Coronavirus und die Auswirkungen auf die SIX

251 posts / 0 new
Letzter Beitrag
Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Krise dauert wohl bis 2021 an

Coronakrise mindestens bis Ende des Jahres?

Der Präsident des Weltärztebundes rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Corona-Krise. «Diese Problematik wird uns mit Sicherheit bis zum Ende des Jahres begleiten», sagte Frank Ulrich Montgomery der Deutschen Presse-Agentur. Bis ein Impfstoff verfügbar sei, «werden wir unser gesamtes soziales Leben und unser Arbeitsleben umstellen müssen».

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Schlimmer als die Lehman-Rezession

«Was wir jetzt erleben, ist viel schlimmer als die Lehman-Rezession»

Martin Lück ist Anlagestratege bei Blackrock, dem weltgrössten Vermögensverwalter. Die Bodenbildung an den Märkten ist noch nicht erreicht, sagt er im cash-Interview. Er gibt Tipps, wie sich Anleger ausrichten sollen.

cash.ch: Herr Lück, wie beurteilen Sie die Schwere der Coronavirus-Krise auf einer Skala von 1, das heisst leicht, bis 10, ganz schwer?

Martin Lück: Wenn wir die grosse Depression der 30er Jahre mit einer 10 bewerten, dann stehen wir jetzt vielleicht bei 7 oder 8. Die Rezession in den Jahren 2008 und 2009 würde ich, im Vergleich dazu, mit einer 5 oder 6 einstufen. In anderen Worten: Was wir jetzt erleben, ist viel schlimmer als die Lehman-Rezession, auch wenn man die Folgewirkungen in Betracht zieht, die noch eintreten könnten.

Ein Beispiel: Die Arbeitslosigkeit in Norwegen hat sich verfünffacht in bloss vier Wochen. Das ist dramatisch.

Ja, und wenn man dies so laufen liesse, dann würde diese Zahl weiter ansteigen. Nun haben aber viele Länder das Instrument der Kurzarbeit. Damit kann man einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern. Das ist einer der Lerneffekte aus der Lehman-Krise. Das Ifo-Institut hat ausgerechnet, dass nun etwa 6 Millionen Menschen in Deutschland von Kurzarbeit betroffen sein könnten. Ohne das Instrument der Kurzarbeit würde ein Grossteil dieser Menschen wohl ihren Job verlieren.

 

Wie lange können die «Lockdown»-Massnahmen der Regierungen in Kraft sein, bis es für die Wirtschaft ans Lebendige geht?

Da kann man nur Vermutungen anstellen. Die Leute erkennen angesichts der Infektionszahlen, dass man die sozialen und ökonomischen Aktivitäten herunterfahren muss. Es wird aber Punkte geben, wo manche Leute wieder Lockerungen verlangen werden. Dann muss man sich die Frage stellen: Sind jederzeit genügend Kapazitäten im Gesundheitswesen vorhanden, um Menschen mit schweren Krankheitsverläufen zu behandeln? In China zum Beispiel, in Wuhan, war das Gesundheitssystem zu Beginn der Epidemie überfordert. Aus Italien erreichen uns Bilder, die ähnliche Zustände vermuten lassen.

Das heisst?

Solange die Menschen die Bedrohung der Epidemie erkennen, akzeptieren sie die täglichen Einschränkungen und die wirtschaftlichen Folgeschäden. Sollte es allerdings Anzeichen geben, dass die Lage glimpflicher ist, werden die ersten Rufe nach einer Lockerung laut. Dann wird das eintreffen, was auch der Schweizer Wirtschaftsprofessor Thomas Straubhaar prophezeit. Die Gesellschaft wird sich gegen den ökonomischen Schaden wehren.

Auch Donald Trump hat für die USA bereits wieder Lockerungen ins Auge gefasst.

Die Aussagen von Donald Trump beruhen ja nicht immer auf besonders tiefgreifenden Analysen. Ich denke, dass man diese Aussage nicht besonders Ernst nehmen sollte. Gerade die USA mit ihrem Gesundheitssystem, das alles andere als gut vorbereitet ist, sollten dies nicht tun. Aber Donald Trump ist im Prinzip ein extremes Beispiel für den Zwiespalt, in dem wir stecken und wo wir uns die Frage stellen: Wieviel ökonomischen Schaden können wir zulassen? Ich halte es übrigens für illusorisch, dass wir vom jetzigen ‘Lockdown’ gleich zum Normalbetrieb übergehen werden.

Welches wirtschaftliche Szenario für die nächsten Monate halten Sie am wahrscheinlichsten?

Es gibt ein Status-Quo-Szenario, es tritt also keine Verschlechterung ein. Dann gibt es ein mildes Eskalationsszenario, in dem sich die Dinge in den nächsten vier bis acht Wochen verschlechtern - und dann verbessern. Und es gibt ein dramatisches Eskalationsszenario mit einem kompletten Lockdown grosser Volkswirtschaften und einem De-Facto-Stillstand der Weltwirtschaft.

Ihre Einschätzung?

Das Status-Quo-Szenario ist quasi abgehakt. Das wäre vor einer Woche noch einigermassen vorstellbar gewesen. Wir befinden uns zwischen dem milden und dem dramatischen Eskalationsszenario. Die wirtschaftlichen Verwerfungen werden gravierend sein, das sieht man zum Beispiel anhand aktueller Daten wie dem Einkaufsmanagerindex. Und Morgan Stanley schätzt das Wachstum in den USA auf minus 30 Prozent im zweiten Quartal. Wir wissen vor allen Dingen nicht, wie sich die Epidemie in den grossen Volkswirtschaften auswirken wird.

Gibt es diesbezüglich Einschätzungen von Ihrer Seite?

In Deutschland scheint sich die Epidemie relativ langsam auszubreiten. In den USA ist dies aber höchst unsicher. Die Zahlen der Infektionen steigen exponentiell. Das US-Gesundheitswesen wird hoffnungslos überfordert sein. Solange der Markt über diese Entwicklung keine Gewissheit hat, wird auch die Krise an den Finanzmärkten nicht ausgestanden sein. Die Börsenerholung am Dienstag zum Beispiel ist aus meiner Sicht nur ein temporäres Luftholen. Das ist noch nicht der Boden.

Auf welche Signale einer Bodenbildung schauen Sie? Oder was braucht es, damit Vertrauen in die Märkte zurückkehrt?

Das einfachste wäre natürlich das Vorhandensein eines medizinischen Wirkstoffes, es gibt ja ein paar Hoffnungsträger auf dem Gebiet. Die Entwicklung eines Impfstoffes wird noch lange dauern. Der zweite positive Indikator wäre, wenn die Zahl der Neuinfektionen in Italien zurück gingen. Das beobachten wir genau, und das müsste in den nächsten Tagen passieren. Dann würde der Markt daraus folgern, dass wir ähnliche Tendenzen in anderen Ländern hätten und dass wir nun noch ein paar Wochen warten müssten.

Und bis dann kann der Markt aber noch weiter fallen?

Ja, aber wir kämen dann in einen Bereich, wo der Boden sichtbar wird.

Die US-Notenbank hat in der Krise bislang keine gute Falle gemacht, sie hat viele Marktteilnehmer noch mehr verunsichert. Ihr Urteil?

Die erste Massnahme war nicht besonders glücklich. Die Fed hatte die herkömmlichen Mittel einer Zinssenkung eingesetzt. Jetzt hat die Fed nachgelegt und ist sehr weit gegangen mit ihren Instrumentarien. Mehr Spielraum hat die Fed nun gar nicht mehr. Sie feuert aus allen Rohren, und das muss sie tun in der jetzigen Situation. Die Massnahmen zielen erstens darauf ab, den Bankensektor liquide zu halten. Erst in einer zweiten Phase sollen die Fed-Massnahmen den volkswirtschaftlichen Schaden eingrenzen. Ob es reicht, einen grossen Schaden für die US-Wirtschaft fernzuhalten, bleibt abzuwarten.

Es gibt massive Hilfsprogramme in den einzelnen Ländern, auch in solchen mit ausgezeichneter Bonität wie Deutschland, Niederlande oder Schweiz. Könnten diese Länder ihr AAA-Rating verlieren?

Das ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. Wir werden sicher eine Verschlechterung der Credit-Ratings sehen bei staatlichen Emittenten, aber noch mehr im Unternehmensbereich. Ich würde eher davon ausgehen, dass es zu einer noch stärkeren Spreizung kommt zwischen den gut gerateten Ländern und Ländern mit schlechter Bonität.

Wie sollen sich Anleger derzeit positionieren?

In der Rückbetrachtung wird die derzeitige Situation wahrscheinlich nur ein paar Monate gedauert haben. Es wird eine Phase einer sehr starken Erholung mit deutlich steigenden Kursen geben. Für Anleger, die jetzt in Aktien investiert sind, macht es keinen Sinn, zu verkaufen. Natürlich können wir jetzt nochmals 20 bis 30 Prozent verlieren, bis der Boden erreicht ist. Aber ob man dann den richtigen Zeitpunkt wieder schafft, um den Schwung nach oben zu erwischen?

Was empfehlen Sie Investoren denn?

Vernünftig umschichten, wenn es notwendig ist. Zum Beispiel in den Aktienbereich, der eher defensiv ausgerichtet ist. Auf der Zinsseite sollte man auch investiert sein. Denn man sollte in einer Situation wie heute als Anleger nicht nur ruhig bleiben, sondern auch diversifiziert sein. Einen Teil des Portfolios sollte man jetzt auch in Cash halten. Damit man trockenes Pulver hat zum Investieren, wenn die Märkte wieder nach oben gehen. Das kann sehr schnell gehen.

Was sind derzeit die riskantesten Anlageklassen, die bei einem Rebound aber auch am meisten Gewinnpotenzial haben?

Das ist sicher zum einen der hochverzinsliche Bereich und zum anderen Öl, also Rohstoffe. Die Bereiche sind eng verbunden, weil der Energiesektor im amerikanischen «High-Yield»-Markt sehr stark vertreten ist. Wenn sich ein Ende der Krise abzeichnet, wird sich der Ölpreis sehr stark erholen. Ein anderer Bereich sind zyklische Aktien. Ich denke da an die Aktien der Fluggesellschaften oder an die Automobilwerte. Da sehe ich ein enormes Erholungspotenzial.

