MeyerBurger MBTN

Meyer Burger Aktie 

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gertrud
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Goldi Solar Forts.

Du kennst Dich wirklich aus, danke. Damit sollte klar sein, wo Du Deine zu erwartenden Gewinne aus RLF reinvestieren wirst.
Und tatsächlich, ich hab Module mit m2 verwechselt - daran kann man sehen, wie hilflos ich in dieser Materie bin.

Doch bohre ich nochmals zu meiner Frage nach:
REC Solar und MBT schreiben von "höhermargigen Premium" Modulen.

Wenn ich recht verstehe, sind HJT gegen PERC Vorteile:

  • 10%rel höherer Wirkungsgrad
  • tiefere Herstellungskosten (????? stimmt das ?)
  • Sonst noch was?

Nach meiner gestern beschriebenen Erfahrung nimmt die durchschnittliche Hausfrau, was der Solateur empfiehlt. Der ganze technische SchnickSchnack ist ihr egal und sie ist nicht bereit, für "Premium" einen Aufpreis zu bezahlen.

Wie also muss REC/MBT ihre HJT Module im Markt positionieren, dass das ein Erfolg wird? Für MBT wäre am besten, wenn die Markterwartung andere Hersteller zwingen würde, auf HJT nachzurüsten.
Eine Strategie der "Premium Exklusivität" könnte in die Hosen gehen, wenn keiner bereit ist, die Premium Prämie zu bezahlen. Oder reichen Grossprojekte, wie sie niknik grad vorgestellt hat, um nachhaltig profitabel zu sein, weil man dafür keinen Zwischenhändler zahlen muss?
Wahrscheinlich seh ich das alles zu einfach, aber ich fürchte, die HJT kann nur zu marginal höheren Preisen vermarktet werden: Das leicht bessere Modul, in jeder Menge verfügbar, zum praktisch selben Preis - dann setzt es sich durch und zwingt die Konkurrenz, technologisch nachzuziehen.
Oder die Konkurrenz produziert auf ihren abgeschriebenen PERC-Anlagen massenhaft und schwemmt den Markt zu Dumpingpreisen.

Werden echte HJT Module schon am Markt angeboten? Was wär so eins?

 

 

Goldi
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Gertrud die Hausfrau

üh Gertrud, Du als gebildete Hausfrau müsstest den Unterschied zwischen Quadratmetern und Anzahl Modulen schon kennen! Mosking

Meine "erwarteteten Gewinne aus RLF" sind wieder so eine böse, kleine Spitze. Ich wäre froh, wenn ich flat rauskäme!

Das mit der höheren Marge von neuen tollen Modulen ist so ein Aberglaube. Die gibt es in den letzten 17 Jahren, die ich kenne, im Massenmarkt einfach nicht. Nur im kleinvolumigen Schweizer Architekten- und Einfamilienhäuslermarkt, wo es um Aesthetik und nicht um Rendite geht, da kannst Du Module mit grossen Margen verkaufen. Sobald es rentieren muss, kannst Du die neuen, tolleren Module im Massenmarkt nur ein paar Prozent teurer verkaufen. Vielleicht 3%, vielleicht 5%, todsicher nicht 10%. Getrieben wird die Nachfrage eher nicht von der hohen Marge, sondern weil das ein "must have" wird. Mit Modulen mit tiefen Wirkungsgraden und alter Technologie stehst Du nach zwei Jahren schon neben dem Markt. Daher wird die Nachfrage schon kommen, Die Produktion könnte noch günstiger werden, daher sehe ich für Heterojunction sicher eine rosige Zukunft, aber die hohen Margen bleiben wohl eine Fata Morgana.

Es gibt zudem wichtige andere Einflussfaktoren. Als China sein Förderprogramm zusammenstrich, und Trump gleich noch die Zölle für chinesische Module erhöhte, haben chinesische Module zu abartig tiefen Preisen Europa überflutet. Das ist dann "billiger Jakob", nicht "hohe Margen". 

Das Projekt Silver Frog, merci für den Link!, ist sicher hochspannend. Aber das ist erst ein Antrag für etwas, das in vielen Jahren dann vielleicht einmal gestartet würde. Sicher eine gute Sache, falls das realisiert wird. Aber das ist wieder so eine Uebergangssache, einmalig. Natürlich kannst Du Wasserstoff produzieren und ins Erdgasnetz einspeisen, aber das geht nur bis zu 10 Volumenprozent am Gasgemisch. "Netto Null CO2" erreichst Du mit 90% fossilem Gas nicht. Daher wird das ein einmaliger Pfupf sein, der genau unter den heutigen Umständen zustande kommen könnte, weil die EU da mal schnell Geld bereitstellen könnte, um zu zeigen, dass sie "etwas machen".

