Aryzta

ARYZTA N 

Valor: 4323836 / Symbol: ARYN
  • 0.609 CHF
  • -3.26% -0.021
  • 13.08.2020 14:09:42
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ghosthouse
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Einsteigen

pee1983 hat am 15.04.2020 10:04 geschrieben:

Talfahrt geht weiter. Kennt hier jemand den Grund für den Rutsch?

Hmm, wo soll ich in 1 - 2 Wochen einsteigen. Bin dann wieder flüssig. Arzyta, AMS oder Silber (Call Warrant)?

Bin mir noch nicht sicher. Glaube aber für einen Einstieg siehts bei all 3en jetzt nicht schlecht aus. Falls jemand noch einen guten Grund kennt wäre ich dankbar. Was wäre eure Reihenfolge?

ursinho007
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Diversifikation

ghosthouse hat am 15.04.2020 14:56 geschrieben:

pee1983 hat am 15.04.2020 10:04 geschrieben:

Talfahrt geht weiter. Kennt hier jemand den Grund für den Rutsch?

Hmm, wo soll ich in 1 - 2 Wochen einsteigen. Bin dann wieder flüssig. Arzyta, AMS oder Silber (Call Warrant)?

Bin mir noch nicht sicher. Glaube aber für einen Einstieg siehts bei all 3en jetzt nicht schlecht aus. Falls jemand noch einen guten Grund kennt wäre ich dankbar. Was wäre eure Reihenfolge?

Kommt halt auf deine Summe an. Ab 15'000 könntest du es aufteilen, je 5'000. Sollte die Summe kleiner sein, ist das wegen den Gebühren nicht ratsam. Ansonsten würde ich AMS nehmen, da hier der Kapitalbedarf gestillt ist und kurzfristig grössere Sprünge nach oben zu erwarten sind (wie bereits zweimal geschehen). Bei Arzyta sehe ich das nicht, sondern eher ein verharren oder gar weiteres Abbröckeln bis die finanzielle Situtation stabilisiert ist und das kann dauern oder es kommt eine KE, was den Kurs weiter in die Tiefe ziehen würde. Silber ist noch was ganz anderes und würde gut zur Diversifikation passen, wobei ich da Gold bevorzugen würde.

Mut - Lebe wild und gefährlich (Osho)

pee1983
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Talfahrt geht weiter

Arytza findet keinen Boden. Die Wertvernichtung ist brutal hier; vor ein paar Jahren , vor KE war der Kurs noch über CHF 45, und jetzt CHF 0.3

Link
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@pee1983

@pee1983

Ich verstehe es auch nicht und bin schon ein bisschen ratlos...

Pizza
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Aryzta

Ich bin auch ratlos... Aus Verzweiflung habe ich noch einmal aufgestockt.

 

cashspotter
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Pizza hat am 16.04.2020 10:53

Pizza hat am 16.04.2020 10:53 geschrieben:

Ich bin auch ratlos... Aus Verzweiflung habe ich noch einmal aufgestockt.

 

Habe auch noch einmal aufgestockt, konnte so meinen EP noch einmal senken und bin somit nur noch knapp im Minus. Rauf wird es schon wieder einmal gehen... Smile

pee1983
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Re

So etwas wie bei Aryzta erlebt man selten. Ich kenne nicht die grosse Akteure im Hintergrund aber sie sind einfach sehr hartnäckig.

Der Druck auf die Aktie ist seit Jahren gewaltig.

Pizza
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@cashspotter

Deine Zeilen tun gut...

Es tut auch gut zu wissen, dass im letzten Jahresbericht EUR 3.383.000.000 "revenue" ausgewiesen wurde. 

Bellavista
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@Pizza

Aber was nützt dir ein Rückblick, angesichts der neuen Situation und dem immer noch hohen Bedarf an Goodwill-Abschreibung? 

Bellavista

Pizza
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@bellavista

Der Goodwil ist schon sehr hoch, da hast Du recht und die Krise könnte zu einer Sonderabschreibung führen. Auf der anderen Seite haben wir jetzt eine Marktkapitalisierung von knapp unter 300 Mio "only!".

 

 

 

HeimliFace
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Zocker-Posi bei .283 eröffnet

Zocker-Posi bei .283 eröffnet.

pedro
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wieder an Bord

ja auch ich bin wieder an Board nachdem ich das Schiff gegen Ende November bei 1.07 verlassen habe.

