Aryzta

ARYZTA N 

Valor: 4323836 / Symbol: ARYN
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Domtom01
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Umsatz und Ebitda

In den USA geht alles schneller, auch der Umsatzrückgang, wichtig in turn-around-Situationen. Bezügl. Ebitda ist man aber weiter als in Europa. 

Unrentable Geschäftsteile werden in US viel schneller bereinigt als in D oder sogar F. Deshalb ist die Trennung von F (Picard) richtig. 

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Wenn Aryzta bald über CHF 1

Wenn Aryzta bald über CHF 1.00 steigt, ja dann friss ich einen Besen (...aus Schokolade).

Domtom01
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@Link: Heb die Hürde höher!

"bald" ist sehr relativ! Bis wann? 

Einen Besen aus Schoggi essen! Was für eine "Strafe"! Das sagt schon sehr viel!

Gutes Gelingen! 

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@Domtom01

@Domtom01

Hab' ich geschrieben, damit ich nicht Holz fressen muss. Aber klar, andere Zutaten als Schokolade wären mir auch lieber. Vorschlag?

Bald? Ende Woche?

Domtom01
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@Link: Widerstände retten dich

Wie zu sehen, ist der erste bei 0.85 hartnäckig. Ob er heute noch nachhaltig genommen werden kann? Bei im Vergleich zu den letzten Tagesumsätzen abnehmenden Volumen nicht. Ausser am Nachmittag kommt mehr Nachfrage. Ich verkaufe nichts.

Danach kommt die Barriere an der Pennystock-Grenze. Sicher nicht diese Woche, also "Besen-Entwarnung".

Domtom01
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Besen-Alarm

Solltest du doch noch diese Woche reinbeissen müssen?

Den Nachmittagsschub hatte ich zwar als Möglichkeit ins Auge gefasst, jedoch nicht in dieser Stärke. Wie weiter?

Da mein Börsenjahr schon ganz ordentlich verlaufen ist, sehe ich mich nicht unter Druck, Gewinne einfahren zu müssen. Ich lasse sie (abgesichert) weiter liegen. Hier ist noch viel möglich. Vielleicht lasse ich sie sogar langfristig im Depot, was ich mir vor einer Woche noch nicht habe denken können.

aryn = die neue abbn ?

Geschichte wiederholt sich nicht 1:1, aber es gibt immer wieder verblüffende Parallelen.

Tobias007
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Seit einem Jahr habe ich

Seit einem Jahr habe ich Aryzta schon mit ABB 2002 verglichen, hier im Forum auch z.T. Die Parallelen sind folgende: operativ ist Aryzta und war ABB grundsätzlich profitabel, der tiefe Kurs war einer angespannten EK Situation geschuldet, welche nicht aus operativem Cashdrain erfolgte, sondern aus Wertberichtigungen; operativ läuft und lief es nicht optimal weil im dümmsten Moment Margen unter Druck kamen und man Umsatzrückgang hinnehmen musste, welcher man als wegweisend gesehen wurden, wie Kälin jetzt schreibt Aryzta sei in den U.S. grundsätzlich nicht wettbewerbsfähig, statt diesen Umsatzrückgang als Delle in einem Turnaround sieht.

Das die fundamentale Grundlage. Dazu kamen dann irrationale Faktoren, welche den Kursrückgang übertrieben:

Bei ABB war gerade der Swissairkonkurs vorüber und der Gedanke nistete sich ein, ABB wäre der neue Konkursfall, bei Aryzta jetzt werden im gegenwärtigen Börsenumfeld Aktien von Firmen mit Risiken gemieden, die Chancen werden nicht mehr gesehen (siehe z.B. auch Chancen bei den Banken und Industrietiteln, Autozulieferer), Horrorszenarien wurden auf einmal herumgeboten, so bei ABB, man bekäme gar keine neuen Aufträge mehr, weil niemand mehr wisse, ob ABB noch 3 Jahre überleben würde und ein Anlageprojekt ginge drei Jahre; bei Aryzta wird jetzt das Kostensparprogramm so ausgelegt, als investiere man nicht mehr in den Produktionspark, welche immer mehr veralten würde (Tatsache ist, dass man Abläufe effizienter gemacht hat und Anlagen genau gleich wartet); der Hitzesommer 2018 habe so auf die Getreidepreise geschlagen, dass Aryzta nicht mehr rentabel produzieren könne (in Tat und Wahrheit macht der Getreidepreis etwa 7% der Produktekosten aus, auch wenn er 30% steigt, hat das praktisch keinen Einflussl )

Ich kann nicht in die Zukunft schauen, aber ich sage seit 3 Jahren, dass wenn sich die Margen und der Umsatz weiter stabilisieren, Kurse unter 1.50 reine Panikkurse sind und Aryzta in 2-3 Jahren wieder zwischen 2.50 bis 3 notieren sollte, bei ABB waren Kurse unter 10 Franken nicht mehr fundamental begründet, sondern Produkte von irrationaler Panik, auch die Finanzpresse blieb nicht nüchtern, zwei Jahre später, als der  Kurs wieder über 10 war, erwachten alle aus der Angstspsychose. Wie gesagt kann ich nicht in die Zukunft schaucen und Aryzta birgt auch gewisse Risiken, aber zu 80 Prozent wird sich Aryzta wie ABB erholen (von dieser Basis von 65/70 Rappen aus, etwas weniger stark). ABB bewegte sich genau wieder in einen Bereich des KGV s der Peer Group, als sich die Situation beruhigt hatte.

Tobias007
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Totgesagte leben länger:

Totgesagte leben länger: Allen düsteren Prophetien zum Trotz hat ABB das Jahr 2002 überlebt. Finanzchef Peter Voser gelang die wundersame Rettung des Konzerns aus argen Liquiditätsnöten. Seine ersten zehn Monate im Amt waren ein Rennen gegen die Zeit.