Wenn es sinnvoll sein soll und rentieren muss, baust Du die Wasserstoffanlage eher nicht. Die KWO hat vor Jahren genau dieses Businessmodel eingehend geprüft. Den überschüssigen Billigstrom nicht zu verpumpen, sondern zu Wasserstoff umzuwandeln und dem Erdgasnetz beizumischen. Das bringst Du einfach nicht zu rentieren, die Umwandlungsverluste sind einfach viel zu gross, Du vernichtest zuviel Energie. Aber mit einem EU Förderpaket mit ein paar Milliönli à fonds perdu kannst Du das schon zum Fliegen bringen.

Goldi

 

 

tolggoe28
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Hallo Gertrud zu deinen HJT

Hallo Gertrud zu deinen HJT Modulen schau mal hier:

 

https://www.asiaone.com/business/rec-group-kicks-mass-production-its-gro...

 

 

gertrud
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Zufälle ?

@tolggoe28  Was für ein schöner Zufall, dass REC Solar auf den Tag genau die Massenproduktion beginnt. REC hat 1.5% Marktanteil. Mal sehen, was draus wird. HJT Kapaziäten auszubauen, braucht zuerst einmal Geld.

@ Goldi  Das war keine böse, kleine Spitze (RLF ist so irrational, da ist ALLES möglich). Das war eine Anspielung auf einen Investorkollegen von Dir: Ist das wirklich nur Zufall, dass gerade jetzt vor der a.o.GV Peter Spuhler als möglicher Investor bei MBT durch die Presse gezogen wird? Und gleich noch eine Freundschaft zum aktuellen VRP herausgestrichen wird?
Manche friedliebende, von dem Streit angepisste Aktionärin wie ich wird sich doch sagen:
Dann wähl ich diesmal halt noch nicht den Sentis-Kerekes sondern warte lieber auf den Peter Spuhler. Der bringt dann alles in Ordnung.

Zurück zu tolggoe´s Fragen zur Cash-Bewirtschaftungt: Wenn die Strategie mit REC Solar Kapital zum Ausbau der Kapazität braucht, wird sich MBT, wenn nicht mit Geld, dann sicher mit Anlagenvorfinanzierung beteiligen müssen.
tolggoe28, was vermutest Du? Dass MBT den Boden für eine weitere KE vorbereiten will?

 

 

tolggoe28
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Wenn eine KE durch den VR

Wenn eine KE durch den VR beabsichtigt ist, würde es den Shortseller regelrecht in die Hände spielen. Eine weitere KE wird Meyer Burger im heutigen Umfeld niemals durchbringen sie würden noch den letzten Anleger vergraulen. Als Boden für eine erfolgreiche KE braucht es das Vertrauen des Aktionärs.

Was MBT für ein Spiel mit den Zahlen ablieferten bleibt im Verborgenen. Man kann aber mit Sicherheit vermuten, dass es kein Spiel zum Wohle des Aktionärs gewesen sein kann. 

Die Vorleistungen für REC sind nun auf dem Tisch. MBT kann sich jetzt nicht mehr weiter hinter verschönter Vollbeschäftigung unter fürchterlich aussehender Liquidität verstecken. Jetzt muss ein Deal, nein falsch es müssen Deal's her die mehr beinhalten als die kurzfristigen Hinhalteworte bis zum nächsten Geschäftsbericht. Wir Aktionäre dürfen und werden uns nicht weiter mit nur vollblumigen Zukunftsäusserungen eines weniger als mässigen arbeitenden Managements zufrieden geben. 

Ich könnte schwören sie versuchen uns in letzter Minute vor der aoGV noch mit einem von aussen und ersten Blick anmutendem Auftrag, einer Info, einer weichenstellenden Aussicht umzustimmen. Trump like.

Apropo like Trump. Ich habe MBT mal vorgeschlagen sie könnten ja mit ihrer Kommunikationstaktik anstatt uns Anleger ständig hinzuhalten ja mal die Shortseller vergraulen. Als Antwort kam: "Wir kommunizieren offen, ehrlich und gemäss der geltenden Adhoc-Regeln"

Das ist ja mal ein völlig neue Auffassung......

 

Goldi
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Perowskit Konkurrenzsituation

Hier ein recht aktueller Vergleich, wie weit die einzelnen Solarfirmen in der Entwicklung ihrer Perowskitzellen sind.

