Börseneinstieg

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sarastro
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Auslandaktien zum Vergleich

Wie angekündigt, poste ich die Performance ausländischer Aktien. Die Auswahlkriterien sind gleich wie im letzten Post bis auf eine Ausnahme: Es werden nur Aktien mit einer Börsenkapitalisierung ab rund 100 Milliarden US$ berücksichtigt.

Das Problem ist der weltweite Überblick über die Aktienmärkte. Ich musste mich auf einfach zugängliche Daten beschränken. Es wurden die Aktien folgender Indices genommen: S&P500, Stoxx600, Nikkei225, TSX60 (Kanada), ASX100 (Australien), ergänzt mit ADR-Aktien, die in USA gelistet sind. Somit fehlen viele Aktien aus den Emerging Markets. Trotzdem berücksichtigt dieses Universum rund verschiedene 1500 Aktien. Daraus resultiert folgende Liste:

Banken & andere Kreditinstitute: Mastercard (US) 25.3%; Commonwealth Bank (AU) 6.7%; JPMorgan Chase (US) 6.5%; Wells Fargo (US) 5.1%; Toronto-Dominion Bank (CA) 4.8%; Royal Bank of Canada (CA) 4.1% und zur Abschreckung Citigroup (US) -10.4%

Biotechnologie: Amgen (US) 8.6%

Computer & Netzwerkausrüster: Broadcom (US) 39.0%; Apple (US) 25.5%; IBM (US) 4.2%; Cisco (US) 3.9%

Diverse Dienstleistungen: Visa (US) 26.3%; Alibaba (KY) 13.4%; Accenture (IE) 12.6%

Diverse Konsumgüter: 3M (US) 7.1%; Unilever NV (NL) 5.5%; Procter & Gamble (US) 3.7%

Einzelhandel, Warenhäuser: Amazon (US) 28.3%; Home Depot (US) 13.5%; Costco Wholesale (US) 10.9%; Walmart (US) 4.7%

Elektronik & Halbleiter: NVIDIA 15.8%; Thermo Fisher (US) 11.8%; Texas Instrument (US) 9.5%; Intel (US) 5.5%

Erdöl-/gas:  Chevron (US) 5.8%; Total (FR) 2.6%; Exxon Mobil (US) 2.5%; Royal Dutch Shell (NL) 1.7%;

Finanz-, Beteiligungs- & andere diversif. Ges.: PayPal (US) 35.7%; Walt Disney (US) 12.0%; Berkshire Hathaway B (US) 7.5%

Flugzeug- und Raumfahrtindustrie: United Technologies (US) 11.5%; Boeing (US) 10.9%; Honeywell (US) 10.4%; Airbus (NL) 8.7%

Gastgewerbe & Freizeiteinrichtungen: McDonald’s (US) 11.7%

Gesundheits- & Sozialwesen: UnitedHealth (US) 11.5%

Graphisches Gewerbe, Verlage & Medien: Tencent (KY) 42.5%; Comcast (US) 11.2%

Internet, Software & IT-Dienstleistungen: Netflix (US) 40.6%; Facebook (US) 32.7%; Salesforce.com (US) 24.3%; Alphabet (US) 17.7%; Adobe (US) 13.6%; Softbank (JP) 9.5%; Oracle (US) 8.5%; Microsoft (US) 8.1%; SAP (DE) 5.8%

Nahrungsmittel & Softdrinks: Nestlé (CH) 8.3%; Coca Cola (US) 7.2%; Pepsico (US) 5.6 %

Pharmazeutik, Kosmetik & med. Produkte: AbbVie (US) 20.0%; Abbott (US) 7.8%; Medtronic (US) 7.2%; L’Oréal (FR) 7.0%; Johnson&Johnson (US) 6.0%; Roche GS (CH) 6.0%; Novartis (CH) 5.7%; Eli Lilly (US) 4.9%; Pfizer (US) 4.6%;

Tabak und alkoholische Getränke: AB InBev (BE) 14.0%; Philip Morris (US) 9.7%; Diageo (GB) 6.5%

Telekommunikation: Verzion (US) 5.4%; AT&T 5.1%

Textil, Bekleidung & Lederwaren: Nike (US) 14.7%; LVMH (FR) 9.3%

Verkehr & Transport: Union Pacific (US) 16.0%

Damit sind einige Investitionsideen beisammen. Bemerkenswert ist hierbei die ausgeprägte Dominanz der USA. Als nächstes werde ich mich mit denjenigen Aktien befassen, die wegen schwacher Korrelation aus der Liste gefallen sind.

