Hypothek abschliessen oder warten..?

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Was mit dem Saron auf

Was mit dem Saron auf Schweizer Hypothekarkunden zukommt

Banken und andere Hausfinanzierer werden in den nächsten zwei Jahren bei Geldmarkthypotheken mehr und mehr vom Referenzzins Libor auf den Saron umstellen. In einem Punkt müssen Bankkunden aufpassen.

13.01.2020 07:00

Von Marc Forster

Nationalbank-Direktorin Andréa Maechler schimpfte letzten Monat ein bisschen mit den Banken: Die Finanzinstitute sollten bei der Vergabe ihrer Geldmarkthypotheken zügig damit anfangen, vom Referenzzinssatz Libor abzukehren.

Denn der Libor – voll ausgeschrieben "London Interbank Offered Rate" – wird definitiv nur noch bis Ende 2021 erstellt. Der Libor gibt wieder, zu welchem Zins sich grosse Banken Geld auszuleihen bereit sind. Auf Basis dieses Zinses werden alle viele Finanzprodukte berechnet.

Libor wird Bedeutung verlieren

Beispielsweise steuerte die Schweizerische Nationalbank lange Jahre mithilfe des Libor ihren Leitzins. In einer anderen Anwendung sind sie auch Basis für Hypothekarzinsen: In der Schweiz werden neben Festhypotheken mit fixem Zins auch Hypotheken angeboten, deren Rate sich eben am Libor orientiert. Bis zu 20 Prozent des Schweizer Hypothekenvolumens basiert auf dem Libor.

Weil Banken den Libor mit bewusst falschenZahlenangaben in der Vergangenheit manipuliert haben, ist er in Verruf gekommen und wird Ende 2021 aller Voraussicht nach seine überragende Bedeutung verlieren. In der Schweiz wurde Abhilfe geschaffen: Statt des Libor wird der Saron – "Swiss Average Rate Overnight" – zum Zug kommen. Dieser basiert einem Tagessatz, zu dem sich Finanzinsitute in der Schweiz im Refinanzierungsgeschäft (Repo-Markt) Mittel ausleihen.

Die SNB empfahl den Banken letztes Jahr den Saron offiziell. Daher rührt vielleicht auch, dass Direktorin Maechler Mitte Dezember mit etwas Nachdruck den Wechsel anregte.

Erste Saron-Hypotheken gibt es schon

Noch sind Saron-Hypotheken eine Rarität. Die UBS hat bisher nach eigenen Angaben schon 2019 zwei Mal an Grosskunden eine Saron-Hypothek verliehen und kündigte an, auf dem Schweizer Referenzzins basierende Hauskredite im Laufe von 2020 auch der Kundschaft generell zugänglich zu machen.

Auch Raiffeisen kündigt die Saron-Hypothek für 2020 an. Mit der UBS und Raiffeisen sind damit schon zwei der wichtigsten Wohnfinanzierer der Schweiz an Bord. Auch weitere Banken werden den Saron Ende 2020 wohl im Angebot haben.

Geht es nach Florian Schubiger, Immobilienexperte von der Vergleichsplattform Hypotheke.ch, können Hypothekarnehmer der Umstellung relativ gelassen entgegensehen: "Die Basis der Zinsberechnung ist zwar eine andere, aber die Kunden werden dies nicht gross merken."

Denn, wie Schubiger beobachtet hat, sind der Libor und Saron in den vergangenen Monaten de facto gleich verlaufen. Also in etwa dort, wo die SNB die Zinssätze haben will: Bei grosso modo -0,75 Prozent.

«Banken tun sich schwer»

Libor- und Saronhypotheken sind so genannte Roll-Over-Kredite. Der zugrundeliegende Referenzzins ändert sich laufend, womit sich natürlich auch die Zinszahlung der Kunden immer wieder ändert. Bei der Liborhypothek wird der Zins alle drei Monate, seltener auch jeden Monat, alle sechs oder alle zwölf Monate angepasst.

Beim Saron ist es etwas komplizierter. Der Schweizer Referenzzins ist ein Tagessatz und eine Berechnungsgrundlage für Laufzeiten kann von sich aus zunächst nicht so leicht erstellt werden. So müssen sich Banken für eine Methode entscheiden, mit der ein Zins für eine Laufzeit definiert werden kann. Die SNB hat sieben Methoden ermittelt, wie dies geschehen könnte. An Umsetzungsmöglichkeiten fehlt es demnach nicht.

