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Ägyptens Ex-Staatschef Mursi

Ägyptens Ex-Staatschef Mursi tot

Der frühere ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist während eines Gerichtsprozesses ohnmächtig zusammengebrochen und gestorben. Die ägyptische Staatsanwaltschaft ordnete am Montag nach eigenen Angaben eine Untersuchung an, um die Todesursache festzustellen. Mursi war der erste frei gewählte Staatschef Ägyptens, spaltete aber während seiner Herrschaft das Land. Er wurde 67 Jahre alt. Aus Angst vor Protesten von Anhängern Mursis erhöhte das ägyptische Innenministerium die Alarmbereitschaft.

17.06.2019 21:15

Mursi stand in einem Berufungsverfahren wegen angeblicher Spionage für Katar vor Gericht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sprach er am Montag noch rund fünf Minuten zum Richter. Danach habe er das Bewusstsein verloren und sei zu Boden gestürzt. Die Ärzte im Krankenhaus hätten nur noch seinen Tod feststellen können. Der Leichnam wies demnach keine neueren äusseren Verletzungen auf.

Der Islamist war im Juni 2012 als erster frei gewählter Präsident des nordafrikanischen Landes an die Macht gekommen. Er wurde damals Nachfolger von Langzeitherrscher Husni Mubarak, der im Februar 2011 nach Massenprotesten auf dem Kairoer Tahrir-Platz abtreten musste. Mursi Amtsübernahme verband sich mit der Hoffnung, dass Ägypten nach Jahrzehnten der autoritären Herrschaft der Übergang in die Demokratie gelingen könnte. Diese Hoffnungen wurden jedoch - wie auch in anderen Ländern der arabischen Welt - bitter enttäuscht.

Mursi gehörte lange den islamistischen Muslimbrüdern an, die von vielen in Ägypten misstrauisch beobachtet werden. Während seiner Herrschaft kam es immer wieder zu Demonstrationen, aus denen im Sommer 2013 Massenproteste gegen den damaligen Präsidenten wurden. Seine Kritiker warfen ihm vor, die Interessen der Muslimbrüder an die erste Stelle zu setzen und eine religiöse Herrschaft errichten zu wollen.

Am 3. Juli 2013 griff das Militär unter Führung des heutigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi ein. Nach einem Ultimatum setzte es Mursi bei einem Putsch ab und übernahm selbst die Macht am Nil. Proteste gegen den Sturz des islamistischen Staatsoberhauptes liess die Armeeführung blutig niederschlagen.

Mursis Präsidentschaft war geprägt von Konflikten mit dem Militär, mit der Justiz und mit der Revolutionsjugend, die die Revolte gegen Mubarak getragen hatte. Er selbst strahlte wenig Charisma aus und galt als treuer Bürokrat der Muslimbrüder. Mursi schaffte es vor allem nicht, Vertrauen zu nicht-islamistischen Gruppen aufzubauen. Diese lehnten eine Zusammenarbeit mit ihm ab, obwohl ihn viele 2012 in der Stichwahl um das Präsidentenamt unterstützt hatten.

Gleichzeitig arbeiteten aber auch viele Staatsorgane gegen ihn und versuchten, seine Herrschaft zu untergraben. Vor allem in der Justiz traf er auf starken Widerstand. Die Richter legten aus Protest zeitweise ihre Arbeit nieder. Anhänger der Islamisten sprachen von alten Seilschaften aus Zeiten der Mubarak-Herrschaft. Mursi entliess zwar im August den Armeechef und Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi sowie den Generalstabschef Sami Anan, konnte aber das Militär, den eigentlichen Herrscher Ägyptens, nicht entmachten.

Mursis Karriere war typisch für die eines Muslimbruders. Er wurde 1951 in einem Dorf der Provinz Scharkija als Sohn eines Bauern geboren. Einen Teil seiner akademischen Laufbahn absolvierte er in den USA. Als Maschinenbau-Ingenieur gelang ihm ein sozialer Aufstieg. 2012 trat er für die Muslimbrüder jedoch nur als Ersatzkandidat an, weil die Wahlkommission den eigentlichen Favoriten der Organisation aus formalen Gründen von der Wahl ausgeschlossen hatte.

Seine Anhänger sahen in ihm bis zu seinem Tod den rechtmässigen Präsidenten des Landes. Sein Sturz nach dem Putsch symbolisiert auch den Niedergang der Muslimbrüder. Mursi wurde Dauergast als Angeklagter vor Gericht und mehrfach zu langen Haftstrafen verurteilt. Vorgeworfen wurde ihm unter anderem die Tötung von Demonstranten bei Protesten gegen seine Herrschaft und angebliche Spionage für Katar. Wegen eines Gefängnisausbruchs erhielt er zunächst sogar die Todesstrafe, die später jedoch in eine langjährige Haftstrafe umgewandelt wurde. Bis zu seinem Tod sass Mursi im Gefängnis.

Wie ihm erging es vielen Muslimbrüdern. Unter Führung des autoritären Herrschers Al-Sisi stufte die Regierung die Muslimbrüder als Terrororganisation ein und verfolgt sie bis heute mit harter Hand. Tausende Anhänger der Islamisten sitzen im Gefängnis, viele wurden trotz internationalen Protests zum Tode verurteilt.

Als einer der ersten internationalen Staatsführer kondolierte der Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani - ein Verbündeter der Muslimbrüder und Erzfeind der jetzigen ägyptischen Führung. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drückte sein Bedauern über den Tod des früheren ägyptischen Staatschefs aus.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) beklagte, Mursis plötzlicher Tod sei angesichts der schlechten Haftbedingungen vorhersehbar gewesen. Die ägyptische Regierung habe es unterlassen, ihm eine angemessene medizinische Versorgung zu gewähren, erklärte die HRW-Nahost-Direktorin Sarah Leah Whitson über Twitter./jku/DP/fba

(AWP)

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Französischer Milliardär

Französischer Milliardär kauft Sotheby's

Der französisch-israelische Milliardär Patrick Drahi fügt das Auktionshaus Sotheby's zu seiner Sammlung hinzu.

17.06.2019 18:45

Drahi übernimmt Sotheby's für 3,7 Milliarden Dollar, wie das Auktionshaus am Montag mitteilte. Mit 57 Dollar je Aktie zahlt er einen Aufschlag von 61 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Nach 31 Jahren an der New Yorker Börse soll Sotheby's von den Kurszetteln verschwinden. Drahi, der den Telekom- und Medienkonzern Altice kontrolliert, gehört laut Forbes zu den 200 reichsten Menschen der Welt.

"Ich fühle mich geehrt, dass das Board von Sotheby's mein Angebot empfohlen hat", sagte Drahi, der sich als langjähriger Kunde des Auktionshauses bezeichnete. Mit Drahi als Eigentümer werde Sotheby's über Jahrzehnte in exzellenten Händen sein, sagt Sotheby's-Chef Tad Smith.

Ein Stück Kunstgeschichte

Sotheby's gehört wie die ebenfalls weltbekannte Konkurrenz von Cristie's zur Top-Liga der Auktionshäuser und veranstaltet jährlich rund 300 Auktionen weltweit. Gegründet wurde Sotheby's 1744 in London und expandierte im 20. Jahrhundert in die USA, und Asien. Zu den bekanntesten Kunstwerken, die bei Sotheby's unter den Hammer kamen, sind Stücke aus der privaten Sammlung des US-Pop-Art-Künstlers Andy Warhol und "Der Schrei" von Edvard Munch, der 2012 für rund 120 Millionen Dollar den Besitzer wechselte.

International Aufmerksamkeit zog die Versteigerung des Bildes "Girl with Balloon" des britischen Streetart-Künstlers Banksy im vergangenen Oktober auf sich. Unmittelbar nach der Versteigerung für umgerechnet rund 1,2 Millionen Euro wurde das Bild durch einen im Rahmen eingebauten Schredder zum Teil zerstört. Dieser Mechanismus war vom Künstler so vorgesehen, der Öffentlichkeit und dem Auktionshaus vorher jedoch nicht bekannt. Die Käuferin übernahm das Bild trotzdem.

(Reuters)

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Wie Shaquille O’Neal sein

Wie Shaquille O’Neal sein Vermögen vervierfacht hat

Shaquille O’Neal hat als Basketball-Spieler ein hübsches Vermögen angehäuft. Doch nun beweist er auch als Investor ein goldenes Händchen - dank einer Strategie, die er von Amazon-Gründer Jeff Bezos abgeschaut hat.

https://www.cash.ch/news/top-news/inspiriert-von-jeff-bezos-wie-shaquille-oneal-sein-vermoegen-vervierfacht-hat-1366104

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Umfassende Technik-Probe am

Umfassende Technik-Probe am Flughafen BER startet

Mehr als sieben Jahre nach der ursprünglich geplanten Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER werden an der Dauerbaustelle erstmals wichtige Technik-Anlagen gemeinsam getestet. Die Prüfung ist eine Voraussetzung für die Abnahme des Airports durch die Baubehörde. Die Anlagen befinden sich im Hauptterminal. Am Montag starten die Tests, wie die Flughafengesellschaft ankündigte. Die Eröffnung des Flughafens in Schönefeld bei Berlin ist nun für Oktober 2020 geplant.

29.07.2019 06:37

Für die sogenannten Wirk-Prinzip-Prüfungen (WPP) ist den Angaben zufolge der TÜV zuständig. Angesetzt dafür seien 40 Arbeitstage beziehungsweise zwei Monate. Dabei wird getestet, ob die Anlagengruppen im Zusammenspiel funktionieren. Dazu zählen zum Beispiel die Brandmelde- und Alarmierungsanlagen und die Sicherheitsstromversorgung. Davor waren die Anlagen nur einzeln geprüft worden.

"Der Beginn der übergeordneten Wirk-Prinzip-Prüfungen noch im Juli bestätigt unseren Terminplan bis zur Eröffnung des BER im Oktober 2020", hatte Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup bei der Ankündigung der Prüfungen mitgeteilt.