Oxford-PV mit MB stehen da gar nicht so schlecht da.

https://www.nature.com/articles/d41586-019-01985-y

Goldi

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Ich wiederhole mich gerne:

Ich wiederhole mich gerne: verkauft die Bude. Jetzt oder nie. Und ja, der Brändlä kann nach der a.o. GV gehen; der konnte der Pauli auch nicht ersetzen. Im Gegenteil: schaut euch mal an wo Meyer Burger heute steht...

gertrud
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Next steps for HJT

October 12, 2019 Jonathan Gifford, pv magazine

It is considered conventional wisdom among some in the PV production community that for technology upgrades, PERC including TOPCon is the obvious choice, while for greenfield projects, the only way is heterojunction (HJT). But as the 2019 PV market heads toward its final quarter, it remains unclear whether this technology dynamic is self evident.
One major development on the HJT front in 2019 has been REC Group’s embrace of the technology. At Intersolar Europe in May, REC launched its new Alpha Series HJT module with 380 W of output in a 60-cell configuration. Alpha deploys Meyer Burger HJT deposition and Smartwire cell interconnection technology. On release, module efficiency came in at 21.7% and 21.4% for an all-black module.
REC dove headfirst into HJT, particularly from a volume perspective as a non-Chinese manufacturer. In one fell swoop, it purchased 600 MW of HJT production equipment – and it is currently ramping that up further. First shipments are expected in October and November to Europe, the United States and Australia.
“There were very interesting reactions from people,” says REC Group CTO Shankar G. Sridhara. “They have been surprised because it is a bold move jumping to HJT and it is also very bold doing 600 MW in one shot. But we are confident about the due diligence that we did and the module development that we did on the side.”
The Alpha modules combine HJT and advanced connection technology with REC’s “Twin Panel” design, which the company pioneered back in 2014, along with half cut cells.
Sridhara sets out the thinking behind the move: “REC with its size of around 1.8 GW can’t compete on the standard technology, which is now PERC. With the n-PERT which we launched last year, we are ahead, but in order for us to be a true technology leader, we have to maintain a significantly larger distance to our competitors. HJT is the right technology to do that, both from a performance and, naturally in this industry, from a cost perspective.”

Cost in focus
In terms of costs, there are concerns that the capex requirements for investments in new HJT lines remain too high. Ethan S. Simon, the CTO of DuPont Photovoltaic and Advanced Materials, says that production equipment capex for an HJT line may be up to two times higher than for a standard mono PERC line. However, he notes that efforts to advance large area PECVD equipment could reduce that margin significantly. “The investment required could be a damping factor,“ says Simon.
PV InfoLink analyst Corrine Lin estimates that HJT capex, drawing on Chinese equipment supplier figures, is around CNY 0.75-0.85 billion ($100-120 million) for 1 GW of capacity, with PERC coming in at around CNY 0.25 billion.
On the opex side, too, there are challenges. Early HJT cells were sometimes described as being heavy on the silver paste laydown for cell metallization, although here progress has been made. “Our fourth-generation [HJT paste] version reduces the cost of the process by offering up to one-third reduction in paste usage,” says DuPont’s Simon.
But indium, often used for the transparent conductive oxide (TCO) layer, does not come cheap – particularly if large volumes have to be purchased at the start of production. Indium tin oxide is favored for the TCO in HJT production.

Technological inertia
A further limiting factor for HJT adoption could simply be technological inertia, as PERC is well established and understood by manufacturers and the market, now that it has gone through a long gestation period. “They have done their homework on PERC and now they have to think what’s next,” says Christian Knechtel, the CEO and CFO of German production equipment supplier Von Ardenne. In PV, Von Ardenne supplies coating equipment to the thin-film segment – First Solar being a notable client, along with TOPCon and HJT crystalline silicon manufacturers – specifically for physical vapor deposition (PVD) of the TCO layer.

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ACH NÖ...

ACH NÖ...

Ethos will den Kerekes nicht im VR?

Ok, ich schlage die gertrud vor...mit diesem Profilbild werden Neubestellungen nur so schneien.

Domtom01
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kein Meinungswechsel

Domtom01 hat am 22.03.2018 13:39 geschrieben:

Diese Bude ist in der Schweiz nicht (mehr) haltbar: abwickeln! 

War noch nie ein Freund dieser Gesellschaft. Aber seit Jahren ist absehbar, dass sie in der CH nicht überlebensfähig ist. Weg damit! Ja kein Subventionsgeld einschiessen. Wenn ein Gaul lahmt, erschiess ihn. 

Bin heute weiterhin der gleichen Meinung, weil es an allem fehlt: keine industrielle Aufskalierbarkeit, schnelle Entscheidungsfähigkeit, politischer Wille (ausser Lippenbekenntnisse) nicht vorhanden. 

