THYSSENKRUPP

thyssenkrupp I 

Valor: 412006 / Symbol: TKA
  • 4.315 EUR
  • -7.18% -0.334
  • 03.04.2020 19:59:02
77 posts / 0 new
Letzter Beitrag
Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Thyssenkrupp erhält

Thyssenkrupp erhält Grossauftrag für Düngemittelkomplex in Äqypten

Der Industriekonzern Thyssenkrupp kann sich über einen Grossauftrag im Anlagenbau-Geschäft freuen. Der ägyptische Chemie- und Düngemittelhersteller NCIC habe einen Auftrag für einen Düngemittelkomplex unterzeichnet, wie der Dax -Konzern am Montag in Essen mitteilte.

18.03.2019 08:35

Das Projekt werde in einem Konsortium mit dem ägyptischen Unternehmen Petrojet umgesetzt. Der Auftragswert für Thyssenkrupp liege im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Aktien der Essener legten am Montag im vorbörslichen Handel um etwas mehr als 1 Prozent zu.

/mis/tav

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Thyssenkrupp und Tata machen

Thyssenkrupp und Tata machen EU-Behörde Zugeständnisse für Stahlfusion

(Ausführliche Fassung) - Thyssenkrupp und Tata Steel haben bei der Europäischen Wettbewerbsbehörde Zugeständnisse für ihre europäische Stahlfusion gemacht. Das Verfahren soll bis zum 5. Juni beendet werden, bisher war von Mitte Mai die Rede.

02.04.2019 12:24

Thyssenkrupp und Tata hätten ein umfassendes Paket eingereicht, um die Freigabe für den Zusammenschluss der europäischen Stahlgeschäfte zu erlangen, bestätigte Thyssenkrupp. "Unsere Vorschläge decken aus unserer Sicht alle von der Kommission vorgetragenen Bedenken ab", erklärte Vorstandsvorsitzender Guido Kerkhoff. Das Angebot sei "weitreichend und ein substantielles Entgegenkommen". Gleichzeitig nannte der Manager die Zugeständnisse für die Joint Venture-Partner akzeptabel und kein Risiko für die industrielle Logik des Gemeinschaftsunternehmens.

Die europäische Behörde hatte wegen Wettbewerbsbedenken im vergangenen Oktober ein vertieftes Prüfungsverfahren eingeleitet. Mit dem geplanten Stahlgemeinschaftsunternehmen steigen Thyssenkrupp und Tata zur Nummer 2 in der Branche hinter ArcelorMittal auf.

Informierten Kreisen zufolge haben Thyssenkrupp und Tata Steel mehrere Anlagen zum Verkauf angeboten und haben dabei vor allem strategische Käufer im Sinn. Auf der Verkaufsliste sollen stehen: Zwei Anlagen für feuerverzinkten Bandstahl für die Autoindustrie in Spanien und Belgien sowie zwei Anlagen für Verpackungsstahl in Belgien und Grossbritannien mit entsprechenden nachgelagerten Aktivitäten. Beim Thema Elektrobänder, das die EU-Kommission ursprünglich ebenfalls adressiert hatte, hat die Behörde ihre Bedenken dem Vernehmen nach aufgegeben. Elektrobänder sind spezieller Stahl für den Elektromaschinenbau.

Bei den abzugebenden Geschäften soll es sich um einen Umsatzanteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich des zukünftigen Gemeinschaftsunternehmens handeln. Die Abgabe von Hochöfen lehnten die Parteien demzufolge ab. Wie aus den Kreisen weiter zu hören war, sehen die beiden Unternehmen wenig Spielraum für weitere Zugeständnisse, sollten diese der Wettbewerbskommission nicht ausreichen./nas/stk/fba

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Arbeitnehmer dringen bei

Arbeitnehmer dringen bei Thyssenkrupp auf Klarheit

Nach dem radikalen Strategiewechsel bei Thyssenkrupp dringt die IG Metall auf rasche Klarheit für die Beschäftigten. "Ich erwarte ein neues Zukunftskonzept für den Stahlbereich", sagte Stahl-Gesamtbetriebsratschef Tekin Nasikkol der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Montag). Er betonte: "Betriebsbedingte Kündigungen hat es bei uns noch nie gegeben und darf es auch in Zukunft nicht geben."

13.05.2019 07:36

Auch der Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler, verlangte von Vorstandschef Guido Kerkhoff rasche und verbindliche Planungen. "Die Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt. Es gibt aber noch keinen Restrukturierungsplan", sagte Giesler der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). "Der Vorstand muss diesen jetzt schnell liefern und sagen, wie er sich das vorstellt. In den nächsten Monaten brauchen wir Klarheit für alle Bereiche."

Thyssenkrupp will - nach dem Aus für die Fusion der Stahlsparte mit dem indischen Konkurrenten Tata und den Plan für eine Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen für Werkstoffe und für Industriegüter - in den kommenden drei Jahren 6000 Stellen streichen, davon 4000 in Deutschland. Personalvorstand Oliver Burkhard hatte am Wochenende auf Twitter geschrieben: "Betriebsbedingte Kündigungen wollen wir vermeiden, sind aber in Ausnahmen (ultima ratio) möglich".

Der Gesamtbetriebsratschef der Stahlsparte sagte: "Wir hatten im Falle des Joint Ventures mit dem Tarifvertrag Zukunft eine langfristige Absicherung für Arbeitsplätze und Standorte. Jetzt haben wir diese Sicherheiten nicht mehr."

Die Entwicklung bei Thyssenkrupp alarmiert auch die katholische Kirche. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck wies am Sonntagabend auf die Sorgen vieler Beschäftigter hin und sagte: "Umso wichtiger ist die gestern erzielte Übereinkunft im Unternehmen, betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden." Er vertraue darauf, dass sich die Sozialpartnerschaft von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite bei Thyssenkrupp erneut bewähren werde und die notwendigen Anpassungen möglichst sozialverträglich gestaltet würden. Ziel müsse es sein, das für Essen und das Ruhrgebiet so wichtige Unternehmen langfristig und verlässlich zu stärken und weiterzuentwickeln.

Nach Ansicht von Anlegervertretern wird es für Thyssenkrupp nun noch schwerer. "Man kann am neuen Ausmass des Stellenabbaus ermessen, wie wichtig der indische Konkurrent Tata als Fusionspartner gewesen ist", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer, der Deutschen Presse-Agentur. "Man hat drei Jahre rumgebastelt an der Stahlfusion. Das sind jetzt verlorene Jahre", betonte er. Auch in die abgeblasene Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen für Werkstoffe und für Industriegüter sei Managementkapazität und Zeit investiert worden. Der Nutzen sei bisher aber nicht sichtbar gewesen.