Martin Lück ist Chefanlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Blackrock, dem grössten Vermögensverwalter der Welt. Der promovierte Ökonom arbeitete zuvor bei der UBS Deutschland, wo er als Chefökonom für Deutschland und Mitglied des European-Economics-Teams beschäftigt war. Zu Lücks früheren beruflichen Stationen zählen Kepler Equities, CAI Cheuvreux und Schröder Münchmeyer Hengst Research.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Vom US-Hilfspaket gehen

Vom US-Hilfspaket gehen bestenfalls psychologische Impulse aus

Der Durchbruch beim zwei Billionen Dollar schweren US-Hilfspaket gegen die Coronavirus-Krise beflügelt die Aktienkurse auch in der Schweiz. Beobachter sehen hierzulande jedoch nur wenige Unternehmen davon profitieren.

25.03.2020 08:14

Von Lorenz Burkhalter

Nach Tagen des politischen Seilziehens haben sich Demokraten und Republikaner in Washington auf ein Konjunkturpaket in Höhe von rund zwei Billionen Dollar geeinigt. Das zumindest erklärten Dienstagnacht die Verhandlungsführer der beiden Lager (cash berichtete). Noch muss im Kongress über das Paket abgestimmt werden. Dass es durchgewinkt wird, gilt allerdings als reine Formsache.

Die Fortschritte rund um das US-Hilfspaket zur Linderung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie sorgen auch am Schweizer Aktienmarkt für Anschlusskäufe. Im vorbörslichen Handel von Julius Bär gewinnt der Swiss Market Index (SMI) weitere 1,2 Prozent auf einen Stand von 8840 Punkten, nachdem er bereits am Vortag um gut 7 Prozent zulegen konnten.

Gefragt sind insbesondere die beiden Grossbankaktien von UBS (+1,6 Prozent) und Credit Suisse (+1,8 Prozent). Ihnen hilft die Hoffnung, dass dank dem Hilfspaket grössere Ausfälle im US-Kreditgeschäft ausbleiben. Gefragt sind zudem konjunkturabhängige Titel wie jene von ABB (+1,7 Prozent) und Adecco (+1,6 Prozent). Die als defensiv geltenden Schwergewichte Nestlé (+1 Prozent) und Roche (+1 Prozent) bremsen den SMI hingegen etwas.

«America first» gilt auch für das Hilfspaket

Beobachter warnen jedoch vor zu viel Euphorie. Zum einen sei bisweilen nur bekannt, dass das US-Hilfspaket Gelder für Krankenhäuser sowie für die Bundesstaaten und Kommunen vorsehe. Finanzielle Hilfe sehe das Paket auch für die angeschlagenen Fluggesellschaften sowie für die Öl- und Gasindustrie vor.

Davon könnten aus Schweizer Sicht höchstens Unternehmen wie Sulzer (+1,3 Prozent) oder der Flughafen Zürich (+0,7 Prozent) profitieren - und auch das bloss indirekt. Als Pumpenhersteller ist Sulzer von der Investitionsbereitschaft von Kunden aus der Öl- und Gasindustrie abhängig. Je höher der Ölpreis, desto höher die Investitionsbereitschaft dieser Kunden. Der Flughafen Zürich ist seinerseits darauf angewiesen, dass die grossen US-Fluggesellschaften die Krise überstehen.

Dow Jones beeinflusst den SMI

Wie aus den Handelsräumen hiesiger Banken verlautet, gehen vom US-Hilfspaket denn auch vorwiegend psychologische Impulse für den Schweizer Aktienmarkt aus. Steigen die Aktienkurse in New York, würden sie für gewöhnlich auch hierzulande steigen, so ist man sich einig. Man ortet die Gewinner des Pakets vorwiegend in den USA selbst.

Und dies nicht ohne Grund, liess die US-Regierung unter dem republikanischen Präsidenten Donald Trump in den letzten Jahren doch keine Zweifel daran, dass US-Unternehmen für sie an erster Stelle kommen.

Begrüsst wird die Aussage Trumps, die Einschränkungen für das zivile und wirtschaftliche Leben in den USA möglichst rasch wieder zurückzufahren. Je früher die Wirtschaft wieder zum courant normal übergehe, desto besser auch für die international tätigen Unternehmen aus der Schweiz.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Italien verschärft Strafen drastisch

Haft bei Bruch von Quarantäne

Vorsichtige Hoffnungen auf eine Besserung haben sich am Dienstag zerschlagen.

Die Zahl der neu gemeldeten Covid-19-Toten ging zuletzt langsam zurück – doch nun wurden erneut mehr als 700 Tote an einem Tag gemeldet

Die Regierung in Italien hat die Strafen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie drastisch erhöht. Wer positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet sei und sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflage halte und die Wohnung verlasse, könne mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden, stand in einem am Dienstagabend (24.03.2020) veröffentlichten Dekret der Regierung in Rom. 

Schon zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte auch höhere Geldstrafen von 400 bis 3000 Euro angedroht. Bisher drohte bei Vergehen eine Strafe von 206 Euro, auch eine Haft von bis zu drei Monaten war möglich. Italiens Polizei hat seit Einführung der Ausgangsverbote im Kampf gegen die Corona-Pandemie am 10. März mehr als zwei Millionen Menschen kontrolliert. Dabei habe es mehr als 100 000 Anzeigen wegen Verstößen gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Kontrolliert wurden zum Beispiel Menschen, die versuchen, aus dem stark von der Covid-19-Krankheit betroffenen Norden in Ferienhäuser und zu Familien in den Süden zu fahren. Das ist nicht erlaubt.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Corona-Krise und Aktien-Crash

Corona-Krise und Aktien-Crash: Das empfehlen jetzt Börsen-Gurus

In der Not hilft es, auf die ganz grossen Profis zu schauen: Die berühmten Börsen-Gurus. cash zeigt, wie Warren Buffett und Co. mit der Krise umgehen – und was sie Anlegern empfehlen.

25.03.2020 20:30

Von Manuel Boeck und Henning Hölder

Anleger haben es derzeit wahrlich nicht leicht. Seit Mitte Februar stürzen die Börsen infolge der Corona-Krise weltweit ab. Ein Boden ist trotz einzelner Rebound-Bewegungen noch nicht gefunden. Vielmehr ist die Börse derzeit eine regelrechte Achterbahnfahrt. Doch nicht nur Aktienwerte leiden.

Auch der Ölpreise krachte wegen des Preiskriegs zwischen Saudi-Arabien und Russland in Keller und selbst Gold – die Mutter aller sicheren Häfen – liess auf Sicherheit bedachte Anleger zuletzt im Stich.

Wie soll man sich als Anleger in solchen Phasen verhalten? Eine Möglichkeit ist, sich anzuschauen, was Börsen-Gurus in diesen Tagen tun. cash hat recherchiert, wie die berühmten Investorenlegenden die Krise einschätzen und was sie Anlegern raten.

Mark Mobius – Tech-Titel und Gold

Mark Mobius, bekannt als "Altmeister der asiatischen Aktie" und Mitgründer von Mobius Capital Partners, sieht auch in der Corona-Krise vielversprechende Investments. So empfiehlt er die Aktien vom IT-Konzern Alibaba zum Kauf. Der chinesische Onlinegigant ist an der New Yorker Börse gelistet und baut seine globale Präsenz laufend aus.

Ein Einstieg könnte laut Mobius bald interessant werden, da der japanische Telekommunikations- und Medienkonzern Softbank Aktien im Wert von 14 Milliarden Dollar verkaufen will. Der Preis für die Aktie könne dadurch attraktiver werden, wie Mobius diese Woche gegenüber Bloomberg TV sagte.

Mobius antizipiert zudem eine kommende Goldstärke. Die jüngsten Verkäufe im Gleichschritt mit Aktien und Öl seien ein Zeichen von Panik. Jetzt sei der Zeitpunkt für Anleger, Gold zu halten oder sogar die Goldbestände zu erhöhen, so Mobius.

Ray Dalio – Wette gegen Europa

Ray Dalio wurde von der Corona-Krise auf dem falschen Fuss erwischt. Dies gab der Gründer des weltweit grössten Hedgefonds Bridgewater Associates kürzlich auch zu. Sein Vorzeigefonds Alpha verlor seit Jahresbeginn mehr als 20 Prozent. Skurril ist, dass Ray Dalio Ende Januar die Konsequenzen der Corona-Krise eigentlich vorhersah.

Damals warnte er vor einer "Flucht in den Qualitätsmarkt" – genau das ist eingetreten. Sein Fehler: Er beschränkte seinen Befund auf Asien. Dass die Krise auch Europa und die USA voll erfassen würde, sah er nicht kommen.

Mittlerweile warnt Dalio inständig vor den Auswirkungen des Coronvirus. So glaubt er, dass die Politiker die wahren Auswirkungen herunterspielten, um eine Panik zu vermeiden. Demensprechend hat der Hedgefondskönig nun auch reagiert. Er geht mit 14 Milliarden Dollar Leerverkaufspositionen in Europa-Aktien ein. Das geht aus von Bloomberg ausgewerteten Mitteilungen zwischen dem 9. und 12. März hervor.

Dalio setzt darauf, dass die Aktienkurse europäischer Unternehmen angesichts der Corona-Pandemie weiter sinken werden. Unter anderem wettet er eine Milliarde Dollar gegen das deutsche Softwareunternehmen SAP sowie 715 Millionen gegen den Halbleiterausrüstungshersteller ASML.

Warren Buffett – viel Cash zum ausgeben

Warren Buffett gibt sich in der Corona-Krise gegen aussen ganz cool. Die Investorenlegende sieht die Krise als Möglichkeit, "attraktive Schnäppchen" zu ergattern. Buffetts Credo, für gute Firmen einen günstigen Preis zu bezahlen, lässt sich derzeit natürlich besser umsetzen als noch vor sechs Wochen. An finanziellen Mitteln fehlt es Buffett jedenfalls nicht. Seine Gruppe Berkshire Hathaway verfügt derzeit über finanzielle Mittel in Rekordhöhe von 128 Milliarden Dollar.

