Schuldenkrise Europa

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Frankreichs neue Regierung

Frankreichs neue Regierung kommt

Nach dem Rücktritt der französischen Regierung wird bereits an diesem Montag das Kabinett des neuen Premierministers Jean Castex vorgestellt. Die Ankündigung erfolge in zwei Schritten, bestätigte am Sonntag das Präsidentenamt der Deutschen Presse-Agentur in Paris. Zuerst würden die neuen Minister bekanntgegeben werden, dann die Staatssekretäre. Castex hatte am Freitag eine schnelle und umfassende Umbildung der Regierung angekündigt und von "neuen Talenten" und "Persönlichkeiten mit unterschiedlichem Hintergrund" gesprochen.

06.07.2020 06:36

Über die neue Regierungsriege wurde bislang nur wenig Konkretes bekannt. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Bezug auf den Präsidentenpalast am Sonntag mitteilte, sollen dem Kabinett ungefähr zwanzig Minister und beigeordnete Minister angehören. Castex war am Freitag Premierminister geworden, nachdem sein Vorgänger Édouard Philippe mitsamt dem ganzen Kabinett zurückgetreten war. Der Regierungswechsel soll dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron einen Neustart nach der Niederlage seiner Partei und dem Sieg der Grünen bei den Kommunalwahlen ermöglichen.

Im Gespräch für das Umweltministerium ist die 69-jährige Laurence Tubiana. Sie war die französische Verhandlungsführerin bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 und ist Co-Vorsitzende des Bürgerkonvents für das Klima, der Macron Vorschläge zur Bekämpfung des Klimawandels vorgelegt hatte.

Macron strebt nach der Coronakrise einen Wiederaufbau des Landes an - das betrifft nach seinen Worten die Wirtschaft, das Soziale, den Umweltschutz und die Kultur. Unter dem Schlagwort "ökologischer Wiederaufbau" will Frankreichs Staatschef nach der Corona-Krise gleichermassen Umweltbewusstsein und Wirtschaftskompetenz demonstrieren.

Auf Twitter erklärte Macron am Sonntag, dass er eine Regierung der Mission und der Einheit wolle, die seine Politik des Wiederaufbaus des Landes umsetze. Dabei werde niemand vergessen. "Das Projekt, für das mich die Franzosen 2017 gewählt haben, steht weiterhin im Mittelpunkt meiner Politik. Aber es muss sich an die internationalen Umwälzungen und die Krisen anpassen, die wir erleben: Es muss ein neuer Weg beschritten werden", schrieb der Präsident.

Castex ist der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. In der Corona-Krise war er dafür zuständig, die Lockerungen zu koordinieren. Der 55-jährige Vertraute des früheren konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy übte bis zum Zeitpunkt seiner Ernennung den Posten des Bürgermeisters in Prades in Südwestfrankreich aus.

Wie der Amtssitz des Staatschefs weiter bestätigte, will Macron anlässlich des französischen Nationalfeiertags am 14. Juli womöglich in Form eines Fernsehinterviews die wichtigsten Linien seiner Politik für die nächsten zwei Jahre seiner Amtszeit vorstellen. Die allgemeinen Grundsatzrede von Castex soll danach folgen./sg/DP/zb

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Deutscher Bundestagspräsident

Deutscher Bundestagspräsident wirbt für Ausbau der Eurozone zur Wirtschaftsunion

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble wirbt unter dem Eindruck der Corona-Pandemie dafür, die 1999 gestartete Währungsunion zu einer Wirtschaftsunion auszubauen. Es brauche "heute den Mut, den wir in der Krise 2010 nicht hatten, um endlich zu mehr Integration in der Eurozone zu kommen", schreibt der frühere Bundesfinanzminister in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montag). "Wir dürfen die Chance nicht wieder verpassen".

05.07.2020 17:08

Die aktuelle Diskussion greife "entschieden zu kurz, weil sie vorrangig um Aspekte der Finanzierung kreist, etwa darum, ob die geplanten Hilfsmittel als Zuschüsse oder als Kredite fliessen", kritisierte Schäuble. "Wir sollten sie aber viel stärker um die Frage führen, was wir konkret machen wollen, um Europa gemeinschaftlich voranzubringen."

Schäuble erinnerte an die für die Entwicklung der EU übliche Politik kleiner Schritte auch bei der Gründung der Eurozone: "Man einigte sich nach zähem Ringen darauf, mit der Währungsunion anzufangen in der Erwartung, weitere Schritte zur Wirtschaftsunion würden folgen. Das ist nicht geschehen", so Schäuble. "Während die Währungspolitik in der Eurozone vergemeinschaftet wurde, blieb die Wirtschaftspolitik in nationaler Verantwortung. Dabei hatten nicht nur Ökonomen gewarnt, dass die monetäre Union ohne eine politische Entsprechung auf Dauer nicht tragfähig sein würde."

Schäuble, der von 2009 bis 2017 als Finanzminister massgeblich am Management der Euro-Schuldenkrise beteiligt war, betonte, seit dieser Krise habe "auch der Letzte verstanden, dass wir eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik brauchen, um die Gemeinschaftswährung dauerhaft zu stabilisieren". Zugleich äusserte er die Überzeugung, "wir wären in Europa heute bedeutend weiter, wenn sich in der Griechenland-Krise 2010 die Idee durchgesetzt hätte, einen europäischen Währungsfonds aufzubauen."/kf/DP/men

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EU-Kommission: Rezession noch

EU-Kommission: Rezession noch tiefer als bisher erwartet

Die Rezession wegen der Corona-Pandemie wird nach der neuesten Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr noch stärker ausfallen als angenommen. Die Wirtschaftsleistung in der Eurozone könnte demnach 2020 um 8,7 Prozent einbrechen, in der Europäischen Union als Ganzes um 8,3 Prozent, wie die Brüsseler Behörde am Dienstag mitteilte. Sie sieht aber auch erste Anzeichen, dass der Tiefpunkt durchschritten sein könnte und es nun aufwärts geht.

07.07.2020 10:12

Im Mai war die Kommission noch von einem Minus von 7,7 Prozent für die 19 Staaten der Eurozone und 7,4 Prozent für die gesamte EU, also alle 27 Länder der Staatengemeinschaft, ausgegangen. Die Verschlechterung der Prognose begründete die Kommission damit, dass die Aufhebung der Corona-Auflagen in kleineren Schritten vorangehe als damals angenommen.

"Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdown sind ernster, als wir das ursprünglich erwartet haben", erklärte Kommissionsvize Valdis Dombrovskis. "Wir navigieren immer noch in stürmischer See und stehen vor vielen Risiken, darunter eine weitere grosse Infektionswelle."

Auch die Erholung im kommenden Jahr werde etwas weniger robust ausfallen als gedacht. So prognostiziert die Kommission jetzt für 2021 in der Eurozone 6,1 Prozent Wachstum, für die EU als Ganzes 5,8 Prozent. Im Mai hatte sie Werte von 6,3 Prozent und 6,1 Prozent vorausgesagt.

Schon im ersten Quartal seien die Auswirkungen der Pandemie erheblich gewesen, obwohl die meisten Staaten erst Mitte März Ausgangsbeschränkungen verhängt hätten. Wegen der lange geltenden Auflagen sei dann der Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2020 noch grösser gewesen.

Erste Daten für Mai und Juni deuteten aber darauf hin, dass das Schlimmste nun vorbei sein könnte. Es werde erwartet, dass die Erholung im zweiten Halbjahr an Fahrt gewinne. Doch werde sie noch nicht vollständig sein und in den Mitgliedsstaaten unterschiedlich ausfallen. Auch der Pandemie-Schock treffe zwar alle EU-Staaten, aber in unterschiedlichem Mass.

Die Prognose sei darüber hinaus von grosser Unsicherheit geprägt - und die Risiken überwögen. So habe man zugrunde gelegt, dass es keine zweite Corona-Infektionswelle komme. Umfang und Dauer der Pandemie seien jedoch weitgehend unbekannt. Es gebe erhebliche Risiken, dass die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt länger als erwartet seien und dass Liquiditätsprobleme bei vielen Firmen zu Solvenzproblemen führten.

Auch Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte sieht die Kommission, ebenso wie die Gefahr, dass sich die EU-Staaten bei nationalen Krisenmassnahmen nicht genug koordinieren. Ein weiteres Risiko: Sollten die Handelsgespräche mit Grossbritannien scheitern, könnte das die Wachstumsaussichten dämpfen, vor allem im Vereinigten Königreich. Da die Handelsbeziehungen ab 2021 noch nicht klar seien, sei für die Prognose aus technischen Gründen angenommen worden, dass alles so bleibe wie bisher./vsr/DP/jha

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Deutsche Industrie erholt

Deutsche Industrie erholt sich etwas von Corona-Einbruch

Die deutsche Industrie hat sich im Mai etwas von dem scharfen Einbruch in der Corona-Krise erholt.