Ursprünglich war die Eröffnung des Airports für den Herbst 2011 geplant gewesen. Baumängel, Technikprobleme und Planungsfehler verzögerten jedoch das Vorhaben. Sechsmal wurde der Eröffnungstermin bereits verschoben.

Zuletzt waren erneut Zweifel aufgekommen, ob er dieses Mal eingehalten werden kann. Es gab kritische Stimmen wegen der Verwendung von Dübeln bei Kabelfestigungen, die aber noch nicht zugelassen waren. Im Juni war auch ein Brief von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bekannt geworden, in dem dieser Zweifel am geplanten Eröffnungstermin äusserte. Der CSU-Politiker verwies auf schrumpfende Puffer im Zeitplan.

Der Bund hält 26 Prozent an der Flughafengesellschaft, den Rest teilen sich die Länder Berlin und Brandenburg./maa/rin/DP/zb

(AWP)

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Deutsche Versicherer erwägen

Deutsche Versicherer erwägen Lagerung von Kundengeld in Tresoren

Versicherungsgesellschaften in Deutschland erwägen, angesichts der niedrigen Zinsen das Geld der Kunden in ihren Tresoren zu bunkern.

11.08.2019 14:30

"Je niedriger die Zinsen sind, desto attraktiver wird es, Geld in Tresoren zu lagern", sagte der Chefvolkswirt des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Klaus Wiener, dem Berliner "Tagesspiegel" (Montag). "Einige Versicherer schauen sich das derzeit sehr genau an", berichtete Wiener. "Wenn die Zinsen weiter sinken und man das Bargeld nicht verbietet, ist es für die Versicherer zunehmend attraktiv, Geld in den Tresor zu legen."

Die Versicherer gehören zu den grössten Anlegern am Kapitalmarkt. Angesichts der niedrigen Zinsen wird die Kapitalanlage immer schwieriger. Für überschüssige Liquidität, die Banken bei der Europäischen Zentralbank parken, verlangt die Notenbank Strafzinsen.

Entsprechend müssen auch Anleger für hohe Summe bei kürzeren Laufzeiten bei ihrer Bank draufzahlen. Bundesanleihen haben ebenfalls negative Renditen, als Folge der hohen Nachfrage nach diesen Wertpapieren. "Kaum ein deutscher Versicherer kauft mehr Bundesanleihen", sagte Wiener.

(AWP)

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Elias
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Höchstgeschwindigkeit 412 kmh, von 0 auf 100 in 1,97 Sek

Das schnellste Auto der Welt – und das ausschliesslich mit Batterieantrieb.

Porsche plant eine enge Zusammenarbeit.

https://www.cash.ch/comment/677057#comment-677057

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

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Zerstörerischer Hurrikan

Zerstörerischer Hurrikan 'Dorian' erreicht die Bahamas

Der hochgefährliche Hurrikan "Dorian" ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde auf die Bahamas getroffen. Die Situation sei lebensbedrohlich, warnte das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami am Sonntag. Es drohten Flutwellen von bis zu sieben Meter Höhe, hiess es weiter. Das Zentrum des Sturms kam demnach am Sonntagnachmittag auf der nördlichen Insel Abacos an. Dort sei "extreme Zerstörung" zu befürchten, hiess es.

01.09.2019 20:01

"Dorian" ist ein "katastrophaler" Hurrikan der Stufe fünf von fünf. Es ist der gewaltigste Hurrikan, der die Bahamas seit Beginn der modernen Aufzeichnungen je getroffen hat, erklärte das US-Hurrikan-Zentrum. Die Behörden der südöstlich von Florida gelegenen Inselgruppe mit knapp 400 000 Einwohnern hatten die Bürger zuvor aufgerufen, sich in Notunterkünfte und höherliegende Orte zu begeben. Das Zentrum des Hurrikans bewegte sich nur langsam nach Westen, weswegen es voraussichtlich bis Montag über der Inselgruppe toben und schwere Schäden anrichten könnte.

Der Sturm sollte sich nach bisherigen Prognosen am Montag leicht abschwächen und in der Nacht zum Dienstag unmittelbar vor der Ostküste Floridas nördlich abdrehen. Die US-Bundesstaaten Florida, Georgia und South Carolina haben bereits den Notstand ausgerufen./jbz/DP/fba

(AWP)

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Trump ist ohne Kreditkarte,

Trump ist ohne Kreditkarte, aber mit losen Geldscheinen unterwegs

US-Präsident Donald Trump ist offenbar kein Bargeldabschaffer: Er ist stets ohne Kreditkarte unterwegs - hat aber ein paar Geldscheine lose in der Hosentasche.

19.09.2019 23:24

´Diese "Enthüllung" machte der Staatschef, nachdem auf der Gangway des Präsidentenflugzeugs auf einmal 20-Dollar-Scheine um ihn herumflogen. Von Journalisten dazu befragt, sagte er: "Ich habe kein Portemonnaie, weil ich schon seit langem keine Kreditkarte mehr benutze."

Im Gegenzug habe er aber gern ein bisschen Bargeld bei sich, führte der mit Immobiliengeschäften zu Reichtum gekommene Präsident weiter aus. "Ich liebe es zum Beispiel, in Hotels Trinkgeld zu geben. Vielleicht sollte ein Präsident das nicht machen, aber ich lasse gern ein Trinkgeld da."

(SDA/cash)

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Wegen Rezessionsangst:

Wegen Rezessionsangst: Reichste Familien der Welt horten ihr Geld

Unter den sehr vermögenden Anlegern herrscht derzeit mit Blick auf die Aktienmärkte mehr Vorsicht und Angst.

30.09.2019 00:48

Rick Stone, ein ehemaliger Partner von Cadwalader, Wickersham & Taft, erwartet schwierige Zeiten für Family Offices bei ihren Anlagebestrebungen. Der Leiter des Stone Family Office bezweifelt, dass der Anleihemarkt in den nächsten zehn Jahren eine Realrendite einbringen wird. Bei den Aktienmärkten erwartet er einen erheblichen Rückschlag und eine anschließende Stagnation. Auch dürfte weiterhin zu viel Risikokapital und Private-Equity-Geld auf der Jagd nach zu wenigen Anlagemöglichkeiten sein.

“Für Family Offices sind es sehr schwierige Zeiten für die Allokation von Geldern”, sagte der 60-jährige Stone, dessen anfänglicher Reichtum aus den Provisionen für Sammelklagen kam.

Stone hat einen guten Überblick über das Geschehen, da er die zweimonatlichen Treffen der Palm Beach Investment Research Group leitet, einem Netzwerk von 35 Family Offices. “Es gibt weniger Bereiche, in die investiert werden kann, aber viel Geld ist auf der Suche nach Anlagechancen”, sagte er.

Diese Sicht der Märkte wird von vielen der 360 globalen Single- und Multi-Family-Offices geteilt, die für den UBS Global Family Office Report 2019 befragt wurden, der in Zusammenarbeit mit Campden Research erstellt und am Montag veröffentlicht wurde. Eine Mehrheit erwartet, dass die Weltwirtschaft bis 2020 in eine Rezession abgleitet, wobei der höchste Prozentsatz der pessimistischen Umfrageteilnehmer aus den Schwellenländern kommt. Rund 42% der Family Offices auf der ganzen Welt erhöhen die Liquiditätsreserven.

"Mehr Vorsicht"

“Unter den sehr vermögenden Anlegern herrscht it Blick auf die öffentlichen Aktienmärkte mehr Vorsicht und Angst”, sagte Timothy O’Hara, Präsident des Rockefeller Global Family Office. “Deswegen denken mehr Leute über private Investments, alternative Investments oder Bargeld nach.”

Jeffrey Gundlach, Chief Investment Officer von DoubleLine Capital, sagte in diesem Monat, er sehe eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent für eine US-Rezession vor den Präsidentschaftswahlen im November 2020. Indes hat die Weltbank ihre weltweite Wachstumsprognose auf den niedrigsten Wert seit der Finanzkrise gesenkt.

Der Bericht von UBS/Campden bietet einen Einblick in die verschwiegene Welt der Family Offices, die sich um Vermögen, Steuerangelegenheiten und sogar den Lebensstil der Reichen kümmern.

Family Offices sind auf den globalen Finanzmärkten zu einer immer stärkeren Kraft geworden. Campden-Schätzungen zufolge verwalten solche Unternehmen rund 5,9 Billionen Dollar. Die Family Offices in der UBS-Umfrage betreuten im Durchschnitt ein Vermögen von 917 Millionen Dollar.

Die Anlageergebnisse waren durchwachsen bei den Teilnehmern der Umfrage, die zwischen Februar und März durchgeführt wurde. Laut UBS lag die durchschnittliche Family-Office-Rendite in den 12 Monaten vor der Befragung bei 5,4%. Aktien aus Industrieländern erwiesen sich als eine große Enttäuschung, sie kamen auf eine durchschnittliche Rendite von 2,1%. Die höchsten durchschnittlichen Zuwächse von 6,2% verzeichneten Family Offices in den Regionen Asien-Pazifik und den Schwellenländern, gefolgt von 5,9% in Nordamerika und 4,3% in Europa.

Star-Performer

Private Equity war unter den Anlageklassen der Star-Performer mit einer durchschnittlichen Rendite von 16% für Direktanlagen und 11% für fondsbasierte Anlagen. Auch Immobilien schnitten mit einer durchschnittlichen Rendite von 9,4% gut ab und machen nun 17% des durchschnittlichen Family-Office-Portfolios aus, ein Plus von 2,1 Prozentpunkten gegenüber der Vorjahresumfrage. Im kommenden Jahr wollen 46% der Familien mehr Geld in direkte Private-Equity-Investments stecken, wobei laut Umfrage 42% mehr in Private-Equity-Fonds und 34% mehr in Immobilien investieren wollen.

Family Offices konzentrieren sich zunehmend auch auf eine andere Art von potenziellen Störungen, die Nachfolgeplanung. In diesem Jahr gaben 54% der Befragten an, einen Nachfolgeplan zu haben, gegenüber 43% im Vorjahr.