Tobias007
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Aryzta kann nur den

Aryzta kann nur den Turnaround aus eigener Kraft schaffen oder wird übernommen. Eine unfreudliche Übernahme zeichnet sich nicht ab (Ankeraktionäre rel. stabil, keine Mehrheitsaktionäre am Horizont). Auch die Bereitschaft der Banken zu einer weiteren KE ist gering. In der Schweiz gibt es kein juristisches Instrument, dass Obligationäre durch "freiwillige" (vom Richter vorgeschlagene) Schuldenerlasse innerhalb eines Chapter 11 Verfahrens wie in den U.S. zur Genesung einer Unternehmung betragen können oder auf Forderungen zugunsten von Aktien verzichten können. Die Hybridobligationäre würden innerhalb eine Liquidationsverfahrens nach den Kreditoren befriedigt werden.

Das sind aber Horrorszenarien. Aryzta hat aber immer sehr vorsichtig kommuniziert. Ihr Grundsatz ist, schnell und schonungslos aufzuklären. Darum auch die schnelle Gewinnwarnung vom 25. März. Ich denke, der Markt hat diese überbewertet. ZKB hat auch dieser Gewinnwarnung ihr Rating von Übergewichten bestätigt.

at maths: Die Geschichten deiner Bekannten tun mir leid. Trotzdem sind die Beschneidung von Grundrechten für mich schlimmer zu bewerten als die Gefahr der Krankheit. Die Grippe ist 3-4 mal weniger gefährlich, das stimmt, aber auch bei der Grippe werden viele beatmet, welche an einer Folgeinfektion leiden (lungenentzündung). Will jemand auf die Länge so leben? Ohne Freiheit, mit Schutzmasken, in Angst und das mindestens 2-3 Jahre, monumentale Wirtschaftskrise. Die Lösung scheint für mich nur: Herdenimmunität, Hygiene, Masken nur in kleinen Läden und Oeff. Verkehr, nicht einander anhusten.

Tobias007
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... und Risikogruppen

... und Risikogruppen schützen... Schöne woche Tobi

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Und ich dachte unter CHF 0.30

Und ich dachte unter CHF 0.30 sind es Kaufkurse.

Was sind die Gründe für die Malaise?

pedro
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Leerverkäufer

Link hat am 17.04.2020 11:26 geschrieben:

Und ich dachte unter CHF 0.30 sind es Kaufkurse.

Was sind die Gründe für die Malaise?

Aryzta ist schon seit mehreren Jahren eine begehrte Aktie für Leerverkäufer, persönlich bin ich aber der Ansicht, dass bei 0.30 chf in etwa der Boden liegt.
Die Firma wird seit zwei Jahren auf Neuausrichtung/Positionierung restrkturiert - Leider ist auch bei Aryzta der Corona-Crash eingefahren und hat den Leerverkäufern richtig Vorschub gegeben. Ich bin letzten November bei 1.07 ausgestiegen und gestern wieder eingestiegen.

pee1983
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Einstieg

Ich bin heute auch eingestiegen; konnte nicht mehr widerstehen. Lass uns überraschen!

pee1983
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Boden gefunden

Ich bin vllt zu optimistisch, aber denke dass Aryzta den Boden gefunden hat; heute geht es wieder in Richtung Norden...

norisknomoney
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Bodenbildung

Heute wieder im 0.28er Bereich - aber ich gebe dir recht, es sieht etwas nach einer Bodenbildung aus. Kurse zwischen 0.25 und 0.30 sind für mich mit EP 1.32 doch sehr verlockend. Alles was zählt ist jedoch die unmittelbare Zukunft und wie Aryzta durch die Corona-Krise kommt. Ich hoffe und gehe davon aus, dass es Aryzta ohne weitere KE schafft und bin mittelfristig guter Dinge, dass der Turnaround fruchtet. Das Management macht für mich aktuell vieles richtig. Wer einen langen Anlagehorizont und Geld hat (ohne darauf angewisen zu sein) könnte jetzt ein Investment wagen. ich werde meinen EP vorerst etwa auf 0.60 Rp senken, mit der Möglichkeit ev. später noch einmal tiefer einsteigen zu können. in 3-5 Jahre gehe ich von Kursen > 1.- aus. Auch die Hybriden sind aktuell wieder sehr verlockend. Wer also an das Horrorszenario denkt, könnte eher einen Einstieg in die Anleihe wagen. Diese verspricht ja auch sehr hohe Rendite. 