Den neuen Vorstandsplan, die profitable Aufzugssparte an die Börse zu bringen, sieht Hechtfischer eher als Notlösung. "Thyssenkrupp braucht das Geld, aber auch die Dividende. Die allerbeste Lösung scheint das nicht zu sein", meinte er. Die Gewinnausschüttung des "Prunkstücks" Aufzugssparte müsste man sich künftig mit anderen Aktionären teilen.

Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff hält derweil neben dem Aufzugsgeschäft weitere Verkäufe und Partnerschaften für möglich. "Wenn wir sehen, dass sich die Geschäfte in Partnerschaften oder anderen Strukturen besser entwickeln können, dann werden wir uns dem öffnen", sagte er dem "Handelsblatt". Man sei etwa im Bereich Autoteile für neue Lösungen offen: "Hier sind wir nicht so gross und müssen in einigen Bereichen Restrukturierungen vornehmen. Wenn wir hier künftig eine Partnerschaft eingehen, dann müssen wir nicht unbedingt die Mehrheit halten."/sck/kf/hff/vd/fbb/DP/jha

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Thyssenkrupp schreibt rote

Thyssenkrupp schreibt rote Zahlen

Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp bekommt die konjunkturelle Abkühlung zu spüren und hat ein schwaches zweites Quartal verzeichnet. Eine schwächere Nachfrage im Komponentengeschäft und in der Stahlsparte sowie steigende Verluste im Anlagenbau liessen das operative Ergebnis in den Monaten Januar bis März sinken, wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte. Unter dem Strich stand ein Verlust - auch wegen höherer Rückstellungen für eine erwartete Kartellstrafe im Stahlbereich.

14.05.2019 07:08

Das bereinigte Ergebnis sank um knapp 30 Prozent auf 353 Millionen Euro. Unter den Thyssenkrupp-Geschäften erreichte die Werftensparte nach einem leichten Verlust im Vorjahresquartal eine schwarze Null. Die Aufzugsparte verzeichnete einen leichten Ergebnisrückgang. Im Anlagenbau weitete sich der Verlust jedoch aus - hier wirkten sich niedrigere Margen bei Projekten negativ aus. Deutliche Rückgänge verzeichnete das Komponentengeschäft, dass unter der konjunkturellen Eintrübung litt, sowie die Stahlsparte, die unter anderem eine geringere Nachfrage aus der Automobilindustrie verzeichnete.

Der Nettoverlust belief sich auf 99 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 240 Millionen Euro im Vorjahr. Negativ wirkten sich dabei auch die Erhöhung der Rückstellung für eine erwartete Kartellstrafe im Stahlgeschäft auf etwas mehr als 100 Millionen Euro aus. Der Umsatz nahm leicht um 2 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro zu, der Auftragseingang um 1 Prozent auf rund 10,4 Milliarden Euro. Die Stahlsparte wird dabei für das zweite Quartal weiterhin als "nicht fortgeführtes Geschäft bilanziert - trotz des geplatzten Zusammenschlusses mit dem europäischen Geschäft von Tata Steel. Der Bereich soll zum dritten Quartal wieder eingegliedert werden. Dann würden auch die derzeit ausgesetzten planmässigen Abschreibungen auf die Sparte wieder auf der Konzernebene wirksam, erläuterte Thyssenkrupp. Diese würden sowohl das Ergebnis im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres als auch den Vorjahreszeitraum nachträglich belasten.

Thyssenkrupp hatte am Freitag für einen Paukenschlag gesorgt und sowohl die geplante Stahlfusion mit Tata Steel als auch die vorgesehene Aufteilung des Konzerns abgesagt. So sah das Dax -Unternehmen keine Chance mehr, von der EU-Kommission die nötige Genehmigung für die Stahlfusion zu erhalten. Dabei hatte Konzernchef Guido Kerkhoff bereits auf ein schwaches erstes Halbjahr hingewiesen und eingeräumt, dass die aktuelle Entwicklung unter den Erwartungen läge. Vor allem die Ergebnissituation in der Stahlsparte nannte er "sehr schlecht".

Mit der Absage der Stahlfusion, der schlechten Ergebnisentwicklung sowie dem schwachen Aktienkurs sah Kerkhoff dann auch keine Chance mehr für seine Aufspaltungspläne und vollführte eine 180-Grad-Wende bei der Strategie. Diese sieht nun den Börsengang des Aufzuggeschäfts vor. Die Zentrale soll verschlankt werden, Kosten gesenkt und die übrigen Geschäfte mehr Freiraum erhalten. Für die Komponentensparte und den Anlagenbau sucht Kerkhoff Partner, dabei signalisierte er bereits, dort nicht unbedingt die Mehrheit behalten zu müssen. Zudem sollen 6000 Stellen gestrichen werden, davon wie geplant 2000 in der Stahlsparte. Zwei Drittel des Abbaus entfallen dabei auf Deutschland.

Die Jahresprognose hat der Konzern im Zuge dessen bereits gesenkt. Durch die Wiedereingliederung des Stahlgeschäfts fallen die ausserordentlichen Erträge weg, mit denen Thyssenkrupp bereits gerechnet hat. Dazu kommt die erwartete Kartellstrafe. Inklusive des Stahls erwartet das Unternehmen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr einen Rückgang des bereinigten operativen Ergebnisses (Ebit) von vergleichbar 1,4 Milliarden auf 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro sowie unter dem Strich einen Verlust. Hier war Thyssenkrupp zuvor von einer deutlichen Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen, als ein Gewinn von 60 Millionen Euro erzielt worden war./nas/he

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Thyssenkrupp-Stahlchef Goss

Thyssenkrupp-Stahlchef Goss vor der Ablösung

Bei Thyssenkrupp steht nach dem Aus der Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata der langjährige Chef der Stahlsparte, Andreas Goss, vor der Ablösung. Derzeit würden mit Goss "Gespräche zur Auflösung seines Vertrags geführt", teilte Thyssenkrupp am Montag mit. Die Gespräche seien noch nicht beendet. Zuvor hatte die "WAZ" (Dienstagausgabe) über die bevorstehende Trennung von Goss berichtet.