Buffett gehört eindeutig nicht in die Kategorie Weltuntergangspropheten. So glaubt er zwar auch, dass die Pandemie den Fortschritt in den USA und weltweit unterbrechen könnte. "Doch den Fortschritt des Landes oder der Welt wird es nicht aufhalten können", so Buffett einem Interview mit Yahoo von letzter Woche. Laut der Anlageberatungsfirma The Motley Fool setzt Buffett in der Corona-Krise auf diese drei Aktien: Apple, Bank of America und Southwest Airlines.

Carl Icahn – Zerfall der US-Immobilienpreise?

Der Grossinvestor und Milliardär wird gern auch als Corporate Raider – auf deutsch: Heuschrecke – bezeichnet. Momentan wettet Carl Icahn hingegen auf den Zerfall der US-Immobilienpreise im kommerziellen Bereich. Insgesamt fünf Milliarden Dollar setzt er darauf, dass grosse Einkaufszentren wegen ihrer Schulden Konkurs gehen.

Der Coronavirus-Ausverkauf an den Aktienmärkten hat einige Aktien sehr günstig gemacht. Im CNBC-Interview vom 14. März verrät der Starinvestor, wo er im Ausverkauf schon zugelangt hat: Nämlich beim Erdöl- und Erdgaskonzern Occidental Petroleum, beim Autovermieter Hertz und beim PC- und Druckerhersteller HP.

Jim Rogers – Fokus auf Asien

Für die Investorenlegende Jim Rogers ist klar, dass die Folgen der Corona-Krise noch nicht ausgestanden sind. Für die Realwirtschaft sei hauptsächlich die panische Reaktion der Menschen auf das Virus das Problem, sagte er in einem Interview mit der Finanzplattform Kitco News vom 9. März. Rogers vermutet, dass die Corona-Krise eine Rezession hervorrufen wird.

In einem Bärenmarkt gehe nun einmal alles nach unten, inklusive Gold, so Rogers. Trotzdem sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, um in Gold oder Silber einzusteigen. Bei Aktien sieht Rogers vor allem in Asien Potenzial. Momentan seien vor allem asiatische Fluggesellschaften interessant. Denn: Diese seien brutal in Mitleidenschaft gezogen worden und besässen nun grosses Aufholpotenzial, so Rogers.

David F. Swenson – Antizyklischer Käufer

Swensen ist berühmt dafür, das Vermögen der Yale University um mehr als 16 Milliarden Dollar vermehrt zu haben. Seine regelmässig überdurchschnittlich hohe jährliche Kapitalrendite zieht die Aufmerksamkeit zahlreicher Wall-Street-Manager auf sich. Sein Ratschlag: Wenn jemand dem menschlichen Impuls, in der Krise zu handeln, nachgeben will, dann sollte er das Portfolio neu gewichten: "Verkaufen, was gewinnt, kaufen, was verliert. Dieses Konzept ist sehr machtvoll."

Das sagte er dem amerikanischen Hörfunksender npr am 11. März. Dafür gab er ein einfaches Beispiel: Wenn die Aktien im Wert fallen und die Staatsanleihen zulegen, dann sollte man laut Swenson Staatsanleihen verkaufen und Aktien zukaufen. Er rät also zum klassischen antizyklischen Investieren.

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Wegen der Coronavirus-Sorgen

Wegen der Coronavirus-Sorgen schwindet die Zuversicht für Aktien

Angesichts der Sorgen rund um das neuartige Coronavirus sind die Aktienanlegern im März einer Untersuchung zufolge insgesamt pessimistischer geworden.

26.03.2020 07:33

Der vom Finanzdienstleister State Street monatlich ermittelte, globale Investor Confidence Index (ICI) fiel von bereinigt 78,5 Punkten im Februar auf 74,5 Punkte.

Der ICI-Index für Nordamerika sei um 2,9 Punkte auf 67,8 Punkte und der für Europa von 110,6 auf 95,6 Punkte gesunken. Das regionale Barometer für Asien aber stieg laut State Street um 8,7 Punkte auf 94,5 Punkte.

"Die Sorgen rund um Covid-19 haben sich von China weiter nach Europa bewegt, und der Investor Confidence Index spiegelt dies wider", sagte Lee Ferridge, Leiter Multi-Asset Strategy Americas bei State Street Global Markets. Die rasant steigenden Fallzahlen in Europa hätten die Stimmung erstmals seit August wieder unter die neutrale Linie von 100 Punkten gedrückt, und zwar um deutliche 15 Punkte.

Die Stimmung in Nordamerika verschlechterte sich der Untersuchung zufolge gegenüber dem ohnehin schon niedrigen Niveau und näherte sich historischen Tiefstwerten, da die Anleger abwarteten, wie umfassend die steuerlichen und geldpolitischen Massnahmen ausfallen werden. Da die Zahl der aktuellen Fälle in China jedoch zurückgegangen sei, habe sich die Stimmung der Anleger in Asien im März sogar verbessert, was den Rückgang vom Februar weitgehend wieder ausgeglichen habe.

Der Investor Confidence Index misst das Vertrauen beziehungsweise die Risikobereitschaft der Anleger quantitativ, indem er das tatsächliche Kauf- und Verkaufverhalten institutioneller Investoren untersucht. Der Index weist Änderungen bei der Risikobereitschaft der Anleger eine genaue Bedeutung zu: Je höher die prozentuale Verteilung auf die einzelnen Papiere, desto grösser die Risikobereitschaft beziehungsweise das Vertrauen. Ein Wert von 100 ist neutral; dies ist der Wert, bei dem Investoren ihren langfristigen Anteil an risikoreichen Anlagen weder erhöhen noch verringern.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Wie lange halten Staat, Firmen und Bürger durch?

Lockerung / Ausstieg

Nur fehlt bisher ein Konzept dafür. Der deutsche Gesundheitsminister Spahn sagte am Mittwoch zwar, dass er bereits jetzt an Ausstiegsplänen bastele - wie diese aussehen, sagte er aber wohlweislich nicht. "Wir nutzen diese Zeit, um Konzepte nicht nur zu entwickeln, sondern auch für die Umsetzung vorzubereiten, wie wir Beschränkungen schrittweise wieder aufheben können", sagte der CDU-Politiker lediglich und schob in der "Zeit" nach, dass ein Gesamtkonzept bis Ostern stehe.

Aber mit jeder Lockerung und jedem Schritt der Rückkehr zum öffentlichen Leben steigt das Risiko einer erneuten Ansteckungswelle. Spätestens dann brechen ethische Debatten los, was nun wichtiger sei: Der dauerhafte Verlust an Wohlstand oder der an Menschenleben. Und viele europäische Regierungen sind zudem noch dabei, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens weiter zu verschärfen oder gleich bis Juni zu verlängern.

https://www.cash.ch/news/politik/krise-corona-lockdown-wie-lange-halten-...

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Coronavirus: Eidg. Parlament

Coronavirus: Eidg. Parlament trifft sich ab 4. Mai zu ausserordentlicher Session

National- und Ständerat kommen ab 4. Mai 2020 zu einer ausserordentlichen Session zusammen. Das teilten die Präsidien der beiden Räte am Donnerstag mit. Entschieden werden soll über die Notmassnahmen des Bundesrats.

26.03.2020 16:31

Die ausserordentliche Session findet an Stelle der Sondersession statt, wie Nationalratspräsidentin Isabelle Moret (FDP/VD) sagte. Diese hätte zwei Tage gedauert. Die ausserordentliche Session findet nicht im Parlamentsgebäude statt, sondern auf dem Berner Messegelände Bernexpo.

Die Einberufung einer Session hatten sowohl der Bundesrat als auch 32 Ständerätinnen und Ständeräte verlangt. In dem Fall muss eine ausserordentliche Session durchgeführt werden. Weil es um Verpflichtungskredite von mehr als 500 Millionen Franken geht, muss die Session nach den Vorgaben des Finanzhaushaltsgesetzes spätestens in der dritten Woche nach Einreichung des Antrags stattfinden.

Die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte (FinDel) hat bereits grünes Licht gegeben. Die von der Regierung beantragten dinglichen Kredite belaufen sich im Moment auf 30,7 Milliarden Franken. Der grösste Teil davon fliesst in Solidarbürgschaften für Überbrückungskredite. Weitere wichtige Posten sind die Kurzarbeitsentschädigung und Kredite für weitere Massnahmen zu Gunsten der Arbeitslosenversicherung.

Formal geht es um einen dringlichen Verpflichtungskredit mit Vorschuss über 20 Milliarden Franken sowie eine Nachmeldung zum Nachtrag I im Voranschlag 2020 über 10,7 Milliarden Franken. Diese von der FinDel freigegebenen Kredite muss das Parlament nun nachträglich genehmigen. Ebenfalls nachträglich genehmigt werden muss der Armeeeinsatz.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
«Ist es ökonomisch sinnvoll,

«Ist es ökonomisch sinnvoll, Junge einzusperren, um Ältere zu schützen? Diese Frage wird kommen»

Die Wirtschaft kann bald das gleiche Niveau wie vor der Coronakrise erreichen, sagt Joachim Voth, Wirtschaftsprofessor an der Uni Zürich, im cash-Interview. Die Gesellschaft muss vorher aber heikle Fragen beantworten.

https://www.cash.ch/news/top-news/cash-interview-mit-oekonom-joachim-voth-ist-es-oekonomisch-sinnvoll-junge-einzusperren-um-aeltere-zu-1511524

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Gewinneinbrüche: Coronavirus-Krise hinterlässt Spuren

Der Coronavirus-Ausbruch hat Spuren in der chinesischen Industrie hinterlassen.

Konzerne vor allem in den Branchen Berg- und Maschinenbau sowie Energie mussten in den ersten zwei Monaten des Jahres drastische Gewinnrückgänge hinnehmen. Insgesamt verringerten sich die Überschüsse der Industrieunternehmen im Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 38 Prozent, wie das Nationale Statistikamt am Freitag mitteilte. Das ist der grösste Rückgang seit mindestens zehn Jahren. Die Verbreitung des Virus hatte sich in China Ende Januar beschleunigt, als viele Unternehmen gerade für die chinesischen Neujahrsferien ihre Pforten schlossen. Die Wiederaufnahme der Arbeit wurde durch Einschränkungen im Kampf gegen die Pandemie verzögert.