07.07.2020 09:51

Die Produktion des verarbeitenden Gewerbes stieg gegenüber dem Vormonat um 7,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten jedoch im Schnitt mit einem stärkeren Zuwachs um 11,1 Prozent gerechnet. Im März und April war die Produktion massiv gefallen. Dass die Krise immer noch schwer wiegt, zeigt der Jahresvergleich. Gegenüber dem Vorjahresmonat war die Gesamtherstellung um 19,3 Prozent rückläufig. Das Vorkrisenniveau wird immer noch klar unterschritten: Gegenüber Februar liegt die Gesamtproduktion 19 Prozent tiefer, die Autoproduktion ist sogar nur halb so hoch. Im Februar waren die massiven Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland noch nicht in Kraft.

Besonders deutlich erholte sich im Mai mit gut 10 Prozent zum Vormonat die Warenherstellung in der Industrie. Diese war in der Krise aber auch am stärksten eingebrochen. Es wurden vor allem Investitionsgüter wie Maschinen wieder deutlich mehr produziert, während die Herstellung von Vorleistungsgütern nicht vom Fleck kam. Die Energieproduktion stieg leicht an, ebenso die Aktivität am Bau.

"Die Industrieproduktion dürfte ihren Tiefpunkt überwunden haben", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Dennoch seien die Kapazitäten weiterhin deutlich unterausgelastet. Der am Montag gemeldete Zuwachs bei den industriellen Auftragseingängen deute auf eine weiter anziehende Produktion in den kommenden Monaten hin. "Allerdings bleibt vor allem die Entwicklung der Auslandsnachfrage ein Risiko für die weitere Erholung", schränkte das Ministerium ein.

Bankanalysten sind von den Zahlen enttäuscht

Bankanalysten zeigten sich von den Zahlen enttäuscht. "Nach den herben Rückgängen der Vormonate hatten wir mehr erwartet", kommentierte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Die Entwicklung zeige, dass zwar die wirtschaftlichen Frühindikatoren stark zulegten, die Erholung in der Realwirtschaft aber langsamer vonstatten gehe.

Ähnlich enttäuscht äusserte sich Thomas Gitzel, Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank. Letztlich zähle jedoch die Botschaft, dass die Wirtschaft nach dem Lockdown wieder Fahrt aufnehme. Nach dem epochalen Absturz der Produktionszahlen im März und April sei die Erholung zu begrüssen, auch wenn sie schwächer ausgefallen sei als erhofft.

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Deutscher Aussenhandel erholt

Deutscher Aussenhandel erholt sich etwas von Corona-Einbruch

Der deutsche Aussenhandel hat sich im Mai etwas von dem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vormonat um 9,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Importe erhöhten sich gegenüber April um 3,5 Prozent.

09.07.2020 08:13

Die Verbesserungen blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Analysten hatten im Schnitt mit 14,0 Prozent mehr Ausfuhren und 12,4 Prozent mehr Einfuhren gerechnet.

Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Rückgange mit 29,7 Prozent (Exporte) und 21,7 Prozent (Importe) nach wie vor sehr hoch. Das zeigt, wie stark der Aussenhandel weiter unter der Corona-Krise leidet./bgf/zb

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Irischer Finanzminister wird

Irischer Finanzminister wird überraschend neuer Eurogruppen-Chef

Der irische Finanzminister Paschal Donohoe ist überraschend zum neuen Chef der Eurogruppe gewählt worden.

10.07.2020 06:10

Der 45-Jährige setzte sich am Donnerstag im zweiten Wahlgang gegen die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calvino durch, die als Favoritin galt. Auch der Luxemburger Finanzminister Pierre Gramegna hatte seinen Hut in den Ring geworfen, zog aber nach der ersten Abstimmungsrunde zurück.

Der einflussreiche Posten wird jeweils für zweieinhalb Jahre vergeben. Der konservative Donohoe muss nun ab nächster Woche die monatlichen Beratungen der Euro-Finanzminister vorbereiten und in Streitfragen Kompromisse ausloten. Seine Amtszeit läuft bis Ende 2022. Er wird Nachfolger des Portugiesen Mario Centeno, der an die Spitze der Notenbank seines Landes wechseln soll.

Hauptaufgabe für Donohoe wird es sein, die Euro-Zone in der Coronavirus-Krise zusammenzuhalten. Nach der mehrstündigen Video-Schalte der Eurogruppe sagte er, Brücken bauen zu wollen. Der Euro-Zone droht wegen der Pandemie die schwerste Rezession der Nachkriegszeit. Die Europäische Kommission rechnet damit, dass die Wirtschaft dieses Jahr um 8,7 Prozent einbrechen wird. Nächstes Jahr könnte es dann wieder ein Wachstum von 6,1 Prozent geben - sollte es nicht zu einer zweiten Infektionswelle kommen.

Regelwerk ausser Kraft

Wegen der schon jetzt historischen Krise ist das finanzielle Regelwerk in der Euro-Zone vorübergehend ausgesetzt. Sobald sich die Konjunktur spürbar erhole, sollten die alten Vorgaben wieder gelten, darunter eine maximale Neuverschuldung von drei Prozent der Wirtschaftsleistung, sagte der neue Eurogruppen-Chef. Centeno gab seinem Nachfolger den Ratschlag, die Hilfsmassnahmen für die Wirtschaft nicht überstürzt rückgängig zu machen.

Die Krise wird die ohnehin schon hohe Schuldenlast - in Italien und Griechenland etwa - noch weiter verstärken. Experten fürchten eine zunehmende Spaltung in Europa. Ausserdem soll die Euro-Zone in den nächsten Jahren um Bulgarien und Kroatien ergänzt werden. Hier werden in Kürze wichtige Vorentscheidungen erwartet.

Beim voraussichtlich mindestens 500 Milliarden Euro schweren Corona-Wiederaufbaufonds der EU spielt die Eurogruppe momentan allerdings nicht die Hauptrolle. Hier werden die wichtigsten Entscheidungen auf Ebene aller EU-Staaten und der Staats- und Regierungschefs getroffen. Hauptstreitpunkt neben der Höhe ist die Frage, ob die Gelder als Kredit oder Zuschüsse vergeben werden sollen, die dann nicht zurückgezahlt werden müssten. Auch hier muss Donohoe jetzt vermitteln. Eigenen Angaben zufolge glaubt er daran, dass eine Einigung möglich ist.

Schlappe für Spanien

Calvino wäre die erste Frau an der Spitze der Eurogruppe gewesen. Die Sozialdemokratin hatte öffentlichen Aussagen zufolge die Rückendeckung aus Deutschland, Frankreich und Italien. Allerdings hatte jedes Land bei der Abstimmung am Donnerstag nur eine Stimme - Malta war entsprechend genauso einflussreich wie Deutschland.

Centeno hat als Eurogruppen-Chef nach Einschätzung von Beobachtern weniger Impulse gesetzt als seine Vorgänger Jeroen Dijsselbloem und Jean-Claude Juncker, die die Euro-Zone durch die Finanz- und später die Staatsschuldenkrise steuerten. In seinem Heimatland wird Centeno dafür gerühmt, dass er 2019 als Finanzminister Portugals ersten Haushaltsüberschuss seit 45 Jahren zustande brachte. Allerdings verweisen Kritiker darauf, dass dies zulasten öffentlicher Investitionen ging und die Infrastruktur des Landes in einem kritischen Zustand ist. 

(Reuters)

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Deutsche Baubranche steigert

Deutsche Baubranche steigert im April Umsätze

Die Bauindustrie in Deutschland hat in der Corona-Krise ihr Umsatzwachstum fortgesetzt. Im vom Stillstand der Wirtschaft voll getroffenen Monat April erhöhten sich die Erlöse im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche stieg nach vorläufigen Zahlen in dem Monat um 1,0 Prozent. "Wie schon im März zeigten sich somit auch im April 2020 noch keine erkennbaren Effekte der Corona-Pandemie auf Umsatz und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe", stellte die Wiesbadener Behörde am Freitag fest.

10.07.2020 08:29

In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,7 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich in diesem Zeitraum um 1,9 Prozent. Absolute Beschäftigtenzahlen nannte die Behörde nicht.

Das Bauhauptgewerbe umfasst die Errichtung von Gebäuden (Hochbau) ebenso wie von Strassen, Bahnstrecken und Leitungen (Tiefbau). Die Statistik des Bundesamtes erfasst alle Betriebe des Bauhauptgewerbes in Deutschland./ben/DP/mis

(AWP)

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Weniger Geld für deutsche

Weniger Geld für deutsche Start-ups

Die Zahl der Finanzspritzen für Start-ups in Deutschland ist gestiegen, die investierte Summe jedoch gesunken. Zu diesen Ergebnissen kommt eine am Montag veröffentlichte Studie.

13.07.2020 08:32

Der Analyse zufolge gab es in der ersten Hälfte dieses Jahres zwar acht Prozent mehr Finanzierungen als noch im Vorjahreszeitraum, das Investitionsvolumen sank im Vergleich jedoch um mehr als ein Fünftel auf 2,2 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2019 sei das Investitionsvolumen noch mehr als 600 Millionen Euro höher gewesen.

