CH-relevante Börsenthemen Jahr 2019

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Diese Schweizer Aktienindizes

Diese Schweizer Aktienindizes müssen Sie kennen

Aktienindizes sind für Anleger wichtige Orientierungspunkte. In der Schweiz gibt es zwei Referenzgrössen, aber auch kleinere Gradmesser.

https://www.cash.ch/ratgeber/fonds/boerse-diese-schweizer-aktienindizes-muessen-sie-kennen-1403775

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«SMI wird Ende 2020 deutlich

«SMI wird Ende 2020 deutlich höher stehen»

Wenn es nach Christian Gattiker geht, wird der SMI im nächsten Jahr nochmals Vollgas geben. Der Leiter Research von Julius Bär nennt im Börsen-Talk seine Tipps. Letzter Teil der cash-Jahresendserie «Aktien-Boom 2019»

https://www.cash.ch/news/top-news/boersen-talk-mit-christian-gattiker-smi-wird-ende-2020-deutlich-hoeher-stehen-1452098

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800 Prozent Steigerung: AMS

800 Prozent Steigerung: AMS ist die beste Schweizer Aktie des Jahrzehnts

Das zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts endet bald. Seit 2010 haben sich Aktien teils massiv gesteigert, andere ihren Wert fast ganz vernichtet, wie eine Analyse von cash zeigt. Zehn Erkenntnisse aus zehn Jahren.

23.12.2019 06:00

Von Marc Forster

"It's the end of a decade, in another ten years time" - ein Jahrzehnt endet, wie es die schwedische Band ABBA in ihrem Hit "Happy New Year" von 1980 besang. Auch jetzt, mit dem Ausklingen des Jahres 2019, endet wieder eine Dekade. Was am Aktienmarkt am meisten auffiel: 

1. Es war ein Jahrzehnt der Extreme

Am Anfang der Chronik 2010 bis 2019 standen die Auswirkungen der Finanzkrise. In zu Ende gehenden Jahrzehnt ereignete sich der Beinahe-Kollaps des Euros, ein Kurswechsel in der Geldpolitik aller wichtigen Notenbanken mit dem Absinken der Zinsen auf Null und unter Null, sowie einschneidende politische Veränderungen wie das Brexit-Votum oder die Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten. Der Aufstieg Chinas setzte sich fort, und die Digitalisierung erreicht mehr und mehr Teile des Alltags.

2. An Aktien führt wenig vorbei

Bei alledem aber liefen Aktien gut. Die Tiefzinsen haben die Investoren in Risikoassets getrieben - und tun es immer noch. Der SMI hat 61,2 Performance gezeigt, in anderen Ländern war der Anstieg noch grösser: Der Dow Jones etwa kommt auf ein Plus von 172 Prozent. 

Der SMI in den vergangenen 10 Jahren (Grafik: Bloomberg).

3. Nur wenige Aktien verdoppeln ihren Wert

Auch am Schweizer Markt haben viele Titel davon profitiert. Während der SMI 61,2 Prozent zulegen konnte, erhöhten einige der darin enthaltenen Unternehmen ihren Börsenwert noch deutlich stärker. Aktionäre von GivaudanSwiss Re, Richemont und Nestlé haben ihren Einsatz mehr als verdoppelt.

Top- und Flop-Aktien, die schon 2010 im SMI waren

Aktie Gesamtertrag
seit 1.1.2010
Aktie Gesamtertrag/Verlust
seit 1.1.2010
Givaudan +261,5 Prozent Swisscom +31,2 Prozent
Swiss Re +118,6 Prozent ABB +18 Prozent
Richemont +116,6 Prozent Adecco +8 Prozent
Nestlé +107 Prozent Swatch +2,9 Prozent
SGS +93,9 Prozent    
Novartis +83,7 Prozent UBS -24 Prozent
Zurich +75,8 Prozent LafargeHolcim -30,8 Prozent
Roche +73,8 Prozent Credit Suisse -71,4 Prozent

Daten: Bloomberg

Mit einem mageren Kursgewinn müssen sich jene zufriedengeben, die bei Adecco oder Swatch investiert sind. Diese beiden konjunktursensitiven Titel sind wieder etwa dort, wo sie vor zehn Jahren waren: So kann es Aktien ergehen, die dem Schicksal der Weltwirtschaft ausgeliefert sind. Allerdings muss man sich bei der Quasi-Nullperformance von Swatch schon fragen, weshalb Konkurrent Richemont im gleichen Zeitraum 117 Prozent zugelegt hat.

4. Grossbanken bleiben ein schlechtes Langfrist-Investment

Das Nachsehen haben Langfristinvestoren bei LafargeHolcim und den Grossbanken: Wer theoretisch Anfang 2010 eine Credit Suisse-Aktie gekauft hat und sie heute noch besitzt, muss einen Verlust von 71 Prozent hinnehmen. Die UBS hatte vor zehn Jahren knapp ihren Kollaps überstanden und richtete sich danach neu aus. Die CS ging zwar glimpflicher durch die Finanzkrise, verschlief aber lange wichtige Reformen. Das Fazit: Mit beiden Aktien ist man nicht reicher geworden - im Gegenteil. 

5. Operativer Erfolg zahlt sich aus

Die besten Jahrzehnt-Performer sind indessen Sika, Lonza und Swiss Life, die in den vergangenen zehn Jahren allerdings nicht durchgehend im Leitindex waren. Sika kam erst 2017 in den SMI, während Swiss Life und Lonza 2010 zwar dem SMI angehörten, zwischenzeitlich aber durch andere, zu diesem Zeitpunkt liquidere Aktien ersetzt wurden.

Bei ihnen spielt geschäftlicher Erfolg eine zentrale Rolle bei der Kursentwicklung: Sika ist ein hoch erfolgreicher Baustoffhersteller mit starker Marktstellung, Lonza punktet im Bereich Life-Sciences und Swiss Life steigert seit Jahren mit einer erfolgreichen Neuausrichtung der Lebensversicherungspalette ihre Gewinne. 