(Reuters)

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Coronavirus führt zu Boom von

Coronavirus führt zu Boom von Sendungen bei Schweizer Post

Bei der Schweizerischen Post gibt es derzeit alle Hände voll zu tun. Das Unternehmen wird mit Paketsendungen überschwemmt.

27.03.2020 07:06

Dies erklärte Post-Chef Roberto Cirillo in einem Interview mit den den "Zeitungen der CH-Media" vom Freitag. "Vor zwei Wochen hatten wir bei den Paketen einen Zuwachs von etwa 15 Prozent gegenüber normalen Zeiten", sagte der Manager. Dies habe aber nochmals stark zugenommen. "Mittlerweile transportieren wir gleich viele Pakete wie üblicherweise vor Weihnachten", betonte er. Und am Mittwoch habe die Post sogar ein Volumen verzeichnet, wie sonst nur am Online-Kauftag "Black Friday", hiess es weiter.

Online-Bestellungen sei momentan meist der einzige Weg, um an gewisse Waren zu kommen. Daher sei die Post in der aktuellen Situation mit der Coronavirus-Ausbreitung sehr wichtig. Die Menschen könnten zu Hause bleiben und die Schweiz stehe dennoch nicht still, erklärte Cirillo weiter. Die Post liefere derzeit zudem etwa dreimal so viel Lebensmittel aus wie üblich - deshalb gebe es lange Wartezeiten und ein Ausbau der Kapazitäten sei innerhalb kürzer Zeit ohnehin unrealistisch.

Bezüglich der Einschränkung von Angeboten sagte der Post-Konzernchef, dass die A-Post nicht mehr in jedem Falle am nächsten Tag zugestellt werden könne. Ausserdem habe man die Öffnungszeiten einiger Filialen reduziert und manche geschlossen, erklärte Cirillo in dem Interview.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Beschleunigte Fußballspiel die Pandemie ?

Atalanta Bergamo gegen Valencia

Champions-League-Spiel in Bergamo als „Megafon für die Verbreitung der Coronavirus-Infektion“

Der Zivilschutz teilt auf Anfrage mit: „Wir haben keinerlei gesicherte Daten, die solch eine These unterstützen.“ Allerdings spricht der Chef der Behörde, Angelo Borrelli, von einem „potenziellen Detonator“. Der Chef des nationalen Gesundheitsbehörde ISS, Silvio Brusaferro, sagt, es sei eine Annahme, die in Betracht gezogen werde. Es sei aber derzeit schwer, sie zu überprüfen.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Lurch
Bild des Benutzers Lurch
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 10.11.2015
Kommentare: 100
Rette sich wer kann!! Crash mit Ansage!

Wer heute Nachrichten geschaut hat, sieht wohl den Crash vor dem Wochenende kommen...Zwischen den Zeilen lesen und hören....

Panik naht.... respektive ist in einigen Ländern schon ON!!

Alles raus! (kleiner Gratistipp...)

New York fällt.... Wochenende kommt .... ich sehe das gerade Ultraschwarz.... alles verkauft und Put gemacht auf SMI

Wie seht ihr das?

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Jedes 6. KMU pleite?

Jedes sechste KMU fürchtet, die Corona-Krise nicht zu überstehen

SDA/tjb 27.3.2020

Die Corona-Krise trifft vor allem die KMU und damit das Mark der Schweizer Wirtschaft hart. Mehr als die Hälfte der kleinen und mittleren Firmen rechnet damit, in den kommenden Monaten in finanzielle Not zu geraten.

Geschlossene Restaurants, Läden, Hotels, Coiffeursalons oder Kulturlokale sowie in ihrem Betrieb eingeschränkte Produzenten oder Händler: Der vom Bundesrat zur Eindämmung des Coronavirus verordnete Lockdown hat für einen Grossteil der KMU grosse finanzielle Belastungen zur Folge. Jedes sechste KMU hält gar den Konkurs für wahrscheinlich, wie eine Umfrage der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigt.

Sinkende Nachfrage ist die Hauptsorge

Am stärksten sei die Sorge vor dem Gang in den Konkurs in der Branche «Wirtschaftliche Dienstleistungen» sowie in der Maschinen- und Elektroindustrie, schreibt die ZHAW in ihrem Communiqué. Allerdings wurde die Umfrage bei 155 KMU online vom 19. bis 21. März durchgeführt, also noch bevor der Bundesrat am 25. März detailliert aufgezeigt hat, wie er den KMU finanziell unter die Arme greifen will.

Die KMU würden besonders unter der nachgebenden Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen leiden, heisst es in der Studie weiter. Zudem verschlechtere sich die Liquidität der Firmen markant. Ein weiteres Problem für die KMU sei die abnehmende Verfügbarkeit von Rohstoffen und Halbfabrikaten.

Geschäftsgang sehr negativ

Daher rechneten mehr als drei Viertel der vor allem im Kanton Zürich befragten KMU mit einer negativen oder sehr negativen Geschäftsentwicklung. Jedes sechste Unternehmen hat bereits Kurzarbeit eingeführt und weitere rund 40 Prozent halten es für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich, dass sie dies in den kommenden 12 Monaten tun werden.

Die Resultate stellten eine Momentaufnahme in der sich rasch verändernden Situation dar, macht die ZHAW klar. Dies sei eine erste Erhebung im Rahmen des «ZHAW Coronavirus-KMU-Panel», in regelmässigen Abständen würden weitere Umfragen folgen. Darin werde die ZHAW auch weitere Teile der Deutschschweiz berücksichtigen.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

maxim
Bild des Benutzers maxim
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 27.12.2011
Kommentare: 313
Coronakrise

Falls das so eintrifft, was gut möglich ist, muss man sich vorstellen können was auf die andere Länder weltweit zukommt deren Firmen- und Haushaltsbugets in viel schlechterem Zustand sind. 
Mit einer Verzögerung wird dann die Schweiz, wegen Nachfragemangel, auch under Räder kommen. Nicht vergessen das jetzt schon die Rufe laut werden man solle die Firmen in domizilländer zurückholen. Viele ausländische Firmen werden auch der Schweiz Rücken drehen, auch unter Druck der Politik( Arbeitslosigkeit in domizilland usw.). Ich hoffe das ich zu schwarz male aber ich fürhte es ziehen dunkle Wolken über unsere Köpfe auf.

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
BR Berset: Krise nicht vor

BR Berset: Krise nicht vor Mitte Mai zu Ende

Gesundheitsminister Alain Berset erwartet, dass die Corona-Krise in der Schweiz nicht vor Mitte Mai zu Ende sein wird. Bis Sonntagmittag gab es 14'336 bestätigte Fälle von Covid-19-Erkrankungen. Laut BAG starben 257 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

29.03.2020 16:32

Es sei verfehlt, zu denken, dass die epidemische Welle die Schweiz treffe, aber dann vorbeigehen und verschwinden werde, sagte Berset im am Samstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "La Liberté" und deren Partnerzeitungen.

Spezialisten sagten, dass das neuartige Coronavirus bleiben werde, hielt Berset fest. Nötig sei, eine Impfung zu entwickeln. Berset schloss eine Ausgangssperre nach dem Vorbild von Italien oder Frankreich nicht aus für den Fall, dass sich die Lage verschlechtern sollte.

Die Anzahl bestätigter Covid-19-Erkrankungen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein stieg auch am Wochenende weiter. Bis Sonntagmittag gab es 14'336 bestätigte Fälle, 1123 mehr als am Vortag. Laut BAG starben 257 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Gemäss den von der Nachrichtenagentur Keystone-SDA starben bis Sonntagmittag gemäss aus den Kantonen bezogenen Zahlen insgesamt 298 Menschen.

280 Menschen müssen derzeit wegen einer Covid-19-Erkrankung künstlich beatmet werden. Das sagte Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Samstag vor den Bundeshausmedien. Das seien 280 Menschen, die um ihr Leben kämpften und hunderte Pflegende, die sich um sie kümmerten.

"Das ist für die Schweiz enorm viel", stellte Koch fest. Allerdings sei keine Intensivpflegestation voll ausgelastet, es könnten noch mehr Erkrankte künstlich beatmet werden. Er hoffe aber sehr, dass sich die Bevölkerung weiterhin diszipliniert verhalte.

Unterdessen werden bereits 20 Patienten aus Frankreich ab Sonntagabend in Schweizer Spitälern gepflegt. Das teilte Frédéric Journes, der französische Botschafter in der Schweiz im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Einige der Patienten sind auf künstliche Beatmung angewiesen.

Kein blockiertes Schutzmaterial mehr

Das Problem der in Deutschland und Frankreich blockierten Lieferungen von Schutzmaterial konnte inzwischen grösstenteils gelöst werden. Das sagte am Samstag Wirtschaftsstaatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch. "Die meisten Waren sind entweder unterwegs oder bereits in der Schweiz angekommen."

Sorge bereiten ihr dafür die weltweit fehlenden Transportkapazitäten. Die Unternehmen müssten sich neu organisieren und neue Lieferwege für Transportgüter suchen, sagte Ineichen-Fleisch in Bern vor den Medien.

Die Staatssekretärin äusserte sich weiter zu den Voranmeldungen für Kurzarbeit. Bis Freitagabend seien 757'000 Gesuche von 59'000 Betrieben eingereicht worden. Das entspreche rund 15 Prozent aller Erwerbstätigen in der Schweiz.

Im Tessin sind zwei von fünf Arbeitnehmern von Kurzarbeit betroffen, wie Ineichen-Fleisch sagte. In einigen weiteren Kantonen betrage die Quote 20 Prozent und mehr. Besonders zu kämpfen haben die Branchen Gastronomie/Hotellerie, Kunst/Kultur, Transport und Handel.

Der Kanton Tessin erhielt am Samstag vom Bundesrat rückwirkend die Ermächtigung, wegen des grassierenden Coronavirus für bestimmte Branchen Betriebsschliessungen oder -einschränkungen anzuordnen. Die Sperrungen führt der Kanton nun bis zum 5. April weiter. Der Notstand bleibt gemäss Vitta bis am 19. April bestehen.

Die Coronakrise hat auch Folgen für die Arbeitslosenquote. Es seien 13'500 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen, sagte Ineichen-Fleisch. Viele Betriebe machten von den Notkrediten des Bundes Gebrauch: Bis Freitagabend seien rund 16'000 Kreditvereinbarungen abgeschlossen worden. Sie sprach von einem "sehr grossen Ansturm".