sarastro
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Sonderfall einer schwachen Korrelation

Vorab eine Warnung: Dieser Post ist leider etwas schwieriger zu verstehen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Performance-Berechnung nicht immer ein klares Bild der Realität liefert. In der mathematischen Statistik wird die Aussagepräzision einer Berechnung mit einer Zahl gemessen, die Korrelation K genannt wird. Falls K = 1 beträgt, gilt die angegebene Performance exakt. Ist hingegen K = 0, wäre die berechnete Zahl eine reines Zufallsergebnis, also ohne Aussagekraft. Bei K= -1 würde genau das Gegenteil der berechneten Aussage zutreffen. In der realen Welt der Börsen ist natürlich nie etwas ganz sicher. Für K sind somit Werte von +1 (bzw. -1 bei Verlusten) kaum denkbar. Aber je näher der K-Wert bei 1 liegt, umso wahrscheinlicher gilt die berechnete Performance. Aus dieser Überlegung habe ich bisher keine Aktie gepostet, wo die Korrelation K bei der Performance-Berechnung zwischen -0.5 und +0.5 liegt. Aus diesem Grund sind die folgende Aktien wegen Ungenauigkeit der Performance-Berechnung ausgeschieden:

Schweizerische Aktien: Adecco +2.3%; Dufry +4.9%; GAM +0.8%; LafargeHolcim +0.4%; Logitech 0.5%; OC Oerlikon -5.3%; Pargesa +5.7%; SFS Group + 5.7%; Straumann +5.3%; VAT +5.4%.

Ausländische Aktien: Allianz (DE) +3.0%; Bank of America (US) -3.1%; BP (GB) -1.1%; HSBC (GB) +0.3%; Merck (US) +2.5%; Sanofi (FR) +1.6%; Toyota (JP) +2.0%.

Bei der Zusammenstellung eines Portfolios können diese Aktien trotzdem gewählt werden. Es könnten möglicherweise auch sehr gute Aktien sein. Nur ist meine Performance-Berechnung bei diesen Titeln mit vielen Unsicherheiten befrachtet.

Nun ist das ganze Werkzeug zur Konstruktion eines erfolgreichen Portfolios beisammen.

sarastro
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...

Stephan Fehlmann hat am 3. Juni 2019 in einem Kommentar zum Cash-Artikel mit dem Titel „Investments - Die zehn unverzeihlichen Fehler der Anleger“ geschrieben:

Alles schön und toll, was man hier mit etwa 99 Punkten sagen will. Wann eine Aktie hoch oder tief zu kaufen gewesen wäre, weiss man eh erst im Nachhinein. Auch mit einer langfristigen Strategie und einem ausgewogenen Depot kommt man kaum auf einen grünen Zweig. Die Zyklen, denen die Aktienmärkte unterworfen sind, werden immer kürzer. Die Computer und die Programme der Banken dominieren heutzutage den Handel. Die Aktienmärkte in der Schweiz sind etwa auf dem gleichen Level wie vor 20 Jahren. (9000 Punkte). Nur wenige Aktien notieren heute höher als vor der Finanzkrise vor zwölf Jahren. Anlegen ist unter dem Strich reine Glücksache, aber mit der richtigen Aktie zum richtigen Zeitpunkt könnte man richtig reich werden. So, und wer erzählt mir heute, mit welcher Aktie man reich werden wird? Auch die täglichen Märchenerzähler hier auf cash.ch wissen es nicht.