Veröffentlicht 30.04.2002

11. März 2002 Eigentlich hätte Peter Voser mit seiner Frau und seinen drei Kindern zu Tauchferien auf die Malediven fliegen wollen. Stattdessen versenkt er sich schon tief in die Zahlen von ABB. Denn CEO Jörgen Centerman hat ihn gebeten, angesichts der angespannten Finanzlage des Konzerns schon drei Wochen vor dem auf den 1. April vereinbarten Arbeitsantritt nach Zürich zu kommen. Bis dahin hatte ABB, immerhin mit dem zweitbesten Kreditrating AA, einen opportunistischen Finanzierungsansatz gepflegt. Ende 2001 machten die günstigen Commercial Papers, die nur über einen bis fünf Monate laufen, bei der Verschuldung drei Milliarden Dollar aus. Inzwischen ist aber, wegen der Verschlechterung der Wirtschaftslage und der Kreditwürdigkeit grosser Konzerne, dieser Markt völlig zusammengebrochen, so schnell, wie es niemand vorausgesehen hatte. Und Peter Voser weiss: «Diese Situation kann schnell zu Engpässen führen.» Er kommt aus einer völlig anderen Kultur. Als Sohn eines BBC-Angestellten in Baden und Umgebung aufgewachsen, hat er seine ganze Karriere bei Shell gemacht, in Niederlassungen in Argentinien und Chile die Finanzsparte geführt, dann ab 1997 in der Londoner Zentrale den Finanzbereich in der Sparte Ölprodukte geleitet, erst für Europa, zuletzt weltweit. Und der strikt konservativ finanzierte Ölgigant muss vor allem das Problem lösen, wie er den reichlich sprudelnden Cash sinnvoll ausgibt. Bei ABB droht dagegen die kurzfristige Geldversorgung zu versiegen. Um die Liquidität zu sichern, muss Voser eine langfristige Finanzierung zu Stande bringen, also – in seinen Worten – bei den Fälligkeiten «das Matterhorn in den Üetliberg verwandeln». Und dies innert weniger Wochen: «Ich bin schliesslich nicht hierher gekommen», lächelt Voser, «weil ich ein gemütliches Leben will.» 12. März 2002 «Der Neue hat sich bereits in Szene setzen können», meldet die «Finanz und Wirtschaft» von der Generalversammlung am zweiten Arbeitstag des neuen Finanzchefs. Wie bereits an der Medienkonferenz vom 13. Februar, als Peter Voser im Publikum sass, ist aber nicht die bedrohliche Finanzlage das Thema: Die Aktionäre sorgen sich nicht wegen der Eigenkapitalquote, die noch sechs Prozent beträgt, sondern sie empören sich über die «ABBzockerei» von Percy Barnevik und Göran Lindahl. Wollte die ABB-Führung mit der schockierenden, in aller Welt Schlagzeilen machenden Meldung unmittelbar vor der Medienkonferenz von den düsteren Aussichten ablenken? Peter Voser bestreitet es. Und hätte er sein Amt auch angetreten, wenn er gewusst hätte, wie schlecht es um ABB stand? «In den Abschlüssen des dritten und des vierten Quartals 2001 waren die Probleme schon klar dargestellt – für jeden, der eine Bilanz lesen kann.» Damals, im August 2001, kam die Anfrage des Headhunters. Und Peter Voser entschied sich nach Gesprächen mit Jörgen Centerman, Jürgen Dormann und Martin Ebner innert dreier Monate für den Job, im Wissen um die Probleme, die es anzupacken galt: «Allen war klar, wo der Schuh drückte.» Shell gibt sich auch bei der Karriereplanung konservativ: Peter Voser hätte sich noch jahrelang hochdienen müssen, um schliesslich als Finanzchef die Gesamtverantwortung übernehmen zu können. Dazu wollte der Nachwuchs – fünf-, drei- und einjährig, als die Familie vor 15 Jahren auszog – die Ausbildung im kaum mehr vertrauten Heimatland fortsetzen. Peter Voser wohnt jetzt unter der Woche in Zürich, zusammen mit der ältesten Tochter, die Publizistik studiert; die Familie folgt nach der Matur der zweitältesten Tochter aus London nach. 21. März 2002 Das harmlos tönende Communiqué erregt in den Redaktionen kaum Aufsehen: «ABB verstärkt Liquidität und finanzielle Flexibilität.» Nur die Insider wissen, welch schwierigen Entscheid der Finanzchef treffen musste. Denn im Dezember 2001 hatte die ABB mit 21 Banken eine so genannte Back-stop-Facility vereinbart, einen Kreditrahmenvertrag, «für den Fall, dass etwas passierte»: Wenn der Markt der Commercial Papers, wie damals absehbar, austrocknen sollte, wollten die Banken Kredite bis zu drei Milliarden Dollar gewähren – allerdings nur unter der Bedingung, dass die Rating-Agenturen die Kreditwürdigkeit von ABB nicht zurückstuften. «Nicht unproblematisch» findet Peter Voser, dass dieser «Trigger» in den Vertrag eingebaut wurde: «Damit gab man sich in die Hand von Dritten.» Der Finanzchef muss das Geld abrufen, aber er weiss auch, was der Entscheid auslöst. Am Freitag, 22. März, bezieht ABB die drei Milliarden: zwei, um fällige Commercial Papers zurückzuzahlen, eine, um über die nötige Liquidität zu verfügen. Das allerdings verrät den Rating-Agenturen gerade, dass der Konzern das Geld dringend braucht: für sie das Signal, die Kreditwürdigkeit zu überprüfen. Übers Palmsonntag-Wochenende kommt denn auch, wie erwartet, die Zurückstufung. Am Montag, 25. März, hat der Konzern die Kreditwürdigkeit nicht mehr, aber das Geld. Innert 15 Tagen muss der Kredit nun neu verhandelt werden. Würden ihn die Banken, nach all den Schlagzeilen über Verluste und Bilanzschwäche, Asbestrisiken und Abzockerei, noch einmal zu ähnlichen Konditionen gewähren? 6. April 2002 «Ich gehe das Risiko ein», sagt Peter Voser, aber allein könnte er seine Aufgabe nicht bewältigen: «Ein Chef ist nur so gut wie die Summe seiner Mitarbeiter.» Auf sie muss er sich in diesen ersten Wochen besonders verlassen können, denn bei ABB tritt der Neuling gleich als Chefverkäufer auf: Der Finanzchef muss die Banken davon überzeugen, dass der Technologiekonzern bei allen aktuellen Problemen und Turbulenzen glänzende Aussichten hat – er stellt ihnen überzeugend dar, was er sich fast rund um die Uhr in einem Schnellkurs an Wissen über ABB aneignet. Damit hat er Erfolg. Einerseits kennt er die federführenden Bankiers von seinen Aktivitäten bei Shell. Anderseits pflegt er den stockseriösen Stil weiter, den er beim Ölkonzern gelernt hat: «Wer offen kommuniziert, mit dem wird auch offen kommuniziert.» Bei den drei Banken, die das Underwriting übernehmen, Citigroup, Credit Suisse First Boston und Barclays, setzt sich so auch an der Spitze die Überzeugung durch, dass die Finanzmärkte möglichst schnell zu beruhigen sind. Peter Voser braucht den Kredit von drei Milliarden Dollar nicht, weil die Liquidität gleich austrocknet, sondern um Zeit zu gewinnen: «Wir dürfen bei der Devestition des Unternehmensbereichs Structured Finance nicht