Besonders hervorzuheben seien die Standorte Berlin und Bayern: Während in der Hauptstadt die Finanzierungen für junge Unternehmen auf 149 angestiegen seien, sei das Investitionsvolumen um rund die Hälfte auf 1,1 Milliarden Euro eingebrochen. In Bayern hingegen sei die Anzahl der Finanzspritzen um 60 Prozent auf 83 geklettert und gleichzeitig das Investitionsvolumen von 204 auf 773 Milliarden Euro gewachsen. Damit bleibe Berlin zwar Deutschlands Start-up-Hauptstadt, der Freistaat habe jedoch deutlich aufgeholt. "München bildet sich als zweiter grosser Start-up-Standort heraus", sagte EY-Start-up-Experte Thomas Prüver.

In anderen Bundesländern sehe die Lage nicht so rosig aus: Sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Baden-Württemberg und Hamburg sei die Anzahl der Finanzierungen wie auch die investierte Geldmenge deutlich eingebrochen.

Einen klaren Corona-Effekt hat Prüver beobachtet: "Die offensichtlichste Entwicklung ist der starke Rückgang bei sehr grossen Deals: Die Zahl der Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von sieben auf zwei. Gleichzeitig gab es allerdings mehr kleine Transaktionen." Damit falle der Corona-Effekt weniger stark aus als befürchtet.

Mit 250 Millionen Euro erhielt der Münchner Flugtaxi-Entwickler Lilium im ersten Halbjahr 2020 die grösste Investitionssumme, gefolgt vom Berliner Technik-Verleiher Grover mit 195 Millionen Euro und der mobilen Smartphone-Bank N26 mit 91 Millionen Euro.

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Ökonomen rechnen mit

Ökonomen rechnen mit Ausweitung der EZB-Stimuli bis Dezember

Die Europäische Zentralbank hat Ökonomen zufolge die Ausweitung des Anleihekaufprogramms noch nicht abgeschlossen.

13.07.2020 06:58

Mehr als die Hälfte der Befragten in einer Bloomberg-Umfrage prognostiziert eine Erhöhung des 1,35 Billionen Euro schweren Pandemie-Kaufprogramms der EZB bis Dezember, wobei die meisten eine Verlängerung und eine Aufstockung um 500 Milliarden Euro erwarten. Bei der Sitzung in dieser Woche dürfte der EZB-Rat seine Politik unverändert lassen, so die Prognosen.

Die Erwartung, dass die EZB mehr tun muss, verdeutlicht die ausserordentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Erholung von der Krise. Zwar weisen die jüngsten Daten nach Einschätzung der Notenbanker auf eine relativ kräftige Erholung hin. Sie betonen aber auch, dass die Wirtschaft der Eurozone weiterhin auf die grösste Schrumpfung seit ihrem Bestehen zusteuere - fast 9 Prozent in diesem Jahr - und dass das Ausmass der Schäden für Unternehmen und Arbeitsmärkte noch immer schwer einzuschätzen sei.

"Es ist viel zu früh, um Entwarnung für die Wirtschaft zu geben", sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei ING Deutschland. Es brauche mehr Daten, "bevor sich ein besseres Bild vom Verlauf der zweiten Phase des Aufschwungs abzeichnet. Diese zweite Phase des Aufschwungs wird die nächsten Schritte der EZB bestimmen", so Brzeski.

Knapp 5 Billionen Euro

"Die Notfallhilfe scheint zu funktionieren. Da noch genügend Aktiva zu kaufen sind, besteht keine Notwendigkeit für eine neue geldpolitische Ankündigung in dieser Woche. Nachdem das Löschen der Brandherde vorbei ist, kann sich die Zentralbank nun der Erholungsphase der Krise zuwenden."

Präsidentin Christine Lagarde signalisierte in einem Interview mit der Financial Times in dieser Woche, dass sie es nicht eilig hat, die Stimuli weiter zu erhöhen, da die EZB erst die Wirkung der aktuellen Massnahmen abwarten wolle. Die Geldpolitiker haben ihren Krisenplan zum Ankauf von Anleihen im Juni um 500 Milliarden Euro aufgestockt und um sechs Monate bis Mitte nächsten Jahres verlängert.

Ein weiterer derartiger Vorstoss würde die Gesamtbestände - einschliesslich früherer Käufe - auf knapp 5 Billionen Euro erhöhen, was etwa 40 Prozent des Volumens von 2019 entspricht. Wenn die Zentralbanker mit einer Ankündigung bis Dezember warten, hätten sie die Möglichkeit, ihre ersten Wirtschaftsprognosen für 2023 zu berücksichtigen.

240 Milliarden Euro für die Banken

Die Ökonomen prognostizieren in der Umfrage, dass die EZB die Notkäufe bis Ende 2021 einstellen wird. Sie gehen auch davon aus, dass sie den Banken in diesem Jahr weitere 240 Milliarden an langfristigen Kredite gewähren wird. Eine der Hauptsorgen der Volkswirte bleibt jedoch eine Rezession im Euroraum, die noch schlimmer als erwartet ausfällt.

"Nachdem die EZB das Pandemie-Notkaufprogramm erheblich ausgeweitet hat, wird sich die Debatte nun auf die Umsetzung konzentrieren", sagte Kristian Tödtmann, Ökonom bei der DekaBank. Die "unmittelbarste" Frage, die die Notenbanker möglicherweise angehen müssen, sei, wie flexibel sie bei der Aufteilung der Käufe innerhalb der Region sein können.

Laut den so genannten Kapitalschlüsselrichtlinien müssen die Käufe in einem angemessenen Verhältnis zur Grösse der einzelnen Volkswirtschaften stehen. Diese Vorschriften sind jedoch umstritten unter den geldpolitischen Entscheidungsträgern. Einige, darunter Bundesbankpräsident Jens Weidmann, haben darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, das Portfolio der EZB neu auszurichten, nachdem die Käufe zugunsten schwächerer Volkswirtschaften verstärkt wurden. Andere, darunter Frankreichs Notenbankgouverneur Francois Villeroy de Galhau, haben argumentiert, dass der Kapitalschlüssel eine „unangemessene Einschränkung" sei, die die Wirksamkeit der Geldpolitik untergraben könnte.

Das Thema wird wahrscheinlich ein Diskussionspunkt bleiben, zumindest bis die Regierungen eine gemeinsame Kapitalaufnahme an den Finanzmärkten genehmigt haben - eine Initiative, die die Belastung mancher Staatshaushalte verringern, die Anleiherenditen eindämmen und den Druck auf die EZB verringern würde.

(Bloomberg)

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Deutscher Industriepräsident

Deutscher Industriepräsident bezweifelt rasche Wirtschaftserholung

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, hat die Erwartungen an eine schnelle Erholung der Wirtschaft in der Coronavirus-Pandemie gedämpft. "Der langsame Aufwärtstrend der Konjunktur ist kein Grund zum Übermut. Frühestens 2022 wird die Volkswirtschaft wieder das Vorkrisenniveau erreichen."

14.07.2020 06:37

Dies sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" vom Dienstag anlässlich des Starts der ersten digitalen Hannover Messe. Man müsse sich nun voll auf die wirtschaftliche Erholung und Stärkung der industriellen Basis konzentrieren.

Bei allen Vorhaben müsse sich die Politik am Kompass der sozialen Marktwirtschaft orientieren, sagte Kempf. "Zentral ist, einen staatlichen Einstieg in einzelne Unternehmen stets an einen klaren Exit-Plan zu koppeln", befand er. "Die wachsende Tendenz zum Staatsdirigismus verfolgt die deutsche Wirtschaft mit grosser Sorge." Ein "Weiter so" wie vor der Krise dürfe es nicht geben. "Die Corona-Pandemie ist ein Weckruf für einen Neustart der Wirtschaft", sagte Kempf. Gerade jetzt müsse auch die Politik den Mut aufbringen, die Weichen voll und ganz für die Zukunft zu stellen.

"Deutschland muss sich in seiner EU-Ratspräsidentschaft für die rasche Vollendung des europäischen digitalen Binnenmarkts einsetzen", sagte der BDI-Präsident. "Der geplante Green Deal funktioniert nur als Investitions- und Wachstumsprogramm." Es wäre falsch, Ökologie und Ökonomie gegeneinander auszuspielen, so Kempf. Wichtig seien Entschlossenheit für Freihandel und Multilateralismus.

(AWP)

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Inflation in Deutschland

Inflation in Deutschland steigt auf 0,9 Prozent

In Deutschland ist die allgemeine Teuerung im Juni gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen 0,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Das Bundesamt bestätigte damit wie erwartet eine erste Erhebung.

14.07.2020 08:11

Im Mai hatte die Preissteigerungsrate nur 0,6 Prozent betragen. Im Monatsvergleich stieg das Preisniveau im Juni um 0,6 Prozent. Auch in dieser Betrachtung wurde eine erste Schätzung bestätigt.

Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex HVPI, der etwa für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) massgeblich ist, lag im Juni 0,8 Prozent über dem Vorjahresniveau und 0,7 Prozent über dem Stand des Vormonats. Der mittelfristige Zielwert der EZB für die Inflationsrate für die gesamte Eurozone beträgt knapp zwei Prozent und wurde seit langem nicht mehr erreicht./jkr/stk

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Merkel kompromissbereit in

Merkel kompromissbereit in Verhandlungen über EU-Wiederaufbaufonds

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht vor dem EU-Gipfel zum Wiederaufbaufonds in der Corona-Krise recht unterschiedliche Vorstellungen der Staaten. "Aber wir werden natürlich auch von deutscher Seite mit einem gewissen Vorrat an Kompromissbereitschaft nach Brüssel fahren", sagte Merkel am Dienstag in Berlin zum Auftakt eines Vorbereitungstreffens mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.

14.07.2020 19:55

Die EU müsse in einer ungewöhnlichen, bis jetzt nicht dagewesenen Situation handeln und Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen. "Es wäre wünschenswert, sehr schnell ein Ergebnis zu erreichen", sagte Merkel.

Sánchez äusserte sich ähnlich. "Juli muss der Monat der Entscheidung sein", betonte er. Dafür werde Spanien alles machen. "Wenn wir die Einigung neu verschieben, werden wir auch den Wiederaufbau verschieben. Und wenn wir den Wiederaufbau verschieben, wird die Krise noch schwerer sein", sagte der spanische Regierungschef./cn/DP/he

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Deutscher Einzelhandel

Deutscher Einzelhandel rechnet nicht mit schneller Erholung

Der Einzelhandel in Deutschland rechnet angesichts der Corona-Krise mit einer langen Durststrecke für grosse Teile der Branche. Voraussichtlich werde der Einzelhandel insgesamt erst 2022 wieder das Umsatzniveau des Vorkrisenjahres 2019 erreichen, sagte am Mittwoch der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth. "Der Einzelhandel wird sich erholen, aber es wird eine langsame Erholung sein, nicht das schnelle Aufleben des Konsums."

15.07.2020 12:55

Nach wie vor ist laut HDE im Handel eine Zweiteilung zu beobachten. Während die Umsätze im Lebensmittelhandel und im E-Commerce in der Pandemie deutlich zunahmen, litten Modehändler, Schuhgeschäfte und andere innenstadttypische Anbieter massiv unter den coronabedingten Ladenschliessungen und spüren auch nach der Wiedereröffnung der Geschäfte noch immer die Kaufzurückhaltung der Bundesbürger. Insgesamt rechnet der HDE für dieses Jahr im Nicht-Lebensmittelhandel mit einem Umsatzminus von 40 Milliarden Euro - vorausgesetzt es kommt keine zweite Pandemiewelle.

Insgesamt werde der Einzelhandel in Deutschland trotz des florierenden Lebensmittelhandels und des boomenden E-Commerce in diesem Jahr voraussichtlich ein Umsatzminus von vier Prozent verzeichnen. Damit sei 2020 "das Jahr mit dem stärksten Wirtschaftsrückgang in der Geschichte des Einzelhandels seit dem Zweiten Weltkrieg", betonte der HDE./rea/DP/eas

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Italien dringt auf EU

Italien dringt auf EU-Entscheidung zu Corona-Geldern im Juli

Kurz vor dem EU-Gipfel über die geplanten milliardenschweren Corona-Hilfen hat Italiens Premier Giuseppe Conte an die Einheit der Union appelliert und auf eine rasche Entscheidung gedrungen. "Diesmal gewinnen wir alle oder wir verlieren alle", sagte Conte am Mittwoch im Abgeordnetenhaus in Rom. Dafür bekam er viel Applaus. Conte hielt in der grösseren der zwei Parlamentskammern eine europapolitische Rede. Die Entscheidung der EU-Staaten über den Wiederaufbaufonds sollte "im Juli" fallen, forderte er. Kompromisse "nach unten" seien keine Option.

15.07.2020 11:13

An diesem Freitag und Samstag kommen die Spitzen der 27 EU-Staaten in Brüssel zusammen, um über den 750 Milliarden Euro grossen Wiederaufbauplan zu verhandeln. Nach Vorstellung der EU-Kommission sollen 500 Milliarden als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite vergeben werden. Widerstand gibt es vor allem aus den Niederlanden, Schweden, Dänemark und Österreich. Die sogenannten "Sparsamen Vier" lehnen hohe Zuschüsse ab und setzen stark auf Kredite. Die Kompromiss-Suche gilt als schwierig.

Italien mit seiner ohnehin angeschlagenen Wirtschaft leidet unter den Folgen der Corona-Krise besonders. Die Regierung in Rom hat grosses Interesse an Zuschüssen aus Brüssel. In dem Mittelmeerland starben mit oder an der Viruskrankheit bisher rund 35 000 Menschen. Der Tourismus als eine wichtige Einnahmequelle kommt weiter nicht in Schwung./pky/DP/jha

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Italien: Verbraucherpreise

Italien: Verbraucherpreise fallen stärker

In Italien hat sich der Rückgang der Verbraucherpreise im Juni wie erwartet etwas verstärkt. Im Jahresvergleich sind die für europäische Vergleichszwecke ermittelten Verbraucherpreise (HVPI) um 0,4 Prozent gesunken, teilte das Statistikamts Istat am Mittwoch nach einer zweiten Schätzung mit. Damit bestätigte die Behörde wie von Analysten erwartet eine erste Erhebung. Im Mai hatte die Inflationsrate minus 0,3 Prozent betragen.

15.07.2020 10:16

Das rückläufige Preisniveau dürfte sowohl Folge der schwachen Wirtschaftsaktivität infolge der Corona-Pandemie sein als auch auf die nach wie vor fallenden Energiepreise zurückgehen./jkr/jha/

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Acea: Europäischer Pkw-Markt

Acea: Europäischer Pkw-Markt leidet weiter unter Corona-Folgen

Der europäische Automarkt hat auch im Juni unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie gelitten. In der Europäischen Union (EU) wurden insgesamt 949 722 Pkw neu zugelassen, das waren 22,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der zuständige Branchenverband Acea am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Im Mai waren die Zulassungszahlen noch um über die Hälfte abgesackt, nachdem der europäische Automarkt im Zuge der sich zuspitzenden Virus-Krise im April förmlich zusammengebrochen war. Aufgrund der Lockerungen in vielen Ländern und der Wiederöffnung der Autohäuser nach dem Lockdown fiel das Minus nun deutlich geringer aus. Trotz der Verbesserung gegenüber dem Mai habe sich die Nachfrage im Juni aber noch nicht komplett erholen können, hiess es.

16.07.2020 08:02

Wegen der Corona-Krise verzeichneten alle EU-Märkte mit Ausnahme Frankreichs den Angaben zufolge weiterhin klare Rückgänge. Dass Frankreich bei den Neuzulassungen auf ein Plus von 1,2 Prozent kam, sei auf seit Anfang Juni begonnene Massnahmen der französischen Regierung zurückzuführen, den Verkauf von emissionsarmen Fahrzeugen anzukurbeln. Die anderen grossen EU-Märkte Spanien (minus 36,7 Prozent), Deutschland (minus 32,3 Prozent) und Italien (minus 23,1 Prozent) mussten dagegen alle erneut deutliche Einbussen im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen.

Keine der grossen Automarken konnte sich dem allgemeinen Trend entziehen. Der VW -Konzern kam bei den Neuzulassungen auf ein Minus von 24,8 Prozent, für BMW ging es um 18,9 Prozent sowie für Daimler um 16 Prozent abwärts. Der französische PSA -Konzern mit Marken wie Peugeot, Citroen und Opel musste einen Rückgang um 28,3 Prozent hinnehmen. Während es für Renault um 15,7 Prozent bergab ging, kam der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler auf ein Minus von 28,4 Prozent.

Seit Jahresbeginn bezifferte sich das Minus bei den EU-Neuzulassungen den Angaben zufolge auf 38,1 Prozent: Insgesamt wurden 4,28 Millionen Pkw zugelassen. In den vier wichtigsten EU-Märkten verzeichnete das heftig von der Pandemie gebeutelte Spanien (minus 50,9 Prozent) den deutlichsten Einbruch im bisherigen Jahresverlauf, gefolgt von Italien (minus 46,1 Prozent) und Frankreich (minus 38,6 Prozent). In Deutschland sanken die Neuregistrierungen in den ersten sechs Monaten um 34,5 Prozent./eas/men/he

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Corona-Krise: Historischer

Corona-Krise: Historischer Einbruch bei der Gewerbesteuer in Deutschland

Die Corona-Krise führt in Deutschland zu einem historischen Einbruch bei der Gewerbesteuer - der wichtigsten Einnahmequelle der Kommunen. "Die kommunalen Haushalte werden am Ende des Jahres so hohe Einbussen erleiden, wie wir sie noch nicht erlebt haben", sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Städtetages, Verena Göppert, der Deutschen Presse-Agentur. "Die Gewerbesteuer ist in den vergangenen drei Monaten katastrophal eingebrochen."