Maurer schliesst weitere Kredite nicht aus

Finanzminister Ueli Maurer ist überzeugt, dass die kleinen und mittleren Unternehmen von den Hilfsmassnahmen des Bundes profitieren können. Sollte die Krise in zwei bis drei Monaten nicht ausgestanden sein, sei aber klar, dass es mehr Mittel brauche, sagte er am Wochenende in Interviews.

"Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir den Kredit noch einmal erhöhen müssen", sagte Ueli Maurer in der Sendung "Samstagsrundschau" von Radio SRF. Gemeint ist das 20 Milliarden-Hilfspaket, mit dem der Bund Kredite absichert, welche die Banken von der Krise betroffenen Unternehmen gewähren.

Die 20 Milliarden Franken Garantie des Bundes seien eine Schätzung für die sofortigen Bedürfnisse der Wirtschaft gewesen. "Jetzt werden wir sehen, ob das aufgeht", sagte Maurer.

Die Hilfsmassnahmen seien am Donnerstag gestartet, zog Maurer im Interview mit dem "SonntagsBlick" eine vorläufige Bilanz. Über 30'000 Anträge seien eingegangen. Am Donnerstag und Freitag habe der Bund Bürgschaften von 4 Milliarden Franken garantiert. "Wenn es so weitergeht, sind wir in spätestens zehn Tagen ausgeschossen."

Situation an Grenze ist ruhig

Die Situation an der Schweizer Grenze ist derweil laut Christian Bock, Direktor Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV), ruhig. Die meisten hätten sich an das neue Regime gewöhnt.

"Es gibt aber Wermutstropfen: Einige Personen haben den Ernst der Lage immer noch nicht begriffen." Es sei derzeit "nicht die Zeit für Einkaufs- und Tanktourismus" in grenznahen Ausland, stellte Bock klar. Ebenso solle respektiert werden, "dass geschlossene Grenzgänge wirklich geschlossen sind". Durchfahren oder umfahren sei nicht erwünscht.

Bisher wurde 27'000 Personen die Einreise verweigert, das sei innert einer Woche eine Zunahme von 11'000 Fällen. In 250 Fällen seien Bussen in Höhe von 100 bis 300 Franken verteilt worden. Der Warenverkehr laufe normal.

Rund 3000 Armeeangehörige bleiben mindestens bis zum 30. Juni im Dienst. Das sagte Brigadier Raynald Droz am Samstag vor den Bundeshausmedien. Betroffen sind vier Spitalbataillone, acht Sanitätskompanien und zahlreiche Durchdiener von Sanitätsformationen, die im Kampf gegen das Coronavirus die zivilen Behörden unterstützen. Noch nicht entschieden sei, wie lange die Rekruten im Einsatz blieben, die derzeit eine Sanitäts-RS absolvierten.

Weitere Schweizer kehren zurück

Auch am Wochenende wurden weitere Schweizerinnen und Schweizer repatriiert. Bisher kehrten rund 1200 Reisende aus der Schweiz in vom Aussendepartement EDA gecharterten Flugzeugen in die Schweiz zurück. Die bisher letzten Reisenden kamen am Sonntag in zwei Flugzeugen aus Santiago de Chile und aus Algier.

Der Flug aus Chile war der vierte Schweizer Rückholflug aus Lateinamerika, nach Flügen aus Costa Rica, Kolumbien und Peru, wie das Aussendepartement mitteilte. Weitere Schweizer Reisende wurden aus Casablanca (Marokko) und Dakar (Senegal) zurückgebracht. In Peru holt ein Buskonvoi Festsitzende aus den Anden ab und bringt sie nach Lima.

Weitere Reisende werden am Dienstag erwartet, nachdem auf es auf einem deutschen Kreuzfahrtschiff vor Australien Corona-Erkrankungen gab. Für die 28 Passagiere aus der Schweiz sind Rückflüge bis Dienstag organisiert, wie Johannes Matyassy, Direktor der Konsularischen Direktion im Aussendepartement EDA, am Samstag vor den Bundeshausmedien sagte.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
«Keep America great»

Der amerikanische Albtraum hat begonnen

Der beispiellose Anstieg der Anträge auf Arbeitslosengeld ist ein Vorgeschmack auf den massiven Zerfall des US-Arbeitsmarkts.

«Keep America great»; der Wahlkampfslogan des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump läuft Gefahr, gänzlich zur geschmacklosen Floskel zu verkommen. Lange wurde die Virusgefahr durch die Regierung kleingeredet. Es sei alles «sehr gut unter Kontrolle», beruhigte Trump noch vor wenigen Wochen. Mittlerweile verzeichnen die USA über 150 000 Ansteckungsfälle. Der Zustimmungsrate des Präsidenten tut dies bis anhin keinen Abbruch, im Gegenteil.

Doch nun geht es ans Eingemachte. Die Coronapandemie und die damit verbundenen Eindämmungsmassnahmen hinterlassen furchterregende Spuren im amerikanischen Arbeitsmarkt – in einem Land ohne Netz und doppelten Boden, wenn es um die soziale Absicherung geht.  Wie andernorts auch sind viele Geschäfte geschlossen. Zwanzig Staaten haben inzwischen die Weisung herausgegeben, zuhause zu bleiben, und dieser Lockdown verlangt sehr rasch seinen Tribut.

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

ursinho007
Bild des Benutzers ursinho007
Online
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 17.06.2015
Kommentare: 3'236
V

Mindestens für Europa und Asien zeichnet sich ein V ab. Hingegen in den USA sieht es sehr düster aus.

Mut - Lebe wild und gefährlich (Osho)

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Tiefe Rezession bahnt sich an

In den USA aber hat die Explosion der Fallzahlen erst gerade begonnen, und die Einschränkungen für die Wirtschaft könnten noch lange beibehalten werden. Solange in der weltgrössten Volkswirtschaft keine Verflachung der Infektionskurve zu erkennen ist, wird die Unsicherheit auf den Finanzmärkten lasten.

https://www.fuw.ch/article/wann-man-der-erholung-trauen-darf/

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

marabu
Bild des Benutzers marabu
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 27.07.2006
Kommentare: 1'931
In einer solchen Krise...

ursinho007 hat am 31.03.2020 23:39 geschrieben:

Mindestens für Europa und Asien zeichnet sich ein V ab. Hingegen in den USA sieht es sehr düster aus.

... erst zeigen sich die wahren Stärken und Schwächen von Völkern und Staaten!

Plötzlich steht "Der Kaiser ohne Kleider da". Grossmundige Selbstdeklarationen a la Trump entpuppen sich als hohle Propaganda. Während China von der transatlantischen Wertegemeinschaft schon heruntergeschrieben wurde, ist ersteres bereits wieder in der Lage, Hilfslieferungen zu verschicken. Und Mr. Grossmaul erhält soeben eine Ladung medizinischer Ausrüstung aus Russland, geliefert in mit einem Grossraumfrachter der russischen Streitkräfte. Wer hätte so etwas vor 3 Monaten noch gedacht?

Momentan wird die Welt gerade tüchtig umgekrempelt. Und wer da glaubt, dass nach der Krise alles im früheren, gewohnten Tramp weitergeht, täuscht sich gewaltig. 

Asien wird zum neuen Zentrum der Macht in diesem Jahrzehnt.

Die Villa Kunterbunt wird in Teilen Europas und den USA ihre Baute gewaltig umgestalten müssen.

Ich kann nur jedem raten, seine Assets entsprechend umzuschichten! Wenige der zahlreichen, hoch verschuldeten Unternehmen werden diese Zeit in den nächsten 18 Monaten nicht überleben. Da helfen auch Kredite nicht. Die haben höchstens den Zweck, die Sterbenden etwas länger am Leben zu halten.

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
2. Corona-Welle erfasst Asien

marabu hat am 01.04.2020 08:49 geschrieben:

Asien wird zum neuen Zentrum der Macht in diesem Jahrzehnt.

China verspricht, ab April "ehrlichere" Daten betreffend den Krankheitsverlauf zu liefern.

Indien macht den Laden dicht

 

 

Eine zweite Corona-Welle erfasst Asien

Neuinfizierte reisen vor allem aus dem Ausland ein. Viele waren in den Ferien in Europa.

Nachdem die Zahl der Neuinfektionen in China, Südkorea, Japan und Singapur in den letzten ­Wochen zurückgegangen war, steigt sie seit dieser Woche wieder deutlich an. Während sich in Europa und den USA das Virus weiter rasant ausbreitet, trifft die ostasiatischen Staaten nun eine zweite Erkrankungswelle.

Ausgelöst werden die Neuinfektionen in immer mehr Fällen durch Menschen, die aus besonders betroffenen Regionen im Ausland einreisen. So verkündete China am Mittwoch zwar zum ersten Mal seit dem Ausbruch des neuartigen Virus im Dezember keine Neuansteckungen im Land, meldete aber gleichzeitig 34 Neuerkrankte, die bereits bei der Einreise nach China infiziert gewesen und mit Symptomen an Flughäfen im Land angekommen waren.

Trend in allen Ländern gleich

Der Trend von importierten Fällen aus dem Ausland ist nicht nur auf Festlandchina begrenzt. In Hongkong stieg die Zahl von Neuinfizierten Mitte der Woche um 25, so viel wie noch nie an einem Tag in der chinesischen Sonderverwaltungszone, die durch eine schnelle Reaktion einen grossen Ausbruch in der Stadt bisher verhindern konnte.

Ähnliches ist nun auch in der Nachbarschaft zu beobachten. In Südkorea gab es am Mittwoch 152 neue Fälle, mindestens 30 von ihnen kamen aus dem Ausland. Auch in Singapur kehren nun ­viele Bürger des Stadtstaates von anderen Kontinenten zurück, manche waren auf Dienstreise oder in den Ferien in Europa. Der Rückstrom macht sich in der ­Statistik bemerkbar: 47 Fälle verzeichneten die Behörden am Mittwoch in Singapur. Auch dort deutlich mehr, als an jedem anderen Tag zuvor. Und auch dort bietet der Befund für den Stadtstaat, der bislang 313 Fälle registrierte und noch keinen Toten durch Covid-19 zu beklagen hat, Anlass zur Sorge.