Noch Fragen?

Schade, wie wir es in der Schweiz bei vielen Produkten, die aus der Grundlagenforschung stammen, nicht schaffen, sie nachhaltig bei uns zu halten. 

tolggoe28
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Und einmal mehr beweist MBT

Und einmal mehr beweist MBT in Sachen Kommunikation, dass sie uns ein verzerrtes und einseitges Bild auftischen.

In der Adhoc Meldung wird in keinster Weise die Wahlempfehlung von Inrate erwähnt.

Zrating empfiehlt die Annahme der Zuwahl von Herr Kerekes. 

Moment da war doch noch was: "Wir kommunizieren offen, ehrlich und gemäss der geltenden Adhoc-Regeln".

Stimmt, dass habe ich vergessen......

tolggoe28
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Eine ganz einfache Frage an

Eine ganz einfache Frage an alle:

Traut man einem Management genügend Fachkompetenz, Verhandlungsgeschick und Treue zu den eigenen Aktionären zu um in die wichtigen Verhandlungen mit den Kunden einzusteigen, wenn sie auf diese Art und Weise kommunizieren?

Ich finde sie brauchen dringend Unterstützung.

tolggoe28
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Habe diese interessante

Habe diese interessante Überlegung in einem anderen Forum gefunden.

 

LongOnly01:

@setb2609 

10.10.19 16:45

 

die Generalversammlungsergebnisse könnten auch etwas manipuliert werden.

Weshalb hat Meyer Burger sich 3 Monate Zeit gegeben um die GV abzuhalten?
Gedankenspiel:
Eine Grossbank wie CS oder UBS finanziert einen sogenannten "Funded Collar" für jmd wie Herrn Spuhler. Eine Bank die soetwas macht, kann bis 10 % aufbauen und muss nicht melden, darf aber stimmen, irgendwann schieben sie dann die Aktien an Herrn Spuhler - siehe HNA und Dufry, HNA und Daimler.

Deshalb ist auch interessant, dass MBT diesmal 2 x aufgerufen hat, sich eintragen zu lassen um mehr Stimmquorum an der GV zu haben. Das haben sie noch NIE gemacht.

Damit könnten auf einmal Rekordteilnahmen an der GV sein, zB 40 %, weil ein "versteckter" Investor über einen funded collar einer Grossbank schon mitstimmt.

Das könnte erklären, weshalb alles so lange dauert, so das Cash versteckt wurde etc.

Man wird sehen, ob sich solch eine Theorie am Ende als richtig herausstellen wird.

Ob das der FINMA und der Bundesanwaltschaft am Ende gefallen wird wird sich weisen... Stichwort marktmanipulation etc...

 

Hier noch der Link dazu.

https://www.ariva.de/forum/meyer-burger-technology-ag-nach-fusion-mit-3s...

tolggoe28
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Die Mitteilung über den

Die Mitteilung über den Produktionsstart der Alpha-Panels kommt aber reichlich spät......

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Glass Lewis befürwortet Zuwahl von Sentis-Vertreter in den VR

Zürich (awp) - Glass Lewis schlägt sich beim Kampf um Meyer Burger auf die Seite des oppositionellen Aktionärs Sentis. Wie am Montag aus einer Bewertung des Stimmrechtsberaters hervorgeht, befürwortet Glass Lewis die Zuwahl des Sentis-Vertreters Mark Kerekes in den Verwaltungsrat des Solarzulieferers. Die Zuwahl des Sentis-Vertreters sei eine "vergleichsweise geringe" Forderung von einem der wichtigsten Aktionäre.

Die Ankündigung von Konzernchef Hans Brändle, im Falle einer Wahl von Kerekes zurückzutreten, stehe im Widerspruch zu einer soliden Corporate Governance, urteilte zudem Glass Lewis. Dies schüre die Bedenken der Aktionäre, dass Meyer Burger weiterhin unter einer schlechten Unternehmensführung leiden könnte.

Ende vergangener Woche hatte sich auch zRating für die Wahl des Sentis-Co-Geschäftsführers ausgesprochen. Es würden gerechtfertigte Ansprüche auf einen Einsitz im Verwaltungsrat bestehen, hiess es dort. Der Verwaltungsrat bestehe zudem aktuell nur aus vier Personen, wobei eine Mitgliederzahl von bis zu sieben adäquat wäre. Der Verwaltungsrat wäre ausserdem noch immer zu 80 Prozent unabhängig, so zRating weiter.