Performance übriger heutiger SMI-Mitglieder

Aktie Gesamtertrag
seit 1.1.2010 (in Wacko
Aktie Gesamtertrag
seit 1.1.2010 (in Wacko
Sika +568,9 Prozent Geberit +197,11
Lonza +416,3 Prozent Alcon* -
Swiss Life +274,6 Prozent    

*kotiert seit 9.4.2019. Daten: Bloomberg

6. Der SPI ist im Grunde genommen der interessantere Markt

Am breiten Markt liess sich noch viel mehr Rendite erzielen als mit den Blue Chips. Die Aussschläge nach oben und nach unten sind bei SPI-Titeln viel deutlicher als bei jenen, dic auch im SMI enthalten sind. Die neun besten Aktien des Jahrzehnts steigen um das vier- bis achtfache. 

Top- und Flop-Aktien im Schweizer Markt insgesamt 

Aktie Gesamtertrag
seit 1.1.2010
Aktie Verlust
seit 1.1.2010
AMS +812,4 Prozent Relief Therapeutics* -100 Prozent
Comet +711,3 Prozent Kuros Biosciences** -99,7 Prozent
Interroll +608 Prozent Lumx Group*** -99,1 Prozent
Partners Group +563,9 Prozent Arundel**** -98,3 Prozent
Bossard +540,9 Prozent Leclanché -96,2 Prozent
Emmi +535,8 Prozent Meyer Burger -93,9 Prozent
Inficon +521,7 Prozent Schmolz+Bickenbach -91,4 Prozent
Belimo +484,4 Prozent Perfect Holding  -91,4 Prozent
Temenos +464,1 Prozent Züblin  -91 Prozent

*ehemals Mondobiotech/Therametrics / **ehemals Cytos / ***ehemals Gottex / **** ehemals USI Group

7. AMS ist top, war einmal noch viel mehr wert

Absoluter Spitzenreiter ist der Sensorhersteller AMS, der 2010 noch als Austria Microsystems firmierte. Der Kurs des österreichischen Unternehmens mit Schweizer Kotierung hat sich unter dem Strich um 812 Prozent gesteigert. Das einst kleine Unternehmen mit Sitz im Unterpremstätten im Bundesland Steiermark ist für Anleger so interessant, dass es inzwischen im erweiterten Blue-Chip-Index SLI Eingang gefunden hat.

Beim volatilen Charakter des AMS-Kurses muss aber auch gesagt werden, dass viele Anleger diesen Titel nicht langfristig halten, sondern zum spekulieren einsetzen. Und: AMS befindet sich derzeit längst nicht auf einem Allzeithoch. Dieses war im März 2018. Damals, von 2010 aus gesehen, hatte sich der Kurs um das 25-fache erhöht.

8. Solide Industrieaktien sind toll

Unter den besten Aktien des Jahrzehnts reihen sich aber auch industriell ausgerichtete Unternehmen wie Comet, Interroll, Bossard, Inficon oder Belimo ein. Diese profitierten vom jahrelangen Zustrom von Kapital in solide finanzierte Schweizer Small und Mid Caps, vor allem auch von internationalen Grossinvestoren.

Mit der Privatmarkt-Anlagegesellschaft Partners Group findet sich eine Finanzaktie unter den Topperformern. Eine jahrelange Erfolggeschichte ist auch die Entwicklung beim Bankensoftwareentwickler Temenos. Dass die Aktie mehr als vier Mal so viel wert ist als vor zehn Jahren, entspricht der sehr erfolgreichen Geschäftsentwicklung. 

9. Eine Firma kann fast 100 Prozent Wert verlieren

Auf der anderen Seite hat es das Biotechunternehmen Relief Therapeutics geschafft, seinen vor zehn Jahren bestehenden Börsenwert auf fast Null sinken zu lassen.

Der Aktienpreis bewegt sich in den Niederungen von Zehntels-Rappen. Das Unternehmen, das vor seinen diversen Metamorphosen Mondobiotech und dann Therametrics hiess, hat derzeit weder einen Unternehmens- noch einen Finanzchef. Die Forschungsinhalte für ein Mittel, das gegen eine spezifische Erkrankung der Lunge eingesetzt wird, sollen offenbar verkauft werden. 

10. Viktor Vekselberg hat ein Faible für «Penny Stocks»

Aber noch eines fällt auf: Unter den schlechtesten Aktien des Jahrzehnts finden sich auch Schmolz+Bickenbach sowie Züblin. Bei beiden Unternehmen wurde der russischstämmige Grossfinancier Viktor Vekselberg zum dominierenden Aktionär. Über dessen Engagement bei so genannten Penny Stocks - also Aktien, die weniger als ein Rappen wert sind - ist über die Jahre viel geschrieben worden. Bei Schmolz+Bickenbach wird er nach einem heftigen Aktionärszwist dieses Jahr allerdings Einfluss verlieren. 

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Von wegen Heiratsstrafe!

Von wegen Heiratsstrafe!

Unter dem Schlagwort «Heiratsstrafe» wird oft kritisiert, dass Verheiratete steuerlich schlechter gestellt wären. Dabei geht oft vergessen, dass Ehepaare erhebliche Vorteile haben - was die AHV Milliarden kostet.

22.12.2019 15:00

Von Claude Chatelain

Scheininvalide, Ökoterror, Dichtestress, erweiterter Selbstmord, Inländervorrang light – es sind dies Begriffe, die einst zum "Unwort des Jahres" gekürt worden sind. In dieser Liste fehlt mir "Heiratsstrafe".