Trotzdem, wie Adrian Wenger vom Beratungsunternehmen VZ Vermögenszentrum sagt, tun sich die Banken schwer mit der Umstellung. Wenger geht aber davon aus, dass  im Lauf des Jahres 2020 bekannt geben werden, wie sie den Wechsel vollziehen werden. Umstellen dürften sie wohl spätestens im Sommer 2021.

Margenausweitung droht

Für die Kunden droht laut Wenger aber eine Klippe der besonderen Art: Neben den 20 Prozent Geldmarkhypotheken kämen nächstes Jahr vom gesamten Hypothekarvolumen weitere 30 Prozent zur Erneuerung. Also dürften 2021 insgesamt 50 Prozent der Schweizer Hypotheken erneuert werden. "Das birgt die Gefahr, dass die Banken dies zu einer Ausweitung ihrer Margen zum Anlass nehmen", sagt Wenger zu cash.

Geldmarkthypotheken sind für Hausfinanzierer grundsätzlich weniger lukrativ als Festhypotheken. Schon seit einiger Zeit stellen Kunden fest, dass sie mit dem Argument, dass der Libor nicht mehr verwendet werde, zu Festhypotheken gedrängt werden. Die Saron-Einführung wiederum könnte dann bedeuten, dass die vom Zinsgeschäft abhängigen Schweizer Banken dort ihre Einnahmen zulasten des Kunden erhöhen könnten.

Um ein gründliches Studieren und Vergleichen der Angebote kommen Hauskäufer also auch im anbrechenden Zeitalter des Saron nicht herum.

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Keine Schweizer Hypothek ohne

Keine Schweizer Hypothek ohne einen Schuldbrief

Der Schuldbrief ist ein zentrales Element der Immobilienfinanzierung in der Schweiz. Aber kaum jemand bekommen ihn je zu Gesicht. cash.ch beantwortet wichtige Fragen und Antworten dazu.

https://www.cash.ch/news/top-news/immobilienfinanzierung-keine-schweizer-hypothek-ohne-einen-schuldbrief-1349466

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Die Hypothekarzinsen sind

Die Hypothekarzinsen sind trotz Corona-Krise seit Anfang Monat gestiegen

Die Hypothekarzinsen sind in der Schweiz trotz der eskalierenden Coronavirus-Krise seit Anfang Monat wieder gestiegen.

25.03.2020 10:50

Am 5. März lagen die durchschnittlichen Hypothekarzinssätze für fünf Jahre bei 0,93 Prozent und für zehn Jahre bei 1,02 Prozent, wie der Internetvergleichsdienst Moneyland in einer Auswertung feststellte, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Damit erreichten sie beinahe wieder das Allzeittief vom 19. August 2019, als eine fünfjährige Hypothek im Schnitt für 0,92 Prozent und eine zehnjährige für 1,01 Prozent zu haben waren.

"Unter anderem führten die erwarteten Zinssenkungen durch die Notenbanken aufgrund der Corona-Krise zu den tiefen Zinswerten. Marktbeobachter erwarteten deshalb bis vor kurzem noch deutlich tiefere Hypothekarzinssätze infolge der Krise", schrieb Moneyland.

Seit dem 5. März geht es allerdings wieder bergauf und das geliehene Geld für Eigenheime wird teurer. Grund dafür seien die gestiegenen Zinsen am Kapitalmarkt, sagte UBS-Chefökonom Schweiz Daniel Kalt auf Anfrage.

In den Tagen der Börsenpanik hatte auch an den Bondmärkten wegen Gewinnmitnahmen der Ausverkauf eingesetzt nach dem Motto: "Nur Bares ist Wahres." Dies liess die Renditen wieder steigen, auch wenn sich die Lage in den letzten Tagen wieder etwas beruhigt hat.

Dies schlägt auf die Hypozinsen durch, weil sich die Banken am Kapitalmarkt refinanzieren. Mittlerweile kostet eine fünfjährige Hypothek im Schnitt wieder 1,0 Prozent, während für eine zehnjährige 1,2 Prozent verlangt werden.

(AWP/cash)

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