16.07.2020 06:38

Im zweiten Quartal sei die Gewerbesteuer auf die Hälfte des Vorjahresniveau zusammengeschrumpft, hiess es unter Bezug auf eine Umfrage unter Städten zur Entwicklung des Gewerbesteueraufkommens. Im ersten Halbjahr sei das Gewerbesteueraufkommen insgesamt um etwa 28 Prozent gesunken - darin enthalten sind aber noch Monate vor dem Ausbruch der Krise.

Infolge der Epidemie mit massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben sind bei vielen Unternehmen Umsätze und Aufträge weggebrochen und damit die Erträge stark gesunken. Das Gesamtaufkommen der Gewerbesteuer betrug nach Angaben des Städtetags im vergangenen Jahr bundesweit 55,4 Milliarden Euro.

Göppert sagte, es sei richtig, dass Bund und Länder für dieses Jahr einen Gewerbesteuerausgleich verabredet hätten. "Das hilft uns, damit wir weiter investieren können und wichtige Projekte nicht ausgebremst werden. Die Kommunen leisten mehr als die Hälfte aller öffentlichen Investitionen. Damit werden beispielsweise Schulen und Kindertagesstätten gebaut oder nachhaltig saniert."

Die schwarz-rote Koalition hatte angekündigt, dass der Bund knapp sechs Milliarden Euro an Gewerbesteuerausfällen übernehmen will. Dazu will sich der Bund stärker an den Kosten der Unterkunft bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende beteiligen. Ziel ist es, dass die Kommunen handlungsfähig bleiben und nicht aus Sparzwang Einrichtungen wie Bibliotheken oder Schwimmbäder schliessen müssen. Sie sollen ausserdem investieren können - dies ist wichtig etwa für die Bauwirtschaft und das Handwerk.

"Der Gewerbesteuerausgleich von Bund und Ländern ist einmalig für dieses Jahr verabredet. Nach der Sommerpause müssen Bund und Länder in den Blick nehmen, wie es ab dem kommenden Jahr weitergeht", so Göppert. "Denn selbst wenn die Corona-Pandemie im nächsten Jahr gut beherrscht werden kann, werden die Einnahmen der Kommunen weiterhin schwer von der Krise gekennzeichnet sein. Damit die Kommunen als Stabilitätsanker funktionieren können, werden sie voraussichtlich auch in den Jahren 2021 und 2022 Unterstützung benötigen."

Infolge der Corona-Krise rutscht die deutsche Wirtschaft laut Prognosen in diesem Jahr in die bisher schwerste Rezession nach dem Zweiten Weltkrieg. Unsicher ist, wann genau der Aufschwung kommt, wie stark er ausfällt und wann die Wirtschaft wieder das Niveau vor der Krise erreicht.

Die Gewerbesteuereinnahmen entwickeln sich laut Städtetag von Stadt zu Stadt höchst unterschiedlich: Viele Städte verzeichneten Rückgänge von mehr als 70 Prozent, in der Spitze sogar über 80 Prozent. In anderen Städten wirke sich die Corona-Krise - zumindest bislang - nicht so gravierend bei den Gewerbesteuereinnahmen aus. Göppert sagte: "Daher ist bei der Verteilung der Mittel darauf zu achten, dass die tatsächlichen Gewerbesteuerausfälle ausgeglichen werden. Durchschnittsbeträge helfen nicht, um die Kommunalhaushalte sicher zu planen."/hoe/DP/zb

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Deutsche Arbeitgeber erwarten

Deutsche Arbeitgeber erwarten Konjunkturerholung bis 2022

Der Verband der Arbeitgeber rechnet für die deutsche Wirtschaft im übernächsten Jahr mit einer Rückkehr zu alter Stärke. "Ich glaube, dass wir 2022 wieder das Leistungsniveau der Zeit vor Corona, also wie wir es noch im Februar erlebt haben, verzeichnen", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). "Es ist nämlich nicht der Bedarf nach unseren Waren und Dienstleistungen zusammengebrochen", erläuterte er. "Dieser Bedarf wird, wenn die Corona-Krise überwunden ist, auch hierzulande die Produktion erneut ankurbeln", meinte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

20.07.2020 08:09

Kramer forderte die Unternehmen auf, in der Krise nicht die Ausbildung zu vernachlässigen. Nach der Corona-Krise werde der Mangel an Facharbeitern wieder das Hauptwachstumshindernis der deutschen Volkswirtschaft sein. Die Gesellschaft werde nach wie vor älter. "Wir müssen unsere Betriebe verjüngen, sonst bleiben wir irgendwann stehen", sagte der Verbandschef./brd/DP/men

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Annäherung bei EU

Annäherung bei EU-Sondergipfel - Treffen wird verlängert

(Meldung durchgehend aktualisiert) - Nach deutlichen Fortschritten auf dem Weg zu einem Corona-Krisen-Paket wird der EU-Sondergipfel in Brüssel nochmals verlängert. EU-Ratspräsident Charles Michel kündigte nach Angaben von Diplomaten am Montagmorgen einen neuen Verhandlungsvorschlag an. Demnach könnte der Anteil der Zuschüsse im Corona-Rettungsprogramm von ursprünglich 500 Milliarden Euro auf 390 Milliarden gesenkt werden. Der Kompromiss sei aber noch nicht völlig unter Dach und Fach, hiess es.

20.07.2020 07:43

Die Gespräche wurden gegen 06.00 Uhr unterbrochen und sollen am Nachmittag wieder aufgenommen werden, wie der Sprecher von EU-Ratspräsident Charles Michel auf Twitter mitteilte. Zunächst sprach er von 14.00 Uhr, verschob den Termin dann aber wenig später auf 16.00 Uhr. Damit läuft das am Freitag gestartete Treffen der 27 Staats- und Regierungschefs bereits zwei Tage länger als geplant.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs hatten während der ganzen Nacht zum Montag einen Kompromiss im Streit über das Krisenpaket gesucht, mit dem die schwere Corona-Wirtschaftskrise abgefedert werden soll. Es wird zusammen mit dem nächsten siebenjährigen EU-Finanzrahmen von mehr als 1000 Milliarden Euro beraten, was die Verhandlungen ungeheuer kompliziert macht.

Hauptstreitpunkt war dabei genau die Frage, wie viele Zuschüsse an EU-Staaten vergeben werden könnten, die von den Empfängern nicht zurückgezahlt werden müssen. Ursprünglich lautete der Vorschlag für das Konjunktur- und Investitionsprogramm: ein Gesamtumfang von 750 Milliarden Euro, davon 500 Milliarden als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite. Die Staatengruppe der sogenannten Sparsamen Vier - Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande - inzwischen verstärkt durch Finnland, wollte ursprünglich gar keine Zuschüsse, sondern nur Kredite. Im Lauf des Sonntags näherten sich die Positionen schrittweise an - ohne jedoch zu einer Lösung zu führen.

Die Gespräche seien dann am Sonntagabend sehr schwierig gewesen, hiess es aus der französischen Delegation. Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hätten auf den Tisch gehauen. Danach hätten die "Sparsamen" begonnen, sich zu bewegen. Merkel und Macron hätten alles getan, um einen Betrag von etwa 400 Milliarden Euro bei den Zuschüssen zu halten.

Mit dem erwarteten Kompromissvorschlag sei ein Weg zu einer Einigung erkennbar, erklärte ein EU-Diplomat. Ob es beim anvisierten Gesamtvolumen des Programms von 750 Milliarden Euro bleibt, ist aber noch offen. Möglicherweise werde man bei einem Betrag zwischen 700 und 750 Milliarden Euro landen, sagte ein anderer Diplomat. Teil des neuen Vorschlags sei auch, dass die Rabatte bei den Beiträgen zum EU-Haushalt für die "Sparsamen Vier" kleiner ausfallen als geplant.

Beim Abendessen am Sonntag hatte Ratspräsident Michel mit einem verzweifelt wirkenden Appell versucht, die Staats- und Regierungschefs aufzurütteln und ein Scheitern des Gipfels abzuwenden. Der Belgier verwies auf die zahlreichen Kompromissangebote und Zugeständnisse, die er sei dem Beginn des Treffens am Freitag gemacht hatte. Zudem betonte er mehrfach, dass er allen Gipfelteilnehmern immer mit grösstem Respekt zugehört habe.

Er erinnerte an die beispiellose Krise, mit der die EU wegen der Corona-Pandemie konfrontiert sei, aber auch das zu erwartende negative Medien-Echo im Fall eines Scheiterns des Gipfels. Zum Schluss seines Beitrags sagte Michel dem Redetext zufolge: "Mein Wunsch ist es, dass wir eine Einigung erzielen, und dass die FT ("Financial Times") und andere Zeitungen morgen titeln, dass die EU erfolgreich eine "Mission Impossible" gemeistert hat."

Doch gab es bei dem Abendessen wenig Einigkeit, sondern bitteren Streit. Aus der Delegation eines grossen EU-Staates hiess es um kurz nach Mitternacht, die "Sparsamen" blockierten weiter. Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz höre nicht zu und kümmere sich lieber um Medienarbeit. Zudem instrumentalisiere Kurz zusammen mit den Niederlanden das Thema Rechtsstaatlichkeit, um zu blockieren.