Ich komme auf dieses Thema zurück, weil sich National- und Ständerat in der zurückliegenden Sessionswoche einmal mehr mit dieser Thematik befassten. Der Bundesrat machte einen Vorschlag, wie die steuerliche Benachteiligung von Verheirateten zu beseitigen wäre. Der Ständerat wies den Vorschlag schon in der Herbstsession zurück, und der Nationalrat folgte ihm am Mittwoch. Und weil nun viele Jahre ins Land ziehen, ehe ein neuer Vorschlag auf dem Tisch liegen wird, verlangen die CVP-Ständeräte eine Übergangslösung, indem der Sozialabzug und der Zweiverdienerabzug für Ehepaare erhöht wird. Die Motion fand am Dienstag keine Mehrheit.

Die «Heiratsstrafe» ist in aller Munde

Gemäss der Mediendatenbank fand das Wort Heiratsstrafe in den letzten zwölf Monaten über 1400-mal Erwähnung. Vom Heiratsbonus war nur 90-mal die Rede. Ich schliesse daraus, dass männiglich über die Heiratsstrafe Bescheid weiss, über den Heiratsbonus hingegen kaum. Ich leiste hier meinen Beitrag, um dies zu korrigieren.

Als Heiratsstrafe bezeichnet die CVP jenes Phänomen, dass Ehepaare mehr Steuern zahlen als Konkubinatspaare. 700'000 Ehepaare sollen davon betroffen sein, sofern die Statistiker diesmal richtig gezählt haben. Die zweite "Strafe" gibts bei der AHV: Bei Ehepaaren darf die Summe beider Einzelrenten nicht höher sein als 150 Prozent einer Maximalrente. Man nennt dies Plafonierung.

Kommen wir also zum Heiratsbonus: Es wird gerne unterschlagen, dass Verheiratete ein Beitragsprivileg haben. Sie sind von der Beitragspflicht befreit, wenn der eine Partner AHV-Beiträge bezahlt, ohne dass dadurch die Leistungen gekürzt würden. Für die AHV gibt es dadurch Mindereinnahmen von 200 Millionen Franken.

Deutlich stärker fallen Witwen- und Witwerrenten ins Gewicht. Sie schlagen mit jährlich 1,7 Milliarden Franken zu Buche. Nur ein Teil dieser Renten ist gerechtfertigt. Das ist aber eine andere Geschichte.

Zuschlag für Witwer

Dann gibt es auch noch einen Verwitwetenzuschlag, der die AHV-Rechnung um weitere 1,2 Milliarden Franken belastet. Das geht so: Stirbt der Ehepartner, wird die Plafonierung der Rente rückgängig gemacht, und der überlebende Teil erhält auf die Einzelrente einen Verwitwetenzuschlag von 20 Prozent. Einzelrente plus Zuschlag dürfen jedoch die Maximalrente von 2370 Franken nicht übersteigen.

Schliesslich gibts auch bei den Steuern einen verlockenden Heiratsbonus: Nicht bei der Einkommens-, aber bei der Erbschaftssteuer. Frauen und Männer zahlen auf dem Erbe ihres Ehepartners keine Erbschaftssteuer, Konkubinatspartner hingegen schon. Ausser im Kanton Schwyz.

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Starker Franken: Die weltweit

Starker Franken: Die weltweit teuersten und die günstigsten Länder für Schweizer

2019 haben nur wenige Währungen zum Schweizer Franken aufgewertet. Dafür gab es um so mehr Länder, die für Schweizer spürbar billiger geworden sind. Die cash-Auswertung.

27.12.2019 06:23

Von Marc Forster

Die Weihnachts- und Neujahrsferien sind wohl schon gebucht. Wer dieser Tage oder demnächst ins Ausland reisen will, kann sich allerdings einen Währungsvorteil zunutze machen. Dafür sollte sich nur nicht für einen mittelamerikanischen Stand, die Weiten Nordamerikas oder einen Trip auf die Insel entscheiden.

Denn die Währungen Mexikos, Kanadas und des Vereinigten Königreichs haben sich zum Franken 2019 am meisten verteuert. Speziell das britische Pfund dürfte auch 2020 – zumindest was die Dynamik betrifft – eine bewegte Währung bleiben.

Nach dem Wahlsieg der Konservativen Partei herrscht nun grössere Klarheit über den Brexit-Kurs und es dürfte wieder mehr Geld nach Grossbritannien fliessen. Denkbar ist auch, dass die Bank von England ernsthaft über Zinserhöhungen diskutieren wird. Sterling wird somit ansteigen, was aber auch heisst: Eine Städtereise nach London oder Wanderungen im schottischen Hochland werden wieder teurer.

Währungen, die zum Franken aufgewertet haben

Währung Wechselkurs-Kürzel Veränderung
seit 31.12.2018
Peso (Mexiko) MXN/CHF +3,58 Prozent
Kanada-Dollar CAD/CHF +3,41 Prozent
Pfund Sterling (GB) GPB/CHF +1,95 Prozent
Neuer Taiwan-Dollar TWD/CHF +1,5 Prozent
Rand (Südafrika) ZAR/CHF +1,04 Prozent
Singapur-Dollar SGD/CHF +0,25 Prozent

Daten: Bloomberg / Stand: 20.12.2019

Wie stark die Währung Franken ist, zeigt sich daran, dass gemäss Auflistung von Bloomberg nur sechs Währungen zum Franken stärker geworden sind. Neben Mexiko, Kanada und Grossbritannien sind es noch die Währungen von Taiwan, Südafrika und Singapur. Diese Länder schafften es, gegenüber dem "sicheren Hafen" Franken für internationale Investoren noch eine gewisse Attraktivität zu wahren.

Gerade die Schwellenland-Aktien sind aber auch zinsabhängig. Höhere Zinsen, vor allem in den USA, wären schlecht für diese Länder, die so gierig am billigen Geld hängen. Gut für sie, dass die Fed 2019 wieder in Richtung Zinssenkungen geschwenkt ist.