(Bloomberg)

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Aktie mit weltbester

Aktie mit weltbester Performance bricht ein

MSCI hat Pläne zur Aufnahme einer hochschiessenden Hongkonger Aktie in seine Indizes aufgegeben. Der Grund: Bedenken hinsichtlich der Investierbarkeit. Das blieb nicht ohne Folgen für die Aktie.

21.11.2019 18:22

Diese seltene Trendwende liess den Kurs um 98 Prozent abrutschen. ArtGo Holdings hatten in diesem Jahr fast 3'800 Prozent zugelegt und damit die weltweit beste Kursentwicklung unter allen Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 1 Milliarde Dollar aufgewiesen. Innerhalb von Minuten nach der Entscheidung von MSCI wurde der Zuwachs wieder fast vollständig ausgelöscht. Der Marmorhersteller, der auch in andere Geschäfte wie Immobilien expandiert hat, büsste mehr als 5,7 Milliarden Dollar an Marktwert ein, bevor der Handel ausgesetzt wurde.

MSCI hatte vor zwei Wochen angekündigt, ArtGo in seine Indizes aufzunehmen. Am Mittwoch erklärte der Indexbetreiber, dass dies nach "weiteren Analysen und Rückmeldungen der Marktteilnehmer zur Investierbarkeit" nicht mehr der Fall sei. Ein Sprecher von ArtGo sagte, das Unternehmen könne sich nicht umgehend dazu äussern.

Die ArtGo-Rally hatte Veteranen am lokalen Markt überrascht. Der prominente aktivistische Investor David Webb warnte im September vor einer "Blase” bei der Aktie. Sie war das jüngste Beispiel in einer Reihe von extremen und unerklärlichen Kursauschlägen in Hongkong, die den Finanzmarkt der Stadt in ein unschönes Licht gerückt hat. Einige Beobachter argumentierten daher, dass MSCI und seine Wettbewerber verhindern sollten, dass solche Aktien in Indizes aufgenommen werden, die Investments im Wert von Billionen von Dollar steuern.

"Es ist gut, dass MSCI auf die Aussagen der Marktteilnehmer hört”, sagte Daniel So, Stratege von CMB International Securities telefonisch. "Es ist positiv für die Marktgesundheit. Wenn man sich nur auf Daten wie die Marktkapitalisierung konzentriert, ist es kaum zu vermeiden, einige Titel mit Blasen in die Benchmark aufzunehmen. Es ist also gut, dass MSCI eine Fall-zu-Fall-Prüfung vornimmt."

Kritik an MSCI

MSCI wurde Anfang des Jahres dafür kritisiert, die an der Hongkonger Börse notierte China Ding Yi Feng Holding in seine Indizes aufgenommen zu haben. Das Unternehmen hatte über einen Zeitraum von fünf Jahren einen Kurssprung von 8.500 Prozent verzeichnet, obwohl wiederholt operative Verluste gemeldet wurden. Später setzte Hongkongs Wertpapieraufsichtsbehörde den Handel aus und erklärte, sie untersuche verdächtige Transaktionen bei DYF, nachdem dessen Preis auf ein "irrational hohes" Niveau gestiegen war.

Zu der Zeit gab MSCI an, bei der Auswahl der Unternehmen für ihre Indizes quantitative Kriterien wie Marktwert, Streubesitz und Liquidität zu verwenden und keine Beurteilungen über Rentabilität, Wachstumsaussichten oder "sonstige subjektive" Messgrössen vorzunehmen.

Die Indexentscheidungen von MSCI und seinen Konkurrenten haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung für Aktienmärkte gewonnen, dank der wachsenden Popularität von passiven Anlagestrategien. Multimilliarden-Dollar-Fonds von BlackRock, Vanguard und Northern Trust kauften die Aktien von DYF, nachdem die Titel in die MSCI-Indizes aufgenommen worden waren.

MSCI reagierte nicht umgehend auf eine Bitte um Stellungnahme zu ArtGo. FTSE Russell, der die Aktie in einem seiner China-Indizes hat, lehnte eine Stellungnahme ab, ebenso wie Sprecher der Hongkonger Börse und der Securities and Futures Commission der Stadt. Bloomberg LP, die Muttergesellschaft von Bloomberg News, konkurriert mit MSCI und anderen Unternehmen, da sie Indizes erstellt und Analysen für Aktien, Anleihen und Rohstoffe bereitstellt.

(Bloomberg)

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Das sind die 300 Reichsten in

Das sind die 300 Reichsten in der Schweiz

Die Vermögensvermehrung der 300 reichsten Personen in der Schweiz setzt sich fort. Das zeigt die neuste Ausgabe der «Bilanz».

https://www.cash.ch/news/politik/neues-bilanz-ranking-das-sind-die-300-reichsten-der-schweiz-1440490

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Wdh: Gefährliche Eskalation:

Wdh: Gefährliche Eskalation: US-Militär tötet hohen iranischen General

(Tippfehler im Wort "eines" im 1. Satz) - Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich mit der Tötung eines der ranghöchsten iranischen Generäle gefährlich zu. Der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, Ghassem Soleimani, kam am Donnerstag (Ortszeit) bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad ums Leben, wie die iranischen Revolutionsgarden am Freitag bestätigten. Das Pentagon in Washington übernahm die Verantwortung: Die Bombardierung sei auf Anweisung von Präsident Donald Trump erfolgt, um weitere Angriffe auf US-Kräfte zu verhindern - als "Akt der Verteidigung". Der Iran drohte den USA "schwere Rache" an.

03.01.2020 07:35

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei schrieb in einem Beileidsschreiben, das im iranischen Staatsfernsehen zitiert wurde: "Soleimanis Weg wird auch ohne ihn weitergeführt, aber die Kriminellen erwartet eine schwere Rache." Der Tod Soleimanis werde den finalen Sieg des Islams gegen die Imperialisten nicht beeinträchtigen. Ausserdem erklärte Chamenei landesweit drei Trauertage. Aussenminister Mohammed Dschwad Sarif twitterte: "Die Ermordung General Soleimanis war extrem gefährlich und wird zu einer Eskalation der Krise führen."

Das Pentagon erklärte dagegen, Soleimani habe aktiv an Plänen gearbeitet, um amerikanische Diplomaten und Einsatzkräfte im Irak und der Region zu attackieren, hiess es zur Begründung des Angriffs. Ebenfalls getötet wurde der stellvertretende Leiter der irakischen Volksmobilisierungskräfte, Abu Mahdi al-Muhandis, wie die Medienstelle der vom Iran unterstützten Milizen erklärte. Damit wächst die Sorge vor einem Krieg zwischen den USA und dem Iran.

Der 62 Jahre alte Soleimani war der prominenteste Vertreter und das bekannteste Gesicht des iranischen Militärs im Ausland. Die Al-Kuds-Brigaden gehören zu den Revolutionsgarden (IRGC), einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte. Soleimani tauchte sowohl im Irak als auch im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien immer wieder an der Seite schiitischer Milizen auf, die vom Iran unterstützt werden.

Der General und die Al-Kuds-Brigaden seien verantwortlich für den Tod von Hunderten Amerikanern und Verbündeten, erklärte das Pentagon. Soleimani habe in den vergangenen Monaten Angriffe auf Stützpunkte von US-Verbündeten gesteuert und auch die gewaltsamen Proteste an der US-Botschaft in Bagdad gebilligt. Ziel des Angriffs auf ihn sei es, den Iran von künftigen Angriffen abzuschrecken. "Die Vereinigten Staaten werden weiterhin alle notwendigen Massnahmen ergreifen, um unser Volk und unsere Interessen überall auf der Welt zu schützen."

Trump selbst hatte kurz zuvor per Tweet lediglich das Bild einer US-Flagge verbreitet - ohne Kommentar. In den Stunden davor war er auf Twitter ungewöhnlich still gewesen.

Der demokratische US-Senator Chris Murphy schrieb in einem Tweet, Soleimani sei ohne Zweifel ein Feind der Vereinigten Staaten. Er betonte zugleich: "Die Frage ist: Hat Amerika (...) gerade ohne Zustimmung des Kongresses die zweitmächtigste Person im Iran ermordet und wissentlich einen potenziell massiven regionalen Krieg ausgelöst?" Der demokratische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Adam Schiff, fürchtete eine Eskalation des Konflikts zwischen den beiden Ländern. Der US-Kongress habe den Raketenangriff in Bagdad nicht gebilligt "und die Menschen in Amerika wollen keinen Krieg mit dem Iran", schrieb Schiff. Der republikanische US-Senator Marco Rubio rechtfertigte die Tötung dagegen auf Twitter als Selbstverteidigung.

US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte am Donnerstag in Washington mit Blick auf die jüngsten gewaltsamen Proteste an der US-Botschaft in Bagdad erklärt, es gebe Hinweise, dass der Iran oder dessen verbündete Kräfte weitere Attacken planen könnten. Falls es dazu kommen sollte, würden die USA reagieren, um amerikanische Kräfte und Menschenleben zu schützen - womöglich auch "vorbeugend", falls man von konkreten Angriffsplänen erfahren sollte.

Die USA und der Iran sind seit langem in einen schweren Konflikt verwickelt. Washington setzt den Iran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um das Land zu einem Kurswechsel in seiner Atompolitik zu zwingen - was Teheran jedoch ablehnt. Die Amerikaner beschuldigen die Iraner ausserdem, Terrorismus zu fördern. In den vergangenen Monaten stand der Konflikt zwischen beiden Ländern mehrfach kurz vor einer militärischen Eskalation.

Im vergangenen Juni verkündete Trump per Tweet, nach dem Abschuss einer US-Drohne durch den Iran habe ein militärischer Gegenschlag der USA unmittelbar bevorgestanden. Wegen der erwarteten 150 Toten auf der iranischen Seite habe er den Angriff nur zehn Minuten vorher aber noch gestoppt.

Insbesondere der Irak ist bereits seit längerem Schauplatz des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. In dem Krisenland sind rund 5000 US-Soldaten im Einsatz, die die irakische Armee im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen. Die als Volksmobilisierungskräfte bekannten irakischen Milizen wiederum pflegen enge Beziehungen zum Iran. Sie unterstehen offiziell Regierungschef Adel Abdel Mahdi, agieren aber weitestgehend unabhängig und besitzen auch starken politischen Einfluss.