27.05.2019 17:33

Goss ist seit 2014 Chef der Stahlsparte von Thyssenkrupp. Er sollte das Gemeinschaftsunternehmen mit Tata führen. "Da das Joint Venture mit Tata Steel nicht zustande kommen kann, geht es nun darum, Thyssenkrupp Steel Europe zukunftsfähig aufzustellen", erklärte Thyssenkrupp weiter. Die Gespräche mit Goss stünden in diesem Zusammenhang. Ergebnisse stünden unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien.

Thyssenkrupp hatte die Stahlfusion mit Tata nach Gegenwind aus der EU-Kommission gestoppt. Zugleich blies Konzernchef Guido Kerkhoff die geplante Aufspaltung des Konzern in zwei eigenständige Aktiengesellschaften ab. Entgegen den ursprünglichen Plänen bleibt der Stahl ein Kernbereich des Konzerns./hff/DP/he

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Totgesagte leben länger:

Totgesagte leben länger: Thyssens Puls schlägt noch aus Stahl

Eigentlich wollte Thyssenkrupp das Stahlgeschäft auslagern. Nach dem Scheitern eines Joint Ventures spielt die Sparte wieder eine grössere Rolle. Doch der Druck nimmt wegen schwacher Nachfrage und hoher Kosten zu.

14.07.2019 15:12

Vom Abstellgleis zurück ins Zentrum des Geschehens: Nach dem Aus für das Joint Venture mit Tata Steel wird die vom Vorstand zuletzt ungeliebte Stahlsparte bei Thyssenkrupp wieder eine größere Rolle spielen. "Die anderen Bereiche haben, mit Ausnahme der Aufzüge, nicht so eine Marktposition", erläutert Michael Muders, Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft Union Investment, in einem am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Interview.

Wegen der Überkapazitäten in der Branche hält Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff zwar weiter eine Konsolidierung der europäischen Stahlbranche für sinnvoll, größere Zusammenschlüsse haben aber wegen des Widerstands der EU-Wettbewerbshüter kaum Aussicht auf Erfolg. Thyssen müsse die Stahlsparte auf Vordermann bringen, betont Muders. Union zählt zu den 20 größten Aktionären des Konzerns.

"In den anderen Geschäftsbereichen sollte man Partnerschaften suchen oder Verkäufe tätigen", erklärt Muders, der bei Union für die milliardenschweren deutschen Aktienfonds zuständig ist. Thyssenkrupp stellt neben Stahl und Aufzügen auch Anlagen, Autoteile und U-Boote her. "In Deutschland ist eine Fusion im Stahlbereich wohl aus Kartellgründen kaum möglich." Damit wäre Salzgitter aus dem Rennen. Das gleiche gilt wohl für die europäischen Rivalen ArcelorMittal und Voestalpine.

"Es wird wohl im Stahl kurzfristig ein Restrukturierungsprogramm geben", sagt Muders. Vorstandschef Kerkhoff hat dies bereits anklingen lassen: "Ohne das Joint Venture werden wir nun aus eigener Kraft auf die vielfältigen Herausforderungen im Stahlmarkt reagieren müssen, um das Geschäft zukunftssicher aufzustellen." Das - wie im Falle des Joint Ventures - 2000 der 27.000 Jobs in der Stahlsparte wegfallen, ist bereits klar. Stahlbetriebsratschef Tekin Nasikkol hat eine klare Zukunftsstrategie gefordert: "Wir sind jetzt Kerngeschäft. In das muss investiert werden. Reine Restrukturierungspläne und harte Sparprogramme lehnen wir ab."

"Auf Exzellenz trimmen"

Zu den besten Zeiten fuhr Thyssenkrupp mit dem Werkstoffgeschäft Milliardengewinne ein. Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 war die Sparte mit einem operativen Gewinn von 687 Millionen Euro neben den inzwischen vor einem Börsengang stehenden Aufzügen der größte Gewinnbringer. "Stahl ist zwar ein zyklisches Geschäft. Wenn der Zyklus aber richtig ausschlägt, war das auch immer ein schöner Ergebnisbringer", betont der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer.

Ein weiterer Top-20-Investor, der namentlich nicht genannt werden will, schließt für das Stahlgeschäft eine Lösung mit Salzgitter nicht völlig aus, aber in kleinerer Dimension. "Da ein Zusammenschluss wegen der Kartellhürden schwer vorstellbar ist, könnte man auch Einzelteile zusammenlegen." Interesse an Teilen von Thyssenkrupp Steel Europe wird auch dem russischen Severstal-Konzern nachgesagt, derzeit hat dies aber wegen der politischen Differenzen mit Russland keine Aussicht auf Erfolg. Auch eine Partnerschaft mit einem asiatischen Hersteller mache keinen Sinn, betont Union-Mann Muders. "Man sollte sich darauf konzentrieren, sein Geschäft auf Exzellenz zu trimmen."

Denn in dem konjunkturanfälligen Stahlgeschäft geht es derzeit wieder abwärts. Die Nachfrage schwächelt und die Kosten für Eisenerz explodieren. Der Druck, das Stahlgeschäft wetterfest zu machen, nehme stetig zu, warnt ein Experte. "Die Margen werden deutlich in den Keller gehen. Die Zahlen in den nächsten zwölf Monaten werden schwach sein." Für Kerkhoff, der wegen seines strategischen Hin und Her ohnehin in Ungnade an der Börse gefallen ist, wird die Situation dadurch nicht einfacher. "Egal was gemacht wird, der nächste Schuss muss sitzen", warnt Anlegerschützer Hechtfischer. "Sonst sieht es für alle Beteiligten, sowohl für das Management als auch die Aktionäre, düster aus." 

