Schuldenkrise Asien

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China begrüsst Rücknahme des

China begrüsst Rücknahme des US-Vorwurfs der Währungsmanipulation

Chinas Regierung hat die Rücknahme des Vorwurfs der Währungsmanipulation durch die USA begrüsst. Der Sprecher des Aussenamtes, Geng Shuang, sagte am Dienstag vor der Presse in Peking, die Entscheidung decke sich mit den Tatsachen und dem Konsens der internationalen Gemeinschaft. Der Wechselkurs der chinesischen Währung liege auf einer Linie mit wirtschaftlichen Grundlagen.

14.01.2020 11:49

China habe wiederholt bekräftigt, den Yuan nicht abzuwerten, um sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen, betonte der Sprecher. Auch wolle Peking den Wechselkurs nicht als Werkzeug benutzen, um auf Handelsstreitigkeiten zu reagieren. China werde die Reform seines Wechselkurssystems fortsetzen, um den Yuan am Markt auszurichten und auf einem vernünftigen und ausgeglichenen Niveau zu halten.

Das US-Finanzministerium hatte vor der für Mittwoch geplanten Unterzeichnung des ersten Abkommens im Handelskrieg zwischen den USA und China ihren Vorwurf der Währungsmanipulation zurückgenommen. China habe sich überprüfbar dazu verpflichtet, seine Währung nicht mehr zu nutzen, um sich im internationalen Wettbewerb Vorteile zu verschaffen, hiess es am Montag in einem Bericht.

Die US-Regierung hatte China vorgeworfen, die Landeswährung Yuan gezielt abzuwerten, um damit seine Exportwirtschaft zu stärken. Der Konflikt hatte sich im August wegen des Handelskonflikts der beiden grössten Volkswirtschaften zugespitzt. Nach einer überraschenden Abwertung des Yuan bezichtigte US-Präsident Donald Trump China der Währungsmanipulation. Nach Ansicht der US-Regierung wollte Peking damit negative Effekte der US-Strafzölle ausgleichen./lw/DP/jha

(AWP)

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Chinas neue Seidenstrasse:

Chinas neue Seidenstrasse: Europäische Firmen kommen zu kurz

Chinas neue Seidenstrasse gilt als grösstes Infrastrukturprogramm der Welt - doch für europäische Firmen gestaltet sich die Teilnahme daran äusserst schwierig. Das geht aus einer Studie hervor, die die Europäische Handelskammer im Peking am Donnerstag vorlegte.

16.01.2020 06:39

Darin wird bemängelt, dass bei der Vergabe von Aufträgen grosse Intransparenz herrsche. Chinas Staatsfirmen würden ausländischen Konkurrenten gegenüber bevorzugt. Von 132 Firmen, die sich an der Befragung beteiligten, gaben lediglich zwei Mitglieder an, über reguläre Ausschreibungen von Projekten erfahren zu haben. Ansonsten sei man auf Regierungskontakte oder chinesische Partnerfirmen angewiesen. Lediglich 20 der befragten Firmen haben sich demnach bislang für Projekte beworben.

Bei dem gigantischen chinesischen Seidenstrassen-Vorhaben geht es um den Bau von Häfen, Strassen, Schienenstrecken und anderen Infrastrukturprojekten für neue Handelswege zwischen China und anderen Teilen der Welt.

Es mangele den EU-Firmen nicht an Fähigkeiten, die Projekte seien einfach nicht offen, sagte Kammerpräsident Jörg Wuttke anlässlich der Veröffentlichung der Studie: "Wir können hoch und runter hüpfen wie wir wollen, es gibt einfach keinen Eingang."

Laut der Studie führt die Seidenstrasse zu "neuen Herausforderungen", da vom chinesischen Staat unterstützte Firmen im Zuge der Initiative nicht mehr nur in China, sondern rund um die Welt zu Konkurrenten würden. Nachdem die Firmen zunächst über viele Jahre von der Abschottung des heimischen Marktes profitiert hätten, würden sie nun durch die neue Seidenstrasse erneut bevorzugt. Die Kammer forderte die EU auf darüber nachzudenken, wie sie diesen "Verzerrungen" begegnen könne.

International gibt es schon länger Kritik an der neuen Seidenstrasse. So wird gewarnt, dass arme Länder in eine Schuldenfalle und in politische Abhängigkeit von Peking geraten könnten./jpt/DP/zb

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Chinas Notenbank sieht Ende

Chinas Notenbank sieht Ende der Fahnenstange bei Förderung der Kreditvergabe

Chinas Zentralbank sieht nur noch begrenzten Spielraum für eine weitere Förderung der Kreditvergabe der Banken.

16.01.2020 09:53

Nachdem sie seit Anfang 2018 bereits acht Mal die Reserveanforderungen (RRR) der Geldhäuser gesenkt hat, sieht sie das jetzige Niveau nun als angemessen an, wie der Leiter der geldpolitischen Abteilung der Notenbank, Sun Guofeng, am Donnerstag mitteilte. Insbesondere für kleinere Firmen seien die Refinanzierungskosten gesunken.

Seit Anfang des Jahres liegen die Reserveanforderungen für die großen Banken bei nur noch 12,5 Prozent. Damit soll mehr Geld zur Kreditvergabe losgeeist werden. Die auch vom Handelskonflikt mit den USA geschwächte Wirtschaft des Schwellenlandes hat sich vom Turbowachstum früherer Jahres verabschiedet.

Der Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) kühlte sich im dritten Quartal auf sechs Prozent ab, das kleinste Plus seit fast 30 Jahren. Auch für die am Freitag anstehenden BIP-Zahlen für das vierte Quartal rechnen Experten mit diesem Wert. 

(Reuters)

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Chinas Wirtschaft wächst 2019

Chinas Wirtschaft wächst 2019 nur noch um 6,1 Prozent

Vor dem Hintergrund des Handelskonflikts mit den USA und einer allgemein schwächeren Konjunktur ist Chinas Wirtschaft 2019 so langsam wie seit fast 30 Jahren nicht mehr gewachsen. Nach 6,6 Prozent 2018 legte die zweitgrösste Volkswirtschaft im abgelaufenen Jahr nur noch um 6,1 Prozent zu, wie das Pekinger Statistikamt am Freitag mitteilte. Experten hatten mit einem Wachstum in dieser Grössenordnung gerechnet.

17.01.2020 06:48

Jedoch zeigte sich zum Jahresende eine leichte Stabilisierung. Wie schon im dritten Quartal verzeichnete Chinas Wirtschaft im Zeitraum von Oktober bis Dezember ein Plus von 6,0 Prozent. Im ersten Quartal waren 6,4 und im zweiten 6,2 Prozent erreicht worden.

Die etwas bessere Stimmung zum Jahresende dürfte laut Beobachtern auch mit der Entschärfung des Handelsstreit zwischen Peking und Washington zusammenhängen. US-Präsident Donald Trump hatten im Oktober eine Einigung über ein Teilabkommen verkündet, das in dieser Woche unterzeichnet wurde.

Das Abkommen sieht vor, dass sich beide Seiten nicht mehr mit zusätzlichen Strafzöllen überziehen. China hat sich zudem verpflichtet, seine Einfuhren aus den USA deutlich zu erhöhen.

Dass der Konflikt der alten Weltmacht und dem Aufsteiger China damit vorüber ist, glauben die meisten Beobachter jedoch nicht. Die Einigung verhindere vorerst zwar eine rasante Verschlechterung der Beziehungen. "Aber die zunehmende Rivalität zwischen den USA und China ist damit nicht ausgeräumt", sagte Max Zenglein vom China-Institut Merics in Berlin. Sie werde das Verhältnis auch künftig weit über Handelsfragen hinaus prägen. Mit einem schnellen, umfassenderen Folgeabkommen sei deshalb nicht zu rechnen. Unternehmen würden Schritte einleiten, um das politische Risiko in ihren globalen Lieferketten zu verringern.

