CH-relevante Börsenthemen Jahr 2020

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Schweizer Wirtschaft im

Schweizer Wirtschaft im ersten Quartal um 2,6 Prozent geschrumpft

Die Schweizer Wirtschaft hat schon im ersten Quartal 2020 stark unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten.

03.06.2020 08:11

Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ging zwischen Januar und März gegenüber dem Vorquartal um 2,6 Prozent zurück, nachdem es im Vorquartal noch um 0,3 Prozent gewachsen war. Gegenüber dem Vorjahresquartal betrug das Minus 1,3 Prozent nach +1,6 Prozent im Schlussquartal 2019.

Wegen der Pandemie und der Eindämmungsmassnahmen sei die Wirtschaftaktivität im März stark eingeschränkt gewesen, schreibt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Mittwoch zu den Zahlen. Zudem habe der internationale Konjunktureinbruch die Exportwirtschaft gebremst.

Der Einbruch war damit noch etwas stärker, als es Experten erwartet hatten. Die von AWP befragten Experten hatten die Entwicklung zum Vorquartal bei -1,2 bis -2,5 Prozent gesehen.

«Historisches Ausmass»

In der Mitteilung des Seco ist teilweise von Rückgängen "historischen Ausmasses" die Rede. Dies gelte etwa für den Handel (-4,4 Prozent zu Vorquartal) und das Gastgewerbe (-23,4 Prozent). Letzteres habe bereits ab Anfang März mit sinkenden Gästezahlen aus dem Ausland zu kämpfen gehabt.

Aber auch die Transport- und Kommunikationsbranche (-5,1 Prozent) registrierte laut den Angaben wegen ausgedünnter Fahr- und Flugpläne das stärkste Minus der letzten 30 Jahre. Und auch der Gesundheitssektor (-3,9 Prozent) litt, weil verschiedene medizinische Behandlungen zeitweise ausgesetzt worden seien.

Auf der anderen Seite hätten lediglich die öffentliche Verwaltung (+0,8 Prozent) und die Finanzbranche (+2,3 Prozent) das BIP gestützt. Letztere profitierte laut dem Seco von einem wachsenden Auslandgeschäft.

(AWP)

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Donato Scognamiglio: «Das

Donato Scognamiglio: «Das Home Office kommt. Sehr schnell.»

Am Schweizer Immobilienmarkt verschärfen sich Risiken. Experte Donato Scognamiglio sagt, welche Liegenschaften stabil bleiben, warum die Nachfrage nach Büroflächen sinkt und wo vorschnelle Prognosen gefährlich sind.

https://www.cash.ch/news/politik/immobilien-donato-scognamiglio-das-home-office-kommt-sehr-schnell-1556596

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Konsumentenpreise im Mai

Konsumentenpreise im Mai unverändert - Jahresinflation -1,3%

Die Inflation in der Schweiz ist weiter negativ, im Mai ist sie sogar noch deutlicher in den Minus-Bereich gefallen. Gegenüber dem Vormonat haben sich die Preise insgesamt allerdings nicht verändert.

04.06.2020 08:55

Konkret blieb der Landesindex der Konsumentenpreise (CPI) im Mai 2020 gegenüber dem April unverändert auf dem Stand von 101,3 Punkten (Dezember 2015 = 100). Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat lag die Teuerung - und damit die gemeinhin als Inflation bezeichnete Zahl - hingegen bei -1,3 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte.

Damit liegt die Inflation im Rahmen der Erwartungen. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten den Wert zwischen -1,6 und -1,2 Prozent prognostiziert.

Die Preisstabilität gegenüber dem Vormonat resultiert laut BFS aus entgegengesetzten Entwicklungen, die sich insgesamt aufgewogen haben. Die Wohnungsmieten sowie die Preise für Pauschalreisen ins Ausland und jene für Steinobst sind gestiegen, demgegenüber sind die Preise für Treibstoffe und Hotelübernachtungen gesunken.

Das BFS weist allerdings darauf hin, die Qualität der Resultate wegen Corona etwas eingeschränkt ist. Im Gegensatz zum Vormonat habe man im Mai allerdings einen Grossteil der Preise normal erheben können. Einzig die Positionen im Zusammenhang mit dem Tourismus (Hotellerie, Luftverkehr, Pauschalreisen) seien noch stark von der speziellen Situation betroffen.

Inflation im Januar noch im Plus

Die Inflation ist seit Ausbruch der Corona-Epidemie stark gefallen. Im Januar lag der Jahreswert noch bei +0,2 Prozent, sank dann in den folgenden Monaten auf -0,1 Prozent (Februar), -0,5 Prozent (März) bzw. -1,1 Prozent (April) und nun im Mai auf -1,3 Prozent. So tief lag der Wert zuletzt im Januar 2016.

Vor allem die Preise für Importgüter sind deutlich tiefer als vor Jahresfrist (-4,6%), während die Inlandgüter heute per Saldo lediglich 0,2 Prozent günstiger zu haben sind. Vor allem der sinkende Ölpreis hat zum Rückgang geführt. So kosten gemäss dem Index Erdölprodukte 21,3 Prozent weniger als im Mai 2019. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+0,4%) oder alkoholische Getränke und Tabak (+0,4%) sind hingegen teurer als vor Jahresfrist.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), anhand dessen die hiesige Teuerung mit jener in den europäischen Ländern verglichen werden kann, sank im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Auf Jahressicht entspricht dies einer Veränderungsrate von -1,0 Prozent.

uh/rw

(AWP)

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Bei diesen Schweizer Comeback

Bei diesen Schweizer Comeback-Aktien jetzt noch zugreifen?

In den letzten Handelstagen haben auffällig viele Aktien angezogen, die besonders unter der Corona-Krise gelitten hatten. cash zeigt, wo sich ein Einstieg jetzt noch lohnt.

07.06.2020 17:55

Von Henning Hölder

Seit Wochen scheint es an den Aktienmärkten kein Halten mehr zu geben. Während zu Beginn der Corona-Erholungs-Rally vor allem Krisenprofiteure - namentlich Lonza oder Roche - den Markt nach oben trieben, hat zuletzt der breite Markt nachgezogen. Sogar Titel aus der derzeit besonders riskant angesehen Reisebranche sind im Aufwind.

Was hat diese Rally der (vermeintlichen) Corona-Verlierer zu bedeuten? Steckt dahinter mehr als nur ein kurzes Strohfeuer? cash hat fünf Aktien genauer unter die Lupe genommen und sagt, ob sich für Anleger ein Einstieg jetzt noch lohnt.

Dufry - Comeback des grössten Verlierers

Der Reise-Detailhändler Dufry ist am Schweizer Aktienmarkt einer der grössten Leidtragenden der Corona-Krise. Dufry macht den Grossteil des Geschäfts an Flughäfen und büsste deswegen im April sage und schreibe 94 Prozent seines Umsatzes ein. Angesichts dieser Horrorzahl ist es erstaunlich, wie gut Dufry in Sachen Liquidität dasteht. Laut ZKB-Analysten kann das Unternehmen den Betrieb bis mindestens Mitte 2021 aufrechterhalten. Möglich macht das eine Aktienkapitalerhöhung, die Ausgabe einer Wandelanleihe sowie der Verzicht auf die Dividende.

Kursentwicklung der Dufry-Aktie seit Anfang Jahr, Quelle: cash.ch.

Die Aktie stürzte nach dem Corona-Schock von knapp 90 Franken zunächst auf 20 Franken ab. Doch in den letzten Wochen arbeite sie sich dank der Aussicht auf eine vorsichtige Normalisierung im Reiseverkehr wieder bis auf 38 Franken hoch. Angesichts der Solidität des Unternehmens scheint der Anstieg durchaus begründbar. Das Unternehmen ist trotz des dramatischen Umsatzrückgangs immer noch solide aufgestellt. Die Bank Vontobel sieht Dufry bestens gerüstet, um von einer "Erholung des Reiseverkehrs ab 2021 profitieren zu können".

Wegen der starken Rally wäre es nicht verwunderlich, wenn die Aktie kurzfristig erstmal eine Verschnaufpause hinlegen würde. Langfristig ist die Aktie weiterhin ein Kauf.

LM Group - Weniger Fixkosten 

Der Flugreise-Vermittler LM Group (ehemals lastminute.com) verlor während der Corona-Krise mehr als zwei Drittel seines Börsenwerts. Doch Ende Mai schaltete die Aktie ein klein wenig in den Turbomodus. Fast 60 Prozent legten die Titel seitdem zu. Ebenso wie Dufry profitiert auch LM Group von einer absehbaren Erholung im Reiseverkehr. Auch wenn die Aufholjagd ein wenig schnell scheint, ist sie durchaus gerechtfertigt.

Kursentwicklung der LM-Group-Aktie seit Anfang Jahr, Quelle: cash.ch.

Denn Online-Reisevermittler haben gegenüber anderen Reise-Titeln wie etwa Fluglinien einen enormen Vorteil: Sie arbeiten mit minimalen Fixkosten. Sie haben kaum Mieten zu zahlen und weniger Mitarbeiter zu entlohnen. Kein anderes Segment kann die Krise besser aussitzen. Vor Corona verzeichnete der Kurs der LM-Group-Aktie einen steilen Aufstieg. Die Aktie hat trotz jüngster Rally noch weiteres Aufholpotenzial.

Swiss Re - leichte Erholung, Ausblick unsicher

Während der Corona-Krise sind auch die Versicherer ordentlich unter die Räder gekommen. Kein Wunder, müssen die doch für einen Teil der wirtschaftlichen Schäden aufkommen. Besonders hart getroffen hat es dabei Swiss Re. Der Rückversicherer ist bisher der schlechteste SMI-Performer in diesem Jahr. Doch in der letzten Handelswoche konnten die Titel um rund 18 Prozent zulegen.

Die kleine Aufholrally dürfte in der durchaus etwas überzogenen Abstrafung begründet liegen. So hat sich etwa in der Sparte der Lebensversicherungen die Coronavirus-Pandemie bislang nur wenig auf den Gewinn ausgewirkt. Doch die Problemsparten Industrieversicherung und Policenabwicklung sind weiterhin Bremsklötze.

Hinzu kommt: In den USA steht die Hurricane-Saison vor der Tür. Diese könnte für Schweizer Rückversicherer dieses Jahr zum besonders grossen Kostenpunkt werden. Der Nationale Wetterdienst der USA schätzt die Wahrscheinlichkeit einer überdurchschnittlichen Hurricane-Saison als hoch ein. Die Swiss-Re-Aktie dürfte es trotz des jüngsten Höhenflugs in diesem Jahr weiterhin schwer haben. Abwarten heisst die Devise.

Aryzta - Aktionärsgruppe sorgt für Wirbel

Der Weltmarktführer für tiefgefrorene Spezialitätenbackwaren leidet seit Jahren unter den Folgen seiner gescheiterten Expansionsstrategie. Durch diese hat das Unternehmen einen riesigen Schuldenberg angehäuft. Der ohnehin arg gebeutelten Aktie wurde durch die Corona-Krise ein weiterer Tiefschlag versetzt - rund 75 Prozent ging es zwischenzeitlich nach unten. Doch in den letzten Wochen befinden sich auch die Aryzta-Titel im Aufwind.

Grund ist der Einstieg des aktivistischen Investors Veraison. Dieser hält nun 7 Prozent des Unternehmens und hat sich überdies mit dem langjährigen spanischen Grossaktionär Cobas zu einer Aktionärsgruppe mit insgesamt gut 18 Prozent der Stimmen zusammengeschlossen. Veraison-Gründer Gregor Greber sagte jüngst, dass der aktuelle Aktienkurs nicht den fundamentalen Wert des Unternehmens reflektiere.

Auch wenn der wachsende Druck der erstarkten Aktionärsgruppe dem Unternehmen langfristig nur guttun kann, sollten Anleger nicht vorschnell in Euphorie verfallen. Die zahlreichen Baustellen lösen sich nicht automatisch auf. Bei Aryzta ist weiterhin viel Geduld gefragt.

Kudelski - Kursfeuerwerk nur ein Strohfeuer? 

Nachdem sich der Börsenwert des Sicherheitsspezialisten aus der Westschweiz während der Corona-Krise zwischenzeitlich halbiert hatte, zündete die Aktie Anfang letzter Woche ein regelrechtes Kursfeuerwerk. Rund 36 Prozent ging es zwischenzeitlich in die Höhe. Grund war die Nachricht, dass Kudelski weitere Sicherheitsservices für Microsoft 365 und Azure lanciert.  Am Donnerstag und Freitag ging es allerding schon wieder leicht runter mit dem Kurs.