___ ISS und Ethos unterstützen VR-Antrag

Damit kommen die Stimmrechtsberater zu unterschiedlichen Beurteilungen. In der vergangenen Woche hatten sich die Stimmrechtsvertretet Institutional Shareholder Services (ISS) sowie die Genfer Anlagestiftung Ethos gegen die Wahl des Kandidaten der Aktionärsgruppe gestellt. Sie unterstützten die Empfehlungen des Meyer-Burger-Verwaltungsrates für die ausserordentliche GV vom 30. Oktober.

Der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat habe die Geschäftsprobleme erkannt und scheine ausserdem angemessen reagiert zu haben, um die bestehenden Herausforderungen anzugehen, hiess es etwa bei ISS. Zudem scheine die Aktionärsgruppe rund um Sentis das neue Geschäftsmodell zu unterstützen und habe kein hinreichend überzeugendes Argument vorgelegt, dass zum aktuellen Zeitpunkt zusätzliche Änderungen notwendig wären.

Auch Ethos hatte die Position des Meyer-Burger-Verwaltungsrats gestützt. In dieser für die Sanierung des Unternehmens entscheidenden Phase sei man der Ansicht, dass dem kürzlich neu gebildeten Team die notwendige Zeit und die Mittel zu konstruktiver Arbeit zur Verfügung gestellt werden sollten. Man empfehle daher, gegen den Antrag der Aktionärsgruppe zu stimmen.

___ Russischer Investor

Sentis Capital ist die Beteiligungsgesellschaft des russischen Investors Pyotr Kondrashev. Nach eigenem Bekunden hält Sentis 8,2 Prozent an Meyer Burger, die Aktionärsgruppe um Sentis mit 14 Mitgliedern kommt demnach auf 11,5 Prozent. Die Gruppe hatte im Juli die ausserordentliche Generalversammlung beantragt und zunächst zwei Mitglieder für den Verwaltungsrat vorgeschlagen und ihre Forderung dann auf einen Kandidaten gesenkt.

Der Meyer-Burger-Verwaltungsrat und auch CEO Hans Brändle lehnen die Wahl von Kerekes ab und verweisen auf das fehlende Vertrauen in der Zusammenarbeit, mögliche Interessenskonflikte und auf Partikularinteressen.

yr/ra

Zyndicate
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Meyer Burger verkauft

Meyer Burger verkauft Firmengebäude

Meyer Burger verkauft seine Geschäftsliegenschaft in Thun an den Helvetica Swiss Commercial Fund (HSC Fund).

23.10.2019 07:45

Der vereinbarte Kaufpreis beträgt 42,5 Millionen Franken. Von der bei Eigentumsübertragung fälligen Zahlung verbleiben Meyer Burger nach Rückzahlung der Hypothekarschuld rund 19 Millionen Franken, wie der Zulieferer für die Solarindustrie am Mittwoch mitteilte.

Vom Kaufpreis werden rund 31 Millionen zum Zeitpunkt der Eigentumsübertragung und der Rest gestaffelt über die nächsten fünf Jahre fliessen, wie es heisst. Die Eigentumsübertragung wird gemäss einer Mitteilung von HSC in Kürze erwartet. Meyer Burger hatte schon vor einigen Monaten angekündigt, das Gebäude aufgrund einer strategischen und organisatorischen Neuausrichtung zu verkaufen.

Die Geschäftsliegenschaft hat Angaben von HSC Fund zufolge eine vermietbare Fläche von rund 22'900 Quadratmetern und generiert Mietzinseinnahmen von rund 3,6 Millionen Franken pro Jahr. Das Objekt ist langfristig vermietet und vollvermietet. Meyer Burger Gruppengesellschaften repräsentieren einen Anteil von rund 17 Prozent an den Mieteinnahmen. Die restlichen 83 Prozent werden mit verschiedenen, von Meyer Burger unabhängigen Mietern erzielt.

Der Kaufvertrag wurde am 22. Oktober 2019 beurkundet. Die Transaktion untersteht aber einem Vorkaufsrecht der Stadt Thun sowie einer Genehmigungserteilung durch die Stadt Thun.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

libero2016
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Abbau in Raten

Abbau in Raten,
ja nicht zuviel Wind aufwirbeln und zugeben dass man die Bude schliessen will.
Wieso kann die GL nicht einfach zugeben was man vor hat.  (Bei einer Schliessung/Verkuf/Abbau etc!)

 

 

 

tolggoe28
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Sentis Capital: Verwaltungsrat diskreditiert Kerekes

Anbei ein höchst aufschlussreicher Artikel

https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/176818/

 

 

tolggoe28
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Ein doch nicht ganz neutrales Schreiben

Ein neutrales Couvert flatterte heute zu mir nach Hause.

