Schuldenkrise Asien

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China schliesst gewalttätige

China schliesst gewalttätige Wiedereingliederung Taiwans nicht aus

China behält sich im Streben nach einer Wiedereingliederung Taiwans weiter Gewaltanwendung vor. Peking werde zudem alle nötigen militärischen Massnahmen ergreifen, um "Separatisten" zu bezwingen, hiess es im jüngsten Weissbuch zur chinesischen Verteidigungspolitik.

24.07.2019 07:05

Zu den Prioritäten Pekings gehöre es, "Taiwans Unabhängigkeit" einzuhegen, heisst es in den am Mittwoch veröffentlichten Unterlagen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sprach von einer zunehmenden Bedrohung eines taiwanischen Separatismus. Jene, die nach Eigenständigkeit des Inselstaats strebten, würden in einer Sackgasse landen, warnte er.

Taiwan sagte sich 1949 von der Volksrepublik los. China sieht es indes als abtrünnige Provinz an und strebt dessen globale Isolierung an. Zuletzt erhöhte Peking den Druck, indem es Länder diplomatisch von Taiwan losgeeist, offizielle Kontakte zu Taipeh gekappt und Militärübungen nahe dem Inselstaat abgehalten hat.

Im Weissbuch werden auch die verstärkte Militärpräsenz der USA, Japans und Australiens und deren Bündnisse im Asien-Pazifik-Raum kritisch gesehen. Die Aktionen der Länder führten zu Unsicherheit in der Region. Dazu verwies China etwa auf die US-Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Südkorea. Das Vorgehen habe die regionale strategische Balance massiv untergraben. Chinas Militär weitet seinen Einfluss in der Region seit Jahren aus, was Besorgnis in einigen Pazifik-Anrainerstaaten ausgelöst hat.

(AWP)

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Wieder Zusammenstösse

Wieder Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten in Hongkong

(Ausführliche Fassung) - Auf den Strassen Hongkongs ist es erneut zu schweren Zusammenstössen zwischen der Polizei und Regierungsgegnern gekommen. Bereitschaftspolizisten feuerten am Sonntag Tränengas auf Demonstranten, die nach einem nicht genehmigten Protestmarsch an mehreren Stellen in der Stadt Barrikaden errichtet hatten. Schon am Samstag waren nach Behördenangaben mehr als 20 Menschen bei Protesten verletzt und elf Demonstranten von der Polizei festgenommen worden.

28.07.2019 17:26

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong kommt es seit Wochen immer wieder zu Protestmärschen mit Hunderttausenden Teilnehmern. Auslöser für die Demonstrationen war ein umstrittener Gesetzentwurf zur Auslieferung beschuldigter Personen an China. Regierungschefin Carrie Lam hat das Gesetz mittlerweile zwar "für tot" erklärt, allerdings ging sie nicht auf die Forderung der Demonstranten ein, den Gesetzentwurf formell zurückzuziehen.

Zu Zusammenstössen kam es am Sonntagabend (Ortszeit) in mehreren Teilen der Stadt. Dabei spielten sich chaotische Szenen ab. In der Nähe des Verbindungsbüros der chinesischen Führung feuerten Polizisten nach Warnungen immer wieder Tränengas ab. Das Gebäude war bereits in der Vorwoche zum Ziel wütender Demonstranten geworden, die es mit Eiern und schwarzer Farbe bewarfen.

Aktivisten errichteten Absperrungen und besetzten Strassen in Causeway Bay, einer Einkaufsgegend im Herzen Hongkongs. Auf Videos, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden, war zu sehen, wie sie Pflastersteine lösten, um damit zu werfen. Auch legten einige Demonstranten Feuer in den Strassen. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Schlagstöcke ein.

"Nieder mit dem bösen Gesetz" und "Hongkong, gib Gas!", riefen Tausende auf ihrem Weg durch die Stadt. Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert.

Die Proteste richten sich auch gegen die Polizei, der vorgeworfen wird, bei den Demonstrationen in diesem Sommer zu hart vorgegangen zu sein. Ein Ende der Proteste ist nicht absehbar. Auch für die nächsten Wochen sind Demonstrationen geplant.

Bereits am Samstag war es zwischen Regierungskritikern und der Polizei im Hongkonger Aussenbezirk Yuen Long zu Zusammenstössen gekommen. Die Beamten setzten Tränengas, Schlagstöcke, Gummigeschosse und Pfefferspray ein, nachdem Zehntausende Menschen trotz eines Verbots zunächst friedlich durch den Stadtteil gezogen waren. Die Lage eskalierte, als Bereitschaftspolizisten am Abend den Bahnhof von Yuen Long gewaltsam räumten.

Die Demonstranten hatten Yuen Long für ihren Marsch gewählt, weil am Bahnhof des abgelegenen Bezirks vergangenes Wochenende Regierungskritiker von Schlägern in weissen T-Shirts mit Eisenstangen und Stöcken angegriffen worden waren.

Die Protestbewegung kritisierte das Vorgehen der Polizei. "Was ist der Unterschied zwischen Pro-Peking-Banden und Polizisten?", fragte der bekannte Hongkonger Aktivist Joshua Wong auf Twitter. Sowohl die Polizei als auch die Banden hätten nun innerhalb einer Woche am Bahnhof von Yuen Long unschuldige Bürger attackiert./ejh/DP/fba

(AWP)

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Stimmung in Chinas Industrie

Stimmung in Chinas Industrie hellt sich etwas stärker als erwartet auf

Die Stimmung der Einkaufsmanager in Chinas Industriebetrieben hat sich etwas stärker als erwartet verbessert. Der Stimmungsindikator für Juli sei auf 49,7 Punkte gestiegen, nach 49,4 Punkten im Monat zuvor, teilte das Statistikamt am Mittwoch in Peking mit. Analysten hatten zwar mit einem leichten Zuwachs gerechnet, waren aber im Schnitt nur von 49,6 Punkten ausgegangen.

31.07.2019 08:02

Damit liegt der Stimmungsindikator nur noch knapp unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten. Erst bei Werten oberhalb dieser Marke gehen Experten von einem Wachstum in der Industrie der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt aus.

Während sich die Stimmung in der Industrie aufhellte, trübte sie sich im Bereich Dienstleistungen stärker als erwartet ein. Allerdings liegt der entsprechende Indikator auf einem deutlich höheren Niveau als sein Gegenstück zur Industrie. Er hielt sich auch deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle.

Für Juli meldete das Statistikamt einen Rückgang des Indikators für den Bereich Dienstleistungen auf 53,7 Punkten, nach 54,2 Zähler im Monat zuvor. Analysten hatten nur einen Rückgang auf 54,0 Punkte erwartet.

Bei den Indexwerten des chinesischen Statistikamtes wird vor allem die Stimmung in grossen und staatlichen Unternehmen erfasst./jkr/jha/

(AWP)

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Regierung warnt vor

Regierung warnt vor gefährlicher Lage in Hongkong

Zum Auftakt eines massiven Generalstreiks hat die umstrittene Regierungschefin Carrie Lam die Protestbewegung vor gefährlichen Folgen gewarnt.