(Reuters)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Thyssenkrupp stellt Geschäfte

Thyssenkrupp stellt Geschäfte auf Prüfstand - Prognose gesenkt

(neu: Details, Hintergrund) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp treibt seinen Umbau voran, mit dem der Konzern profitabler und wettbewerbsfähiger werden will. Dabei stellen die Essener weitere Geschäfte auf den Prüfstand, die derzeit Geld verbrennen. Beim geplanten Börsengang für die Aufzugssparte fährt das Management um Konzernchef Guido Kerkhoff zweigleisig und prüft auch Kaufangebote von möglichen Interessenten. Nach einem schwachen dritten Quartal senkte der kriselnde Konzern zudem seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

08.08.2019 07:46

Die Steigerung der Leistungsfähigkeit habe für Thyssenkrupp oberste Priorität, erklärte das Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage des Quartalsberichts in Essen. "Dass Geschäfte ohne klare Perspektive dauerhaft Geld verbrennen und damit Wert vernichten, den andere Bereiche erwirtschaftet haben, wird es jedenfalls in Zukunft nicht mehr geben", betonte Kerkhoff. Zur Disposition stellte der Konzern das Geschäft mit Federn und Stabilisatoren für die Automobilindustrie sowie mit Grobblechen. Ebenfalls auf der Liste steht der Bau von Produktionsanlagen für die Automobilindustrie. Die drei Bereiche stünden für vier Prozent des Konzernumsatzes, aber für ein Viertel des im laufenden Geschäftsjahr zu erwartenden Kapitalabflusses.

Für die Geschäfte soll nun ein Sanierungskonzept erstellt werden. Sollte eine Restrukturierung nicht gelingen oder möglich sein, würden andere strategische Optionen geprüft. "Für eine Weiterentwicklung sehen wir durchaus Chancen, aber nicht notwendigerweise unter dem Dach von Thyssenkrupp", so Kerkhoff.

Gleichzeitig treibt das Management die Restrukturierung voran - die Zentrale soll verschlankt werden, Kosten gesenkt und die übrigen Geschäfte mehr Freiraum erhalten. Für die Automotive-Geschäfte sei dabei Grösse entscheidend, wenn es um die Transformation in Richtung E-Mobilität und autonomes Fahren gehe. Im Anlagenbau stelle sich angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks vor allem aus Asien die Frage, ob sich die Geschäfte durch Partnerschaften oder Zusammenschlüsse besser entwickeln können. Kerkhoff hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt signalisiert, in den beiden Bereichen nicht unbedingt die Mehrheit behalten zu müssen. In den Materialgeschäften sieht der Konzern weiter Konsolidierungsoptionen.

Ein wichtiger Baustein ist zudem ein Börsengang der Aufzugsparte, des wertvollsten Teils von Thyssenkrupp. Die Vorbereitungen liefen nach Plan. Je nach Marktlage strebe Thyssenkrupp im Laufe des kommenden Geschäftsjahres 2019/20 an. Gleichzeitig prüfe der Konzern aber auch "die vorliegenden Interessensbekundungen potenzieller Interessenten", erklärte Kerkhoff. Nach der Sparte sollen früheren Medienberichten zufolge sowohl Konkurrenten als auch Finanzinvestoren ihre Fühler ausgestreckt haben.

Probleme bereitet Thyssenkrupp derzeit das Stahlgeschäft. Dieses schnitt im dritten Quartal besonders schwach ab und leidet unter Überkapazitäten, Preisdruck und hohen Rohstoffkosten. Nachdem die Fusion mit dem europäischen Geschäft von Tata Stell geplatzt ist, arbeitet das Management an einem Restrukturierungsplan, der auch den Abbau von 2000 Stellen vorsieht. Insgesamt will thyssenkrupp im Zuge des Umbaus 6000 Stellen streichen. Details zum neuen Stahlkonzept, dem Stellenabbau sowie den Ergebnissen aus der Überprüfung der zur Disposition stehenden Bereiche will Thyssenkrupp bis Ende des Kalenderjahres veröffentlichen.

Nach einem schwachen dritten Quartal und schlechter Geschäfte im Stahl senkte Thyssenkrupp die Prognose für das Geschäftsjahr 2018/19 deutlich. Das Unternehmen erwartet für das am 30. September endende Geschäftsjahr nunmehr ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 800 Millionen Euro, wie Thyssenkrupp weiter mitteilte. Zuvor war der Konzern von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro ausgegangen.

Zudem geht Thyssenkrupp nun von einem höheren freien Kapitalabfluss (negativer freier Cashflow) vor Zu- und Verkäufen aus. Bei dieser von Analysten stark beachteten Kennziffer erwartet das Unternehmen nun einen Abfluss von mehr als einer Milliarde Euro. Zuvor wurde ein negativer freier Cashflow im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich prognostiziert. Unter dem Strich dürfte Thyssenkrupp rote Zahlen schreiben, bekräftigte der Konzern frühere Aussagen. Die Mittelfristprognose bestätigte der Konzern.

"Mit der Geschäftsentwicklung in den ersten 9 Monaten können wir insgesamt nicht zufrieden sein", kommentierte Kerkhoff. Im dritten Quartal brach das bereinigte Ebit (Gewinn vor Steuern und Zinsen) um fast ein Drittel auf 226 Millionen Euro ein. Das lag in etwa im Rahmen der Erwartungen der Analysten, die mit 229,5 Millionen gerechnet hatten. Für den Rückgang waren massgeblich das Stahlgeschäft und der Stahlhandel verantwortlich. Der Stahlbereich litt unter einer schwächeren Nachfrage als Folge der sich abschwächenden Konjunktur, niedrigeren Preisen sowie hohen Rohstoffkosten insbesondere für Eisenerz. Deutliche Rückgänge gab es auch im Komponentengeschäft, das unter der schwachen Automobilindustrie litt.

Getragen wurde das Ebit vom Aufzugsgeschäft, in dem Thyssenkrupp mit bereinigt 239 Millionen Euro mehr verdiente als der ganze Konzern zusammengenommen. Das Anlagengeschäft konnte seine Verluste dagegen fast halbieren, das im Vorjahr ebenfalls rote Zahlen schreibende Marinegeschäft erreichte eine schwarze Null.

Unter dem Strich musste Thyssenkrupp einen Fehlbetrag von 94 Millionen Euro hinnehmen, was jedoch eine Verbesserung von knapp 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellte. Der Umsatz stagnierte bei 10,8 Milliarden Euro. /nas/fba

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Thyssenkrupp steigt aus Dax

Thyssenkrupp steigt aus Dax ab - MTU steigt auf

(neu: mehr zum Abstieg von Thyssenkrupp) - Thyssenkrupp zählt nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen in Deutschland. Der Essener Industrie- und Stahlkonzern muss wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses den Dax verlassen. Das teilte die Deutsche Börse am Mittwochabend in Frankfurt mit. Ersetzt wird der Traditionskonzern in dem Leitindex durch den Triebwerksbauer MTU .