Der Brief enttarnt sich beim Öffnen als Schreiben von Meyer Burger. Ich fragte mich zugleich ob jetzt der Firma bereits das Geld ausgegangen ist Geschäftsumschläge drucken zu lassen. Diesen Gedanken konnte ich aber glücklicherweise selbst entkräften da uns ja heute Morgen mit der Adhoc-Mitteilung der Verkauf der Immobilien bekannt gemacht wurde.

Bei genauerem Betrachten erkenne ich, dass es sich um ein Begrüssungsschreiben für die ausserordentliche Generalversammlung am kommenden Mittwoch handelt. Dem Anschein nach sogar persönlich abgefasst vom Herr Dr. Lütolf. Der Inhalt ist gespickt mit einseitigen Ansichten. An Brisanz gewinnt das Ganze jedoch damit, dass der Verwaltungsratspräsident es einmal mehr unterlässt auch die Empfehlung der Stimmrechtsberater Inrate und Glass Lewis zu erwähnen.

Meine erste Frage an euch:

Habt ihr auch so ein Schreiben erhalten oder wurde der Brief nur an die Aktionäre gesandt die auch die Zutrittskarte bestellt haben?

Meine zweite Frage:

Ist das die Art von moderner Corporate Governance welche wir auch weiterhin unterstützen wollen?  

tolggoe28
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und was ich sonst noch an

und was ich sonst noch an News gefunden haben:

https://www.changemeyerburger.ch/wp-content/...2_MM-GlassLewis_DE.pdf

https://www.changemeyerburger.ch/wp-content/...rger_DE_18.10.2019.pdf

zum Verhalten von Dr. Brändle (ab Seite 12 - Antworten ab Seite 14)

zum Verhalten des Verwaltungsrates (ab Seite 15 - Antworten ab Seite 19)

Sentis und Herr Kerekes haben keine Interessenkonflikte (ab Seite 22, 24, 25 etc)  

 

 

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@tolggoe28

@tolggoe28

Schreiben auch erhalten, obschon ich keine GV-Zutrittskarte bestellt habe. Das Benehmen des VR-Präsident ist nur noch lächerlich. Übrigens: ein ähnliches Schreiben hatten wir doch schon Mal bekommen. Von Interviews in verschiedenen Medien erwähne ich lieber nicht...

Firma verscherbeln, Aktie dekotieren, Schlussstrich ziehen. Wenn nicht, dann bleibt die Firma noch erhalten (vermutlich), und der Aktienkurs in 3 Jahren bei CHF 0.05.

Ich habe JA gestimmt, es muss endlich was gehen.

 

 

 

tolggoe28
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Hab Geduld Link. 

Hab Geduld Link. 

Das Ruder kann noch herumgerissen werden. Aber es ist wie beim Klimawandel. Es muss jetzt und sofort gehandelt werden.

Es vergeht kein Tag an dem man nicht irgendwo über MBT etwas zu lesen findet.

Kauft heute die Weltwoche. Die CHF 9.- lohnen sich.

 

Stormraider
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Abstimmung

ich für mein teil lege definitv ein Ja für sentis ein.... schlimmer kanns ja wohl kaum werden also soll er seine chance haben etwas besser zu machen

der ansatz am fertigen produkt mitzuverdienen macht mehr als sinn um die kosten für die forschung wiederzuholen

Little Ghost
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Auch von mir gabs ein Ja. Es

Auch von mir gabs ein Ja. Es kann nicht angehen, dass man sich gegen einen Aktionärsvertreter wehrt, obwohl das Konstrukt dahinter die Firma noch vor nicht allzu langer Zeit vor dem Ruin gerettet hat. 

Allerdings habe ich kein zweites Schreiben erhalten... Nur das Erste, in welchem flehend um ein Nein gebettelt wurde.

SassoCorbaro
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es reicht

Habe mich diesmal angemeldet und werde persönlich an die GV kommen. Ich finde es eine bodenlose Frechheit neben der Einladung zwei zusätzliche Schmutzbriefe zu versenden. Als Aktionär treffe ich meine Entscheidungen selber und lasse mir nicht vom VR vorschreiben, wie ich zu wählen habe. Finde es super, dass Aktionäre sich für ihr Unternehmen einsetzen wollen. Und werde Mark Kerekes natürlich wählen. 

Dem aufgeblasenen VR um Lütolf werde ich meine Meinung sagen. Werden trotz hoher Verluste fürstlich mit Honoraren und Gratisaktien versorgt und haben scheinbar nichts besseres zu tun, als ihre Aktionäre zu drangsalieren. 