Glücklicherweise irrt Herr Stephan Fehlmann. Der schweizerische Aktienmarkt war vor zehn Jahren bedeutend tiefer als jetzt. Im Jahr 2009 schwankte der SMI zwischen 4307.67 und 6608.52 Punkten, der SPI zwischen 3621.61 und 5674.39. Vor zwanzig Jahren (1998) war der Jahresendschluss des SMI bei 7160.60 Punkten und des SPI bei 4497.12 Punkten. Am Datum des Kommentars von Herrn Stephan Fehlmann schloss der SMI bei 9602.73 Punkten und der SPI bei 11632.88 Punkten, also eine bedeutende Zunahme, die seit Einführung der ETF jedermann mittels ETF realisieren konnte. Hingegen hätte man seit dem 3.6.2009 mit beliebten Forumsaktien von Cash sehr viel Geld verloren (Santhera -36.3%, Basilea -52.7%, Newron -66.1%, Evolva -69.2%, Kuros/Cytos -99.8% etc.) Solche Misserfolge sind vielleicht repräsentativ für die bekannten Märchenerzähler von Cash, aber nicht für Langfristanleger, die die Ergüsse von Cash-Schwätzern vielleicht lesen, aber nicht mit ihren Investitionen befolgen.

Nun gebe ich ein Rezept an, wie man mit Aktien innerhalb von zehn bis fünfzehn Jahren Geld verdient:

Man wähle zufälligerweise aus den schweizerischen Aktien mit einer Börsenkapitalisierung von mindestens 2,5 Milliarden CHF und aus ausländischen Aktien mit einer Börsenkapitalisierung von mindestens 100 Milliarden US-$ zwanzig Titel aus und investiere in jeden Titel mindestens 7000 CHF und behalte das Depot über zehn Jahre oder länger.

Das ist die zweitbeste Art, innerhalb von zehn bis fünfzehn Jahren zu einem Vermögen zu kommen (die beste Art wäre ein ETF). Die Begründung für das Rezept liefere ich vielleicht später, falls ich wieder Zeit und Lust habe, hier zu schreiben.

 

Domtom01
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Stimmt! Aber

damit können die Banken kein Geld machen. Deshalb "braucht" man aktiv geführte Fonds..., also die Banken brauchen sie.

Und was man nicht vergessen sollte: So zu investieren ist zu leicht! Das Ego hat so keinen Spass! Die Mehrheit will doch selbst für den Erfolg verantwortlich sein, statt passiv (und erfolgreich!) zu investieren.

Deinen Kommentar kannst du dir wahrscheinlich sparen, denn es interessiert die Mehrheit gar nicht. Sagen "ja, ja..." und denken was ganz anderes.

Auch wenn du noch so Recht hast!  Ist so!... und eigentlich weisst du es auch. Du kannst die Leute nicht bekehren, nicht überzeugen.

Elias
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Man soll das eine tun und das andere nicht lassen

Ich mache beides

ETF und meine Stillhalter-Dividenden-Strategie

Wenn man die Erträge aus den ETF wieder in die ETF reinvestiert, kann es mit den ETF eigentlich nicht schief gehen.

Bei den Aktien läuft es mal auf der einen Bank besser als auf er anderen. Je nachdem, ob eine Option ausgeübt wird oder nicht. Manchmal werde ich zum Glück gezwungen, ein anderes Mal werde ich zum langfristigen Anleger. Die Dividenden sind dann das Schmerzensgeld.

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

sarastro
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Konstruktion eines gewinnträchtigen Depots

Ein Rezept für ein erfolgreiches Depot habe ich bereits im Post #94 angegeben. Die Begründung wird nun nachgeliefert.

(1) Das Kriterium der Börsenkapitalisierung (international >100 Milliarden $, Schweiz >2.5 Milliarden CHF) dient nicht etwa der Steigerung der Performance, sondern der Reduktion der Risiken. Jedes Unternehmen muss klein anfangen und hat zu Beginn der Existenz die größten Wertsteigerungen, was mit unserem Rezept verpasst wird. Das Kriterium der Börsenkapitalisierung filtert jedoch Startups heraus, die in der großen Mehrheit scheitern und damit das Geld der Aktionäre vernichten. (Leider gibt es kleine Aktiengesellschaften, die nur der Fütterung der Manger durch die Aktionäre dienen. Das erfolgt durch den Börsengang und später durch wiederholte Kapitalerhöhungen, bis der Trick nicht mehr funktioniert. In diesen Fällen werden naive Aktionäre mit kreativen „News“ bei Laune gehalten. Darauf sind lautstarke Schrotthändler von cash.ch besonders gierig.)

(2) Ich habe die Mindestzahl 20 der verschiedenen Aktientitel aufgrund der Portfoliotheorie angesetzt. Je mehr Aktien, desto kleiner das Risiko, aber desto größer die Bankspesen und der Aufwand zur Verfolgung des Geschäftsverlaufes der Firmen.