04.09.2019 22:30

In den MDax steigen CTS Eventim und Compugroup auf, beides bislang SDax -Werte. Norma und Deutsche Euroshop steigen dafür aus dem MDax in den SDax ab.

Aumann fällt aus dem SDax heraus, die VW -Abspaltung Traton steigt in den Index für kleine Werte auf.

Der Abstieg aus der Topliga der Börsenwerte ist für den mehr als 200 Jahre alten Industrieriesen ein Prestigeverlust. "Dass uns der Abstieg aus dem Dax enttäuscht, steht ausser Frage. Als Gründungsmitglied wären wir dem Leitindex gern erhalten geblieben", kommentierte Thyssenkrupp-Vorstandschef Guido Kerkhoff das zum 23. September wirksam werdende Ausscheiden. "Man muss aber auch ehrlich sein: Unsere Performance war zu schwach, daher ist der Gang in den MDax die logische Konsequenz", fügte er hinzu.

Thyssenkrupp steckt seit langem in der Krise. Die Finanzdecke ist dünn - auch eine Folge von milliardenschweren Fehlinvestitionen in Stahlwerke in Brasilien und den USA. Die als Befreiungsschlag geplante Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata wurde von der EU untersagt. Kerkhoff sagte daraufhin auch die Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige Unternehmen ab.

Um Geld in die leeren Kassen zu bekommen, plant Kerkhoff den Börsengang oder einen Verlauf der profitablen Aufzugssparte. Ihr Wert wird von Analysten deutlich höher eingeschätzt als der des gesamten Konzerns mit seinen weltweit rund 160 000 Mitarbeitern. Für die Beschäftigten hat der Dax-Abstieg keine direkten Folgen. Sie sind von dem Konzernumbau betroffen, bei dem 6000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, davon 4000 in Deutschland.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETF). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

Kerkhoff will die Chancen nutzen. "Wichtig ist, dass wir den Konzern jetzt neu und profitabler aufstellen, um so das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Darauf liegt unser Fokus, daran arbeiten wir mit aller Kraft", betonte er in seiner ersten Reaktion auf den Dax-Abstieg./hff/DP/fba

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Thyssenkrupp-Chef Kerkhoff

Thyssenkrupp-Chef Kerkhoff soll wieder gehen

Beim deutschen Traditionskonzern Thyssenkrupp steht erneut ein Wechsel an der Führungsspitze an. Konzernchef Guido Kerkhoff soll nach dem Willen massgeblicher Verwaltungsräte nach einem Jahr schon wieder gehen.

25.09.2019 07:49

Der Personalausschuss des Verwaltungsrates habe dem Aufsichtsgremium empfohlen, mit Kerkhoff Verhandlungen über eine zeitnahe Beendigung seines Konzernchef-Mandates aufzunehmen, wie das Unternehmen am Dienstagabend überraschend in Essen mitteilte. Verwaltungsratschefin Martina Merz solle interimistisch - für eine maximale Dauer von zwölf Monaten - als Chefin in die Geschäftsleitung entsandt werden.

Gründe für den ungewöhnlichen Schritt wurden zunächst nicht genannt. Dem Vernehmen gab es zuletzt auch unterschiedliche strategische Vorstellungen. Das Verwaltungsratspräsidium habe sich neue Führungskräfte gewünscht, hiess es.

Kerkhoff steht erst seit Mitte Juli 2018 an der Spitze des Industriekonzerns. Er hatte eigentlich einen Vertrag bis 30. September 2023. Der einstige Finanzchef sollte Thyssenkrupp nach dem turbulenten Abgang des früheren Konzernchef Heinrich Hiesinger wieder stabilisieren.

Weiter empfahl das Präsidium des Verwaltungsrates, Siegfried Russwurm nach Übernahme des Konzernvorsitzes durch Martina Merz interimistisch zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates zu wählen, wie es hiess. Der Verwaltungsrat werde zeitnah in einer ausserordentlichen Sitzung über die Empfehlungen des Präsidiums und des Personalausschusses beraten.

Thyssenkrupp zählt seit einigen Tagen nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen in Deutschland. Der Essener Industrie- und Stahlkonzern musste wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses den Dax verlassen. Ersetzt wurde der Traditionskonzern in dem Leitindex durch den Triebwerksbauer MTU.

Thyssenkrupp steckt seit langem in der Krise. Die Finanzdecke ist dünn - auch eine Folge von milliardenschweren Fehlinvestitionen in Stahlwerke in Brasilien und den USA. Die als Befreiungsschlag geplante Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata wurde von der EU untersagt. Kerkhoff sagte daraufhin auch die Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige Unternehmen ab.

Um Geld in die leeren Kassen zu bekommen, hatte Kerkhoff den Börsengang oder einen Verkauf der profitablen Aufzugssparte geplant. Ihr Wert wird von Analysten deutlich höher eingeschätzt als der des gesamten Konzerns mit seinen weltweit rund 160'000 Mitarbeitern.

Für die Beschäftigten hat der Dax-Abstieg keine direkten Folgen. Sie sind von dem Konzernumbau betroffen, bei dem 6000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, davon 4000 in Deutschland. Kerkhoff wollte nach früheren Angaben die Chancen nutzen. "Wichtig ist, dass wir den Konzern jetzt neu und profitabler aufstellen, um so das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen", hiess es kürzlich.

(SDA)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Weiter Unruhe bei

Weiter Unruhe bei Thyssenkrupp - Gewerkschaft kritisiert Kerkhoff

Bei Thyssenkrupp hält die Unruhe an. Für Diskussionen sorgt die profitable Aufzugssparte des Stahl- und Industriekonzerns. Das "Handelsblatt" (Donnerstag) hatte gemeldet, der schwedische Grossaktionär Cevian verlange eine Sonderdividende für die Anteilseigner aus einem Verkauf des Aufzugsgeschäfts. Cevian habe die Ausschüttung von mindestens der Hälfte der erwarteten Erlöse von 18 Milliarden Euro gefordert. Das habe der vor der Ablösung stehende Vorstandschef Guido Kerkhoff rundheraus abgelehnt. Der Finanzinvestor wollte sich auf Anfrage nicht äussern. Cevian hält 18 Prozent an Thyssenkrupp.