Währungen, zu denen der Franken am meisten aufgewertet hat

Währung Wechselkurs-Kürzel Veränderung 
seit 31.12.2018
Schwedenkrone SEK/CHF -5,78 Prozent
Real (Brasilien) BRL/CHF -4,97 Prozent
Won (Südkorea) KRW/CHF -4,10 Prozent
Norwegische Krone NOK/CHF -3,79 Prozent
Dänenkrone DKK/CHF -3,22 Prozent
Euro EUR/CHF -3,16 Prozent
Austral-Dollar AUD/CHF -2,41 Prozent
Neuseeland-Dollar NZD/CHF -1,95 Prozent
US-Dollar USD/CHF -0,28 Prozent
Yen (Japan) JPY/CHF -0,02 Prozent

Deutlich günstiger als vor einem Jahr ist die Währung Schwedens zum Franken. Schweden ist wie die Schweiz stark vom Export abhängig. Und auch wie die Schweiz kannte man in jenem skandinavischen Land einen Negativzins, der von der Reichsbank vergangene Woche allerdings aufgehoben worden ist.

Nur: Die Schwedenkrone gilt nicht wie der Franken als sicherer Hafen. Dies erklärt schon einiges davon, dass diese nordische Währung derzeit gegenüber dem Franken so schwach ist. Die Ankündigung der Rücknahme der Negativzinsen, die schon im Oktober erfolgte, hat die Schwedenkrone auf der anderen Seite auch schon wieder aufwerten lassen. Während eine Krone derzeit 10,43 Franken wert ist, waren es Anfang Oktober nur 9,97 Franken gewesen.

Der meistbeachtete Währungschart der Schweiz ist Euro zu Franken: Hier die Entwicklung seit Anfang 2019 (Grafik: cash.ch). 

Auch der Euro war Anfang Jahr noch stärker zum Franken. Das Währungspaar stand bei 1 zu 1,1268, als das Jahr anfing und erreichte im September ein Tiefststand bei 1,0811. Seitdem turnt der Kurs unter der 1,10er Linie herum. Pictet-Stratege Anastassios Frangulidis sagte vor zwei Wochen zu cash.ch, dass der faire Wert eher bei 1,04 liege.

Das heisst: Der Franken bleibt stark unter Aufwertungsdruck. Das ist gut für Europa-Ferien, problematisch für den Schweizer Export und bleibt eine Herausforderung für die Nationalbank.

Nie weit von der Parität entfernt war der Dollar zum Franken. 2019 ist die US-Währung zwischen 1,0237 und 0,9659 hin- und hergeschwankt. Auch 2020 dürfte der Dollar nicht gross ausbrechen: Gewisse Unsicherheiten bestehen zwar wegen der Präsidentenwahl im November, aber da die Fed den Leitzins gesenkt hat und 2020 wohl stillhalten wird, besteht weniger Zinsvorteil für die USA. Wenn, wird sich der Dollar laut Experten eher etwas abschwächen. 

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Schweizer Eierproduktion

Schweizer Eierproduktion dürfte erstmals Milliardengrenze knacken

Das landwirtschaftliche Jahr 2019 dürfte den Eierproduzenten einen Rekord bescheren: die Marke von einer Milliarde Eier wird wohl geknackt. Dafür setzte die marmorierte Baumwanze dem Obst- und Gemüsebau zu. Und die Honigernte war noch nie so schlecht wie 2019.

27.12.2019 07:03

Bis Ende Oktober hatten die Hennen in Schweizer Ställen 2,8 Prozent mehr Eier gelegt als im Vorjahr, wie den Statistiken der Stiftung Aviforum zur Förderung der Schweizerischen Geflügelproduktion und -haltung zu entnehmen ist. Vor allem im Sommer wurden deutlich mehr Eier produziert. Und in den Läden gab es Aktionen auf Eier und Eierprodukte.

Die grossen Eier-Spitzenzeiten bleiben jedoch Ostern und die Weihnachtstage. Der Markt konnte vollständig mit Eiern aus konventionellen Betrieben abgedeckt werden, ausser bei den Bio-Eiern, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) mitteilte.

Überhaupt bevorzugen die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten Schweizer Geflügel. Bis im September wurden je ein Prozent mehr Poulets und Truthähne produziert als in der gleichen Periode des Vorjahres. Rückläufig war dagegen die Produktion von Rind- und Kalbfleisch.

Baumwanze führte zu Ernteausfällen

Weniger erfreulich präsentiert sich die Bilanz für die Obst- und Gemüseproduzenten. Die Marmorierte Baumwanze setzte den Kulturen zu, die Einbussen beim Obst betragen bis 20 Prozent (2018: 10 Prozent). Auch in den Gemüsetunneln, aber auch auf dem Freiland, setzte der Schädling den Kulturen zu. Derzeit werden Gegenmassnahmen studiert.

Auch für den Raps war der Sommer anspruchsvoll. Mit 68'000 Tonnen fiel die Ernte deutlich geringer aus als das maximale Kontingent von 93'500 Tonnen. Neben hohem Schädlingsdruck machten den Rapsbauern auch die Folgen des Frostes im Frühling einen Strich durch die Rechnung.

Es habe zwar zwei längere Hitzeperioden gegeben im Sommer, bilanziert Agir. Im Gegensatz zu 2018 habe es jedoch in verschiedenen Regionen ausreichend geregnet. Für das Getreide zum Beispiel war das Klima im Sommer optimal.

Tiefpunkt in der Honigproduktion

Für die Gemüsebauern lief es weniger gut. Nach einem guten Start in die Saison ging die Produktion zurück, weil nach ausgiebigen Regenfällen Hitzewellen folgten. So fiel etwa die Kartoffelernte um 33'000 Tonnen geringer aus als 2018.

Die grössten Verlierer waren 2019 jedoch die Imker. Die Honigernte war mit 13 Kilogramm pro Bienenvolk noch nie so schlecht in der Schweiz. 2018 waren es noch satte 10 Kilogramm mehr pro Volk. Auf das Resultat drückte vor allem die sehr schlechte Ernte im Frühling. Der kalte Mai führte dazu, dass die Bienen ihre Honig-Reserven anzapfen mussten, damit die Völker überlebten.