05.08.2019 06:23

Die Regierungsgegner würden die chinesische Sonderverwaltungszone in eine sehr riskante Lage bringen, sagte Lam am Montag. Die Proteste seien eine Herausforderung für Chinas Souveränität und schadeten der Wirtschaft in der asiatischen Finanzmetropole. Ihre Regierung werde entschlossen Recht und Ordnung durchsetzen. Forderungen nach ihrem Rücktritt wies sie erneut zurück. Wegen des Streiks kam es im morgendlichen Berufsverkehr zu chaotischen Szenen. Viele Bahn- und Busdienste wurden eingestellt, Demonstranten blockierten Gleise und Bahnhöfe. Am Flughafen von Hongkong wurden mehr als 200 Flüge gestrichen.

Bei gewaltsamen Zusammenstößen mit Demonstranten nahm die Polizei nach eigenen Angaben 44 Menschen fest. Sie setzte wieder Tränengas ein, um die Proteste aufzulösen. Der Generalstreik folgte den Protesten vom Wochenende, bei denen wieder Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangenen waren und es auch erneut zu Zusammenstößen mit der Polizei kam.

Die Proteste hatten sich vor rund zwei Monaten an Plänen der Regierung für ein Gesetz zur Auslieferung von Beschuldigten nach China entzündet. Seit Mitte Juni weiten sie sich aus. Die Kundgebungen richten sich auch gegen Regierungschefin Lam, der Kritiker eine zu große Nähe zur Regierung in Peking vorwerfen. Zudem fürchten die Demonstranten um Freiheitsrechte, die der früheren britischen Kronkolonie nach der Übergabe an China 1997 eingeräumt wurden und fordern mehr Demokratie. 

(Reuters)

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Chinas Währungsreserven

Chinas Währungsreserven sinken um fast 16 Milliarden Dollar

Schwankungen bei Wechselkursen und Vermögenswerten wie Anleihen haben die chinesischen Währungsreserven im Juli schmelzen lassen. Sie sanken um 15,54 Milliarden Dollar auf 3,1 Billionen Dollar, wie die Zentralbank am Mittwoch mitteilte.

07.08.2019 13:31

Trotz des zweiten Rückgangs in diesem Jahr besitzt die Volksrepublik die mit Abstand grössten Währungsreserven der Welt. Diese werden vor allem von den enormen Exportüberschüssen gespeist.

Aus deren Zusammensetzung macht die Zentralbank ein Geheimnis. 2014 machten in Dollar gehaltene Vermögenswerten mit 58 Prozent den Löwenanteil aus, wobei es 1995 noch 79 Prozent waren. Zahlen nach 2014 wurden bislang nicht veröffentlicht.

Klar ist nur, dass China mehr in Gold investiert hat. Dessen Bestand stieg von Januar bis Juli um 4,5 Prozent auf 62,26 Millionen Feinunzen. Deren Wert betrug zuletzt fast 89 Milliarden Dollar. China werde die Diversifizierung seiner Reserven stetig und vorsichtig fortsetzen, kündigte die Devisenaufsicht vor wenigen Tagen an.

Die grossen Vorräte können als Puffern in wirtschaftlich turbulenten Zeiten dienen. Trotz des Handelsstreits mit den USA und eines geringeren Wirtschaftswachstums ist es China gelungen, die Kapitalabflüsse im vergangenen Jahr in Schach zu halten - auch weil Ausländer mehr Geld in chinesische Aktien und Anleihen gesteckt haben.

(AWP)

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Japans Wirtschaftswachstum

Japans Wirtschaftswachstum übertrifft Erwartungen

Die japanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent gewachsen und hat damit die Markterwartungen klar übertroffen.

09.08.2019 06:50

Erwartet wurde im Vorfeld ein Wachstum von nur 0,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2019 sei das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent angestiegen, teilte die Regierung in Tokio am Freitag weiter mit. Erwartet worden war ein Wachstum von 0,1 Prozent.

(Reuters)

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Erzeugerpreise in China

Erzeugerpreise in China sinken zum ersten Mal seit drei Jahren

Die chinesischen Erzeugerpreise sind im Juli zum ersten mal seit drei Jahren gesunken und haben damit Deflations-Sorgen geschürt. Der Erzeugerpreis-Index PPI sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozent, teilte das Nationale Statistik-Büro am Freitag mit.

09.08.2019 06:46

Analysten hatten in einer Reuters-Umfrage eine Abnahme von 0,1 Prozent erwartet. Diese Entwicklung erhöht nach Ansicht von Beobachtern den Druck auf die Regierung in Peking, mit Anreizen die Konjunktur anzufachen. Durch die im In- und Ausland zurückgehende Nachfrage sind die chinesischen Hersteller zu Preiskürzungen gezwungen, was zu Gewinneinbussen führt. Damit fehlt Geld für Investitionen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

(AWP)

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Proteste am Hongkonger

Proteste am Hongkonger Flughafen geplant

Die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong steht vor einer neuen Protestwelle am Wochenende.

09.08.2019 06:38

Demonstranten planten von Freitag bis Sonntag unter anderem im Flughafen der Finanzmetropole Proteste gegen die Regierung. Wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete, wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Auch gab der Flughafenbetreiber eine Warnung an Reisende aus, genügend Zeit einzuplanen. Für Samstag und Sonntag waren zudem neue Protestmärsche im Zentrum der chinesischen Sonderverwaltungszone geplant.

In Hongkong gibt es seit zwei Monaten immer wieder Proteste mit Hunderttausenden Teilnehmern. Am vergangenen Wochenende und auch am Montag kam es dabei erneut zu Ausschreitungen und Chaos auf den Strassen.

Auslöser für die Demonstrationen war ein Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmasslicher Krimineller an China. Regierungschefin Carrie Lam hat das Gesetz mittlerweile zwar für "tot" erklärt. Die Demonstrationen haben sich aber zu einer breiteren Bewegung gegen die Regierung und das harte Vorgehen der Polizei entwickelt. Viele Menschen befürchten zudem zunehmenden Einfluss Pekings und fordern demokratische Reformen.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik geniessen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäusserung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

(AWP)

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In diesen sechs Bereichen

In diesen sechs Bereichen setzt China jetzt schon die Standards

Die Chinesen übernehmen Ideen aus dem Westen und verbessern sie - damit wird das Land zur Wirtschaftsmacht, um welche die Welt in manchen Bereichen nicht mehr herumkommt.

11.08.2019 09:20

Von Gabriel Knupfer und Marc Bürgi

Weil die USA den Techkonzern Huawei vom Zulieferer Google trennen, könnten die Chinesen bald den Zugang zu neuen Android-Updates verlieren. Huawei hat deshalb die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems für Smartphones angekündigt. Es soll spätestens im nächsten Frühling auf den Markt kommen.

Bisher war noch jede Alternative zu Apples iOS und Googles Android zum Scheitern verurteilt. Zu gross ist der Vorsprung der Silicon-Valley-Konzerne, vor allem bei der Zahl der Apps. Doch wenn jemand das Duopol durchbrechen kann, dann der chinesische Techgigant.