26.09.2019 19:20

Eine entscheidende Rolle kommt der Krupp-Stiftung zu, die mit rund 21 Prozent der grösste Aktionär von Thyssenkrupp ist. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Markus Grolms von der IG Metall glaubt nicht, dass die Stiftung zu einer Sonderausschüttung ihre Zustimmung gibt. "Ich habe von der Stiftung noch nie gehört, dass sie eine Sonderausschüttung unterstützen würde - und kann mir auch nicht vorstellen, dass das passiert", sagte er der "WAZ". Die Arbeitnehmer hätten das grösste Interesse daran, eine Sonderausschüttung zu verhindern, "und genau das werden wir auch tun", kündigte der Gewerkschafter an. Von der Stiftung gab es keine Stellungnahme.

Grolms begründete die geplante Ablösung von Kerkhoff mit fehlenden Erfolgen des Managers. "Kerkhoff ist ein guter Trainer, der zu lange kein Spiel mehr gewonnen hat." Der Gewerkschafter ist auch Mitglied des Aufsichtsratspräsidiums, das empfohlen hatte, den bis 2023 laufenden Vertrag mit dem Vorstandschef aufzulösen. Die Führung des Konzerns soll für maximal zwölf Monate die bisherige Aufsichtsratschefin Martina Merz übernehmen. Thyssenkrupp steckt seit langem in der Krise. Zuletzt hatte der schlingernde Konzern die prestigeträchtige Mitgliedschaft im Dax eingebüsst.

Angesichts der Turbulenzen an der Spitze von Thyssenkrupp forderte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) den Erhalt des Traditionskonzerns. "Es muss alles getan werden, dass es nicht zu einer Zerschlagung kommt und dass das Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt", sagte Laschet am Donnerstag in Düsseldorf. Für den Erhalt von Thyssenkrupp seien aber Strukturreformen notwendig./hff/DP/he

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Neue Thyssenkrupp-Chefin

Neue Thyssenkrupp-Chefin treibt Umbau nach Verlust voran

(Ausführliche Fassung) - Hohe Verluste, keine Dividende für die Aktionäre: Für Thyssenkrupp endet ein turbulentes Geschäftsjahr ohne versöhnlichen Abschluss. Die neue Frau an der Spitze, Martina Merz, will daher den Umbau vorantreiben, um die Profitabilität des Konzerns wieder herzustellen. Doch das kostet zunächst einmal. Da auch der konjunkturelle Rückenwind fehlt, dürfte das Unternehmen im neuen Geschäftsjahr 2019/20 noch tiefer in die Verlustzone rutschen. Die Mittelfristziele wurden ebenfalls verschoben.

21.11.2019 07:52

"Wir drehen gerade jeden Stein im Unternehmen um", sagte Merz am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz. Sie hatte Ende September den glücklosen Guido Kerkhoff abgelöst. "Die Performance etlicher unserer Geschäfte ist nicht zufriedenstellend. Das hat auch damit zu tun, dass notwendige strukturelle Verbesserungen und Restrukturierungen nicht mit der notwendigen Konsequenz umgesetzt wurden", so die Managerin. Dies wolle der Vorstand nun angehen. "Zügig und systematisch."

Im Zentrum steht neben einer möglichen Trennung vom Aufzuggeschäft zunächst der Anlagenbau sowie das Geschäft mit Autokomponenten. Der Anlagenbau, der zur Zeit Verluste schreibt, soll operativ wieder in die Spur gebracht werden. Gleichzeitig prüft Thyssenkrupp die Möglichkeit, das Geschäft mit Partnern oder unter einem neuen Dach weiterzuentwickeln, hiess es vom Unternehmen. Derzeit stelle Thyssenkrupp Informationen zusammen, um "zeitnah" Gespräche mit möglichen Interessenten aufnehmen zu können. Der Anlagenbau hatte sich zuletzt mit einigen Projekten verhoben. Wegen der mauen Konjunktur kämpft der Bereich mit einer zu geringen Auslastung. Grossaufträge fehlen.

Auch im Autozuliefergeschäft will die neue Chefin umbauen. Im Geschäftsfeld System Engineering, das Komponenten rund um die Themen Karosserie und Antriebsstrang für die Automobilindustrie fertigt sowie Automatisierungslösungen für elektrische Speicher- und Antriebssysteme anbietet, sollen etwa 640 Stellen abgebaut werden. Insgesamt hat Thyssenkrupp für Restrukturierungen im laufenden Geschäftsjahr einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag vorgesehen.

Auch die Zentrale soll verschlankt werden. So sollen beim Komponentengeschäft sowie beim Anlagenbau die Führungsgesellschaften weitgehend aufgelöst werden. Damit bestätigte Thyssenkrupp frühere Spekulationen in diese Richtung. In der Zentrale soll die Zahl der zentralen Funktionen von 15 auf 10 reduziert werden. Die Zahl der knapp 800 Mitarbeiter werde auf etwa 430 in den kommenden 12 Monaten reduziert.

Bei seinem zur Disposition stehenden Aufzuggeschäft hat sich Thyssenkrupp noch nicht entschieden. So lägen dem Konzern indikative Angebote von strategischen Investoren sowie von Finanzinvestoren vor. Nach einer Due Diligence erwarte Thyssenkrupp bindende Angebote als Basis für potenzielle Verhandlungen im neuen Jahr. Namen nannte der Konzern keine. Auch ein möglicher Börsengang soll weiter verfolgt werden. Mit einer Entscheidung für eine der Optionen rechnet der Konzern im ersten Quartal 2020.

Zuletzt soll noch ein Konsortium aus den Investoren Blackstone , Carlyle und dem Canada Pension Plan Investment Board sowie ein weiteres aus Advent, Cinven und Abu Dhabi Investment Authority für die Aufzüge geboten haben. Interesse hat auch der finnische Wettbewerber Kone bekundet, dieser könnte sich dabei ebenfalls mit Finanzinvestoren zusammen tun, dabei wurde über CVC und zuletzt auch über die asiatische Hillhouse Capital spekuliert. Analysten trauen dem Aufzuggeschäft einen Wert von bis zu 17 Milliarden Euro zu.

Die Erlöse aus einem Verkauf oder Börsengang braucht der Konzern, um seinen Umbau finanzieren zu können. Auch für das Stahlgeschäft soll es ein Zukunftskonzept geben. Es soll im Dezember dem Aufsichtsrat der Sparte vorgestellt und mit den Arbeitnehmervertretern besprochen werden. Das Geschäft leidet unter Überkapazitäten, Preisdruck und hohen Rohstoffkosten. Nachdem die Fusion mit dem europäischen Geschäft von Tata Steel in diesem Jahr geplatzt war, arbeitet das Management an einem Restrukturierungsplan, der auch den Abbau von 2000 Stellen vorsieht. Insgesamt hat Thyssenkrupp für den Konzern bislang die Streichung von 6000 Stellen angekündigt.