(3) Der Mindestbetrag von 7000 CHF ist lediglich eine Faustregel zur Begrenzung der Bankspesen. Somit ergibt sich eine Mindestsumme von 140'000 CHF für ein langfristig erfolgreiches Aktiendepot mit Einzelaktien (für kleinere Investitionssummen empfehlen sich ETF).

Die Wahl der Titel kann rein zufällig geschehen, weil die zukünftige Performance nicht bekannt ist. Werte aus der Vergangenheit könnten ein Indiz für die Zukunft sein, könnten aber auch in die Irre führen. Persönliche Vorlieben sind gefährlich. (Beispiel: Banker kaufen mit Vorliebe Bankenaktien, weil sie davon etwas verstehen. Sie könnten also mit Titeln wie Citigroup, CS, HSBC,  JPMorgan, UBS etc. ein Klumpenrisiko produzieren, was im Rückblick eine miserable Performance ergeben hat.)

Eine Wahl durch Affen, die Pfeile auf die Liste mit Aktientiteln werfen, ist erfolgreicher. Sie würden sich nach vielen Würfen dem Mittelwert aus allen Performancezahlen annähern, nämlich +9.7% bei gleicher Investition in jeden Titel. Würde man den Affen nur die Liste mit den schweizerischen Titeln vorsetzen, würden die Performance den Wert +8.6% erreichen, bei Beschränkung auf die Titel mit einer Kapitalisierung von über 100 Milliarden US-$ wäre der Erwartungswert der Performance 10.9%. Natürlich können anstelle von Affen ein einfaches Zufallsverfahren gewählt werden (z.B. aus einer Urne Zettel mit den Aktiennamen ziehen).

Man beachte, dass die Performancezahlen während der Anlagezeit für jedes Jahr gelten. Nach zehn Jahren würde sich ein Depotwert mit schweizerischen Aktien auf 140'000 CHF mal 1,086 x 1.086 x 1,086 x ...  = 319'467 CHF (d.h. zehn Mal den Faktor 1,086 setzen) wachsen, ein schweizerisch-internationales Depot auf 353’341 CHF und ein Depot mit Aktien mit Börsenwert >100 Milliarden auf 393’952 CHF. Nach fünfzehn Jahren wäre der analoge Depotwert 482'587 bzw. 561'342 bzw. 660'847 CHF. Nach zwanzig Jahren wäre man mit dem Depot mit den Titeln mit Börsenwert >100 Milliarden bereits im Club der Millionäre.

Erfolgreiches Investieren ist also einfach, wenn neben den Bankspesen nicht ein weiterer Pferdefuß stecken würde: Bei Einzelaktien muss die Entwicklung jedes Titels überwacht werden. Die Wirtschaft ändert sich laufend. Selbst über Jahrzehnte erfolgreiche Unternehmen können noch scheitern. In einem marktbreiten Index werden absteigende Firmen ausgesondert und durch erfolgreichere Firmen ersetzt. Mit einem ETF wird dieser Bereinigungsprozess ohne Mitwirkung des Anlegers automatisch vollzogen (https://www.youtube.com/watch?v=AG93CKI0GsQ ).

Deshalb empfehle ich Börseneinsteigern die Methode mit Einzeltiteln nur als zweitbeste Lösung. Ein marktbreiter ETF vereinfacht die mühsame Depotüberwachung. Börseneinsteiger haben kaum Lust und Zeit, diese Arbeit zu leisten, und Bankberater verfolgen primär die Interessen ihrer Bank und nicht die Interessen der Kunden. Empirische Studien haben ergeben, dass bei vielen Anlegern fast die gesamte Performance von den Banken über Spesen und „Beratung“ abkassiert wird. Deshalb empfehle ich jedem Börseneinsteiger die ETF auf marktbreite Aktienindizes.

___________

Anmerkung zum letzten Post #95 von Domtom01: Ich werbe für den Börseneinstieg bei Lesern, die nicht an der Börse aktiv sind und mit Aktien wohlhabender werden können. Ich schreibe nicht für die Trader von Schrottaktien. Solche Leute sind unbelehrbar, da sie oft börsensüchtig sind. Sie sind längst an der Börse aktiv und verarmen langsam mit ihren Aktien, bis sie durch Börsenverluste zur Aufgabe gezwungen werden. Bei einigen Usern habe ich sogar den Eindruck, dass sie wegen solchen Verlusten gar keine Aktien mehr besitzen, aber aus Suchtgründen weiterhin in diesem Forum posten. Solche User prägen das schlechte Image der Börsenteilnehmer und verhindern möglicherweise den Einstieg von potentiellen Anlegern an die Börse.