Das Reich der Mitte hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass es Ideen aus dem Westen übernehmen und verbessern kann. Und der Druck des Handelsstreits mit den USA zwingt chinesische Firmen noch stärker dazu, eigene Lösungen zu entwickeln. Hier sind sechs Bereiche, in denen China schon heute neue Standards setzt:

1. Internet: WeChat und Alibaba

Obwohl die chinesische Chat-App WeChat zwei Jahre nach WhatsApp auf den Markt kam, hat der Dienst heute einen riesigen Vorsprung auf das amerikanische Vorbild herausgeholt. WeChat ist für die meisten Chinesen der Mittelpunkt der gesamten Onlineaktivitäten geworden. Egal ob für den Einkauf, ein Geschenk an Freunde oder einen Arzttermin, WeChat ist Begleiter in allen Lebenslagen.

Durch die erfolgreiche Verknüpfung von Nachrichten mit Shopping und Dienstleistungen hat sich der Spiess zwischen WeChat und WhatsApp umgedreht. Inzwischen versucht der WhatsApp-Mutterkonzern Facebook den Erfolg der Chinesen zu kopieren, vor allem was das mobile Bezahlen betrifft.

Die Handelsplattform Alibaba startete 1999 als chinesische Version von eBay oder Amazon. Heute ist der Konzern einer der grössten Internethändler der Welt und zunehmend auch im Westen präsent. Wie bei WeChat ist ein Teil des Erfolges auf die geschützte Stellung der Firma in China zurückzuführen. Doch Alibaba ist auch innovativ und setzte beispielsweise mit dem selbst erfundenen "Singles’ Day" am 11. November 2018 rund 30 Milliarden Dollar um. Das ist etwa das Dreifache des Jahresumsatzes von eBay.

2. Verkehr: Die schnellsten Züge der Welt

Seit einigen Jahren sind in China die schnellsten fahrplanmässigen Züge der Welt unterwegs. Und nicht nur, dass die Züge technisch besser werden - sie kommen auch immer häufiger aus heimischer Produktion.

Nachdem die Schnellfahrstrecken zunächst mit Zügen internationaler Hersteller bedient wurden – zum Einsatz kam unter anderem eine modifizierte Version des japanischen Shinkansen – baut China das Rollmaterial inzwischen selbst. Mit dem "Zug der Harmonie" CRH380A stellte der staatliche Hersteller China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC) mehrere Geschwindigkeitsrekorde auf.

Noch nicht so weit ist China in der kommerziellen Luftfahrt. Doch auch hier gibt es Bestrebungen im Bereich der Mittelstreckenjets den grossen Herstellern Airbus und Boeing Konkurrenz zu machen. Die Comac C919 ist das erste zweistrahlige Passagierflugzeug, das vollständig in China entwickelt wurde und soll 2021 in Dienst gestellt werden. Bestellt wurde der Flieger indes bisher fast ausschliesslich von chinesischen Airlines.

3. Computer: Lenovo

Auch im Bereich der PCs stieg China relativ spät mit eigenen Entwicklungen in den umkämpften Markt ein. Die Firma Lenovo beschränkte sich zunächst auf den Vertrieb von amerikanischen Produkten wie IBM und HP. Eigene Geräte kamen ab Ende der 1980er-Jahre in den Verkauf.

Heute ist Lenovo der grösste Computerhersteller der Welt. Bei den PCs standen die Chinesen im ersten Quartal 2019 mit einem Marktanteil von 22,5 Prozent vor HP mit 21,9 Prozent. Und auch technologisch ist Lenovo führend. Die Firma ist der grösste Anbieter von Supercomputern. Von den 500 leistungsfähigsten Computern der Welt stammt etwa jeder vierte von Lenovo.

4. E-Autos: Nio

Auf Schweizer Strassen fahren erst einige Zehntausend Elektroautos herum. Anders in China: Allein im letzten Jahr wurden dort mehr als eine Million E-Autos verkauft – mehr als die Hälfte der weltweiten Verkäufe von E-Wagen im 2018. China sorgt für den weltweiten Durchbruch der Stromfahrzeuge. Die Regierung will sie zum Standard machen und das Land in dem Markt eine führende Stellung sichern.

Die Pläne Pekings setzen die globale Autoindustrie unter Druck, auf den Elektroantrieb zu setzen. China – grösster Automarkt der Welt – ist auch für Volkswagen, General Motors oder Mercedes das wichtigste Verkaufsland. Fast alle grossen Anbieter planen mit Blick auf China eine E-Auto-Modelloffensive. Auch der führende US-E-Autohersteller Tesla kann sich dem Sog nicht entziehen: Seit kurzem produziert er sein Model 3 auch in einer Fabrik bei Shanghai.

Ausländische Hersteller treffen in China auf viel Konkurrenz: 486 heimische E-Auto-Hersteller gibt es laut der Agentur Bloomberg derzeit, bekannt sind etwa Nio, Byton oder Lucid Motors. Auch beim Geschäft unter der Haube dominiert "Made in China": China hat in der ganzen Lieferkette für E-Autos eine Schlüsselposition. Die wichtigsten Batteriehersteller und andere Zulieferfirmen sind in dem Land zu Hause.

5. Film: «Die wandernde Erde»

Es ist keine gewagte Prognose: Aus China werden in den nächsten Jahren viele Film-"Blockbuster" kommen. Bereits heute ist das Land der wichtigste Markt für Filme weltweit.

Auch hinter den Kameras will China eine Führungsrolle einnehmen. China, so das Ziel der Regierung in Peking, soll spätestens 2035 der USA im Filmgeschäft ebenbürtig werden. Um heimische Produktionen zu fördern, dürfen pro Jahr nur 34 ausländische Filme über die Leinwände flimmern.

Auch die Privawirtschaft treibt das Filmschaffen voran: Alibaba, Tencent oder Baidu setzen auf Entertainment, um die Nutzer auf ihre digitalen Plattformen zu locken. So sind Alibaba und Tencent beispielsweise beim führenden Studio Huayi Brothers beteiligt.

Auch Chinas reichster Mann, Wang Jianlin, investiert mit seinem Konzern Wanda in das Bewegtbild: Seine Hendgdian World Studios und Qingdao Movie Metropolis zählen zu den grösste Filmstudios der Welt. Wang ging auch in Hollywood auf Einkaufstour und übernahm die Legendary Entertainment Studios.

Der Aufstieg Chinas zur Filmgrossmacht wird auch hierzulande deutlich: Seit Mai können Schweizer Netflix-Kunden auf dem Streamingdienst "Die wandernde Erde" sehen: Netflix hat den chinesischen Sci-Fi-Knüller weltweit lanciert – ein solches globales Debüt war bis jetzt vor allem US-Produktionen vorbehalten.

6. Tourismus: Die «grösste Reisegruppe aller Zeiten»

Der Eindruck täuscht nicht: Immer mehr Chinesen bereisen die Schweiz, für den hiesigen Tourismus ist China mittlerweile das fünfwichtigste Herkunftsland. Dabei ist die Schweiz aus chinesischer Sicht keine wichtige Destination, und auch Besuche in anderen europäischen Ländern kann sich erst eine Elite leisten: Nur zehn Prozent aller 1,4 Milliarden Chinesen besitzen einen Pass. Chinesen urlauben in erster Linie in China.