(AWP)

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Alle drei führenden US

Alle drei führenden US-Indices schliessen mit neuen Rekorden

Optimismus im Handelsstreit USA gegen China und robuste Online-Umsätze im US-Weihnachtsgeschäft haben den Technologie-Index Nasdaq an der Wall Street erstmals über 9000 Punkte gehievt.

26.12.2019 22:50

Auch die anderen beiden zentralen Indizes, der Dow Jones und der S&P 500, schlossen mit Rekordständen. Der Dow Jones gewann dabei 0,4 Prozent auf 28.621 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,8 Prozent auf 9022 Punkte vor und der breit gefasste S&P 500 legte 0,5 Prozent auf 3240 Punkte zu. In Frankfurt wurde nicht gehandelt.

Im Nasdaq-Index glänzte vor allem Amazon mit einem Kursplus von 4,4 Prozent. Der Online-Händler profitierte von einer Mitteilung des Finanzkonzerns Mastercard, wonach die Verbraucher im Weihnachtsgeschäft mehr Geld für Einkäufe via Internet ausgegeben haben und der Umsatz im Bereich E-Commerce auf ein Rekordhoch stieg.

"Die wichtigste Sache ist, dass die Online-Umsätze deutlich stärker als erwartet zugelegt haben", sagte John Conlon, Aktien-Experte bei People's United Advisors. "In den Ladengeschäften lief es hingegen weniger gut als gedacht. Damit hat uns der Online-Umsatz, und hierbei grundsätzlich Amazon, den Tag gerettet."

Der Optimismus im Handelsstreit wurde getragen von Aussagen aus dem chinesischen Handelsministerium, wonach man kurz vor der Unterzeichnung eines ersten Teilabkommens mit den USA stehe. Es gehe nur noch um Formalien, hatte ein Sprecher des Ministeriums erklärt.

Mega-Kurszielerhöhung hilft Tesla

Beobachter gehen davon aus, dass das Teilabkommen Anfang Januar unterschrieben wird. Die erwartete Teil-Einigung, eine lockere Geldpolitik der US-Notenbank und robuste US-Wirtschaftsdaten hatten die Wall Street schon zuletzt auf Rekordhöhen getrieben. Der S&P-Index hat in diesem Jahr bereits um 29 Prozent zugelegt.

Zu den Gewinnern gehörten am Donnerstag auch Tesla, die 1,3 Prozent auf 430,94 Dollar zulegten. Das Analysehaus Wedbush hatte ihr Kursziel für die Papiere von 270 auf 370 Dollar angehoben.

Qiagen-Aktien sackten indes um 20,6 Prozent ab. Das auch im Mdax notierte Biotech-Unternehmen aus den Niederlanden hatte am Dienstagabend mitgeteilt, nun doch eigenständig bleiben zu wollen. Gespräche mit möglichen Übernahme-Interessenten würden beendet. 

(Reuters)

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US-Investoren reduzieren ihre

US-Investoren reduzieren ihre Positionen in Schweizer Aktien

Der von US-Investoren gehaltene Anteil an Schweizer Blue Chips sank 2019 von 46 auf 40 Prozent. Schweizer Anleger holen kräftig auf.

29.12.2019 07:14

Von Erich Gerbl

Bei Novartis haben die Schweizer von den Amerikanern die Poleposition übernommen.

Amerikanische Investoren wie BlackRock und Vanguard sind bei den börsenkotierten Schweizer Firmen seit geraumer Zeit die dominierende Kraft. Doch 2019 ging ihr Einfluss zurück und noch dazu sehr deutlich. Wurden Ende 2018 noch 45,9 Prozent des Schweizer Leitindex SMI von US-Fondsgesellschaften wie BlackRock gehalten, fiel ihr Anteil Ende des Jahres (per 11. Dezember) auf weniger als 40 Prozent zurück. Die Berechnungen sind um Aussteiger Julius Bär und Nachfolger Alcon bereinigt, basieren auf Bloomberg-Daten und umfassen nur meldepflichtige Investoren.

Besonders deutlich wird der Bedeutungsverlust der Amerikaner beim grössten Schwergewicht Nestlé. Hier sank der US-Anteil am Aktionariat von 64,4 auf 50 Prozent. Eingesprungen sind vor allem Investoren aus Europa und vor allem aus der Schweiz. UBS und Co. haben ihren Anteil in derselben Zeit um mehr als 7 Prozentpunkte ausgebaut.

Kein schlechtes Geschäft. Die Nestlé-Aktie zählt dieses Jahr zu den grössten Gewinnern. Der von Mark Schneider geführte Nahrungsmittelriese war 2019 nicht nur wegen der laufenden Umstrukturierung, sondern auch wegen der hohen und stabilen Dividenden als Obligationenersatz gefragt.

Hintergrund sind die Negativzinsen

Besonders gross ist die Anziehungskraft in Regionen, in denen die Zinsen negativ sind, wie der Schweiz und der gesamten Eurozone. Weniger attraktiv wirken Nestlés Dividenden in den USA, wo für 10-jährige Staatsanleihen immerhin noch eine Rendite von 1,8 Prozent zu erhalten ist. Darin könnte die Erklärung für die schwindende Präsenz der Amerikaner auf dem Schweizer Markt liegen.

So ist es auch nachvollziehbar, dass der Anteil der US-Investoren beim Dividendenwert Novartis unter CEO Vas Narasimhan dieses Jahr um 4,4 Prozentpunkte schrumpfte. Schweizer Investoren haben ihren Anteil um 4,7 Prozent ausgebaut und die US-Investoren erstmals seit Mitte 2017 wieder auf den zweiten Platz verwiesen.