 

sarastro
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Index-Aktualisierung zur Jahresmitte 2019

Es gibt Leute, die suchen keinen Spaß an der Börse, sondern wollen einfach nur ihr Geld vermehren. Dazu bieten Aktien ausgezeichnete Möglichkeiten. Eine einfache Lösung ist der Kauf eines ETF auf einen marktbreiten Index. Das ist vielleicht langweilig, aber funktioniert auch mit wenig Geld. Es stellt sich nur die Frage, welcher Index für den ETF gewählt werden soll. Dafür habe ich als Entscheidungshilfe die Performance der wichtigsten Indices nachgerechnet für den Zeitraum ab dem Jahr 2000 bis Mitte 2019.

Bekanntlich existieren zwei Indexarten. Beim Kursindex wird nur die Kursentwicklung der Aktien ohne Dividenden berücksichtigt. Die Dividenden müssen somit als ergänzende Information erhoben werden. Leider sind die Dividenden im Internet kaum oder schlecht dokumentiert. Deshalb konnte ich die Jahresdividenden lediglich anhand der ETF-Dividenden schätzen. Alle Angaben sind unter Berücksichtigung der Wechselkurse in CHF gerechnet. Ergebnis:

Index Performance ETF-Dividenden
MDax Kursindex 6.6% 2.1%
Nasdaq 100 6.3% 0.7%
Gold 6.3% 0.0%
SMIM 6.2% 1.9%
SDax Kursindex 4.1% 1.1%
SLI 3.0% 2.0%
Dow Jones 2.4% 1.6%
S&P 500 2.3% 1.6%
SMI 2.2% 2.8%
Nikkei 225 1.3% 1.2%
Dax Kursindex 0.8% 2.8%
Stoxx 600 -0.5% 2.2%
FTSE 100 -1.8% 4.2%
Euro Stoxx 50 -2.7% 3.1%
Stoxx 50 -2.8% 3.0%

 

Neben Kursindices existieren Performance-Indices, wo die Dividenden eingerechnet sind:

Index Performance
MDax 8.9%
SDax 6.7%
SPI 5.4%
Dax 3.9%

 

Man beachte, dass verschiedene Indices nur fünfzig Titel oder weniger enthalten und deshalb kaum als marktbreit gelten (Dow Jones, Dax, MDax, SDax, SLI, SMI, SMIM, Stoxx50, Euro Stoxx50). Ein ETF auf diese Indices kann in einem breit diversifizierten Depot lediglich als Beimischung zu einem umfassenderen Portfolio gelten.

Die Performance der Indices ist stabiler als die Performance einzelner Aktien. Es lohnt sich also, das Depot nach der historischen Index-Performance auszurichten. Seit dem zweiten Weltkrieg haben die marktbreiten US-Indices fast alle anderen Indices geschlagen. Zur Steigerung der Performance empfiehlt sich somit eine hohe Gewichtung der US-Indices.

Diese Performancewerte sind überraschend niedrig. Dabei ist zu beachten, dass der Crash anlässlich der Subprime-Krise darin enthalten ist. In den letzten Jahren ist die Performance wesentlich besser.

PS: Ich verfolgte die Schwellenländer nur am Rande. Deshalb kann ich hierzu nichts beitragen.

sarastro
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Performance von Einzelaktien

Für User, die eher in einzelne Aktien investieren wollen, habe ich die Performance aller SPI-Aktien berechnet. Als Ergänzung wurden einige Aktien außerhalb des SPI beigefügt. (Als Grundlage wurden die Jahresschlusskurse im Zeitraum 2005 bis Ende Juni 2018 und die Schlusskurse von Ende Juni 2019 verwendet, Quelle: http://finanzen.ch . Weiter zurück reichende Daten sind mir leider nicht bekannt.)