Drastische Massnahmen

Staaten wie Singapur, die bisher für ihre Strategie gegen das Virus Lob bekamen, stehen nun vor einem Dilemma: Einerseits ist man in dem Stadtstaat entschlossen, die schnelle und gelungene Eindämmung des Virus seit Ende Januar nicht zu gefährden; andererseits sieht sich die Regierung nun zu drastischen Einreisebeschränkungen gezwungen, die einer weltoffenen Wirtschaftsmetropole wie Singapur nicht guttut. Ein Hilfs­paket soll die ökonomischen ­Folgen dämpfen.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

marabu
Bild des Benutzers marabu
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 27.07.2006
Kommentare: 1'931
Den "Sender" der Nachricht

bitte immer kennzeichnen! AWP oder Reuters, DPA, Xinhua oder Agence France Press. Quellen bitte angeben!

Und "die Neuinfektionen stammen grösstenteils von Rückkehrern aus dem Ausland.

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Vor einer neuen Welle

«Vor einer neuen Welle warnen auch viele Fachleute hier»

Zwei Monate lang war die Stadt Wuhan mit ihren elf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern von der Aussenwelt abgeschnitten. Nun werden im Epizentrum der Corona-Pandemie die Quarantäne-Bestimmungen langsam wieder gelockert. Journalist Steffen Wurzel, der in Shanghai wohnt, schildert die weiterhin bestehenden Einschränkungen.

SRF News: Kann man schon wieder von Normalität sprechen?

Steffen Wurzel: Davon würde ich nicht sprechen, aber es gibt den Versuch, wieder etwas Normalität für die Menschen in und um Wuhan herzustellen. Das betrifft die gesamte Provinz Hubei mit ihren ca. 60 Millionen Einwohnern.
Die Fallzahlen der neu infizierten Menschen und der Todesopfer in und um Wuhan – das sagt zumindest die Staats- und Parteiführung in Peking – gehen zurück. Wir Journalisten können noch nicht in die Provinz reisen und uns ein Bild vor Ort machen. Die Informationen von staatlicher Seite können wird deshalb nicht überprüfen – sie sind mit Vorsicht zu geniessen.

Was ist in Wuhan wieder möglich?

Die Menschen in der Provinz Hubei können sich seit einigen Tagen wieder frei bewegen. Sie können wieder einkaufen und auch arbeiten gehen. In der Hauptstadt Wuhan soll ab dem 8. April wieder die volle Bewegungsfreiheit herrschen. Es gibt aber Einschränkungen. In ganz China braucht man einen mobilen «Gesundheitspass»: Nach grosser Big-Data-Analyse zeigt eine App in den Farben rot, gelb oder grün an, ob man gefährdet ist oder nicht. Man darf sich nur frei bewegen, wenn die App grün anzeigt. Zudem ist es nach wie vor sehr schwierig, nach Peking hineinzugelangen.

Wie kann man das Leben wieder hochfahren, ohne dass es eine neue Ansteckungswelle gibt?

Vor einer neuen Welle warnen auch viele Fachleute hier. Sie gehen davon aus, dass man nicht einfach zum Alltag zurückkehren kann, als sei nichts gewesen. Man versucht nach wie vor, die Hygieneregeln konsequent umzusetzen. Die Gesundheitsapp protokolliert mit, wer sich wann, wo und mit wem aufgehalten hat. Will man in ein Shoppingcenter gehen oder in die U-Bahn einsteigen, muss man diese App vorzeigen. Es gehen alle davon aus, dass diese Massnahmen ziemlich lang aufrechterhalten werden.

Offiziell sind es rund 2500 Menschen in Wuhan, die am Coronavirus gestorben sind. Es kursieren aber weit höhere Zahlen sowie der Vorwurf, die chinesische Regierung habe die Zahl der Toten geschönt. Gibt es Hinweise, dass etwas dran sein könnte?

Viele ausländische Experten, die sich wissenschaftlich mit China beschäftigen, sagen, die Zahlen seien frisiert. So wird in China etwa so getan, als sei vom riesigen Militär, das zwei Millionen Soldaten stark ist, niemand infiziert. Das ist aus Sicht von Experten absolut unglaubwürdig.

Viele ausländische Experten sagen, die chinesischen Zahlen seien frisiert.

Wir dürfen nicht vergessen: In China gibt es weder freie Medien noch eine Opposition oder eine unabhängige Justiz. Diese Kontrollinstanzen existieren nicht. Deswegen kann die Staats- und Parteiführung viel behaupten, ohne dass es gross angezweifelt wird.

China will den Wirtschaftsmotor schnellstmöglich wieder in Gang setzen. Das könnte aber mit Blick auf Wuhan noch eine Weile dauern?

Es kommt immer darauf an, was man als Massstab nimmt. Im Vergleich zu Mitte Februar, als alles in der Provinz Hubei stillgelegt wurde, gibt es einen massiven Aufschwung. Aber im Vergleich zur Vorkrisensituation sieht es nach wie vor katastrophal ausShok Aufgrund der Pandemie ist zudem die ausländische Nachfrage nach chinesischen Gütern gesunken. Als Land, das stark auf den Export setzt, schlägt das auf China zurück.

Das Gespräch führte Claudia Weber.

 

https://www.srf.ch/news/international/china-lockert-quarantaeneregeln-vo...

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Höhepunkt Anfang Juni?

Neue Untersuchung

Corona-Höhepunkt Anfang Juni? Deutsche Forscher entwickeln zwei Szenarien

Mittwoch, 01.04.2020, 08:27

Dass uns der Höhepunkt der Epidemie in Deutschland noch bevorsteht, darin sind sich Experten einig. Forscher entwickelten nun ein Modell, mit dem sie diesen vorhersagen wollen: Anfang Juni könnte die Welle der Infektionen an der Spitze stehen. Was hinter der Analyse steckt.

„Deutschland steht erst am Anfang der Epidemie“. Diese ernüchternde Aussage wiederholt Lothar Wieler regelmäßig. Der Chef des Robert-Koch-Instituts stellt in jeder Pressekonferenz klar, dass uns der Höhepunkte der Corona-Infektionen noch bevorsteht. Wann, diese Frage konnten Experten bisher nicht beantworten.

Wissenschaftler der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Hamburg wollten nun Klarheit schaffen. Sie berechneten, wie lange die Epidemie in Deutschland noch andauern wird. Mithilfe eines mathematischen Modells entwickelten sie zwei mögliche Szenarien: Im normalen, Shokeher pessimistischen Szenario dauert die Epidemie bis August an, in einem optimistischen sogar nur bis Juli.

Normales Szenario: Höhepunkt im Juni, Ende im August

Die Prognose: Sollte die Kontaktsperre nach Ostern aufgehoben werden, könnte die Epidemie Anfang Juni ihren Höhepunkt erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wären dann etwa 1,3 Millionen Menschen gleichzeitig erkrankt, die Fallzahlen würden daraufhin sinken und im August gegen Null gehen. Im September gäbe es dann keine Neuinfektionen mehr.

 

Das pessimistische Szenario sieht einen Höhepunkt der Infektionen Anfang Juni - solange die Kontaktsperren nicht verlängert werden.

Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Das "pessimistische" Szenario sieht einen Höhepunkt der Infektionen Anfang Juni - solange die Kontaktsperren nicht verlängert werden.

Die Abbildung zeigt den Verlauf der Epidemie in drei Varianten:

  • ohne jegliche öffentlichen Eingriffe
  • mit Kontaktsperren (hierzu zählen auch die Schließung von öffentlichen Einrichtungen, Schulen, Kindergärten, etc.)
  • mit verlängerten Kontaktsperren

In ihrem Modell gingen die Wissenschaftler davon aus, dass Erkrankte nach durchschnittlich 14 Tagen wieder genesen. Werden die Maßnahmen und Kontaktsperren nach Ostern einen weiteren Monat aufrechterhalten, würde das sowohl den Höhepunkt der Epidemie als auch das Ende um ebenfalls einen Monat verschieben.

Öffentliche Maßnahmen flachen den Anstieg der Erkrankungen ab

„Öffentliche Maßnahmen wie Kontaktverbot flachen den Anstieg der Erkrankungen temporär ab und verlängern die Dauer der Epidemie“, erklären die Wissenschaftler. „In der Spitze sind im optimistischen Szenario gleichzeitig bis zu 200.000 Menschen erkrankt, im normalen Szenario liegen die Werte um eine Million.“ Die Forscher gehen davon aus, dass im normalen Szenario langfristig sechs Prozent der Bevölkerung (gemeldet) erkrankt gewesen sein werden.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
PPPP Pekings peinliche Pandemie-Propaganda

China kann entweder als Grund für den Ausbruch der Covid-19-Krise in die Geschichte eingehen oder als einer der Gründe für die Beendigung der Pandemie. Ein Kommentar von Minxin Pei.

Minxin Pei

«Hongkong, Singapur und Taiwan scheinen alle ein besseres Gleichgewicht zwischen dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Aufrechterhaltung der Wirtschaftstätigkeit gefunden zu haben.»

 

Vor einem Monat befand sich China fest im Griff des neuartigen Coronavirus Covid-19. Täglich wurden Tausende von Neuinfektionen bestätigt. Die Krankenhäuser waren überlastet. Hunderte von Menschen starben. Die Bevölkerung konnte ihre Häuser nicht verlassen. Doch die drakonischen Abriegelungsmassnahmen der Regierung scheinen gewirkt zu haben: Der Ausbruch scheint nun unter Kontrolle zu sein. Die chinesische Führung hat offenbar die wesentlichen Lehren daraus ignoriert.

Zum Autor

Minxin Pei ist Professor of Government am Claremont McKenna College.

Um das zu verstehen, lohnt sich ein Rückblick auf den Umgang der Regierung mit der Krise. Als die lokalen Behörden erfuhren, dass in Wuhan in der Provinz Hubei ein neues Coronavirus aufgetaucht war, folgten sie bekanntlich ihrem ersten Instinkt, die Information zu unterdrücken. Whistleblower wie der in Wuhan ansässige Arzt Li Wenliang, der später an den Folgen der Krankheit starb, wurden von der Polizei zurechtgewiesen. (Die Polizei von Wuhan hat sich kürzlich bei der Familie von Li Wenliang entschuldigt.)