Es scheint sich zu wiederholen, was man im November 2019 schon beobachten konnte. Schon damals zog Kudelski einen Auftrag von Microsoft an Land, was die Aktie zeitweise um 15 Prozent ansteigen liess – doch innerhalb einer Woche büsste die Aktie den Gewinn wieder ein. Das grundsätzliche Problem: Sinkende Umsätze sowie Kosten für das laufende Restrukturierungsprogramm belasten die Bilanz des Unternehmens.

Kudelski ist viel zu spät in das IT-Sicherheitsgeschäft eingestiegen, welches vielerorts zunehmend gesättigt scheint. Anleger sollten nach dem Kurssprung von letzter Woche bis auf Weiteres nicht auf weitere Kursschübe hoffen. Die Aktie zeigt schliesslich seit Mitte 2016 nach unten.

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Hapag-Lloyd erwartet 2020

Hapag-Lloyd erwartet 2020 Rückgang des Welthandels um zehn Prozent

Die Schifffahrtsgesellschaft Hapag-Lloyd rechnet im Zuge der Coronavirus-Krise mit einem starken Rückgang im globalen Handel.

08.06.2020 02:02

"Alles zusammen, stellen wir uns darauf ein, dass der Welthandel in diesem Jahr um rund zehn Prozent geringer sein wird als im Vorjahr." Dies sagte Konzernchef Rolf Habben Jansen der deutschen Zeitung "Welt" vom Montag. Aus der Versorgungskrise sei mittlerweile eine Nachfragekrise geworden, hiess es weiter.

In der eigenen Reederei reche Hapag-Lloyd im zweiten Quartal 2020 mit zehn bis 15 Prozent geringeren Transportmengen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. "Im vierten Quartal könnte der Rückgang dann nur noch im einstelligen Prozentbereich liegen", sagte Habben Jansen diesbezüglich.

Um Staatshilfen werde sich sein Unternehmen "mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit nicht" bemühen. Bis jetzt könne das Unternehmen mit der Situation gut umgehen und das gelte auch noch für die nächsten drei bis sechs Monate.

Mitte Mai hatte der Konzern wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf den Welthandel seine Gewinnprognose unter Vorbehalt gestellt. Habben Jansen kündigte zudem den Kauf neuer Schiffe an: "Es ist kein Geheimnis, dass wir 2023 oder spätestens 2024 neue Schiffe brauchen." Die Zahl von derzeit sechs 20'000-TEU-Containerschiffen könne sich verdoppeln, hiess es. Sobald die Coronavirus-Krise bewältigt sei, werde die Geschäftsleitung des Konzerns darüber entscheiden.

Mit Blick auf Umweltziele für die der Schifffahrt sagte der Manager, es gebe schon Druck etwa von "Fridays for Future". Man müsse "so grün unterwegs sein, wie es gerade geht und parallel dazu permanent neue technische Wege suchen". Sein Unternehmen werde sich klare Ziele setzen. "Eines davon ist die Halbierung der CO2-Emissionen. Das müssen wir deutlich vor dem Jahr 2050 schaffen."

(SDA)

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Hotelübernachtungen brechen

Hotelübernachtungen brechen im April ein

Der Monat April geht als rabenschwarzer Monat in die Geschichte der Schweizer Hotellerie ein. Infolge der Coronakrise bewegten sich die registrierten Hotelübernachtungen nahe dem Nullpunkt.

08.06.2020 12:30

Das Bundesamt für Statistik (BFS) zählte im April noch 0,20 Millionen Logiernächte. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 92,4 Prozent, wie das BFS anhand provisorischer Ergebnisse am Montag bekannt gab. Bereits im März waren die Übernachtungszahlen um fast zwei Drittel eingebrochen.

Von den wenigen Hotelübernachtungen entfielen im April 56'082 auf ausländische Gästen, was gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 96,3 Prozent entspricht. Die Logiernächte von Schweizer Hotelgästen gingen mit -87,4 Prozent auf 148'482 ebenfalls massiv zurück.

"Im April haben wir wohl den Tiefpunkt gesehen", sagte Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger am Montag im Videointerview mit AWP. In den Städten sei aber auch im Mai mit noch signifikanteren Einbussen zu rechnen.

Saisonschluss vermiest gute Wintersaison

Bereits die Wintersaison 2019/20 wurde stark von der Coronapandemie, den Grenzschliessungen und weltweiten Reisebeschränkungen geprägt. Von November 2019 bis April 2020 verzeichnete die Hotellerie in der Schweiz insgesamt 12,7 Millionen Logiernächte, was einem Minus von 23,9 Prozent oder 4 Millionen Übernachtungen entspricht. "Im Verhältnis fehlen uns im Winter damit bereits die Logiernächte der wichtigsten Gästegruppe aus Deutschland für das Gesamtjahr", ordnete der Schweiz-Tourismus-Direktor die Zahl ein.

Bis zur ausserordentlichen Situation in den Monaten März und April hatte sich noch eine gute Wintersaison abgezeichnet. So wurden zwischen November 2019 und Februar 2020 rund 11,3 Millionen Logiernächte registriert, was gut 5 Prozent über der entsprechenden Vorjahresperiode lag.

Gemäss Nydegger dürfte es noch "sehr lange" dauern bis das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht wird. "Wir rechnen mit einer Rückkehr auf das Rekordniveau von 2019 erst in drei bis fünf Jahren".

(AWP)

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Aktien-Aufholrally: Ist das

Aktien-Aufholrally: Ist das ein Bullenmarkt oder doch eine Bullenfalle?

Seit Monaten jagt eine Konjunktur-Horrornachricht die nächste. Trotzdem gibt es an den Börsen derzeit kein Halten. Die Aufholrally könnte aber bald vorbei sein, warnen Experten gegenüber cash.

08.06.2020 20:35

Von Henning Hölder

Wenn sich die Börse in einem steilen Aufwärtstrend befindet, spricht man einer geläufigen Definition zufolge von einem Bullenmarkt. Der Bulle stösst mit seinen Hörnern, die für positive Marktaussichten stehen, die Aktienmärkte nach oben – so die Metapher. Die Entwicklungen an den Börsen in den letzten drei Monaten können den Schluss zulassen, dass wir uns tatsächlich in einem Bullenmarkt befinden.

Seit dem Corona-Tief vom 23. März hat der Swiss Market Index (SMI) rund 25 Prozent hinzugewonnen. Damit konnte der Leitindex die durch den Corona-Schock verursachten Verluste zu über zwei Drittel wieder wettmachen. Noch besser läuft es in den USA, wo der Technologie-Index Nasdaq letzte Woche erstmals wieder ein Allzeithoch erreichen konnte. Der S&P 500 hat seit dem Tiefstand Ende März über 40 Prozent zugelegt. Trotz der globalen Rezession und trotz der Gefahr einer zweiten Infektionswelle. Ist dieser Bullenmarkt eine Bullenfalle?

Kursentwicklung des Swiss Market Index (SMI) in den letzten zwölf Monaten, Quelle: cash.ch

«Kurssteigerungen nicht zu fassen»

"Die Kurssteigerungen der letzten vier bis fünf Wochen sind eigentlich nicht zu fassen", sagt Thomas Heller, Leiter Research und CIO der Schwyzer Kantonalbank (SZKB), gegenüber cash. Die jüngste Aktienrally hat er in diesem Ausmass, wie so viele Experten, nicht kommen sehen.

Ist das ein Bullenmarkt? "Optimisten würden jetzt sagen, ja", sagt Heller. Deren Argumentation: Es sei alles halb so wild, die Ansteckungen gingen ja zurück, die Lockerungen der Eindämmungsmassnahmen belebten die Wirtschaft und ein Medikament oder Impfstoff werde das Problem ohnehin bald aus der Welt schaffen.

Tatsächlich liegt das alles im Bereich des theoretisch Möglichen, doch Heller warnt vor zu grosser Euphorie. Die Kurse hätten einseitig das Positive eingepreist, aber andererseits die Gefahren ausgeblendet. "Mögliche Risiken einer zweiten Infektionswelle, einer langsameren Erholung der Wirtschaft oder eines stärkeren Gewinneinbruchs bei den Unternehmen sind derzeit in den Kursen nicht eingepreist", so der Anlagechef. "Und das bei sehr hohen Bewertungsniveaus".  

Fundamentaldaten versus Geldflut

Eric Steinhauser, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Privatbank Rahn+Bodmer Co, bläst ins gleiche Horn. "Die Börse hat sich insbesondere in den letzten Wochen zunehmend von den konjunkturellen Rahmenbedingungen distanziert", so der Anlagechef gegenüber cash. Fundamental sei die jüngste Kursrally eigentlich nur darin begründbar, dass die Finanzmärkte eine rasche Erholung der Nachfrage vorhersähen.

Allerdings bezweifelt Steinhauser, dass die steigenden Kurse fundamental getrieben sind. "Vielmehr ist es wohl wieder einmal die Geldpolitik, welche die Börsen antreibt. Diesmal zusammen mit der Fiskalpolitik", so Steinhauser. Heisst: Es gilt also nach wie vor das TINA-Argument, welches besagt, dass, auf der Suche nach Rendite, keine valablen Alternativen zu Aktien existieren ("There Is No Alternative"). Positive Zuversicht herrscht deshalb, weil es keine Alternative gibt, nicht wegen der Fundamentaldaten.

Kursentwicklung des US-Technologie-Index Nasdaq in den letzten zwölf Monaten, Quelle: cash.ch

Werden die Börsen also wieder rein künstlich nach oben getrieben, was die Fallhöhe entsprechend erhöht? Letzten Freitag gab es immerhin den ersten grossen Lichtblick aus der Realwirtschaft. Völlig unerwartet wurden in den USA im Mai 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen. Der Konsens ging dagegen von einem erneuten Verlust von 8 Millionen Arbeitsplätzen aus.

Fortsetzung der Rally oder Rücksetzer?

"Falls nach den völlig überraschenden US-Arbeitsmarktdaten weitere positive Fundamentaldaten folgen sollten, kann sich die Rally kurzfristig tatsächlich fortsetzen", sagt Heller. In diesem Fall würden jene Titel, die besonders verloren hätten, weiter zulegen. Heisst: Die Rotation in zyklische Titel würde also weitergehen.

Doch falls nicht, und das sei der wahrscheinlichere Fall, hätten die Börsen den Peak vorläufig hinter sich. "Unser Szenario ist derzeit: Bestenfalls seitwärts, Rückschlag nicht auszuschliessen bis sehr wahrscheinlich", sagt Heller.

Auch Steinhauser rät derzeit davon ab, weiter aufzustocken oder gar neu in den Markt einzusteigen. "Wir warnen davor, dem Markt hinterher zu rennen." Die Gefahr sei zu gross, dass die Unternehmenszahlen des zweiten und dritten Quartals grössere Enttäuschungen brächten, als es der Markt derzeit antizipiere. "In Anbetracht der konjunkturellen Aussichten müsste man eigentlich deutlich reduzieren", so der Anlagechef.

Corona nicht das einzige Problem

Auch Analysten der Zürcher Kantonalbank warnen vor einer Überhitzung an den Aktienmärkten. "Technische Indikatoren weisen derzeit auf eine überkaufte Situation an den Märkten hin", schreiben die Analysten in einem Bericht. Das heisse zwar nicht, dass weitere Kurssteigerungen ausgeschlossen seien, doch die Warnsignale seien eindeutig. Insbesondere die "Risiken für kurzfristige Rücksetzer haben sich doch beträchtlich erhöht", so die Bank.

Caroline Hilb, Leiterin Anlagestrategie und Analyse der St.Galler Kantonalbank, warnt zudem, dass Anleger neben der konjunkturellen Abschwächung durch Covid-19 andere Risiken völlig ausser Acht liessen. "In den letzten Tagen hat beispielsweise der schwelende Konflikt zwischen den USA und China wieder an Schärfe gewonnen", schreibt Hilb in einem Marktkommentar. Zudem seien auch die politischen Unruhen in den USA in Zeiten einer tiefen Rezession an den Märkten bisher völlig vorbeigezogen.

Das ändere aber nichts an der Tatsache, dass Aktien weiterhin ein Engagement mit Zukunft seien. Wichtig sei aber, wachsam zu sein und auf qualitativ starke Firmen zu setzen, so Hilb. "Ob defensiv oder zyklisch ist aber etwas weniger von Bedeutung als noch vor einigen Wochen. Hier zahlt sich eine gute Mischung aus." Die Frage, ob Bullenmarkt oder Bullenfalle beantwortet Hilb wie folgt: "Weder noch."

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Arbeitslosenquote steigt im

Arbeitslosenquote steigt im Mai weiter an

Der Schweizer Arbeitsmarkt hat im Mai die Folgen der Coronakrise weiter zu spüren bekommen.

09.06.2020 08:10

Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,4 von 3,3 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte. Um saisonale Faktoren bereinigt lag sie bei ebenfalls 3,4 Prozent nach 3,1 Prozent im Vormonat.