Bundeskanzlerin Merkel kommt bei dem Gipfel eine Vermittlerrolle zu, weil Deutschland seit 1. Juli den Vorsitz der 27 EU-Staaten führt./vsr/DP/men

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DIHK-Präsident: Stimmung in

DIHK-Präsident: Stimmung in Deutschland besser als die Lage

Die deutsche Wirtschaft ist aus Sicht von DIHK-Präsident Eric Schweitzer trotz der Lockerungen in der Corona-Krise noch lange nicht über den Berg. Schweitzer sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Als es Deutschland gut ging, hatte man immer das Gefühl, die Stimmung ist schlechter als die Lage. Derzeit hat man das Gefühl, die Stimmung ist besser als die Lage. Der Einbruch ist tief, der Weg heraus führt nicht so steil wieder nach oben wie viele im Frühjahr gehofft haben." Schweitzer sprach sich für zusätzliche milliardenschwere staatliche Hilfen aus.

20.07.2020 06:32

Die alles entscheidende Frage sei, wann es wieder aufwärts gehe, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). "Das zweite Quartal war schlicht eine Katastrophe. Laut unseren Umfragen glaubt die Hälfte der Betriebe, dass sich ihre Geschäftslage erst 2021 oder sogar noch später wieder spürbar bessert." Deswegen sei der DIHK mit einer Prognose von minus zehn Prozent beim Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr pessimistischer als die Bundesregierung.

Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland sei ausserdem sehr stark an die Entwicklung beim Export gekoppelt. "In der Industrie hängt jeder zweite Arbeitsplatz am Export. Es gibt aber viele Unsicherheiten." Schweitzer nannte die schwierige Lage in den USA sowie den Handelskonflikt zwischen den USA und China.

"Nach unseren Umfragen sehen 40 Prozent der Unternehmen Liquiditätsengpässe. Fast die Hälfte berichtet von schwindendem Eigenkapital durch starke Verluste", so Schweitzer. "Zehn Prozent der Unternehmen sagen, sie sehen sich von Insolvenz bedroht."

Bei vielen Unternehmen schmelze das Eigenkapital. "Wir befürchten im Herbst eine Insolvenzwelle dramatischen Ausmasses", sagte Schweitzer. Auch der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet infolge der Corona-Krise spätestens vom Herbst an mit einer Welle von Firmenpleiten rund um den Globus. Schweitzer betonte, deswegen müssten die staatlichen Überbrückungshilfen, die bis Ende August laufen, verlängert werden. "Dann bekommen viele Unternehmen noch einmal drei, vier Monate Luft, um sich zu stabilisieren, bis die Geschäfte eventuell auch wieder ein Stück stärker anziehen."

Bis Ende September ist die Pflicht über einen Insolvenzantrag ausgesetzt - damit angeschlagene Firmen Luft bekommen, um staatliche Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen voranzutreiben.

Für die Überbrückungshilfen - Zuschüsse an Firmen - hat der Bund bisher 25 Milliarden Euro eingeplant. "Es ist in jedem Fall sinnvoller, eigentlich gesunde Unternehmen bei der Überbrückung einer schwierigen Lage mit Zuschüssen zu unterstützen als ihre Verschuldung mit Krediten weiter zu erhöhen", sagte der DIHK-Präsident. "Wenn die Wirtschaft wieder ins Laufen kommt, profitiert auch der Staat davon über steigende Steuereinnahmen. Die Alternative ist, dass Unternehmen in Insolvenz gehen und Arbeitsplätze wegfallen."

Mit den staatlichen Überbrückungshilfen soll vor allem kleinen und mittelständischen Firmen aus Branchen wie dem Hotel- und Gaststättengewerbe, der Reisewirtschaft oder Schaustellern geholfen werden, die weiter erhebliche Umsatzeinbussen haben. Erstattet werden fixe Betriebskosten bis zu einem Betrag von insgesamt 150 000 Euro über drei Monate. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Die Bundesregierung hatte zuvor bereits milliardenschwere Rettungsprogramme beschlossen, etwa Sonderkredite und Soforthilfen für Kleinstfirmen.

"Es ist für den Weg durch die Krise entscheidend, das Eigenkapital von Unternehmen zu stärken", sagte Schweitzer. Deshalb sei es jetzt wichtig, den Firmen eine stärkere Verrechnung aktueller Verluste mit früheren Gewinnen zu ermöglichen. "Das Geld steht ihnen mit den Steuererklärungen der kommenden Jahre ohnehin zu. Wenn sie es aber über einen verbesserten Verlustrücktrag schon jetzt bekommen können, schafft das in dieser akuten Phase wertvolle Liquidität und schont das Eigenkapital." Ausserdem sollte der Wirtschaftsstabilisierungsfonds für kleinere Unternehmen geöffnet werden. "Die Firmen brauchen mehr Eigenkapital. Zusätzliche Kredite helfen im Ergebnis nicht wirklich weiter."/hoe/DP/zb

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Erzeugerpreise in Deutschland

Erzeugerpreise in Deutschland geben weiter nach

Das Preisniveau auf Herstellerebene ist im Juni weiter gefallen. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, lagen die Erzeugerpreise 1,8 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Analysten hatten mit einem Rückgang um 1,7 Prozent gerechnet. Im Vormonat hatte der Preisrückgang 2,2 Prozent betragen.

20.07.2020 08:19

Ausschlaggebend für die Preisentwicklung war einmal mehr Energie. Gegenüber Juni 2019 lagen die Energiepreise 6,2 Prozent niedriger. Dies dämpfte das allgemeine Preisniveau spürbar. Ohne Energie lagen die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten, 0,4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor./bgf/men

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Top-Ökonomen mit Lob und

Top-Ökonomen mit Lob und Tadel für EU-Gipfel - «Europa handlungsfähig»

Top-Ökonomen finden Lob und Tadel für das auf dem EU-Gipfel vereinbarte grösste Finanzpaket in der Geschichte der Europäischen Union.

21.07.2020 10:54

"Der Wiederaufbaufonds schafft ein neues Instrument, um europäische Aufgaben gemeinsam zu bewältigen", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, am Dienstag. "Er ist der Startpunkt für eine Transformation in den Bereichen Klimaschutz und Digitalisierung, kann die europäische Wirtschaft neu und zukunftsfest aufstellen und besser für künftige Krisen wappnen." Auch wenn hierzulande viele erst einmal jammern dürften, sei der getroffene Kompromiss ein grosser Gewinn - "gerade auch für Deutschland".

Kritischer sieht das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Vereinbarung, die einen 750 Milliarden Euro schweren Aufbaufonds für besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene EU-Staaten vorsieht - davon 390 Milliarden Euro als Zuschüsse, 360 Milliarden als Kredite. "Es ist gut, dass Europa sich in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit handlungsfähig zeigt", sagte ZEW-Präsident Friedrich Heinemann. Das Problem fehlender Wettbewerbsfähigkeit und geringer Wachstumsperspektive in Ländern wie Italien könne allerdings nicht mit Transfers und Krediten aus Brüssel gelöst werden. Hier würden nur Reformen der Arbeitsmärkte, der Verwaltung und des Bildungssystems helfen. "Eine grosse Gefahr ist, dass der kurzfristige EU-Geldsegen nun den Reformstau sogar verlängert", warnte Heinemann.

Kritik kommt auch vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). "Über Jahrzehnte wird die Tilgung der Schulden das EU-Budget belasten", sagte dessen Präsident Gabriel Felbermayr. "Der Druck wird steigen, der EU neue Finanzierungsquellen zu erschliessen." Für die Nettozahler, besonders für Deutschland, werde die EU-Mitgliedschaft teurer. "Ich gehe davon aus, dass ungefähr ein Fünftel der Zuwendungen netto von Deutschland finanziert werden muss", sagte Felbermayr. "Es ist fraglich, ob die EU-Mitgliedschaft dadurch auch wirklich wertvoller wird." Er bezweifelt zudem, dass eine Stabilisierung der Konjunktur von dem Programm ausgeht. "Dafür kommen die Auszahlungen zu spät", sagte Felbermayr. "Allenfalls erlaubt es eine Stabilisierung von Erwartungen, was den Aufschwung verstetigen könnte."

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sieht nach dem Gipfel eine grundlegende Veränderung der EU-Finanzverfassung. "Zum ersten Mal darf sich die EU in grossem Stil am Kapitalmarkt verschulden", sagte Krämer. "Das wird auch kein einmaliger Vorgang sein. Wenn es in Zukunft zu einer neuen schweren Rezession kommt oder neue Herausforderungen wie der Klimawandel es erfordern, ist es gut möglich, dass die EU sich erneut in grossem Umfang verschuldet."