Am vergangenen Wochenende war es zur bislang gefährlichsten Eskalation gekommen, als die US-Armee die irakische Miliz Kataib Hisbollah bombardierte. Washington beschuldigte die Milizen, mehrfach amerikanische Soldaten und US-Bürger im Irak angegriffen zu haben.

Als Reaktion auf den Angriff waren am Dienstag Hunderte Demonstranten in Bagdads besonders gesicherte Grüne Zone eingedrungen, um die US-Botschaft zu stürmen. Mehrere Wachhäuschen wurden in Brand gesetzt, Mauern beschmiert und Brandsätze geworfen. Sicherheitskräfte drängten die Demonstranten jedoch zurück, bevor sie auf das Botschaftsgelände gelangen konnten. Zur Abschreckung setzte das US-Militär auch Kampfhubschrauber ein, verlegte rund 100 Marineinfanteristen aus dem benachbarten Kuwait und entsandte für den Fall einer weiteren Eskalation rund 750 Fallschirmjäger aus den USA in die Region. Die USA machten den Iran für die Proteste verantwortlich. Die Führung in Teheran wies den Vorwurf vehement zurück.

Die neueste Eskalation trifft den Irak in einer politisch ohnehin äusserst instabilen Zeit. Das Krisenland leidet noch immer unter dem jahrelangen Kampf gegen den IS. Die Terrormiliz ist militärisch zwar besiegt, Zellen der Extremisten sind aber weiter aktiv.

Seit Wochen kommt es zudem immer wieder zu massiven Protesten gegen die Regierung und die im Irak weit verbreitete Korruption. Die Demonstrationen richten sich auch gegen den starken iranischen Einfluss im Land. Bei den Protesten wurden Hunderte Menschen getötet, die meisten von ihnen Demonstranten. Regierungschef Abdel Mahdi, erst seit etwas mehr als einem Jahr im Amt, reichte auf Druck der Strasse seinen Rücktritt ein und ist nur noch geschäftsführend im Amt. Seit Wochen ringen die wichtigsten politischen Blöcke in einem Machtkampf um seinen Nachfolger, bisher ohne Erfolg. Dabei spielen auch die Iran-treuen Milizen eine zentrale Rolle./jku/DP/jha

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Sicherste Airline der Welt:

Sicherste Airline der Welt: Spitzenplatz 2019 geht an Emirates

In der Welt der kommerziellen Luftfahrt wurden die Spitzenplätze für die sichersten Fluggesellschaften 2019 neu vergeben. Die Golf-Airlines Emirates und Etihad Airways haben sich laut Experten im Vorjahr als Nummer eins und zwei behauptet, doch die Europäer folgen dichtauf.

02.01.2020 16:27

Das jährliche Sicherheitsranking des Hamburger Flugsicherheitsbüros JACDEC weist als sicherste europäische Fluggesellschaft die spanische Air Europa auf Rang drei aus, vor der Finnair (4), der Norwegian Air Shuttle (6), der niederländischen Transavia und der spanischen Vueling (10).

Swiss auf Platz 51

Die deutsche Lufthansa-Tochter Eurowings kämpfte sich zwar mit 90,61 Prozent auf Rang 24 vor, doch im Mittelfeld landeten Swiss (Platz 51), Condor (52), Lufthansa (56) und Austrian Airlines (65). Das Beispiel der Lufthansa verdeutlicht, wie schnell eine gute Sicherheitsbilanz durch ein einzelnes Ereignis bei kommerziellen Linienflügen beeinflusst werden kann.

Am 30. Juli in Frankfurt steuerte das Frankfurter Airportpersonal eine mobile Fluggasttreppe ins Heck eines Lufthansa-Jets. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Da während des Unfalls Passagiere an Bord waren, belastete der Vorfall als Totalschaden die JACDEC-Bilanz.

Die JACDEC-Studie erfasst die weltweit 100 Linien mit grösster Verkehrsleistung - und belohnt Fluglinien mit jahrelang unfallfreiem Flugbetrieb. Dass Emirates trotz eines Totalverlusts im Jahre 2016 die Rangliste anführt, liegt vor allem an der enormen Flugleistung der Airline.

Dass das Sicherheitslevel der gesamten Industrie hoch ist, spiegeln auch die IATA-Zahlen wider. Laut der Luftverkehrsvereinigung beförderten Fluggesellschaften 2019 rund 4,5 Milliarden Passagiere. In dieser Zeit zählten die Unfallforscher des Aviation Safety Network 20 Unglücke mit kommerziellen Flugzeugen, bei denen 283 Menschen als Passagiere oder Crewmitglieder an Bord der Flugzeuge getötet wurden.

(AWP)

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Soleimani-Tochter:

Soleimani-Tochter: «Verrücktem Trump» und USA stehen schwarzer Tag bevor

Nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani verschärfen sich auch die Spannungen zwischen den USA und dem Irak.

Aktualisiert um 07:11

Die USA und der Iran verschärfen ihre gegenseitigen Drohungen nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch das US-Militär. Dies schürt die Furcht vor einer Eskalation in der Region. International laufen die Bemühungen um eine Beruhigung der Lage auf Hochtouren.

Den USA und dem verbündeten Israel stehen nach den Worten von Soleimanis Tochter ein schwarzer Tag bevor. "Verrückter Trump, denke nicht, dass mit dem Märtyrertod meines Vaters alles vorbei ist", sagt Seinab Soleimani vor einer grossen Menge bei den Trauerfeierlichkeiten.

Trump droht Iran und Irak

US-Präsident Donald Trump drohte dem Irak für den Fall eines erzwungenen Abzugs der amerikanischen Truppen mit harten Sanktionen. Zudem würden das US-Militär das Land nicht verlassen, solange der Irak nicht die milliardenschweren Kosten für den Bau eines Luftwaffenstützpunkts erstatte. Seine Drohungen gegen den Iran bekräftigte Trump. Die USA würden "schwere Vergeltung" üben, wenn es zu iranischen Vergeltungsaktionen für die Tötung Soleimanis komme.

Auch iranische Kulturstätten seien davor nicht sicher. Der Iran kündigte einen weiteren Rückzug vom internationalen Atomabkommen an. Deutschland, Frankreich und Grossbritannien riefen alle Seiten zu äusserster Zurückhaltung auf. Die Nato berief für Montagnachmittag eine Sondersitzung ein.

Als Reaktion auf die Tötung Soleimanis, bei der auch ein irakischer Milizenanführer getötet wurde, beschloss das irakische Parlament am Sonntag eine Resolution, wonach die ausländische Truppen das Land verlassen sollen. Sie sollen auch den Luftraum, das Territorium und die Gewässer des Iraks nicht länger nutzen dürfen. Zwar ist die Resolution für die Regierung nicht bindend, aber auch Ministerpräsident Adel Abdul Mahdi sprach sich für einen Abzug der ausländischen Truppen aus. Die USA haben rund 5000 Soldaten im Irak stationiert.

Irak fordert US-Truppenabzug

Das US-Aussenministerium äusserte sich enttäuscht und forderte die irakische Regierung auf, die Entscheidung zu überdenken. Trump reagierte harscher. Sollte die Bitte nach einem Abzug der US-Streitkräfte nicht auf einer freundschaftlichen Basis geschehen, würden die USA dem Irak Sanktionen auferlegen, wie er sie noch nie zuvor gesehen habe.

"Es wird die iranischen Sanktionen etwas zahm aussehen lassen", sagte Trump. Zudem forderte er finanzielle Entschädigung für das US-Militär. "Wir haben dort einen ausserordentlich teuren Luftwaffenstützpunkt. Der Bau hat Milliarden Dollar gekostet, lange vor meiner Zeit. Wir werden nicht gehen, bevor sie uns nicht dafür bezahlen."

Trump bekräftigte zudem seine Drohung, bei iranischen Vergeltungsangriffen, auch iranische Kulturstätten ins Visier zu nehmen. "Sie dürfen Sprengsätze an Strassen platzieren und unsere Leute in die Luft jagen und wir dürfen ihre Kulturstätten nicht antasten? So funktioniert das nicht", sagte er vor Reportern an Bord des Präsidentenflugzeugs. US-Aussenminister Mike Pompeo hatte kurz zuvor noch erklärt, dass Trump diese Drohung so nicht ausgesprochen habe. Militärische Angriffe auf Kulturstätten gelten nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen.

«Spirale der Gewalt muss enden»

Angesichts der anhaltenden Drohungen zwischen dem Iran und den USA riefen Deutschland, Frankreich und Grossbritannien alle Seiten zu äusserster Zurückhaltung auf. "Die aktuelle Spirale der Gewalt in Irak muss beendet werden", heisst es in einer am Sonntagabend veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Boris Johnson. Es komme nun entscheidend darauf an, zu deeskalieren.

Insbesondere der Iran werde aufgefordert, "von weiteren gewalttätigen Aktionen oder deren Unterstützung abzusehen". Zudem müsse die Islamische Republik sämtliche Massnahmen zurücknehmen, die gegen das internationale Atomabkommen aus dem Jahr 2015 verstiessen.

Die Regierung in Teheran hatte zuvor eine weitere Abkehr von dem Abkommen angekündigt. Sie will sich künftig nicht mehr an die festgelegten Grenzen bei der Urananreicherung halten. Die Kooperation mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) soll aber fortgesetzt werden. Die Massnahmen könnten aber rasch zurückgenommen werden, wenn die USA ihre Sanktionen aufheben. Trumps Ausstieg aus dem Abkommen und neue US-Sanktoinen hatten den Konflikt mit dem Iran im Jahr 2018 wieder angefacht.