Die Quote erreichte damit den höchste Wert seit Februar 2017. Allerdings war der Anstieg nicht mehr so drastisch wie im Vormonat, als die Arbeitslosenquote auf 3,3 von 2,9 Prozent gesprungen war. Vor der Krise - im Februar - hatte sie noch bei 2,5 Prozent gelegen, im letzten Sommer war sie sogar auf ein Mehrjahrestief von 2,1 Prozent gesunken.

Ökonomen hatten im Vorfeld für den Mai zum Teil mit einem noch höheren Wert gerechnet. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Experten hatten Werte zwischen 3,4 und 3,8 Prozent geschätzt.

Anstieg bei vielen Untergruppen

Insgesamt waren Ende Mai 155'998 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) arbeitslos gemeldet. Das waren 2'585 mehr als noch im Vormonat.

In vielen Untergruppen stieg die Arbeitslosenquote leicht an, bei den Jugendlichen (15-24-Jährige) auf 3,4 von 3,3 Prozent und bei den 25- bis 49-Jährigen auf 3,7 von 3,6 Prozent. Sie nahm bei den Ausländern (5,9% nach 5,8%) zu sowie bei den Frauen (3,2% nach 3,1%). In den anderen Untergruppen blieb sie stabil.

Weiter hat das Seco im Berichtsmonat 232'982 Stellensuchende gezählt, das waren 1'786 mehr als im Vormonat. Die Zahl der als offen gemeldeten Stellen nahm auf der anderen Seite um 1'714 auf 16'701 ab.

Kurzarbeit schon im März angestiegen

Wie üblich wurden auch Angaben zur Kurzarbeit gemacht. Offiziell liegen allerdings erst die Werte für den März vor. Damals waren laut den Angaben 782'436 Personen von Kurzarbeit betroffen. Die Anzahl der betroffenen Betriebe lag bei 97'205 und die ausgefallenen Arbeitsstunden bei 36,48 Millionen.

Hier gab es in den letzten Tagen jedoch neuere Angaben. So beantragten bis Mitte Mai ungefähr 190'000 Firmen für rund 1,94 Millionen Personen Kurzarbeitsentschädigung. Das entspricht 37 Prozent der Angestellten im Land.

Kurzarbeit gilt als ein Instrument gegen die sonst drohenden Massenentlassungen. Entsprechend ist der Hauptzweck dieser Massnahme, Arbeitsplätze zu erhalten.

(AWP)

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Michael Pieper für

Michael Pieper für Wirtschaftserholung zuversichtlich

Der namhafte Unternehmer Michael Pieper hat sich positiv über die Wirtschaftsentwicklung der Schweiz gezeigt.

09.06.2020 07:09

"Ich bin überzeugt, dass das Nachholbedürfnis kommen wird und sich die Wirtschaft wieder erholt", sagte er den "Zeitungen von CH-Media" vom Dienstag.

"Ich habe viele Anzeichen, dass es gegen Ende des Jahren wieder besser laufen wird", erklärte der erfahrene Manager weiter. Er glaube zudem nicht, dass es nun ein Unternehmen nach dem anderen Konkurs gehe.

Sein Optimismus begründet er unter anderem damit, dass Unternehmer ständig Tiefschläge erleiden würden. Zudem hätten seine Geschäftsaktivitäten, etwa beim Küchenausstatter Franke, nicht so starke Einbrüche wie die klassische Gastronomie erlebt, weil sich der Konzern ohnehin auf Drive-ins, Convenience-Ketten und Heimlieferungen konzentriere. Kurzarbeit sei zudem ein gutes Instrument - "das hilft uns durch die Delle. Denn danach werden wir die Angestellten wieder brauchen", sagte der 74-Jährige.

Hervorragende Ausgangslage

Auch für die Schweiz insgesamt zeigte sich Pieper optimistisch. "Wir haben stabile Verhältnisse, einen guten Branchenmix, eine gute Infrastruktur und eine tiefe Verschuldung", hob er hervor.

Doch bezüglich der anstehenden Abstimmung zur Begrenzungsinitiative mahnte der Manager: "Die Zuwanderung abzuwürgen, wäre für die Schweiz verkehrt". Er sei überzeugt, dass die Schweiz ihre Grenzen offenhalten müsse, denn das Land brauche ausländische Fachkräfte.

Pieper hält über seine Industrie- und Finanzbeteiligungsgruppe Artemis etwa Beteiligungen an Feintool, Autoneum oder Forbo.

(SDA/AWP)

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Nationalrat beschliesst

Nationalrat beschliesst Massnahmen gegen hohe Gesundheitskosten

(Meldung nach Abschluss der Debatte ergänzt) - Der Nationalrat hat am Montag die Debatte über Massnahmen zur Senkung der Gesundheitskosten aufgenommen. Es handelt sich um den ersten Teil des Massnahmenpakets, mit dem mehrere hundert Millionen Franken pro Jahr gespart werden sollen.

08.06.2020 22:17

Genau liessen sich die Einsparungen nicht beziffern, sagte Kommissionssprecherin Ruth Humbel (CVP/AG). Das hänge von der konkreten Umsetzung ab, zudem würden sich die Massnahmen erst mittelfristig auswirken.

Hinzu kommt, dass die wohl wirkungsvollste Massnahme, das Referenzpreissystem für Generika, nicht Teil der Vorlage ist. Auf Antrag seiner Gesundheitskommission (SGK) hat der Nationalrat den Entwurf des Bundesrats aufgeteilt und sich vorerst auf die weniger umstrittenen Massnahmen konzentriert. Mit diesem Vorgehen will er rasch erste Schritte zur Dämpfung der Gesundheitskosten machen können.

Keine heissen Eisen

Das passte nicht allen. Thomas de Courten (SVP/BL) sprach von einer "Totgeburt". Die Aufteilung erschwere eine Gesamtbeurteilung. Ein Konzept fehle, heisse Eisen wie die Mehrfachrolle der Kantone oder der Vertragszwang würden nicht angepackt.

Auch die anderen Fraktionen vermissten griffige Massnahmen, um die stetig steigenden Kosten in den Griff zu bekommen. Es gehe zwar nicht um grundlegende Reformen, diese seien aber trotzdem nötig, sagte Philippe Nantermod (FDP/VD). Der Nationalrat trat mit 139 zu 52 Stimmen auf die Vorlage ein.

Zentrale Elemente sind die Verstärkung der Rechnungskontrolle, ein System zur Weiterentwicklung der ambulanten Tarife und der so genannte Experimentierartikel. Mit Letzterem sollen günstigere und bessere Modelle erprobt werden können. Aus Zeitgründen konnte der Nationalrat die Debatte darüber noch nicht beenden.

Hilfe beim Lesen der Arztrechnung

Die Rechnungskontrolle soll verbessert werden, indem Krankenkassen, die die Rechnung direkt zahlen, den Patientinnen und Patienten eine Rechnungskopie zustellen müssen. Das soll auch elektronisch möglich sein. Der Bundesrat hatte vorgeschlagen, dass die Ärzte die Rechnung verschicken müssen.

Mit knapper Mehrheit beschloss der Nationalrat zudem, dass Patientenorganisationen die Patienten bei der Interpretation der Rechnung unterstützen können. Wer wiederholte unvollständige oder unkorrekte Rechnungen ausstellt, soll mit bis zu 20'000 Franken gebüsst werden.

Tarifbüro soll Blockaden verhindern

Befürwortet hat der Nationalrat die Schaffung eines nationalen Tarifbüros im ambulanten Bereich. Dieses soll für die Erarbeitung und Anpassung der ambulanten Tarifstruktur Tarmed zuständig sein. Versicherer müssen dieser Organisation kostenlos die Daten bekannt geben, die für die Erarbeitung, Weiterentwicklung und Pflege der Tarifstrukturen nötig sind.

Schliesslich hat der Nationalrat die Stärkung von Pauschaltarifen gutgeheissen. Damit bestehe kein Anreiz, möglichst viele Leistungen zu erbringen, sagte Humbel. Vorgesehen ist eine gesamtschweizerisch einheitlichen Tarifstruktur für Pauschalen und eine Eingriffskompetenz für den Bundesrat, falls sich die Tarifpartner nicht einigen können. Eine Pflicht für Pauschalen soll es aber nicht geben.

Daten für den Bund

Zugestimmt hat der Nationalrat der Vorschrift, dass Leistungserbringer und Versicherer dem Bund kostenlos die Daten bekanntgeben müssen, die dieser zur Genehmigung der Tarife benötigt. Das sei nötig, um die Tarife kontrollieren zu können, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Die Tarifautonomie werde dadurch nicht eingeschränkt.

Der Entscheid über den Experimentierartikel und die Gesamtabstimmung über den ersten Teil der Massnahmen steht noch aus. Diese sollen aber noch in der laufenden Session stattfinden.

Über die weiteren Massnahmen des Kostendämpfungspakets, darunter das umstrittene Referenzpreissystem für Generika, entscheidet der Nationalrat frühestens in der Herbstsession. Es handelt sich um eine erste Etappe. Ein zweites Paket mit Kostendämpfungsmassnahmen ist bereits in Arbeit. Dieses soll auch einen Kostendeckel für das Gesundheitswesen enthalten. Man sei erst in der "Hälfte der Hälfte", sagte Berset.

(AWP)

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Schweizer Wirtschaft laut

Schweizer Wirtschaft laut Economiesuisse vor «beschwerlichem Weg»

Laut den Ökonomen des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse steckt die Schweiz wegen der Corona-Pandemie «in der tiefsten Rezession seit Jahrzehnten». Der Weg zurück werde lang und beschwerlich.

09.06.2020 11:45

Konkret erwarten die Economiesuisse-Experten für das laufende Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 5,4 Prozent, wie sie am Dienstag mitteilten. Die Situation sei damit am ehesten vergleichbar mit dem Erdölschock, der das Schweizer BIP 1975 um 6,7 Prozent einbrechen liess.

Economiesuisse ist mit dieser Einschätzung in guter Gesellschaft: Auch die meisten anderen Prognoseinstitute erwarten inzwischen für 2020 einen Rückgang in dieser Grössenordnung.

Und rasche Erholung ist nicht in Sicht. Für 2021 erwartet der Verband lediglich ein Wachstum von 4,1 Prozent - und auch dies nur, wenn es nicht zu einem zweiten Lockdown kommt. "Der Einbruch von 2020 ist stärker, als es die Erholung 2021 sein wird", sagte Economiesuisse-Chefökonom Rudolf Minsch während einer Telefonkonferenz. Das alte Niveau wird seiner Meinung nach noch längere Zeit nicht erreicht.

Nur rasche Teilerholung

Zwar komme es nun nach den Lockerungsmassnahmen zu einer raschen Teilerholung über den Sommer 2020. Dann aber folge "der beschwerliche Weg zurück mit wenig Dynamik". Besonders die Exportindustrie werde noch länger von der internationalen Nachfrage belastet.

Dies gelte besonders für jene Teile der Branche, die hochwertige Konsumgüter wie Uhren oder Investitionsgüter herstellten. "Wenn weniger Autos gekauft werden, investiert die Autoindustrie weniger und Schweizer Zulieferer können weniger Maschinen verkaufen", so Minsch.

Wie eine Umfrage des Verbands ergab, hat sich die Situation der Exportbranche im letzten Monat denn auch verschlechtert oder ist zumindest unverändert schwierig geblieben. Erholt habe sich nur die Binnenwirtschaft. Es sei von einer eigentlichen Zweiteilung der Schweizer Wirtschaft zu sprechen, so das Fazit des Verbands.

Wann kommt der Impfstoff?

Dies wird laut Minsch so lange so bleiben, bis ein Impfstoff flächendeckend zur Verfügung steht. Dies werde aber voraussichtlich erst im Verlauf des nächsten Jahres der Fall sein. Erst dann werde die Zuversicht zunehmen - und damit auch die weltweite Investitionsfreude. Eine deutlich positivere Entwicklung sei nur möglich, sollte ein Impfstoff schon für die Grippesaison 2020/21 vorhanden sein.

Vorerst aber sei damit zu rechnen, dass auch die Arbeitslosenquote steigen wird. Für 2020 wird ein Jahresdurchschnitt von 3,8 und für 2021 von 4,3 Prozent vorhergesagt. "Etliche Personen, die jetzt auf Kurzarbeit sind, werden nicht mehr in die Betriebe zurückkehren", vermutet Chefökonom Minsch.

Relativ glimpflich

Vergleichsweise kommt die Schweiz gleichwohl glimpflich davon, meint der Verband. Ein Grund dafür sei, dass rasch Geld geflossen sei - was den Konsum gestützt habe. Zudem hätten schätzungsweise gegen 40 Prozent der Arbeitgeber, die in Kurzarbeit gingen, die Differenz zum vollen Lohn übernommen. Somit hätten grosse Teile der Bevölkerung im Lockdown überhaupt keine Einkommenseinbussen erlitten.