Letztes Jahr machten Chinesen 5,5 Milliarden Reisen im eigenen Land und über 140 Millionen ausserhalb der Landesgrenze. Seit 2012 steuert China laut der UNO-Tourismusorganisation UNWTO bereits am meisten zum globalen Tourismusgeschäft bei. Der Reiseboom steht erst am Anfang. Bereits 2020 dürfen die Zahl der Auslandsreisen 160 Millionen betragen, schätzt die Beratungsfirma McKinsey. Chinesen werden weltweit den Tourismus anfeuern.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der «Handelszeitung».

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Wdh Flughafenprotest in

Wdh Flughafenprotest in Hongkong: Regierungschefin verteidigt Polizei

(Im fünften Absatz muss es heissen: Vormittag nicht Montag) - Trotz schwerer Kritik von Demonstranten und Vorwürfen von ausufernder Polizeigewalt hat sich Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam hinter die Sicherheitskräfte der Stadt gestellt. Die Polizei habe in den vergangenen zwei Monaten "grosse Schwierigkeiten gehabt, das Gesetz durchzusetzen", sagte Lam am Dienstag vor Journalisten. Sie reagierte damit auf Tausende Demonstranten, die am Vortag aus Wut über Polizeigewalt den Hongkonger Flughafen zum Erliegen gebracht hatte.

13.08.2019 08:24

Als jemand, der nicht selbst Teil der Polizei sei, könne sie nicht darüber bestimmten, wie Polizeieinsätze ablaufen, "insbesondere wenn die Polizei vor Ort ein Urteil fällen muss", sagte Lam weiter. Die Regierung und die Polizei in der chinesischen Sonderverwaltungszone seien aber in der Lage, die politische Krise in Hongkong zu lösen.

Tausende Demonstranten hatten am Montag die Abflug- und Ankunftshalle des Flughafens belagert. Der Airport, einer der geschäftigsten weltweit und ein zentrales Drehkreuz für Langstreckenflüge über China und Südostasien, strich deshalb vom Nachmittag an sämtliche Flüge für den Tag.

Nach dem Stillstand am Vortag lief der Flugbetrieb am Dienstag wieder an. Das bestätigte die Flughafenverwaltung am Morgen auf dpa-Anfrage. Allerdings sei noch nicht abzusehen, wann wieder mit einer störungsfreien Rückkehr zum normalen Flugplan zu rechnen ist.

Am Vormittag waren zunächst nur noch einzelne Protestler am Flughafen zu sehen. Für den Nachmittag war erneut eine Demonstration angekündigt. Hunderte Regierungsgegner hatten bereits seit dem vergangenen Freitag friedlich am Flughafen protestiert, ohne den Betrieb nennenswert zu beeinträchtigen. Nur am Montag war die Zahl der Protestierer so gross geworden, dass der Flugbetrieb eingestellt werden musste.

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit mehr zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmässig mit Ausschreitungen enden. Auslöser derDemonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmasslicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen.

Am Wochenende war es in Hongkong erneut zu heftigen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Gummigeschosse ein. Tränengas wurde auf den Strassen und erstmals auch in einer U-Bahnstation verschossen. Gewaltbereite Demonstranten warfen Steine. Die Polizei warf Regierungsgegnern vor, Einsatzkräfte mit Brandsätzen verletzt zu haben./jpt/DP/zb

(AWP)

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Chinas Industrie wächst so

Chinas Industrie wächst so langsam wie seit 2002 nicht mehr

Der Handelsstreit mit den USA bremst Chinas Industrieproduktion.

Aktualisiert um 07:22

Schwache Konjunkturdaten aus China: Die Produktion im Industriesektor ist im Juli auch wegen der Folgen des Handelsdisputs mit den Vereinigten Staaten so langsam gestiegen wie seit 2002 nicht mehr. Auch der Einzelhandelsumsatz sowie die Investitionen fielen im Juli schwach aus.

Die Industrieproduktion sei im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent gestiegen, teilte die Regierung am Mittwoch in Peking mit. Das war die geringste Wachstumsrate seit Anfang des vergangenen Jahrzehnts. Zudem lag der Anstieg deutlich unter der Erwartung der von Bloomberg befragten Experten.

Ebenfalls schwächer als prognostiziert wuchs der Einzelhandelsumsatz. Er legte im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Prozent zu. Im Juni hatte der Anstieg noch bei knapp zehn Prozent gelegen. Von Bloomberg befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang der Wachstumsrate gerechnet, dabei aber zumindest noch einen Anstieg von 8,6 Prozent auf dem Zettel.

Auch die Investitionen in Sachanlagen enttäuschten - wenn auch nicht ganz so stark wie Industrieproduktion und Einzelhandel. Sie legten bis Ende Juli um 5,7 Prozent zu. Hier hatten die Volkswirte mit einem Anstieg auf dem bisherigen Niveau von 5,8 Prozent gerechnet.

Die chinesische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur noch um 6,2 Prozent gewachsen. Die Wachstumsrate fiel damit auf das niedrigste Niveau seit fast drei Jahrzehnten.

(AWP/Reuters)

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Japans Exporte sinken achten

Japans Exporte sinken achten Monat in Folge

Die Handelskriege und die weltweite Konjunkturflaute belasten Japans Exporte weiter.

19.08.2019 07:16

Im Juli gingen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr zum achten Mal in Folge zurück. Der Wert der Exporte fiel vor allem wegen der Rückgänge bei Ausfuhren der Auto- und Halbleiterbranche um 1,6 Prozent, wie das japanische Finanzministerium am Montag in Tokio mitteilte.

Immerhin verlangsamte sich damit der Rückgang im Vergleich zu den Vormonaten - zudem hatten Experten mit einem noch schwächeren Wert gerechnet. Besonders stark gingen die Ausfuhren nach China und Südkorea zurück. China ist mit den Vereinigten Staaten der wichtigste Handelspartner Japans.

Die Wirtschaft Chinas wächst wegen der Folgen des Handelskriegs mit den USA so langsam wie seit vielen Jahren nicht mehr. Mit Südkorea streitet Japan derzeit über die Bedingungen im gegenseitigen Handel. Beide Ländern haben sich gegenseitig von einer sogenannten weissen Liste bevorzugter Handelspartner gestrichen.

(AWP)

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Zehntausende versammeln sich

Zehntausende versammeln sich zu neuer Demonstration in Hongkong

In Hongkong haben sich am Sonntag zehntausende Menschen zu einer neuen Massendemonstration versammelt. Die zentrale Kundgebung findet im Victoria Park statt, aber auch in den umliegenden Strassen drängten sich zahlreiche Demonstranten.

18.08.2019 13:59

Die Demonstration wurde von der Protestgruppe Civil Human Rights Front (CHRF) organisiert und soll demnach "vernünftig" und "gewaltlos" ablaufen.