(Reuters/cash)

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Premier: Brände in Australien

Premier: Brände in Australien dauern noch Monate

Die Buschbrände in Australien wüten weiter, es ist noch kein Ende in Sicht. Der Qualm raubt den Menschen in den betroffenen Gebieten den Atem. In der Hauptstadt Canberra war die Luft am Montag gefährlich verschmutzt. Die Stadtregierung rief die Menschen dazu auf, drinnen zu bleiben. Einige Flüge wurden gestrichen. Museen, Geschäfte und Universitäten blieben geschlossen. Das Innenministerium forderte seine Mitarbeiter auf, für 48 Stunden zu Hause zu bleiben. An der Südostküste gab es Regen, was den Kampf der Feuerwehr etwas erleichterte.

06.01.2020 08:26

Eine Entwarnung gab es aber nicht. In den Bundesstaaten New South Wales und Victoria loderten noch mehr als 170 Feuer. Einige Gebiete waren weiter abgeschnitten. Seit Beginn der Brände im Oktober sind landesweit 24 Menschen ums Leben gekommen. Etwa sieben Millionen Hektar brannten nieder - das ist ungefähr ein Fünftel der Fläche Deutschlands.

"Die Feuer brennen immer noch, und sie werden noch über Monate brennen", sagte der australische Premierminister Scott Morrison am Montag vor Reportern. Der konservative Politiker, der wegen seines Krisenmanagements in der Kritik steht, hatte eine neue nationale Agentur angekündigt, die sich um die Folgen der Katastrophe kümmern soll. Ein Fonds soll in den nächsten zwei Jahren mindestens zwei Milliarden australische Dollar (1,2 Milliarden Euro) bekommen - Geld für die Farmer, kleine Geschäfte und betroffene Bewohner.

Militär-Reservisten sollen dabei helfen, die verendeten Schafe und das Vieh zu begraben. Die Folgen für die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt Australiens sind nicht absehbar. Hunderte von Millionen Tieren wurden nach Schätzungen von Wissenschaftlern allein in New South Wales getötet. Besonders das Schicksal der Koalas bewegt viele Menschen. In einem Augenzeugenbericht im "Sydney Morning Herald" ist zu lesen, wie die Tiere schreien, während sie im Flammenmeer sterben. Bilder von Tieren im Brandgebiet verbreiteten sich im Internet - etwa das eines Koalas, der an Bord eines Lastwagenfahrers Schutz findet.

Die Katastrophe bewegt auch Hollywood, besonders die australischen Stars. Der Schauspieler Russell Crowe nutzte seine Dankesrede bei den Golden Globes für einen eindringlichen Appell zur weltweiten Klimapolitik. "Die Tragödie in Australien basiert auf dem Klimawandel", liess Crowe von Laudatorin Jennifer Aniston bei der Preisverleihung verlesen. Sie erklärte, er sei wegen der Buschbrände bei seiner Familie in Australien geblieben.

Crowes Kollegin Cate Blanchett lenkte in ihrer Rede den Blick auf die harte Arbeit der Feuerwehrleute. Und sie sagte auch: "Wenn ein Land vor einer Klima-Katastrophe steht, stehen wir alle vor einer Klima-Katastrophe."/ca/DP/mis

(AWP)

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US-Regierung dementiert

US-Regierung dementiert angebliche Abzugspläne

Trotz der Forderung des irakischen Parlaments nach einem Truppenabzug aller ausländischen Streitkräfte hegt das US-Militär nach eigenen Angaben keine dahingehenden Pläne.

07.01.2020 06:34

"Die US-Politik in Bezug auf unsere Truppenpräsenz im Irak hat sich nicht verändert", erklärte Pentagon-Sprecherin Alyssa Farah am Montagabend (Ortszeit). Damit trat sie dem - durch einen Brief an das irakische Verteidigungsministerium entstandenen - Eindruck entgegen, das Militär habe Vorbereitungen für einen Abzug der US-Soldaten angekündigt. Generalstabschef Mark Milley bezeichnete den Brief später als Entwurf, der versehentlich publik geworden sei.

Die USA haben derzeit rund 5000 Soldaten im Irak stationiert, vor allem als Teil des internationalen Militärbündnisses für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das Parlament in Bagdad hat die irakische Regierung aufgefordert, alle ausländischen Truppen des Landes zu verweisen. Auch den irakischen Luftraum sollen ausländische Truppen künftig nicht mehr nutzen dürfen. Der Beschluss vom Sonntag war durch den tödlichen US-Luftangriff auf den iranischen Top-General Ghassem Soleimani in Bagdad ausgelöst worden.

Soleimani soll am Dienstag in seinem Geburtsort Kerman im Südostiran beigesetzt werden. Die Regierung erklärte den Tag zu einem örtlichen Feiertag, um möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich von dem ranghohen General zu verabschieden. An einem Trauerzug in der Hauptstadt Teheran hatten am Montag örtlichen Medienberichten zufolge Millionen Menschen teilgenommen. Viele riefen antiamerikanische Parolen wie "Tod den USA" und trugen Bilder Soleimanis vor sich her. Der von den USA als Terrorist betrachtete General wird im Iran nun als Märtyrer verehrt. Der US-Regierung zufolge hatte er tödliche Angriffe auf US-Bürger geplant.

Soleimani war als Chef der Al-Kuds-Einheiten der wichtigste Vertreter der iranischen Streitkräfte im Ausland und galt als Architekt der iranischen Militärstrategie im Nahen Osten. Der Iran hat im Irak grossen Einfluss, stützt sich in militärischen Fragen aber vor allem auf örtliche schiitische Milizen. Sollte es tatsächlich zu einem Abzug ausländischer Soldaten aus dem Irak kommen, wäre das ein grosser Erfolg für Teheran. US-Präsident Donald Trump schloss einen Abzug am Sonntag nicht aus. Er drohte dem Irak jedoch mit drastischen Sanktionen, falls das Land die US-Bedingungen für einen Abzug nicht akzeptieren würde. Trump forderte etwa die Rückerstattung von Kosten für von der US-Regierung finanzierte Infrastruktur im Irak.

Die Tötung Soleimanis hat die ohnehin schon grossen Spannungen zwischen den USA und dem Iran verschärft und Sorgen vor einer militärischen Eskalation des Konflikts geweckt. Die iranische Führung und ihre Verbündeten in den Nachbarländern drohen mit Vergeltung. Wann, wo und wie sie zuschlagen, ist jedoch unklar. Manche Beobachter gingen davon aus, dass der Iran erst nach Abschluss der Trauerfeierlichkeiten am Dienstag Rache nehmen dürfte.

Die internationale Krisendiplomatie läuft indes auf Hochtouren. Die EU-Aussenminister planen für Freitag ein Krisentreffen in Brüssel. UN-Generalsekretär António Guterres rief erneut dringend zur Deeskalation auf. Die Welt sei in Aufruhr, sagte er. Mehr und mehr Länder würden "nie dagewesene Entscheidungen mit unvorhersagbaren Konsequenzen und dem tiefgreifenden Risiko von Misskalkulationen" treffen./str/fmb/DP/zb

(AWP)

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Schweiz ist auf Platz sieben

Schweiz ist auf Platz sieben der mächtigsten Pässe

In der Rangliste der «mächtigsten» Reisepässe landet der Schweizer Pass aktuell auf Platz sieben. Angeführt wird das von der Beratungsfirma Henley erstellte Ranking von asiatischen Ländern.

07.01.2020 16:19

Der Henley Passport Index reiht alle Reisepässe weltweit gemessen an der Anzahl von Zielen, die ihre Inhaber ohne vorher beantragtes Visum besuchen können. Mit einer Punktzahl von 191, die für 191 Länder mit Visumsfreiheit/Visum bei Ankunft steht, sicherte sich Japan zum dritten Mal in Folge den Spitzenplatz, wie Henley am Dienstag unter Berufung auf Daten der Internationalen Luftfahrtgesellschaft (IATA) bekannt gab.

Singapur belegt Platz zwei mit einer Punktzahl von 190, während Südkorea mit Zugang zu 189 Destinationen auf den dritten Platz abgerutscht ist, den es sich mit Deutschland teilt. Finnland und Italien landeten auf dem vierten Rang mit einer Punktzahl von 188, während Dänemark, Luxemburg und Spanien den fünften Platz mit der Punktzahl 187 hielten.

Mit der Schweiz auf Platz sieben landeten Irland, die Niederlande, Portugal und Österreich. Die USA und Grossbritannien setzten ihren Abstieg fort. Zwar konnten sich beide Länder mit Rang acht in den Top 10 halten, 2015 hatten sie aber noch gemeinsam Platz eins belegt. Beständig aufgestiegen sind in den vergangenen zehn Jahren die Vereinigten arabischen Emirate (VAE) - um ganze 47 Plätze auf nunmehr Platz 18 mit einer Punktzahl von 171 für Visumsfreiheit/Visum bei Ankunft. Afghanistan stellt mit einem entsprechenden Zugang zu 26 Ländern weiterhin das Schlusslicht der Tabelle dar.

Christian H. Kaelin, Vorsitzender von Henley & Partners, wies auf die wachsende Kluft bei der Reisefreiheit hin: "Japanische Reisepassinhaber haben Zugang zu 165 mehr Zielen als afghanische Staatsbürger." Der Index wird von dem Unternehmen seit dem Jahr 2006 jährlich erstellt.

(SDA)

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Buschbrände in Australien

Buschbrände in Australien 'schockierend und beängstigend'

Australien kommt nicht zur Ruhe: Die Zahl der Toten in den Feuergebieten steigt, die Schäden sind verheerend. Auch der Tourismus leidet unter den Buschbränden, die seit Monaten toben. Australiens Premierminister Scott Morrison nannte den Zustand bei einem Besuch der Känguru-Insel dort und landesweit "schockierend und beängstigend". Allein die Schäden für die Tierwelt sind immens: Nach Angaben von Naturschützern könnten auf der Urlaubsinsel im Süden des Landes 25 000 Koalas, die Hälfte der dortigen Population, umgekommen sein.

08.01.2020 08:52

Etwas Regen und Temperaturen um 23 Grad bescherten den Feuerwehrleuten im Südosten des Landes eine kleine Atempause. Der Kampf gegen die Flammen ist lange nicht vorbei: Im besonders betroffenen Bundesstaat New South Wales tobten am Mittwoch noch weit mehr als 100 Feuer.