Dies hätte Anlass für die chinesische Führung sein sollen, abzuwägen, mit welchen Preis Zensur verbunden ist, und die Berufung von unqualifizierten Parteimitgliedern in Schlüsselpositionen des öffentlichen Gesundheitswesens zu überdenken. Die Leiterin der Gesundheitskommission der Provinz Hubei, die während der Krise entlassen wurde, hatte weder eine medizinische Ausbildung noch Erfahrung im öffentlichen Gesundheitssektor.

Lieber vertuschen als lernen

Darüber hinaus ist es einigen anderen Ländern, besonders Singapur und Taiwan, gelungen, den Covid-19-Ausbruch einzudämmen, ohne die hohen Kosten zu verursachen, die in China angefallen sind, als es mindestens 760 Mio. Chinesen in unterschiedlichem Masse unter Hausarrest stellte. Die chinesische Führung sollte von diesen Ländern lernen, wie eine geschicktere Krisenreaktion aussehen kann.

Doch Chinas Führung lernt keineswegs aus den Fehlern der Vergangenheit, sondern versucht, sie zu vertuschen. Da nahezu die gesamte Weltwirtschaft praktisch zum Erliegen kommt, um das aus China stammende Virus einzudämmen, und die Zahl der Todesopfer in Italien – dem neuen Epizentrum der Pandemie – über 10’000 liegt, läuft die Propagandamaschine der Kommunistischen Partei Chinas jetzt auf Hochtouren. Ihr Ziel: ein neues Narrativ der Covid-19-Krise zu etablieren.

In China bedeutet dies, die Führungsstärke der Kommunistischen Partei in der Mobilisierung des Landes zu preisen, um den «Krieg» gegen das Virus «zu gewinnen». Es bedeutet auch, die Verbreitung übertriebener oder völlig falscher Geschichten in den chinesischen sozialen Medien über die «ungeschickte» Reaktion westlicher Demokratien auf den Ausbruch zu fördern.

Die Welt wird nicht vergessen

Im Ausland verkündet Chinas Propagandamaschine lauthals sinkende Infektionsraten als Beweis dafür, dass eine starke zentralisierte Führung effektiver ist als demokratische Regierungsführung. Unterdessen schickt die Regierung humanitäre Hilfe – einschliesslich Gesundheitspersonal und medizinische Güter – in schwer betroffene Länder wie Iran, Italien und die Philippinen.

Aber wenn die chinesische Führung hofft, die Covid-19-Pandemie zur Erweiterung und Projizierung ihrer Soft Power zu nutzen, wird sie wahrscheinlich bitter enttäuscht werden. Fürs Erste ist die Welt noch lange nicht bereit zu vergessen, welche Rolle die anfängliche Vertuschung bei der Verbreitung des Virus gespielt hat.

Die heute ausserhalb Chinas vorherrschende Meinung ist, dass die aktuelle Pandemie vermeidbar gewesen wäre, wenn die Führung des Landes sofort und in aller Transparenz entschiedene Massnahmen ergriffen hätte. Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) kann dieses Narrativ in Frage stellen, soviel sie will, aber sie kann die internationalen Medien nicht zwingen, es ihr gleichzutun. Die chinesische Propaganda hat auf dem freien Markt der Ideen nie viel Anklang gefunden; tatsächlich sind die meisten früheren Versuche der KPCh gescheitert, die internationale öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Datenmengen endlich weitergeben

Zudem sind nur wenige versucht, eine ähnliche Eindämmungsstrategie wie China zu verfolgen. Der Shutdown des gesamten Landes ist China wirtschaftlich teuer zu stehen gekommen. Für das erste Quartal wird ein Rückgang des BIP um 9% erwartet. Sollte es zu einer zweiten Infektionswelle kommen, was wahrscheinlich ist, würde die Wiederholung der gleichen Strategie im wirtschaftlichen Ruin münden.

Wenn dies die einzige Möglichkeit wäre, Leben zu retten, würde andernorts vermutlich ebenso verfahren. Aber Hongkong, Singapur und Taiwan scheinen alle ein besseres Gleichgewicht zwischen dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Aufrechterhaltung der Wirtschaftstätigkeit gefunden zu haben.

Vor diesem Hintergrund werden Chinas humanitäre Bemühungen wenig dazu beitragen, seinen Ruf wiederherzustellen. Ja, es ist besser, als gar keine Hilfe anzubieten. Aber das Land könnte viel mehr tun, um die öffentliche Gesundheit weltweit zu stärken – angefangen mit der Weitergabe der riesigen Datenmengen und des Wissens, die es über das Virus gesammelt hat.

Schutzmaterial spenden

China könnte auch die Produktion von Schutzausrüstung ausweiten, vor allem von Schutzanzügen und Gesichtsmasken. China stellte vor dem Ausbruch von Covid-19 die Hälfte aller OP-Masken weltweit her und hat die Produktion seither fast um das Zwölffache gesteigert. Sollte es das Virus wirklich unter Kontrolle haben, steht dem Spenden dieser lebensrettenden Ausrüstung an schwer betroffene Länder, die mit einem gravierenden Mangel daran konfrontiert sind, nichts im Wege.

Insbesondere sollte China den USA eine grosse Spende zukommen lassen – sagen wir eine Milliarde OP-Masken und eine Million Schutzanzüge (zehn Tage Vorrat für 50’000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens). Das könnte die Spannungen zwischen den beiden Ländern gerade so weit entschärfen, dass sie – zusammen mit der EU und Japan – in der Lage sind, eine koordinierte Reaktion auf die Pandemie zu verfolgen, einschliesslich Massnahmen zur Stützung des globalen Finanzsystems und umfangreicher Konjunkturpakete zur Abwendung einer Wirtschaftskrise.

Wenn diese Pandemie endlich vorbei ist, werden sich die Menschen daran erinnern, was China getan hat, nicht, was es gesagt hat. Es kann entweder als Grund für den Ausbruch der Covid-19-Krise in die Geschichte eingehen oder als einer der Gründe für die Beendigung der Pandemie.

Copyright: Project Syndicate.

 

 

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Hälfte der Gärtnereien steht vor dem Aus

«Die Hälfte der Schweizer Gärtnereien steht vor dem Aus»

Statt ihre Jungpflanzen in diesen Wochen an ihre Kundinnen und Kunden verkaufen zu können, müssen die Gärtnereien und Gartencenter sie nun tonnenweise kompostieren. Die Kurzarbeit und die Hilfskredite lösen nur einen kleinen Teil ihres Problems.

Die Bilder sind schmerzlich: Gleich containerweise müssen Gärtnerinnen und Gärtner in diesen Frühlingstagen ihre blühenden Primeln, Ranunkeln und Stiefmütterchen auf den Kompost werfen. Zwar bemüht man sich da und dort, die Blumen an Altersheime und andere Institutionen zu verschenken. Aber der überwiegende Teil der Arbeit der letzten Monate wird vernichtet – ein enormer Wertverlust.

Die Corona-Krise trifft die Branche im denkbar ungünstigsten Moment, wie Carlo Vercelli, Geschäftsführer von Jardin Suisse, bestätigt: «In den Monaten April und Mai erwirtschaften die Gärtnereien mit dem Verkauf ihrer Jungpflanzen normalerweise zwischen 40 und 60 Prozent ihres Jahresumsatzes.» Sollten diese Erträge gänzlich wegfallen, wird die Situation prekär, denn den Gärtnereien fehlt es zunehmend an Liquidität.

Die Produktionsbetriebe haben es besonders schwer

Jardin Suisse, der Unternehmerverband der Gärtner Schweiz, rechnet mit einem Verlust von 40 bis 60 Millionen Franken für die Produktionsbetriebe, die rund 10 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Diese sind bei rund 100 Grossproduzenten und 600 Dorfgärtnereien tätig. «Ohne zusätzliche Unterstützung dürfte die Hälfte aller Betriebe schliessen müssen», heisst es in einem Positionspapier von Jardin Suisse zuhanden des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). 

Die Dorfgärtnereien sind in dieser misslichen Lage vergleichsweise etwas besser dran. Sie können ihre Pflanzen den Kunden zumindest teilweise nach Hause liefern oder auch eine kleine Abholstation einrichten. Für die modern eingerichteten, grossen Produktionsbetriebe dagegen, die mit Tausenden von Pflanzen aus ihren Gewächshäusern die Grossverteiler beliefern, ist dies nicht möglich. «Bei solchen Betrieben fahren normalerweise täglich vier Lastenzüge samt Anhänger voll bepackt zu den Toren raus», sagt Vercelli. Ein System, bei dem Hunderte von Kunden beim Abholen der Produkte die Abstandsregeln einhalten könnten, sei nicht realisierbar.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
Chipzulieferer sehen sich als systemkritisch

VAT, Inficon und Comet fordern die Aufrechterhaltung der Produktion, auch bei Verschärfung der Coronamassnahmen. Ohne ihre Komponenten komme die globale Halbleiterindustrie zum Stillstand.

Die drei Schweizer Technologiekonzerne VAT Group, Inficon und Comet bitten in einem offenen Brief, der FuW vorliegt, um «Unterstützung bei der Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit für den systemkritischen Halbleitermarkt während der Coronapandemie». Die Kantone und die Bundesregierung müssten sicherstellen, dass sie als Zulieferer der globalen Chiphersteller in der Lage bleiben, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Dies vor allem, falls auch in der Schweiz eine Ausgangssperre oder ähnliche Massnahmen angekündigt werden sollten.

Die hoch spezialisierten Produkte und Dienstleistungen von VAT, Inficon und Comet kommen bei der Herstellung von Siliziumchips zum Einsatz. Diese Halbleiter seien gemäss Aussage der Unternehmen in einer Vielzahl von Industrien wie Gesundheitswesen, Elektronik, Automobil, Luftfahrt, Forschung, Telekommunikation und Verpackungssterilisation «unverzichtbar».

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
10 Min nach Börsenbeginn immer noch kein Kurs?

Zehn Minuten nach Börsenbeginn und noch immer kein Kurs? Das ist der Grund

Seit der Corona-Krise dauert es nach Handelseröffnung oft mehrere Minuten, bis sich für Aktien erste Kurse bilden können. Schuld ist eine SIX-Regel, die Verwerfungen am Aktienmarkt verhindern will.