als jemand gesehen werden, der innert zweier Monate verkaufen muss.» Er verspricht den Banken aber, den Deal bis Ende September abzuwickeln, Liegenschaften für eine halbe Milliarde abzustossen und dank einer Wandel- und einer Obligationenanleihe zwei der drei Milliarden innert weniger Wochen zurückzuzahlen – und er hält alle diese Versprechen auch. 29. April 2002 «Operationell und finanziell sind wir auf gutem Wege», hat Jörgen Centerman am 24. April beim Quartalsabschluss beteuert, der besser ausgefallen ist, als der Markt erwartet hat. Die Wandelanleihe über 968 Millionen Dollar, die sich nach einer Laufzeit von fünf Jahren zu einem Preis von 18.48 Franken in Aktien umtauschen lässt, findet denn auch reissenden Absatz: Innert dreier Stunden ist sie elfmal überzeichnet – mehr kann der Konzern aber nicht verkaufen, weil er nicht mehr verfügbare Aktien hat. Peter Voser wertet das als «Zeichen des Vertrauens». Aber der Finanzmann vom konservativen Ölkonzern lernt auch eine neue Kategorie von Investoren kennen: die Hedge-Fund-Manager, die bis dahin dickes Geld verdient haben, indem sie ABB-Aktien bei stetig fallenden Kursen leer verkauften, und die jetzt auf die gefährdeten und deshalb unterbewerteten Schuldpapiere, so genannte Distressed Securities, setzen. Bei ABB, vor einem Jahr noch mit einem stolzen Rating, machen diese als Aasgeier verschrienen Investoren reiche Beute. «Wir müssen mit den Hedge-Funds leben», meint Peter Voser. «Ich möchte sie nicht missen – sie sind nicht nur das Salz, sondern der Pfeffer in der Suppe.» 24. Juli 2002 Zuversichtlich versammelt sich das Team um Jörgen Centerman und Peter Voser morgens um acht Uhr im Konferenzraum, um am Tag der Veröffentlichung der Quartalsresultate die Stellung zu halten, die Interviewwünsche der Medien zu erfüllen, die Telefonkonferenz mit den Analysten durchzuführen und den Investoren die Zahlen zu erläutern. Die Entwicklung im Geschäft, auf das sich ABB konzentrieren will, zeigt in die richtige Richtung. In Interviews versichert Jörgen Centerman immer noch, die versprochene Betriebsmarge von vier bis fünf Prozent sei erreichbar. Eine «anhaltende Erholung» beschwört denn auch das Communiqué. Nur wer genau hinsieht, kann erkennen, dass der Konzern im zweiten Quartal Verlust gemacht hat, auch wegen Wertberichtigungen bei falsch kalkulierten Grossprojekten in der Division Öl, Gas und Petrochemie. Deren Chef tritt ab: «Verlassen die Manager ein sinkendes Schiff?», fragen die Analysten der Bank Sarasin. Durften die Belastungen noch nicht im ersten Quartal anfallen, damit die Emission der Wandelanleihe und zweier Obligationsanleihen dank den überraschend guten Zahlen so erfolgreich war? Peter Voser beteuert, der Berichtigungsbedarf sei erst im zweiten Quartal zu erkennen gewesen – und gar nicht der Grund dafür, was folgt. Denn als die Börsen öffnen, bricht ein Sturm los: Der Aktienkurs stürzt ab, tiefer und tiefer, um bis zu 40 Prozent. Peter Voser behält die Fassung, auch bei Fragen, die ihn unter der Gürtellinie treffen: «Man muss einstecken können, ohne zu reagieren.» Lässt sich das trainieren? «Nein, es muss einem wohl in den Genen liegen.» Schnell erkennt der Finanzchef, wo das Problem liegt: Ende Juni hat sich der Dollar abgeschwächt, ABB musste also fast das ganze Halbjahr unverändert hohe Kosten in Dollars zahlen, aber am Stichtag zum Ende des Semesters eine markant höhere Verschuldung ausweisen. «Eine halbe Milliarde mehr an Schulden hat uns zwar keinen Rappen gekostet», weiss der Finanzchef, «aber der Markt hat diesen Anstieg der Verschuldung nicht erwartet.» Unverzüglich beginnt er deshalb schon für die Analystenkonferenz um 16.30 Uhr Slides vorzubereiten, die den Sachverhalt erklären. Offensichtlich brauchten die Investoren einen Buchhaltungskurs, witzelt er. Aber er muss sich auch eingestehen: «Das hätte man besser machen können.» Bis spät abends lässt Peter Voser den Sturm über sich hinwegbrausen, dann steigt er ins Flugzeug. Zum Frühstück trifft er Investoren in London: «Let’s face the music.» 4. September 2002 In den letzten Wochen täglich 500 Gerüchte, Indiskretionen, gezielte Informationen fürs «Wall Street Journal» oder die «Financial Times»: Die beteiligten Parteien nutzen alle Tricks, um bei den Verhandlungen über den Verkauf von Structured Finance an General Electric (GE) den Preis zu ihren Gunsten zu beeinflussen. «Man darf sich nicht in Versuchung führen lassen, unter Zeitdruck schneller abzuschliessen», weiss Peter Voser. Nur so lässt sich der Wert der Verkaufsobjekte schützen. ABB kann sich denn auch über ein gutes Ergebnis freuen, als schliesslich die Unterschriften unter dem Vertrag stehen: Statt der erwarteten fünf bis zehn Prozent Verlust muss der Konzern nur einen Abschlag von zwei Prozent auf dem verkauften Kreditportefeuille von 3,4 Milliarden Dollar hinnehmen; die 2,3 Milliarden Dollar, die ihm zufliessen sollen, stärken die Bilanz markant. Noch steht allerdings die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden aus. «Ich glaube immer erst an etwas, wenn es abgeschlossen ist», sagt Peter Voser. Es dauert schliesslich noch fast drei Monate, bis das Geld eingeht: CEO Jörgen Centerman kann den Erfolg nicht mehr feiern – er muss am nächsten Tag sein Büro für Jürgen Dormann räumen. 22. Oktober 2002 «Die Chemie mit Jörgen Centerman hat gestimmt», sagt Peter Voser, «sonst wäre ich nicht zu ABB gekommen.» Er hätte gerne mit dem CEO weitergearbeitet, aber er weiss auch, «dass solche Sachen passieren können». Bis sich Jürgen Dormann mit dem Tagesgeschäft vertraut gemacht hat, übernimmt der seit einem halben Jahr amtierende Finanzchef vorübergehend mehr Aufgaben im Konzern: «Die Firma hat davon nicht viel gemerkt.» Und wie lässt sich mit Jürgen Dormann zusammenarbeiten, der seine Karriere als Finanzfachmann gemacht hat? «Wir kommen sehr gut miteinander aus. Er hat natürlich als ehemaliger Finanzchef bei Hoechst ein tiefes Verständnis für finanzielle Zusammenhänge, aber er ist kein CEO, der in die Arbeit des CFO eingreift», sagt Peter Voser. Am 27. September fällt der Kurs von ABB unter fünf Franken – «billiger als eine Bratwurst», höhnt «Cash». Und am 15. Oktober steigt Martin Ebner aus dem Verwaltungsrat aus, kaum aus freien Stücken: Der Präsident verschwendet einen ganzen Satz des Dankes. «Kommt ABB jetzt unter den Hammer?», fragt die «Finanz und Wirtschaft». Jürgen Dormann und Peter Voser, zusammen mit einem verschworenen Team, bereiten inzwischen die Umorganisation der Dauerbaustelle ABB vor, stellen sich ohne Scheuklappen dem Asbestproblem und überarbeiten nach enttäuschenden Zahlen im September die Jahresziele: Von den versprochenen vier bis fünf Prozent Betriebsmarge kann keine Rede mehr sein. Was ABB am Abend des 21. Oktober veröffentlicht, ist denn auch eine ausgewachsene Gewinnwarnung: Der Konzern sieht sich ausser Stande, noch eine Ertragsaussicht bekannt zu geben. «Die Einsicht der ABB-Oberen in das eigene Unvermögen lässt die Frage aufkommen, ob der angeschlagene Industriekoloss noch zu retten ist», kommentiert die «Finanz und Wirtschaft». Die Börse antwortet auf ihre Art: Der Kurs bricht von seinem kläglichen Niveau noch um 62 Prozent ein. Und Peter Voser weiss: «Allein die Division Power-Technology wäre für einen Betrag zu verkaufen, der die Marktkapitalisierung des Konzerns übersteigt.» 