Erwarte vom VR, dass er sich aktiv in die Verhandlungen einbringt, um für uns Aktionäre das beste Ergebnis zu erzielen. Bin mir sicher das hier Unterstützung dringend gebraucht wird!

tolggoe28
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cash Insider von heute

 

Lange war es ruhig, nun schüttelt Meyer Burger innerhalb von weniger als 24 Stunden gleich zwei Erfolgsmeldungen aus dem Ärmel. Erst informierte das Solarzulieferunternehmen aus dem bernischen Gwatt die Öffentlichkeit über einen neuen Teilauftrag von Oxford PV in Höhe von 18 Millionen Franken. Tags darauf gab es dann den Verkauf einer Liegenschaft an einen Immobilienfonds bekannt.

Der Zeitpunkt dieser geballten Ladung an Erfolgsmeldungen könnte kaum besser gewählt sein. Denn wählen dürfen an der ausserordentlichen Generalversammlung von Ende Oktober auch die Aktionäre. Sie sind es letztendlich, die darüber entscheiden, ob der Aktionärsvertreter Mark Kerekes Einsitz im Verwaltungsrat nehmen darf.

Da kommt der Teilauftrag von Oxford PV gerade recht, ist die strategische Beteiligungsnahme an den Briten vom Frühjahr im Aktionariat doch nicht unumstritten.

Interessant ist, dass Meyer Burger den Aktionären den Verkauf des erst vor wenigen Jahren erbauten Hauptsitzes in Gwatt an einen Immobilienfonds als Erfolg anpreist. Über den Verkaufspreis von 42,5 Millionen Franken lässt sich noch im Guten streiten. Dass davon im ersten Moment aber nur rund 31 Millionen Franken fliessen und der Restbetrag über fünf Jahre hinweg abgestottert wird, und das vermutlich zinslos, wirft hingegen Fragen auf.

Kursentwicklung der Aktien von Meyer Burger über die letzten 12 Monate (Quelle: www.cash.ch)

Was in der Medienmitteilung des besagten Immobilienfonds, nicht aber in der Mitteilung des Solarzulieferunternehmens zu finden ist: Der Kaufvertrag umfasst langfristige Mietzinsgarantien seitens des Verkäufers. Das heisst soviel wie: Kann oder will einer der zahlreichen anderen Mieter nicht zahlen, muss der Verkäufer für ihn geradestehen. Kein Wunder also, schätzt der Immobilienfonds die Transaktion aus seiner Sicht als "sehr attraktiv" ein – was ganz offensichtlich der Fall ist.

Bei diesem "Verhandlungsgeschick" Meyer Burgers und im Wissen, dass die finanziellen Eckpunkte der Zusammenarbeit mit REC noch auszuhandeln sind, beschleicht mich ein eher ungutes Gefühl. Auch beim zukünftigen Partnerunternehmen scheint man in "Vorleistung" gegangen zu sein.

Ein Wort an dieser Stelle noch zum Thema Leerverkäufer. Der Beratungsfirma Markit zufolge laufen noch immer Wetten in Höhe von gut 16 Prozent aller ausstehenden Aktien gegen das Solarzulieferunternehmen. Vor wenigen Tagen waren es sogar deren 18 Prozent. Dabei bedienen sich die Leerverkäufer sämtlicher im Rahmen der Wertpapierleihe verfügbaren Titel. Dieses Phänomen ist nur sehr selten zu beobachten.

SassoCorbaro
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Immobilienverkauf

Man kann diese ständigen Manipulationsversuche als Aktionär kaum noch ertragen. 42 Mio. CHF hört sich ja ganz passabel an. Kein Wort von irgendwelchen Mietzinsgarantien, die als Eventualverbindlichkeiten gebucht werden müssen. Das schreit für mich nach Marktmanipulation. Genauso wie man uns Oxford PV als Überkreuzbeteiligung verkauft wurde. Den Herren geht es offensichtlich nur noch um Selbstdarstellung und Selbstbeteicherung. Habe nach 40% minus die Nase gestrichen voll! Werde die SIX anschreiben und bitten der Sache nachzugehen. 

tolggoe28
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 VORSICHT

 

Sollte jemand versucht sein jetzt oder in den kommenden Tagen Aktien zu verkaufen, will an der aoGV aber stimmen, wird das System dies bemerken.  Die Stimmen der verkauften Aktien werden dann nicht mehr zählen. Auch dann nicht, wenn ihr die Stimmen bereits elektronisch abgegeben habt.

Einfach zur Info.

 

tolggoe28
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Artikel der Weltwoche

 

https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2019-43/artikel/publireportage-meyer-b...

