hat dies aber wegen der politischen Differenzen mit Russland keine Aussicht auf Erfolg. Auch eine Partnerschaft mit einem asiatischen Hersteller mache keinen Sinn, betont Union-Mann Muders. "Man sollte sich darauf konzentrieren, sein Geschäft auf Exzellenz zu trimmen."

Denn in dem konjunkturanfälligen Stahlgeschäft geht es derzeit wieder abwärts. Die Nachfrage schwächelt und die Kosten für Eisenerz explodieren. Der Druck, das Stahlgeschäft wetterfest zu machen, nehme stetig zu, warnt ein Experte. "Die Margen werden deutlich in den Keller gehen. Die Zahlen in den nächsten zwölf Monaten werden schwach sein." Für Kerkhoff, der wegen seines strategischen Hin und Her ohnehin in Ungnade an der Börse gefallen ist, wird die Situation dadurch nicht einfacher. "Egal was gemacht wird, der nächste Schuss muss sitzen", warnt Anlegerschützer Hechtfischer. "Sonst sieht es für alle Beteiligten, sowohl für das Management als auch die Aktionäre, düster aus." 

(Reuters)

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Thyssenkrupp stellt Geschäfte

Thyssenkrupp stellt Geschäfte auf Prüfstand - Prognose gesenkt

(neu: Details, Hintergrund) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp treibt seinen Umbau voran, mit dem der Konzern profitabler und wettbewerbsfähiger werden will. Dabei stellen die Essener weitere Geschäfte auf den Prüfstand, die derzeit Geld verbrennen. Beim geplanten Börsengang für die Aufzugssparte fährt das Management um Konzernchef Guido Kerkhoff zweigleisig und prüft auch Kaufangebote von möglichen Interessenten. Nach einem schwachen dritten Quartal senkte der kriselnde Konzern zudem seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

08.08.2019 07:46

Die Steigerung der Leistungsfähigkeit habe für Thyssenkrupp oberste Priorität, erklärte das Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage des Quartalsberichts in Essen. "Dass Geschäfte ohne klare Perspektive dauerhaft Geld verbrennen und damit Wert vernichten, den andere Bereiche erwirtschaftet haben, wird es jedenfalls in Zukunft nicht mehr geben", betonte Kerkhoff. Zur Disposition stellte der Konzern das Geschäft mit Federn und Stabilisatoren für die Automobilindustrie sowie mit Grobblechen. Ebenfalls auf der Liste steht der Bau von Produktionsanlagen für die Automobilindustrie. Die drei Bereiche stünden für vier Prozent des Konzernumsatzes, aber für ein Viertel des im laufenden Geschäftsjahr zu erwartenden Kapitalabflusses.

Für die Geschäfte soll nun ein Sanierungskonzept erstellt werden. Sollte eine Restrukturierung nicht gelingen oder möglich sein, würden andere strategische Optionen geprüft. "Für eine Weiterentwicklung sehen wir durchaus Chancen, aber nicht notwendigerweise unter dem Dach von Thyssenkrupp", so Kerkhoff.

Gleichzeitig treibt das Management die Restrukturierung voran - die Zentrale soll verschlankt werden, Kosten gesenkt und die übrigen Geschäfte mehr Freiraum erhalten. Für die Automotive-Geschäfte sei dabei Grösse entscheidend, wenn es um die Transformation in Richtung E-Mobilität und autonomes Fahren gehe. Im Anlagenbau stelle sich angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks vor allem aus Asien die Frage, ob sich die Geschäfte durch Partnerschaften oder Zusammenschlüsse besser entwickeln können. Kerkhoff hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt signalisiert, in den beiden Bereichen nicht unbedingt die Mehrheit behalten zu müssen. In den Materialgeschäften sieht der Konzern weiter Konsolidierungsoptionen.

Ein wichtiger Baustein ist zudem ein Börsengang der Aufzugsparte, des wertvollsten Teils von Thyssenkrupp. Die Vorbereitungen liefen nach Plan. Je nach Marktlage strebe Thyssenkrupp im Laufe des kommenden Geschäftsjahres 2019/20 an. Gleichzeitig prüfe der Konzern aber auch "die vorliegenden Interessensbekundungen potenzieller Interessenten", erklärte Kerkhoff. Nach der Sparte sollen früheren Medienberichten zufolge sowohl Konkurrenten als auch Finanzinvestoren ihre Fühler ausgestreckt haben.

Probleme bereitet Thyssenkrupp derzeit das Stahlgeschäft. Dieses schnitt im dritten Quartal besonders schwach ab und leidet unter Überkapazitäten, Preisdruck und hohen Rohstoffkosten. Nachdem die Fusion mit dem europäischen Geschäft von Tata Stell geplatzt ist, arbeitet das Management an einem Restrukturierungsplan, der auch den Abbau von 2000 Stellen vorsieht. Insgesamt will thyssenkrupp im Zuge des Umbaus 6000 Stellen streichen. Details zum neuen Stahlkonzept, dem Stellenabbau sowie den Ergebnissen aus der Überprüfung der zur Disposition stehenden Bereiche will Thyssenkrupp bis Ende des Kalenderjahres veröffentlichen.