Die Konsumenten können sich zudem über sinkende Preise freuen. Economiesuisse rechnet damit, dass die Inflationsrate 2020 (-1,1 Prozent) und 2021 (-0,5 Prozent) negativ sein wird. Dies sei aber grundsätzlich kein positives Signal, sondern habe mit der mangelnden Nachfrage und dem entsprechenden Druck auf die Preise zu tun.

(SDA)

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Arbeitgeber rechnen mit einer

Arbeitgeber rechnen mit einer baldigen Erholung des Schweizer Arbeitsmarktes

Die Coronakrise hat in der Schweiz zu einem grossen Stellenabbau und hoher Arbeitslosigkeit geführt. Doch der Tiefpunkt dürfte bald erreicht sein.

09.06.2020 11:13

Trotz erster Lockerungen nach der Krise rechnen noch 16 Prozent der Firmen in der Schweiz damit, dass sie zwischen Juli und September Personal abbauen müssen. Demgegenüber stehen 9 Prozent, die ihr Personal voraussichtlich aufstocken.

Um saisonale Einflüsse wie Ferien oder Jahreszeitenwechsel bereinigt, ergibt sich daraus ein Nettowert von -8 Prozent, wie das am Dienstag veröffentlichte, vierteljährlich erhobene Arbeitsmarktbarometer des Personalvermittlers Manpower zeigt. Für die Studie wurden 438 Arbeitgeber zu ihren Erwartungen in Bezug auf die Arbeitsmarktsituation in der eigenen Firma befragt.

Gemäss Manpower entspricht diese Zahl einem noch nie dagewesenen Tief. Dennoch blicken die befragten Arbeitgeber offenbar bereits wieder zuversichtlicher nach vorne. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) gab an, dass sie in einem Jahr wieder mit einer Erholung des Arbeitsmarktes rechnen. Über ein Viertel ist sogar der Ansicht, es könnte bereits im Herbst soweit sein.

Das deckt sich auch mit den jüngsten Erkenntnissen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Der Leiter der Direktion für Arbeit, Boris Zürcher, sagte am Dienstag an einer Telefonkonferenz, dass die ursprünglich prognostizierte Jahresarbeitslosenquote von 3,9 Prozent "zu pessimistisch" sei. Die Wirtschaft werde schneller wieder in die Gänge kommen als ursprünglich angenommen und auch die Kurzarbeit nehme schon langsam wieder ab.

Fast überall Rückgang

Die Studie von Manpower zeigt derweil für das dritte Quartal in allen Sektoren, Branchen und Betriebsgrössen einen Personalrückgang, mit wenigen Ausnahmen. In fünf der sieben untersuchten Sektoren rechnen die Arbeitgeber im Sommer 2020 sinkenden Personalzahlen. Der stärkste Abbau wird im Gastgewerbe erwartet. Jedoch dürfte gemäss der Erhebung auch im Baugewerbe, der Finanz- und Unternehmensberatungsbranche, im Handel und der verarbeitenden Industrie weiter Personal gekürzt werden.

Einzig bei anderen Dienstleistungen bleiben die Personalzahlen gemäss der Erhebung unverändert und in der Kategorie "andere Produktionssektoren" dürfte das Personal sogar leicht aufgestockt werden.

Mit den grössten Personalkürzungen müssen laut der Erhebung die mittleren Unternehmen rechnen, die zwischen 50 und 249 Angestellte beschäftigen. Bei ihnen lag der Nettowert im Beschäftigungsbarometer bei -17 Prozent. Bei den Kleinst-, Klein- und Grossunternehmen bewegte sich der Wert zwischen -3 und -7 Prozent.

Internationaler Durchschnitt

Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz mit einem Prognosenwert von -8 Prozent etwa im Mittelfeld. Am hoffnungsvollsten zeigen sich laut Manpower die Arbeitgeber in Japan. Von ihnen wollen unter dem Strich 11 Prozent das Personal in den nächsten drei Monaten weiter aufstocken. Den pessimistischen Gegenpol bildet Singapur. Dort liegt der Wert bei -28 Prozent.

Von den Nachbarländern der Schweiz sind die Arbeitgeber in Deutschland am zuversichtlichsten. Sie gehen zwar von einer starken Verlangsamung am Arbeitsmarkt aus, sagen jedoch mit +1 Prozent eine leicht positive Entwicklung voraus. In Frankreich sind die Prognosen mit einem Minus von 11 Prozent am tiefsten.

(AWP)

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Gewinnmitnahmen belasten die

Gewinnmitnahmen belasten die Aktienkurse der Finanzwerte

Die Aktien der grossen Banken und Versicherungen stehen am Dienstag an der etwas festere Schweizer Börse stark unter Druck. Der Finanzsektor leide nach dem starken Anstieg der vergangenen Sitzungen unter Gewinnmitnahmen, heisst es am Markt.

09.06.2020 10:53

Die Aktien der Grossbank Credit Suisse fallen um 10.50 Uhr um 4,5 Prozent auf 9,98 Franken. UBS büssen 3,4 Prozent auf 10,99 Franken ein. Swiss Life stehen bei 367,30 Franken um 3,8 Prozent tiefer, und Swiss Re sacken um 3,2 Prozent ab auf 76,00 Franken. Derweil tendiert der Gesamtmarkt gemessen am SMI mit +0,07 Prozent etwas höher.

Die Finanzwerte zählen zu den grössten Verlierern in der Corona-Krise. Sie haben zeitweise um bis zu zwei Fünftel ihres Werts verloren. Obwohl auch sie sich von dem Crash Mitte März zu einem Teil wieder erholt haben, weisen Swiss Re, CS und Swiss Life noch immer ein Minus seit Jahresanfang von 20 Prozent und mehr auf. UBS haben den Rückstand auf unter zehn Prozent reduziert.

Da derzeit sehr viel Liquidität in die Märkte gepumpt werde, investierten die Anleger mangels Alternativen einen Grossteil der Mittel in Aktien. Viele Indizes haben daher ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht oder gar neue Bestmarken gesetzt.

Daher komme es an den Börsen ständig zu Sektorrotationen. Die Anleger kaufen dabei die Aktien, die zuletzt schlecht gelaufen sind und nehmen in anderen gut gelaufenen Gewinne mit. "Daher stehen nun Finanztitel nach dem Rally der Vortage unter Druck, während defensive Schwergewichte wieder gesucht sind", sagtd ein Händler. "Ein unablässiger Pferdewechsel", sagt ein anderer Börsianer. Damit werde auch das Risiko reduziert, dass ein Sektor zu heiss laufe.

pre/uh

(AWP)

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Economiesuisse erwartet BIP

Economiesuisse erwartet BIP-Rückgang von 5,4 Prozent

Laut den Ökonomen des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse steckt die Schweiz wegen der Corona-Pandemie "in der tiefsten Rezession seit Jahrzehnten". Sie erwarten für das laufende Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 5,4 Prozent, wie sie am Dienstag mitteilten.

09.06.2020 10:15

Die Situation sei damit am ehesten vergleichbar mit dem Erdölschock, der das Schweizer BIP 1975 um 6,7 Prozent einbrechen liess. Auch die meisten anderen Prognoseinstitute erwarten inzwischen für 2020 einen Rückgang in dieser Grössenordnung.

Economiesuisse geht zudem davon aus, dass sich die Wirtschaft nicht schnell erholen wird. Nach einer raschen Teilerholung über den Sommer 2020 folge "der beschwerliche Weg zurück mit wenig Dynamik". Solange kein Impfstoff flächendeckend zur Verfügung stehe, werde die Weltwirtschaft gebremst, heisst es zur Begründung.

Vorkrisenniveau erst 2022

Besonders die Exportindustrie werde daher noch länger von der internationalen Nachfrage belastet. Dies gelte besonders für jene Teile der Branche, die Investitionsgüter und hochwertige Konsumgüter herstellten, so die Mitteilung.

Alles in allem sei für 2021 mit einem wenig dynamischem Wachstum zu rechnen. Mit einer Rate von +4,1 Prozent werde das Wirtschaftsniveau von vor der Krise im kommenden Jahr auch nicht erreicht. Dies sei erst im Jahr 2022 möglich. Die träge Entwicklung wird laut den Ökonomen des Verbands dazu führen, dass die Arbeitslosenquote 2021 im Jahresdurchschnitt auf 4,3 Prozent steigen wird.

Die Economiesuisse-Prognose geht laut den Angaben davon aus, dass es weder in der Schweiz noch in wichtigen Absatzmärkten zu einem zweiten Lockdown kommt. Bei einer zweiten Welle sei die Erholung der Weltwirtschaft im kommenden Winter stark gefährdet. Umgekehrt sei eine deutlich positivere Entwicklung möglich, sollte ein Impfstoff schon für die Grippesaison 2020/21 zur Verfügung stehen.

rw/uh

(AWP)

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Experten von Pictet erwarten

Experten von Pictet erwarten für 2020 BIP-Rückgang von -7,5%

Die Experten der Genfer Privatbank Pictet prognostizieren für die Schweiz weiterhin einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2020 von 7,5 Prozent. Für das nächste Jahr wird ein Plus von 5,3 Prozent erwartet.

09.06.2020 13:15

Damit liegen die Pictet-Experten unter den Erwartungen der meisten Ökonomen. Die Bank halte dennoch an der eigenen Prognose fest, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Sie sehe lediglich drei potenzielle Faktoren, die eine Revision der BIP-Prognosen nach oben rechtfertige. Dazu zählen ein robuster Aufschwung des Konsums, ein neues Konjunkturpaket oder eine stärker als erwartete globale Erholung, welche die Schweizer Exporte ankurbeln könnte, heisst es dazu.

Nach wie vor ist die Bank aber der Meinung, dass die Schweizer Wirtschaft zu den Bestplatzierten in der OECD gehört und sich im zweiten Halbjahr 2020 und im Gesamtjahr 2021 erholen wird.

Bezüglich Devisen erwarten die Experten zudem, dass der Schweizer Franken gegenüber dem Euro relativ stabil bei etwa 1,09 Franken über einen Zeithorizont von 12 Monaten bleiben wird. Es bestehe aber ein potentielles Risiko für eine kurzfristige Aufwertung, wenn sich die globale Wirtschaft nur langsam erhole.

Gegenüber dem US-Dollar erwartet die Privatbank eine leichte Aufwertung des Frankens in Richtung 0,94 Franken über die nächsten zwölf Monate hinweg.

sta/tp

(AWP)

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Nach 21-Billionen-Erholung

Nach 21-Billionen-Erholung wachsen Zweifel an Aktienrally

Die globalen Aktienmärkte haben sich von ihrem März-Tief kräftig erholt und 21 Billionen Dollar an Wert hinzugewonnen. Jene, die einen Bullenmarkt propagiert haben, sehen damit wie die Gewinner aus - vorerst.

10.06.2020 06:54

Mittlerweile lässt die Euphorie allerdings etwas nach und die Anlageklasse sieht immer überhitzter aus. Die Debatte, ob es sich vielleicht doch nur um eine Bärenmarkt-Rally handelt, geht also weiter. Die globalen Aktien haben Niveaus zurückerobert, die es zuletzt im Februar gab, bevor das Coronavirus begann, sich auch ausserhalb Chinas rasch auszubreiten.

Der Anstieg des MSCI ACWI Index von 42 Prozent gegenüber seinem März-Tief ist der stärkste in einem vergleichbaren Zeitraum seit 2009. Die Benchmark umfasst Aktien sowohl aus Schwellen- als auch aus Industrieländern. Das mittlere Kurs-Gewinn-Verhältnis im Index beträgt - bezogen auf die Gewinnprognosen für das nächste Jahr- mittlerweile 20 und ist damit so hoch wie seit 2002 nicht mehr.

“Das Risiko einer Korrektur wird steigen, wenn die Anleger weiterhin eine rasche Erholung einpreisen, insbesondere für Sektoren, die anfällig für eine weitere Infektionswelle oder eine Eskalation der Spannungen zwischen den USA und China sind”, sagte Tai Hui, Chefstratege für Asien bei JPMorgan Asset Management.

Anzeichen einer überzogenen Rally sind speziell die Kursgewinne der Weltbörsen in den vergangenen vier Wochen, die völlig losgelöst von den Gewinnprognosen waren - hier gab es seit Mai kaum Veränderungen. Der MSCI-Welt-Index befindet sich seit Monatsbeginn im überkauften Bereich. Der Relative-Stärke-Indikator des Index befindet sich auf dem höchsten Stand seit Januar, was Charttechnikern als Warnsignal für ein Rückschlagsrisiko gilt.

Faktoren wie der Geldregen zur Konjunkturstützung, die weltweite Lockerung von Corona-Sperren und die verblüffend positiven Beschäftigungszahlen in den USA locken neue Käufer an die Börse. Niedriger bewertete Sektoren werden aufgegriffen und die Rally erhält neuen Schub.