24. Oktober 2002 «Wenn man selber nichts falsch gemacht hat, bringt es nichts, etwas zu berichtigen», weiss der Finanzchef inzwischen. «Man muss die Marktreaktion so annehmen, wie sie ist.» Er ist überrascht, dass die Börse so heftig auf die Gewinnwarnung reagiert hat; persönlich hat er mit einem Taucher von höchstens 20 bis 30 Prozent gerechnet. Die Veröffentlichung der Quartalszahlen nach dem Debakel ist gut vorbereitet, die Zahlen sind «eigentlich besser als erwartet». Dazu gibt ABB, einmal mehr, eine Umstrukturierung zu noch zwei Divisionen mit neuen Leitern und einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen, bekannt. Das bedeutet für Peter Voser die Trennung von Kollegen, mit denen zusammen er ein halbes Jahr lang gekämpft hat – auch bei rationaler Einsicht ein emotional belastender Vorgang. «Mittlerweile schliessen viele Analysten einen Konkurs nicht mehr aus», schreibt «Cash», eher auf Grund der Gewinnwarnung am Montag als wegen der Quartalszahlen am Mittwoch. Platzierte ABB das schockierende Communiqué bewusst, um danach mit den gar nicht so schlimmen Ergebnissen besser dazustehen? Peter Voser schmunzelt: «Wenn ich eine Chance gehabt hätte, den Einbruch des Aktienkurses um 62 Prozent zu verhindern, dann hätte ich es getan.» 1. November 2002 Zehn Rappen gibt die Deutsche Bank noch als Kursziel für die Aktie von ABB an: Nach dem Eingeständnis, dass sich das Asbestproblem nur schwer kontrollieren lasse, sei der Konzern kaum mehr seriös zu bewerten. Deshalb ist die Meldung der entscheidende Wendepunkt: «ABB führt Gespräche mit Vertretern der Kläger von Asbestgeschädigten.» Viele Nächte lang kämpft das Team um Chefjurist Beat Hess am Telefon in den Verhandlungen; Peter Voser steht ihm bei und fliegt auch einmal in die USA, um sich mit Klägervertretern zu treffen. Bis Mitte 2003 sollen die Verhandlungen zu einer Lösung führen. ABB nimmt eine harte Haltung ein. Bis Februar wird die amerikanische Tochter Combustion Engineering, gegen welche die Klagen laufen, in den Konkurs geschickt. Der Konzern bietet an, über die 812 Millionen Dollar hinaus, die das Unternehmen an Vermögen besitzt, 300 Millionen Dollar einzuschiessen. Wenn die Kläger dem so genannten Pre-Packaged Chapter 11, also der Nachlassstundung, nicht zustimmen, bleibt nur das Free-Fall Chapter 11, der Konkurs. Immerhin lässt sich das Problem jetzt eingrenzen: Die Asbestklagen fordern zwar viel Geld, Zeit und Kraft, bedrohen aber nicht mehr die Existenz des Konzerns. Die «Finanz und Wirtschaft» titelt denn auch: «ABB sieht Mörgenröte.» 29. November 2002 Am 5. November genehmigt die Europäische Kommission den Verkauf von Structured Finance an GE. Und die Medien verbreiten zu Unrecht das Gerücht, GE wolle den Preis drücken, da der Aktienkurs von ABB seit dem Sommer auf ein Sechstel abgestürzt ist: Die Amerikaner halten sich strikt an den am 4. September unterschriebenen Vertrag. Die Rating-Agenturen stufen ABB aber immer weiter zurück; mit einem Ba2 bei Moody’s verfügt der Konzern nicht mehr über einen Investment-Grade, verliert also die risikoscheuen Pensionskassen als Anleger. «ABB sind Nahrung für Aasgeier», schreibt die «Finanz und Wirtschaft», «die Anlegerschaft dürfte sich drastisch verändert haben.» Am Freitag, 29. November, um 15.30 Uhr MEZ geht das Geld für den Verkauf auf dem Konto ein. Peter Voser fliegt zur Familie nach London und genehmigt sich ein gutes Glas Rotwein. Am Samstag lässt er allen aus dem 15-köpfigen inneren Kreis, der die Verkaufsverhandlungen geführt hat, eine Flasche Champagner mit Dankeskarte nach Hause schicken. Dann heisst es: «Life goes on.» 18. Dezember 2002 «2002 ist nicht ungesehen vorbeigegangen», stellt Peter Voser fest, als er zwei Wochen lang zusammen mit seinem Team in Kreditkomitees harte Verhandlungen um die zukünftige Finanzierung führt. Der am 26. April vereinbarte Kreditrahmen über drei Milliarden Dollar ist bis 17. Dezember befristet; schliesslich kommt eine neue Vereinbarung zu Stande: «Wir hatten vorher 20 Banken, jetzt sind es wieder 20, nur eine davon ist ausgewechselt.» Die 1,5 Milliarden Dollar, die für 2003 und zur Hälfte für 2004 bereitstehen, muss Peter Voser nicht gleich beziehen: «Sie sollen uns die Sicherheit geben, dass wir über die Zeit über die nötige Liquidität verfügen.» «Der Konzern startet neu; Unternehmen haben eben mehrere Leben», schreibt die «NZZ». Aber der Finanzchef weiss, dass es auch im neuen Jahr nicht an Arbeit fehlt – sei es der Verkauf der Division Öl, Gas und Petrochemie und der Unternehmen in der Gebäudetechnik oder die Einigung mit den Klägern bei den Asbestfällen. Vorerst fliegt Peter Voser jedoch in die Ferien, zum Abtauchen auf die Malediven. Denn im Frühling befahl die Familie: «Beim nächsten Mal kommt der Vater aber mit.» Epilog: Am 17. Januar 2003 erreicht Peter Voser mit den amerikanischen Anwälten eine Einigung über die Asbest-Klagen. Die ausgehandelte Summe fällt viel tiefer aus als erwartet: Bis 2009 sollen die Kläger eine Entschädigung von etwa 1,2 Milliarden Franken erhalten – laut Voser keine existenzgefährdende, sondern eine quantifizierbare Belastung.Noch immer ein Weltkonzern ABB ist weltweit führend in der Energie- und Automatisierungstechnik. Der Konzern mit Hauptsitz in Zürich Oerlikon arbeitet mit seinen Unternehmen in über hundert Ländern und beschäftigt gegenwärtig rund 146 000 Mitarbeitende. Er erzielte 2001 einen Umsatz von 23,7 Milliarden Dollar und einen Verlust von 691 Millionen Dollar