(Reuters)

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«Ein Zusammenbruch der

«Ein Zusammenbruch der Eurozone ist unwahrscheinlicher geworden»

Die EU-Coronahilfen werden laut Thomas Gitzel die Eurozone nachhaltig stabilisieren. Die SNB und andere Notenbanken könnten jetzt einen Gang herunterschalten, sagt der Chefökonom der VP Bank im cash-Börsen-Talk.

https://www.cash.ch/news/politik/oekonom-thomas-gitzel-ein-zusammenbruch-der-eurozone-ist-unwahrscheinlicher-geworden-1587696

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Kurz: 'Sparsame Vier' wollen

Kurz: 'Sparsame Vier' wollen weiter in EU zusammenarbeiten

Österreich will sich auch jenseits der Finanzpolitik mit den Niederlanden, Schweden und Dänemark abstimmen, um gemeinsamen Interessen in der Europäischen Union durchzusetzen. Die vier Staaten hatten im Ringen um den Corona-Wiederaufbauplan als "Sparsame Vier" eine Reduzierung der geplanten Zuschüsse erwirkt.

24.07.2020 06:32

"Wir werden uns in der Gruppe der Sparsamen weiterhin eng abstimmen, um Plänen für eine Schuldenunion auch in Zukunft entschieden entgegenzutreten und unsere Interessen auch in anderen Bereichen gemeinsam wahren zu können", sagte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz der "Welt" (Freitag). Welche anderen Bereiche er meinte, wurde nicht deutlich.

"Wir haben gemeinsam mit den Niederlanden, Dänemark und Schweden dafür gesorgt, dass sorgsam mit europäischem Steuergeld umgegangen wird und es klare Bedingungen für die Auszahlung der Mittel aus dem Wiederaufbaufonds gibt, wie die Durchführung von Reformen", sagte Kurz. "Es ist uns auch gemeinsam gelungen, den Einstieg in eine permanente europäische Schuldenunion zu verhindern. Es ist ja kein Geheimnis, dass manche Länder dafür stets eingetreten sind. All das ist natürlich auch im Interesse der deutschen Steuerzahler."

Die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer hatten sich am Dienstag auf ein Corona-Krisenprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro und einen siebenjährigen EU-Haushalt von 1074 Milliarden Euro geeinigt. Dabei hatten die "Sparsamen Vier" wesentlichen Anteil an der Ausgestaltung. Der Haushalt braucht die Billigung des EU-Parlaments, das in einem Vermittlungsverfahren Änderungen durchsetzen will./hn/DP/zb

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Scholz will nach Wirecard

Scholz will nach Wirecard-Skandal Finanzaufsicht neu aufstellen

(Ausführliche Fassung) - Nach dem mutmasslichen Milliardenbetrug beim Zahlungsdienstleister Wirecard will Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) künftig eine stärkere Kontrolle durch den Staat ermöglichen. Der SPD-Politiker wolle mit einem insgesamt 16 Massnahmen umfassenden Aktionsplan unter anderem die Finanzaufsicht Bafin stärken und Anleger besser schützen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Online) am Donnerstag. Dazu solle die Bafin neu aufgestellt und die Transparenz verbessert sowie Absprachen zwischen den Behörden sollten vereinfacht werden. Ziel sei, entsprechende Gesetze bis Frühling 2021 zu verabschieden.

23.07.2020 19:48

Die zentralen Inhalte des Plans wurden der Deutschen Presse-Agentur in Koalitionskreisen bestätigt. Der Aktionsplan ist dem Vernehmen nach innerhalb der Bundesregierung noch nicht abgestimmt. Das Finanzministerium wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Der inzwischen insolvente Dax -Konzern Wirecard hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Der Skandal hatte auch die Bundesregierung und Scholz in Erklärungsnot gebracht. Zentrale Fragen sind, wann genau die Regierung von Unregelmässigkeiten wusste, ob sie zu wenig dagegen unternommen hat - und ob die Bundesregierung womöglich Wirecard unterstützte, obwohl der Verdacht von Unregelmässigkeiten bereits im Raum stand.

Die Opposition droht mit einem Untersuchungsausschuss, falls die Bundesregierung aus ihrer Sicht nicht ausreichend zur Aufklärung der Vorgänge rund um Wirecard beiträgt. Gerade für Scholz, der als möglicher SPD-Kanzlerkandidat gilt, könnte dies unangenehm werden. Am kommenden Mittwoch stellen sich Scholz sowie Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bei einer Sondersitzung des Finanzausschusses Fragen der Abgeordneten.

Der Finanzminister hatte bereits Reformen bei der Bilanzkontrolle sowie einen Aktionsplan angekündigt. Er hatte Ende Juni betont, der Staat müsse in der Lage sein, "komplizierte internationale Firmenkonstrukte wie Wirecard" effizienter und wirksamer zu kontrollieren. Sollten rechtliche, gesetzgeberische oder regulatorische Massnahmen nötig werden, werde man sie ergreifen.

Laut Zeitung will Scholz nun die erforderlichen Konsequenzen ziehen, um das Vertrauen in den deutschen Finanzmarkt dauerhaft zu stärken. Er wolle die "Regeln nachschärfen, damit sich derartige Fälle möglichst nicht wiederholen".

Der Plan sieht laut Zeitung konkret vor, dass der Staat künftig über die Finanzaufsicht Bafin bei Verdacht auf Unregelmässigkeiten bei Unternehmen wie Banken, Versicherungen und Zahlungsdienstleistern schnell und direkt eingreifen und Sonderermittler einsetzen kann. Das bisherige zweistufige System bei der Bilanzkontrolle solle abgeschafft werden. Es solle auch untersucht werden, wie Hinweise von "Whistleblowern" stärker genutzt und wie Anreize für Hinweisgeber verbessert werden können.

Der Reformplan für die Finanzaufsicht sieht laut Zeitung auch vor, Anleger besser zu schützen. Um Betriebsblindheit zu vermeiden, sollten Bilanzprüfer von Unternehmen, die mit gelisteten Wertpapieren arbeiten, künftig alle zehn Jahre ausgetauscht werden. Ausserdem sollten Beratung und Kontrolle schärfer getrennt werden, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Verfehlungen sollen ausserdem schneller und strenger geahndet werden, so die Zeitung. Die zivilrechtliche Haftung von Abschlussprüfern solle überprüft werden.

Der Betrugsskandal beim Dax-Konzern Wirecard hatte am Mittwoch eine neue Dimension erreicht. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht mittlerweile von "gewerbsmässigen Bandenbetrug" seit 2015 aus, mehr als drei Milliarden Euro könnten verloren sein. Ex-Vorstandschef Markus Braun wurde zum zweiten Mal innerhalb eines Monats in Untersuchungshaft genommen - und anders als Ende Juni auch nicht mehr gegen Millionenkaution auf freien Fuss gesetzt.

Ebenfalls mit Haftbefehl hinter Gittern sitzen nun der frühere Finanzvorstand Burkhard Ley und der ehemalige Chef der Buchhaltung. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft laufen darauf hinaus, dass der Dax-Konzern womöglich seit 2015 von einer kriminellen Bande geführt wurde - ein in der Geschichte der deutschen Börsen-Oberliga noch nicht da gewesener Vorgang.

Die Anlegermeinschaft SdK forderte rückhaltlose Aufklärung des Skandals - inklusive der Rolle der Staatsanwaltschaft. "Es ist dringend notwendig, dass der Sachverhalt und auch das Agieren der Bafin und der Staatsanwaltschaft in den letzten Jahren aufgearbeitet wird und einer externen Untersuchung unterzogen wird", sagte SdK-Vorstandsvorsitzender Daniel Bauer am Donnerstag.

"Dass sich die Organe von Wirecard trotz der gravierenden Vorwürfe so leicht Zugang zu politischen Eliten im Lande verschaffen konnten, ist aus unserer Sicht beängstigend." Es müsse auch geklärt werden, ob eventuell auch von politischer Seite in der Vergangenheit Einfluss auf die Finanzaufsichtsbehörde Bafin und auf die Staatsanwaltschaft genommen wurde./bvi/DP/he

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Ökonomen sehen Erholung der

Ökonomen sehen Erholung der deutschen Konjunktur - Kritik an Corona-Hilfen

Die Konjunktur in Deutschland ist nach Auffassung von Volkswirten führender Finanzinstitute nach dem Corona-Einbruch auf Erholungskurs.

26.07.2020 15:37

Dennoch sei für diesen Herbst eine Insolvenzwelle zu erwarten. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) warf der Bundesregierung unzureichende Hilfen für Unternehmen vor. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) deutete an, dass Firmen und Arbeitnehmer wohl längere Zeit leichter auf Kurzarbeit zurückgreifen können.

"Die Frühindikatoren stimmen optimistisch", sagte Marc Schattenberg von der Deutschen Bank in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das zweite Quartal, in das der Höhepunkt der Corona-Krise fiel, sei überraschend robust verlaufen. Katharina Utermöhl von der Allianz-Gruppe sagte mit Blick auf jüngste Indikatoren: "Die Rezession ist vorbei." Die deutsche Wirtschaft liege nicht mehr auf der Intensivstation. Die Lage bleibe aber kritisch, Rückschläge seien nicht auszuschliessen.