Die Neuausrichtung der Wirtschaftsbeziehungen mit den USA bereitet der chinesischen Führung Kopfzerbrechen. Aber auch Daheim lauern Probleme, die gelöst werden wollen. Eine hohe Verschuldung belastet die Staatsfirmen. Gleichzeitig versucht die Regierung, das Land innovativer und produktiver zu machen.

"Die Umstellung auf ein nachhaltigeres Wachstumsmodell und die Bekämpfung der Risiken im Finanzsektor sind dringend notwendig, drücken aber auch das Wirtschaftswachstum", so Experte Zenglein.

Chinas Wachstum ist so langsam wie seit 1990 nicht mehr. Im internationalen Vergleich sind 6,1 Prozent Wachstum zwar weiter viel. Experten verweisen aber darauf, dass China als Schwellenland grossen Nachholbedarf habe, den Schwung erhalten und Arbeitsplätze schaffen müsse.

Immer wieder wird auch auf den Widerspruch zwischen der wachsenden staatlichen Kontrolle und der Notwendigkeit verwiesen, ein dezentrales und verbrauchergetriebenes Wirtschaftssystem zu schaffen, um nachhaltiges Wachstum zu erreichen.

Stützungsmassnahmen haben 2019 schon dazu beigetragen, die chinesische Wirtschaft zu stabilisieren. Das wird sich auch 2020 nicht ändern. Schliesslich gilt es für Peking, in diesem Jahr ein wichtigstes Langzeitziel zu erreichen. Die Wirtschaftsleistung und das Einkommen der Chinesen soll bis Ende 2020 im Vergleich zu vor zehn Jahren verdoppelt werden.

Vor allem steht aber 2021 das 100. Jubiläum der Kommunistischen Partei an, da soll Chinas Stärke zelebriert werden. "Infolgedessen wird die Regierung einer sich verlangsamenden Wirtschaft noch mehr Aufmerksamkeit schenken", glaubt Zenglein./jpt/DP/zb

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China korrigiert Wachstum -

China korrigiert Wachstum - Verdoppelung der Wirtschaft rückt näher

China kommt dem erklärten Ziel einer Verdoppelung seiner Wirtschaftsleistung von 2010 bis 2020 durch eine Korrektur älterer Konjunkturdaten näher. Von 2014 bis 2018 wuchs das Bruttoinlandsprodukt jedes Jahr um 0,1 Prozentpunkte stärker als bislang ausgewiesen, geht aus einer Veröffentlichung des Statistikamtes in Peking hervor.

20.01.2020 12:11

Damit reicht im laufenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 5,6 Prozent aus, um die angestrebte Verdopplung zu erreichen, ergaben Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters vom Montag.

"Wir glauben, dass diese Revision Peking eine gewisse Flexibilität bei der Festlegung des Wachstumsziels für 2020 gibt", schrieben die Analysten des Finanzhauses Nomura. Reuters-Informationen zufolge erwägt die Regierung, ihre Zielmarke für dieses Jahr auf rund sechs Prozent zu senken. 2019 waren 6,0 bis 6,5 Prozent ausgegeben worden - heraus kamen 6,1 Prozent, das kleinste Plus seit fast drei Jahrzehnten.

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Moody's senkt Rating für

Moody's senkt Rating für Hongkong

Die Ratingagentur Moody's stuft die Bonität Hongkongs aufgrund fehlender sozialpolitischer Pläne für die Bevölkerung herab.

21.01.2020 06:53

Die Ratingagentur Moody's hat die Bonität Hongkongs von "Aa2" um eine Stufe auf "Aa3" herabgestuft. Der chinesischen Sonderverwaltungszone "fehlen konkrete Pläne, um die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Bevölkerung Hongkongs anzugehen, die in den letzten neun Monaten in den Vordergrund getreten sind.

Dies könnte eine schwächere institutionelle Kapazität widerspiegeln, als Moody's es zuvor angenommen hatte", sagte die Agentur in einer Erklärung. Der Druck auf die Regierung durch die teils gewalttätigen Proteste der pro-demokratischen Bewegung untergrabe Hongkongs Kreditprofil direkt. Die Agentur hat ihren Ausblick jedoch von negativ auf stabil verschoben.

Die Regierung in Hongkong sagte, sie sei mit der Einschätzung Moody's nicht einverstanden und "zutiefst enttäuscht" über die Entscheidung. Erst im September stufte die Ratingagentur Fitch Hongkong aufgrund der politischen Unruhen von "AA+" auf "AA" herab.

(Reuters)

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Bank von Japan hält an

Bank von Japan hält an Geldpolitik fest und hebt Wachstumsprognose an

Die japanische Zentralbank hält angesichts hartnäckig niedriger Inflation an ihrer extrem lockeren Geldpolitik unverändert fest. Das beschloss die Bank of Japan (BoJ) am Dienstag nach zweitägigen Beratungen.

21.01.2020 06:42

Japanische Geschäftsbanken können sich damit weiter so gut wie kostenlos Geld bei der Notenbank besorgen. Kredite für Investitionen der Wirtschaft und für Verbraucher sollen billig bleiben. Hintergrund ist die in Japan weiterhin niedrige Inflation. Von ihrem Inflationsziel von zwei Prozent ist die BoJ weit entfernt.

Zugleich hob die Zentralbank jedoch die Wachstumsaussichten leicht an. So dürfte Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) im noch bis 31. März laufenden Fiskaljahr um 0,8 Prozent zulegen, nachdem die Regierung kürzlich zur Stützung der Konjunktur ein milliardenschweres Konjunkturprogramm aufgelegt hatte. Die Regierung hatte die Massnahmen mit der schleppenden Nachfrage nach einer jüngsten Steuererhöhung begründet. Im Oktober war die BoJ noch von einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent ausgegangen. Für das kommende Fiskaljahr geht die Zentralbank eigenen Angaben zufolge von einem BIP-Wachstum von 0,9 Prozent statt 0,7 Prozent und im Jahr darauf von 1,1 statt 1,0 Prozent aus./ln/DP/mis

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Aktien Asien: Hang Seng unter

Aktien Asien: Hang Seng unter Druck - Erneute Proteste und Virussorgen belasten

Die asiatischen Börsen litten am Dienstag unter der Unsicherheit durch die Ausbreitung des Coronavirus. In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gesellte sich dies als Belastung zu den zuletzt spürbaren Auswirkungen der Proteste. Der Hongkonger Hang Seng gab daher besonders stark um 2,7 Prozent auf 28 019,85 Zähler nach.

21.01.2020 09:23

Die Ausbreitung des Coronavirus sorgte im gesamten asiatischen Raum für Unsicherheit. "Die Einschnitte für die Weltkonjunktur könnten gigantisch sein, falls der Ausbruch sich zu einer Epidemie entwickelt", schrieb Marktstratege Stephen Innes von Axitrader in einer Studie. Dies würde der etwa der Luftfahrtindustrie aus Sicht des Experten einen schweren Schlag versetzen.

Der japanische Leitindex Nikkei schloss mit einem Minus von 0,91 Prozent auf 23 864,56 Punkten. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen gab um 1,7 Prozent auf 4114,31 Punkte nach./ssc/tih/fba

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Japans Exporte gehen erneut

Japans Exporte gehen erneut zurück

Die japanische Wirtschaft kämpft weiter mit sinkenden Exporten. Im Dezember verlangsamte sich zwar das Tempo des Rückgangs wie schon im November erneut etwas - mit einem Minus von 6,3 Prozent zum Vorjahr fiel dieser aber höher aus, als von Experten erwartet. Vor allem die Ausfuhren der für das Land wichtigen Autobranche waren erneut schwach, wie das Finanzministerium am Donnerstag in Tokio mitteilte.