US-Aktien haben gerade einen wichtigen psychologischen Meilenstein überschritten und die diesjährigen Verluste wieder gutgemacht. Asiens Aktien-Benchmark hat einen Grossteil ihrer Pandemie-Verluste wieder wettgemacht, ebenso wie auch die die europäischen Aktien. Einige Anleger wappnen sich angesichts dessen für neue Volatilität.

“Diese Rally ist eine Folge der staatlichen Unterstützung, die über die Wirtschaft ausgeschüttet wird”, sagt Paul Sandhu, Leiter Multi-Asset Quant Solutions und Kundenberatung für den asiatisch-pazifischen Raum bei BNP Paribas Asset Management. “Es gibt bedeutende Risiken, die kurzfristig zu mehr Volatilität führen könnten. Deshalb sichern wir unsere Portfolios weiterhin gegen Verluste ab und suchen gleichzeitig nach Möglichkeiten, mittel- bis langfristig das Risiko zu erhöhen.”

Der spekulative Überschwang unter US-Optionshändlern hat laut Sundial Capital Research Inc inzwischen den höchsten Stand seit mindestens 20 Jahren erreicht. Mittelfristig stelle dies ein negatives Signal für Aktien dar, so das Analysehaus. Klassische Strategien zur Absicherung von Aktien mit Staatsanleihen seien indessen fraglich geworden, da die weltweiten Lockerung der Geldpolitik die Bondrenditen gedrückt hat.

“Wenn jeder Aktien hält, nur um sie an den nächstgrösseren Narren weiterzugeben, und wenn der grösste Narr eine Zentralbank mit unendlicher Liquidität ist, um sie zu kaufen, ja dann werden die Preise weiter steigen”, hiess es am Dienstag in einer Analyse der Rabobank.

(Bloomberg)

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Konkurswelle nach Coronakrise

Konkurswelle nach Coronakrise bleibt vorerst aus

Die Strategie des Bundesrates, die befürchtete Konkurswelle im Zusammenhang mit der Coronakrise zu verhindern, ist vorläufig aufgegangen.

10.06.2020 06:58

Das zeige die Analyse aller Handelsregistereinträge von 2020 und aus dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, schreibt die "Neue Zürcher Zeitung" in ihrer Mittwochausgabe. Die Daten werden täglich von der Wirtschaftsdatenplattform Moneyhouse bereitgestellt.

Die Zahl der täglichen Konkurse und Liquidationen habe Anfang 2020 bereits deutlich über dem Niveau von 2019 gelegen. Die Ausgangslage sei im Januar bis Mitte Februar, also in der Zeit vor dem Ausbruch der Coronakrise, bereits schlechter als 2019 gewesen.

Der Bundesrat habe im Zuge des Lockdowns auch einen vorübergehenden Rechtsstillstand im Betreibungswesen verkündet, um die Unternehmen zu entlasten. Auch sei Unternehmen unter anderem Kulanz bei Zahlungsrückständen sowie Entschädigungen bei Kurzarbeit und Erwerbsausfall sowie schnelle Liquiditätshilfen gewährt worden.

Am 19. April habe der Schutz vor Betreibung geendet. Dadurch sei auch die Zahl der Konkurse und Liquidationen wieder gestiegen. Bereits Anfang Mai habe eine Normalisierung eingesetzt. Ab der zweiten Maiwoche bewege sich das Volumen etwa auf Vorjahresniveau.

Zwar hätten zuletzt die Zahlen wieder auf rund 90 Konkurse und Liquidationen pro Tag zugenommen. Von einer Konkurswelle könne aber noch keine Rede sein. Ob die schlimmsten Szenarien verhindert werden konnten oder ob die Massnahmen des Bundesrates viele Konkurse nur aufgeschoben haben, dürften laut NZZ erst die nächsten Monate zeigen.

(AWP)

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Elektro-Einkaufs-Vereinigung

Elektro-Einkaufs-Vereinigung verzeichnet 2019 Volumenanstieg - Trüber Ausblick

Die Schweizerische Elektro-Einkaufs-Vereinigung (eev) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise haben sich aber die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr erheblich eingetrübt.

12.06.2020 14:27

Das Einkaufsvolumen lag 2019 mit 744 Millionen Franken um gut 5 Prozent über dem Vorjahreswert, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Die eev zahlte 2019 unverändert 13 Millionen Franken als Umsatzrückvergütung aus.

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld in der Schweiz habe sich im Vorjahr als "ausgesprochen robust" erwiesen, mit einem stabilen Konsum und einer starken Bautätigkeit als wichtige Wachstumsstützen.

Der Ausblick SEI jedoch durch die gesenkten Konjunkturerwartungen eingetrübt. Dieser allgemeinen Entwicklung werde sich auch die Elektrobranche nicht entziehen können. so die eev weiter. Die Prognoseunsicherheit sei ausserordentlich gross und ein verbindlicher Ausblick unmöglich.

Die Vereinigung hatte ihre für heute geplante Generalversammlung in Locarno abgesagt. Stattdessen wurden die Verhandlungsgegenstände des Berichtsjahres in einer brieflichen Urabstimmung zum Beschluss erhoben, wie es heisst. An der Urabstimmung haben sich 37,2 Prozent der Mitglieder beteiligt.

yr/ra

(AWP)

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Wie die «Robinhood-Generation

Wie die «Robinhood-Generation» Aktienkurse treibt – und Daytrader davon profitieren können

Junge, oft unerfahrene Trader investieren über den Gratis-Broker «Robinhood» massiv in die Märkte. Statistiken des Brokers geben Aufschluss über die nächsten Hype-Aktien. Der Broker steht aber auch scharf in der Kritik.

24.06.2020 21:55

Von Henning Hölder

Es war absurd, was sich vor vier Wochen an den US-Märkten abspielte: Am 24. Mai meldete der amerikanische Mietwagen-Gigant Hertz kurz nach Handelsschluss Insolvenz an. Die Corona-Krise hatte dem schon länger strauchelnden Unternehmen den letzten Stoss versetzt. Und der Aktien-Kurs? Der stand rund zwei Wochen später 100 Prozent höher als am Tag der Insolvenz-Meldung. Was war da los?

Verlauf der Hertz-Aktie in den letzten drei Monaten, gut ersichtlich der kurzfristige Peak Anfang Juni. Quelle: Bloomberg

Nachdem die Aktie am ersten Handelstag nach der Insolvenz folgerichtig in den Keller rauschte und von knapp 3 Dollar auf 56 Cent zum "penny stock" verkam, starteten die Titel des Pleite-Unternehmens eine beispiellose Wochenrally. Am Ende der Woche landete die Aktie bei 5,53 Dollar. Damit hatte sie nach der Insolvenzmeldung knapp 900 Prozent an Wert zugelegt.

Diese absurde Hertz-Rally ist nur ein Beispiel von Zocker-Aktien, die in den letzten Wochen für Aufsehen sorgten. Dass Pleite-Unternehmen ohne Wertschöpfung an den Börsen gehypt werden, hat mit einer neuen Generation von jungen Investoren zu tun, die sich - auf der Jagd nach schnellem Geld – in grossen Heerscharen auf die Aktien stürzen und die Kurse in schwindelerregende Höhen treiben.

Angriff der «Robinhood-Community»

Diesen Trend befeuert hat unter anderem der Gratis-Online-Broker Robinhood aus den USA. Dieser lockt Kunden mit einer kinderleicht zu bedienenden App und kostenlosen Trades. Ausserdem ist auf der App der Kauf von Aktien-Teilen möglich, was bei einem geringen Budget vor allem bei teuren Aktien wie etwa Amazon nützlich sein kann.

Dies lockt insbesondere junge Trader an, die an der Börse zocken wollen und bei denen Stichworte wie "Risikostreuung" oder "Diversifizierung des Portfolios" nicht im Vokabular enthalten sind. Die alte Wall-Street-Gilde schaut derzeit mit Staunen, teilweise mit Entsetzen, auf diese junge "Robinhood-Community".  

Die Website Robintrack zeigt, bei welchen Aktien die "Robinhooders" ihre Bestände zuletzt erhöht haben - und dies wie stark. Mit anderen Worten: Die Seite zeigt an, was derzeit im Trend liegt. Am Beispiel der Hertz-Aktie lässt sich gut ablesen, wie stark Kleinanleger dieser Tage die Märkte und einzelne Aktien bewegen können. Denn: Seit dem Corona-Schock ist zu beobachten, dass sich grosse institutionelle Investoren am Markt zurückgehalten. Weil dadurch das allgemeine Handelsvolumen kleiner wird, können kaufende Privatanleger mehr bewegen.

So werden die Märkte bewegt

Folgende Grafik zeigt die Entwicklung des Hertz-Aktien-Bestandes bei Robinhood-Kunden (grüne Linie) seit Frühjahr 2018 sowie die gleichzeitige Preisentwicklung der Aktie (pink).

Robintrack-Grafik - Hertz-Aktie, Quelle: Robintrack.net

Hier ist gut ersichtlich, wie die grüne Linie (also Hertz-Aktienkäufe von Robinhood-Hood-Kunden) Ende Mai nach der Insolvenz-Meldung geradewegs nach oben schiesst. Gleichzeitig zieht auch die Aktie wieder an, wie der Ausreisser nach oben der pinken Linie zeigt. Hier zeigt sich der Hype um die Pleite-Aktie, der viele junge Trader reich gemacht haben dürfte – wenn sie denn rechtzeitig wieder ausgestiegen sind.

Solche Trends lassen sich aber nicht nur bei Aktien von Pleite-Firmen und Penny-Stocks beobachten. Laut der Robintrack-Homepage ist der US-Autohersteller Ford derzeit die beliebteste Aktie unter den Kunden (gefolgt von General Electric, American Airlines und Disney). Bei der Ford-Aktie lässt sich Ähnliches wie bei der Hertz-Aktie beobachten – mit etwas weniger massiven Kursauschlägen.

Robintrack-Grafik - Ford-Aktie, Quelle: Robintrack.net

Hier stiegen die Bestände von Ford-Aktien bei den Robinhood-Kunden bereits seit März massiv an, also noch während sich die Aktie im Corona-Sturz befand. Doch ab Anfang April sollte es sich für die "Robinhood- Contrarians" schliesslich auszahlen. Der Kurs stieg wieder und schoss im Juni sogar kurzzeitig "Hertz-ähnlich" in die Höhe.

Bei der Disney-Aktie ist der Gleichschritt zwischen steigenden Beständen bei Robin-Hood-Kunden und steigendem Aktienkurs übrigens noch ersichtlicher.

Robintrack-Grafik - Disney-Aktie, Quelle: Robintrack.net

Der Erfolg gibt den «Robinhooder» recht - vorerst

Für kurzfristige Trader können die Daten von Robintrack ein interessanter Indikator für die nächste Hype-Aktie sein. Bei General Electric etwa, der zweitbeliebtesten Aktie der "Robinhooder", ist der Spread zwischen Aktienbestand unter Robinhood-Kunden und der Entwicklung des Aktienkurses noch recht gross, was Zocker aufhorchen lassen könnte.

Der Erfolg scheint den "Robinhoodern" zumindest vorläufig recht zu geben. Laut dem Finanzportal Axios hat ein Top-Stratege einer grossen Wall-Street-Bank jüngst Aktienkörbe von Hedge Fonds Managern, institutionellen Vermögensverwaltern und kleinen Privatanlegern verglichen. Das Ergebnis: Die Aktien-Depots von Privatanlegern haben massiv überperformt. Sie griffen während des Corona-Schocks massenweise in fallende Messer, was sich bisher auszahlte.

Dabei folgen Robinhood und Co nur jenen Prinzipien, welche die Wall-Street-Gilde seit Urzeiten gepredigt, zuletzt aber selber nicht mehr verfolgt hat: "Don't Fight the Fed" sowie "Buy the Dip". Also immer dann kaufen, wenn die Kurse fallen und die amerikanische Notenbank Fed massiv interveniert.

Kritik wird lauter

Robinhood selbst geriet zuletzt zunehmend in Kritik wegen seines Geschäftsmodells. So finanziert sich der Broker unter anderem mit der Vergabe von Lombardkrediten. Nutzer können sich etwa gegen eine Gebühr von fünf Dollar um bis zu 1000 Dollar verschulden, um in die Märkte zu investieren.

Laut Robinhood sind die Hälfte aller Neukunden im Jahr 2020 junge Menschen, die das erste Mal an der Börse handeln. Das bedeutet, sie erkennen oft das Risiko nicht, vor allem wenn es um Optionen und Hebelprodukte geht.