Auch der Export habe wieder angezogen, die Ausfälle etwa im China-Geschäft seien nicht so gross wie befürchtet, sagte Schattenberg. Dennoch warnte er: "Im zweiten Halbjahr werden auch handelspolitische Risiken wieder in den Fokus rücken." Die Nachricht, dass ein ungeordneter Brexit nach Ende der Übergangsfrist Ende des Jahres wahrscheinlich sei, sei nicht gut, betonte er. Mit grosser Unsicherheit werde die Entwicklung in den USA beobachtet, wo die Corona-Krise mit besonderer Wucht Schaden anrichtet.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist mit Blick auf die nächsten Monaten skeptisch. "Ich befürchte, dass wir im Herbst in eine sehr schwierige Lage kommen", sagte der CSU-Chef dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Stärke Deutschlands sei der industrielle Bereich. "Aber es werden zurzeit keine Flugzeuge bestellt, weniger Autos verkauft - und grosse Maschinen finden kaum Absatz. Solange sich die desaströse Lage in den USA und Lateinamerika nicht verbessert, springt der internationale Markt nicht wie gewohnt an."

In Deutschland müsse man deswegen nach den Sommerferien überprüfen, welche Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft noch nötig seien. "Wir müssen im Herbst einen Corona-TÜV machen und schauen, was bisher gewirkt hat und was fehlt", sagte Söder.

Arbeitsminister Heil kann sich "vorstellen, dass wir die erweiterten Möglichkeiten für Kurzarbeit verlängern. Diese Möglichkeit habe ich per Rechtsverordnung. Darüber werden wir im September entscheiden", sagte er der dpa in Berlin. Die Hürden dafür waren im März im Zeichen der Corona-Krise gesenkt worden.

Zuletzt waren mehr als 6,83 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Im März waren es erst 2,49 Millionen. Heil will nun über die Ausgestaltung der Kurzarbeit im Jahr 2021 reden. "Wir wollen Anreize setzen, dass für diejenigen, die länger in Kurzarbeit sind, die Zeit sinnvoll mit Weiterbildung genutzt wird." In der ersten Phase des konjunkturellen Einbruchs sei dies auch deshalb nicht gegangen, weil Weiterbildung aus Gründen des Infektionsschutzes nicht habe angeboten werden können.

Nach Ansicht des IfW in Kiel hat sich die Politik bei ihren Hilfen verzettelt. "Das Konjunkturprogramm hat 57 Positionen. Aus stabilisierungspolitischer Sicht ist es nicht zweckmässig, weil es nicht dort ansetzt, wo die Unternehmen die grössten Probleme haben", urteilte der Leiter des Prognosezentrums am IfW, Stefan Kooths.

Sachgerecht wären aus Kooths Sicht vor allem Eigenkapitalhilfen in Form von Zuschüssen. "Jeder Monat ohne ausreichende Umsätze frisst sich ins Eigenkapital der Unternehmen." Dabei gebe es grosse Unterschiede. So sei die Bauwirtschaft wenig betroffen, Gastronomie oder Messebauer hingegen stark, und beim verarbeitenden Gewerbe einige Unternehmen gar nicht, andere enorm.

Kooths kritisierte, dass die Koalition etwa mit der Mehrwertsteuersenkung auf Anreize für den Massenkonsum setze. Denn tatsächlich gebe es Kaufkraft - zurückgestaut durch die Shutdown-Massnahmen. "Die coronabedingte Zusatzersparnis beträgt rund 130 Milliarden Euro in diesem Jahr."

Als Fehler kritisierte es der IfW-Konjunkturchef, dass die Anzeigepflicht für Insolvenzen bis September ausgesetzt wurde. Noch seien die Insolvenzzahlen auf sehr niedrigem Niveau. Die Unternehmen seien gut aufgestellt in die Krise gegangen. "Aber mit jedem Monat schwindet die Stabilität." Nun fehle der Seismograph für die Folgen und ein mögliches Abflauen der Krise. "Ab Oktober steht daher eine Insolvenzwelle zu befürchten."

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EU-Haushalt: Kaum Spielraum

EU-Haushalt: Kaum Spielraum für Zugeständnisse an das EU-Parlament

Nach der mühsamen Einigung des EU-Gipfels auf ein Haushaltspaket sieht die deutsche Ratspräsidentschaft wenig Spielraum für finanzielle Zugeständnisse an das Europaparlament. "Die Staats- und Regierungschefs haben sich letzte Woche auf die Gesamthöhe des Haushalts geeinigt", sagte ein Vertreter der Ratspräsidentschaft der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. "In diesem Rahmen müssen wir nun agieren."

28.07.2020 06:33

Der EU-Gipfel hatte ein beispielloses Finanzpaket von 1,8 Billionen Euro geschnürt - 1074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise. Das Europaparlament stoppte das Paket aber zunächst, um mehr Geld für Forschung, Klimaschutz, Gesundheit und Studentenaustausch herauszuholen. Deutschland hat seit dem 1. Juli den Vorsitz der EU-Länder und damit eine Vermittlerrolle.

"Wir arbeiten an einer schnellen Einigung über das Paket zur Umsetzung der Beschlüsse des Europäischen Rats und setzen darauf, dass die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament bereits in der zweiten Augusthälfte starten können", sagte der Vertreter der Ratspräsidentschaft. Ein Abschluss des Haushaltspakets zum Jahresende sei machbar. "Dazu müssen wir jetzt zügig vorangehen, sowohl auf Brüsseler Ebene als auch beim Ratifizierungsprozess in den EU-Mitgliedsstaaten."

Zum ungelösten Streit mit Polen und Ungarn über die neue Rechtsstaatsklausel äusserte sich der Vertreter zurückhaltend und sagte nur: "Die Arbeit am Rechtsstaatsmechanismus wird auf der Basis des Entwurfs, der seit 2018 auf Arbeitsebene besprochen wird, fortgeführt. Er wird mit Blick auf die Ergebnisse des Europäischen Rats angepasst."

Polen und Ungarn lehnen die von der Mehrheit der EU-Staaten und vom EU-Parlament gewünschte Neuerung ab, dass Ländern bei Einschränkungen etwa von Justiz oder Medienfreiheit EU-Gelder gekürzt werden können. Wie der Konflikt gelöst werden soll, ist unklar. Die beiden Staaten könnten das Haushaltspaket blockieren, denn es muss einstimmig beschlossen werden.

Ein mögliches Zugeständnis an das Parlament deutete der Vertreter der Ratspräsidentschaft an: "Das Europaparlament fordert nachvollziehbarerweise Mitsprache beim 750-Milliarden-Paket. Hier werden wir mit dem Parlament an einer interinstitutionellen Vereinbarung arbeiten."/vsr/DP/zb

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Wdh: Drastischer

Wdh: Drastischer Konjunktureinbruch in Frankreich

(Es wurden Grammatikfehler entfernt.) - In Frankreich ist die Wirtschaft wegen der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 13,8 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris nach einer ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Monate April bis Juni mitteilte.

31.07.2020 07:57

Bereits im ersten Quartal hatten sich in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Eurozone deutliche Spuren der Corona-Krise gezeigt. In den Monaten Januar bis März war die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um revidiert 5,9 Prozent gesunken, nachdem zuvor nur ein Rückgang um 5,3 Prozent gemeldet worden war.

Experten hatten für das zweite Quartal allerdings mit einem noch stärkeren Einbruch um 15,2 Prozent gerechnet, weil die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor allem in diesen Abschnitt fallen. Frankreich zählte zu den Ländern in Europa, die von der Pandemie besonders stark getroffen wurden./jkr/zb

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Deutscher Einzelhandel mit

Deutscher Einzelhandel mit leichtem Umsatzrückgang im Juni

Der deutsche Einzelhandel hat im Juni nicht an die starke Erholung nach dem Corona-Rückschlag anknüpfen können. Im Vergleich zum Vormonat seien die Umsätze real (preisbereinigt) um 1,6 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Im Mai hatte es noch eine Erholung gegeben, nachdem die Umsätze in den Monaten März und April wegen der Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gesunken waren.

31.07.2020 08:46

Allerdings war die Erholung im Mai nicht so stark wie bisher gedacht. Das Bundesamt revidierte den Umsatzanstieg nach unten. Der Zuwachs habe demnach im Monatsvergleich real nur 12,7 Prozent betragen, nachdem zuvor ein Anstieg um 13,9 Prozent gemeldet worden war.

Für Juni hatten Analysten einen noch stärkeren Dämpfer erwartet. Sie waren von einem Rückgang im Monatsvergleich um 3,0 Prozent ausgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz im Juni real um 5,9 Prozent und nominal um 6,8 Prozent. Allerdings hatte der Juni 2019 mit 24 Verkaufstagen einen Verkaufstag weniger.

Trotz des Dämpfers im Monatsvergleich machte der deutsche Einzelhandel im Juni mehr Umsatz als vor Ausbruch der Corona-Krise. Im Vergleich zum Februar seien die Umsätze kalender- und saisonbereinigt real um 1,4 Prozent höher ausgefallen, wie das Bundesamt weiter mitteilte./jkr/zb

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