Nach einem schwachen dritten Quartal und schlechter Geschäfte im Stahl senkte Thyssenkrupp die Prognose für das Geschäftsjahr 2018/19 deutlich. Das Unternehmen erwartet für das am 30. September endende Geschäftsjahr nunmehr ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 800 Millionen Euro, wie Thyssenkrupp weiter mitteilte. Zuvor war der Konzern von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro ausgegangen.

Zudem geht Thyssenkrupp nun von einem höheren freien Kapitalabfluss (negativer freier Cashflow) vor Zu- und Verkäufen aus. Bei dieser von Analysten stark beachteten Kennziffer erwartet das Unternehmen nun einen Abfluss von mehr als einer Milliarde Euro. Zuvor wurde ein negativer freier Cashflow im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich prognostiziert. Unter dem Strich dürfte Thyssenkrupp rote Zahlen schreiben, bekräftigte der Konzern frühere Aussagen. Die Mittelfristprognose bestätigte der Konzern.

"Mit der Geschäftsentwicklung in den ersten 9 Monaten können wir insgesamt nicht zufrieden sein", kommentierte Kerkhoff. Im dritten Quartal brach das bereinigte Ebit (Gewinn vor Steuern und Zinsen) um fast ein Drittel auf 226 Millionen Euro ein. Das lag in etwa im Rahmen der Erwartungen der Analysten, die mit 229,5 Millionen gerechnet hatten. Für den Rückgang waren massgeblich das Stahlgeschäft und der Stahlhandel verantwortlich. Der Stahlbereich litt unter einer schwächeren Nachfrage als Folge der sich abschwächenden Konjunktur, niedrigeren Preisen sowie hohen Rohstoffkosten insbesondere für Eisenerz. Deutliche Rückgänge gab es auch im Komponentengeschäft, das unter der schwachen Automobilindustrie litt.

Getragen wurde das Ebit vom Aufzugsgeschäft, in dem Thyssenkrupp mit bereinigt 239 Millionen Euro mehr verdiente als der ganze Konzern zusammengenommen. Das Anlagengeschäft konnte seine Verluste dagegen fast halbieren, das im Vorjahr ebenfalls rote Zahlen schreibende Marinegeschäft erreichte eine schwarze Null.

Unter dem Strich musste Thyssenkrupp einen Fehlbetrag von 94 Millionen Euro hinnehmen, was jedoch eine Verbesserung von knapp 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellte. Der Umsatz stagnierte bei 10,8 Milliarden Euro. /nas/fba

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Thyssenkrupp steigt aus Dax

Thyssenkrupp steigt aus Dax ab - MTU steigt auf

(neu: mehr zum Abstieg von Thyssenkrupp) - Thyssenkrupp zählt nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen in Deutschland. Der Essener Industrie- und Stahlkonzern muss wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses den Dax verlassen. Das teilte die Deutsche Börse am Mittwochabend in Frankfurt mit. Ersetzt wird der Traditionskonzern in dem Leitindex durch den Triebwerksbauer MTU .

04.09.2019 22:30

In den MDax steigen CTS Eventim und Compugroup auf, beides bislang SDax -Werte. Norma und Deutsche Euroshop steigen dafür aus dem MDax in den SDax ab.

Aumann fällt aus dem SDax heraus, die VW -Abspaltung Traton steigt in den Index für kleine Werte auf.

Der Abstieg aus der Topliga der Börsenwerte ist für den mehr als 200 Jahre alten Industrieriesen ein Prestigeverlust. "Dass uns der Abstieg aus dem Dax enttäuscht, steht ausser Frage. Als Gründungsmitglied wären wir dem Leitindex gern erhalten geblieben", kommentierte Thyssenkrupp-Vorstandschef Guido Kerkhoff das zum 23. September wirksam werdende Ausscheiden. "Man muss aber auch ehrlich sein: Unsere Performance war zu schwach, daher ist der Gang in den MDax die logische Konsequenz", fügte er hinzu.

Thyssenkrupp steckt seit langem in der Krise. Die Finanzdecke ist dünn - auch eine Folge von milliardenschweren Fehlinvestitionen in Stahlwerke in Brasilien und den USA. Die als Befreiungsschlag geplante Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata wurde von der EU untersagt. Kerkhoff sagte daraufhin auch die Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige Unternehmen ab.

Um Geld in die leeren Kassen zu bekommen, plant Kerkhoff den Börsengang oder einen Verlauf der profitablen Aufzugssparte. Ihr Wert wird von Analysten deutlich höher eingeschätzt als der des gesamten Konzerns mit seinen weltweit rund 160 000 Mitarbeitern. Für die Beschäftigten hat der Dax-Abstieg keine direkten Folgen. Sie sind von dem Konzernumbau betroffen, bei dem 6000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, davon 4000 in Deutschland.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETF). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

Kerkhoff will die Chancen nutzen. "Wichtig ist, dass wir den Konzern jetzt neu und profitabler aufstellen, um so das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Darauf liegt unser Fokus, daran arbeiten wir mit aller Kraft", betonte er in seiner ersten Reaktion auf den Dax-Abstieg./hff/DP/fba

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