pedro
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Mitteilung von ARYZTA

Am wichtigsten ist doch die Meldung:

Der Backwarenkonzern Aryzta hat in Nordamerika mit Christine Prociv und Tuan Nguyen zwei neue Manager

Das sind beide alte Hasen die wissen wie man das Kind schaukelt und das  stimmt zuversichtlich dass der Kurs jetzt in Richtung Jahreshoch und höher geht.
Die GV am 14.11. und die Geschäftszahlen vom 1. Quartal GJ 2020 werden den Kursfortschritt und die Richtung bestätigen.

Ich freue mich, dass nun das 2-Jahreshoch anvisiert werden kann - man braucht ambitionierte Ziele um vorwärts zu kommen.

wünsche allen "en Guete"

ps: ich bin vielleicht nicht so ein "Crack" wie andere Forumteilnehmer, habe deshalb eine eigene Meinung zum Besserungsprozess von Aryzta

Die Tatsache, dass Aryzta mit dem Abstoss von Picard Schuldendienst und Zinsen grösstenteils reduzieren kann, als nächstes wird der Absatz und die Gewinnmargen in den USA durch die neuen Manager Christine Prociv und Tuan Nguyen hochgefahren, sie werden's richten müssen, da solche Prozesse meistens personengebunden sind. Wie es scheint sind die zwei die richtigen dafür.

Domtom01
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@Tobias007 - "Vaterschaft"

Ich stelle deine Vaterschaft für den Vergleich mit ABB nicht infrage, sondern wollte sie nur bildlich ausschmücken.

In der Sache bin ich mit dir 100% einverstanden.

Domtom01
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Quantenphysik der Aktien

In normalen Zeiten funktioniert Charttechnik meistens gut. In aussergewöhnlichen schlecht bis gar nicht. Diese aussergewöhnlichen Zeiten sind entweder Blasen oder Crashes sowohl bei Einzeltiteln als auch bei Indizes.

Aryn befindet sich in einer solchen Phase, die normale Aktien-Physik greift nicht, um "logische" Aussagen mit den Kursen in Einklang zu bringen. Man spricht von Hysterie, Euphorie oder weniger dramatisch von Übertreibungen.

Beispiel ABB

Hier findet der hungrige Chartist sein gefundenes Fressen. Seine Aussagen sind auch plausibel. Ich erspar uns das jetzt.

Aber in der "Überlebenskampf-Phase" sah es so aus:

Hier greift die Charttechnik nicht, die Umstände sind aussergewöhnlich, es herrscht "Singularität". Nennen wir es Börsen-Psychologie, doch vertuscht dieser Begriff mehr, als er offenbart, ausser der eigenen Unfähigkeit, es rational zu erklären.

Hier helfen nur drei Dinge: Erfahrung, Wagemut und Geld! Der Ausschnitt zeigt in meinen Augen eine Phase der "Quantenphysik der Aktien", der gerade einmal ca. einen Monat gedauert hat.

Aryn bewegt sich m.M. nach noch in diesem Bereich. Wenn alles klappt, werde ich vielleicht die Aktien geben und in den Hybrid gehen.

 

Tobias007
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Lieber DomTom,

Lieber DomTom,

 

ich habe im Leben schon viel Schweres erlebt, ich bin der Letze, der Vaterschaft auf etwas reklamiert, ich habe mich lediglich gefreut, dass du offenbar selbstständig zu ähnlichen Gedanken gekommen bist.

at: Gertrud, schön, dass die intelligente (und am Auge sich vorzustellen, attraktive) Frau wieder sich einmal meldet...

viele Grüsse und schöner Abend Tobi

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Wieso verliert die Aktie

Wieso verliert die Aktie Heute ohne News rund 9%?

Chuck Norris
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Pullback, Nachkauf

Vielleicht etwas zu früh bei unter 0.80 CHF... Bin kein Chartfan/Spezialist. Aber sollte wenn's so ist wieder aufwärts gehen.

Und Chuck Norris "kommt" eigentlich nie zu früh.

Um via Börse auf ein kleines Vermögen zu kommen, investierst du ein Grosses...