23.1% BB Biotech 10.0% Givaudan 5.7% Swatch Inh. -0.8% Romande Ener.
22.8% Lem 9.9% Lindt&Spr. PS 5.6% Vontobel -0.9% Kant.Bank BS
21.5% Autoneum 9.9% Kant.Bank VD 5.6% Zurich Vers. -1.1% Airesis
21.5% Burkhalter 9.6% Conzzeta 5.6% Feintool -1.2% Licht. Landesb.
19.4% Titlis-Bahnen 9.4% Helvetia Vers. 5.5% Nebag -1.3% Rieter
18.9% HBM Healthc. 9.4% Georg Fischer 5.3% Swatch N -1.4% ENR Russia I.
18.3% Partners Grp. 9.3% SNB / BNS 5.1% Roche Inh -1.4% GAM
17.7% Temenos 9.3% SPS 5.1% Kant.Bank JU -1.9% CPH Che&Pap
17.5% Comet 9.2% APG SGA 5.0% Clariant -1.9% Orell Füssli
17.2% Sika 9.2% Cassiopea 4.8% SFS Group -2.2% Energiedienst
16.6% Emmi 9.0% SGS 4.7% Swisscom -2.3% Highlight
16.2% Kant.Bank GL 9.0% Zug Estates 4.7% Swissquote -2.7% Cicor
16.1% Bossard 8.8% Carlo Gavazzi 4.7% Burckhardt -2.9% VP Bank
16.1% Ems-Chemie 8.8% Also 4.6% Villars -4.0% Bellevue
16.0% IVF Hartmann 8.7% Implenia 4.6% Swiss Re -4.1% Tornos
16.0% Interroll 8.6% Sonova 4.6% Schaffner -4.2% Adval Tech.
15.4% Belimo 8.6% Komax 4.6% Warteck -4.3% Mikron
15.3% Cosmo 8.6% Swiss Life 4.5% Sulzer -4.4% OC Oerlikon
15.3% AMS 8.5% PSP 4.5% Bachem -4.5% Credit Suisse
14.9% Forbo 8.5% Nestlé 4.4% Julius Baer -4.5% Zwahlen&Mayr
14.6% Inficon 8.5% Intershop 4.1% Starrag -5.6% Perrot Duval
14.2% BKW 8.4% Dormakaba 4.0% Panalpina -5.7% Santhera
14.0% Vifor 8.1% Mobimo 3.9% Spice Priv.Eq. -5.8% UBS
13.9% Sunrise 8.1% Kühne+Nagel 3.9% Ypsomed -5.8% EIC Electricity
13.6% Daetwyler 8.0% Baloise 3.9% Bank Linth -6.5% Basilea
13.6% Vaudois Ass. 7.9% Orior 3.9% Gurit -6.9% Von Roll
13.5% Cembra 7.8% Metall Zug 3.8% Bobst -7.3% CI Com
13.4% Schweiter 7.8% Peach Proper. 3.8% Dufry -7.7% Schmolz+Bick.
12.8% Flughafen Zch 7.7% BVZ Holding 3.7% Tamedia -8.0% Newron
12.8% Tecan 7.6% Cham Group 3.7% Ascom -8.3% Arbonia
12.7% Geberit 7.5% Castle Priv.Eq. 3.6% Phoenix Mec. -8.3% Kudelski
12.6% Barry Calleb. 7.5% Kant.Bank LU 3.5% Kant.Bank SG -8.5% Meier Tobler
12.5% Kant.Bank VS 7.5% Alpine Select 3.5% Hypo Lenzb. -9.3% Valartis
12.4% Schindler PS 7.4% Sw. Fi.&Prop. 3.1% Valora -10.6% B.Pr. Gestion
12.2% Schindler N 7.3% Private Equity 3.1% Kant.Bank BE -10.6% EFG Internat.
11.9% Hochdorf 7.0% Straumann 2.8% MCH Group -11.1% New Ventur.
11.8% Richemont 6.9% ABB 2.4% Adecco -11.5% Schlatter
11.8% Hiag 6.7% Crealogix 2.2% Aryzta -12.0% Molecular P.
11.7% VZ Holding 6.6% Grp.Minoteries 1.6% Castle Altern. -12.8% Orascom
11.6% U-Blox 6.6% Huber+Suhner 1.6% Leonteq -14.9% Meyer Burger
11.4% Lastminute 6.6% Dottikon ES 1.6% Logitech -15.1% Leclanché
11.2% Bell Food 6.5% Plazza 1.5% DKSH -15.1% Airopack
11.2% Datacolor 6.5% BFW Lieg.sch. 1.0% Kant.Bank BL -15.8% Addex
11.2% Bucher 6.5% Calida 0.7% KTM -17.9% The Native
11.0% Lindt&Spr. N 6.4% Kant.Bank ZG 0.5% Elma Electron. -23.4% Evolva
11.0% Kant.Bank TG 6.4% Siegfried 0.4% LafargeHolcim -24.9% Arundel
11.0% Kardex 6.1% Roche GS 0.4% Baumgartner -25.1% New Value
10.8% Jungfraubahn 6.1% Kant.Bank GE 0.2% Zehnder -25.6% Wisekey
10.6% Aevis Victoria 6.1% Novartis 0.1% Edisun Power -25.8% LumX
10.2% Lonza 6.0% Vetropack -0.1% Varia US Pr. -31.1% Zueblin
10.2% Investis 5.9% Kant.Bank GR -0.2% Valiant -33.1 Perfect
10.1% VAT Group 5.7% Allreal -0.3% Pargesa -43.9% Kuros
10.1% Mobilezone 5.7% Coltene -0.5 CieFin. Tradit. -54.8% Relief