In der Küstenmetropole Sydney umhüllte Rauch die berühmte Oper. Die Luft war nach Angaben der Gesundheitsbehörden zum Teil gefährlich schlecht. In der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Canberra war es 34 Grad heiss. Die Menschen trugen nach wie vor Schutzmasken.

Ein weiteres Todesopfer wurde aus dem Bundesstaat Victoria gemeldet: Ein 43-Jähriger starb vergangene Woche bei einem Unfall im Brandeinsatz. Damit sind seit Beginn der grossen Feuer im Oktober landesweit 26 Menschen ums Leben gekommen. Tausende Häuser wurden zerstört. Mehr als zehn Millionen Hektar brannten nieder, das entspricht ungefähr der Grösse von Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

Auch die Wirtschaft leidet, von den Farmern, die ihr Vieh verloren haben, bis zum Tourismus. Der Experte Terry Rawnsley rechnet insgesamt mit milliardenschweren Folgen. Der Wirtschaftswissenschaftler einer Denkfabrik in Melbourne sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es sind Touristengegenden, die gebrannt haben." Die Gemeinden sind demnach auf die Besucher angewiesen, die dort im jetzigen australischen Sommer Geld ausgeben.

Selbst wenn es keine grosse Zerstörung gibt, sinken die Einnahmen durch den Tourismus, so Rawnsley. Denn: Die Besucher neigen eher nicht dazu, gleich wieder in die von den Bränden betroffenen Gebiete zu reisen. Rawnsley würden sinkende Besucherzahlen nicht überraschen. Der echte Test kommt für ihn nächstes Jahr: Ob dann die Touristen wiederkommen.

Freitag könnte sich die Lage noch einmal zuspitzen: Dann werden in den Brandgebieten teilweise Temperaturen von mehr als 40 Grad erwartet, dazu könnte Wind die Feuer verschlimmern. Gute Nachrichten gab es auch: Das sogenannte Megafeuer bei Gospers Mountain im Nordwesten Sydneys könnte bis Freitag eingedämmt sein, schätzt der für Notfälle zuständige Minister von New South Wales, David Elliot.

Die Rauchfahne der Buschbrände erreichte sogar Chile und Argentinien. Der Rauch überquerte über 11 000 Kilometer den Pazifischen Ozean bis an die chilenische Küste. Der wolkenlose Himmel erschien in Zentral-Chile durch die Rauchpartikel ergraut. Auch in Argentinien war der Rauch vom südlichen Patagonien bis in die zentralen Provinzen Córdoba und Buenos Aires sichtbar, wie die argentinische Wetterwarte SNM berichtete.

Zuvor hatten auch die Menschen in Neuseeland, das 2000 Kilometer von Australien entfernt liegt, gesehen, welche Dimensionen die Brände haben. Der Himmel färbte sich gelb und orange. Auf den Schnee der Gletscher auf der Südinsel legte sich durch den Rauch ein gelblicher Film.

Die Welt nimmt weiter Anteil am Schicksal der Australier. Darunter sind auch viele prominente Stimmen. Prinz Charles drückte in einer Videobotschaft sein Mitgefühl aus, Elton John will eine Million Dollar spenden./ca/DP/jha

(AWP)

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Asien bleibt für den Konsum

Asien bleibt für den Konsum von Luxusgütern das teuerste Pflaster

Asien ist für den Luxuskonsum die teuerste und Europa die günstigste Region. Dies geht aus dem erstmals publizierten «Global Wealth and Lifestyle Report 2020» der Bank Julius Bär hervor.

16.01.2020 09:27

Nord- und Südamerika liegen dazwischen. Die Studie zeigt aber auch, dass die weltweite Nachfrage nach Luxusgütern stetig steigt und dass Luxusgüter bewusster konsumiert werden.

Der Bericht gibt einen Überblick über die Preistrends von Premiumgütern und -dienstleistungen in 28 Städten weltweit, die im "Julius Bär Lifestyle Index" abgebildet werden. Die lokalen Preisunterschiede können beträchtlich sein. Verantwortlich dafür seien die Regierungspolitik, Steuern, Dienstleistungsgebühren und lokale Währungsbewegungen.

Hongkong ist teuerste Stadt der Welt

Die Studie untersucht unter anderem die Preise für Immobilien, Schönheitsdienstleistungen, Nobelkarossen, gehobene Küche, für Flüge der Business Class und für Anwaltshonorare. Fünf der zehn teuersten Städte weltweit befinden sich in Asien. Dabei steht Hongkong der Spitze, gefolgt von Schanghai.

Bei Luxusautos sind acht der zehn teuersten Städte in dieser Region zu finden. Für kleinere Güter bietet Asien hingegen ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mit Mumbai befindet sich aber auch die günstigste Stadt in Asien. Die indische Metropole biete für fast alle Güter und Dienstleistungen ein "ausserordentliches" Preis-Leistungs-Verhältnis.

London in Europa an der Spitze

In Europa weisen vor allem Barcelona und Frankfurt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für ein luxuriöses Leben auf. In Barcelona sei der Luxusimmobilienmarkt gegenüber anderen europäischen Städten vergleichsweise günstig, Frankfurt sei bei portablen Highend-Gütern und Hotelsuiten kosteneffektiv.

London wiederum ist am teuersten, dicht gefolgt von Zürich, wo Dienstleistungsgebühren, Hotelübernachtungen und Essen teuer sind.

Zwischen Asien und Europa liegt Nord- und Südamerika. Hier führt New York die Liste an, während Vancouver die Stadt mit den erschwinglichsten Preisen für Luxusgüter in der Region ist.

In Nordamerika sind Dienstleistungen aufgrund der hohen Arbeitskosten besonders teuer, während in Lateinamerika hohe Steuersätze die Preise von Premiumgütern und Dienstleistungen in die Höhe treiben. In Rio de Janeiro und Mexico City sind Premiumwohnimmobilien ein Schnäppchen, doch dem stehen teurere Güter und Dienstleistungen gegenüber.

(AWP)

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Julius Bär verkauft reichen

Julius Bär verkauft reichen Kunden eine exotische Wette auf US-Wahlen

Mit der Bank Julius Bär kann auf den Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen gewettet werden. Mit 15 Aktien können Anleger auf Trump setzen – oder mit 15 anderen Aktien auf den Sieg eines Demokraten.

16.01.2020 14:10

Von Marc Bürgi

Anfang November werden die US-Amerikaner ihren Präsidenten und einen Teil des Kongresses neu wählen. Donald Trump will eine zweite Amtszeit und tritt gegen eine Demokratin oder einen Demokraten an.

Die Bank Julius Bär bietet Anlegern nun die Möglichkeit an, auf eines der beiden Lager zu setzen.

Sie lanciert zwei strukturierte Produkte, die je fünfzehn Aktien enthalten (siehe unten). Eines enthält Titel, die von einem Sieg von Trump profitieren würden, das andere versammelt Unternehmen, die unter den Demokraten aufblühen sollten.

Ölkonzerne profitieren von Trump

Für die Wette auf Amtsinhaber Trump empfiehlt Julius Bär mehrere Ölkonzerne sowie die Techkonzerne Amazon, Facebook und Alphabet (Google). Mit Citibank ist auch eine Grossbank auf der Liste.

Trump hat viele Gesetze und Regulierungen abgeschafft, die den Ölherstellern und den Grossbanken das Geschäft erschwert hatten. Und die Demokraten liebäugeln mit strengeren Regeln für die grossen Techkonzerne  – die Regierung Trump wird Amazon oder Facebook vermutlich weniger Grenzen setzen.

Vontobel und Leonteq hatten ähnliche Angebote

Im "Democrat Victory"-Produkt sind mehrere Solar- und Windstromhersteller aufgeführt. Auch Wal-Mart ist auf der Liste. Der weltgrösste Detailhändler macht Amazon zunehmend Konkurrenz - und dürfte durch eine strengere Regulierung des Wettbewerbers Aufwind erhalten.

Die beiden Produkte haben eine Laufzeit von einem Jahr und kosten hundert Dollar pro Stück. Laut der Agentur Bloomberg wird Julius Bär nicht die einzige Bank bleiben, die Börsenwetten auf die Präsidentschaftswahlen lanciert. Beim letzten Urnengang 2016 waren unter anderen die Bank Vontobel und Leonteq mit entsprechenden Angeboten auf dem Markt.

(Mit Material von Bloomberg)

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Plan für weniger Müll: China

Plan für weniger Müll: China verbietet Plastiktüten in Läden

China verbietet Plastiktüten in Supermärkten und den Einsatz von Einwegprodukten aus Kunststoff in Hotels und Restaurants. Die staatliche Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) verkündete am Sonntag in Peking einen schrittweisen, "ehrgeizigen Plan" zur Verringerung von Plastikmüll in den nächsten fünf Jahren.

20.01.2020 06:53

Danach dürfen ab Ende dieses Jahres in grossen Metropolen in Supermärkten und anderen Geschäften keine Plastiktüten mehr herausgegeben werden. Ende 2022 gilt das Verbot auch in kleineren Städten. Ende dieses Jahres werden auch Strohhalme aus Plastik landesweit verboten.

China ist der grösste Hersteller von Plastik und hat einen Anteil von rund einem Drittel an der globalen Produktion. Da das Milliardenvolk viel Kunststoff verbraucht und dabei wenig recycelt wird, verschmutzt das Plastik die Landschaft und landet oft im Meer. Mit dem Plan hofft die chinesischen Regierung, bis 2025 die Umweltverschmutzung mit Plastik "wirksam unter Kontrolle zu bringen" und die Menge von Plastikabfällen auf den Müllkippen wichtiger Städte "bedeutend zu reduzieren".

Nach dem Plan darf die Gastronomie in grossen Städten ab Ende des Jahres kein Plastikbesteck mehr einsetzen - in kleineren Städten ab Ende 2022. Auch in Hotels sollen Einweg-Plastikprodukte verringert werden. Ab Ende 2022 dürfen Hotels, die mit Sternen ausgezeichnet sind, ihren Gästen nicht mehr Produkte wie Zahnbürsten oder Kämme anbieten. Vielmehr sollen sie über Automaten verkauft werden. Im Bad der Hotelzimmer soll Seife in auffüllbaren Behälter zur Verfügung stehen. Ende 2025 müssen alle Hotels und Unterkünfte im Land folgen.