Im vergangenen Geschäftsjahr fuhr Thyssenkrupp wegen der vielen operativen Probleme einen deutlich höheren Verlust ein als im Vorjahr. Dazu drückten Restrukturierungskosten sowie Rückstellungen für ein Kartellverfahren. So stieg der Fehlbetrag im vergangenen Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) um ein Vielfaches von 62 Millionen auf 304 Millionen Euro. Die Dividende strich der Konzern. Analysten hatten auf eine unveränderte Ausschüttung von 0,15 Euro je Aktie gehofft.

Besserung ist für das laufende Jahr nicht zu erwarten. Thyssenkrupp geht im Stahlgeschäft von einer schwächeren Entwicklung aus. Das bereinigte Ebit soll daher das Niveau des Vorjahres von 802 Millionen Euro erreichen. Die Restrukturierungskosten würden zu einem deutlich höheren Verlust führen als im Vorjahr, kündigte Thyssenkrupp an. Analysten hatten dagegen im Vorfeld mit einem Anstieg des bereinigten Ebit sowie der Rückkehr in die Gewinnzone gerechnet. Wegen der schwachen Konjunktur sowie der laufenden Restrukturierung verschob Thyssenkrupp zudem seine Mittelfristziele für das Geschäftsjahr 2020/21./nas/he/fba

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Aufzugsparte von Thyssenkrupp

Aufzugsparte von Thyssenkrupp soll profitabler werden

Die vor der Trennung von Thyssenkrupp stehende Aufzugsparte will ihre Profitabilität in den kommenden Jahren deutlich verbessern. Dazu soll die Angebotspalette standardisiert, die Produktion verbessert und die Verwaltung schlanker aufgestellt werden, wie Thyssenkrupp am Mittwoch vor Beginn seines Kapitalmarkttages in London mitteilte.

11.12.2019 08:02

So soll in der Verwaltung etwa durch die Verlagerung von Funktionen in so genannte Shared Service Center sowie die Verbesserung der IT in den kommenden drei Jahren weltweit rund 80 Millionen Euro brutto gespart werden.

Den Markt für Aufzüge und Fahrtreppen hält Spartenchef Peter Walker für attraktiv. "Wir erwarten, dass der Markt langfristig wachsen wird", erklärte er und hob hervor, dass sich der Markt auch in der Vergangenheit als robust gegenüber konjunkturellen Schwankungen erwiesen habe. Das Marktvolumen bezifferte er auf weltweit etwa 50 Milliarden Euro. Schätzungen zufolge dürfte die Industrie bis 2024 um mehr als 3 Prozent jährlich zulegen. Etwas stärker dürfte dabei mit 4 Prozent das Servicegeschäft wachsen. Dabei profitiert der Markt von der zunehmenden Urbanisierung.

Dienstleistungen sind das wichtigste Produkt der Aufzugsparte von Thyssenkrupp. Das Geschäft soll ausgebaut und weiterentwickelt werden. Dabei wartet und pflegt Thyssenkrupp nicht nur seine eigenen Aufzüge, sondern auch die anderer Hersteller. Eine digitale Anwendung soll die Effizienz steigern und dem Kunden neue Dienste anbieten.

All das soll helfen, die bereinigte operative Marge (Ebit) im Geschäftsjahr 2020/21 von derzeit rund 11 Prozent auf 11,5 bis 13 Prozent zu verbessern. Der Umsatz soll in den nächsten beiden Jahren wechselkursbereinigt im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Thyssenkrupp will sich von der Aufzugsparte trennen, um die Sanierung des Konzerns zu finanzieren. Wie dies geschehen soll - ob durch einen Teil- oder Komplettverkauf oder einen Börsengang - ist noch offen. Eine Entscheidung soll im ersten Quartal kommenden Jahres fallen, bekräftigte Thyssenkrupp. Die Ausgliederung in ein eigenständiges Unternehmen soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Dabei liege Thyssenkrupp im Zeitplan, sagte Konzernfinanzchef Johannes Dietsch. "Am Ende werden wir uns für die Option entscheiden, die für den Konzern, seine Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter, aber auch für das Aufzuggeschäft das Beste ist." Dass das Geschäft attraktiv sei, zeigten die ersten indikativen Angebote von Finanz- und strategischen Investoren. Analysten trauen dem Aufzuggeschäft einen Wert von bis zu 17 Milliarden Euro zu./nas/fba/stk

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Thyssenkrupp mit hohen

Thyssenkrupp mit hohen Verlusten im ersten Quartal

Der angeschlagene Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp hat auch im ersten Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. Vor allem das Stahlgeschäft lief schwach.

13.02.2020 07:29

Dazu belasteten Restrukturierungskosten für den Konzernumbau, höhere Zinsaufwendungen für Finanzschulden sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der geplanten Trennung vom Aufzuggeschäft. Das Aufzuggeschäft stach bei der Entwicklung der Thyssenkrupp-Geschäfte heraus und war der einzige nennenswerte Gewinnbringer. Ende Februar fällt die Entscheidung über einen Teil- oder Komplettverkauf beziehungsweise einen Börsengang.

Der Nettofehlbetrag belief sich in den drei Monaten per Ende Dezember auf 372 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Essen mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte Thyssenkrupp noch einen Gewinn von 60 Millionen Euro erzielt. Analysten hatten im Vorfeld mit einem wesentlich geringeren Verlust gerechnet.

Dabei machte Thyssenkrupp das schwierige konjunkturelle Umfeld zu schaffen, insbesondere im Stahl und in der Automobilindustrie. Der Umsatz sank leicht um 1 Prozent auf knapp 9,7 Milliarden Euro. Operativ verdiente das Unternehmen bereinigt um Sondereffekte deutlich weniger. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um 77 Prozent auf 50 Millionen Euro ein. Den grössten Ergebnisbatzen lieferte das Aufzuggeschäft, das einen operativen Gewinn von 228 Millionen Euro beisteuerte. Dagegen lieferte das Stahlgeschäft einen Verlust von 164 Millionen Euro, im Vorjahresquartal hatte noch ein kleiner Gewinn von 38 Millionen Euro zu Buche gestanden.