Tobias007
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Delice de france (ähnlich dem

Delice de france (ähnlich dem "Brezelkönig" bei uns) wurde durch Management buy out von Aryzta gelöst, wie gestern bekannt wurde. Aryzta bleibt langfristig exclusiver Zulieferer und konzentriert sich weiter auf die Strategie B2B, sodass man sich durch eine Vermischung von B2B und B2C nichtselber konkurrenziert und Spannungen zu Kunden aufbaut. Umsatz verliert Aryzta bei delice de france nicht, B2B Margen werden eher gestärkt, sonst hätte Aryzta den buy out nicht orchestriert. Vielleicht haben einige gestern den Vorgang überinterpretiert oder aber er hatte keinen Einfluss auf den Kurs.

Bis der Umbau von renew ganz Gestalt annimmt, bleibt der Kurs volatil, viele Spekulanten, welche jetzt beim Aufwärtstrend mitgemacht haben, verkaufen sofort, wenn der Trend nicht weitergeht. So wohl auch Rückschläge wie gestern zu erklären. Nach dem kürzlichen Analystenbericht, Aryzta sei grundsätzlich über dem Berg - negative Überraschungen ausgeschlossen - sind Leerverkäufer wohl wenig aktiv. Ein realer Kurs ist erst auf die mittlere Frist zu erwarten.

schönä Tag Tobi

Zyndicate
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Aryzta setzt Auffrischung des

Aryzta setzt Auffrischung des Verwaltungsrats fort

Der Backwarenhersteller Aryzta führt die schrittweise Auffrischung des Verwaltungsrats fort.

24.10.2019 08:20

Wie bereits früher vermeldet, werden Luisa Delgado und Alejandro Legarda Zaragüeta an der Generalversammlung vom 14. November 2019 zur Wahl in das Aufsichtsgremium vorgeschlagen. Andrew Morgan wird hingegen nicht mehr zur Wiederwahl antreten.

Nach der GV wird der Verwaltungsrat aus 11 Mitgliedern mit einer durchschnittlichen Amtszeit von zwei Jahren bestehen. 10 Mitglieder gelten gemäss "Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance" als unabhängig, wie es heisst.

Über die weiteren Aussichten äussert sich der Verwaltungspräsident Gary McGann in der am Donnerstag versandten Einladung zur GV zuversichtlich. Aryzta verfüge über einen starken Kundenstamm, ein leistungsfähiges Team und hohe Innovationsfähigkeit im Bäckereibereich. Aryzta werde den Turnaorund-Plan fortführen und daran arbeiten, den Wert für die Aktionäre wieder herzustellen.

Aryzta steckt seit längerem in der Krise, wobei der Konzern vor allem in Nordamerika grosse Probleme hat.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Bellavista
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aus dem Tiefschlaf erwacht

Bei Aryzta geht es langsam wieder ein wenig aufwärts. Einleitung einer langsamen Erholungsphase?

Bellavista

pedro
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Leerverkäufer stocken bei Aryzta massiv auf / FUW 30.10.2019

Neu dabei ist der Backwarenspezialist Aryzta (ARYN 0.9448 2.3%).
Bei diesem nahmen die leerverkauften Positionen um satte 40% zu.

Es gibt aber Leute die Wetten gegen ARYN als Rohrkrepierer ansehen, hier eine Begründung:

Gemäss dem ehrlichen und überzeugenden Aktionärsbrief von VR Präsident McGann lese und das hartnäckige 3 Jahresprogramm Renew mitverfolge, würde ich nicht gegen Aryzta wetten. Der Umsatzrückgang in den U.S. wurde als Schwäche interpretiert. Dabei wurde nicht profitabler Umsatz abgestossen und die Produktepalette und die Beziehung zu Core-Kunden gestärkt. Die Leerverkäufer wetten auf eine Katastrophe bei Aryzta. Aber es gibt keinen Zweifel. Aryzta wird auch in ein, zwei, fünf und zehn Jahren noch Backwaren verkaufen und gestärkt aus diesen Turbulenzen hervorgehen. Die Produkte und die Kreativität der Teams ist hervorragend, die neue Führung geniesst hohes Ansehen und arbeitet hart.

https://www.fuw.ch/article/leerverkaeufer-stocken-bei-aryzta-massiv-auf/

wünsche ein schönes, entspanntes Wochenende - pedro

 

pedro
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GV vom 14.11.2019 - Widerstand gegen Managerentlöhnung angesagt?

SoZ, S42

ARYZTA: Der Backwarenkonzern Aryzta muss an seiner Generalversammlung vom 14. November mit Widerstand gegen seine Managerlöhne rechnen. Der Stimmrechtsberater Glass Lewis empfiehlt laut der "SonntagsZeitung" ein Nein zum Vergütungsbericht. Er hält demnach den Kurzfristbonus für Konzernchef Kevin Toland für zu hoch. Zudem kritisierte er auch Boni für Topmanager, weil sie ein Sparprogramm durchgezogen hatten. Für diese normale Arbeit brauche es keinen Sonderbonus. Die neunköpfige Konzernleitung erhielt für das im Juli abgelaufene Geschäftsjahr 2019 insgesamt 19,1 Millionen Franken. Ein Jahr zuvor waren es noch 9,9 Millionen gewesen. Allein Toland erhielt 4,5 Millionen. Noch unentschieden, ob sie eine Ablehnung des Vergütungsberichts oder eine Zustimmung empfehlen, sind laut dem Bericht die Stimmrechtsberater ISS und Ethos.

Somit wird die GV wahrscheinlich ehender spannend als langweilig werden - immerhin geht es um ein Delta con CHF 9.2 Mio. um, wie es scheint, unnötige Zusatzentlöhnungen oder Boni.
Bin neugierig wie der Kurs vor der GV reagiert.

pedro

 

norisknomoney
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Mc Gann Interview in der FuW

Hat jemand Zugriff auf die Onlineausgabe der Finanz und Wirtschaft und könnte das Interview mit VRP von Aryzta hierher kopieren? wäre sehr spannend - besten Dank! 

norisknomoney
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norisknomoney hat am 13.11

norisknomoney hat am 13.11.2019 16:32 geschrieben:

Hat jemand Zugriff auf die Onlineausgabe der Finanz und Wirtschaft und könnte das Interview mit VRP von Aryzta hierher kopieren? wäre sehr spannend - besten Dank! 