Die Organisation meidet Konfrontationen mit der Polizei und war die treibende Kraft hinter den Rekord-Kundgebungen im Juni und Juli mit mehreren hunderttausend Teilnehmern. Die Aktivisten wollen mit der Grossdemonstration am Sonntag deutlich machen, dass ihre Bewegung trotz zunehmender Gewalt und schärfer werdender Drohungen Pekings immer noch breite Unterstützung in der Öffentlichkeit findet.

"Weiter kämpfen"

"Wir erwarten eine grosse Zahl von Teilnehmern. Wir hoffen, dass wir der Welt zeigen können, dass die Menschen in Hongkong völlig friedlich sein können", sagte die CHRF-Sprecherin Bonnie Leung. Sollten die Regierungen in Hongkong und Peking "darauf warten, dass unsere Bewegung stirbt, dann liegen sie falsch. Wir werden weiter kämpfen", fügte sie hinzu.

Die Polizei hat die Massenkundgebung zwar genehmigt, einen Demonstrationszug durch Hongkongs Strassen jedoch untersagt. In der Vergangenheit wurden solche Verbote von den Demonstranten jedoch ignoriert. Kleinere Protestmärsche am Samstag endeten ohne grössere Zwischenfälle. Viele Demonstranten riefen: "Wir sehen uns im Victoria Park!" Der Park war bereits bei früheren Demokratieprotesten zentraler Anlaufpunkt der Aktivisten.

Massenbewegung für Demokratie

Die seit zehn Wochen andauernden Proteste haben die chinesische Sonderverwaltungszone in eine schwere Krise gestürzt. Die Proteste, die sich zunächst gegen ein inzwischen ausgesetztes Auslieferungsgesetz richteten, das auch Überstellungen von Verdächtigen an Festland-China vorsah, haben sich inzwischen zu einer Massenbewegung für Demokratie entwickelt. Immer wieder kam es dabei zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten.

Die chinesische Regierung drohte den Demonstranten zuletzt immer unverhohlener. Erst hatte sie die Proteste für mehr Demokratie einfach verschwiegen, dann brachte sie die Demonstranten mit "Terrorismus" in Verbindung und schickte Truppen an die Grenze. Inzwischen wächst die Angst vor einem chinesischen Militäreinsatz.

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Japan: Inflation bleibt

Japan: Inflation bleibt schwach

In Japan hinkt die Inflation weiter deutlich hinter dem Ziel der Notenbank her. Die von den Währungshütern besonders stark beobachtete Kernrate der Inflation, bei der schwankungsanfällige Preise für frische Nahrungsmittel herausgerechnet werden, stieg im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent, wie die Regierung am Freitag in Tokio mitteilte.

23.08.2019 06:47

Im Juni hatte dieser Preisindex genauso stark zugelegt. Experten hatten im Schnitt mit dieser Entwicklung gerechnet.

Die japanische Notenbank peilt eigentlich einen Anstieg der Inflation um zwei Prozent an. Japan weist jedoch schon seit vielen Jahren eine ungewöhnlich schwache Preisentwicklung auf, was die Wirtschaftsentwicklung belasten kann. Die Währungshüter versuchen deshalb seit langem, die Inflation mit einer extrem lockeren Geldpolitik an die Zielmarke zu bringen. Allerdings haben sie mittlerweile einen Zeitplan zur Erreichung des Ziels aufgegeben./jha/nas

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Handelskammern schlagen wegen

Handelskammern schlagen wegen Chinas Sozialkreditsystem Alarm

(Ausführliche Fassung) - Deutsche und andere europäische Firmen sind nur unzureichend auf die Veränderungen durch Chinas umstrittenes Sozialkreditsystem vorbereitet. Davor warnten am Mittwoch die EU-Handelskammer und die Deutsche Handelskammer in Peking. Ein "radikaler Wandel" sei in Sicht, hiess es in einem Positionspapier der EU-Kammer. Demnach sei es "zutiefst besorgniserregend", in welch geringem Ausmass Firmen bislang für die anstehenden Veränderungen vorgesorgt hätten. Das Sozialkreditsystem zur Bewertung und Kontrolle von Firmen könne dabei "Leben oder Tod für einzelne Unternehmen" bedeuten.

28.08.2019 06:42

Rund ein Jahr vor der geplanten Einführung zeige sich, dass knapp sieben von zehn deutschen Unternehmen in China nicht mit dem System, seiner Wirkungsweise und Zielsetzung im Geschäftskontext vertraut sind, teilte die Deutsche Handelskammer parallel dazu mit.

Bis 2020 soll nach Plänen der Regierung in China ein landesweites Sozialpunktesystem eingeführt und nach und nach ausgebaut werden. Es soll Vertrauenswürdigkeit ermitteln und zwischen "guten" und "schlechten" Bürger unterscheiden.

In Pilotprojekten gibt es etwa Punktabzüge für Regelverstösse, Verkehrsvergehen oder Zahlungsverzug bei Rechnungen. Auch allzu kritische Äusserungen in sozialen Medien könnten eines Tages dazu führen, dass jemand im Punktesystem nach unten rutscht, warnen Kritiker. Allerdings stehen viele Details noch nicht fest.

Geplant ist, dass nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Unternehmen genauer unter die Lupe genommen werden. Firmen in China sind schon jetzt diversen Ratings unterworfen. Künftig sollen all diese Informationen laut EU-Kammer zu einer Gesamtnote zusammengeführt werden. Mehr als 300 Kriterien könnten einfliessen.

Höhere Punktzahlen können niedrigere Steuersätze, bessere Kreditbedingungen, einfacheren Marktzugang und mehr öffentliche Beschaffungsmöglichkeiten für Unternehmen bedeuten, so die EU-Kammer. Niedrigere Punktzahlen führen zum Gegenteil und können sogar zu einem Marktausschluss führen.

"In mancher Hinsicht sind das gute Nachrichten", schrieb gleichwohl die EU-Kammer in ihrem Bericht. Das vollautomatisierte System zur Überwachung könnte so dafür sorgen, dass alle Firmen gleich behandelt werden. Auch soll das System Anreize schaffen, mit denen sich Unternehmen gegenseitig kontrollieren. Verstösst ein Zulieferer gegen Umweltvorschriften, würde auch das Rating des Auftraggebers leiden. Der wäre so animiert, genauer auf die Bedingungen beim Geschäftspartner zu achten.

Zu Abzügen für Firmen könnten aber auch Mängel beim Arbeitsschutz oder andere Verstösse von Sicherheitsregeln führen. Auch Steuerdelikte wirken sich negativ aus. Das Rating einer Firma würde auch darunter leiden, wenn der Geschäftsführer auf seinem persönlichen Punktekonto Abzüge erleidet, erklärte die EU-Kammer.

Die Kammern warnten zugleich, die Einführung des Systems sei mit zahlreichen Ungewissheiten verbunden. Unklar sei etwa noch, wie verschiedene Bewertungskriterien gewichtet würden. Das System, in dem alle Daten zusammengeführt werden, beruhe auf einem "intransparenten Algorithmus", so die Deutsche Handelskammer.