Zuletzt wurde der tragische Fall eines 20-jährigen Robinhood-Nutzers bekannt, der in seinem Aktiendepot einen scheinbaren Verlust von 700'000 Dollar herauslas und sich anschliessend das Leben nahm. Es kursieren Vermutungen, dass der Nutzer seinen Depotstand falsch interpretiert haben könnte und die 700'000 Dollar nicht den realisierten Verlust, sondern den maximal möglichen Verlust anzeigten, der sich aus seinen eingegangenen Optionen ergab.

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Anlegervertrauen zieht im

Anlegervertrauen zieht im Juni weltweit deutlich an

Der Risikoneigung von Investoren hat einer Analyse zufolge im Juni weltweit deutlich zugenommen.

25.06.2020 07:08

Der vom Vermögensverwalter State Street ermittelte Investor Confidence Index (ICI) für Europa war in diesem Monat nochmals um 11,2 auf 119,7 Punkte gestiegen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die entsprechenden Teilindizes für andere bedeutende Finanzmarktregionen, die im Mai noch nachgegeben hatten, legten ebenfalls zu: Der Index für Nordamerika stieg um 18,8 auf 86,2 Punkte, jener für Asien um 18,6 auf 100 Punkte.

"Der Risikoappetit ist im Juni deutlich angesprungen", kommentierte Rajeev Bhargava, der bei State Street das Research des Investorenverhaltens leitet. Von den drei Regionen angetrieben, sei der Index auf globaler Ebene mit 94,3 Punkten sogar auf das höchste Niveau seit etwa zwei Jahren gestiegen. Verglichen mit dem Mai-Wert war dies ein Anstieg um 21 Zähler.

Seiner Aussage nach fruchtet die wieder optimistischer werdende Haltung der Anleger auf Massnahmen der Notenbanken, die es in dem Ausmass noch nicht gegeben habe, sowie auf der Wiedereröffnung der wichtigsten Volkswirtschaften rund um den Globus in der Corona-Pandemie. Alles hänge nun aber von der Gefahr einer zweiten Infektionswelle ab. Anzeichen dafür erhöhten bereits die Volatilität an den Finanzmärkten.

Der Investor Confidence Index misst das Vertrauen beziehungsweise die Risikobereitschaft der Anleger quantitativ, indem er das tatsächliche Kauf- und Verkaufverhalten institutioneller Investoren untersucht. Der Index weist Änderungen bei der Risikobereitschaft der Anleger eine genaue Bedeutung zu: Je höher die prozentuale Verteilung auf die einzelnen Papiere, desto grösser die Risikobereitschaft beziehungsweise das Vertrauen. Ein Wert von 100 ist neutral; dies ist der Wert, bei dem Investoren ihren langfristigen Anteil an risikoreichen Anlagen weder erhöhen noch verringern.

(AWP)

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Diese Anteilsänderungen bei

Diese Anteilsänderungen bei Schweizer Firmen haben wegweisenden Charakter

Beim Laborausrüster Tecan und beim Halbleiterhersteller U-blox trennten sich zuletzt langjährige Aktionäre von Titeln. Derweil meldet Kardex einen hochkarätigen Neuzugang im Aktionariat.

Aktualisiert um 08:20

Von Lorenz Burkhalter

Täglich gehen Meldungen über Beteiligungsveränderungen bei der Schweizer Börse SIX ein. Wenn ein bedeutender Aktionär eines Unternehmens seinen Stimmenanteil über eine der vorgeschriebenen Schwellenwerte erhöht oder darunter reduziert, wird dieses gegenüber der Börsenbetreiberin meldepflichtig.

Solche Schwellenwerte verlaufen beispielsweise bei drei, fünf und zehn Prozent. Allerdings liegen diesen Meldungen nur sehr selten Titelkäufe oder –verkäufe zugrunde. Vielmehr werden bedeutende Aktionäre deshalb meldepflichtig, weil sie Aktien ausleihen oder entlehnen. Diese Transaktionen sind von geringer Aussagekraft.

Beteiligung an U-blox mit Verlust reduziert?

In den letzten Tagen wurden der SIX nun aber Beteiligungsveränderungen gemeldet, denen tatsächlich Titelkäufe oder –verkäufe zugrunde liegen. Allen voran die Beteiligungsreduktion von Baillie Gifford bei U-blox. Der schottische Vermögensverwalter hält neuerdings 4,9 (zuvor 5,5) Prozent am einzigen reinen Schweizer Vertreter des Internets-der-Dinge. Händler vermuten, dass der langjährige Grossaktionär womöglich sogar ganz aussteigt. Das nächste Mal als Verkäufer von U-blox-Aktien zu erkennen geben muss sich Baillie Gifford, wenn der Stimmenanteil auf unter 3 Prozent fällt.

Obwohl sich die Aktie von U-blox aus dem Kurstief von Mitte März befreien konnte, errechnet sich seit Jahresbeginn noch immer ein sattes Minus von 33 Prozent. Der Halbleiterhersteller ist in einem hohen Grad von Grosskunden aus China abhängig. Das macht ihn verletzlich, sollte zwischen Washington und Peking erneut ein Handelsstreit entbrennen. Wie es an der Börse heisst, stösst der Grossaktionär die Titel wohl mit Verlust ab.

Tecan-Aktie verleitet zu Gewinnmitnahmen

Credit Suisse Funds trennte sich zuletzt hingegen bei Tecan von Titeln. Dadurch fiel der Stimmenanteil auf unter 3 (zuvor 3,03) Prozent. Die Fondstochter der Grossbank zählt seit Jahren zu den festen Grössen im Aktionariat des Laborausrüsters. Mit Erfolg. Die Tecan-Aktie blickt auf eine starke erste Jahreshälfte zurück und notiert um gut 20 Prozent über dem Stand von Ende Dezember. Das verleitet regelrecht dazu, aufgelaufene Kursgewinne mitzunehmen.

Bei Kardex steigt Kabouter Management in die Liga der Grossaktionäre auf. Der Vermögensverwalter aus Chicago hält neuerdings 3,21 Prozent der Stimmen. Für die Aktionäre des Spezialisten für Lagertechnik waren die letzten Monate eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Von den Jahreshöchstkursen bei knapp 180 Franken aus stürzte der Kurs ab Mitte Februar innerhalb weniger Wochen auf unter 95 Franken. Zuletzt kostete die Aktie wieder 175 Franken.

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Drei Schweizer Konzerne unter

Drei Schweizer Konzerne unter den 50 innovativsten Unternehmen

Die drei Schweizer Konzerne Nestlé, ABB und Novartis gehören zu den Top 50 der weltweit innovativsten Unternehmen. Angeführt wird die Rangliste von den amerikanischen Technologiekonzernen Apple, Alphabet und Amazon.

25.06.2020 06:33

Auf Rang 42 schaffte es der Nahrungsmittelkonzern Nestlé, wie die Boston Consulting Group (BCG) am Donnerstag mitteilte. Nestlé war im letzten Jahr aus den Top 50 gefallen, schaffte aber in diesem Jahr ein Comeback. Die beste Platzierung hatte Nestlé 2010 mit Rang 36.

Nur einen Platz hinter Nestlé landete der Technologiekonzern ABB auf Rang 43. ABB schaffte erstmals den Sprung in die Top 50 der innovativsten Firmen, die die Boston Consulting Group seit 15 Jahren erhebt. Das gilt auch für Novartis als Newcomer auf Rang 47.

In der Innovation verbinden sich Tempo, Grösse und Wissen zu einer starken Kombination, schreibt die BCG. Tempo bei der Zielerreichung und der Finanzierung vielversprechender Ideen. Grösse bei der Transformation der Ideen in neue Umsatzquellen. Und das Wissen, um immer wieder Innovationen entstehen zu lassen.

(AWP)

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Schweizer Finanzchefs rechnen

Schweizer Finanzchefs rechnen mit längerer Rezession

Die Zuversicht für eine rasche Erholung der Wirtschaft nach der Coronakrise schwindet. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte unter Schweizer Finanzchefs (CFO) rechnen über drei Viertel der befragten mit einer längeren Rezession.

25.06.2020 08:30

Die zu Beginn der Coronakrise noch gehegten Hoffnungen auf eine rasche Erholung seien verflogen, heisst es in der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage.

Gefürchtete Zollmauern

Konkret haben fast vier Fünftel (78%) der Unternehmen laut ihren CFOs ihre Umsatzprognosen wegen der Coronakrise nach unten angepasst. Knapp zwei Drittel (65%) bezeichnet die Aussichten auch weiterhin als trüb. Nur rund ein Fünftel (21%) glaubt noch an eine rasche Erholung.

Die Mehrheit der CFOs gehen davon aus, dass die Umsätze frühestens im ersten Quartal 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Dies auch nur unter der Voraussetzung, dass eine zweite Pandemiewelle ausbleibt.

Die pessimistische Einstellung erstaune kaum, heisst es in dem Bericht. Immerhin seien im Gegensatz zu früheren Wirtschaftskrisen fast alle Unternehmen in der Schweiz von der Coronakrise betroffen. Gerade in der Exportwirtschaft sei zudem die Furcht von einem Rückzug der Globalisierung gross.

Über drei Viertel (76%) sorgen sich laut Deloitte, dass die Länder sich mit Zollmauern abschotten: "Im internationalen Handel wird es deutlich anspruchsvoller und für viele Finanzchefs könnte sich die zeitgenaue Abstimmung von Zulieferung, Produktionsablauf und Bestellungsabwicklung zu einem echten Problem entwickeln", lässt sich Deloitte Managing Partner Alessandro Miolo zitieren.

Noch in Schockstarre

Obwohl der erste Schock noch kaum verdaut sei, rechne bereits über zwei Drittel (69%) der befragten Finanzchefs mit einer zweiten Welle. Viele seien aber noch damit beschäftigt, die jetzige Krise zu überstehen. Dazu stünden vorerst einfach umzusetzende Sparmassnahmen im Vordergrund. So werde etwa bei Reisen, Veranstaltungen oder im Marketing eingespart.

Effizienzsteigerungen und Kostensenkungsmassnahmen seien dabei aber unzureichend, es gelte jetzt die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig zu stärken: "Die von den Unternehmen in der Schweiz angeführten Strategien zur Krisenbewältigung zeigen klar, dass sie noch unter einer Schockstarre leiden", lautet das Fazit des CFO-Programmchefs Miolo.

sta/kw

(AWP)

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Superinvestment Artificial

Superinvestment Artificial Intelligence: Vier vielversprechende Aktien

Während die Algorithmen der künstlichen Intelligenz die Welt verändern, können Anleger auf satte Renditen hoffen. Natürlich bei den erfolgreichen Tech-Giganten, aber auch bei kleineren Firmen abseits davon.

29.06.2020 12:33

Von Marc Forster

"Der Computer ist nur so klug wie der Mensch, der ihn mit Daten füttert" - dieser Satz lässt sich so an sich nicht halten. Klar, die meisten Computer auf der Welt funktionieren nach wie vor nach definierten Anweisungen. Aber eben nicht alle. Wenn Computer selbst kreativ sind, selbst Muster erkennen und diese immer besser verwerten können, nennt man dies "Machine Learning". Der übergeordnete Begriff dazu ist Künstliche Intelligenz, respektive Artificial Intelligence, kurz AI.

AI entsteht über so genannte neuronale Netzwerke, also verbundene Algorithmen, deren Funktionsweise letztlich nach dem Vorbild des menschlichen Hirns ausgestaltet sind. Die damit ermöglichte, mehrschichtige Datenanalyse nennt sich "deep learning". Ein einfaches Beispiel dafür ist, wenn ein Computer Bilder auswertet und Kategorien zuordnen kann.

Datensammler im Vorteil

AI ist nichts per se Neues. Maschinen, die automatisiert Prozesse steuern, gibt es seit mehr als einem halben Jahrhundert. Aber AI breitet im Alltag und im Management von Unternehmen schneller aus als jemals zuvor.

Eine Marktanalyse aus den USA geht davon aus, dass Geräte, Software und Dienstleistungen, die direkt mit künstlicher Intelligenz zusammenhängen, in den nächsten fünf Jahren den Umsatz von etwas über 20 Milliarden auf fast 200 Milliarden Dollar steigern werden. Über direkte AI-Dienste hinaus dürfte das Potential noch viel grösser sein.

Big Tech ist längst ein AI-Feld. So sehen manche Anleger bei Alphabet, also Google, die AI-Entwicklung als den wichtigsten Grund, in die Aktie zu investieren. Die Datensammlung durch die Suchmaschine liefert Google-Alphabet grosse Vorteile in diesem Geschäft. Auch Facebook profitiert von diesem Effekt. Auch das soziale Netzwerk setzt Machine-learning-Algorithmen ein. Chinas Google-Pendant Baidu und Tencent mit dem allumfassenden Sozialen Medium Wechat sind in einer ähnlichen Lage und sie treiben die Entwicklung "smarter" Alltagsprodukte voran.