23.01.2020 08:09

Mit dem Minus im Dezember gingen die Exporte bereits das 13. Mal in Folge zurück. Trotzdem gab es positive Signale. So konnten die Exporte der Halbleiterunternehmen zulegen und auch die Ausfuhren nach China zogen zum ersten Mal seit vielen Monaten an. Über das Jahr 2019 gesehen, sanken die Exporte um 5,6 Prozent und damit das erste Mal seit 2016./zb/jkr/fba

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China kappt Verkehr aus Wuhan

China kappt Verkehr aus Wuhan

(Neu: Weitere Details) - Die chinesische Regierung hat die besonders schwer von der neuen Lungenkrankheit betroffene Millionenmetropole Wuhan praktisch abgeriegelt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, sollten ab Donnerstagmorgen Flüge, Zügen, Fähren und Fernbusse gestoppt werden. Bewohner Wuhans wurden aufgefordert, die zentralchinesische Stadt nicht mehr zu verlassen. Auch der Nahverkehr mit U-Bahnen und Bussen wurde demnach eingestellt. In Wuhan, wo das neuartige Coronavirus vermutlich auf einem Tiermarkt ausgebrochen war, leben rund elf Millionen Menschen.

23.01.2020 07:43

Zudem wurden die Menschen aufgefordert, nur noch mit Schutzmasken in die Öffentlichkeit zu gehen. Wer in Hotels, Restaurants, Einkaufszentren oder Parks keine Maske trage, werde bestraft, berichtete die Zeitung "China Daily". Wuhan ist von der Krankheit besonders schwer betroffen. Das Virus hat sich aber mittlerweile in grossen Teilen Chinas und auch über die Landesgrenzen hinaus verbreitet. Die Krankheit war bereits in Japan, Südkorea, Taiwan, Thailand und den USA nachgewiesen worden.

Weil immer mehr Menschen mit Grippesymptomen auf das neue Virus getestet werden, nimmt die Zahl der bestätigten Fälle weiter zu. Bis Donnerstag wurde das Virus bei 571 Menschen nachgewiesen, wie die chinesische Gesundheitsbehörde berichtete. Darunter sind demnach 95 schwere Fälle, die alle in der Provinz Hubei mit der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan liegen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief trotz der rasanten Zunahme von nachgewiesenen Infektionen mit dem neuen Virus vorerst keine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus. Der Notfallausschuss, der die WHO berät, sah dafür am Mittwoch keinen Anlass, wollte aber am Donnerstag erneut tagen. Der Notfall-Ausschuss empfahl, den Informationsaustausch unter den Staaten weiter zu verbessern, wie der Vorsitzende Didier Houssin sagte. Allerdings seien sich die Mitglieder des Notfallausschusses in der Beurteilung der Situation nicht einig gewesen.

Mit einer offiziellen "Notlage" wären weitere konkrete Empfehlungen an Staaten verbunden gewesen, um die Ausbreitung über Grenzen hinweg möglichst einzudämmen. Zu solchen Empfehlungen kann beispielsweise gehören, dass Reisende auf Krankheitssymptome geprüft werden, und dass medizinisches Personal besser geschützt wird.

Die globale Impfallianz Gavi rechnete derweil damit, dass die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die neue Lungenkrankheit mindestens ein Jahr dauern wird. Noch seien die Gefahren durch das Coronavirus auch schwer abzuschätzen, sagte der Gavi-Geschäftsführer und Epidemiologe Seth Berkley der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die gute Nachricht ist, dass Forscher das Genom des Virus bereits sequenziert und veröffentlicht haben. Das hat es mehreren Organisationen rund um die Welt möglich gemacht, mit der Arbeit an einem Impfstoff zu beginnen", sagte er.

Impfstoffe, die gegen Coronaviren schützen, seien weitaus leichter zu entwickeln als Vakzine gegen Krankheiten wie Malaria oder HIV. "Trotzdem wird es bis zu ersten klinischen Versuchen Monate dauern und mindestens ein Jahr, bevor ein Impfstoff zur Anwendung verfügbar ist", sagte Berkley.

In Europa gab es bis Mittwoch keine Nachweise der Krankheit. Für die Menschen in Deutschland besteht nach Einschätzung der Bundesregierung ein "sehr geringes" Gesundheitsrisiko. Es gebe keinen Grund, jetzt in Alarmismus zu verfallen, sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die EU-Präventionsbehörde ECDC sprach von einem moderaten Risiko, dass der Erreger in die Europäische Union eingeschleppt werde. Noch sei unklar, wie schwerwiegend und wie tödlich die Krankheit sei, meinte ECDC-Direktorin Andrea Ammon.

Es wird vermutet, dass die Quelle des Coronavirus ein Wildtier auf einem Fischmarkt in Wuhan war. Es wurde nach Expertenmeinung zunächst vom Tier zum Menschen übertragen, bevor das Virus sich an seinen neuen Wirt anpasste und es zu Übertragungen zwischen Menschen kam. Mit der Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Ausbreitung der Viruskrankheit. Bei der grössten jährlichen Reisewelle des Landes sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs.

Das neue Virus gehört zur selben Art wie das, das 2002/2003 die Sars-Pandemie ausgelöst hat. Damals kamen etwa 800 Menschen dadurch ums Leben. Das neue Virus soll nach derzeitigem Stand eine harmlosere Variante sein. Sars-Viren gehören zu den Coronaviren, die oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen verursachen. Allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Mers dazu. Eine Pandemie ist eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Infektionskrankheit./oe/DP/zb

(AWP)

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Experten gehen von 4000

Experten gehen von 4000 Infizierten in Wuhan aus

Die Zahl der mit dem neuen Coronavirus Infizierten ist aktuellen Berechnungen zufolge deutlich höher als die Zahl der festgestellten Fälle. Experten des Imperial College London gehen davon aus, dass bis zum 18. Januar bei etwa 4000 Menschen in der chinesischen Stadt Wuhan Symptome aufgetreten sind. Das geht aus einem Bericht des Zentrums für die Analyse globaler Infektionskrankheiten hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Bis Donnerstag wurde das Virus bei 571 Menschen nachgewiesen, wie die chinesische Gesundheitsbehörde berichtete.

23.01.2020 11:00

Die Schätzung der britischen Experten geht auf ein Rechenmodell zurück, in dem die im Ausland festgestellten Infektionen mit der Zahl der Flugreisenden, der Bevölkerung und der angenommenen Inkubationszeit verknüpft wurden. Es sei wahrscheinlich, dass die Zahl der tatsächlich Infizierten deutlich höher ist als die Zahl der nachgewiesenen Fälle. Mit der Ausweitung der Tests und der Beobachtung des Geschehens sei zu hoffen, dass die Unterschiede zwischen den geschätzten und den nachgewiesenen Fallzahlen schrumpfen.

Die Lungenkrankheit, von der vor allem Menschen in der chinesischen Millionenmetropole betroffen sind, hat nach bisherigen Erkenntnissen mehr als 15 Menschenleben gefordert. Wuhan wurde inzwischen praktisch abgeriegelt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, sollten ab Donnerstagmorgen Flüge, Züge, Fähren und Fernbusse gestoppt werden. Bewohner Wuhans wurden aufgefordert, die zentralchinesische Stadt nicht mehr zu verlassen.

Die Forscher vom Imperial College gehen von einer Inkubationszeit von fünf bis sechs Tagen aus. Dabei handelt es sich aber um eine Schätzung auf Grundlage von Erfahrungen mit ähnlichen Krankheiten. Zwischen dem Ausbruch der Krankheit und der Diagnose würden aber wohl häufig weitere vier bis fünf Tage vergehen, heisst es in dem Bericht.