Herr McGann, wo steht Aryzta heute?
Die Firma ist stabilisiert, und wir stellen eine positive Entwicklung fest. Wir haben die Grundlagen geschaffen, um wieder wachsen zu können. Wir können uns jetzt auch verstärkt auf die Verbesserung der Qualität in Herstellung, Lieferkette und Produkten konzentrieren.

Sie sagen, der Turnaround sei da?
Wir haben noch viel zu tun. Aber mit Blick auf die Finanzkennzahlen sehen wir nun nach drei Jahren eine Trendumkehr.

In Nordamerika sieht es düster aus.
Dort werden wir länger brauchen. Wir haben zwar Kunden zurückgewonnen, aber es gibt lange Vorlaufzeiten. Wir konnten jedoch die Profitabilität verbessern und erwarten für das zweite Semester 2020 wieder Wachstum. Doch während wir mit uns selbst beschäftigt waren, hat sich der Markt weiterentwickelt. Er hat nicht auf uns gewartet. Jüngere Konsumenten etwa wollen Neues ausprobieren.

Die Kapitalerhöhung und der Verkauf von Picard haben Mittel gebracht. Es werden keine Kapitalmassnahmen mehr nötig sein?
Nein, wir haben einen positiven Cashflow, machen Fortschritte im organischen Wachstum. In unserer Branche wollen Kunden bei ihren Zulieferern eine starke Bilanz sehen. Eine riskante Bilanz macht sie nervös. Diese Zeiten liegen hinter uns.

Aryzta hat über die Jahre aber viel Vertrauen zerstört. Was unternehmen Sie?
Wir haben Kunden, Kollegen und Aktionäre enttäuscht. Wir haben uns deshalb verpflichtet, offen und transparent zu kommunizieren – also das Gegenteil von früher. Wir haben nichts zu verstecken. Wenn wir zwischen den Quartalen nichts kommunizieren, haben wir auch nichts zu sagen. Wir werden Vertrauen zurückgewinnen, wenn Aryzta zuverlässig Leistung bringt. Wir wollen eine gute, langweilige Firma werden, ohne wilde Sachen.

Im vergangenen Geschäftsjahr haben die Aktien 71% verloren. Ihr CEO hat sein Salär von 1,1 auf 4,5 Mio. Fr. vervierfacht.
Es ist ein Missverständnis. Die CEO-Vergütung für 2018 galt nur für zehn Monate. Sein Basissalär bleibt unverändert. Und weil in der unsicheren Situation, in der sich Aryzta befand, ein dreijähriges Bonusprogramm keinen Sinn machte, haben wir darauf verzichtet. Deshalb haben wir dieses Jahr zwei neue Programme aufgelegt. Ausserdem sind die im Langfristbonusprogramm zugeteilten Aktien erfolgsabhängig, der CEO hat davon also noch keinen Franken gesehen.

Auch der Kurzfristbonus ist sehr sportlich.
Wir mussten Manager für eine schlecht laufende Firma rekrutieren. Die Leute standen nicht Schlange, und sie brauchten Anreize. Das Management hat es geschafft, 2019 Profitabilität und Cashflow zu verbessern. Ohne Kevin Toland und CFO Fredrik Pflanz wäre die Kapitalerhöhung nicht zustande gekommen, die Firma wahrscheinlich verloren gewesen.

Das gehört doch einfach zum Job.
Ich bin seit fünfzig Jahren im Geschäft. Diese Kapitalerhöhung durchzubringen, war das Schwierigste, was ich je miterlebt habe. Bereinigt man das CEO-Salär um diese Sonderposten, bewegt es sich im Median der Vergleichsgruppe des Stimmrechtsberaters ISS.

Fakt ist, die Vergütung des Managements hat sich in Zeiten der Krise mehr als verdoppelt, von 9,9 auf 19,1 Mio. Fr.
Was wäre die Alternative gewesen? Keine Anreize für das Management und nur im Erfolgsfall eine grosse Prämie in Aussicht stellen? Keiner würde zu einem solchen Unternehmen gehen. Man muss die Leistungen der Leute anerkennen, die sich nonstop für den Turnaround einsetzen.

Sie haben manche Krise durchlebt. Was macht es bei Aryzta so anspruchsvoll?
Es gibt kein Problem, das ich nicht schon gesehen hätte. Aber ich habe noch nie so viele Probleme am selben Ort zur selben Zeit gesehen. Angefangen bei zu teuren Akquisitionen, der mangelnden Integration und der zersplitterten Firmenkultur.

Die Zustimmungsraten an der GV für die VR-Wahlen und für den Vergütungsbericht werden dieses Jahr besser ausfallen?
Ich denke, ja. Einerseits hat sich ISS positiv geäussert, andererseits ist es nicht mehr die angespannte Situation wie im letzten Jahr, als es um die Kapitalerhöhung ging und unser grösster Aktionär dagegen war.

Wann wird Aryzta Aktionärswert schaffen?
Wir werden 2020 weitere Fortschritte machen und unseren Zielen näherkommen. Die Implementierung von Projekt Renew ist ein wichtiger Teil davon, trotz verspätetem Start. Machen wir so weiter, werden wir drei Jahre positive Entwicklung hinter uns haben, was angesichts unserer Vergangenheit unglaublich ist.

Werden Sie sich zur Wiederwahl stellen?
Absolut. Wir müssen jetzt liefern. Ich habe CEO und CFO rekrutiert. Ich kann nicht so tun, als sei es jetzt ihr Problem. Es ist mir wichtig, jetzt bei der Mannschaft zu bleiben und die Ziele zu erreichen.

norisknomoney
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Einschätzung FuW

Aryzta: Eine lange Leidensgeschichte

Aryzta steckt in der Krise, immer noch. Anfang Oktober erreichten die Aktien des Backwarenherstellers mit 0.64 Fr. einen neuen Tiefpunkt. Und das Management um CEO Kevin Toland verpasste einmal mehr die Erwartungen: Im Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende Juli) kam Aryzta nicht vom Fleck, das organische Wachstum verringerte sich im Schlussquartal auf –2,5%. 

Auch der vage Ausblick enttäuschte. Seit Jahren sorgt Aryzta immer wieder für schlechte Überraschungen. Die Rede vom Turnaround steht schon länger im Raum. Doch das Geschäft im wichtigen nordamerikanischen Markt (41% des Umsatzes) steckt im Loch, und auch in Europa war die Umsatzentwicklung zuletzt rückläufig. Aryzta spürt das zunehmende Insourcing, Grosskunden stellen Produkte also vermehrt selbst her.