Aus Sicht der deutschen Wirtschaft seien eine Koppelung an rechtsstaatliche Prinzipien und transparente nachvollziehbare Regeln eine Grundvoraussetzung für ein derartiges Bewertungssystem. Die Datenabfrage sollte sich auf das notwendige Minimum beschränken. Dann könnte ein solches System beispielsweise helfen, andere Unternehmen besser einzuschätzen, bevor eine Geschäftsbeziehung eingegangen oder vertieft wird.

"Es fehlen substanzielle Informationen zur Systematik und Funktion des Scoring-Systems sowie über vorzubereitende Massnahmen", so die Deutsche Handelskammer, die mehr Transparenz von Peking einforderte./jpt/DP/zb

(AWP)

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Japanische Industrie steigert

Japanische Industrie steigert Produktion unerwartet stark

Japans Industrie hat ihre Produktion im Juli überraschend deutlich hochgefahren. Der Anstieg zum Vormonat betrug 1,3 Prozent, wie am Freitag veröffentlichte Daten der Regierung zeigen.

30.08.2019 06:45

Japans Industrie hat ihre Produktion im Juli überraschend deutlich hochgefahren. Der Anstieg zum Vormonat betrug 1,3 Prozent, wie am Freitag veröffentlichte Daten der Regierung zeigen. Experten hatten im Schnitt lediglich ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. Im Juni war die Industrieproduktion noch um 3,3 Prozent eingebrochen.

Die stark vom Export abhängige drittgrößte Volkswirtschaft der Welt leidet unter einer Abkühlung der weltweiten Nachfrage und dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Die japanischen Einzelhandelsumsätze gingen im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um zwei Prozent zurück.

(Reuters)

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China: Industriestimmung

China: Industriestimmung sinkt im Handelskrieg

Die Stimmung der Einkaufsmanager in Chinas Industriebetrieben hat sich im August verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie sank auf 49,5 Punkte, wie die chinesische Statistikbehörde am Wochenende bekanntgab. Im Juli hatte der Stimmungsindikator bei 49,7 Punkten gelegen. Analysten hatten für August mit 49,6 Punkten etwas mehr erwartet.

01.09.2019 16:19

Damit liegt der Stimmungsindikator nach wie vor unter der sogenannten Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Werte oberhalb dieser Marke signalisieren ein Wachstum in der Industrie der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt, während Werte unterhalb ein Schrumpfen andeuten. Vor allem der Handelskonflikt zwischen China und den USA hatte die Stimmung der Einkaufsmanager zuletzt belastet.

Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor lag bei 53,8 Punkten und war damit kaum verändert./fba

(AWP)

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China will Konjunktur mit

China will Konjunktur mit Investitionen und Reformen stützen

China will angesichts einer schwächelnden Wirtschaft die Konjunktur mit staatlichen Anreizen anschieben. Dazu gehörten Investitionen in Infrastrukturprojekte und in regionale Entwicklung.

01.09.2019 16:13

Das teilte der Staatsrat am Sonntag mit. Gleichzeitig solle eine vorsichtige Geldpolitik mit einer "angemessen" breiten Liquidität beibehalten werden.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt macht derzeit die stärkste Schwächephase seit Jahrzehnten durch. Die chinesische Industrie ist den vierten Monat in Folge geschrumpft. Der chinesischen Wirtschaft setzt der Handelsstreit mit den USA zu.

Der Staatsrat teilte mit, er wolle die Steuer-, Finanz- und Geldpolitik besser aufeinander abstimmen. Zudem sollten die Kapitalmarkt-Reformen vertieft und die Öffnung des Finanzmarktes vorangetrieben werden. 

(Reuters)

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China: 'Caixin'-Index zieht

China: 'Caixin'-Index zieht überraschend an und klettert über 50-Punkte-Marke

Es ist ein Hoffnungsschimmer für die zuletzt schwache chinesische Industrieproduktion - zumindest für die kleineren und mittleren Unternehmen. Der vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" ermittelte Einkaufsmanagerindex stieg im August überraschend auf 50,4 (Juli 49,9) Punkte und deutet damit auf eine Expansion hin, wie das Magazin am Montag mitteilte. Experten hatten damit gerechnet, dass der Stimmungsindikator leicht zurückgehen wird.

02.09.2019 08:29

Damit liegt der Index wieder über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Werte oberhalb dieser Marke signalisieren ein Wachstum in der Industrie der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt, während Werte unterhalb ein Schrumpfen andeuten. Vor allem der Handelskonflikt zwischen China und den USA hatte die Stimmung der Einkaufsmanager zuletzt belastet.

Beim "Caixin"-Index wird vor allem die Stimmung in kleineren und mittleren Unternehmen erfasst. Etwas anders sieht allerdings die Lage bei den grossen und staatlichen Industriebetrieben aus. Der vor allem bei diesen Unternehmen ermittelte staatliche Indikator ging im August weiter zurück. Er sank um 0,2 Punkte auf 49,5 Zähler, wie die chinesische Statistikbehörde am Wochenende mitgeteilt hatte./zb/bgf/mis

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Neue Zwischenfälle in

Neue Zwischenfälle in Hongkong - Polizei setzt Pfefferspray ein

Nach den schweren Ausschreitungen am Wochenende in Hongkong ist es in der Nacht zum Mittwoch zu neuen Zwischenfällen gekommen. Die Polizei räumte gegen Mitternacht eine Gruppe von Demonstranten von einem Platz vor der Polizeistation im Stadtviertel Mong Kok, wie der Sender RTHK am Mittwoch berichtete. Auch machte die Polizei in der U-Bahn-Station Prince Edward eine Festnahme. Bei beiden Polizeieinsätzen wurde Pfefferspray eingesetzt.

04.09.2019 07:12

Während die Protestwochenenden mit grossen Demonstrationen und Zusammenstössen Schlagzeilen machen, kommt es auch unter der Woche immer wieder zu kleineren Zwischenfällen dieser Art. Seit mehr als drei Monaten dauern die Proteste schon an. Der Unmut der Demonstranten richtet sich gegen die eigene Regierung, gegen Polizeigewalt, aber auch gegen Chinas kommunistische Führung.

Bei den Protesten und Ausschreitungen sind insgesamt bereits mehr als 1100 Menschen festgenommen worden./lw/DP/zb

(AWP)

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«Chinas Präsident verpasst

«Chinas Präsident verpasst der Diktatur ein digitales Update»

Kai Strittmatter, langjähriger China-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung», über Chinas Aufbau eines digitalen Überwachungsstaats – und warum das Land damit den Westen herausfordert.

https://www.cash.ch/news/politik/ex-china-korrespondent-kai-strittmatter-chinas-praesident-verpasst-der-diktatur-ein-digitales-update-1392003

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Japans Wachstumstempo

Japans Wachstumstempo verlangsamt sich deutlicher als zunächst angenommen

Japans Wirtschaft hat im zweiten Quartal deutlicher an Fahrt verloren als ursprünglich angenommen. Zwischen April und Ende Juni legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 1,3 Prozent zu, wie die Regierung am Montag in Tokio auf Basis detaillierter Zahlen mitteilte.