Es wird vermutet, dass das neuartige Virus von einem Tiermarkt aus Wuhan kommt./cmy/DP/fba

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VIRUS: Acht neue Todesopfer

VIRUS: Acht neue Todesopfer in China - 830 Infektionen

(Neu: Zahl der Todesopfer aktualisiert) - Der neuen Lungenkrankheit in China sind acht weitere Menschen zum Opfer gefallen. Insgesamt sind demnach nun 26 Todesfälle durch Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, wie Behörden in China am Freitag mitteilten. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg im Vergleich zum Vortag von 644 auf 830 Fälle an.

24.01.2020 07:38

Im Kampf gegen die Krankheit hatte China am Donnerstag kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest rund 20 Millionen Menschen praktisch unter Quarantäne gestellt. Die Behörden riegelten die 11-Millionen-Metropole Wuhan ab, in der die meisten Fälle aufgetreten sind. Die Gesamtzahl der Städte, die einschliesslich Wuhan von starken Einschränkungen betroffen waren, stieg bis Freitag von fünf auf mindestens acht. So teilten auch Lichuan, Xianning und Huangshi mit, Buslinien und anderen Nahverkehr zu stoppen. Alle betroffenen Städte liegen in der Provinz Hubei.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sah am Donnerstagabend keinen Grund, eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite auszurufen. "Es ist nicht der richtige Zeitpunkt", sagte der Vorsitzende des Notfallsausschusses, Didier Houssin. Er verwies darauf, dass es im Ausland bislang nur wenig Fälle gebe, und dass China bereits selbst weitreichende Vorkehrungen getroffen habe.

WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, China habe diejenigen Massnahmen getroffen, die es für angemessen halte. "Wir hoffen, dass sie effektiv und von kurzer Dauer sind", sagte er. Die WHO empfehle keinerlei Reise- oder Handelsbeschränkungen. Das Auswärtige Amt in Berlin riet aber dazu, nicht notwendige Reisen in die betroffenen Gebiete zu verschieben. Das Risiko für deutsche Reisende in Wuhan werde als "moderat" eingeschätzt.

Die WHO nehme den Ausbruch extrem ernst, sagte WHO-Chef Tedros. "Es ist noch keine Notlage von internationaler Tragweite, aber das kann es noch werden", sagte er.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte einen besonnenen Umgang mit der neuen, in China ausgebrochenen Lungenkrankheit an. "Wir nehmen das sehr ernst, wir sind wachsam, aber mit kühlem Kopf auch gleichzeitig", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Man stehe im täglichen Austausch mit Experten. "Ich finde eben auch wichtig, dass wir das insgesamt so einordnen, dass wir dann auch mit der nötigen Ruhe rangehen können."

Spahn lobte die Informationspolitik der chinesischen Regierung. Anders als bei der grossen Sars-Epidemie, der vor 17 Jahren in China Hunderte Menschen zum Opfer fielen, funktioniere der Austausch der internationalen Gemeinschaft und auch China gehe transparenter als vor einigen Jahren damit um. Daher könne man sich besser darauf vorbereiten. Spahn meinte, es sei wichtig, die Krankheit einzuordnen und wies auf die Grippe hin, an der in Deutschland jedes Jahr rund 20 000 Menschen stürben. "Auch das ist eben ein Risiko, das wir jeden Tag haben." Bei der neuen Lungenkrankheit sei das Infektionsgeschehen im Vergleich dazu milder.

Laut chinesischen Behördenangaben von Freitag starb ein weiterer Patient ausserhalb der besonders stark betroffenen Provinz Hubei, zu der auch die Stadt Wuhan gehört. Der Todesfall wurde demnach in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang gemeldet. Bereits am Vortag war ein Todesfall in der nördlichen Provinz Hebei bekannt geworden.

Die meisten Todesopfer waren ältere Menschen mit Vorerkrankungen. In den meisten chinesischen Provinzen sind mittlerweile Infektionen bekannt. In einzelnen Fällen wurde das Virus auch schon bei Patienten in anderen Ländern wie Thailand und den USA nachgewiesen.

Die Gesundheitsbehörden in Südkorea meldeten am Freitag zum zweiten Mal eine Infektion mit der im benachbarten China ausgebrochenen neuen Lungenkrankheit gemeldet. Betroffen sei ein 55 Jahre alter Südkoreaner, teilten die Koreanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention am Freitag mit.

Der Mann kehrte demnach am Mittwoch von einem Arbeitsaufenthalt in der Wuhan zurück, wo der Ursprung des Ausbruchs vermutet wird. Am Donnerstag wurde der erste nachgewiesene Fall in Singapur bekannt. Japan meldete sechs Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio einen zweiten Fall. Der Mann in seinen 40ern stamme aus Wuhan, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Der Mann sei zu Besuch in Japan. Er werde in einem Krankenhaus in Tokio behandelt, hiess es.

In Europa ist bisher kein Fall bekannt. Eingeschleppte Einzelfälle der neuen Lungenkrankheit sind deutschen Infektionsspezialisten zufolge aber auch hierzulande "wahrscheinlich". Grund zur Besorgnis gebe es aber nicht, teilte die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie mit. Kliniken bereiteten sich aktuell vor, um auf diese Fälle schnell reagieren zu können./oe/DP/zb

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Virus: China untersagt

Virus: China untersagt Verkauf von Pauschalreisen

Im Kampf gegen die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit untersagt China allen Reisebüros den Verkauf von Pauschalreisen ins Ausland und im Land selbst. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ein entsprechendes Dokument berichtete, habe das Ministerium für Kultur und Tourismus die Reisebüros und Veranstalter angewiesen, den Verkauf solcher Pauschalurlaube von Freitag an zu stoppen. Der Schritt ist ein schwerer Schlag für die Tourismusindustrie. Chinesische Touristen haben allein 2018 mehr als 110 Milliarden Euro im Ausland ausgegeben./lw/DP/jha

24.01.2020 12:50

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Coronavirus: Zwei

Coronavirus: Zwei Verdachtsfälle in Zürich - nahezu Notstand in China

45 Millionen Menschen abgeriegelt, Strassen gesperrt, Überlandverkehr gestoppt, Mundschutz vorgeschrieben. Und Präsident Xi warnt vor ernster Lage. China ergreift radikale Massnahmen gegen das Coronavirus.

Aktualisiert um 06:39

Noch vor einer Woche spielten Chinas höchste Gesundheitswächter die Gefahr herunter. Die neue Lungenkrankheit sei "vermeidbar und kontrollierbar", wurde beschwichtigt. Mittlerweile herrscht praktisch Notstand, hat das neue Coronavirus hat fast jede Ecke des Riesenreichs erreicht.

Rund 45 Millionen Menschen sind in 14 Metropolen der Provinz Hubei weitgehend von der Aussenwelt abgeschottet. Der Nah- und Fernverkehr, Züge und Flüge - alles eingestellt. Die Polizei stoppt Autos an Strassensperren. Beispiellose, drastische Massnahmen, die an Hollywood-Streifen über katastrophale Epidemien erinnert.

Erste Verdachtsfälle des Coronavirus sind derweil auch in der Schweiz aufgetaucht. Im Stadtspital Triemli werden aktuell zwei Personen abgeklärt, die nach einem Aufenthalt in China Zeichen einer Infektion aufweisen, sagte Kommunikationsverantwortliche Maria Rodriquez auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sie bestätigte damit eine Meldung von 20 Minuten-Online.