Bei Alibaba werden Kunden Angebote gezielter unterbreitet, nachdem die Algorithmen Verhaltensmuster erkannt haben. Bei Microsoft sitzen grosse Hoffnungen bei in der Cloud angebotenen AI-Instrumenten. Grafikchiphersteller Nvidia wiederum zeigt, dass vom AI-Boom auch jene profitieren, welche die Infrastruktur bereitstellen: Es werden Prozessoren benötigt, um selbstlernende Computersysteme zu betreiben. 

Neben den Tech-Schwergewichten, die wegen ihrer diversifizierten Geschäftsfelder bei AI keine "pure player" sind, sind für Anleger auch kleinere, stärker auf künstliche Intelligenz fokussierte Unternehmen interessant. Hohe Kursstände und zum Teil immer noch rote Zahlen dürfen Anleger nicht abschrecken: AI-Firmen haftet ein gewisses Risiko an, sie sind aber durchaus Langzeitanlagen. 

Splunk

Splunk-Software hilft Unternehmen dabei, über Daten überhaupt die Übersicht zu erlangen, um diese analysieren zu können. Indem diese Dienste über die Cloud angeboten werden (Software-as-a-Service), verbessert sich die Umsatzqualität bei Splunk in Richtung stabiler wiederkehrender Einnahmen.

Splunk kann eine gewisse Anfälligkeit attestiert werden, dann eine Reihe kritischer Analysten und Börsianer hält das kalifornische Datenmanagement-Unternehmen für riskant finanziert. Das seit 2003 bestehende und seit 2012 kotierte Unternehmen steckt Gewinne vor allem ins Wachstum.

Das Wachstum von Splunk ist auch in der Coronakrise weitergegangen. Dieser "Big-Data-Stock"ist bei 193 Dollar auf Rekordhoch, hat aber weiter Potential. Wem die Sache im Moment zu riskant ist, beobachtet die Aktie, bis ein Rücksetzer ein neue Einstiegschance bietet.

Die Splunk-Aktie in den vergangenen fünf Jahren (Grafiken: Bloomberg).

Dynatrace

Application Performance Management ist das Zauberwort bei diesem ursprünglich aus Österreich stammenden, aber in den USA domizilierten und kotierten Tech-Unternehmens. Die Software-Intelligenz von Dynatrace macht es möglich, komplexe, nebeneinander existierende IT-Strukturen in Unternehmen zu überwachen und einheitlicher zu steuern.

Gewinn wird noch keiner geschrieben, aber der Umsatz steigt. Nach Umbauprozessen ist das seit August 2019 kotierte Unternehmen ist heute ein Analystenliebling. Bei knapp 41 Dollar hat sich der Kurs seit dem IPO fast verdoppelt und steht auch deutlich höher als vor dem Corona-Taucher, als die Aktie 35 Dollar wert war. Dynatrace ist im schnell entdeckten Universum von AI-Aktien noch fast ein Geheimtipp. Der Reiz des Neuen verfängt: Die Kursaussichten sind weiter gut.

Blue Prism Group

Blue Prism strapaziert die Nerven von Anlegern etwas – vielleicht deswegen, weil das Unternehmen am nervösen und etwas anfälligen britischen Markt kotiert ist. Wohl aber auch, weil das 2016 kotierte Unternehmen noch immer Verlust schreibt.

Der Kurs ist heute bei 11,5 Pfund weit entfernt vom Höchststand bei 25,6 Pfund vor zwei Jahren. Als Spezialist für Robotic Processing Automatisation (RPA) ist Blue Prism aber dort, wo die intelligente Automatisierung voranschreitet. Der überwiegende Teil der Analysten empfiehlt die Aktie, und das nach Bloomberg gemittelte Kursziel liegt bei 16 Pfund. 

RPA ist in fast allen Wirtschaftszweigen einsetzbar und ein zentraler Pfeiler der Digitalisierung von Unternehmen. Dieser Aktie kann man weiterhin eine Chance geben.

Die Aktie von Blue Prism Group seit dem Börsengang.

The Trade Desk

Werbeumsätze sind durch die Coronakrise zeitweise komplett zusammengebrochen. Besser wird es so schnell nicht: Solange die Rezession anhält, wird weniger Reklame geschaltet werden. Und doch: Beim Werbeunternehmen The Trade Desk ist der Aktienkurs nach dem fast überall beobachteten Corona-Absturz heute mehr wert als je zuvor. Seit Mitte März ist es um 184 Prozent nach oben gegangen.

Dabei wurden auch die Digitalwerber schwer belastet. Aber The Trade Desk ist mit Programmatic Advertising unterwegs: Algorithmen werden eingesetzt, um den Anzeigenverkauf zu automatisieren und die Werbung gezielt auf User zuzulenken, die gerade Interesse an einem bestimmten Produkt oder einer Dienstleistung haben. Noch gezielter kann man im Moment Werbung im grossen Stil wohl kaum einsetzen. 

Damit reitet The Trade Desk zuoberst auf der Welle des digitalen Wandels. Das Gewinn schreibende Unternehmen hat eine fast pharaonisch anmutende Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 163 (Bloomberg). Und doch: Es bleibt für Anleger interessant. 

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Reallöhne erstmals seit 2016

Reallöhne erstmals seit 2016 wieder gestiegen

Schweizer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben 2019 unter Berücksichtigung der Inflation erstmals seit 2016 wieder mehr verdient. Die Reallöhne stiegen um 0,5 Prozent an. Nominal, das heisst ohne Einberechnung der Teuerung, verdienten die Angestellten 0,9 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

29.06.2020 12:30

Gemäss einer am Montag veröffentlichten Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) ist der Anstieg der Kaufkraft bei den Reallöhnen einerseits auf die Zunahme der Nominallöhne um 0,9 Prozent zurückzuführen (2018: +0,5%), andererseits war aber auch die Inflation etwas tiefer als die Schätzungen zum Zeitpunkt der Lohnentscheidungen für 2019 anzeigten. So betrug die Teuerung im vergangenen Jahr 0,4 Prozent statt der vorausgesagten 0,5 Prozent.

Die Löhne der Frauen haben 2019 real leicht stärker zugenommen als diejenigen männlicher Arbeitnehmer. Gemäss der Erhebung verdienten Frauen rund 0,6 Prozent mehr als noch im Vorjahr, während die Zunahme bei den Männern 0,5 Prozent betrug. Nominal war die Zunahme mit einem Plus von 1,0 Prozent ebenfalls leicht höher als bei den Männern (+0,9%).

Nach Sektoren betrachtet stiegen die Reallöhne in der Industrie um 0,5 Prozent und im Dienstleistungssektor um 0,6 Prozent, nominal waren es in beiden Sektoren 0,9 Prozent mehr.

Unterschiede in den Branchen

In der Industrie legte die Branche "Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen, Uhren und elektrischen Ausrüstungen" mit einem nominalen Anstieg um 1,7 Prozent am stärksten zu. Die Metallindustrie stagnierte auf Vorjahresniveau, während die anderen Branchen höhere Löhne verzeichneten. Nominal tiefere Löhne wies im sekundären Sektor mit einem Minus von 0,5 Prozent einzig der Wirtschaftszweig "Herstellung von Möbeln und sonstigen Waren, Reparaturen und Installationen" auf.

Im tertiären Sektor, also bei den Dienstleistungen, verbuchte die Branche "Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten" mit +1,7 Prozent den stärksten Anstieg des Nominallohns, wie es im Communiqué weiter heisst. Die Angestellten im Gastgewerbe und der Beherbergungsbranche mussten hingegen im Schnitt mit 0,8 Prozent weniger Lohn auskommen, was dem stärksten Rückgang in diesem Sektor entspricht.

Der schweizerische Lohnindex wird jedes Jahr anhand der Daten in den Unfallmeldungen berechnet, welche die Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) an das BFS übermittelt. Der primäre Sektor, also Land- und Forstwirtschaft sowie die Rohstoffgewinnung, werden nicht berücksichtigt. Als Grundlage dient der Bruttolohn inklusive 13. Monatslohn vor Abzug der obligatorischen Sozialversicherungsbeiträge, ohne Boni, Familienzulagen oder andere Prämien.

tv/uh/yr

(AWP)

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Hotellerie Suisse fordert

Hotellerie Suisse fordert weitere Unterstützungsmassnahmen

Hotellerie Suisse fordert weitere Massnahmen zur Unterstützung der angeschlagenen Beherbergungsbranche. Unter anderem sollen die erteilten Covid-Krediten in Härtefällen erlassen werden, heisst es in einem am Montag publizierten Positionspapier des Branchenverbandes. Zudem solle die Höchstdauer für den Bezug von Kurzarbeitsentschädigungen auf 18 von 12 Monaten verlängert werden.

29.06.2020 11:30

Gemäss einer vom Verband durchgeführten Umfrage lag die durchschnittliche Auslastung im Mai schweizweit bei nur 15 Prozent. Auch die prognostizierten Auslastungszahlen für die Monate Juni bis August lägen in den Städten bei nur 23 Prozent, heisst es weiter. In den Ferienregionen rechneten die Betriebe zwar mit einer deutlich höheren Auslastung von 43 Prozent, allerdings könne auch hier die inländische Nachfrage den Ausfall ausländischer Gästen nicht völlig kompensieren.

Nur teilweise Entspannung

Dank Kurzarbeit, Covid-Krediten und Lockerungsmassnahmen sei zumindest in Teilbereichen eine Entspannung erreicht worden, schreibt der Verband. Während vor zwei Monaten noch rund 10 Prozent der Hotelbetriebe eine Konkurswahrscheinlichkeit von 60 Prozent angaben, seien es im Juni nur noch knapp 3 Prozent der Betriebe gewesen.

Rund zwei Drittel der Betriebe haben laut dem Verband aber Covid-Kredite beantragt, und gar 96 Prozent nutzen das Instrument der Kurzarbeit. Um die Liquidität und Investitionsfähigkeit der betroffenen Betriebe zu sichern und die Erholung einzuleiten, seien aber weitere Massnahmen und ein klarer Fahrplan nötig.

Aus diesem Zweck hat der Verband einen Katalog mit insgesamt 16 Forderungen publiziert, welche die Betriebe bei der Erholung unterstützen sollen. Neben einem Erlass der Covid-Kredite in Härtefällen und einer Verlängerung der Kurzarbeit auf 18 Monate sollen die erlittenen Verluste in der aktuellen Steuerrechnung angerechnet werden können. Weiter fliessen auch allgemeinere Forderungen wie die Weiterführung der bilateralen Verträge mit der EU und die Ablehnung der Kündigungsinitiative sowie eine Revision des Zweitwohnungsgesetzes in den vorgeschlagenen Massnahmekatalog mit ein.

an/uh

(AWP)

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KOF-Konjunkturbarometer

KOF-Konjunkturbarometer sendet erste positive Signale aus

Die Schweizer Wirtschaft hat sich laut den Konjunkturforschern der ETH Zürich (KOF) etwas aufgerappelt.

30.06.2020 09:48

Nach drei starken Rückgängen in Folge ist das KOF-Konjunkturbarometer im Juni wieder etwas gestiegen, wenn auch deutlich weniger als von Ökonomen prognostiziert. Das Barometer zog im Berichtsmonat um 9,8 auf 59,4 Punkte an, wie die KOF-Ökonomen am Dienstag erklärten. Die Coronakrise und der Lockdown hatten den Frühindikator noch im Mai auf einen historischen Tiefstand von 49,6 Punkten gedrückt.

Mit einem Wert vergleichbar zum April befinde sich das Barometer jedoch weiterhin beträchtlich unter seinem langjährigen Mittel, merkte das KOF an. Die Aussichten für die Schweizer Konjunktur würden nun zwar etwas aufklaren, seien aber immer noch stark gedämpft.

Von AWP befragte Ökonomen hatten einen deutlich stärkeren Anstieg erwartet. Die Schätzungen lagen allerdings erneut in einer vergleichsweise grossen Bandbreite von 69,0 bis 85,0 Punkten.

Gastgewerbe mit düsteren Perspektiven

Am stärksten hätten sich die Aussichten für das Verarbeitende Gewerbe aufgehellt - sie lägen aber nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau, so die KOF. Ebenfalls von einem sehr tiefen Niveau ausgehend hätten auch die übrigen Dienstleistungen und das Baugewerbe leicht positivere Signale ausgesandt. "Nahezu unverändert düster" seien die Perspektiven für das Gastgewerbe und den privaten Konsum.

Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes zeigten laut KOF alle Teilindikatoren eine steigende Tendenz. Allen voran die Metallindustrie, gefolgt vom Maschinen- und Fahrzeugbau, der Holzindustrie, der Elektroindustrie und der Textilindustrie. Die Aussichten der Chemieindustrie seien hingegen unverändert geblieben.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft. Es handelt sich um einen Sammelindikator, der sich aus einer Vielzahl von Einzelindikatoren zusammensetzt. Diese werden über statistisch ermittelte Gewichte zu einem Gesamtindikator zusammengefasst.