09.09.2019 06:56

Vorläufige Daten, die Anfang August veröffentlicht wurden, hatten noch ein Wachstum von 1,8 Prozent ergeben. Experten hatten mit einer Revision der vorläufigen Angaben in dieser Grössenordnung gerechnet. Grund für das jetzt niedrigere Ergebnis ist vor allem eine Korrektur bei den Unternehmensinvestitionen, die wegen der Handelskonflikte dann doch nicht so hoch ausfielen wie zunächst angenommen. In den ersten drei Monaten des Jahres ist die Wirtschaft noch um revidierte 2,2 Prozent gewachsen./zb/stk

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Handelskrieg: Chinas

Handelskrieg: Chinas Aussenhandel schwächelt im August

Vor dem Hintergrund des Handelskriegs mit den USA hat Chinas Aussenhandel im August Schwäche gezeigt. Während die Exporte der zweitgrössten Volkswirtschaft um 1 Prozent auf 214,8 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu Vorjahr sanken, gingen die Importe um 5,6 Prozent auf 179,97 Milliarden Dollar zurück. Das teilte das Pekinger Statistikamt am Sonntag mit. Besonders gross fiel demnach das Minus bei den Ausfuhren in die USA aus, die um 16 Prozent auf noch 37,3 Milliarden Dollar sanken.

08.09.2019 16:12

Beide Staaten haben sich mit hohen Strafzöllen überzogen. Auslöser des seit über einem Jahr andauernden Handelskonflikts war die Verärgerung Trumps darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen.

Später forderte der US-Präsident auch strukturelle Veränderungen in China und Mechanismen, um die Einhaltung eines Abkommens zu garantieren. Der Führung in Peking geht das aber zu weit. Auch Trumps Unberechenbarkeit verärgert die chinesische Führung.

Der Handelskrieg führt in beiden Ländern zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und bremst auch die Weltkonjunktur. Die Aktienmärkte sind beunruhigt. Viele Analysten warnen, der Konflikt könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession schlittern lassen. Für Anfang Oktober haben beide Staaten neue Verhandlungen vereinbart./jpt/DP/zb

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China: Verbraucherpreise

China: Verbraucherpreise ziehen an - Erzeugerpreise geben etwas nach

In China hat die Preisentwicklung im August keine grossen Überraschungen geliefert. Die Verbraucherpreise legten um 2,8 Prozent im Jahresvergleich zu. Die Erzeugerpreise seien hingegen um 0,8 Prozent im Jahresvergleich gesunken, wie das Statistikamt am Dienstag in Peking mitteilte.

10.09.2019 06:56

Analysten hatten im Schnitt bei den Verbraucherpreisen mit einem etwas geringeren Anstieg von 2,7 Prozent gerechnet und bei den Erzeugerpreisen einen Rückgang um 0,9 Prozent erwartet. Im Juli waren die Erzeugerpreise noch etwas moderater um 0,3 Prozent im Jahresvergleich gesunken. Bei den Verbraucherpreisen blieb der Anstieg dagegen gleich. Im Juli war ebenfalls ein Plus von 2,8 Prozent im Jahresvergleich gemeldet worden./jha/stk

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Chinas Premier: Wachstumsziel

Chinas Premier: Wachstumsziel 'ziemlich schwer' einzuhalten

(Ausführliche Fassung) - Der Handelskrieg mit den USA erschwert es China, seine ursprünglichen Wachstumsziele einzuhalten. "Es ist eine ziemlich schwere Aufgabe für eine so grosse Volkswirtschaft wie China, schnelle Wachstumsraten von mehr als sechs Prozent vor dem Hintergrund der ungewissen internationalen Situation zu wahren", sagte Premier Li Keqiang vor einem am Montag beginnenden Besuch in Russland in einem Interview der russischen Nachrichtenagentur Tass.

16.09.2019 08:10

Peking plant für dieses Jahr ein Wachstum von 6,0 bis 6,5 Prozent. Im zweiten Quartal fiel das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft aber schon auf 6,2 Prozent - so wenig wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr. Der Abwärtsdruck nimmt noch zu. Neue Daten, die das Statistikamt am Montag veröffentlichte, zeigen eine unerwartet schwache Entwicklung in der Industrieproduktion, dem Einzelhandelsumsatz und den Investitionen in Sachanlagen.

Im August legte die Industrieproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 4,4 Prozent zu und damit noch weniger als im Juli. Da war bereits die geringste Wachstumsrate seit Anfang des vergangenen Jahrzehnts erreicht. Experten hatten damit gerechnet, dass die Produktion wieder etwas anzieht.

Auch der Umsatz im Einzelhandel schwächte sich überraschend ab. Er zog im August um 7,5 (Juli: 7,6) Prozent an. Volkswirte hatten erwartet, dass sich der Einzelhandelsumsatz wieder belebt. Auch die Investitionen in Sachanlagen enttäuschten. Sie legten bis Ende August um 5,5 Prozent zu. Hier hatten die Volkswirte ein Plus auf dem bisherigen Niveau von 5,7 Prozent prognostiziert.

Trotz der Entwicklung gab sich Chinas Premier aber optimistisch und pries die "grosse Widerstandsfähigkeit, das Potenzial und die Möglichkeiten" der chinesischen Wirtschaft. Mit Blick auf die ersten acht Monate des Jahres insgesamt sprach Li Keqiang von einer "reibungslosen und nachhaltigen Entwicklung". Wichtige Wirtschaftsdaten lägen innerhalb der Erwartungen und einer "angemessenen Bandbreite".

Experten gehen allerdings davon aus, dass die Notenbank und die Regierung bald zu weiteren Massnahmen greifen, um die Wirtschaft zu beleben. Von einer Lösung in ihrem seit mehr als einem Jahr anhaltenden Handelskrieg sind die USA und China aber noch weit entfernt, auch wenn es jüngst einige Gesten des guten Willens gab. Anfang Oktober wollen die Unterhändler in Washington wieder zusammenkommen./lw/DP/zb

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Neue Ausschreitungen in

Neue Ausschreitungen in Hongkong nach Verbot von Grossdemonstration

(Ausführliche Fassung) - Trotz eines Demonstrationsverbots sind am Sonntag in Hongkong wieder Zehntausende für mehr Demokratie und Freiheitsrechte auf die Strasse gegangen. Anschliessend kam es in der chinesischen Sonderverwaltungsregion erneut zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, als radikale Demonstranten am Regierungssitz Steine und Brandsätze auf Polizeikräfte hinter den Absperrungen warfen. Meist schwarz gekleidete, mit Gasmasken und Helmen ausgerüstete oder vermummte Aktivisten hatten zuvor Strassenblockaden errichtet und U-Bahn-Einrichtungen beschädigt.

15.09.2019 20:52

Es ist das 15. Wochenende in Folge, an dem in der früheren britischen Kronkolonie protestiert wurde. Die Demonstranten fordern eine unabhängige Untersuchung von Polizeibrutalität, Amnestie für die bereits mehr als 1000 Festgenommenen und freie Wahlen. Aus Sicherheitsgründen hatte die Polizei die ursprünglich geplante Grossdemonstration untersagt, zu der die Civil Human Rights Front aufgerufen hatte. Die Gruppe hatte schon Märsche mit bis zu mehr als einer Million Teilnehmern organisiert.