Weil neben anderen, herkömmlichen Erregern auch das Coronavirus als Ursache ihrer Beschwerden infrage komme, befinden sich die beiden Personen momentan in Quarantäne. Das Stadtspital Triemli habe Erfahrung im Umgang mit Patientinnen und Patienten, die Träger eines neuen Krankheitserregers sein könnten, schreibt das Spital zudem in einer Stellungnahme. Es bestehe kein Risiko für andere Patientinnen und Patienten oder für Spitalangestellte. Die Proben werden momentan durch einen spezifischen Test am Nationalen Referenzzentrum für neuauftretende Viruserkrankungen (Navi) in Genf untersucht.

Über 2000 Infektionen in China

Bis Sonntag waren in Chinafast 2800 Infektionen bestätigt, die Zahl der Todesopfer stieg auf 80. Selbst in Peking, Shanghai und grossen Provinzen wie Shandong, Shanxi und Hebei wurde der Überlandverkehr mit Bussen ausgesetzt, um zumindest teilweise ein Einschleppen des Virus zu verhindern. Wer kürzlich in Wuhan war, muss 14 Tage zur medizinischen Beobachtung daheim bleiben. Die Provinz Guangdong erliess für seine 113 Millionen Einwohner sogar die generelle Pflicht, in Einkaufszentren, Hotels, Parks und anderen öffentlichen Orten einen Mundschutz zu tragen.

Selbst in der fernen Hauptstadt trägt fast jeder eine Gesichtsmaske. Freiwillig - obwohl es in Peking erst einige Dutzend Fälle gibt. Die Angst ist schneller als das Virus. Zwar ist während des chinesischen Neujahrsfestes immer wenig los, aber Pekings Strassen sind wie ausgestorben. "Ich traue mich nicht vor die Tür", sagt die Angestellte Zhang Li. "Aber wer raus geht, sollte zumindest eine Atemmaske tragen." Vorsichtshalber verschiebt die Hauptstadt auch den Mitte Februar geplanten Beginn der Schulen, Universitäten und Kindergärten nach den Neujahrsferien. Auf unbestimmte Zeit.

Wie gross die Gefahr eingeschätzt wird, demonstriert auch die Verschiebung der nationalen Winterspiele, die eigentlich eine wichtige Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking werden sollten. Die radikalen Massnahmen erinnern an die Sars-Pandemie 2003. Damals war der Ausbruch erst monatelang vertuscht worden, aber am Ende wurde das ganze Land praktisch stillgelegt, was die tödliche Lungenkrankheit unter Kontrolle brachte. Doch 800 Menschen starben.

Aufgeschreckt durch Inkubationszeit

Dass auch diesmal die Behörden zu langsam reagiert haben, wird selbst der kommunistischen Führung in Peking bewusst. Aufgeschreckt hat sicher auch die jüngste Erkenntnis, dass Infizierte schon in der Inkubationszeit ansteckend sind, selbst wenn sie keine Symptome zeigen. In einer ungewöhnlichen Krisensitzung des Politbüros am Samstag, dem Neujahrstag, rief Staats- und Parteichef Xi Jinping die lokalen Funktionäre auf, "energischere Massnahmen" zu ergreifen.

Er warnte vor einer "ernsten Lage". Alle Ebenen von Partei und Regierung müssten dem Kampf gegen das Virus "höchste Priorität" einräumen, mahnte Xi Jinping. Auch müssten die Virus-Patienten in "zentrale Quarantäne" an einem Ort kommen. Dafür werden in der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan rund um die Uhr in Schnellbauweise zwei Spitäler gebaut. Sie sollen in ein bis zwei Wochen fertig sein und mehr als 2000 Patienten Platz bieten.

Wird sonst in China jede Kritik "harmonisiert", das heisst zensiert, sind jetzt durchaus Klagen über die langsame Reaktion zu lesen. Prominentester Kritiker ist Hu Xijin, Chefredakteur der "Global Times", die vom Parteiorgan "Volkszeitung" herausgegeben wird: "Ich persönlich glaube, dass die Stadt Wuhan und die nationalen Gesundheitsbehörden verantwortlich gemacht werden sollten."

Ärzte warnten bereits vor Wochen

Kritik kommt auch von Ärzten der völlig überforderten Hospitäler in Wuhan. Schon vor zwei Wochen sei die Zahl der Patienten gestiegen, ohne dass lokale Funktionäre sie gemeldet hätten. "Als wir warnten und Patienten und die Öffentlichkeit aufforderten, Atemmasken zu tragen und überfüllte Orte zu meiden, haben sie es nicht ernst genommen und gedacht, dass wir übertreiben", zitierte die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" einen verärgerten Mediziner.

Es liegt in der Natur des kommunistischen Systems, dass unangenehme Nachrichten lieber verschwiegen werden. Doch damit solle jetzt Schluss sein, forderte selbst das Politbüro. Behörden sollten Informationen "zeitgemäss, korrekt und transparent" veröffentlichen, um den Sorgen im In- und Ausland zu begegnen.

Den Unmut von ganz oben bekam umgehend der Chef des Gesundheitsamtes der Fünf-Millionen-Metropole Yueyang, 230 Kilometer südlich von Wuhan, zu spüren. Er wurde als erster gefeuert, weil er Informationen über den Ausbruch des Virus in seiner Stadt zurückgehalten hatte.

(AWP)

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Schwache Nachfrage setzt

Schwache Nachfrage setzt Japans Industrieproduktion zu

In Japan verdichten sich die Anzeichen, dass die Wirtschaft im vierten Quartal geschrumpft sein könnte. Die japanische Industrieproduktion brach angesichts einer schwächelnden Nachfrage im In- und Ausland um 4 Prozent ein, wie Daten des Wirtschaftsministeriums am Freitag zeigten.

31.01.2020 06:53

Das ist der stärkste Rückgang in diesem Zeitraum seit 2013 mit der Erhebung vergleichbarer Daten begonnen wurde. Zudem gingen die Einzelhandelsumsätze im Dezember um 2,6 Prozent und damit den dritten Monat in Folge zurück. Zusätzlicher Druck auf die japanischen Wirtschaft könnte durch die Ausbreitung des Coronavirus in China entstehen. Die Volksrepublik ist Japans zweitgrösster Exportmarkt.

(AWP)

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Chinas Industrie tritt auf

Chinas Industrie tritt auf der Stelle - Risikofaktor Coronavirus

Chinas Industrie ist im Januar auf der Stelle getreten. Der amtliche Einkaufmanagerindex (PMI), den die Statistikbehörde am Freitag veröffentlichte, wies wie von Analysten erwartet 50,0 Punkte aus nach 50,2 Zählern im Dezember.

31.01.2020 06:31

Die 50-Punkt-Marke ist der neutrale Punkt des Barometers. Höhere Werte signalisieren Wachstum, niedrigere einen Rückgang.

Einer der Risikofaktoren für die Industrie ist das neuartige Coronavirus und die damit verbundenen Vorkehrungen zur Eindämmung der Krankheit. Analysten rechnen damit, dass das Virus das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2020 belasten könnte.

(AWP)

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Chinas Präsident warnt vor

Chinas Präsident warnt vor Konjunkturfolgen wegen Coronavirus

Chinas Präsident Xi Jinping warnt Insidern zufolge vor den wirtschaftlichen Folgen durch die Bekämpfung des neuartigen Coronavirus.

11.02.2020 09:54

Einige der Maßnahmen gegen die Ausbreitung der gefährlichen Lungenkrankheit schadeten der Konjunktur, sagte Xi laut Teilnehmerkreisen bei einem Treffen des ständigen Ausschusses des Politbüros Anfang vergangener Woche. Er drang demnach darauf, von "restriktiveren Maßnahmen" abzusehen.

Dem Nationalen Institut für Finanzen und Entwicklung zufolge könnte der Ausbruch des Coronovirus das chinesische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um bis zu einen Prozentpunkt dämpfen. "Kurzfristig können die Auswirkungen der Epidemie auf die Wirtschaftstätigkeit nicht ignoriert werden - vor allem, da Dienstleister und kleine Unternehmen mit knappen Kapitalzuflüssen einem größeren Druck ausgesetzt sind", sagte der stellvertretende Institutschef Zeng Gang.