(AWP)

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Detailhandel erholt sich im

Detailhandel erholt sich im Mai deutlich

Die Umsätze im Schweizer Detailhandel sind im Mai nach starken Einbrüchen in den beiden Vormonaten wieder deutlich gestiegen. Im Vormonatsvergleich stiegen die Verkäufe um fast ein Drittel.

30.06.2020 09:37

Die Branchen waren dabei noch immer unterschiedlich von den Umständen durch die Covid-19-Pandemie betroffen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Detailhandelsumsätze im Mai nominal um 5,6 Prozent zu. Unter Berücksichtigung der Teuerung ergab sich eine reale Zunahme von 6,6 Prozent. Saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat lag das Plus gemäss den provisorischen Daten des BFS bei 30,2 Prozent (real 30,7 Prozent).

Insbesondere der Lebensmittel-Detailhandel wuchs im Vorjahresvergleich stark. Dort betrug das Plus 20,8 Prozent (real 20,1 Prozent). Der Non-Food-Bereich verzeichnete dagegen noch ein Minus von 3,2 Prozent (real -1,7 Prozent).

Die Lockerungen im Detailhandel im Mai liessen die Umsätze vor allem im Non-Food-Bereich gegenüber April nach oben schnellen. Um saisonale Effekte bereinigt nahmen die Umsätze in diesem Sektor (ohne Tankstellen) gegenüber April nominal um fast zwei Drittel zu (real 61,4 Prozent). Am stärksten stieg dabei die Nachfrage nach Haushaltsgeräten, Textilien und Heimerwerkerbedarf. Dieser Bereich wuchs im Vergleich zum April um 118 Prozent sowohl nominal wie auch real.

Insgesamt verzeichneten im Vergleich mit April alle Branchen eine positive Entwicklung. So verbuchte auch der Detailhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren nach einem Einbruch im April wieder ein Plus von 13,3 Prozent (real 13,7 Prozent).

(AWP)

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Tops und Flops bei Schweizer

Tops und Flops bei Schweizer Aktien im verrückten Ersthalbjahr 2020

Investoren blicken auf ein turbulentes Halbjahr zurück. An der Schweizer Börse sahnten einige wenige Firmen ab, andere müssen sich einem ernsthaften «Reality Check» unterziehen. Ein kommentierender Rückblick.

01.07.2020 08:08

Von Daniel Hügli

Dass der Swiss Market Index im ersten Halbjahr 2020 "nur" 5,4 Prozent verlieren würde, hätte man Ende März noch für unmöglich gehalten. Doch damals, nach den ersten Wochen des Corona-"Lockdowns" und inmitten erheblicher Unsicherheiten über den Pandemie-Verlauf, stand der SMI rund 30 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn. In den USA registrierte der Dow Jones zwischen April und Juni mit 18 Prozent den höchsten Quartalsgewinn seit 1987. 

Die rasante Aufholjagd seither entzweit die Börsenbeobachter. Die Abkoppelung der Aktienwelt von den realwirtschaftlichen Gegebenheiten kann das eine Lager nicht nachvollziehen. "Die Firmengewinne werden in diesem Jahr massiv einbrechen, doch das interessiert die Börse derzeit nicht", sagt Urs Wietlisbach, Milliardär sowie Gründer und Verwaltungsrat von Partners Group, im Interview in der neusten Ausgabe der "Bilanz". Partners Group erwartet laut Wietlisbach erst in sechs bis neun Monaten eine Welle der grossen Zukäufe, sprich: Die Preise werden bis dann purzeln und tiefer sein.

Das Lager der Börsen-Versteher verweist dagegen auf die beispiellosen staatlichen Konjunkturpakete und die gigantischen geldpolitischen Massnahmen der Notenbanken, welche die Wirtschaft stützen und den Börsen Aufschwung verleihen. Vor allem letzteres wird seit der Finanzkrise 2008 fast in der Endlosschleife betrieben, insofern folgen die Kursanstiege einer gewissen Logik. Aber ob das nachhaltig ist? 

Den Börsen scheint zuletzt jedenfalls etwas der Schnauf auszugehen. Auch der Swiss Market Index (SMI) zeigte im abgelaufenen Monat gewisse Lähmungstendenzen. Nach den deutlich positiven Monaten April und Mai konnte der SMI im Juni noch 1,8 Prozent zulegen. 

Lonza war im ersten Halbjahr mit einem Plus von 42 Prozent die beste Aktie im SMI (siehe folgende Tabelle). Nebst der schon vor der Corona-Krise guten Positionierung als Pharma-Auftragsfertiger kamen mit der Nomination von Roche-Top-Manager Pierre-Alain Ruffieux als neuen CEO und der Zusammenarbeit mit der US-Firma Moderna bei einem Covid19-Impfstoff weitere Erfolgsmeldungen dazu. Eigentlich ist man als Beobachter dazu geneigt, nach einer derartigen Kurshausse wie bei Lonza von Aktien-Käufen abzuraten. Aber wirklich gute Argumente dazu gibt es nicht: Der Titel eilt weiter von Rekord zu Rekord und wird dabei erheblich gestützt durch Käufe von Investoren aus dem angelsächsischen Raum. Steigt Lonza dereinst in die Basler Liga von Roche oder Novartis auf?

Beste und schlechteste Atien im Swiss Market Index im Jahr 2020 (Quelle: Bloomberg).

Wirklich aufallend war im ersten Halbjahr die unterschiedliche Entwicklung von Branchenkonkurrenten im SMI:

Banken: Seit Jahr und Tag predigen Credit-Suisse-freundliche Analysten und Fondsmanager das grosse Aufholpotenzial der Aktie gegenüber der höher bewerteten Konkurrenz. Doch die nackte Tatsache ist: Jedesmal, wenn es rumpelt an der Börse, verliert die CS überproportional zur UBS. Das zeigt sich auch in der SMI-Halbjahresperformance: Die UBS-Aktie verliert 11 Prozent, die CS-Aktie 25 Prozent. Was zeigt: Das Investorenmisstrauen der CS gegenüber ist nach wie vor erheblich. Anleger sind, falls sie überhaupt in Bankaktien investieren wollen, bei der UBS besser aufgehoben. 

Pharma: Der neue Corona-Antikörpertest und Hoffnungen wegen einer möglichen Wirksamkeit des Medikamentes Actemra bei Covid-19 brachten dem Genussschein von Roche eine Performance von 5 Prozent im Halbjahr. Roche will aber erklärtermassen kein Gewinner der Coronakrise sein. Dennoch nutzten die sonst eher diskreten Pharma-Manager von der Basler Grenzacherstrasse die Corona-Situation PR-mässig subtil aus. CEO Severin Schwan und VR-Präsident Christoph Franz waren in den Medien präsent wie selten zuvor. Dann pries auch noch Donald Trump Roche als "great company".

Lokalrivale Novartis kann keine Corona-News vorweisen, das Unternehmen hat auch seine Impfstoffsparte vor Jahren verkauft. Die Aktie verlor im ersten Halbjahr 10 Prozent. Novartis will sich in Zukunft als Biotechfirma positionieren, doch dieses Narrativ ist derzeit bei Investoren weniger gefragt. Dazu kamen Probleme mit Augenheilmitteln und eine Strafe in den USA. Bei Novartis braucht es deutlich mehr Geduld als bei Roche. Der Aktienkurs hat sich zwar seit Mitte 2018 deutlich verbessert. Die Marke von derzeit 82 Franken sahen Investoren aber bereits Anfang 2015 schon mal. 

Uhren: Es gibt wohl keinen Chef einer SMI-Firma, der so überzeugt ist von seinem Unternehmen wie Nick Hayek. Mitglieder des Swatch-Managements kauften mitten im Corona-Börsenschlamassel im März Swatch-Aktien im Wert von rund 165 Millionen Franken. Dies würde das "bedingungslose Vertrauen in die Kraft und Gesundheit des Unternehmens untermauern", liess die Firma verlauten. Investoren sehen das differenzierter. Die Aktie verlor im ersten Halbjahr 30 Prozent, Richemont dagegen gab nur 20 Prozent nach. Die Schwäche von Swatch ist nicht bloss auf Corona und die unsichere Situation in Hongkong zurückzuführen, wo Swatch rund 10 Prozent des Umsatzes erzielt. Die Aktie kostete Anfang 2014 einmal 600 Franken, heute bloss noch 188 Franken. Dazu beigetragen haben nebst einer Margenschwäche auch strategische Fehlentscheide wie etwa das Zuwarten mit einer Antwort auf Smartwatches.

Zur Rose im SPI eigentlich an der Spitze

Am breiten Markt überrascht der Anstieg der Tech-nahen Titel wie Logitech, Also und bis zu einem gewissen Grad auch Swissquote wegen der "Stay-at-Home"-Thematik kaum. Nebst der Phantom-Gesellschaft Relief Therapeutics (plus 3500 Prozent, dies bei einem nominalen Wert von 3,6 Rappen pro Aktie) gibt es eine klare Gewinnerin: Die Online-Apotheke Zur Rose zog im ersten Halbjahr 142 Prozent an. Das ist quasi die Antwort der Investoren auf die Schweizer Apotheker-Lobby, denen das Geschäftsmodell von zur Rose ein Dorn im Auge ist und die Online-Apotheke bekämpft. Doch die Widerstände beim E-Commerce mit Medikamenten werden auch in der Schweiz zurückgehen. 

Beste und schlechteste Aktien im Swiss Performance Index im Jahr 2020 (Quelle: Bloomberg).

Bemerkenswert ist die Entwicklung von Bachem mit plus 61 Prozent im ersten Halbjahr. Der Pharmazulieferer aus Bubendorf BL, der wie der kleinere Nordwestschweiz-Bruder von Lonza daherkommt, fuhr im Mai die Produktion des Narkosemittels Propofol wegen der Coronavirus-Krise hoch, was natürlich mehr Umsatz bringt. Doch schon zuvor jubelten die Investoren. Die Aktie kostete Anfang 2016 noch 50 Franken, heute 250 Franken. 2019 war ein Rekordjahr für Bachem, es wurden neue Ziele gesetzt. Investoren warten aber wohl besser ab, bis der Corona-Effekt aus der Aktie weicht.

Die nähe Mailand domilizierte Biotech-Gesellschaft Newron (minus 74 Prozent) war schlechteste Aktie im SPI in diesem Jahr, knapp vor Dufry (minus 72 Prozent). Der Aktie des Reisedetailhändlers, dessen Umsätze im April 94 Prozent einbrachen, nützten zuletzt nicht einmal die Ankündigung von harten Restrukturierungsmassnahmen. Angesichts einer drohenden zweiten oder dritten Corona-Welle ist Dufry derzeit nicht einmal für kurzfristig orientierte Schnäppchenjäger ein Kauf. Dabei wollte Konzernchef Julian Diaz noch im Jahr 2015 in den SMI. Einen "Reality Check" braucht Dufry auch bei den Bezügen. VR-Präsident Juan Carlos Torres Carretero verdiente 2019 über 4 Millionen Franken, das ist am sechstmeisten aller Präsidenten von kotierten Schweizer Unternehmen und mehr als etwa bei ABB, Novartis oder Nestlé

Einen Kursverlust von 41 Prozent weisen die Titel von Kudelski seit Januar auf. Die Aktien fielen im März auf ein Allzeittief von 2,50 Franken, zu Dot.com-Zeiten waren es einmal knapp 270 Franken. Seit Jahren geht es mit den Titeln schleichend abwärts. Ob aus der Aktie jemals noch etwas wird? Solange Patron André Kudelski die Zügel in der Hand hält und so kein Aktionärsdruck entstehen kann, bleiben die Hoffnungen auf  sehr bescheidenem Niveau.

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Elias
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Einführung "Trading-at-last" (TAL) an der SIX

Am 22. Juni wurde eine neue Handelsperiode eingeführt, der "Handel zum Schlusskurs", Diese so genannte "Trading-at-last" (TAL)-Periode findet jeweils unmittelbar nach der Schlussauktion um 17.30 Uhr statt und dauert zehn Minuten. Die neue Funktion bietet die Möglichkeit, zum Schlusskurs zu handeln, falls in der Schlussauktion zu wenig Liquidität vorhanden war oder nicht an der Schlussauktion teilgenommen wurde. Es können in der zehnminutigen Periode Kauf- und Verkaufsaufträge nur noch zum Schlusskurs ausgeführt werden.

Auswirkung der TAL-Phase auf alle Kundenaufträge (bestens oder limitiert):

  • Alle offenen Kundenaufträge werden automatisch in die TAL Phase übergeben
  • Alle Kundenaufträge die zwischen 17:30 und kurz vor 17:40 Uhr CET erfasst werden, nehmen automatisch an der TAL Phase teil.

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

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