"Es ist meine Verantwortung als Hongkonger, für Freiheit zu kämpfen", sagte der Designer Wolf Shek, der trotz des Verbots demonstrierte. "Ich bin kein Protestler in der ersten Reihe, aber in meiner Position will ich alles tun, was ich tun kann, um unsere Stadt zu retten." Auch hatten religiöse Gruppen mit dem pensionierten Kardinal Joseph Zen an der Spitze zu Gebetsstunden aufgerufen, nacheinander in drei verschiedenen Kirchen und einer Prozession dazwischen.

Vor dem Regierungssitz kam es dann zu Zwischenfällen. Ein Wasserwerfer spritzte auch wieder mit blauer Farbe versetztes Wasser auf Demonstranten - vermutlich um sie zu markieren. Einsatzkräfte rückten später auf der Strasse vor und vertrieben mit ihrem Vormarsch die Demonstranten, die Strassenblockaden zurückliessen. Am Eingang zur U-Bahnstation Wan Chai wurde ein Abfalleimer in Brand gesetzt. Die Verkehrsbetriebe fuhr diese Station ähnlich wie Admiralty am Regierungssitz und Causeway Bay nicht mehr an.

Am Rande der Proteste kam es zu gewalttätigen Übergriffen zwischen Gegnern und Unterstützern der Regierung. Ein Video zeigte, wie schwarz gekleidete Radikale einen Mann verprügelten und mit Füssen traten, bis er bewusstlos auf der Strasse lag. Er hatte nach Medienberichten für die Polizei Partei ergriffen. Wie die "South China Morning Post" berichtete, wurde der Mann schwer verletzt.

In Fortress Hill und North Point gingen wiederum Männer, die weisse T-Shirts als Zeichen ihrer Unterstützung für Peking und Hongkongs Regierung trugen, mit Fäusten und Stöcken auf regierungskritische Demonstranten los. Die Gegenden sind bekannt für Aktivitäten von Triaden, mafiaähnliche Organisationen, die Kontakte über die Grenze in die Volksrepublik pflegen.

Seit mehr als vier Monaten wird in Hongkong gegen die dortige Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Führung in Peking auf die Sonderverwaltungsregion protestiert. Im Anschluss war es häufig zu Zusammenstössen mit der Polizei gekommen.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe an China 1997 mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip "ein Land, zwei Systeme" autonom als eigenes Territorium regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, geniessen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie etwa Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

An dem langen Feiertagswochenende mit dem chinesischen Mondfest am Freitag hatte massive Polizeipräsenz zuvor grössere Demonstrationen verhindert. Es kam am Samstag allerdings zu Handgreiflichkeiten zwischen Peking-treuen Gruppen mit roten chinesischen Nationalflaggen und regierungskritischen Demonstranten. Rangeleien gab es besonders bei einer Aktion im Einkaufszentrum Amoy Plaza./lw/DP/men

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Handelskriege belasten Japans

Handelskriege belasten Japans Exporte weiter - Neunter Rückgang in Folge

Die Handelskriege, die weltweite Konjunkturflaute und die Yen-Stärke belasten Japans Exporte weiter. Im August gingen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr zum neunten Mal in Folge zurück. Der Rückgang um 8,2 Prozent fiel zudem deutlich höher aus als noch im Juli, wie das japanische Finanzministerium am Mittwoch in Tokio mitteilte. Stärker als im August sind die Exporte in diesem Jahr nur im Januar gefallen. Experten hatten allerdings mit einem noch höheren Rückgang gerechnet.

18.09.2019 07:17

Japans Wirtschaft hat gleich an mehreren Fronten des Handelskriegs zu kämpfen. So sind die beiden Hauptkontrahenten der derzeit tobenden Dispute, China und die USA, die zwei wichtigsten Handelspartner des Landes. Zudem verhandelt Japan selbst mit den Vereinigten Staaten über ein Handelsabkommen - im Fokus dabei sind mögliche Zölle auf japanische Autos, einem der wichtigsten Exportgüter des Landes.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt angedeutet, dass der Abschluss eines Handelsabkommens zwischen den beiden Ländern bald erfolgt, dabei aber keine Details genannt. Zudem streitet Japan mit Südkorea derzeit über die Bedingungen im Handel untereinander. Beide Länder hatten sich sich zuletzt gegenseitig von einer sogenannten weissen Liste bevorzugter Handelspartner gestrichen und damit die Aus- und Einfuhr von Waren aus den jeweiligen Ländern erschwert.

In Zahlen ausgedrückt wirkten sich die Handelsdispute folgendermassen aus: Die Exporte nach China sanken im August im Vergleich zum Vorjahr um 12,1 Prozent, die in die Vereinigten Staaten um 4,4 Prozent und der Wert der nach Südkorea ausgeführten Waren sank um 9,4 Prozent. Unter den Branchen waren vor allem die Ausrüster der konjunktursensiblen Halbleiterbranche stark betroffen - hier brachen die Ausfuhren um fast ein Viertel ein./zb/men

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Handelsstreit: Südkorea

Handelsstreit: Südkorea verschärft Kontrollen für Export nach Japan

Im Handelsstreit mit Japan hat Südkorea ebenfalls schärfere Kontrollen für den Export "strategischer Güter" in das Nachbarland eingeführt. Am Mittwoch trat nach Angaben des Handelsministeriums ein neues System in Kraft, in dem Japan aus der Gruppe von bevorzugten Handelspartnern fällt, für die unter anderem ein beschleunigtes Exportverfahren gilt. Südkorea reagiert mit dem zuvor angekündigten Schritt auf eine ähnliche Massnahme Japans.

18.09.2019 06:37

Nach der neuen Regelung müssen jetzt südkoreanische Unternehmen mehr Dokumente als zuvor einreichen, wenn sie "strategische Güter" nach Japan exportieren wollen. Zudem verzögert sich das Verfahren zur Exportgenehmigung.

Der Handelsstreit zwischen den beiden wichtigen Verbündeten der USA hatte sich an Tokios Beschluss im Juli entzündet, striktere Kontrollen für den Export von Materialien zur Chip- und Display-Produktion nach Südkorea zu verhängen. Hintergrund ist ein Disput über die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter während Japans Kolonialherrschaft (1910 bis 1945).

Der Oberste Gerichtshof in Südkorea hatte im vergangenen Jahr zwei japanische Konzerne angewiesen, Schadenersatz an ehemalige Zwangsarbeiter zu zahlen. Tokio sieht das Thema Entschädigung durch einen bilateralen Vertrag von 1965 als abgeschlossen an.

Japan hatte Südkorea im August von der sogenannten "weissen Liste" bevorzugter Handelspartner gestrichen. Südkorea hatte mit Vergeltung gedroht. Zudem beendete Seoul zuletzt ein Geheimdienstabkommen mit Tokio und brachte den Disput um die strengeren Exportkontrollen durch Japan vor die Welthandelsorganisation WTO./dg/DP/zb

(AWP)

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