Paketdienste in grossen Städten wie Peking, Shanghai oder in wirtschaftlich boomenden Provinzen wie Jiangsu, Zhejiang, Fujian oder Guangdong dürfen ab Ende 2022 auch keine Plastiktüten mehr als Verpackung benutzen. Auch wird Kurierdiensten der Einsatz gewebter Säcke aus Kunststoff untersagt. Ende 2025 soll das Verbot auch landesweit gelten, heisst es in den Anweisungen auf der Webseite der Reformkommission, dem obersten Wirtschaftslenkungsorgan.

Die Verfügung bekräftigte auch das bestehende Importverbot für Plastikmüll. Verboten sind auch die Produktion und der Einsatz von besonders dünnen Plastiktüten oder solchen Folien für die Landwirtschaft. Während weniger Plastik benutzt wird, sollen dafür alternative Produkte gefördert werden, heisst es in der Direktive. In Supermärkten und anderen Läden sollen umweltfreundliche Beutel aus Stoff, Papier oder anderen abbaubaren Materialien eingesetzt werden. Auch Essensverpackungen sollen aus Werkstoffen bestehen, die sich natürlich zersetzen./lw/DP/he

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Mysteriöse Lungenkrankheit in

Mysteriöse Lungenkrankheit in China: Sprunghafter Anstieg der Fälle

Nach dem Ausbruch der rätselhaften Lungenkrankheit in China ist die Zahl der bestätigten Fälle sprunghaft auf rund 200 gestiegen. Ein weiterer Patient starb. Damit gibt es jetzt drei Todesfälle, wie die Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Stadt Wuhan am Montag berichtete. Erstmals wurden auch Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus an anderen Orten in China entdeckt.

20.01.2020 06:52

Im Bezirk Daxing in Peking testeten zwei Patienten positiv auf das neue Coronavirus, in Shenzhen in Südchina einer. Alle drei waren vorher in Wuhan gewesen. Der Grossteil der Infektionen konzentrierte sich mit 198 Fällen weiter auf die 11-Millionen-Metropole. Von den Patienten dort sind 35 schwer erkrankt, neun in einem kritischen Zustand, wie die Gesundheitsbehörde berichtete.

Bis Sonntag waren erst rund 60 Fälle offiziell bestätigte worden. Doch gehen Forscher am britischen Zentrum für die Analyse globaler Infektionskrankheiten am Imperial College London davon aus, dass die Ausbreitung der Krankheit sehr viel grösser ist als bisher bekannt. Nach ihrer Wahrscheinlichkeitsrechnung schätzen die Experten die Zahl der Patienten auf mehr als 1700.

Auch warnen die Experten vor einer möglichen Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch. Chinas Gesundheitskommission mahnte in Peking zur Vorsicht, weil der Ursprung des neuen Typs von Coronavirus noch nicht gefunden sei. Auch sei nicht sicher, wie sich Menschen ansteckten: "Die Übertragung wird noch nicht völlig verstanden." Trotzdem hielten Experten den Ausbruch für "kontrollierbar".

Es wird vermutet, dass das neuartige Virus aus der Tierwelt kommt. Die anfänglichen Infektionen wurden mit einem inzwischen geschlossenen Fischmarkt in Wuhan in Verbindung gebracht, auf dem auch wilde Tiere verkauft wurden. Coronaviren verursachen oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen - allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu.

Auch das Sars-Virus, dem der neue Erreger ähnlich ist, stammte vermutlich aus der Tierwelt. Sars steht für "Severe Acute Respiratory Syndrome", also Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Bei der Sars-Pandemie waren 2002/2003 von China ausgehend weltweit rund 8000 Menschen an der Lungenseuche erkrankt. Knapp 800 starben. Damals war der Ausbruch anfangs vertuscht worden, was eine schnelle Reaktion verhindert und die Verbreitung zunächst begünstigt hatte.

Vor gut einer Woche hatten Experten die Gensequenz des neuen Virus entschlüsselt, was die Tests bei Patienten mit Lungenentzündungen unbekannter Ursache erleichtert. Auch im Ausland gibt es bereits Fälle. In Thailand sind zwei Infektionen und in Japan ein Fall bei Reisenden aus Wuhan bestätigt worden. Die drei Patienten hatten aber nicht den Tiermarkt besucht, wo der Ursprung vermutet wird. Das liess Experten vor einer Übertragung von Mensch zu Mensch warnen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat bisher keine Reisewarnung für Touristen ausgesprochen. Die US-Gesundheitsbehörde (CDC) riet aber Reisenden nach Wuhan, Tiermärkte und den Kontakt mit Tieren oder mit kranken Personen zu meiden. "Eine begrenzte Übertragung von Mensch zu Mensch könnte vorkommen", hiess es in der Mitteilung.

Asiatische Nachbarn haben vorsorglich Fieberkontrollen bei Einreisenden aus China eingeführt. Auch die US-Flughäfen in New York, San Francisco und Los Angeles machen Gesundheitskontrollen bei Reisenden aus Wuhan. Die Gefahr der Übertragung infektiöser Krankheiten wächst noch mit der laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag. In der grössten jährlichen Völkerwanderung sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs./lw/DP/zb

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Libyen-Konferenz einigt sich

Libyen-Konferenz einigt sich auf Waffenruhe und Waffenembargo

Die in den Libyen-Krieg involvierten Staaten haben sich am Sonntagabend in Berlin auf eine Waffenruhe in dem nordafrikanischen Land geeinigt.

20.01.2020 06:46

Auch Länder wie Russland, die Türkei, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emiraten sagten zu, dass sie künftig auf die Lieferung von Waffen und Soldaten für die Bürgerkriegsparteien verzichten wollten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte, damit sei vorerst die Gefahr eines von Libyen ausgehenden regionalen Krieges verhindert worden. Die Teilnehmerstaaten der Konferenz wollten den Weg zu einer politischen Lösung in Libyen ab jetzt "sehr engmaschig" begleiten, sagte Kanzlerin Angela Merkel als Gastgeberin. Die Frage eines europäischen oder gar deutschen Einsatzes für die Überwachung eines Waffenstillstands sei aber verfrüht, sagte sie. Aussenminister Heiko Maas sprach davon, dass man den Schlüssel für die Lösung des Libyen-Konflikt gefunden habe.

Die hochkarätige Konferenz, an der auch der russische Präsident Wladimir Putin, sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan sowie die Aussenminister der USA und Chinas teilnahmen, hatte am Sonntagnachmittag unter hohen Sicherheitsvorkehrungen im Kanzleramt begonnen. Am Ende konnte sich Merkel mit den Vertretern von zwölf Staaten sowie Vertretern der EU, der Afrikanischen Union, der UN und der Arabischen Liga auf ein 55 Punkte umfassendes Papier einigen, das auch Regelungen für einen Wiederaufbau oder die Kontrolle der libyschen Ölvorkommen vorsieht. Der UN-Sicherheitsrat soll nun einige Vereinbarungen wie etwa das Waffenembargo in eigene Beschlüsse giessen.

Treffen im Berliner Kanzleramt

Auch der libysche Ministerpräsident Fajes al-Serradsch sowie der abtrünnige General Chalifa Haftar, der ihn stürzen will, waren im Kanzleramt und hatten dort Merkel sowie Maas getroffen. Beide sagten erstmals zu, Vertreter in eine Militärkommission unter UN-Leitung zu entsenden, um über eine Deeskalation zu sprechen. Mehrere Teilnehmer-Regierungen lobten nach der Konferenz Fortschritte und bekannten sich zu den Beschlüssen. Die Kriegsparteien hätten "kleine Schritte" über die am 13. Januar in Moskau versuchte Einigung hinaus gemacht, sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow in Anspielung auf einen gescheiterten türkisch-russischen Versuch, eine Waffenruhe zu vermitteln.

Seit der Eskalation der Kämpfe im April 2019, als Haftar eine neue Offensive gegen die Regierung in Tripolis gestartet hatte, gab es die Sorge, dass sich in Libyen wie in Syrien ein Stellvertreterkrieg entwickelt. Russland, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützten Haftar, die Türkei die libysche Regierung militärisch. Kanzlerin Merkel zeigte sich zufrieden nach der Konferenz, dass die EU-Staaten nach langer Zeit des Streits über die Libyen-Politik vor allem zwischen Frankreich und Italien nun an einem Strang ziehen würden.

Deutschland hatte sich 2019 massiv in die Gespräche eingeschaltet, nachdem Vermittlungsversuche etwa durch Paris und Rom gescheitert waren. Der UN-Sondergesandte für Libyen, Ghassan Salamé, dankte Merkel und Maas für ihren Einsatz. Er habe mit der Kanzlerin bereits am 15. August 2019 über die Notwendigkeit gesprochen, die UN-Vermittlung für Libyen zu unterstützen. Daraufhin habe Merkel "enthusiastisch" den sogenannten Berliner Prozess begonnen, der zur Konferenz führte.

Keine Rolle spielte bei dem Gipfel nach Angaben von Merkel und Guterres die Frage, ob die EU mit einer Militärmission einen Waffenstillstand überwachen solle. Soweit sei man noch nicht. "Wir haben eine Waffenruhe, aber noch keinen echten Waffenstillstand", mahnte Guterres. Falls dieser komme, müsse man überlegen, welche internationalen Organisationen helfen könnten, dass dieser eingehalten werde. Europa werde aber eine wichtige Rolle in allen Bereichen spielen - sowohl bei der Sicherheit, dem Wiederaufbau der Wirtschaft, dem politischen Prozess und bei der humanitären Hilfe. Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell hatte vor der Konferenz gesagt, dass die EU auf jede Hilfe vorbereitet sein müsse, die gewünscht werde. Aussenminister Maas betonte, dass erneut Deutschland Anfang Februar Gastgeber beim Auftakt der Arbeitsgruppen zu diesen vier Felder sein werde.