In der Volksrepublik sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden inzwischen 1016 Menschen an dem Virus gestorben. Die Zahl der festgestellten Infektionen stieg um 2478 auf 42.638. 

(Reuters)

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In China zeigt sich

In China zeigt sich allmählich Normalität – «Buy the Dip»?

Das Coronavirus hat die chinesischen Finanzmärkte stark in Mitleidenschaft gezogen. Doch nun hat eine Erholung eingesetzt. China-Aktien werden damit interessant für einen Einstieg.

11.02.2020 22:53

Von Manuel Boeck

Die ökonomischen Folgen des Coronavirus für China sind mit jenen der Sars-Epidemie von 2003 vergleichbar. Wie Sars hat das Coronavirus einen negativen Einfluss auf Konsum und Tourismus in China. Nach der Erfahrung mit Sars besteht aber die Erwartung, dass die chinesische und die globale Konjunktur nur vorübergehend unter den negativen Effekten des Virus' zu leiden haben. Eher ein Schock also statt eine nachhaltige Entwicklung.

Aus Anlegersicht bietet ein solches Ereignis immer auch die Möglichkeit zum Profit. Bei China-Aktien ist im Moment das Potenzial am grössten. Es stellt sich einzig die Frage, wann der richtige Zeitpunkt zum Einstieg gekommen ist und welche Anlageform gewählt werden soll.

Bei der Betrachtung der asiatischen Indizes fällt auf, dass die Börsen ihre Verluste von Ende Januar bereits deutlich verminderten oder gar egalisiert haben. Der südkoreanische Kospi Index hat im Februar bislang 4,9 Prozent zugelegt. Der Index wird wegen seiner Aussagekraft bezüglich des globalen Wachstums auch "Doktor Kospi" genannt.

Asiatische Indizes: Entwicklung seit dem 1. Januar

Index Performance
seit 1.1.2020
Performance 
seit 1.2.2020
Shanghai SE Composite Index  (China) -4,9 Prozent +5,6 Prozent (ab 3.2.2020)
SET Index (Thailand) -4,2 Prozent +0,6 Prozent
Taiwan SE Weighted Index (Taiwan) -2,8 Prozent +1,5 Prozent
Hang Seng Index (Hongkong) -2,6 Prozent +4,8 Prozent
FTSE Straits Times Index (Singapur) -1,5 Prozent +0,7 Prozent
Nikkei 225 Index (Japan) +0,1 Prozent +2,0 Prozent
Korea SE Kospi Index +1,2 Prozent +4,9 Prozent

Daten der Tabellen: cash.ch / Stand: 11. Februar 2020.

Die chinesischen Indizes mussten neben dem thailändischen SET Index die stärksten Einbussen verkraften. Doch insgesamt deutet die Entwicklung darauf hin, dass die Auswirkungen des Coronavirus an den Märkten nun eingepreist sind. Zuversichtlich stimmt auch die Tatsache, dass die täglich bestätigten Fälle an Infizierten seit dem 5. Februar zurückgehen und der Arbeitsalltag allmählich wieder einsetzt.

Der Shanghai Composite und der Hang Seng befinden sich seit Anfang Februar auf Erholungskurs. Alleine der Hang Seng legt im Februar um 4,8 Prozent zu. Nur der thailändische SET verbucht diese Woche neue Verluste. Der Grund: Chinesen machen den Grossteil der Touristen in Thailand aus, und deren Fernbleiben belastet die thailändischen Börsen.

Lohnenswertes Investment in Tourismus- und Reiseunternehmen?

Angesichts dieses Stimmungsumschwungs bieten sich Investment in chinesische Unternehmen an, deren Geschäftsmodell stark den Auswirkungen des Coronavirus ausgesetzt gewesen sind. Die Aktie des Online-Reisebüros Trip.com hat seit Anfang Jahr 3 Prozent eingebüsst. Sobald jedoch weitere positive Nachrichten zur Eindämmung des Coronavirus vermeldet werden, dürfte dieser Titel vermutlich deutlich profitieren.

Ebenfalls in zum Reisegeschäft gehört die chinesische Fluggesellschaft China Southern Airlines. Sie ist die grösste Fluggesellschaft in Asien. Die Aktien von China Southern Airlines verlieren seit Anfang Jahr 14 Prozent. Fluggesellschaften gehören wie andere tourismusrelevante Bereiche zu den Hauptverlierern der Corona-Epidemie. Erfahrungsgemäss gehören sie jedoch auch zu den Hauptgewinnern danach. Die Aktie des Billigfliegers Air Asia steht derzeit 27 Prozent im Minus seit Anfang Jahr. Dahinter steckt nicht bloss die Virus-Krise. CEO Tony Fernandes musste kürzlich abtreten, es stehen Bestechungsvorwürfe im Raum. Bei dieser Aktie ist also eher Vorsicht geboten.

Restaurantketten wiederum leiden wegen des Coronavirus an ausbleibender Kundschaft. Die Kette Yum China Holdings gehört dazu. Das Unternehmen ist in China das grösste seiner Art und operiert mit 8750 Restaurants in 1300 chinesischen Städten. Der Aktienkurs ist seit Jahresbeginn 12 Prozent eingebrochen. Ein Einstieg im jetzigen Zeitpunkt scheint riskant, zumal noch nicht absehbar ist, bis wann die Quarantänemassnahmen in einzelnen Provinzen und Städten noch in Kraft sind.

Kursverlauf der Yum China Aktie seit Anfang Oktober 2019 (Grafik: www.bloomberg.com).

Auch amerikanische Aktien litten unter dem Coronavirus und haben Aufwärtspotential. Wynn Resort gehört wie Trip.com zu den Unternehmen, welche stark vom chinesischen Tourismus abhängen. Das in der Hotel- Unterhaltungsindustrie tätige US-Unternehmen verfügt über einen grossen Hotelkomplex in der zu China gehörenden Sonderverwaltungszone Macau.

Doch momentan bleiben die Glücksspieler aus. Seit Jahresbeginn verliert die Aktie 8 Prozent. Ein Einstieg könnte jetzt lohnend sein. Zusätzlich zum möglichen Kursgewinn können Anleger mit einer Dividendenrendite von 3,1 Prozent rechnen. Die Dividende wird am 25. Februar fällig.

Die Aktien des Unterhaltungskonzerns Disney konnten dank seinem neuen Streamingservice Disney+ Ende 2019 deutlich zulegen. Doch dieses Jahr performen die Aktien mit minus 1,4 Prozent, auch wegen des Coronavirus, nicht wunschgemäss. So ist das Unternehmen mit seinen chinesischen Unterhaltungsparks den Auswirkungen des Virus direkt ausgesetzt. Der dadurch entstehende Verlust wird auf insgesamt 280 Millionen Dollar geschätzt. Totzdem: Wer im vergangenen Jahr den Einstieg bei Disney verpasst hat, könnte jetzt einsteigen.

China-ETFs als sicherere Alternative zu Aktien

Es müssen aber nicht zwingend Einzelaktien für einen China-Einstieg gewählt werden. Die Risiken des "stock picking" können durch die Investition in einen ETF (Exchange Traded Fund) vermindert werden. Diese Fonds orientieren sich an bestimmten Aktienindices. ETF sind die etwas sichereren Alternativen zu Aktien, mit dementsprechend weniger Aufwärts- und Abwärtspotential.