Trotz Kapitalerhöhung im Umfang von rund 900 Mio. Fr. vor einem Jahr ist der finanzielle Spielraum von Aryzta weiterhin stark eingeschränkt. Ende Geschäftsjahr betrug das Fremdkapital von Aryzta in Form von Bankkrediten, Schuldscheinen und hybrider Finanzierung insgesamt knapp 2 Mrd. €, nach 2,7 Mrd. zu Beginn.

Einen Schuldschein von 206 Mio. € will Aryzta im Dezember zurückzahlen. Viel der gegenwärtigen Malaise geht auf das Konto des alten Managements von CEO Owen Killian. Doch auch der neue CEO Kevin Toland (seit September 2017) musste mehr als einmal die Prognosen zusammenstreichen. Jüngst sorgte die deutlich unter Einkaufspreis abgestossene Picard-Beteiligung für Kritik.

Angesichts der desolaten Performance sorgt die zum Teil fürstliche Vergütung des Managements für Stirnrunzeln. Das dürfte auch an der Generalversammlung ein heisses Thema sein. Die Stimmrechtsberater Glass Lewis und Inrate empfehlen die Ablehnung des Vergütungsberichts, ISS und Ethos die Annahme. Im vergangenen Jahr erreichten VR-Dechargen und -Wahlen schlechte Zustimmungsraten, die Kapitalerhöhung wurde mit nur 53% angenommen.

Auch an der Börse polarisiert Aryzta: Während ein Teil der Investoren den Turnaround anzweifelt, glauben andere, dass das Risiko durch das Kurspotenzial mehr als wettgemacht wird. Analysten sehen den inneren Wert der Aryzta-Aktien zwischen 1 und 2 Fr. Der Börsenwert beträgt aktuell nur 927 Mio. Fr.

Dies, obwohl sich Aryzta bei tiefgekühlten Hamburgerbrötchen, Donuts oder Cookies zu den Marktführern zählt.  Viel Negatives scheint zwar bereits eingepreist. Dennoch ist weiterhin mit einer volatilen Kursentwicklung zu rechnen. Ein Einstieg in Aryzta ist nur ausgesprochen risikobereiten Anlegern zu empfehlen. Allen anderen rät FuW von einem Investment ab. (RI)

 

Was meint ihr zu den Zukunftsaussichten für Aktie und vl. auch für die hybriden (@Gertrud) ?? 

Link
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Morgen über CHF 1.00, sagt

Morgen über CHF 1.00, sagt mein Bauchgefühl. Und sagt noch: ENDLICH

Domtom01
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Bravo @Link

Link hat am 13.11.2019 19:29 geschrieben:

Morgen über CHF 1.00, sagt mein Bauchgefühl. Und sagt noch: ENDLICH

Da ist es also passiert: aryn ist kein pennystock mehr... Wie lange? Wird sicher noch ein harter Kampf, aber die Richtung stimmt!

mats
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Vielleicht geht sie noch auf

Vielleicht geht sie noch auf 1.10fr. man darf aber nicht vergessen, dass sich noch kein definitiver Trend gebildet hat, zudem war das erste Quartal nicht besonders gut und auch das zweite das Anfang November begonnen hat läuft *holprig" wie an der GV gesagt wurde. Das zweite Halbjahr ab Februar soll dann besser werden. Der Umsatz hoffentlich annähernd oder auf Vorjahresniveau und der Ebita besser als vergangenes Jahr.

pedro
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Die Zahlen von Q1/2020 erscheinen am 22.11.2019

Warten wir doch die Zahlen von Q1/20 ab - solange sie nach oben zeigen, und das werden sie, ist alles im grünen Bereich, die Firma produziert ja mit Gewinn, je nach Absatzmarkt mit unterschiedlichen Margen.
Am wichtigsten ist doch dass das schwer verdiente "gute Geld" nicht für unnötige Verpflichtungen verbrannt wird aber als positiven Beitrag am Geschäftsergebnis verbucht werden kann.

Die Aktie wird sich ab jetzt schon in kleinen Schritten, pragmatisch langsam aber stetig nach oben bewegen - lassen wir uns doch überraschen wann sie das Jahreshoch von chf 1.59 egalisiert und dann konsolidiert. Wetten können im Cash-Wettbüro abgeschlossen werden *lol*.

wünsche entspanntes Zurücklehnen beim verfolgen des Kursgraphen, pedro

mats
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Auf der Seite der neuen

Auf der Seite der neuen Produkte muss noch mehr Dynamik und Kreativität rein sonst gibt das die nächsten Jahre kein 3 Milliarden Konzern (Bewertung).

Die Produkte überzeugen mich nicht restlos. Ob sich das Cailler Gipfeli das Emmi Laugenbrötli, die Ovo Kekse oder das naturnahe (ohne Zusatzmittel) Brot sich gut verkaufen lässt werden wir sehen.

Ich war vor 6-8 Monaten zu euphorisch jetzt bin ich nur noch neutral eingestellt zu Aryzta.

Paddington
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Zukaufen?

Hallo zusammen

Ich habe vor längerer Zeit in Aryzta investiert. 2 Mal erfolgreich, aber das dritte Mal hat mich erwischt...Damals, noch vor der Kapitalerhöhung habe ich bei über CHF 20.- gekauft...Autsch! Nun stehe ich nach der Kapitalerhöhung bei ca. CHF 3...wie seht ihr das? mutig zukaufen und den Einstandspreis runterbringen oder die nächsten Jahre nicht anschauen und hoffe, dass wir mal bei CHF 3 landen?

Ro-man
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Zukaufen

Hallo Paddington,

mein EP war bei 1.425, habe dann bei -50% die doppelte Menge nachgekauft und mich so auf EP 0.96 runtergezogen, somit bin ich aus dem Schneider, sollte die Aktie auf 1 runterkorrigieren bin ich raus.

Meine bescheidene Weisheit,

- Hauptindex Aktien bei -25% doppelte Menge nachkaufen (so bin ich bei CS und UBS mit einem kleinen Gewinn raus)

- Nebenindex Aktien bei -50% bis -60% doppelte Menge nachkaufen, abwarten, und beim neuen EP emotionslos StopLoss setzen.

Gruss - Ro man

Chris
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@Paddmington,

@Paddmington,

ich habe es heute so gemacht und hab so den EP auf 1,25 gesenkt. Ich glaube an das Managment und das es eine Erfolgsstory wie bei ABB geben kann.

Ich für meinen Teil schaue nicht mehr Stündlich die Kurse an da dies nur schlaflose Nächte macht.

Gutes gelingen,lg Chris

Wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab !

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