Was meint ihr wie viel Potential hat die Aktie bei einem Best-Case-Szenario (Corona-Folgen schwach und schnell vorüber) nach oben und bei einem Worst-Case-Szenario (globale Rezession, langer Lockdown) nach unten? 

Clock
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Management-Transaktionen

Management-Transaktionen

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norisknomoney
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Vontobel Kursziel erreicht - wie gehts weiter?

Nach Ansicht der Geschäftsleitung könne das Unternehmen die Krise überstehen, da es kurz- bis mittelfristig genügend Liquidität habe. Bertschy glaube allerdings, dass das Unternehmen in einer sehr unkomfortablen Situation sei. Die Geschäftsleitung bleibe bei ihrer Position wie zum Zeitpunkt der 1H20-Ergebnisse und schließe eine Kapitalerhöhung somit weiterhin aus. Bertschy halte eine Kapitalerhöhung für unumgänglich, doch stelle sich die Frage, inwieweit dies auf Interesse der Anleger stoßen würde.

Neue Schätzwerte: Bertschy habe seine Umsatzwachstumsprognosen für das 3Q und 4Q drastisch reduziert, das Großhandelssegment dabei ausgenommen. Entsprechend niedriger seien auch die Schätzwerte für die Rentabilität und die Barrenditen.

ARYZTA werde vom Coronavirus erheblich belastet, denn das Unternehmen sei stark am Außer-Haus-Markt engagiert. In seinem letzten Coronavirus-Bericht vom 18.03.2020 habe Bertschy ARYZTA in die höchste Risikokategorie (5) eingestuft, denn das Unternehmen weise einen hohen Fremdkapitalanteil auf (Nettoschulden von EUR 733 Mio. und Hybridanleihen von EUR 906 Mio., darunter EUR 106 Mio. an zurückgestellten Dividenden). Dies sollte in Verbindung mit dem FCF vom 1H20 von EUR 56 Mio. gesehen werden, der von der aktuellen Situation vermutlich stark in Mitleidenschaft gezogen werde.

Jean-Philippe Bertschy, Aktienanalyst von Vontobel Research, hält an seinem "reduce"-Rating für die ARYZTA-Aktie fest. Sein neues Kursziel laute CHF 0,28 (statt CHF 0,45). (Analyse vom 25.03.2020)

Clock
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Ist Bertschy wirklich glaubwürdig???

Am 11.März 2020 Kursziel 0.78 , am 25.März 2020 0.28.

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norisknomoney
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Clock hat am 23.04.2020 23:52

Clock hat am 23.04.2020 23:52 geschrieben:

Am 11.März 2020 Kursziel 0.78 , am 25.März 2020 0.28.

Gute Frage! Du hast sogar noch eines dazwischen vergessen, bei 0.45 wenn ich mich nicht irre.. Er ist ja sehr skeptisch - daher finde ich es gar nicht schlecht, wenn wir jetzt schon sein Kursziel erreichen, bei Übertreibung des Marktes nach unten gibts einen schönen Rebound.

gertrud
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KE ?

gertrud hat am 05.04.2020 16:02 geschrieben:

Ich schätze die Wahrscheinlichkeit auf ein Drittel, dass das ohne weitere Kapitalmassnahme geht.
Der aktuelle Kurs antizipiert eine Bereinigung des Eigenkapitals. Was ja - positiv gesehen - dafür spricht, dass hier ein Boden ist.

Drei Viertel der "bereinigten" Arytza an die Hybridgläubiger, ein Viertel bleibt bei den Altaktionären. Dann macht der aktuelle Kurs um CHF 0.35 Sinn. Eine bereinigte Aryzta hätte dann eine BöKap von etwa 1.3 Mrd. CHF.
Zu beachten ist, dass die Mehrheit  der Aktionäre Institutionelle sind, wohl nicht wenige auch Gläubiger. Das könnte, wenn es denn sein muss, einen Deal "linke Tasche - rechte Tasche" erleichtern.
Dass Arytza nochmals über eine "normale" KE Geld erfolgreich aufnehmen kann, kann ich mir echt nicht vorstellen.

norisknomoney
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Da habe ich also auch sehr

Da habe ich also auch sehr grosse Fragezeichen über eine solche KE wie von dir vorgeschlagen und dann noch in diesem Umfang. Denke nicht, dass die Aktionäre Neugeld einschiessen lediglich um Schulden zu tilgen. We will see - schlussendlich ist die Liq. vorerst das a & o - die hybriden Anleihen können ja zu beliebigen Zeitpunkten getilgt werden. 

norisknomoney
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+ 7 % heute

Kaum künde ich einen Nachkauf an, steigt die Aktie um über 7 % - somit warte ich halt weiter auf Kurse zw. 0.25 und 0.30 Smile

swissrain
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Bilderbuch-Chart wieder mal ...