Auch bei Dividendenwerten wie Swiss Life und Zurich Insurance zogen sich US-Anleger ein Stück weit zurück. Bei Swiss Life, geleitet von Patrick Frost, bauten Schweizer Grossanleger ihr Engagement um 5,4 Prozentpunkte aus und holten so stark auf die Konkurrenten aus Übersee auf. Ähnlich das Bild bei Schweizer Banken. Bei der UBS ging der US-Anteil mit 7,6 Prozent sehr deutlich zurück. Im Gegenzug legte der Anteil der Schweizer Gesellschaften an der UBS um 7,2 Prozent auf 21,5 Prozent zu.

Mehr US-Anleger bei Swatch

Genau in die andere Richtung ging es bei Swatch. Beim Uhrenbauer vergrösserten US-Anleger ihre Position um fast 14 Prozent. Der Anteil der Schweizer Anleger ging beim Uhrenhersteller um 7,5 Prozent zurück. Die Schweizer Investoren sind jetzt als zweitstärkste Nation hinter den USA weit abgeschlagen. Da Swatch in diesem Jahr zu den Aktien mit der schlechtesten Performance zählt, dürften die Schweizer Investoren über den Rückzug nicht unglücklich sein.

https://www.cash.ch/news/top-news/machtverlust-us-investoren-reduzieren-ihre-positionen-schweizer-aktien-1454500

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Sommaruga will 1,3 Milliarden

Sommaruga will 1,3 Milliarden Franken mehr in Bahnunterhalt stecken

Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga (SP) will in den nächsten Jahren über eine Milliarde Franken zusätzlich in den Unterhalt der Bahnen stecken. Die Bundesrätin verspricht sich von der Investition ein stabileres Zugnetz mit weniger Ausfällen und mehr Sicherheit.

29.12.2019 09:02

Sommaruga beantragt laut einem Interview mit der "SonntagsZeitung" dem Bundesrat im kommenden Frühling, den Zahlungsrahmen für die Jahre 2021 bis 2024 zu erhöhen, auf die Grössenordnung von 14,5 Milliarden Franken. Das sind rund 1,3 Milliarden mehr als bisher.

Die Passagiere würden profitieren, wenn Gleise, Tunnel, Brücken, Perrons und Fahrleitungen gut instand gehalten würden, erklärte die neugewählte Bundespräsidentin. Das schaffe Sicherheit und sei Voraussetzung dafür, dass das Bahnnetz stabil bleibe und funktioniere. "Wir sehen in anderen Ländern, was passiert, wenn sich der Staat zurückzieht und der Unterhalt vernachlässigt wird. Das Tempo muss reduziert werden, Züge fallen aus, die Bahnkunden fühlen sich vernachlässigt."

Das Geld für den zusätzlichen Unterhalt ist laut Sommaruga dank des Bahninfrastrukturfonds grundsätzlich vorhanden. Die Einlagen stammen aus dem allgemeinen Bundeshaushalt, den Mineralölsteuern und Kantonsbeiträgen.

Mehr Baustellen

Mehr Unterhalt wird den Angaben der Verkehrsministerin zufolge vorübergehend zu mehr Baustellen auf dem Bahnnetz führen. Unterhaltsarbeiten könnten aber zum Teil nachts ausgeführt werden, wenn weniger Züge unterwegs seien.

Bundesrat und Parlament wollen das Schienennetz in den kommenden Jahren für rund 13 Milliarden Franken ausbauen. Der Beschluss über den Ausbauschritt 2035 tritt Anfang 2020 in Kraft. Damit kann unter anderem das Angebot im Fern- und S-Bahn-Verkehr verdichtet werden. Zudem sind Ausbauten bei Privatbahnen sowie Express-Verbindungen für den Güterverkehr geplant.

Neue Haltestellen

Zu den Ausbauprojekten gehören eine Direktverbindung Neuenburg-La-Chaux-de-Fonds, der Brüttenertunnel, der Zimmerberg-Basistunnel II, der Ausbau des Lötschberg-Basistunnels, Ausbauten zwischen Yverdon, Lausanne und Genf sowie für den Raum Ostschweiz und den Knoten St. Gallen. Zudem werden verschiedene Bahnhöfe modernisiert und neue Haltestellen gebaut.

Die Finanzierung erfolgt ebenfalls über den Bahninfrastrukturfonds. Bei diesem will der Gesamtbundesrat sparen. Die Einlagen sollen künftig langsamer wachsen und nicht mehr der Teuerung sondern der Entwicklung des realen Bruttoinlandprodukts und des Landesindexes der Konsumentenpreise angepasst werden. Die Regierung will damit den Staatshaushalt je nach Entwicklung innerhalb von zehn Jahren um mehr als 100 Millionen Franken entlasten, wie der Bundesrat zu der Mitte Dezember zu Ende gegangen Vernehmlassung schrieb.

(AWP)

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Die Tops, die Flops und die

Die Tops, die Flops und die Überraschungen des Schweizer Börsenjahres

Im Rekordmarkt haben viele Aktien hohe Kursgewinne erreicht: Wer am besten performt hat, wer am ärgsten unter die Räder kam und wer am meisten überraschte.

30.12.2019 22:05

Von Marc Forster

Ganz klar ist: 2019 haben sich sehr viele Schweizer Aktienkurse aus dem tiefen Tal hochentwickelt, in das der Markt in der zweiten Hälfte 2018 gefallen war. Eine Superperformance gerade bei den Blue Chips erklärt sich durchaus auch damit, dass viele Titel im Januar vor einer tiefen Basis gestartet sind. 

Während die Jahresperformance vielen geduldigen Anlegerinnen und Anlegern satte Gewinne gebacht hat, erklärt diese Kursentwicklung seit 1. Januar noch nicht allein, ob sich eine Aktie weiter als Investment eignet.

cash.ch geht der Frage nach, wie viel Potential diese Tops und Flops im SMI (siehe Tabelle) und am breiten Markt (siehe Tabelle) haben. Wir befassen uns aber auch mit den Überraschungen: Denn diese sagen häufig am meisten darüber aus, was ein Aktienjahr geprägt hat. 