Der "iShares MSCI China A ETF" hat seit Anfang Jahr 0,4 Prozent verloren und liegt bei 29,28 Dollar. Der ETF enthält Aktien, welche an der Börse von Shanghai oder Shenzhen in chinesischen Renminbi gehandelt werden und ist auf Finanztitel, die Konsumgüterbranche und Industrieunternehmen fokussiert. So macht der Technologiekonzern Alibaba knapp 18 Prozent des Portfolios aus. Knapp dahinter folgt der Internetkonzern Tencent mit 14 Prozent. Der Zinsertrag aus dem ETF beläuft sich auf 1,74 Prozent. 

Eine Alternative dazu ist der "Amundi MSCI China UCITS ETF". Der ETF enthält Aktien von chinesischen Unternehmen, die an der Börse von Hong Kong gehandelt werden. Die Unternehmen stammen meist aus traditionellen Industrien. Der grösste Anteil am Portfolio nimmt die China Construction Bank mit 16 Prozent ein. Dahinter folgt die Industrial & Commercial Bank of China mit knapp 10 Prozent. Der ETF hat seit Jahresbeginn 2,1 Prozent verloren.

Eine weitere Möglichkeit ist der "iShares China Large-Cap ETF". Der ETF ist zu etwa 50 Prozent in Unternehmen aus dem Finanzsektor beteiligt. Der zweitwichtigste Sektor im Portfolio bildet die Technologiebranche. Der ETF hat seit Jahresbeginn 3,4 Prozent verloren. Der ausbezahlte Zins beträgt gemäss Bloomberg 3,8 Prozent. Dieser ETF birgt gegenüber den zwei obigen ein grösseres Risiko, da dieser stärker dem chinesischen Bankensektor ausgesetzt ist.

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Taiwan senkt wegen

Taiwan senkt wegen Coronavirus die Wachstumsprognose für 2020

Taiwan kappt wegen möglicher Folgen des Coronavirus auf seine exportorientierte Wirtschaft die Wachstumsprognose für 2020.

12.02.2020 10:28

Das Bruttoinlandsprodukt werde wohl nur um knapp 2,4 Prozent zulegen und nicht wie bisher erwartet um gut 2,7 Prozent, teilte die Regierung in Taipeh am Mittwoch mit. Sie senkte auch die Schätzung für die Inflation im laufenden Jahr leicht. Taiwans Wirtschaft ist ein wichtiger Teil der globalen Lieferkette rund um Elektronik und die Chipindustrie. Die Coronavirus-Epidemie in China schürte zuletzt auch weltweit vermehrt Konjunktursorgen.

Die gesamte Wirtschaft Taiwans wuchs nach Angaben des nationalen Statistikamts 2019 um 2,7 Prozent. Im Schlussquartal zog die Konjunktur zum Vorjahresquartal um 3,3 Prozent an - und damit so stark wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Grund war vor allem eine wieder steigende Nachfrage nach Elektronik-Produkten, da sich Ende 2019 eine Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China abzeichnete.

(Reuters)

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Virus-Krise verdunkelt

Virus-Krise verdunkelt Konjunkturaussichten in Japan und Deutschland

Das Coronavirus belastet zunehmend die Wirtschaft in Asien und trübt auch die Konjunkturaussichten in Deutschland ein. In Japan zieht am Horizont sogar das drohende Szenario einer Rezession auf.

17.02.2020 21:08

"Es besteht eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft von Januar bis März erneut schrumpft", warnte Ökonom Taro Saito vom Forschungsinstitut NLI. Japan ist nach den USA und China die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt. Deutschland als Nummer Vier dürfte die Folgen der Epidemie ebenfalls zu spüren bekommen: Die Bundesbank warnte in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht vor "Konjunkturrisiken" für die ohnehin geschwächte deutsche Wirtschaft.

Insbesondere die Geschäfte der deutschen Exporteure dürften demnach beeinträchtigt werden. Zudem könnten globale Wertschöpfungsketten durch die Sicherheitsvorkehrungen in der Volksrepublik belastet werden: "Lieferengpässe in einzelnen Branchen hierzulande wären die Folge", schreiben die Volkswirte der deutschen Zentralbank. Sinkende Exporte und Investitionen haben die Wirtschaft bereits Ende 2019 ausgebremst.

Das deutsche BIP stagnierte von Oktober bis Dezember, nachdem es im Vorquartal noch um 0,2 Prozent gewachsen war. Ökonomen bescheinigen der Wirtschaft hierzulande nur "geringe Abwehrkräfte gegen das Coronavirus".

Die Volkswirte der Bundesbank verweisen darauf, dass im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus das öffentliche Leben in China seit Mitte Januar weitgehend lahmgelegt worden sei. Das drücke im laufenden Quartal die Konjunktur beim wichtigsten deutschen Handelspartner. "Die Wachstumseinbussen könnten spürbar höher ausfallen als während der Sars-Epidemie von 2002/2003, bei der die Zahl der Infizierten deutlich kleiner war und die Behörden weniger rigoros reagiert hatten."

Wer sich weigert, wird bestraft

In ganz China sind Städte seit Ende Januar abgeriegelt, während im gesamten Land Reiseverbote und Quarantäne-Anordnungen erlassen wurden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Hauptstadt Peking kündigte am Freitag eine 14-tägige Quarantäne für alle an, die in die Stadt zurückkehren. Wer sich weigere, werde bestraft.

Die Gesamtzahl der Toten durch das Virus liegt mittlerweile bei 1770 - die der bestätigten Infektionen bei fast 71'000. In der besonders betroffenen Provinz Hubei waren am Sonntag verschärfte Regeln eingeführt worden, um die Virus-Verbreitung einzugrenzen. Unter anderem wurden die Städte der Provinz angewiesen, die Strassen für alle Privatwagen zu sperren.

Auch der von der kommunistischen Führung seit Mitte der Neunziger Jahre fest etablierte Zeitplan für den jährlichen Volkskongress wackelt wegen der Epidemie: Der für den 5. März vorgesehene Beginn der Sitzung der rund 3000 Delegierten wird womöglich verschoben, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Ein Ausschuss soll darüber am 24. Februar entscheiden. Als Grund wird angeführt, dass die Eindämmung des Virus Priorität habe.

Automesse in China verschoben

Die Krise trifft die auch vom Handelskonflikt mit den USA geschwächte Wirtschaft Chinas zusätzlich, das sich vom Turbowachstum früherer Jahres längst verabschiedet hat. Da sich das Reich der Mitte in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend zur Werkbank der Welt entwickelt hat, spüren auch westliche Industrieländer quasi automatisch die Auswirkungen der Krise. Auch die restlichen Schwellenländer und die gesamte Weltwirtschaft hängen viel stärker am Wohle Chinas als noch 2003 bei Ausbruch des Sars-Virus. "Der Anteil Chinas an der globalen Wirtschaftsleistung hat sich seitdem verdreifacht, und China ist zu einem wesentlichen Käufer praktisch jeden Rohstoffs geworden", sagt Portfoliomanager Jeroen Blokland von Robeco.

Und fast die Hälfte der befragten US-Unternehmen in der Volksrepublik gibt laut der Amerikanischen Handelskammer in Shanghai (AmCham) an, dass ihre globalen Geschäfte unter dem Virus-Ausbruch leiden. Rund 78 Prozent der befragten 100 Firmen erklärten, dass ihr Personal nicht ausreiche, um die Fertigung wieder komplett hochzufahren. Vorgaben der Behörden im Zuge der Viruskrise erschweren es Mitarbeitern, nach bereits ausgeweiteten Werksferien an den Arbeitsplatz zurückzukehren.

Auch Volkswagen muss wegen der Krise umplanen: Der Autobauer verschiebt den Produktionsstart seines chinesischen Gemeinschaftsunternehmens mit dem Partner SAIC. Der Betrieb soll nun erst am 24. Februar wieder aufgenommen werden. Zudem werde die für Ende April geplante Automesse in Peking verschoben, teilte der Veranstalter mit. Die Messe ist für die deutschen Autobauer ein wichtiger Termin, weil China für Volkswagen, BMW oder Daimler der weltweit grösste Einzelmarkt ist.