Tabelle: Jahresperformance ab 2005 bis Mitte 2019 (kursiv: Korrelation tief, |k| < 0.5)

In der Liste fehlen Aktien, die erst im Jahr 2016 oder später kotiert wurden. Hier sind noch zu wenige Daten für eine sinnvolle Berechnung vorhanden. Folgende Titel fehlen deshalb: Alcon, Aluflexpack, Asmallworld, Blackstone, Fundamenta, Galenica, Idorsia, IGEA, Klingelnberg, Lalique, Landis+Gyr, Medacta, Medartis, ObsEva, Poenina, Polyphor, Sensirion, SIG Combibloc, Stadler Rail und Zur Rose.

In der Zeitspanne 2005 bis Mitte 2019 beträgt die Performance des SPI 5.8%. Hier sind die Aktien nach der Börsenkapitalisierung gewichtet. Der Durchschnitt aller Performancezahlen der Tabelle beträgt nur 3.6%, was einem Portfolio mit gleich gewichteten Aktien entspricht. Das ist ein Indiz, dass eine Gewichtung nach der Börsenkapitalisierung eine bessere Performance liefert.

Bei Einzelaktien darf die historische Performance nicht ungeprüft auf die Zukunft übertragen werden. Beispielsweise weist Autoneum eine beeindruckende Performance auf, was aber vorwiegend auf vergangenen Erfolgen beruht. Als Zulieferer der Autoindustrie ist die Firma mit den Automobilbauern zusammen in Schwierigkeiten geraten. Andere Firmen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen und können die hohe Performance nicht halten oder stagnieren sogar (z.B. Bergbahnen). Bei tiefer Korrelation (in Tabelle kursiv geschrieben) ist das Ergebnis der Berechnung unsicher, weil in diesen Fällen der Aktienkurs ziemlich zufällig verläuft.Die Wahl einer guten Aktie ist ein schwierigeres Unterfangen als die Bestimmung eines guten Indexes.

Besonders auffällig ist der Niedergang der Börsenkurse bei den Banken. Diese Entwicklung ist auch im Ausland zu beobachten. Hoffentlich ist das kein Vorbote für eine aufziehende Finanzkrise.

Man beachte am rechten unteren Ende der Liste die vernichtende Performance der Lieblingsaktien vieler Cash-Poster. Es stellt sich schon die Frage, wie kompetent solche Vielfachposter sind. Wer den bekannten Pushern von Cash folgt, erleidet mit deren Empfehlungen empfindliche Verluste. Das Cash-Forum liefert ein völlig schiefes Bild der Aktienmärkte und darf deshalb nicht ernst genommen werden, wenn man nicht zu den Verlierern der Börse gehören will.

 

Modifikation dieses Post vom 1.7.2019: Performance-Ergebnisse mit tiefer Korrelation kursiv markiert

Domtom01
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Danke für die Aufbereitung

Selten , nein nie(!) habe ich hier in diesem Forum eine solche Fülle an Fundamentaldaten und Informationen von einem Mitglied gesehen. Allein dafür gebührt dir grosser Dank (zumindest von meiner Seite).