Sorge um libysche Ölvorkommen

Ein entscheidender Punkt in einem Friedensprozess könnte die Kontrolle der Ölvorkommen in dem rohstoffreichen Land bekommen. Maas sagte, man habe mit al-Serradsch und Haftar über die Frage der Verteilung der Öleinnahmen gesprochen. UN-Generalsekretär Guterres zeigte sich sehr besorgt, dass mit Haftar verbündete Milizen in den vergangenen Tagen nicht nur Ölhäfen blockiert, sondern auch die Ölförderung in einem Feld völlig zum Erliegen gebracht hätten. Die staatliche Firma NOC sei Libyens "einziges unabhängiges und rechtmässiges Erdölunternehmen", heisst es in der Erklärung. Alle Parteien seien nachdrücklich aufgefordert, Angriffe auf Erdölanlagen und die Erdölinfrastruktur zu unterlassen.

Die Kontrolle der Öleinnahmen ist für die Kriegsparteien wichtig, weil damit Waffenkäufe und Söldner finanziert wurden. Zudem wird das Thema Wiederaufbau für das Land angegangen, in dem seit dem Sturz des Machthabers Muammar Ghaddafi im Jahr 2011 durch die USA, Frankreich und Grossbritannien ein Bürgerkrieg tobte. "Wir regen die Schaffung eines Wiederaufbaumechanismus für Libyen an, der die Entwicklung und den Wiederaufbau in allen Regionen unter der Federführung einer neuen, repräsentativen und geeinten Regierung fördert", heisst es in der Abschlusserklärung. 

(Reuters)

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WEF 2020: Frauen und Mädchen

WEF 2020: Frauen und Mädchen leisten Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit

Frauen und Mädchen weltweit leisten laut einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam pro Tag mehr als zwölf Milliarden Stunden unbezahlte Haus-, Pflege- oder Fürsorgearbeit. Dies entspricht bei einem Mindestlohn einem Gegenwert von mehr als 11 Billionen Dollar jährlich.

20.01.2020 06:42

Das erklärte Oxfam in der am Montag im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgelegten Studie "Time to Care". Oxfam fordert als Konsequenz mehr Investitionen in Kinderbetreuung, Pflegeeinrichtungen und andere öffentliche Infrastruktur.

Tätigkeiten wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Hausarbeiten seien für das Wohlergehen von Gesellschaften und das Funktionieren der Wirtschaft unerlässlich, argumentiert Oxfam. Gleichzeitig seien sie für Frauen häufig eine Armutsfalle. Die ungleiche Verteilung der Pflege- und Fürsorgearbeit schaffe und verschärfe soziale Ungleichheit.

Die Organisation fordert massive Investitionen in öffentliche Infrastruktur, um Frauen und Mädchen von unbezahlter Pflege- und Fürsorgearbeit zu entlasten. In armen Ländern etwa könnten Wasserleitungen und die Versorgung mit regenerativen Energien den Zeitaufwand für die Versorgung mit Wasser und Brennstoff verringern. In reichen Ländern gehe es eher um eine gerechtere Verteilung von Erziehungs- und Betreuungszeiten.

(AWP)

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Donald Trump landet auf Piste

Donald Trump landet auf Piste 16 am Flughafen Zürich

Am Dienstag beginnt das 50. World Economic Forum. Doch in Davos und in Zürich ist jetzt schon viel Betrieb. cash.ch hält Sie diese Woche mit dem WEF-Live-Ticker auf dem Laufeden.

https://www.cash.ch/news/politik/world-economic-forum-donald-trump-landet-auf-piste-16-am-flughafen-zuerich-1464650

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Lungenkrankheit breitet sich

Lungenkrankheit breitet sich aus

In China hat eine neuartige Lungenkrankheit einem weiteren Patienten das Leben gekostet. Wie die Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Metropole Wuhan mitteilte, starb ein 89-Jähriger Mann, der mit dem Coronavirus infiziert war, bereits am Sonntag im Krankenhaus. Damit sind seit dem Ausbruch der Krankheit vier Todesfälle in China bestätigt. Der Patient litt demnach bereits an Vorerkrankungen, darunter ein Herzleiden und Diabetes.

21.01.2020 06:42

Zudem wurde das Virus bei mindestens 15 Krankenhausangestellten in Wuhan nachgewiesen, wo das Virus Ende Dezember ausgebrochen war. Demnach gibt es unter den medizinischen Angestellten einen weiteren Verdachtsfall.

Am Montag hatten die Behörden erstmals mitgeteilt, dass Pflegepersonal betroffen ist und die Übertragbarkeit des Erregers von Mensch zu Mensch bestätigt. Für Experten ist es ein wichtiger Indikator, ob Ärzte und Pfleger von einer neuen Erkrankung betroffen sind: Infizieren sich viele von ihnen, ist das ein deutlicher Hinweis auf eine leichte Übertragbarkeit. Die Zahl bestätigter Infektionen war Anfang der Woche sprunghaft auf über 220 gestiegen. Auch wurden erste Erkrankungen in Thailand, Japan und Südkorea nachgewiesen.

Analysen des Erbguts hatten dem Berliner Virusforscher Christian Drosten zufolge ergeben, dass es sich bei dem Erreger um eine Sars-Variante handelt. Ein Sars-Virus hatte von China ausgehend 2002/2003 eine weltweite Pandemie mit 8000 Infizierten zur Folge, etwa 800 Menschen starben.

Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Übertragung des Virus. Bei der grössten jährlichen Völkerwanderung sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs. Asiatische Nachbarn und mehrere Flughäfen in anderen Ländern weltweit haben wegen der neuen Lungenkrankheit inzwischen Fieberkontrollen bei der Einreise aus Wuhan eingeführt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief wegen der neuartigen Lungenkrankheit in China ihren Notfallausschuss ein. Die Experten sollen am Mittwoch darüber beraten, ob eine Gesundheitsnotlage ausgerufen werden soll, wie die WHO am Montag berichtete. Diese unabhängigen Experten empfehlen auch Massnahmen, die möglicherweise ergriffen werden sollten.

Ruft die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand aus, empfiehlt sie damit schärfere Massnahmen zur Bekämpfung der Seuche. Dazu können unter anderem Grenzkontrollen, das Einrichten von spezialisierten Behandlungszentren oder mögliche Impfungen medizinischer Fachkräfte gehören./jpt/DP/stk

(AWP)

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Erster Nachweis der

Erster Nachweis der neuartigen Lungenkrankheit in Taiwan

Die Gesundheitsbehörden in Taiwan haben erstmals eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus aus China gemeldet. Betroffen sei eine etwa 50-jährige Taiwanesin, die in der zentralchinesischen Stadt Wuhan gearbeitet habe und von dort zurück nach Taiwan geflogen sei. Laut der Mitteilung vom Dienstag wurde die Frau direkt nach ihrer Ankunft in ein Krankenhaus gebracht und unter Quarantäne gestellt. In Wuhan hatte die Infektionswelle im Dezember ihren Ursprung gehabt, noch immer werden die allermeisten Fälle dort erfasst.

21.01.2020 12:17

Zuvor waren bereits einzelne Nachweise aus Thailand, Japan und Südkorea gemeldet worden. Betroffen waren dabei stets Menschen, die zuvor in China waren. Dort breitete sich die Krankheit weiter aus. Die Behörden berichteten am Dienstag von drei neuen Todesfällen, womit die Zahl der Opfer seit Ausbruch der Krankheit auf sechs gestiegen ist. Wie der Staatssender CCTV berichtete, stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in China derweil um 77 auf 291 Fälle. In Europa ist noch kein Fall bekannt./jpt/DP/eas

(AWP)

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Weniger Falschgeld in Europa

Weniger Falschgeld in Europa

Die Anstrengungen von Europas Währungshütern für mehr Sicherheit von Euro-Banknoten zeigen Wirkung: Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Fälschungen weiter - sowohl in Europa als auch in Deutschland. 559 000 falsche Euro-Scheine zogen Polizei, Handel und Banken nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Freitag aus dem Verkehr. Damit sank die Zahl der Blüten zum Vorjahr um 4000 Stück und auf den niedrigsten Stand seit 2013 (670 000 Fälschungen). Der rechnerische Schaden lag im Jahr 2019 bei 29,2 Millionen Euro - nach 31,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

24.01.2020 10:25

In Deutschland verringerte sich die Zahl der Falschnoten nach Zahlen der Bundesbank von gut 58 000 im Vorjahr auf 55 159. Der Schaden hierzulande sank mit 3,3 Millionen Euro auf das Niveau des Jahres 2014. "Wir sind stolz darauf, dass aufgrund der Qualität des Geldes die Fälschungen vor allem beim Fünfziger zurückgegangen sind", sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. "Der Rückgang von insgesamt fünf Prozent ist beachtlich." Fünfziger und Zwanziger machen europaweit drei Viertel aller Fälschungen aus, in Deutschland sogar 80 Prozent.

Beermann führt den Rückgang der Fälschungen darauf zurück, dass die Notenbanken seit 2013 eine zweite Serie von Euro-Scheinen mit neuen Sicherheitsmerkmalen in Umlauf gebracht haben. Geldfälscher tun sich schwer mit dem durchsichtigen Porträtfenster und der Smaragdzahl, die beim Kippen des Scheins die Farbe ändert. Bei den neuen 100- und 200-Euro-Scheinen gibt es zudem ein "Satelliten-Hologramm", in dem sich kleine Euro-Symbole bewegen. Der 500-Euro-Schein wird nicht mehr aufgelegt, noch im Umlauf befindliche 500er bleiben jedoch gültig.

Gemessen an der umlaufenden Gesamtmenge von Euro-Banknoten - aktuell sind es nach EZB-Angaben rund 24 Milliarden Stück - ist der Falschgeldanteil sehr gering. In Deutschland waren es im vergangenen Jahr nach Bundesbank-Berechnung sieben falsche Scheine je 10 000 Einwohner./ben/mar/DP/jha

(AWP)

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