Die chinesische Notenbank kappte unterdessen vorsorglich den Zinssatz für mittelfristige Darlehen (MLP) erneut - und zwar um zehn Punkte auf 3,15 Prozent. Damit sollen Kreditgeschäfte im Volumen von umgerechnet 26,4 Milliarden Euro erleichtert werden. Es wird erwartet, dass die Zentralbank am Donnerstag eine Senkung des Referenz-Zinssatzes (LPR) folgen lassen wird.

(Reuters)

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Rückgang von Japans Exporten

Rückgang von Japans Exporten hält sich in Grenzen

Der Coronavirus hat die japanischen Exporte zum Jahresauftakt belastet - allerdings nicht so stark wie befürchtet.

19.02.2020 06:58

Die Ausfuhren gingen im Januar im Jahresvergleich um 2,6 Prozent zurück, wie das Finanzministerium am Mittwoch in Tokio mitteilte. Das ist der 14. monatliche Rückgang bei den Exporten in Folge. Allerdings verlangsamte sich das Tempo erneut. Im Dezember waren die Ausfuhren noch um 6,3 Prozent gefallen.

Experten hatten dagegen damit gerechnet, dass die Geschwindigkeit des Rückgangs unter anderem wegen des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus in China, dem zweitwichtigsten Handelspartner des Landes, wieder an Fahrt aufnimmt.

Die Ausfuhren nach China gingen im Jahresvergleich um 6,4 Prozent zurück, nachdem sie im Dezember noch leicht zulegen konnten. Auch in die Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Abnehmer japanischer Güter, gingen die Exporte erneut deutlich zurück. Allerdings fiel das Minus mit 7,7 Prozent deutlich geringer aus als noch zum Ende des Jahres 2019.

Zulegen konnte dagegen der Wert der Güter, die japanische Unternehmen nach Europa verkauft haben. Hier zogen vor allem die Ausfuhren nach Grossbritannien im letzten Monat der EU-Zugehörigkeit des Landes deutlich an.

(AWP)

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Coronavirus: In China geht

Coronavirus: In China geht die Angst vor Massenentlassungen um

Das Coronavirus hat nicht nur einen Einfluss auf die globalen Lieferketten. Vielen kleinen und mittleren Unternehmen im Dienstleistungsbereich in China droht das Geld auszugehen.

18.02.2020 19:30

Als der Kameramann Mark Xia diesen Monat nach den Ferien an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte, erlebte er eine böse Überraschung. Er wurde von seinem Arbeitgeber - einer Videoproduktionsfirma in Shanghai - aufgefordert, drei Monate unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Seine Chefs begründeten das mit der Coronavirus-Epidemie, die derzeit viele Geschäfte in China beeinträchtigt. Nun sucht Xia nach einem Teilzeitjob, nachdem das etwa 100 Mitarbeiter zählende Unternehmen seinen Antrag auf Zahlung von mindestens der Hälfte seines Monatsgehalts während der Auszeit abgelehnt hat.

Er kündigte schliesslich. "Ich verstehe ja, dass die Firma derzeit nicht so flüssig ist", sagt der 25-Jährige. "Wir haben wegen des Coronavirus-Ausbruchs einige Dreharbeiten verschoben, und das hat sich enorm auf unsere Einnahmen ausgewirkt. Das ist die Realität."

Ausbleibende Aufträge führen zu Liquiditätsengpass

Xia ist einer von vielen, die wegen der Epidemie - durch die bereits fast 1870 Menschen starben und mehr als 72'000 infiziert wurden - inzwischen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Um den Ausbruch der neuartigen Krankheit einzudämmen, wurden strenge Reise- und Bewegungseinschränkungen erlassen. Viele Unternehmen sind geschlossen. Die Nachfrage und das Angebot an Waren und Dienstleistungen sind eingeschränkt.

Viele kleine Firmen wie Xias ehemaliger Arbeitgeber sehen sich aufgrund ausbleibender Aufträge mit einer Liquiditätskrise konfrontiert. Das wiederum zwingt sie, Mitarbeiter zu entlassen oder die Gehälter zu kürzen, um sich über Wasser zu halten. Und noch gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Epidemie ihren Höhepunkt schon erreicht hat.

Kleine und mittlere Unternehmen unter Druck

Jeder rasche Anstieg der Arbeitslosigkeit könnte eine zusätzliche grosse Herausforderung für Chinas stabilitätsbesessene Führung darstellen. Diese steht ohnehin unter Druck: Durch den Handelskonflikt mit den USA und der schwächeren Weltkonjunktur wuchs das Bruttoinlandsprodukt 2019 bereits so langsam wie seit rund drei Jahrzehnten nicht mehr.

34 Prozent von fast 1000 befragten kleinen und mittleren Unternehmen sagen, dass sie mit dem derzeitigen Cashflow nur einen Monat lang überleben könnten, wie eine kürzlich von der Tsinghua-Universität und der Universität Peking durchgeführte Umfrage ergab. Ein Drittel betonte, zwei Monate überleben zu können, 18 Prozent dürften drei Monate durchhalten.

Vergleichbar mit der Finanzkrise

"Es könnte grosse Entlassungen geben", warnt daher Wang Jun, Chefökonom der Zhongyuan Bank in Peking. "Ich denke, es ist angemessener, die gegenwärtigen Auswirkungen mit der globalen Finanzkrise zu vergleichen als mit denen von Sars", fügt er hinzu. Das schwere akute Atemwegssyndrom (Sars) war in den Jahren 2002 und 2003 ausgebrochen.

Während der globalen Finanzkrise 2008/2009 verloren etwa 20 Millionen chinesische Wanderarbeiter ihre Arbeit, da die Exporte einbrachen. Dies führte zu einem riesigen Konjunkturpaket der Regierung, das zwar das Wachstum schnell wieder ankurbelte, die Wirtschaft aber mit Schulden belastete. Die Zentralregierung in Peking sicherte bereits zu, Massenentlassungen zu verhindern.

Im zweiten Quartal droht eine Entlassungswelle

Neben den kleinen Herstellern, die ohnehin kaum rentabel waren, haben die Unternehmen im ausufernden Dienstleistungssektor Chinas - von Restaurants und Hotels bis hin zu Geschäften, Kinos und Reisebüros - die Hauptlast der aktuellen Krise zu tragen, sagen Wirtschaftswissenschaftler. "Die Beschäftigungssituation ist im ersten Quartal in Ordnung, aber wenn das Virus bis Ende März nicht eingedämmt ist, dann werden wir ab dem zweiten Quartal eine grosse Runde von Entlassungen erleben", betont Dan Wang, ein Analyst der Economist Intelligence Unit (EIU).

Er prognostiziert, dass bis zu 4,5 Millionen Jobs verloren gehen könnten. Bereits vor dem Ausbruch des Virus war die Arbeitslosigkeit gestiegen. Die offizielle, auf Umfragen basierende Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 5,2 Prozent. Im April 2018 waren es noch 4,9 Prozent gewesen. Als Grund für den Anstieg gilt der Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten.

Chinesische Wirtschaft bricht ein

Ökonomen haben ihre Prognosen für das Wachstum der chinesischen Wirtschaft im laufenden ersten Quartal gesenkt. Das Investmenthaus Nomura etwa erwartet, dass es sich auf etwa drei Prozent halbieren wird. Ende 2019 waren es noch sechs Prozent gewesen. Steigende Arbeitsplatzverluste könnten Einkommen und Konsum beeinträchtigen. Das wiederum würde die Chance auf eine deutliche Erholung der Wirtschaft verringern, sobald der Ausbruch eingedämmt ist, erläutern Ökonomen.

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