Die Aktie ist  in ihrem Downtrend gefangen gewesen, die Trendlinien wie mit dem Lineal gezogen.

Heute der Ausbruch, vermutlich wegen Nestlé, die im ersten Quartal gut verkauft hat. Warum dann nicht auch ARYN? 

Theoretisch könnte sie nun nach oben ziehen, doch ... die Gesamtlage ist wackelig. 

Widerstände unten im angehängten Chart eingezeichnet. 

 

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Tobias007
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Ausser Crédit Suisse in

Ausser Crédit Suisse in bescheidenem Umfang sind Kreditbanken

(Kreditbanken: BofA Merrill Lynch, UBS, Credit Suisse, JP Morgan und HSBC)

nicht zugleich Ankeraktionäre. Im Notfall könnten Kreditbanken in einer separaten KE ein Teil ihrer Kredite in AK wandeln, sofort die Aktionäre dem zustimmen, was auf diesem Kursniveau sehr unwahrscheinlich ist. Zu den Hybriden: Man könnte wohl über Jahre keine Hybridzinsen zahlen und dann juristisch in einigen Jahren das Gespräch mit den Hybridgläubigern suchen, um über einen reduzierten Rückzahlpreis zu verhandeln. So geschehen seit den 80er Jahren in Wandelobligationen in den U.S. Gläubiger sind zu Konsessionen bereit, wenn die Alternative eine Liquidation ist, welche sie noch aussichtsloser zurücklässt. Da sprechen wir nun aber von "dirty play" und Horrorszenarien, welche bei Aryzta derzeit nicht zur Diskussions stehen. Wollte das nur ansprechen, weil immer wieder Fantasien über Wandlung der Hybriden in Aktien herumgeistern. Die Aktionäre, wie gesehen gehören keine Kreditbanken dazu, bestimmen über ihre Organe über die Zukunft von Aryzta.

Ankeraktinäre: Cobas 10%, Black Creek 5%, CI Gobal 5%, Causeway Capital 4.98%, J.O. Hambro 4.92%, DWS Deutsche Bank 3.04%, Credit Suisse 3%, Financière de l'Echiquier 2.99%, The Vanguard 2.92%.

Aryzta hat ca. Sfr. 400.- Millionen Cash, kurz- bis mittelfristig besteht also kein Bedarf für eine KE. Vielleicht wären die Altaktonäre nochmals bereit, eine Mini KE im Umfang von 100-200 Millionen einzuschiessen, um das Unternehmen nochmals zu stärken. Auf diesem Kursniveau würden sich die Gläubigerbanken (Kreditoren, nicht Hybridgläubiger) vielleicht sogar persönlich engagieren, wenn die Alternative die Liquidation von Aryzta zum dümmsten Zeitpunkt wäre. Aryzta ist grundsätzlich von der Marktstellung und den Produkten her vielversprechend, dies nur durch einen punktuellen Engpass aufzugeben wollen auch die Kreditbanken verhindern. Es macht eben durchaus Sinn, eine KE nur für Schulden zu machen, wenn ein operativ gut aufgestelltes Unternehmen nur darum fast wertlos ist, weil die EK Decke dünn ist, nicht weil Produkte und Marktstellung keinen Erfolg versprechen (siehe zur Zeit Dufry).

Dies sind aber alles Horrorszenarien, ausser vielleicht die Mini KE der Altaktonäre selber. Zur Zeit reicht Cash aus, um auch Krisen zu überstehen und Aryzta sollte sich operativ gut entwickeln, dass sowohl der Kurs sich erholt, wie Verpflichtungen nachgekommen werden sollen.

gertrud
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Heilige Elisabeth

Möge die Heilige Elisabeth von Thüringen, Schutzpatronin der Bäcker, Dich erhören, Tobias007.
Mir soll es recht sein, vielleicht gelingt es Aryzta tatsächlich, sich ohne Restrukturierung aus der Krise zu retten.