SMI – die Tops

Sika (+47 Prozent): An die Spitze des SMI-Rankings schafft es eine absolute Lieblingsaktie. Sika, Bauchemiespezialist auf allen sieben Kontinenten, ist in Sachen Innovation, erfolgreiche Geschäftsführung und Effizienz wenig vorzumachen. Für die mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 36 (Bloomberg) anspruchsvoll bewertete Aktie wird die Luft etwas dünner werden. Es empfiehlt sich deswegen, Sika nächstes Jahr erst einmal zu beobachten. Stimmen die Gewinne weiter, sollte man aber kaufen.

Lonza (+39,7 Prozent): Auch aus der Pharma- und Gesundheitsbrache läuft Lonza meist noch besser als Roche und Novartis. So auch 2019. Der Life-Science-Konzern ist allerdings etwas durchgeschüttelt worden: Mit Richard Ridinger und Marc Funk sind im Lauf des Jahres zwei CEOs zurückgetreten. Der Aktienpreis stagniert seit September. Im Falle der sehr erfolgreichen Lonza heisst dies: Der Kurs wird seine Fahrt nach oben mit der Zeit wiederaufnehmen.

SMI – die Überraschungen

Geberit (+42,8 Prozent): Der Zykliker findet sich selten ganz oben in der Rangliste. Diesmal erreicht Geberit im SMI Platz 2. 2019 sollte an sich kein gutes Jahr für Bauzulieferer wie den Sanitärtechniker werden. Doch diese Aktien sind europaweit top. Geberit ist zu etwa 90 Prozent von europäischen Märkten abhängig und profitierte von der weiter starken Bautätigkeit und der besser als erwartet gelaufenen Konjunkturentwicklung. 2020 dürfte die Bauindustrie weiter moderat zulegen, womit Geberit einem Sektor zugehört, der gegenüber anderen zyklischen Bereichen im Vorteil ist.

ABB (+25,7 Prozent): Es tut sich etwas beim Elektrotechnik- und Automationsgiganten schweizerisch-schwedischer Herkunft. Die Märkte begrüssten den Verkauf der Stromsparte sowie den abrupten Abgang von CEO Ulrich Spiesshofer im April. Mit dem neuen CEO Björn Rosengren, der im Marz 2020 antreten wird, wird das 146'000 Mitarbeiter umfassende Unternehmen gestrafft. Dass die ABB-Aktie seit Oktober deutlich über 20 Franken tendiert, ist ein gutes Zeichen. Wie das Beispiel LafargeHolcim unter Jan Jenisch gezeigt hat, kann ein Aktienkurs durchaus profitieren, wenn ein Chef entschieden durchgreift.

Credit Suisse (+22 Prozent): Nein, die Affaire um die Beschattung von Ex-Vermögensverwaltungschef Iqbal Khan hat der Aktie nicht nachhaltig zugesetzt. Die CS legte an der Börse dieses Jahr um knapp 25 Prozent zu (und lässt Konkurrentin UBS im Schatten stehen). Die CS ist immer noch ein Turnaround-Fall, und schrittweise Erfolge auf diesem Weg honoriert der Aktienmarkt. Ob dies nun endlich für einen Kursaufschwung 2020 ausreicht, ist fraglich. Immer noch sind die Kosten hoch und die Investmentbank ein Risiko. Zum "zocken" eignet sich die CS-Aktie aber weiterhin.

SMI – die Flops

Swatch (-5,6 Prozent): Von wirklichen Flops kann man nicht reden, wenn nur eine SMI-Aktie unter Null performt hat: Der Uhrenkonzern kommt auf ein Jahresminus von 4,5 Prozent. Gerade weil der Handelskrieg und die Hongkong-Unruhen – beides politische Krisen, die eines Tages abebben sollten – die Aktie so unter Druck setzen, ist Swatch an sich das ideale Contrarian-Investment. Nur, die Polit-Lage ist noch sehr unsicher. Zudem plagen auch einige hausgemachte Probleme das Unternehmen. Gerade jetzt zugreifen ist zu früh.

UBS (+0,2 Prozent): Die UBS-Aktie kostet Ende 2019 nicht mehr als Ende 2018, aber auch nicht mehr als 2008. Das sagt schon fast alles aus über das fehlende Börsenglück der Nummer Eins der Schweizer Banken. In allen Ansätzen ist das UBS-Geschäftsmodell als grösster Vermögensverwalter der Welt eigentlich gut. Nur sind die internen Kosten zu hoch und die Rechtsrisiken bedeutend. Fürs Day-Trading derweil ist die UBS-Aktie immer gut, ausserdem figuriert die UBS unter den besten Dividendenzahlern im Land (5,7 Prozent Rendite).

SMI 2019: Die Rangliste 

Aktie Performance
seit 1.1.2019
Aktie Performance
seit 1.1.2019
Sika +47 Prozent ABB +25,7 Prozent
Geberit +42,8 Prozent Novartis +24,8 Prozent
Lonza +39,7 Prozent Credit Suisse +22 Prozent
Zurich +36,4 Prozent Swiss Re +21,3 Prozent
Adecco +34,1 Prozent Richemont +21,3 Prozent
Givaudan +33,6 Prozent SGS +20,4 Prozent
LafargeHolcim +33 Prozent Swisscom +9,7 Prozent
Nestlé +32,5 Prozent UBS +0,2 Prozent
Roche +29,5 Prozent Swatch  -5,6 Prozent
Swiss Life +28,8 Prozent Alcon -

Daten: cash.ch/Stand: Montag 30. Dezember, 14.35 Uhr /*Kotiert seit 9.4.2019

SPI – die Tops

LM Group (+167,4 Prozent): Mit gut 45 Franken kostet die Aktie des Online-Reiseanbieters etwa wieder so viel wie beim Börsengang, den das Unternehmen 2014 noch unter dem  Namen Bravofly Rumbo durchführte. 2019 profitierte die Aktie davon, dass das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreibt. Auch die Pleite von Thomas Cook zeigte sich eher als Vorteil. Die LM Group, die auch noch unter ihrem zwischenzeitlichen Namen Lastminute.com bekannt ist, scheint nun gut zu wachsen. Auf weitere starke Kursgewinne des wenig bekannten Unternehmens zu hoffen, ist dennoch mutig.