Thyssenkrupp will sich auf das Stahlgeschäft konzentrieren

Thyssenkrupp will sich vom Aufzuggeschäft trennen. Dabei stehe die Transaktion "vor der Entscheidung", wie Vorstandschefin Martina Merz erläuterte. Mehrere Finanzinvestoren sowie Wettbewerber hatte zuletzt Angebote eingereicht, darunter der finnische Aufzughersteller Kone, der annähernd 17 Milliarden Euro in die Hand nehmen will. Theoretisch möglich ist auch immer noch ein Börsengang.

Künftig will sich Thyssenkrupp wieder verstärkt auf den Stahl konzentrieren, die Erlöse aus der Trennung vom Aufzuggeschäft sollen den Konzernumbau finanzieren. Zwei bis drei Jahre veranschlagt Merz für die Sanierung des Traditionsunternehmens mit seinen weltweit mehr als 160 000 Mitarbeitern. In der Stahlsparte gab es dazu zuletzt Unruhe - so tauscht Thyssenkrupp den Chef wegen unterschiedlicher Vorstellungen über die Ausrichtung aus. Premal Desai wird sein Amt Ende Februar niederlegen, übernehmen wird Bernhard Osburg.

Den Ausblick bekräftigte das Unternehmen. Für den Umbau hat Thyssenkrupp einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag reserviert. Da auch der konjunkturelle Rückenwind fehlt, dürfte das Unternehmen im neuen Geschäftsjahr 2019/20 noch tiefer in die Verlustzone rutschen als im Vorjahr, als Thyssenkrupp einen Jahresfehlbetrag von 260 Millionen Euro auswies. Das bereinigte Ebit sieht das Management in etwa stabil bei 802 Millionen Euro. Dabei dürfte sich das Stahlgeschäft schwächer entwickeln.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Thyssenkrupp baut mit

Thyssenkrupp baut mit Partnern Korvetten für Brasilien

Thyssenkrupp hat mit brasilianischen Partnern einen Grossauftrag der Marine des südamerikanischen Landes erhalten.

06.03.2020 06:13

Das Konsortium, bei dem Thyssenkrupp Marine Systems die Federführung hat, soll vier Korvetten liefern. Die Schiffe auf Basis der Meko-Klasse von Thyssenkrupp sollen komplett in Brasilien gebaut werden. Ihre Auslieferung sei zwischen 2025 und 2028 geplant, teilte Thyssenkrupp am Donnerstag mit.

Angaben zum Auftragswert machte Thyssenkrupp nicht. Brasilianischen Medienberichten zufolge beträgt er umgerechnet rund 1,75 Milliarden Euro. Davon dürfte ein grosser Teil bei Thyssenkrupp landen, denn laut Mitteilung soll der lokale Anteil an dem Projekt bei 30 bis 40 Prozent liegen. Thyssenkrupp bringt in die mit dem brasilianischen Embraer-Konzern für das Projekt gegründete Firma die Technologie seiner Schiffe ein. Die Thyssenkrupp-Tochter Atlas Elektronik stellt die Sonarsysteme für die Schiffe her.

Für den deutschen Industriekonzern ist der Vertragsabschluss nach einem Rückschlag wieder ein Erfolg. Zuletzt war Thyssenkrupp Marine Systems bei der Vergabe des 5,3-Milliarden-Euro-Auftrags für deutsche Mehrzweckkampfschiffe (MKS 180) leer ausgegangen.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Presse: Thyssenkrupp will

Presse: Thyssenkrupp will Stellenabbau auch mit Kurzarbeitergeld finanzieren

Nach dem Verkauf der Aufzugsparte für gut 17 Milliarden Euro will Thyssenkrupp die geplante Umstrukturierung einem Pressebericht zufolge teilweise mit Geld aus der Arbeitslosenversicherung finanzieren. Wie das "Handelsblatt" (Montagausgabe) aus Unternehmenskreisen erfuhr, hat der Industriekonzern für 160 Mitarbeiter der Konzernverwaltung sogenanntes Transferkurzarbeitergeld beantragt. Ein Unternehmenssprecher bestätigte laut "Handelsblatt" die Informationen.

08.03.2020 16:44

Die betroffenen Mitarbeiter sollen den Angaben zufolge nun zwischen 60 und 67 Prozent ihres bisherigen Nettoeinkommens aus der Solidarkasse finanziert bekommen. Thyssenkrupp stocke den Anteil aus eigenen Mitteln auf 85 Prozent auf. "Das Transferkurzarbeitergeld ist vom Gesetzgeber genau für die Fälle vorgesehen, in denen ein Unternehmen die Folgen einer strukturellen Krise für die Beschäftigten abfedern muss", zitierte das Blatt den Sprecher./edh

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 03.04.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 26'000
Thyssenkrupp streicht im

Thyssenkrupp streicht im Stahlgeschäft 3000 Stellen

Thyssenkrupp will sein Stahlgeschäft mit dem Abbau von 3000 Stellen sanieren. Dabei sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden, teilte der Industrie- und Stahlkonzern am Mittwochmorgen in Essen mit.

25.03.2020 06:31

Das Unternehmen hatte im Stahlbereich Ende vergangenen Jahres rund 28 000 Mitarbeiter. Vom Stellenabbau sind 2000 Mitarbeiter in der Produktion und 1000 in der Verwaltung betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.

Der Konzern einigte sich mit der IG Metall zudem auf einen bis Ende März 2026 laufenden Tarifvertrag und ein Sofortpaket zur Corona-Krise, das unter anderem die Aufstockung das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufzustocken, falls dieser Schritt notwendig ist. Zudem soll eine tariflich vereinbarte Sonderzahlung in freie Tage umgewandelt werden.

"Wir haben Probleme zu lange aufgeschoben und harte Entscheidungen gescheut", sagte Thyssenkrupp-Vorstand Klaus Keysberg. Der Stellenabbau gebe dem Konzern Spielraum, damit der Stahl langfristig wettbewerbsfähig bleiben kann. Das Ergebnis des Segments soll sich signifikant und nachhaltig verbessern.

Um das zu erreichen, will Thyssenkrupp im Stahlbereich trotz angespannter Kassenlage über die kommenden sechs Jahre insgesamt weitere 800 Millionen Euro oder umgerechnet durchschnittlich etwas mehr als 130 Millionen Euro investieren. Bisher hatte der Konzern geplant, jährlich rund 570 Millionen Euro./zb

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Seiten