Viele Trader und Anleger machen seit fast zwei Wochen eine ähnliche Erfahrung. Man sitzt als Anleger pünktlich um 9 Uhr vor dem Laptop (oder Handy) und will schauen, wie die Aktien in den Handelstag starten - doch es passiert nichts. Auch regelmässige cash-Leser mit einem Abonnement für Real-Time-Kurse haben das bemerkt. Dort, wo sonst eigentlich die Kurse pünktlich um 9 Uhr grün oder rot aufblitzen, bleibt es derzeit häufiger für mehrere Minuten leer. Das gilt sowohl für Kurse von einzelnen Aktien als auch für die Kursstände von Indizes wie dem Swiss Performance Index (SMI). 

Handelsvolumen massiv gestiegen

Was ist da los? Man könnte vermuten, dass der Schweizer Börsenbetreiber SIX aufgrund eines massiv höheren Handelsvolumens derzeit Probleme bei der Preisfindung haben könnte. Schliesslich stieg im März der Handelsumsatz an der Schweizer Börse aufgrund der Coronavirus-Krise im Vergleich zum Vormonat um +80,9 Prozent auf 293 Milliarden Franken. Doch der Grund liegt offenbar nicht allein am höheren Handelsvolumen.

"Im März kam es häufiger zu Handelsunterbrüchen, vor allem zum Handelsstart", bestätigt SIX-Sprecher Julian Chan auf Anfrage von cash. Der Grund liege allerdings nicht in einer Überlastung des Systems oder ähnlichen Störungen. Vielmehr handle es sich um systematische Handelsaussetzungen, die bei "gewissen Gegebenheiten" automatisch einträten, so Chan.

SIX setzt den Handel automatisch aus

Was das konkret heisst, erklärt der Schweizer Börsenbetreiber in einem Schreiben: Die SIX setzt bei der Börseneröffnung den Handel einer Aktie automatisch aus, wenn der potenzielle neue Preis zu stark vom Referenzpreis abweicht. Beim Referenzpreis handelt es sich bei der Börseneröffnung in der Regel um den Schlusskurs vom Vortag.

Konkret: Bei Bluechip-Titeln – also Aktien mit einer grossen Marktkapitalisierung ­– wird der Handel für fünf Minuten ausgesetzt, wenn der potenzielle neue Preis 1,5 Prozent vom Referenzpreis abweicht. Bei Mid- und Small Caps setzt der Handel gar für 15 Minuten aus - allerdings erst, wenn die Abweichung vom Referenzpreis 2 Prozent beträgt.

Handelspause kann beliebig lang sein

Hinzu kommt: Die Aussetzung des Handels kann sich direkt wiederholen. Sollte nach Ende der Handelsunterbrechung der neue potentielle Preis erneut um 1,5 respektive 2,0 Prozent vom Referenzpreis abweichen, bleibt der Handel der Aktie weitere fünf respektive 15 Minuten ausgesetzt.

In diesem Fall handelt es sich beim Referenzpreis aber nicht mehr um den Schlusskurs vom Vortag. Vielmehr ist jetzt jener Preis entscheidend, der sich gebildet hätte, wäre der Handel in den vorherigen fünf respektive 15 Minuten nicht ausgesetzt worden.

"Dieses Regelwerk hat sich bewährt", sagt Chan. "Ziel dieser Massnahmen ist, dass der Markt noch einmal kurz innehalten kann und eine geordnete Preisbildung unterstützt wird" sagt Chan. So könne ein fairer und sicherer Markt bereitgestellt werden. Heisst: Man will grössere Verwerfungen am Aktienmarkt so gut es geht verhindern. 

Handelsunterbrüche an der Wall Street

Dass der Handel von Aktien ausgesetzt wird, ist an sich nichts Ungewöhnliches. In den letzten Wochen kam es beispielsweise bei der New York Stock Exchange regelmässig vor, dass der Handel für 15 Minuten unterbrochen wurde. Dies geschieht dann, wenn der S&P 500 – jener Aktienindex, der die Aktien von 500 der grössten börsennotierten US-Unternehmen umfasst – mehr als sieben Prozent fällt.

Fällt der Index nach Wiederaufnahme des Handels um 13 Prozent, folgt eine weitere Unterbrechung von 15 Minuten. Büsst der Index um 20 Prozent ein, wird der Handel für den restlichen Tag ausgesetzt.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'631
«Die USA werden länger leiden als Europa»

Karen Ward, Chefstrategin für die Region Europa, Naher Osten und Afrika bei JPMorgan Asset Management, über die Folgen der Coronakrise für die Weltwirtschaft.

Frau Ward, die Welt und die Märkte sind im Bann der Coronapandemie. Wie vergleicht sich dies mit früheren Krisen?
Die gegenwärtige Situation ist beispiellos. Um das Ausmass der Auswirkungen zu verstehen, können wir uns nicht auf Episoden aus der Geschichte beziehen.

Kann man gar keine Parallelen ziehen?
Zum jetzigen Zeitpunkt Prognosen aufzustellen, ist vergebliche Mühe. Wir können uns auf die Grundlagen der Rezessionsüberwachung verlassen – je tiefer die Rezession, desto stärker werden Unternehmen und Haushalte leiden, desto mehr Menschen werden ihre Stelle verlieren. Aber noch niemand von uns hat je eine Situation wie diese erlebt.

https://www.fuw.ch/article/die-usa-werden-laenger-leiden-als-europa/

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 13.08.2020
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 28'053
Bundesrat wird an einer der

Bundesrat wird an einer der nächsten Sitzungen über Swiss-Hilfe entscheiden

(Ganze Meldung neu nach dem 1. Zwischentitel) - Der Bundesrat hat noch nicht über Staatshilfen für die Swiss entschieden, die wegen der Coronavirus-Krise fast alle Flieger am Boden hat. "Bei der Swiss ist die Lage kompliziert", sagte Finanzminister Ueli Maurer am Freitag vor den Medien in Bern.

03.04.2020 16:29

Es brauche eine Koordination mit Deutschland und anderen Ländern. Denn innerhalb des Lufthansa-Konzerns seien auch die österreichische und die belgische Luftfahrtgesellschaft dabei.

"Das werden wir koordinieren müssen. Der Bundesrat wird an einer nächsten Sitzung darüber entscheiden müssen, ob und in welchem Umfang er die Luftfahrtindustrie unterstützt beziehungsweise inwieweit er dort Darlehen sichert", sagte Maurer. Es sei noch zu früh, um hierzu etwas zu verkünden. "Wir arbeiten intensiv daran."

Zur Frage der Unterstützung von weiteren Grossunternehmen, sagte der Finanzminister: Die Stossrichtung gehe dahin, dass Gesuche von grösseren Firmen geprüft würden, die für die Infrastruktur des Landes relevant seien. "Der Bundesrat kann sich aber nicht für jede Firma in diesem Land verantwortlich fühlen", sagte Maurer. "Denn da gibt es Eigentümer, da gibt es Aktionäre. Die haben primär für das Risiko aufzukommen. Wir haben die KMU im Blick und werden wohl auch dabei bleiben."

Gespräche in Berlin fortgeschritten

In Deutschland sind die Gespräche über Staatshilfe für den Swiss-Mutterkonzern Lufthansa bereits weit fortgeschritten und sollen möglicherweise bereits in der kommenden Woche abgeschlossen werden, wie die Nachrichtenagentur DPA am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr.

Die Lufthansa bestätigte Verhandlungen über verschiedene Beteiligungsformen des Staates. Man sei im engen Austausch mit allen Regierungen im Heimatmarkt und anderen Stellen wie der staatlichen KfW-Bank, um die Liquidität zu sichern, sagte ein Sprecher in Frankfurt, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Es geht um Milliarden, so viel ist sicher. Das Management versucht seit Krisenbeginn, das Geld des Konzerns zusammenzuhalten und die Fixkosten zu senken. Rund 700 der 760 Flugzeuge in der Konzernflotte stehen am Boden, die aktuelle Verkehrsleistung beträgt noch 5 Prozent. Neben der massiven Kurzarbeit in allen Betriebsteilen wurden die Dividende gestrichen und die Managergehälter gekürzt.

87'000 Angestellte sollen in Kurzarbeit geschickt werden. Die Swiss hat für alle über 9'500 Mitarbeitenden Kurzarbeit beantragt.

5 Milliarden liquide Mittel

Doch das alles reicht nicht. Die erst 1997 vollständig privatisierte Lufthansa verfügte laut Vorstandschef Carsten Spohr bei Bilanzvorlage am 19. März einschliesslich einer neuen KfW-Kreditlinie über liquide Mittel von 5,1 Milliarden Euro. Zudem könne die Lufthansa Flugzeuge im Wert von 10 Milliarden Euro als Sicherheit bei Banken einbringen.

"Unsere Bilanz ist stärker, die Eigentumsquote ist höher als bei fast allen unserer Wettbewerber", sagte Spohr. Man werde im Zweifel länger durchhalten als andere. Swiss-Chef Thomas Klühr hatte bei der Bilanzvorlage der Airline vor gut zwei Wochen gesagt: "Ich bin sicher, dass wir einige Monate durchhalten können"

Dem stehen die Abwertung der Lufthansa-Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agentur Moody's auf Ramsch-Niveau und negative Börsenanalysen entgegen. Die US-Bank Citi hat als Extremfall das Kursziel der Lufthansa-Aktie auf 50 Cent abgesenkt. Sie glaubt, dass Lufthansa eine Finanzspritze von 4,5 Milliarden Euro benötigt. Bei einem Kurs von aktuell knapp 8 Euro ist die gesamte Gesellschaft an der Börse nur noch 3,8 Milliarden Euro wert.

Verkleinerung angekündigt

Möglicherweise wird der über die Jahre immer weiter gewachsene Konzern in Teilen rückabgewickelt. Spohr hat bereits angekündigt, dass sein Unternehmen nach der Krise kleiner sein werde als vorher. In Belgien und Österreich hat der Konzern den Betrieb der übernommenen Ex-Staatsairlines vorläufig komplett gestoppt.

Die wenigen Fernflüge der Gruppe finden ab Frankfurt oder von Zürich aus statt, während in Brüssel und Wien alles steht. Vor allem in Belgien wird daher öffentlich über eine Renationalisierung der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines nachgedacht.

jb/uh

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Seiten