Perrot Duval (+154,7 Prozent): Über das ganze Jahr hat sich dieses kleinkapitalisierte Genfer Industrieunternehmen an der Spitze der Kurstabellen gehalten. Aber warum steigt ein Kurs um mehr als 150 Prozent? Antwort: Ein dünner Handel, geringer Free Float (unter 50 Prozent) und eine Erfolgsmeldung. Der Verkauf des Firmenteils Infranor für Industrieautomatisierung nach China liess den Kurs im Mai innert weniger Tage um fast die Hälfte nach oben schiessen. Zum Anlegen empfohlen wird Perrot Duval nicht.

SPI – die Überraschungen

Landis+Gyr (+85,5 Prozent): Nach dem Börsengang 2017 für Anleger nur ein Ärgernis, hat sich der Kurs seit genau Anfang 2019 kontinuierlich nach oben bewegt und steht heute bei gut 100 Franken deutlich über dem Niveau zur Zeit des Börsengangs. Der Spezialist für Stromzähler und Automatisierung ist an der Börse von seiner starken Marktstellung und deutlich gesteigerten Gewinnen angeschoben worden. Es ist zwar mutig, von einen weiteren Anstieg über 100 Franken auszugehen. Landis+Gyr hat sich aber so gut geschlagen, dass man auf die neue Stärke des Unternehmens durchaus bauen kann. 

Gurit (+68,8 Prozent): Der Spezialist für hoch leistungsfähige Kunststoffe hat an der Börse derart zugelegt, dass der Kurs nur noch etwa 20 Prozent von seinem Rekordstand vor der Finanzkrise entfernt ist. Zwischenzeitlich galt Gurit als sehr schwieriges Investment. Gute Geschäfte mit Rotorblättern für die Windenergiegewinnung und sinnvolle Zukäufe haben der Aktie 2019 nun aber massiv Schub gegeben. Die Windenenergie dürfte auch 2020 gut laufen. Bei einem KGV von 22 ist mit weiteren Engagements aber eine gewisse Vorsicht geboten.

Klingelnberg (-36,2 Prozent): Dass es die vor erst eineinhalb Jahren kotierte Industriegruppe an der Börse nicht leicht haben würde, war bekannt. Aber ein fast kontinuierlicher Kursabstieg und eine Platzierung als siebtschlechteste Aktie überrascht doch etwas. Der Werkzeugmaschinenhersteller ist ein seinem Segment führend, solide finanziert und ausserdem ein guter Dividenenzahler (Rendite fast 4 Prozent). Die Abhängigkeit von der Autoindustrie, nach unten korrigierte Schätzungen und ein derzeit schwer vorhersagbares Geschäft haben die Klingelnberg-Aktie einbrechen lassen. Seit dem IPO sind es gut 50 Prozent Kursrückgang. Einsteigen ist erst ein Thema, wenn die Prognosen wieder konkreter sind.

SPI – die Flops

GAM (-27,9 Prozent): Vor allem die zweite Jahreshälfte war kursmässig für GAM gar nicht gut. Schon 2018 war der Kurs des Fondhauses um 75 Prozent eingebrochen. Verluste, Geldabflüsse, Nachwehen einer Affaire um einen suspendierten Fondsmanger, Aktionärstreit und Zwistigkeiten mit der Börsenaufsicht: GAM kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Nun sollen aus Kostengründen 40 Prozent der Stellen abgebaut werden. Doch die Lage bleibt unberechenbar. Der Aktie täte wohl eine Übernahme gut. Darüber wird viel spekuliert, aber konkrete Käufer zeichnen sich nicht ab.

Polyphor (-56,8 Prozent): An einem einzigen Tag im Mai halbierte sich der Kurs der Aktie auf 13 Franken. Das Pharmaforschungsunternehmen hat keine fertigen Produkte am Markt. Für Murapavadin, ein Mittel gegen im Krankenhaus erworbene Lungenentzündungen, musste die Patientenrekrutierung eingestellt werden.

So ein Schicksal kann jede Biotechfirma ereilen und hat oft katastrophale Auswirkungen auf den Kurs. Wegen solcher Ereignisse ist Biotech aber auch so ein faszinierendes wie auch spekulatives Investment: Mit Idorsia und Santhera sind zwei solcher Firmen unter den Top-Aktien, mit Relief Therapeutics, Obseva und Polyphor aber finden sich auch drei Beispiele unter den absoluten Minus-Performern.  

SPI: Beste und schlechteste Performer

Aktie Kursgewinn 
seit 1.1. 2019
Aktie Kursverlust
seit 1.1. 2019
lastminute.com (LM Group) +167,4 Prozent Relief Therapeutics -80,8 Prozent
Perrot Duval +154,7 Prozent Blackstone Res -73,8 Prozent
Edisun +93,2 Prozent Obseva -70,6 Prozent
VAT +89,6 Prozent Polyphor -56,8 Prozent
Idorsia +87,8 Prozent Schmolz+Bickenbach -47,9 Prozent
Landis+Gyr +85,5 Prozent Lumx -39,2 Prozent
Belimo +84,8 Prozent Meyer Burger -38,2 Prozent
Santhera +71,2 Prozent Klingelnberg -36,2 Prozent
Gurit +68,6 Prozent Von Roll -34,2 Prozent
AMS +67,2 Prozent Wisekey -29,9 Prozent
Vifor +66,6 Prozent Leclanché -29,5 Prozent
Comet +56,5 Prozent  GAM -27,9 Prozent

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

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