Die Frage, warum du dir diese Mühe machst und das Ergebnis hier einstellst, will ich gar nicht erst aufwerfen, es sind die bekannten Perlen vor die ...werfen.

Besonders auffällig ist der Niedergang der Börsenkurse bei den Banken. Diese Entwicklung ist auch im Ausland zu beobachten. Hoffentlich ist das kein Vorbote für eine aufziehende Finanzkrise.

Finanzkrise und Verwerfungen aufgrund neuer Technologien, Verschiebungen der Geldmächte.

Man beachte am rechten unteren Ende der Liste die vernichtende Performance der Lieblingsaktien vieler Cash-Poster. Es stellt sich schon die Frage, wie kompetent solche Vielfachposter sind. Wer den bekannten Pushern von Cash folgt, erleidet mit deren Empfehlungen empfindliche Verluste. Das Cash-Forum liefert ein völlig schiefes Bild der Aktienmärkte und darf deshalb nicht ernst genommen werden, wenn man nicht zu den Verlierern der Börse gehören will.

So ist es! Als Trader gibt es manchmal Gelegenheiten, doch hast du mit deiner Feststellung zu 100% Recht! Seriös geht anders!

sarastro
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Probleme der weltweiten Diversifikation

In letzter Zeit habe ich mich mit der weltweiten Diversifikation von Aktien beschäftigt, besonders mit der Rendite für Anleger in CHF. Die riesige Anzahl Titel kann nur mittels Indices überblickt werden. Der bekannteste Indexanbieter dürfte der MSCI mit dem MSCI ACWI IMI sein. Leider sind Daten zu diesem Index nur mit großem Aufwand verfügbar.

Ein Vergleich der weltweiten Indices des MSCI mit dem Konkurrenten FTSE kann unter

www.finanz-kroko.de/wie-hoch-ist-die-rendite-beim-ftse-all-world-msci-acwi-etf/

nachgelesen werden. Det Unterschied zwischen diesen Indices ist bezüglich Performance klein. Hingegen sind die Performances in US$ berechnet und dürfen somit nicht auf den CHF übertragen werden. Deshalb habe ich die Tagesschlusskurse des FTSE all-World über die letzten fünfzehn Jahre genommen (genauer: vom 3.1.205 bis 25.10.2019) und habe sie zum Tageskurs in CHF umgerechnet. Die Performance des FTSE all-World beträgt in diesem Zeitraum lediglich 2.14% in CHF. Hinzu kommen allerdings noch Dividenden von 2.51%. Die Performance in CHF beträgt somit nur etwa die Hälfte der in US$ berechneten Werte.

Nun stellt sich die Frage, wie der weltweite FTSE all-World im Vergleich zu anderen Indices steht. Das Ergebnis für den weltweiten Index ist enttäuschend. Die folgende Tabelle zeigt die Performance anderer Indices in CHF (ohne Dividenden) für den gleichen Zeitraum:

Nasdaq 100 10.86%
SMIM 5.55%
MDAX (Kursindex) 5.42%
S&P 500 5.01%
Dow Jones 4.89%
Gold 4.53%
SDAX (Kursindex) 2.97%
SLI 2.82%
SMI 2.21%

 

Schlechter als der FTSE all-World schneiden beispielsweise folgende Indices ab:

Nikkei 225 1.84%
DAX (Kursindex) 0.43%
Stoxx 600 Europe -1.02%
FTSE 100 -2.15%
Stoxx 50 Europe -3.20%
EURO Stoxx 50 -3.38%

 

Der Stellenwert der Emerging Markets (EMMA) kann dem verlinkten Paper entnommen werden. Bis zur Finanzkrise 2008 waren die EMMA hervorragend gelaufen und sind seitdem nur noch eine Enttäuschung. Deshalb würde ich als Börseneinsteiger die EMMA derzeit meiden (eventuell bis auf einige chinesische Einzeltitel wie Tencent, Alibaba etc.).

In meinen früheren Posts hatte ich bereits festgestellt, dass (abgesehen von der Schweiz) praktisch alle europäischen Aktienmärkte miserabel abschneiden. Das kann auch an den Verlusten bei den europäischen Stoxx-Indices abgelesen werden. An amerikanischen Titeln kommt man auch in Zukunft nicht vorbei, wenn man eine akzeptable Performance erzielen möchte.

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