Meyer Burger – a never ending nightmare

Die ambitionierte Technologiefirma aus dem konservativen Herzen der schweizerischen Industriegemeinschaft hat unter der langjährigen Führung ihres helvetisch zwerghaften, gleichwohl charismatischen Gründers viele Investoren fasziniert- und dabei viele ihrer Kleinaktionäre schmerzhafte Verluste bereitet. Die Gesellschaft würde ausreichend Stoff für eine quere Hagiographie bieten, die den Verführer ehrt und den dummen Aktionär lehrt, dass jede Hoffnung auf einen Return, auf Kapitalgewinn oder gar Dividende naiv ist, wenn die Organe on the Top zuerst aufs eigene Portemonnaie schauen.

24.10.2019

Von Melchior Werdenberg

 

Wenn immer, und das über Dezennien, bei Meyer Burger die sonnenbeschienene Zukunft propagiert wurde, war bei den Zuhörern der Glaube wie in einer Offenbarungskirche zu spüren. Dabei ist die Hoffnung doch der sicherste Renditenkiller. Verdient haben bei Meyer Burger stets nur das Management und der Verwaltungsrat. Und selbst als die Gesellschaft mit neuem Geld vom Totenbett auferstand, hat der VR seine üppigen Honorare nochmals erhöht. Unglaublich, aber wahr, und nur in einem Land möglich, das sich demokratisch nennt, aber Publikumsaktionäre behandelt wie «Stimmvieh». Muhen beim Geld geben, das geht, mehr nicht.

Die schweizerische Gesetzgebung und höchstrichterliche Rechtsprechung gewähren den Aktionären weder Parteistellung noch Akteneinsicht. Der Schweizer Aktionär, so lautet ein gängiges Bonmot, ist dumm, weil er darauf vertraut, dass seinem Geld Sorge getragen wird, und er ist frech (in den Augen des Management), weil er gar noch eine Dividende wünscht. Bei Meyer Burger wurde der Bogen überspannt. Eine Aktionärsgruppe möchte einen Vertreter in den Verwaltungsrat entsenden. Am 30. Oktober findet die ausserordentliche GV statt. Obwohl die Gruppe des Kandidaten mehr als 11% der Aktien vereinigt, wehrt sich der Verwaltungsrat mit einer wüsten Kampagne gegen den Bewerber, dem von eigenen Interessen, potentiellen Interessenkonflikten und einer hypothetischen Aufnahme in die Putin-Sanktionslisten der Amerikaner ziemlich alles unterstellt wird, was sich ein kreativer Geist irgendwie ausdenken kann.

Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen: Offiziell droht der CEO mit seinem Rücktritt, falls der Kandidat gewählt werden würde. Er will damit den Anschein vermitteln, die Gesellschaft würde ohne ihn führungslos ins Elend taumeln. Wer zwei Minuten bei Besinnung ist und nachdenkt, der weiss, dass der CEO einer börsenkotierten Gesellschaft zur Zusammensetzung seines Verwaltungsrates überhaupt gar nichts zu sagen hat. Und da in concreto dieser CEO an einen festen Einjahresvertrag gebunden ist, muss seine Androhung als wohl vertragswidrig bezeichnet werden. Es gilt die Unschuldsvermutung, aber der Hinweis muss erlaubt sein, dass den Vorwurf der Nötigung auf sich ziehen kann, wer rechtswidrig angedrohte Nachteile und persönliche Interessen verknüpft. 

Diesem Verhalten des CEO entgegen jeder Good Corporate Governance setzt der Verwaltungsrat die doppelte Krone auf, indem er eben dieses fragwürdige Verhalten seines CEO gegenüber den Aktionären verwendet, um gegen die Wahl des unabhängigen Kandidaten und offensichtlich einzigen echten Aktionärvertreters Stimmung zu machen. 

Ist hier der Verwaltungsrat der Knecht des Managements oder haben alle nach der ominösen Oxford-Transaktion etwas zu verstecken? Wenn dieser Coup des Verwaltungsrates, anders kann man diesen versuchten Abschuss eines seriösen Kandidaten nicht bezeichnen, erfolgreich sein wird, dann zum Nachteil des Finanzplatzes Schweiz.

 

*Melchior Werdenberg ist der literarische nom de plume des Zürcher Anwaltes Hans Baumgartner, der hier die Anliegen von Sentis Capital vertritt. Soeben bei Elster & Salis erschienen ist sein Erzählband «Scheinwelten».

 

 

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Geduld habe ich kaum noch,

Geduld habe ich kaum noch, dafür bin ich hoch erfreut, dass doch einige JA stimmen werden.

Ob Meyer Burger überleben wird ist alles andere als sicher (siehe Schmobi). Aber Hauptsache VR und CEO kassieren (aber sich eben auch blamieren).

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