Zu den Hybriden: Man könnte wohl über Jahre keine Hybridzinsen zahlen und dann juristisch in einigen Jahren das Gespräch mit den Hybridgläubigern suchen, um über einen reduzierten Rückzahlpreis zu verhandeln. So geschehen seit den 80er Jahren in Wandelobligationen in den U.S. Gläubiger sind zu Konsessionen bereit, wenn die Alternative eine Liquidation ist, welche sie noch aussichtsloser zurücklässt.

Das seh ich als Hybridgläubigerin allerdings anders.
Die Hybriden stammen aus der Aera Owen Kilian, ein begnadeter Wertvernichter. Der Deal bei der Ausgabe der Hybriden war: "Weil das zum Eigenkapital zählt, können wir mehr Schulden machen. Ihr habt nicht das Kurspotential der Aktie, dafür bekommt Ihr konstant hohe Zinsen."

Dann ging es erst eine zeitlang gut, dann schlecht und immer schlechter. Die Zinsen wurden aufgeschoben und akkumulieren nun mit ca. 50 Mio pro Jahr.
Es darf NIE eine Dividende bezahlt werden, bevor nicht diese aufgelaufenen Zinsen bezahlt sind, je länger das dauert, desto teurer wird es, aktuell sind anscheinend 106 Mio Zinsen ausstehend. Die Zeit läuft gegen die Aryzta-Aktionäre. Einige Jahre bleiben da nicht mehr.

Der Fall, den Du oben beschreibst mit freiwilligem Verzicht der Gläubiger:
Wieso sollten wir Gläubiger dem zustimmen ohne dass auch die Aktionäre bluten?
Denn der Konkurs, wo alle alles verlieren, ist nicht die einzige Alternative.
Der Tausch der Hybridschulden gegen die Mehrheit der Firma wäre ein echter Befreiungsschlag: 1 Mrd Schulden und eine jährliche Zinslast von 50 Mio wären für immer aus den Büchern.
Klar haben die Aktionäre das Sagen. Aber die vertreten dann vielleicht noch eine BöKap von 250 Mio, während die Hybridschulden über 1 Mrd kumuliert haben werden. 

Nicht, dass ich mich darauf freuen würde, als Gläubigerin. Die Rückzahlung von Schuld und Zinsen ist mir natürlich lieber. Noch gehe ich davon aus. Aber die Spekulation ist bisher nicht aufgegangen und richtig wohl ist mir dabei nicht.

Tobias007
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Die Hybridaktonäre können nur

Die Hybridaktonäre können nur auf Vorschläge der Aktionäre reagieren. Im Gegensatz zu den Kreditoren (welche nur wenige sind und mit einem gemeinsamen Anwalt agieren) und Aktionären, haben sie gar kein juristisches Organ, um ihre Forderungen oder Vorschläge anzubringen oder durchzusetzen. Sie müssten über einen Anwalt, Sammelanliegen vertreten. Das ist in der Praxis sehr schwierig. In den U.S. orchestriert ein Richter innerhalb eines Chapter 11 Verfahrens solche Interessenskonflikte, innerhalb derer auch Obligationäre, vor allem Wandelobligationäre immer wieder auf Forderungen verzichten. Theoretisch können den Hybriden gar keine Zinsen mehr bezahlt werden und Dividenden über Aktien ausbezahlt werden.

Die Kreditbanken könnten theoretisch die Aktionäre unter Druck setzen, einen Vorschlag an die Hybridgläubiger zu formulieren, doch wenn dieser für sie zu unvorteilhaft wäre, käme er nicht zu stande. In einem Chapter 11 Verfahren in den U.S. läuft es meist so. Das Argument der Obligationäre ist, dass ihr Guthaben noch mehr wert hat (obwohl, wenn es soweit ist, Obligationen dann auch nicht mehr als auf einem Kursniveu von 30-40% sich befinden), das Argument der Aktionäre ist, dass sie nichts mehr zu verlieren haben und so einen gewissen Verhandlungsdruck aufbauen können.

Ich denke also, solche destruktiven Gedanken sollten jetzt nicht im Zentrum stehen, sondern der Turnaround und positive Energie. Ich sehe gute Backwaren vor Augen, welche sich verkaufen, Qualität und eine gute Führung.

schöne Woche und liebe Grüsse von Tobi

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